Archiv für das Tag 'Müller'

Son will in die Champions League. Mit dem HSV?

24. April 2013

Milan Badelj ist verletzt. So eine Sch… Ausgerechnet jetzt, wo sich der in meinen Augen eminent wichtige Organisator im Mittelfeld wieder gefangen zu haben schien, musste er mit einer Adduktorenverletzung das Training abbrechen. „Wir haben eine Ultraschall-Untersuchung gemacht und es ist wohl nichts gerissen“, sagt Badelj, ohne Entwarnung geben zu können. Im Gegenteil: „Es fühlt sich aber wie eine Zerrung an. Sollte dem so sein, dürfte Badelj auf Schalke und möglicherweise auch am kommenden Wochenende gegen Wolfsburg ausfallen. Erneuter Nutznießer könnte Dennis Aogo werden. Der hatte gegen Düsseldorf den an Grippe erkrankten Tolgay Arslan ersetzt. Arslan ist inzwischen wieder gesund und gilt als gesetzt – neben Badelj. Sollte dieser ausfallen, rückt Aogo nach. Mal wieder.

Genaueres in Sachen Badelj soll es am morgigen Donnerstag geben. Da soll die verletzte Stelle erneut untersucht, geröntgt und anschließend eine exakte Diagnose gestellt werden. Ergo: Daumen drücken. Zumindest werde ich das machen.

Gleiche gilt für die Personalie der Woche: Heung Min Son. Der Südkoreaner ist heiß umworben – vom HSV und anderen Klubs. Unter anderem, nein: vor allem von Borussia Dortmund. Intern sorgt das für eine Menge Gesprächsstoff, wie Tolgay Arslan bestätigt. Der wieder genesene Mittelfeldspieler, der von Trainer Thorsten Fink bereits seinen Einsatz auf Schalke signalisiert bekommen hatte, sagt: „Ich habe Sonni schon gesagt, dass er ein echtes Problem hätte, wenn er mir plötzlich als Dortmunder gegenübersteht. Dann müste er aufpassen, dass ich ihn nicht mächtig erwische.“ Worte, die im Spaß gemeint aber durchaus einen ernsten Hintergrund haben. Immerhin rechnet man auch beim HSV auf kurze Sicht mit einem Angebot aus Dortmund. Der BVB hat gerade knapp 70 Millionen Euro für seine beiden Topspieler Robert Lewandowski und Mario Götze (dazu könnt Ihr auf unserer neuen Facebookseite https://www.facebook.com/groups/matzabauch ein Video mit Rene Adler sehen) eingenommen und ist auf der Suche nach Ersatz. „Sonni hat nicht gesagt, wie er sich entscheidet“, so Arslan, „aber ich hoffe, dass er sich für uns entscheidet und bleibt.“

Bleiben will auf jeden Fall Rene Adler. Das zumindest sagte der angeblich vom FC Arsenal umgarnte Keeper den Nachwuchsreportern vom Team „SportXperten“. Die Schüler hatten eine Ausschreibung des Hamburger Weg-Projektes gewonnen und befragten heute eine Stunde lang den HSV-Keeper und seinen Pendant vom HSV-Handball, Jogi Bitter. Adler: „Ich habe in Hamburg ein Haus gekauft, habe einen langen Vertrag – das wäre mir zu unentspannt. Ich habe keine Wechselgedanken.“ Eine Ansicht, die Adler in abgewandelter Form kurz zuvor auch Heung Min Son nahelegte – im persönlichen Gespräch. „Natürlich reden wir, Sonni ist sehr wissbegierig, fragt viel“, so Adler. Er habe dem begehrten Jungstar auch einen Tipp für die Zukunft mitgegeben. „Aber der bleibt geheim.“

Genauso wie das Ziel Heung Min Sons, dessen Vertrag 2014 ausläuft. Sollte der Südkoreaner nicht verlängern, wird er verkauft. Darauf legte sich Sportchef Frank Arnesen bereits fest. Stand Und Son ist weiterhin heiß umworben von englischen Klubs sowie der Bundesligakonkurrenz. Allen voran: Borussia Dortmund. Der noch amtierende Deutsche Meister hat durch den Verkauf seiner Top-Spieler Robert Lewandowski sowie Mario Götze gerade rund 70 Millionen Euro generiert – und ist heiß auf Son. „Mich interessiert das noch nicht“, sagt Son und man spürt die Unbehaglichkeit beim Angreifer. Immerhin ist er einer der Hoffnungsträger im Kampf um einen internationalen Startplatz für den HSV. „Ich lasse das meinen Vater und meinen Berater machen. Für mich ist es erst nach der Saison Thema. Bis dahin zählt nur der HSV.“

