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Knäbel bestätigt Interesse an Drmic, Kuzmanovic und Bielik

11. Januar 2015

Es geht los. Immer mehr. Erst die Aussortierung von Valmir Nafiu und Ivo Ilicevic (Dazu mehr im Video von Peter Knäbel) – jetzt potenzielle Namen von neuen. Wobei Ziel Nummer eins, Leverkusens Angreifer Josip Drmic, schon länger im Gespräch ist – und es auch bleiben wird. Denn während alle weiteren geplanten HSV-Transfers mit dem Ausgang dieser Personalie zusammenhängen, gibt es bislang noch keine Annäherung. Im Gegenteil, heute sagte Leverkusens Sportlicher Leiter, Rudi Völler, dem Kölner Stadtanzeiger: „Es ist nichts Neues für uns, dass es Interesse an ihm gibt. Aber stand jetzt gibt es überhaupt kein Bedarf oder Not zu sagen, dass wir nicht mit ihm in die Rückrunde gehen. Wir haben sehr viele Spiele und brauchen ihn, er wird uns in der Rückrunde helfen können. Wir glauben an sein Potenzial, deshalb ist er ja auch ein gefragter Spieler.“ Das übliche Geplänkel während der Verhandlungen.

Wobei sich die Personalie Drmic tatsächlich schwer gestaltet – nachvollziehbar. Erst im Sommer ist der Angreifer für knapp sieben Millionen Euro zum Werksklub gewechselt. Und diese Summe wird er nicht einbringen, nach gerade mal 292 Minuten Einsatz und drei Treffern – das wissen alle. Dass der Schweizer, der durch die Nationalmannschaft einen guten, engen Draht zum HSV-Direktor Peter Knäbel pflegt, ist ebenso bekannt wie der Umstand, dass Drmic gern nach Hamburg wechseln und der HSV ihn nehmen würde. „Man beschäftigt sich mit dem Spieler“, bestätigt Knäbel Verhandlungen. „Ich bin froh, dass der Aufsichtsrat die Zeichen gesendet hat, dass wir beweglich sind. Wir müssen aber auch nicht alles machen.“ Soll heißen: Es geht nicht um einen Kauf des Schweizers, sondern auf Leihbasis. Vorerst bis Sommer, am besten mit Kaufoption. Wobei Leverkusen einen Verkauf nicht, dafür aber ein Leihgeschäft bislang ausschließt. Unverändert.

Soll heißen: Der HSV will leihen, Leverkusen nicht. Bayer würde verkaufen, der HSV kann nicht kaufen. Aber, die Idee liegt bei Bayer, Völler und Co. gar nicht so fern, dafür könnte der HSV einen auf Leverkusen machen und im Doppelpass mit dem Spieler ein unwürdiges Szenario entfachen. HC9 lässt grüßen…

Etwas weiter ist der HSV da bei dem als „Wunderkind“ betitelten Polen Krystian Bielik, den halb Europa jagt. Am gestrigen Sonnabend war der 17-Jährige von Legia Warschau in Hamburg. Er schaute sich die Stadt und vor allem das Stadion sowie die Trainingsplätze an und führte Gespräche mit den HSV-verantwortlichen, die ihm einen Wechsel nach Hamburg so schmackhaft wie möglich machten. In England, wo Arsenal Londons Trainer Arsene Wenger sein Interesse an dem 1,89-Meter-Mann bereits öffentlich bestätigt hat, hieß es heute gar, der HSV wäre im Vorteil. Das wiederum glaubt man hier eher nicht. Vor allem nicht angesichts der Tatsache, dass neben Arsenal weitere (finanziell besser gestellte) europäische Topklubs den Youngster haben wollen. Aber wie sagt man so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt.

„Bielik ist unseren Scouts aufgefallen. Das Interesse kann ich bestätigen. Wir wissen auch, dass wir einen großen Konkurrenten haben mit Arsenal London. Es wäre aber toll, wenn sich diese Toptalente zu uns bekennen könnten. Wir sind aufgrund der finanziellen Ressourcen in dem Fall aber erst später konkret geworden. Das ging nicht anders, weil es dann doch schon ein großes Volumen ist, was man für so einen Spieler machen muss. Arsenal hat ihn schon bei sich gehabt – wir jetzt auch. Und ich bin mir sicher, dass noch ein paar andere mitmachen werden.“ Dennoch ist er nicht hoffnungslos. „Aufgrund von der Identifikation des Spielers waren wir ganz mit vorn dabei. Der Spieler hat jetzt die beiden Möglichkeiten vor Augen – wir werden sehen.“

