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Behrami vor Rückkehr – 8:2-Testsieg gegen Egestorf

4. November 2014

Es wird alles versucht – aber nichts ist garantiert. „Valon muss geschont werden, um Schlimmeres zu vermeiden“, so HSV-Trainer Josef „Joe“ Zinnbauer über Valon Behrami, den Mittelfeldmann des HSV, der schon mit Knieproblemen in die Partie am vergangenen Sonnabend gegen Leverkusen gegangen war. Im Spiel selbst hat der Schweizer dann noch mal einen Schlag aufs Knie bekommen, wollte zunächst sogar ausgewechselt werden. Und obwohl diese Woche über nichts riskiert wird, soll Behrami nach Möglichkeit am Sonntag in Wolfsburg gegen den selbst ernannten „Bayern-Verfolger“ auflaufen können. „Er ist nicht nur wichtig für unser Spiel – er ist auf dem Platz der Chef. Und den brauchen wir immer“, so Zinnbauer, der hofft, dass Behrami am Freitag spätestens wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Zumal für Behrami (sagte seiner Nationalelf für die kommende Woche ab) anschließend zwei Wochen Erholung anstehen.

Wie wichtig Behrami ist, haben wir alle in den letzten Spielen gesehen. Und das untermauert Zinnbauer nur gern, wenn man ihn auf seinen Sechser anspricht. „Er ist der Mann, der bei uns das Kommando im Mittelfeld hat und vorangeht“, so Zinnbauer über seinen Chef auf dem Platz. Wie in dieser Woche gearbeitet wird? „Prinzipiell ist er in Behandlung. Jeden Tag. Er will auch schon am Mittwoch wieder einsteigen. Obgleich ihm die Ärzte davon abraten. Aber gerade das scheint ihn zu beflügeln, erst recht auf den Platz zu gehen. Er ist da sehr hartnäckig. Das lobt man sich auf der einen Seite – auf der anderen muss ich da aber auch für ihn mit aufpassen.“ Ob Behrami unverzichtbar ist im Moment? „Er setzt Zeichen, das ist schon mal klar. Und das, ohne groß Foulspiele zu begehen. Ich habe immer gesagt, der beste Sechser ist ein unauffälliger Sechser. Und das ist er. Er fällt mit seinen Aktionen im Raum aus, macht sie dicht. Er ist ein ganz, ganz wichtiger Spieler. Er ist, da wiederhole ich mich, einfach der Chef. Mit ihm und Rafa haben wir gleich zwei – aber sehr verschiedene. Und das ist gut.“ Inwieweit van der Vaart für Wolfsburg wieder für die Startelf angedacht ist? „Das kann ich noch nicht sagen. Wir sprechen sehr viel und offen miteinander“, so Zinnbauer, „und er nimmt seine Rolle sehr gut an.“ Er überlege sich die Aufstellung (bislang noch nie zwei Spiele in Folge mit derselben Startelf) immer erst in der Nacht vor dem Spiel. Allerdings sei es durchaus denkbar, auch in Wolfsburg mit Holtby und van der Vaart zu agieren.

Und das gegen einen VfL Wolfsburg, der außergewöhnlich stark spielt und entsprechend auftritt. „Ich habe gesehen, wie Dieter Hecking im Sportstudio sagte, dass man der Verfolger des FC Bayern sei. Das war schon alles sehr, sehr selbstbewusst. Und so wird auch die Mannschaft auftreten. Ich gebe zu, dass ich jetzt lieber einen anderen Gegner hätte. Die sind gerade richtig gut drauf und auf jeder Position doppelt top besetzt.“ Dabei liegt dem HSV das Spiel gegen die so genannten Großen offenbar. Gegen die Champions-League-Teilnehmer (Bayern, Dortmund, Leverkusen) wurden sieben Punkte geholt. „Aber wir haben auch sonst gut ausgesehen“, so Zinnbauer, bis auf Berlin haben wir immer einen Schritt nach vorn gemacht. Die Ergebnisse haben nur nicht so gepasst. Aber wenn man die Spiele durchgeht, war da mehr drin. Berlin wie gesagt rausgenommen. Ich glaube nicht, dass wir ansonsten irgendwo irgendwann mal richtig abgesoffen sind. Wir arbeiten uns immer weiter und Schritt für Schritt nach vorn. Es ist ein Weg – kein Wunder. Das habe ich schon bei meinem Antritt hier gesagt. Und dieser Weg – mit neuem Trainer und neuer Mannschaft – dauert einfach lange.“