Worte, die so gesagt oft Abschiede nach sich zogen. Und angesichts des kolportierten Angebotes von rund zehn Millionen Euro seitens der Dortmunder rückt dieser wohl auch näher. Obgleich der HSV finanziell mit seinem Angreifer einig schien. Zuletzt, so hieß es, ging es nur noch um eine von Son geforderte Ausstiegsklausel. Allein es scheint nur die halbe Wahrheit zu sein. Für Son ist auch die sportliche Perspektive entscheidend. Und die ist in Hamburg tabellarisch ebenso offen wie in Sachen Kaderplanung, da noch keine Spieler verkauft werden konnten.
Das soll – zumindest im Fall Son – auch so bleiben. Deswegen wirken derzeit beim HSV fast alle auf das Sturmjuwel ein. Thorsten Fink hatte zuletzt deutlich gemacht, wie sehr er auf Son setzen wolle. Auch Adler und zuletzt Rafael van der Vaart, der öffentlich zum Verbleib in Hamburg riet, bemühen sich. Nur Son selbst weiß nach eigener Aussage noch überhaupt nicht, wie er sich entscheiden soll.

Er will es auch noch gar nicht. Es sei ein schönes Gefühl, umworben zu sein. Aber eben auch Stress. Und: „Es ist anstrengend, aber ich will Ruhe haben, mich konzentrieren“, sagt Son. „Es ist noch nichts entschieden. Wir haben vereinbart, uns nach der Saison zu besprechen und zu entscheiden.“ Ob der internationale Wettbewerb entscheidend sei? „Der HSV ist meine Familie, egal ob Europa League oder nicht. Champions League ist ein Traum, wäre geil, wenn ich das spielen könnte.“ Das wäre mit dem BVB gesichert. Aber auch der HSV hat noch die Chance. Sagt Son. „Wir müssen mindestens Europa League schaffen. Aber es sind auch nur zwei Punkte bis zur Champions League. Deshalb ist es wichtig, dass sich alle auf den HSV konzentrieren. Auch ich.“

Bei allem, was Son heute von sich gab, war ihm anzumerken, dass ihm nicht wohl ist im Moment. So schön das Werben anderer Klubs, so verlockend die Aussicht auf das große Gehalt auch ist – Son belastet das Thema. Daher ist die Frage, ob es gut ist, so lange mit einer Entscheidung zu warten, aus meiner Sicht schnell beantwortet. Und auch der HSV hätte lieber gestern als morgen den Vertrag verlängert. Dass es sich letztlich nur noch um eine kleine Ausstiegsklausel handelt, in der sich beide Parteien noch nicht einig sind – Blödsinn. Das mag ein Punkt sein, aber der Kern liegt in den sich „androhenden“ Angeboten großer Klubs. Und auf dem Weg dahin zögern Son, sein Vater und der Berater alles möglichst weit nach hinten raus.

Ein legitimes Vorgehen, das aber zuletzt für eine lange Schwächephase bei Son gesorgt hatte. Es ist kontraproduktiv. Gerade jetzt in der finalen Phase, wo es verrückterweise noch um einen internationalen Startplatz geht, schwächt sich Son. Mit Ausnahmen, wie in Mainz. Und auch gegen Düsseldorf war Son nicht so schlecht, wie ihn viele machen wollten. Allerdings: er war auch nicht top. Was mich immer wieder die eine Frage stellen lässt: Ist Son ein Talent, das später den ganz großen Durchbruch schafft? Oder sollte der HSV selbst interessiert sein, den Spieler teuer abzugeben. Gerade jetzt, wo man finanziell Probleme hat, würde ein solcher Millionendeal helfen.

Denkt man. Sollte man auch denken.

Dennoch befürchte ich, dass ein Millionentransfer nur zu (zu kleinen) Teilen wieder in die Mannschaft investiert würde. Dafür ist man in der Chefetage – auch wieder nur zu Teilen, wohlgemerkt – zu sehr auf eine schwarze null aus.

