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0:2 – Olic kann auch kein Wunder bewirken! Am Sonntag soll der Chilene Diaz aus Basel kommen

31. Januar 2015

********************Der HSV wird sich weiter verstärken*********************
Laut Transfermarkt, der Schweizer Zeitung Blick und laut “Scholle” wird der HSV morgen einen Mittelfeldspieler verpflichten. Vom FC Basel soll der Chilene Marcelo Diaz kommen, der aktuelle Nationalspieler (30 Länderspiele) wird sich an diesem Sonntag medizinisch untersuchen lassen und danach einen Vertrag mit dem HSV unterzeichnen, die Laufzeit soll bis Sommer 2015 ausgehandelt worden sein. Diaz ist Mittelfeldspieler, hat für den FC Basel 99 Pflichtspiele bestritten, in denen er 13 Tore erzielte (acht Assits). Die Ablösesumme für den Chilenen soll zwei Millionen betragen – der FC Basel zahlte 2012 angeblich 3,4 Millionen Euro an den Club Universidad de Chile für den 1,66 Meter großen Profi, der seine Stärken in der Defensive haben soll. Er käme wohl in erster Linie als Ersatz für Valon Behrami zum HSV, denn der Schweizer wird wohl doch noch eine längere Zeit ausfallen.
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++Ergänzt um 23.07 Uhr+++++++++++++++++++++++++++++

 

Auf ihrem obligatorischen Gang in den Norden wurden die HSV-Spieler von Pfiffen empfangen. Und schon drehten sie ab, die Herren Profis. Mit einer 0:2-Heimniederlage gegen den Aufsteiger 1. FC Köln ist der HSV ernüchternd und total enttäuschend in das neue Fußball-Jahr gestartet, der Leidensweg im Volkspark geht weiter und wird so schnell auch kein Ende haben. Der HSV spielte wie ein Absteiger, da war kein Schwung, keine Frische und kein Herz erkennbar, erst recht nichts von Leidenschaft. Der HSV stolperte über den Rasen, als hätte er schon aufgegeben. Vor 56 053 Zuschauern war der Sieg der Kölner eindeutig verdient, er hätte sogar höher ausfallen können. Was erschütternd und fast schon dramatisch war: Ivica Olic, der „Wunschstürmer“ der HSV-Führung, konnte in dieser niveauarmen HSV-Mannschaft auch kein Wunder bewirken, er konnte auch niemanden mitreißen. Weil es überall in diesem Team an Qualität mangelt. Jetzt geht es am Mittwoch in Paderborn weiter, der Aufsteiger kam heute in Mainz mit 0:5 unter die Räder – mal sehen, wie sich der HSV dort aus der Affäre ziehen wird. Es wird eng, ganz sicher – bis zum Sommer.


War das eine Freude. Oder besser: eine Vorfreude. Endlich wieder Fußball. Nun gut, für die Zuschauer. Die Spieler ackern ja schon seit Wochen auf diesen Tag hin. Mussten in die Sonne, nach Dubai, um sich auf die Rückrunde vorzubereiten. Jeden Tag Fußball. Oder fast jeden Tag. Da kann einem schon die Freude mal kurzerhand verlorengehen. Viele Fans aber waren erwartungsfroh in den Volkspark gepilgert – und viele tippten auf einen klaren HSV-Sieg. Okay, die Winterpause war lang, da gerät dann eben auch manches in Vergessenheit . . .

 

Und wenn die HSV-Spieler dann an die Hinrunde anknüpfen, dann sieht das eben so aus, wie in diesem ersten Bundesliga-Heimspiel des Jahres 2015 gegen den 1. FC Köln. Der HSV quälte sich mühsam über die ersten 45 Minuten, suchte an allen Ecken und Enden nach einem Konzept – oder nach was auch immer. Nach Erstliga-Fußball sah das immer noch nicht aus. Von Vorfreude natürlich erst recht nicht. Ob die Abstiegsangst lähmt? Man weiß es nicht, man weiß es nicht. Aber irgendetwas muss es ja sein. Köln ging vorne drauf, und dann weiß der HSV ohnehin nicht, was Sache ist. Und wie man einen solchen kniffligen Fall lösen sollte. Ist ja aber auch gemein, einfach vorne drauf zu gehen, darauf hätten die Kölner ruhig mal verzichten können. Aber so spielt das Leben. Selbst bis an den Rhein hat es sich nun schon herumgesprochen, dass der HSV immer dann schon ganz leicht, aber wirklich nur ganz, ganz leicht überfordert ist, wenn er schon in seiner Hälfte attackiert wird.