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Dafür muss und will der HSV jetzt den nächsten Schritt machen. Zumindest hofft Zinnbauer nach dem harten Kampfspiel gegen Bayer darauf. „Wir müssen anfangen, nicht mehr nur maximal hart gegen den Ball zu arbeiten sondern auch mit ihm zu agieren. Dafür brauchen wir jetzt unsere van der Vaarts und Holtbys, die das jetzt in die Hand nehmen müssen. Ansatzweise zeigen wir das auch schon, aber das müssen wir in den nächsten Wochen und Spielen noch weiter ausbauen.“

 

 

 

Zumindest eine Halbzeit lang zeigte der HSV das erhofft dominante Spiel am Dienstagabend gegen den Oberligisten Germania Egestorf/Langreder aus Niedersachen. Nach dem frühen Rückstand (15.) sowie dem zwischenzeitlichen 2:2 (35.) trafen Artjoms Rudnevs (23.), Ivo Ilicevic (31.) und Julian Green (36.) zur knappen 3:2-Halbzeitführung, ehe das vermeintliche A-Team übernahm und die zweite Hälfte dominierte. Tolgay Arslan(47.), Pierre Michel Lasogga (52., 79.), Rafael van der Vaart per Foulelfmeter (66., Foul an Lasogga) und Lewis Holtby (71.) schraubten das Ergebnis auf ein standesgemäßes 8:2 hoch. „Ein ordentlicher Test gegen einen guten Gegner“, so HSV-Trainer Josef Zinnbauer zufrieden. Einziger Wehrmutstropfen: Der erst zur Halbzeit eingewechselte Marcell Jansen musste an seinem 29. Geburtstag mit muskulären Problemen nach gerade 20 gespielten Minuten wieder ausgewechselt werden. „Da müssen wir abwarten. Er hat leichte muskuläre Probleme“, so Cotrainer Patrick Rahmen.

HSV: Otremba (46. Brunst) – Ostrzolek (46. Diekmeier), Kacar, Cleber, Marcos (46. Jansen; 68. Marcos) – Jung (46. Steinmann), Arslan (60. Holtby) – Green (46. Nafiu), P. Müller (46. Van der Vaart), Ilicevic (46. Stieber) – Rudnevs (46. Lasogga).
Tore: o:1 Beistmann (15.), 1:1 Rudnevs (23., Vorlage Marcos), 2:1 Ilicevic (31., Rudnevs), 2:2 Schierholz (35.), 3:2 Green (36., Ilicevic), 4:2 Arslan (47.), 5:2 Lasogga (52., Kopfball nach Ecke van der Vaart), 6:2 van der Vaart (66., Elfmeter nach Foul an Lasogga), 7:2 Holtby (71.), 8:2 Lasogga (79., van der Vaart)

Sicher wieder einsetzbar ist Ivo Ilicevic, der gegen Egestorf im vermeintlichen B-Team in der ersten Halbzeit zu den auffälligeren HSVern gehörte. Wendig, trickreich und torgefährlich präsentierte sich der Kroate, der nach absolviertem Leistungstest Zinnbauer ab sofort wieder zur Verfügung steht. Dagegen noch immer nicht wieder einsetzbar ist Slobodan Rajkovic, der auch im Test am Dienstag gegen Germania Egestorf/Langreder (Oberliga Niedersachen) pausierte. „Ich hatte ihn gefragt, nachdem die Mediziner grünes Licht gegeben hatten“, so Zinnbauer, „aber er selbst fühlt sich noch nicht bereit und wollte lieber noch nicht spielen. Und das ist auch gut so. Nach einer so langen Pause muss er ehrlich zu mir und vor allem zu sich selbst sein. Da nützt kein falscher Ehrgeiz.“ Ebenfalls noch nicht wieder einsetzbar ist Maxi Beister, der hofft, spätestens in der Wintervorbereitung wieder ins Mannschaftstraining einzusteigen.

Morgen wird um 10 Uhr in der Arena trainiert, ehe es um 15 Uhr auf de Platz geht. Mal sehen, ob der „Unkaputtbare“ Behrami dann schon dabei sein wird und ob Jansen wieder fit ist. Ich hoffe auf beides. Euch allen einen schönen Abend! Bis dahin,

Scholle

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