Dabei sind Investitionen in die Mannschaft zwingend nötig. In der Innenverteidigung fehlen zwei gute Spieler. Wie wichtig die sein können, haben jüngst Dante und Boateng gegen Barca bewiesen. Beide spielten bärenstark und gaben den Bayern trotz gerade 35 Prozent Ballbesitzes die Sicherheit, das Spiel zu gewinnen. „Wenn die Achse funktioniert, verlierst du selten“, hatte Fink vor kurzem gesagt – und er hat Recht. Aber zu einer wirklich top funktionierenden Achse fehlt (neben Westermann) mindestens ein richtig guter Innenverteidiger und eine IV-Alternative, dazu muss ein Badelj deutlich konstanter sein zweifellos vorhandenes Potenzial abrufen – ebenso wie Rafael van der Vaart. Und sollte Son verkauft werden bliebe „nur“ noch Rudnevs. Ergo: eigentlich auf allen Positionen der so wichtigen „Achse“ fehlt es beim HSV noch an Personal. Teilweise sogar doppelt. Dazu kommt, dass Dennis Diekmeier auf rechts hinten quasi konkurrenzlos ist. Auch hier ist Nachbesserung nötig.

Wobei sich – so fair sollten wir sein – ein Jacopo Sala empfehlen dürfen muss. Zum Beispiel am Sonntag. Da dürfte der Italiener erste Wahl sein als Diekmeier-Ersatz. „Er ist eine Option“, so Fink, der lediglich Zhi Gin Lam als weitere Option sieht. Bruma spielt – wie am Dienstag geschrieben – keine Rolle mehr.

Eine ganz wichtige Rolle für meine Abendplanung spielt – natürlich nur neben meinen Kindern und meiner Frau – heute das Spiel des BVB gegen Real Madrid. Und so sehr ich mich gestern für den Auftritt der Bayern (insbesondere für den von Müller!) begeistern konnte, sollte der BVB aus der Götze-Transfer-Bekanntgabe tatsächlich sichtbare Schäden davontragen – ich würde die Bayern dafür verurteilen. Dass der Deal stattfindet und bekannt wurde ist das Eine. Der Zeitpunkt der Bekanntgabe aber ist das Andere. Der wirkt nicht zufällig. Im Gegenteil, da scheint sich der aktuell von Hoeneß-Geißelungen geplagte FCB einen Deal mit der Berichterstattung erhofft zu haben. Ergo: Gebt ihnen Götze, dann schreiben sie weniger über Hoeneß’ Steuerhinterziehung. Und das wäre nicht nur hochgradig unsportlich sondern auch für den deutschen Fußball schädlich.

In diesem Sinne, ich hoffe, dass der BVB seinen Leistungen im bisherigen Wettbewerb ein weiteres Husarenstück folgen lässt und Real Madrid aus dem Westfalenstadion geschossen wird. So, wie Barca in München. Am besten mit jeweils zwei Treffern von Lewandowski und Götze.

Bis morgen. Da wird um zehn Uhr an der Arena trainiert. Dieter wird Euch davon sowie von der Presserunde mit unserem neuen Kapitän Rafael van der Vaart berichten.

Scholle

0:3 – Bayern zwei Nummern zu groß

3. November 2012

Wunder gibt es immer wieder – aber dann doch nicht so oft, wie man es sich als HSV-Fan erhofft. Gegen Rekordmeister Bayern München ging der HSV nach guten Anfangsminute mit 0:3 unter und konnte mit diesem Resultat noch ganz zufrieden sein. Die Münchner waren für den HSV vor 57 000 Zuschauer in der ausverkauften Arena mindestens zwei Nummern zu groß, was wahrlich keine Schande ist. Der HSV wird seine Punkte woanders holen müssen, nicht gegen diesen bärenstarken FC Bayern – und der HSV wird auch seine Punkte wieder holen. Vielleicht schon am nächsten Sonnabend in Freiburg? Diesmal hat es einfach nicht gepasst, diesmal waren die Bayern die deutlich bessere und reifere Mannschaft. Die Münchner gewannen 57 Prozent aller Zweikämpfe, hatten zum Beispiel eine Passgenauigkeit von 87 Prozent! Hervorragend. Und beim HSV hatten dann doch wohl zu viele junge Spieler zu großen Respekt vor diesem Klasse-Team. Was blieb dem HSV-Fan nach Spielschluss? Trotz allem zu feiern! Und Stadionsprecher Dirk Dröge brachte es vor dem Nach-hause-Weg auf den Punkt: „Hamburg hatte an diesem Abend die besseren Fans.“ Wenigstens ein Treffer!

