Archiv für das Tag 'Meyer'

Wenn Stark Elfmeter gegeben hätte . . .

20. Juni 2012

„Vielen Dank für das große Interesse, das Sie an den Schiedsrichtern zeigen.“
„Die zwölf Schiedsrichter, die hier sind, gehören zu den Besten in Europa.“
„Sie haben recht, der Ball war hinter der Linie. Es war ein menschlicher Fehler, verursacht durch einen Menschen.“
„Wenn wir jetzt über einzelne Fälle von Schiedsrichterentscheidungen sprechen würden, säßen wir Weihnachten noch hier.“
Aussagen von Uefa-Schiedsrichter-Chef Pierluigi Collina am Mittwoch in Warschau.

Das Interesse an den Schiedsrichtern dürfte spätestens nach England gegen die Ukraine sprunghaft angestiegen sein. Wobei ich die Diskussion um dieses nicht gegebene Tor irgendwie auch unfair finde. Ich habe nämlich damals, als diese Torschiedsrichter eingeführt wurden, gleich gesagt habe, dass es auch mit diesen Herrn, denen ich den Spaß an diesen Dienstreisen durchaus gönne, zu Fehlentscheidungen kommen wird. Ist doch klar. Der Mann sieht diese Szene auch nur einmal. Soll der innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde sagen: „Ja dieser Ball war ganz drin.“ Das kann der doch gar nicht. Ich habe Gerd Gottlob, den ARD-Kommentator bewundert, dass der gleich gerufen hat: „Dieser Ball war drin!“ Ich habe es vermutet, aber erst später, nämlich dann, als die Szene angehalten wurde, gesehen, dass das tatsächlich ein Tor gewesen ist. Künstlerpech.

Was hätten wir wohl alle gesagt, wenn dieser Torrichter auf Tor entschieden hätte, die Kugel aber tatsächlich nur zu einem Dreiviertel und damit nicht im vollen Umfang „drin“ gewesen wäre? Das Fernsehen hätte das bewiesen, ganz sicher – aber der arme Kerl da an der Seite? Der sieht das doch auch nur einmal, wäre aber total zerrissen worden. Obwohl er natürlich nicht mal eine Zeitlupe oder ein Standbild da draußen hat. Ich behaupte, dass nur eine Spielunterbrechung und der Kamerabeweis helfen können. Und so viele strittige Szenen, ob nun Tor oder kein Tor, gibt es zum Glück ja auch nicht. Was also würde es wohl ausmachen, wenn eine solche Szene tatsächlich „draußen“ noch einmal durchleuchtet wird? Das ist doch nur eine (Verletzungs-)Pause mehr. Und es ist ja so: In einem solchen EM-Turnier geht es doch um Millionen, da wäre es doch nur okay, wenn man sich einer solchen professionellen Hilfe bedienen würde. Das würde nicht mal eine Minute kosten. Und das hätten nicht nur die Mannschaften verdient, sondern auch die Fans. Zudem wäre es ein zusätzlicher Nervenkitzel (wie beim Eishockey), und alle wären zufrieden. Alle. Denn alle, Freund und Feind, wüssten, dass das tatsächlich auch ein reguläres Tor gewesen ist. Oder auch nicht.

Und komme mir dabei niemand mit der „Gleichbehandlung“ im Fußball. Dass Profis und Amateure gleich zu behandeln wären, und dass es dann auch Torkameras bei den Amateuren geben müsste. Hirnrissig ist ein solches Argument, denn der Profi-Fußball hat sich heutzutage doch schon sehr weit, meilenweit von den Amateuren abgesetzt – das gibt es inzwischen doch viel zu viele Unterschiede. Und auf diese Unterschiede nimmt schon lange keiner mehr Rücksicht oder prangert sie an. Nein, solche umstrittenen Tor-Szenen sind nur durch eine Kamera zu lösen. Und da das Fernsehen ja jetzt schon auf der „Torlinie“ steht, wie gestern bewiesen, wäre es doch ganz leicht gewesen, auf Tor zu entscheiden. Anstatt dieses Männlein, das sich Torrichter nennt, den Fußball-Fans in aller Welt zum Fraß vorzuwerfen.