 

Nee, nee, meine Herren, das sieht (und sah diesmal) nur nach Alt-Herren-Fußball aus, man muss der Wahrheit auch mal eiskalt ins Gesicht schauen dürfen. So geht Bundesliga in jedem Falle nicht. Immer noch nicht. Kommt vielleicht mal, aber im Moment noch nicht. Ganz offensichtlich war ja auch, dass die Kölner immer einen Tick schneller waren. Die No-name-Truppe hat es begriffen, wie Fußball geht – Schnelligkeit ist das Stichwort. Und dazu die nötige Aggressivität.
Nur die erste Halbzeit zum Maßstab genommen, so muss festgehalten werden, dass sich an diesem „HSV 2015“ nichts geändert hat.

 

Und es funktioniert dann erst recht nicht, wenn einige gar nicht richtig mitspielen. Petr Jiracek suchte seine Rolle, ohne sie zu finden. Der Tscheche hing im luftleeren Raum, der Ball lief meistens an ihm vorbei. Mohamed Gouaida fand gar nicht statt, Nicolai Müller war gar nicht zu sehen – und wenn drei Mann schon nur auf der Stelle treten, kannst du nichts gewinnen. Köln machte es vor: Zwei, drei Stationen mit Tempo-Fußball, jawollo, Tempo-Fußball (!), und dann war man am HSV-Strafraum, gelegentlich sogar drin. Und wenn einmal Ujah (16.) und einmal ein anderer Kölner – war es Peszko (?) – die Kugel unter Kontrolle bekommen hätten, dann hätte es auch leicht 0:1 stehen können.

 

Dabei begann der HSV durchaus unternehmungslustig. Mit Neuzugang Ivica Olic schien endlich mehr Leben in der Bude – sprich vorne – zu sein. Und in der neunten Minute hätte es auch 1:0 für den HSV stehen können, als Heiko Westermann nach einem Van-der-Vaart-Freistoß auf das Kölner Tor köpfte, Keeper Horn aber super hielt.

 

Danach aber nur Möglichkeiten für Köln. Wie geschrieben, zweimal wurde frei vor Jaroslav Drobny der Ball vergessen, und in der 24. Minute hätte Ujah eigentlich das Tor machen müssen, aber seinen Schuss aus 13 Metern hielt Drobny bravourös. Zum Glück für den HSV. Sekunden später schickte Trainer Joe Zinnbauer seine Ersatzleute zum Warmmachen – ein Zeichen für die, die auf dem Platz standen – aber verstanden hat es von ihnen kaum einer. Zinnbauer hatte sich übrigens zuerst im blauen Pullover versucht, zog dann aber doch nach 14 Minuten eine dickere Winterjacke an. Er hätte sich sonst wohl auch eine mächtige Erkältung eingefangen . . .

 

Zweimal fiel der HSV in der ersten Halbzeit noch auf: Rafael van der Vaart zog gegen Peszko, der einen Freistoß blockieren wollte, hart durch – das hätte auch Rot sein können, Schiedsrichter Wolfgang Stark war gnädig und gab beiden (!) Gelb. Und dann versuchte sich Nicolai Müller in der 42. Minute mit einem Volleyschuss von der Strafraumgrenze, ungefähr zwölf Meter überweg.
Seitenwechsel.

 

Im zweiten Durchgang ging es mit dem Prinzip Hoffnung weiter. Vieles war nur auf Zufall aufgebaut, einiges ging deshalb daneben, weil es nicht gekonnt ist, und andere Sachen klappen ganz einfach deshalb nicht, weil die meisten in Sachen Schnelligkeit eben nicht erstklassig sind. Wo ist Ivica Olic da nur hereingeraten?

 

Dabei hatte der HSV durchaus noch einige Szenen, in denen so etwas wie Können aufblitze. Ein Van-der-Vaart-Freistoß sah wie einstudiert aus: Der Ball kam auf Westermann, der legte per Kopf auf Ashton Götz auf – der drüber (49.).