Es regnete, es goss, es war kalt und ungemütlich – aber die Stimmung in der Arena war trotz allem prächtig. Was heißt prächtig, sie war Weltklasse. Und ich habe zu mir immer wieder gesagt: „Bitte, bitte, lieber Fußball-Gott, lass das 1:0 für Bayern nicht zu früh fallen, damit diese Stimmung noch ein wenig anhält.“ In diesem Punkt war der liebe Fußball-Gott dann ja auch auf meiner Seite . . .

Ganz Hamburg schien aufgeregt, voller Vorfreude, unwahrscheinlich optimistisch und auch unglaublich nervös. Schon Stunden vor dem Anpfiff sagten mir viele Fans: „Man, jetzt müsste es aber auch bald mal losgehen . . .“ Und trotz allem musste bis 18.30 Uhr gewartet werden – begleitet mit einigen überraschenden Resultaten in der Ersten Bundesliga. Was ist da nur los? Außer Bayern scheint jede Mannschaft anfällig zu sein. Schalke in Hoffenheim – ohne Worte.

Aber das nur am Rande. Der HSV begann voller Selbstbewusstsein, legte in den ersten Minuten los wie die Feuerwehr. In den ersten Minuten, wohlgemerkt. Trainer Thorsten Fink hatte viel gewagt und viel riskiert. Rafael van der Vaart begann zentral in vorderster Reihe, links sollten ihm Maximilian Beister assistieren, rechts Heung Min Son. Hinter van der Vaart standen Milan Badelj und Tolgay Arslan, dahinter als dauerrennende „Sechs“ Tomas Rincon. Das schien zunächst aufzugehen, die beiden ersten Offensivaktionen des Spieles gehörten dem HSV. Aber mit zunehmender Spielzeit kamen die Bayern, sie fanden stetig immer besser ins und zu ihrem Spiel – und beim HSV funktionierte die neue Formation immer weniger . . .

An van der Vaart lief das Spiel vorbei, von den Außen kamen keine Offensivaktionen, weil dort das Zauberwort „doppeln“ hieß. Gegen Ribery und Müller mussten in der Defensive immer zwei Mann zur Stelle sein, das erfordert jede Menge Laufarbeit, Aufmerksamkeit – und Kraft. Und deswegen lief alsbald nicht mehr so viel nach vorne beim HSV. Alles das, was von Fink mit einem Hauch Offensive angedacht worden war, blieb weit hinter den Erwartungen des Trainers – und aller Fans.

Und – ganz nebenbei – dann zeigten die Bayern natürlich auch immer mehr, warum sie und keine andere Mannschaft in dieser Saison den Meistertitel holen wird. Dieses FCB-Team ist einfach nur saustark. Daran kann kein Dortmund und kein Schalke mehr klingeln. Und der HSV muss seine Punkte gegen andere Klubs holen. Dass diese Bayern aber nicht nur hervorragenden Fußball spielen können, sondern auch noch die eine oder andere nicht so astreine Sache auf Lager haben, das zeigte sich in zwei Szene vor dem Halbzeitpfiff. Erst trat Mandzukic gegen den flankenden Dennis Diekmeier ganz böse zu, der HSV-Spieler musste behandelt werden. Bevor er das konnte, spielte Torwart Neuer den Abstoß blitzschnell aus dem Strafraum (ohne auf den am Boden liegenden Diekmeier zu achten) – und Übeltäter Mandzukic schlich sich ohne Entschuldigung still und heimlich nach vorne. Die zweite Szene dieser Art: Ribery stürmte auf den HSV-Strafraum zu, spielte den Ball mit der Hand gegen die Hand von Rincon – und forderte wild gestikulierend Freistoß oder gar Elfmeter. Geht es noch?