Aber das ist natürlich Sache der Uefa oder auch der Fifa. Und da dauert es manchmal . . . Weil die Herren inzwischen schon mein Alter erreicht haben – oder noch viel älter sind.

Das gilt übrigens auch für das Thema „Wolfgang Stark“. Den möchte ich bei der Gelegenheit einmal in Schutz nehmen. Wer mag nur auf die Idee gekommen sein, Stark für ein Spiel Spanien gegen Kroatien anzusetzen? Auch das war hirnrissig. Und zwar total. Was wäre wohl gewesen, wenn Stark diesen Elfmeter gegeben hätte – und Spanien wäre dadurch ausgeschieden? Dann hätte ganz Spanien „gejubelt“: „Ein deutscher Schiedsrichter eliminiert Spanien und macht den Weg frei für Deutschland.“ So wäre es doch gewesen. Nun schreit „nur“ Kroatien auf, aber die unterstellen Stark ja auch nur „Blindheit“, nicht aber Parteilichkeit.
Aber wenn Spanien wegen des Elfmeters hätte nach Hause fahren müssen, dann wären die Deutschen ganz sicher ihr 17. Bundesland losgeworden: Mallorca. Die Insel hätten sie uns deswegen, nur wegen des Elfmeters, hundertprozentig wieder weggenommen. Kurz und schmerzlos und ohne großartig die Bürokratie zu bemühen – einfach nur wech! Deswegen war es eigentlich nur logisch, dass Wolfgang Stark nicht auf Strafstoß entschieden hat.

Wobei ich von dieser ominösen Lippen-Ableserin doch schon mal ganz gerne erfahren hätte, was der „28. Mann“ da draußen an der Seite, nämlich Florian Meyer (er war wohl der Torrichter auf dieser Seite!?) unmittelbar nach diesem Foul an dem Noch-Wolfsburger Mandzukic in sein Mikrofon (in Richtung Wolfgang Stark) gesprochen hat. Hat er nun gesagt: „Du musst nicht pfeifen, Wolfgang, diesen Tritt hättest auch du überlebt, alles ganz harmlos. “ Oder hat er gesagt: „Wenn ich du wäre, würde ich nun auf den Elfmeterpunkt zeigen – aber ich bin ja nicht du.“ Vielleicht verrät es mir Florian Meyer ja später mal, wenn er, der Mann aus Burgdorf, mal wieder in Hamburg angesetzt ist, um ein HSV-Spiel zu pfeifen. Vielleicht.

Apropos Schiedsrichter. Es sind nur zwölf (erste) Herren in Polen und der Ukraine zugegen. Also zwölf Männer, die das Ding auch tatsächlich pfeifen. Bei der nächsten EM müssen es zwangsläufig mehr werden, dann wird die EM ja kräftig aufgestockt. Dann starten 24 Länder – man gönnt sich ja sonst nichts, bei der Uefa. Dann wird aus einer Europameisterschaft, die bislang fußballerisch wertvoller als jede Weltmeisterschaft war, doch eher ein verwässertes Turnier. Aber da bin ich ja wohl der letzte Mensch, der sich darüber (viel zu spät) aufregt. Aber es geht ja auch nicht um den Fußball an sich, sondern viel mehr ums Geld. Ist schon okay. . . Geld regiert die Welt.