Knäbel ist ruhig, äußert sich bedacht zu potenziellen Kandidaten, weil er weiß, dass viele Spieler die besser dotierten Verträge woanders bekommen können. Immer wieder Namen zu bestätigen, die dann am Ende nicht kommen – das hat nach außen eine schlechte Wirkung. Dennoch greift Knäbel nicht in die unteren Regale. Er geht den steinigen Weg. „Wir müssen etwas kreativer sein als andere, das wissen wir“, sagte er vor einigen Wochen bei seinem Amtsantritt. Und er ergänzte: „Aber der HSV hat einen Namen. Verstecken müssen wir uns definitiv vor niemandem.“ Klingt gut.

Ebenso gut, wie die Bilder aussehen. Aber schaut selbst: https://www.youtube.com/watch?v=dEYarDmdn6I

Die polnische Liga ist zweifellos nicht mit der Deutschen zu vergleichen. Klar. Aber trotz allem erkannt man in diesen kurzen Sequenzen, dass der Junge einen ganz feinen Fuß, richtig gutes Tempo und ein starkes Aufbauspiel hat. Kein Wunder, dass das „polnische Wunderkind“, wie englische Zeitungen ihn nennen, so umworben ist.

Großes Interesse hat der HSV auch weiterhin an Zdravko Kuzmanovic, der weiter als erste Besetzung für das defensive Mittelfeld im Gespräch ist. Zunächst hieß es, im Wechsel für Tolgay Arslan. Der jedoch hat sich weder mit Inter Mailand noch mit einem anderen Klub bislang auf einen Wechsel einigen können und flog mit ins Trainingslager nach Dubai. Ebenso wie Marcell Jansen. „Es gibt kein klares Interesse, das bei uns hinterlegt wurde.“

Dennoch will der HSV Kuzmanovic. Und mich würde interessieren, wie sich das Mittelfeld zusammensetzen würde, wenn Kuzmanovic und Bielik kämen. Gut, Bielik würde sicherlich behutsamer aufgebaut. Aber Kuzmanovic wäre eine Soforthilfe und würde meiner Meinung nach entweder van der Vaart oder Behrami verdrängen. Und da Letztgenannter eigentlich (berechtigt) gesetzt ist – kann es nur van der Vaart treffen. Noch nicht im ersten Spiel gegen Köln, wo Behrami gelbgesperrt ausfällt – aber danach. Oder muss sich der HSV auf dieser Position auch umschauen, weil die Knie-Verletzung Behramis zu schwer einzuschätzen ist? Ich hoffe nicht. Der HSV jedenfalls dementiert das.

Freudig war der Tag heute für Jaroslav Drobny, dessen Vertrag gleich um zwei Jahre bis 2017 verlängerte. Welches Zeichen das für Rene Adler sei? Knäbel lächelt: „Dass wir jetzt auf der Torwartposition richtig gut besetzt sind und beide langfristige Verträge haben.“ Stimmt. Allerdings nicht unbedingt kostengünstig. Und da hat der HSV mächtig Nachholbedarf. Immerhin muss der Gehaltsetat um mehr als zehn Millionen Euro gesenkt werden. Im Sommer laufen 14 Verträge aus – nicht alle werden verlängert. Arslan und Jansen haben wie auch Ilicevic und Nafiu klare Zeichen gesendet bekommen. Weitere werden folgen. „Wir werden das Trainingslager nutzen, um viele Gespräche zu führen“, sagt Knäbel. Er weiß, dass es nicht nur angenehme Gespräche sein werden…

Apropos Knäbel: Auf dem Flughafen war es so laut, dass ich nicht wusste, ob der sehr leise sprechenden Direktor Profifußball überhaupt zu hören ist. Deshalb habe ich leider unmittelbar vor der Thematik Krystian Bielik abgebrochen und mir Notizen gemacht. Dass es am Ende doch funktioniert – gut. Aber ich wollte nichts verpassen. Lars, der ebenfalls vor Ort war, wird uns das komplette Gespräch via Audiodatei im Laufe des Abends hier einstellen. Danke dafür, Lars! Und Euch allen einen schönen Restsonntag!

 

Scholle

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