Spätestens nach einer halben Stunde wusste jeder im Stadion, wohin der Hase laufen wird. Bayern waren am Drücker, erspielten sich viele Chancen. Und schossen folgerichtig auch das Führungstor. Nach einem Eckstoß des HSV wurde ganz Hamburg ausgekontert. Bitter. So etwas sollte eigentlich nicht passieren, passiert aber leider immer wieder. Ribery mit einem Befreiungsschlag, Michael Mancienne und „Maxi“ Beister sind sich nicht einig, wer zum Kopfball gehen soll – Bayerns Müller macht es und bedient so Kross, der auf und davon zieht. Der Nationalspieler umkurvt Rene Adler, kann danach aber nur noch flanken – und tut dieses erstklassig. Schweinsteiger, der bei dieser Kälte (?) mit einer schwarzen Strumpfhose spielte, hechtet in diesen Ball – 0:1 (40.).

Mit Beginn des zweiten Durchgangs hatte Thorsten Fink seine erste (und sicherlich auch gut gemeinte) Aufstellung korrigiert. Zurück zur Stamm-Elf: Artjoms Rudnevs kam wieder rein, und alle anderen Spieler gingen zurück auf ihre Positionen, die sie in den vergangenen Wochen bekleidet hatten; Rincon blieb in der Kabine. Und es begann verheißungsvoll, denn nach Sekunden schoss Beister aus halblinker Position auf das Bayern-Tor – aber Neuer hielt ohne Mühe.

Das nächste Tor fiel auf der Gegenseite. Zunächst hielt Rene Adler noch riesig gegen Mandzukic (das musste schon das 0:2 sein), doch dann folgte ein ganz „freches“ Ding. Ribery bediente Müller, der Jansen kurzerhand stehen ließ und frei vor Adler aufkreuzte. Der HSV-Keeper verkürzte den Winkel, Müller schien links auf der Torauslinie ohne Chance, ein Tor zu machen – aber Müller schoss. Rotzfrech. Und drin das Ding! Damit hatte Adler ganz offensichtlich nicht gerechnet – ich muss gestehen, auch ich habe nie damit kalkuliert, dass Müller von dort noch schießen würde. Aber Frechheit siegt (49.). Mit diesem Tor war das Spiel gelaufen.

Adler verhinderte später gegen Ribery noch das 0:3 (51.), aber dieser Treffer ließ trotz allem nicht lange auf sich warten. Ribery, Ribery, Ribery. Wieder war es Ribery, der Kroos in den HSV-Strafraum schickte. Offenbar rechneten alle Hamburger damit, dass der Nationalspieler den Ball zur Mitte passen würde, aber das ist ja nichts für Kroos. Der „Dr. Hammer“ der Bundesliga aktivierte kurz seinen linken Schlappen und drosch die Kugel brutal und absolut humorlos in die kurze Ecke – 0:3 (53.). Das Ende aller Hamburger Träume.

Danach plätscherte das Spiel dann in aller Ruhe in Richtung Champions League. Für die Bayern. Und der HSV? Die Stimmung blieb prächtig: „Steht auf für den HSV.“ Und: „Hey, hey, hier kommt Hamburg.“ Ganz bestimmt. Auch noch in dieser Saison. Aber diese Bayern waren dann doch noch einmal zwei Nummern zu groß. Schade, aber Realität. Und die ist eben oftmals auch ganz grausam.

Die Einzelkritik:

Rene Adler hielt das, was er halten konnte, und das war eine ganze Menge. Aber alles kann er, der Supermann, natürlich dann doch nicht abwehren. Und wenn ihm nun einige schon wieder die Schuld am 0:2 geben (oder eine Beteiligung sehen), dann muss ich sagen, dass ich ihn daran schuldlos sehe. Das war Pech. Und Müllers Können.

Dennis Diekmeier gab alles, versuchte alles, aber gegen einen Ribery haben schon sooooo viele ganz alt ausgesehen. Das ist keine Schande. Trotzdem noch Note vier.

Michael Mancienne begann sehr gut, stoppte zu Beginn einige Bayern-Angriffe, um dann mit ins Trudeln zu geraten. Trotz allem nicht so schlecht, wie man es bei einem 0:3 vermuten könnte.

Heiko Westermann war der beste Hamburger. Note zwei. Was er lief, ackerte, kämpfte, köpfte – großartig und vorbildlich.

Marcell Jansen hielt seine linke Seite eigentlich ganz gut sauber, aber nach vorne konnte er kaum etwas ausrichten. Später, als Dennis Aogo kam, rückte Jansen eine Position vor – ob das dem ehemaligen Bayern-Spieler schmecken wird? Er hat doch dort eine Chance auf eine Nominierung für die Nationalmannschaft gehofft . . . Mal sehen, wie es da weitergehen wird.

