Archiv für das Tag 'Müller'

Kühne steigt ein – und das Personal-Karussell dreht sich

28. Juli 2014

Reisetage sind stressig. Zumindest dann, wenn man sich parallel um den HSV aktuell kümmern muss. Und vor allem dann, wenn endlich das passiert, worauf man schon lange gewartet hat. Wie heute. Denn heute wurde endlich bestätigt, dass die Gespräche zwischen dem Vorstandsvorsitzenden Dietmar Beiersdorfer und Klaus Michael Kühne zu einem gemeinsamen Vorhaben geführt haben und der Speditionsmilliardär dem HSV die von ihm vor Monaten und Wochen wiederholt angekündigten Millionen zur Verfügung stellen wird. Es soll sich bei dem Darlehen um einen Betrag von nicht ganz 20 Millionen Euro handeln, die für Verstärkungen gebraucht werden. Dafür hatte sich Kühne in den letzten Wochen wiederholt Namen und Konzepte aufzeigen lassen. Der HSV sicherte dem Milliardär im Gegenzug die Option zu, den Betrag zu einem späteren Zeitpunkt in Anteile umzuwandeln.

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Einer dieser Namen ist Matthias Ostrzolek, der nach Möglichkeit noch ins Trainingslager nach Österreich nachreisen soll. Ein weiterer ist Nicolai Müller, dessen Verein Mainz 05 zwar gerade verlauten lässt, man wolle sich sportlich nicht schwächen und könne zu einem Millionen-Angebot auch mal nein sagen. Allerdings bietet der HSV dem Vernehmen nach knapp vier Millionen Euro und Müller wäre 2015 ablösefrei. Insofern wäre der FSV nicht besonders wirtschaftlich, Müller jetzt ohne Vertragsverlängerung zu halten. Sportlich wäre das für den HSV allemal ein sehr guter Transfer, da lege ich mich jetzt schon fest.

Und die Gespräche sollen so weit fortgeschritten sein, dass man sich mit dem Spieler einig ist und letztlich „nur“ noch auf das Okay aus des FSV wartet. Der wiederum ist durch Manager Heidel noch auf der Suche nach Ersatz. Und vor dem wichtigen Euro-League-Quali-Spiel am Donnerstag will Heidel nichts riskieren. Zurecht. Weil er ein Guter ist. Und so gern ich Heidel gleich mit in Hamburg sehen würde, so unwahrscheinlich ist dieser Wunsch, da Heidel in Mainz drei Autohäuser betreibt und als tief verwurzelt zu betrachten ist. Schade.

Aktuell schwirren zig Namen durchs Netz. Innenverteidiger Niklas Moisander (28) von Ajax Amsterdam ebenso wie Blerim Dzemaili (28), der beim SSC Neapel zentrales Mittelfeld spielt. Und es werden in den nächsten Tagen weitere Namen aufkommen, die beim HSV im Gespräch sind. Denn jetzt ist auch der HSV wieder bei den Spielern im Gespräch. Zudem werden in den nächsten Tagen auch Namen von aktuellen HSV-Spielern eine Rolle spielen. So, wie Rafael van der Vaart.

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Der noch amtierende Kapitän war immer wieder mit einem Wechsel in Verbindung gebracht worden. Weil man ihn nach der unglaublich schwachen Rückrunde nicht mehr haben wollte. Und das auch zurecht. „Viel schlechter ging es kaum“, resümierte der Niederländer heute am Gepäckband stehend. „Ich war verletzt, wir haben schlecht gespielt – da passte nicht viel zusammen.“ Krönender Abschluss war das verpassen der WM. Ebenfalls wieder verletzungsbedingt. „Mehr Pech ging nicht.“ Ob van der Vaart seinen 109 Spielen weitere folgen lässt? 130 Länderspiele von van der Saar sind holländischer Rekord. „Ich weiß es nicht. Aber ich fühle mich gut. Und der Rest kommt mit guten Leistungen“, so der Linksfuß, der wirklich richtig gut drauf ist. Körperlich vor allem – den Rest hatte er immer drauf. „Ich habe in der Sommerpause nicht jeden Tag etliche Läufe gemacht – das wäre gelogen. Aber ich habe mich gut vorbereitet, bin sportlich, habe Tennis gespielt und sonst viel gemacht. Und ich bin gesund. Das macht viel aus.“