Womit ich zur deutschen Mannschaft kommen möchte. Speziell zu Mesut Özil. Ich kann nämlich nicht begreifen, wieso dem ehemaligen Schalker unterstellt wird, bislang eine schlechte EM gespielt zu haben. Er war zwar in den ersten drei Spielen nie so überragend, wie er es aufgrund seiner überragenden Fähigkeiten hätte sein könnte, aber dennoch gehörte er für mich stets zu den besseren deutschen Spielern. Was dieser Mann an und in den Beinen hat, ist unfassbar. Und dazu hat er es auch im Kopf, denn er denkt vor, legt vor, hat viele, viele kluge Ideen. Ich könnte mit dem Özil, so wie er sich bislang präsentiert hat, sehr gut leben, hoffe aber auch darauf, dass er noch „ein wenig explodiert“ – so wie es der Bundestrainer in Aussicht gestellt hat. Wäre aber ganz sicher nicht verkehrt, wenn dazu dann andere noch viel mehr explodieren würden. Wenn das passieren sollte, dann wäre Deutschland tatsächlich ein heißer Kandidat auf den Turniersieg. Aber bevor Özil explodieren „muss“, da sollten sich andere (Podolski, Gomez, Müller, Schweinsteiger . . .) doch schon mal etwas eher aufgerufen fühlen, ebenfalls noch kräftig zuzulegen.

Auch Toni Kroos gehört zu diesem Kreis, der noch zulegen sollte. Der Bayern-Spieler ist ja bekanntlich sauer über seine Reservistenrolle, aber in meinen Augen hat er nicht den geringsten Grund dazu. Im Gegenteil, Kroos sollte eher in sich gehen. Was er beim letzten Test vor dem EM, dem Länderspiel in Leipzig gegen Israel, geboten hat, das war gar nichts. Für mich war er bei diesem Kick der schlechteste deutsche Spieler, und mit einer solchen Leistung bietet man sich als ein Spieler, der „auf der Kippe steht“, nicht gerade an. Aber damit sind wir schon wieder bei dem leidigen Thema Selbstkritik. Ist leider schon lange zu einer Seltenheit verkümmert, wird auch immer mehr zu einer absoluten Seltenheit.

So, zum Abschluss dann etwas, was ich bei dieser EM noch nicht gesehen habe. Und irgendwie kann ich es auch immer noch nicht glauben. War es tatsächlich so? Oder habe ich etwas verpasst? Seitenwahl beim Spiel England gegen die Ukraine. Die beiden Kapitäne begrüßen die Schiedsrichter um den Ungar Kassai. Timoschtschuk gibt den Unparteiischen die Hand, dann auch Gerrard. Die Wahl wird vorgenommen, die Münze fällt, die Seiten werden verteilt und wer Anstoß hat. Dann gibt Gerrard den fünf Schiedsrichtern noch einmal die Hand – aber Timoschtschuk nicht mehr! Er drehte ab und ging. Lag es daran, dass Timoschtschuk nur der „Ersatz-Kapitän“ für Schewtschenko war und es nicht besser kannte? Oder hatte der Bayern-Profi einfach keine Lust mehr auf diese ganze „Schüttelei“? Denn, und das konnte und kann man während dieser EM sehr gut beobachten: Schon in den Katakomben der jeweiligen Stadien geben sich die Kapitäne und die Schiedsrichter schon mal zu Begrüßung die Hände. Auf dem Platz dann noch zweimal – bis auf Timoschtschuk. Endlich einmal bringt einer den Mut auf, sich zu verweigern – und deshalb bekommt er auch garantiert keinen „Tennisarm“.

So, einen kleinen, ganz, ganz kleinen Abstecher zum HSV habe ich auch noch. In dieser Woche wird noch etwas in Sachen Vertragsverlängerung passieren – aber neue Spieler sind noch nicht in Sicht.

Dafür gibt es ein „dickes Millionen-Ding“ von einem Ex-Hamburger:
Änis Ben-Hatira soll laut Medienberichten beim Absteiger Hertha BSC vor dem Absprung stehen. Der Club Baniyas SC aus Abu Dhabi soll dem Stürmer angeblich sechs Millionen Euro für einen Vier-Jahres-Vertrag geboten haben.
Sechs Millionen. Und immer fein die schöne Sonne auf dem lockigen Haar. Wer würde da schon nein sagen (wollen)? Man muss nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

In diesem Sinne, einen fröhlichen und ruhigen EM-freien Feierabend.