Tomas Rincon lief von Bayer zu Bayer zu Bayer. Unglaublich. Aber so richtig in den Griff bekam er weder einen Gegenspieler noch sein Spiel. Schade. Aber er wird es wohl demnächst noch einmal versuchen dürfen. Hoffentlich.

Tolgay Arslan ging unter, und zwar von Anfang an. Da war wohl doch eine Schippe zuviel Respekt mit im Spiel.

Milan Badelj begann schwach und konnte nie zu seinem Spiel finden er blieb schwach und endete schwach. Note fünf.

Heung Min Son blieb blass. Auch wohl deshalb, weil er kaum Unterstützung hatte.

Maximilian Beister fand nie in dieses Spiel und blieb ohne jede Szene. Note fünf.

Rafael van der Vaart versuchte viel, aber irgendwann sah er wohl ein, dass er allein gegen ein solches Starensemble keine Chance hat. Auf „seiner“ Position in Durchgang zwei trat er auch kaum noch in Erscheinung.

Artjoms Rudnevs kam in er 46. Minute für Rincon und blieb chancenlos und blass.
Dennis Aogo kam in der 58. Minute für Beister und ließ nichts mehr anbrennen – gegen Bayern, die auch nicht mehr so recht wollten, keine Frage.

Mund abputzen, aufstehen und weiter – HSV!

20.34 Uhr

Schweden-Star besteht den Elm-Test – Petric nach Malaga?

26. Juni 2012

Der Spielplan ist raus. Und so spannend es war, auf ihn zu warten, so unspektakulär ist letztlich alles. Auftakt gegen Nürnberg – okay. Das ist ein Spiel, an dem wir uns gleich messen können. Immerhin sollte der FCN ähnliche Ziele wie der HSV in dieser Saison verfolgen. Klassenerhalt möglichst früh sichern und dann schauen, was noch nach oben geht. Anschließend geht es nach Bremen zum Nordderby – schon besser! Frankfurt und Dortmund runden den Auftakt ab. Dass hier im Blog von 18 Punkten nach sechs Spieltagen gesprochen wird, kann ich nicht ernst nehmen. Das ist genau so vermessen, wie es zu pessimistisch sein dürfte, von einem Punkt aus sechs Partien zu sprechen.

Aber okay, ich bin von einer aussagekräftigen Prognose eh noch weit entfernt. Schon zwei, drei Personalien können die gesamte Saisonplanung verändern. Rasmus Elm soll weiter ein ganz heißer Kandidat sein. Der schwedische Nationalspieler weilt derzeit im Urlaub und will sich anschließend entscheiden, für welches Angebot er sich entscheidet. Dem Vernehmen nach – auch wenn sie beim HSV nur bestätigen, den Spieler „auf dem Zettel“ zu haben – hat der HSV namhafte Mitbieter. Unter anderem auch den FC Liverpool, was mich zunächst glauben ließ, das Ding sei entschieden. Allerdings habe ich gestern länger mit einem Kollegen vom schwedischen „Aftonbladet“ gesprochen, der mit Rasmus Elm befreundet ist. Er sagte mir, dass die Sache noch lange nicht klar sei. Immerhin habe sich Elm einst trotz Angebote aus Leverkusen, Liverpool und Spanien für den AZ Alkmaar entschieden, wo er noch heute spielt.

Was mir der schwedische Kollege erzählte, klang sehr gut. Und obwohl mir mein Bauchgefühl sagt, dass ein Schwede – wenn er nicht Ibrahimovic heißt – eher nicht die große Lösung sein kann, was ich von Elm zu hören bekam, klang sehr überzeugend. So soll der schwedische Nationalspieler ein sehr integrer, ehrlicher und ambitionierter Spieler sein, der sich alle Angebote anhört und anschließend persönlich vor Ort begutachtet. Elm überließe nichts dem Zufall, so mein Kollege.

Das klingt gut. der Schweden-Stra hat den Elm-Test bestanden…

Dass der 24-Jährige noch in dieser Woche vorgestellt wird, wie uns gestern erzählt wurde, ist allerdings ausgeschlossen. Zumal die heutige Vorstandssitzung wegen mangelnder Beteiligter (Jarchow und Scheel sind weg, Arnesen hatte Termine) ausfiel, auf der es angeblich um die mögliche Beteiligung Klaus Michael Kühnes gehen sollte. Wobei ich aus ziemlich sicherer Quelle weiß, dass sich der Speditionsmilliardär bereits mit dem Gesamtpaket Elm auseinandergesetzt hat.