Stimmt. So viel, dass der Kapitän bei seinem ehemaligen Tottenham-Coach Redknapp wieder auf dem Zettel ist. Der ist inzwischen bei den Queens Park Rangers Trainer – und er will van der Vaart. „Er ist ein großartiger Fußballer, ein großartiger Profi und Torschütze”, lobt ihn Redknapp, Trainer der Queens Park Rangers, in der Zeitung „West Londons Sport. „Er bringt dir zehn bis zwölf Tore pro Saison. Er ist ein interessanter Spieler, der Klasse hat.“ Hoffentlich hat Redknapp Recht und van der Vaart zeigt das – beim HSV. „Ich habe immer gesagt, dass ich gern beim HSV bin. Und wenn ich im Kopf frei bin, dann weiß ich auch, was ich kann. Ich habe mit Didi auch gesprochen und weiß, dass wir sehr ehrlich miteinander umgehen“, so van der Vaart, der einen Wechsel aber nicht ausschließen mag: „Im Fußball passieren Dinge so schnell, von denen Du eben noch dachtest, sie seien ausgeschlossen. Aber im Moment gibt es nichts in diese Richtung zu sagen. Heute kann es so sein, morgen anders. Das ist leider so. Ich bereite mich auf eine Saison mit dem HSV vor und freue mich darauf. Ich glaube, das kann man auch sehen.“

Kann man. Van der Vaart ist wie gesagt gut drauf. Auch im heutigen Trainingsspiel-Marathon war er auffällig. Immer anspielbar, mit guten Ideen, schlauen Pässen und Toren war er viel unterwegs. Nicht wie zuletzt im Dauerlauf, sondern in hohem Tempo mit und ohne Ball. „Die Vorbereitung ist lang und hart. Und diese Läufe mag ich nicht und werde ich nie mögen. Ich finde sie sogar echt scheiße“, lacht der Niederländer, „aber sie helfen.“ Wie bei ihm am deutlichsten zu sehen.

Heute im Training nicht dabei war Pierre Michel Lasogga, der weiterhin mit muskulären Problemen pausiert und im Mannschaftshotel behandelt wurde. Maxi Beister war bei seinem Operateur in Augsburg zur Kontrolle und soll am Dienstag zur Mannschaft stoßen, während Beiersdorfer am Mittwoch in Österreich erwartet wird. Mit Neuen im Gepäck. Zumindest hat sich der HSV die Möglichkeit offenhalten lassen, noch weitere Zimmer im ansonsten gut gebuchten Mannschaftshotel dazu zu buchen. Womit ich den Kreis zum Textanfang schließen will. Für heute.

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Morgen melde ich mich wieder. Dann hoffentlich mit einem (oder mehreren) Video, dem einen oder anderen Neuzugang und Impressionen aus einem sonnigen Trainingslager.

Wäre das schön…

Ich freue mich auf jeden Fall, dass der HSV und Kühne ihre angekündigte Allianz mit Leben füllen und vorantreiben. Aktiv. Dass dabei Spieler auf dem Weg geblieben sind, die dem HSV hätten helfen können – es wäre mir komplett egal, wenn dafür andere kommen, die genauso helfen.

In diesem Sinne, bis morgen!

Scholle

P.S.: Morgen wird um 10 und um 16 Uhr trainiert. In Stegersbach wohlgemerkt…

P.P.S.: Einen dicken Glückwunsch nach Ungarn an unsere U19. Ich habe zwar nur die letzten Minuten und eine Zusammenfassung gesehen – aber das sah schon sehr gut aus. Weiter so!!

P.P.P.S.: Der FC Everton hat Muhamed Besic verpflichtet. Für 4,8 Millionen Euro den Pflegefall, der in Hamburg im Internat mit seiner Selbständigkeit überfordert war. Ich kann nur hoffen, dass der HSV diesen Transfer als weiteren Fingerzeig dafür nimmt, endlich die umfassende Betreuung seiner Jugendlichen ernst zu nehmen und sie auf das Profitum ausreichend vorzubereiten, damit auch wir in Hamburg mal wieder Freude an Eigengewächsen haben. Und weil es gerade gefragt wurde: Der HSV kassiert tatsächlich noch mit. Wie viel konnte ich leider noch nicht in Erfahrung bringen.

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