18.09 Uhr

Florian Meyer war da

11. Januar 2010

Ob ich schon schreibe? So wurde hier ja schon vor Minuten gefragt. Jetzt erst, so meine Antwort, weil ich einige Stunden des Tages mit den beiden Bundesliga-Schiedsrichtern Michael Weiner und Florian Meyer verbracht habe. Nicht nur ich, da will ich nicht übertreiben, es war eine lange vorher anberaumte Veranstaltung, zu der viele Kollegen aus der Medienbranche nach Hamburg gekommen waren. Das ZDF hatte sogar die Herren Bela Rethy und Wolf-Dieter Poschmann entsandt, dazu auch die Kollegin Claudia Neumann – einen Kurzbericht von dieser Veranstaltung wird es morgen in der Heute-Sendung um 15 Uhr geben.

Mehr als 50 Menschen waren bei eisglatten Straßen gekommen, um den Vortrag der beiden Herren zu erleben. Es war informativ, es war kurzweilig, es war gut. In meinen Augen sogar sehr gut, so etwas könnte es ruhig öfter geben. Es hat allen Spaß bereitet, auch – oder vor allem (?) – den Schiedsrichtern. 42 Punkte hätten sie eigentlich gehabt, die in den vorgegebenen zwei Stunden per Video abgehandelt werden sollten, aber wir schafften in Hamburg nur so um die zwölf, 13 oder 14. Weil die lebhaften Diskussionen Zeit, zuviel Zeit kosteten.

Bei „Matz ab“ habe ich ja schon verlauten lassen, dass ich eigentlich – ohne zu schleimen – ein dicker Freund der Schiedsrichter bin, weil sie den schwersten Job von allen haben. Und ich gab auch zu, dass ich „sehr gut kann“ mit einigen „Schwarzkitteln“, mit ihnen auch per „Du“ bin. Weiner und Meyer kannte ich bislang nicht persönlich, aber sie haben auf mich einen sehr, sehr netten und keineswegs unnahbaren Eindruck gemacht. Da standen zwei Menschen vor uns, die auf ihre Art für mich wie „Kumpeltypen“ wirkten: locker, witzig, sympathisch. Ich gebe zu: Das hat mich besonders bei Michael Weiner überrascht, der auf dem Platz häufig – so sah ich das bislang – sehr knorrig, sehr herrisch, enorm humorlos und irgendwie auch wie ein Mann auftrat, der niemals Fünfe gerade sein lassen würde. Jetzt, bei dieser Veranstaltung in Hamburg, nehme ich alle diese Gedanken zurück, Weiner ist zugänglich, keineswegs arrogant, ein äußerst intelligenter Mann und humorvoll. Ich wurde nach dieser Veranstaltung um ein kurzes Interview mit dem DFB-Fernsehen gebeten und lobte dabei: „Michael Weiner war hier eine glatte Eins.“

Florian Meyer übrigens auch. Obwohl ich ihm vor Wochen, als er HSV gegen Werder pfiff, eine glatte Sechs gegeben hätte. Übrigens habe ich es ihm während der Veranstaltung gesagt, dass ich ihn zwar sehr schätze (Ihr erinnert Euch, ich hatte ihn als den besten deutschen Schiedsrichter angekündigt), dass ich ihn aber nach dem Spiel „vernichtet“ habe. Dazu stehe ich, deshalb war ich hauptsächlich da, ich wollte Flagge zeigen. Und ich denke, dass das auch ganz gut war.

Natürlich kamen wir auch zum HSV. Die erste Szene aus Hamburger Sicht war das Brutalo-Foul des Mainzers Noveski gegen Eljero Elia. Diesen Mörder-Tritt nochmals und nochmals zu sehen, das tat schon mächtig weh. Ein Wunder immer noch, dass da nicht mehr passiert ist. Und es war genau zu sehen, dass der Mainzer niemals die Absicht hatte (und haben konnte), den Ball noch zu treffen. Das ging nur auf die Knochen. Beruhigend ist zu wissen, dass diese Szene auch beim Treffen aller deutschen Spitzen-Schiedsrichter gezeigt wurde, und dass dabei alle, wirklich alle zu dem Schluss gekommen sind: „Das war Rot.“ Weiner bekannte: „Der Manuel Gräfe hat sich enorm geärgert, dass er nicht Rot, sondern nur Gelb gezeigt hat.“