Apropos Gesamtpaket: Elm hat noch zwei Brüder, die zufällig auch Fußballprofis sind. Nicht ganz so erfolgreich wie er, aber eben gut. David und Viktor heißen die beiden. Und Letztgenannter spielt beim SC Heerenveen. Auf einer Position, die Arnesen noch immer sucht: im defensiven Mittelfeld….

Aber okay, es werden noch einige Tage der Spekulationen vergehen. „Zwischen Anfang und Ende August rechne ich mit der meisten Bewegung auf dem Transfermarkt“, sagt Arnesen, „da werden wir noch Geduld haben müssen. Bis dahin werden wir uns noch mit etlichen Spielern unterhalten.“

Auch mit Rafael van der Vaart? Passiert nichts – wie in dieser Sommerpause bislang fast durchgehend – dann taucht der Name van der Vaart wieder auf. Logisch! Weil er einer wäre, der dem HSV ganz sicher helfen könnte. Weil seine Frau berufsbedingt in Deutschland lebt. Und weil er der erklärte Liebling von Herrn und Frau Kühne (auch sie verfügt über ausreichend Liebe zum HSV…) ist. Heute äußerte sich van er Vaart via „Bild“, dass ihn das Interesse freue – aber er sagte auch, dass es aktuell keinen Kontakt gibt.

Und so gern ich VdV hier beim HSV sehen würde – es deutet nicht wirklich viel darauf hin. Leider.

Ein „leider“ muss ich auch der Personaldiskussion beim DFB anheften. Da geht es plötzlich darum, ob Müller oder Reus spielen soll. Warum? Warum sollten nicht beide spielen. Müller auf der rechten Seite wie beim FC Bayern und Reus auf links – wie bei Mönchengladbach des Öfteren. Für mich wäre eine Aufstellung mit beiden gegen Italien das Optimum. Ob davor Klose oder Gomez aufläuft ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal. Für mich ist das ein Luxusproblem sondergleichen. Gomez ist ne Torfabrik und Klose spielerisch einer der besten Stürmer Europas. Da kann Löw eigentlich nichts verkehrt machen.

Nicht so, wie es Heynckes gemacht hat, der meiner Meinung nach bei Müller im Laufe der Saison alles falsch gemacht hat. Robben und Ribery auf außen vorzuziehen, okay. Aber Müller dafür zentral spielen zu lassen, ist falsch. Und ich glaube, diese positionelle Inkonstanz ist der Hauptgrund, weshalb mein absoluter Lieblingsspieler in der deutschen Nationalelf (Hummels holt allerdings mächtig auf) bislang nicht die Form hat, die man von dem Weltklasse-Außen gewohnt ist. Und das, obwohl Müller ganz sicher nicht schlecht gespielt hat.

Aber okay – auch wenn ich das eigentlich nie so mache, irgendwie habe ich inzwischen ein Ur-Vertrauen in Löws Entscheidungen. Weil ich glaube, dass er so viele Entscheidungen richtig getroffen hat, dass ihm alle Spieler folgen. Löw besitzt inzwischen sozusagen das Recht au Bauchentscheidungen. Das Kuriose daran: Weil ihm alle folgen, nehmen sie die überraschenden Personalentscheidungen besser an. Was auch immer er macht, alle setzen eine gewisse Sinnhaftigkeit bei Löw voraus und nehmen seine Entscheidungen an. Auch ich. Hätte allerdings ein anderer Trainer die gleichen Entscheidungen verkündet – nehmen wir mal Michael Oenning, der in Hamburg ein ähnliches Problem hatte, als Beispiel – es hätte wahrscheinlich nicht so gut funktioniert. Erarbeitete Autorität nenne ich das. Auch wenn es eigentlich irgendwann nicht mehr logisch ist, es funktioniert. Und da es diesmal bei uns funktioniert, freue ich mich darüber.