 

Das Tor fiel auf der Gegenseite. Westermann spielte einen Fehlpass, Slobodan Rajkovic verlor ein Duell gegen Peszko, der Ball steil auf Risse, Westermann hechelte hinterher und kam nicht ran – und dann sah auch Drobny bei dem Schuss in die kurze Ecke nicht gut aus – Tor. Unfassbar, diese Fehler. Anfängerhafte Fehler. Amateurhafte Fehler. So spielen sie nicht mal in der Zweiten Liga. Das ist Fußball zum Vergessen.

 

Zinnbauer wechselte dann offensiv aus. Zoltan Stieber, der Gewinner der Vorbereitung (!), kam für Nicolai Müller, Petr Jiracek ging, für ihn kam Pierre-Michel Lasogga (71.), und dann kam auch noch Maximilian Beister für Mohamed Gouaida (76.).

 

Das nächste Tor fiel aber auf der Gegenseite. Wie gehabt. Marcell Jansen sah nicht gut aus, Rajkovic sah sehr langsam aus, und diesmal traf Risse ins lange Eck – Tor (78.). Die Entscheidung. Und völlig verdient. Der HSV wollte zwar noch, blieb aber restlos harmlos und enttäuschend. Wo soll das noch enden?

 

Der HSV spielte mit: Drobny; Götz, Djourou, Rajkovic, Jansen; Westermann, Jiracek (71. Lasogga); Müller (58. Stieber), van der Vaart, Gouaida (76. Beister); Olic;

 

Die Einzelkritik:

 

Jaroslav Drobny sah beim ersten Kölner Tor denkbar schlecht aus, den muss er halten. Ansonsten aber okay.

 

Ashton Götz spielte solide, fand nach vorne aber so gut wie nie statt. Sollte er wohl auch nicht, oder?

 

Johan Djourou sah nicht immer souverän aus, war aber hinten noch der beste Mann, weil er viele Sachen (der Kölner) erahnte und bereinigte.

 

Slobodan Rajkovic war eine Halbzeit lang sehr aufmerksam in den Zweikämpfen, beeindruckte durch seine Kopfballstärke – aber zweite Halbzeit war er schlecht. Und in Sachen Spielaufbau ging bei ihm gar nichts!

 

Marcell Jansen spielte mit, ohne groß aufzufallen.

 

Heiko Westermann war eine Halbzeit lang einer der besseren Hamburger, dann baute er stark ab – und leitete die Niederlage ein.

 

Petr Jiracek war nie zu sehen!

 

Nicolai Müller war überhaupt nicht zu sehen, spielte er mit?

 

Rafael van der Vaart wollte, aber was soll er allein bewirken – bei diesen dilettantischen Mitspielern? Mir tut der Mann leid.

 

Mohamed Gouaida war bis zur 76. Minuten ein, es muss leider geschrieben werden, Totalausfall. Und wurde viel zu spät erlöst.

 

Ivica Olic war in Halbzeit eins gut und viel unterwegs, dann tauchte er ab und unter – bestimmt völlig desillusioniert.

 

Zoltan Stieber (ab 58. Min. für Müller) durfte noch mitmachen, aber was sollte er noch machen? Als er kam, lief schon fast alles schief – und dann lief alles nur noch schiefer.

 

Pierre-Michel Lasogga (ab 71. Min. für Jiracek) mischte mit, wollte ganz sicher auch etwas bewirken – aber an diesem Nachmittag ging gar nichts. Immerhin, er zeigte ein, zwei Ansätze, und die waren nicht bei allen erkennbar.

 

Maximilian Beister (ab 76. Min. für Gouaida) durfte seine ersten Bundesliga-Minuten seit einem Jahr schnuppern – er muss sie genossen haben, trotz der Niederlage. Aber das war das einzig Positive für ihn, denn in eine solche Mannschaft hinein zu kommen, das muss ein Albtraum sein.

 

Das war es zunächst vom Rückrunden-Auftakt. Gleich geht es aber weiter, dann sind wir mit „Matz ab live“ zur Stelle und werden über die eben erlebten 90 Minuten im Volkspark sprechen. Zu Gast bei uns sind dann der frühere Nationalspieler Christian Rahn sowie unser „Matz-abber“ „Scorpion“, der Mann mit dem giftigen Stachel, mit dem auch ich schon mehrfach Bekanntschaft machen durfte. „Scholle“ und ich würden uns freuen, wenn er wieder bei uns sein würdet.

 

17.36 Uhr

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