Dann ging es auch zum Werder-Spiel. Die Rot-Szene von Jerome Boateng wurde gezeigt. Die Medien-Vertreter wurden zuvor mit Gelben und Roten Karten ausgestattet, dann sollten wir anzeigen, was wir beim dem Duell Boateng gegen Marin geben würden. Zu meiner großen Überraschung zogen nicht wenige Kollegen Rot. Wirklich Rot! Für mich unfassbar, aber es war so. Weiner zu Meyer: „Florian, du hast alles richtig gemacht . . .“

Hat er wirklich? Es wurde lebhaft diskutiert, ob Boateng Marin überhaupt berührt habe. Meyer hatte es so gesehen. Weiner gab aber auch zu, dass einige Bundesliga-Schiedsrichter beim DFB-Lehrgang (und beim Ansehen dieses Videos) auch nur Gelb gezogen hätten. Meyer sagte aber zu seiner Entscheidung: „Boateng hat Marin einen hundertprozentige Torchance genommen, deswegen gab ich Rot. Bei diesem Foul habe ich auch keinen Ermessungsspielraum mehr gesehen.“ Was für mich außerdem überraschend war: Beide Herren waren sich einig, wie ein elfmeterreifes Foul im Strafraum zu bewerten sein sollte. Florian Meyer: „Wir Schiedsrichter würden es befürworten, wenn es bei einem Elfmeter keine Rote Karte, sondern nur eine Gelbe Karte geben würde, denn die hundertprozentige Torchance, die vorher genommen wurde, gibt es ja durch die Elfmeter ein zweites Mal.“ Das aber hat die Fifa zu entscheiden, und nicht die deutschen Schiedsrichter.

Ich sprach Florian Meyer auch – vor versammelter Mannschaft – auf den Ellenbogenschlag von Pizarro (Werder) gegen Dennis Aogo an. Meyer hatte gepfiffen und einen Freistoß für den HSV verhängt, aber keine Karte gezogen. In meinen Augen aber war das eine Tätlichkeit, und die hätte glatt mit Rot geahndet werden müssen. Florian Meyer dazu: „Ich habe in dieser Szene nicht genau gesehen, was passiert war, denn ich hatte keine klare Sicht auf dieses Duell. Dass aber etwas war, das konnte ich sehen, und deswegen gab ich Freistoß für den HSV. Nur Freistoß, weil ich nicht auf Verdacht eine Karte ziehen wollte.“ Es ehrt ihn, wenn er es zugibt, immerhin redete er sich nicht heraus („War nicht so schlimm . . .“ Oder Ähnliches). Wenn ein Schiedsrichter mal irgendetwas nicht sieht, ist das nur menschlich, wir alle sehen ja meistens deswegen alles, weil ungefähr 40 Kameras im Stadion alles hautnah verfolgen und zeigen können.

Auf die Frage an Florian Meyer, ob es nicht ein Art „Freispruch“ für Boateng gewesen sein, mit nur einem Spiel Sperre, entgegnete der Schiedsrichter: „Es ist mir total egal, wie die Strafe ausfällt, das ist für mich völlig irrelevant. Ich entscheide auf dem Platz, alles andere ist Sache des Kontrollausschusses und des Sportgerichts.“

Interessant, sogar hochinteressant war für mich eine Erkenntnis, die ich zuvor von einem Bundesliga-Schiedsrichter so noch nie gehört hatte. Mindestens zweimal wurde an diesem Tag das Wort „Ermessungsspielraum“ benutzt, den ein Unparteiischer doch schon haben soll. Nachtigall, ick hör dir trapsen“. „Meine“ Schiedsrichter, mit denen ich, wie eingangs geschildert, „gut konnte oder gut kann“, haben mir immer gesagt, sagen noch heute: „Du musst dich mal freimachen von dem Begriff Fingerspitzengefühl. So etwas gibt es im Fußball nicht. Wir haben Regeln, an die wir uns zu halten haben, da ist kein Platz für Fingerspitzengefühl.“