Ebenso freue ich mich darüber, dass Mladen Petric offensichtlich einen neuen Verein gefunden hat. Auch wenn ich ihn noch nicht erreichen konnte, verdichten sich die Gerüchte, dass Petric dem spanischen Erstligisten FC Malaga anschließt. Obwohl die mit einem anderen HSV-Stürmer (Ruud van Nistelrooy) nicht die besten Erfahrungen gemacht haben, sollen sich die Südspanier mit unserer ehemaligen Nummer zehn auf einen Dreijahresvertrag geeinigt haben.

Apropos zehn: Tolgay Arslan hatte mir erzählt, dass ihm gesagt worden sei, die Nummer zehn sei bereits vergeben für die neue Saison. Dem ist jedoch nicht so. Die Nummer wird frei gehalten für den fall, dass ein echter Zehner gefunden wird, der diese Nummer haben will. Sollte der Neue gefunden werden, aber nicht die Zehn wollen, soll Rudnevs sie bekommen.

Ansonsten ist es heute mal wieder ruhig beim HSV. Noch. Wobei David Abraham sich mit dem FC Getafe, bei dem er einen Vorvertrag unterschrieben hat, doch noch einigen können soll. Zumindest sieht es sein Berater Renato Cedrola so, der mit Neuigkeiten in den nächsten 14 Tagen rechnet.

Egal, auch das ist noch Spekulation. Ab Montag geht es los beim HSV. Und für alle, die es noch nicht gesehen haben, habe ich ans Ende noch mal den HSV-Spielplan 2012/2013 angehängt. Bis dahin aber gilt: Daumen drücken! Für Arnesens Kaderplanung – aber zunächst für unsere Nationalelf. Wir senden am Donnerstag wieder im Anschluss an das Spiel aus dem Champs. Wer die Gäste sein werden, geben wir Euch vorher bekannt. Ich freue mich jetzt schon auf den Donnerstag! Denn ganz ehrlich: Was hätte ich bitte für einen monstermäßigen Bock darauf, dass wir mal wieder einen richtig großen Titel einfahren. Zumal dann, wenn wir einen so begeisternden Fußball spielen wie im Moment…

In diesem Sinne, bis morgen!
Scholle

Der Spielplan des HSV:

1. 25./26.08.2012 HSV – 1. FC Nürnberg
2. 31.08.-02.09.2012 SV Werder Bremen – HSV
3. 14.-16.09.2012 Eintracht Frankfurt – HSV
4. 21.-23.09.2012 HSV – Borussia Dortmund
5. 25./26.09.2012 Borussia Mönchengladbach – HSV
6. 28.-30.09.2012 HSV – Hannover 96
7. 05.-07.10.2012 SpVgg Greuther Fürth – HSV
8. 19.-21.10.2012 HSV – VfB Stuttgart
9. 26.-28.10.2012 FC Augsburg – HSV
10. 02.-04.11.2012 HSV – FC Bayern München
11. 09.-11.11.2012 SC Freiburg – HSV
12. 17./18.11.2012 HSV – 1. FSV Mainz 05
13. 23.-25.11.2012 Fortuna Düsseldorf – HSV
14. 27./28.11.2012 HSV – FC Schalke 04
15. 30.11.-02.12.2012 VfL Wolfsburg – HSV
16. 07.-09.12.2012 HSV – 1899 Hoffenheim
17. 14.-16.12.2012 Bayer 04 Leverkusen – HSV
18. 18.-20.01.2013 1. FC Nürnberg – HSV
19. 25.-27.01.2013 HSV – SV Werder Bremen
20. 01.-03.02.2013 HSV – Eintracht Frankfurt
21. 09./10.02.2013 Borussia Dortmund – HSV
22. 15.-17.02.2013 HSV – Borussia Mönchengladbach
23. 22.-24.02.2013 Hannover 96 – HSV
24. 01.-03.03.2013 HSV – SpVgg Greuther Fürth
25. 08.-10.03.2013 VfB Stuttgart – HSV
26. 15.-17.03.2013 HSV – FC Augsburg
27. 30./31.03.2013 FC Bayern München – HSV
28. 05.-07.04.2013 HSV – SC Freiburg
29. 12.-14.04.2013 1. FSV Mainz 05 – HSV
30. 19.-21.04.2013 HSV – Fortuna Düsseldorf
31. 26.-28.04.2013 FC Schalke 04 – HSV
32. 03.-05.05.2013 HSV – VfL Wolfsburg
33. Sa. 11.05.2013 1899 Hoffenheim – HSV
34. Sa. 18.05.2013 HSV – Bayer 04 Leverkusen

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