Aha. Und was ist „Ermessungsspielraum“? Ist das nicht gleichzusetzen mit Fingerspitzengefühl? Meyer sagte nämlich gleich zu Beginn der Veranstaltung: „Wenn ein Spiel ganz normal verläuft, ohne besondere Vorkommnisse, ohne dass viel und brutal gefoult wird, dann kann man es auch mal bei einer Ermahnung belassen, wenn es mal ein grobes Foul gegeben hat, das normalerweise eine Gelbe Karte zur Folge gehabt hätte.“ Das ist doch, da kann ein Schiedsrichter sagen was er will, Fingerspitzengefühl, oder? Und genau dieses Fingerspitzengefühl geht vielen Herren dieser Branche doch ab. Leider. Ich habe, als ich zu dieser Veranstaltung fuhr, bei mir gedacht, warum wohl ein Schiedsrichter wie Wolf-Dieter Ahlenfelder noch heute, fast 22 Jahre nach seinem Karriere-Ende (106 Erstliga-Spiele bis 1988) , in aller Munde ist, aber Könner wie Assenmacher, Berg, Föckler, Gabor, Schmidhuber, Pauly und zum Beispiel Weber kaum noch Erwähnung finden? Die Antwort auf dies Frage gab ich mir selbst: Weil Ahlenfelder auch, ja auch (!) mit Fingerspitzengefühl pfiff, und genau das kam bei Spielern und den Fans gut an.

Die Herren Schiedsrichter wollen in Zukunft, ganz nebenbei, härter gegen die „Motzerei“, die von den Trainerbänken kommt, vorgehen. Michael Weiner: „Eine Handbewegung macht schnell Stimmung im Stadion, deswegen ist es gut, dass so etwas schon vom vierten Offiziellen eingedämmt wurde und wird. Trotz allem nahm das zuletzt zu, und es sind jetzt Grenzen erreicht – so geht es nicht weiter. Das verächtliche Abwinken nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung ist ganz furchtbar, zudem auch das kollektive Aufspringen der Bank. Das wird in Zukunft härter geahndet.“

Zum Schluss dieses „Schiedsrichter-Reports“ sagte Weiner noch zum Thema Abseitsstellung: „Da beweist das Fernsehen oft, dass die Assistenten an der Linie falsch lagen. Da wird dann eine gedachte Linie gezogen – und: Abseits. Wir haben aber herausgefunden, dass diese Linie oft willkürlich gezogen wird, nicht selten wird sich dann vom Fernsehen an den Rasenmäherspuren orientiert, und die sind ganz sicher nicht immer gerade.“ Darauf wird also auch zu achten sein.

Ganz kurz noch zum HSV: Frank Rost hat seinen Vertrag nun auch tatsächlich um ein Jahr verlängert, schon aus Belek meldete ich ja, dass der Vertrag nun unterschriftsreif vorliege. Und als mögliche Verstärkung wird ja im Moment der Bayern-Spieler Christian Lell gehandelt. Hier bei „Matz ab“ wird er ja fast schon so vernichtet, ähnlich brutal wie ich es einst Florian Meyer nach dem Werder-Spiel tat. Im Fall Lell tut mir das weh, sage ich offen und ehrlich, denn so schlecht, wie Ihr ihn macht, ist der gute Mann nicht. Ich habe mit Kollegen aus München telefoniert, die sind ebenfalls weit weg von Eurer Meinung. Und ich kann mich erinnern, dass ich einstmals zu einem Doppelpass flog und ich mir fest vorgenommen hatte, Lell verbal in die Nähe der Nationalmannschaft zu rücken. Ernsthaft.

Jetzt müssen wir uns überraschen lassen. Kommt er, kommt er nicht? Kommt er und zeigt uns, dass er es doch kann, dann ist dem HSV geholfen. Kommt er und spielt schlecht, dann ziehe ich vor Euch den Hut. Ihr werdet es dann erleben. Ob es aber so weit kommt, bleibt vorerst abzuwarten, ich habe von einer 50:50-Chance gehört – inoffiziell.

So, nun bin ich auch am Ende, ganz zum Schluss noch vielen Dank, dass Ihr Brisko Schneider korrigiert habt. Dafür hat es aber gedauert (bis in den Montagmorgen hinein!), bis einer von Euch ermittelt hatte, dass Bernd Hoffmann beim NDR-Fernseh-Interview den HSV zurzeit auf Platz FÜNF (!) gesehen und vermutet hat. Diese zwei „Fälle“ verglichen, so finde ich, ist Platz FÜNF ein wenig schwerwiegender. Aber Bernd Hoffmann hat ja auch gesagt, dass er zum Schluss der Saison besser stehen möchte, als jetzt. Also müssen wir doch jetzt von Platz drei und besser ausgehen, oder?

17.43 Uhr

Lieber Florian Meyer . . .

21. Dezember 2009

Lieber Florian Meyer,

das ist ein offener Brief. Jeder Mensch hat mal einen schlechten Tag. Sie, Herr Meyer, haben das am Sonntag aus nächster Nähe gesehen. Die Bremer Prödl, Marin und Hunt haben anfängerhaft hundertprozentige Torchancen vergeben, weil sie  aus vier, fünf Metern das HSV-Tor verfehlt haben. Diese Werder-Profis hatten also eindeutig einen schlechten Tag. Solche Tage gibt es. Und solche Tage kenne ich natürlich auch. Die kennt wohl jeder von uns. Und Sie, Herr Meyer, kennen einen solchen Tag nun auch, wenn Sie nicht vorher schon gelegentlich einen schlechten Tag hatten.  An diesem Sonntag aber hatten Sie ganz sicher einen grottenschlechten Tag. So schlecht, da bin ich ganz ehrlich, habe ich Sie noch nie gesehen. Noch nie. Was war nur los? Sie wirkten so, als würden Sie zum ersten Mal ein Spiel der Ersten Bundesliga pfeifen. So oft daneben wie diesmal lagen Sie und Ihre Herren an den Seiten wohl noch nie.

Ich hoffe sehr, dass Ihnen das auch vom offiziellen Schiedsrichter-Beobachter, wenn ich mich nicht irre, war es der Herr Siegfried Kirschen, deutlich gesagt wurde. Wenn nicht, würde ich, das sage ich ganz offen, die Fußball-Welt nicht mehr verstehen.

Herr Meyer, was war das bitte für eine Rote Karte, die Sie dem HSV-Spieler Jerome Boateng unter die Nase gehalten haben? „Diese Karte war ein Witz“, so hat es Matthias Sammer im Fernsehen ausgedrückt. Und Sammer hat durchaus ein bisschen Ahnung vom Metier. Ich gehe noch weiter als Sammer, ich sage: Diese Karte war ein Skandal. Ein Wahnsinn. Und mit dieser Ansicht stehe ich ganz sicher nicht allein. Nach dem Schlusspfiff gab es viele Menschen, die ob Ihrer Leistung, Herr Meyer, bestürzt und total sauer waren. Ich sah Menschen, die nur noch die Köpfe schüttelten. Wenn solche Roten Karten in Zukunft in der Bundesliga Mode werden würden, dann gute Nacht, lieber deutscher Spitzen-Fußball. Dann muss eigentlich nie wieder eine deutsche Mannschaft auf internationalem Parkett auflaufen, denn dort wird ja nur dann eine Karte (Gelb oder Rot ist egal) verteilt, wenn es einen offenen Bruch gegeben hat. Ich weiß, ich übertreibe, aber ich übertreibe bewusst, denn was ist das bitte für eine Pfeiferei in der Bundesliga, und was in der Champions und Europa League? Das müssen Sie, Herr Meyer, wenn Sie Ihre sonntägliche Leistung von Hamburg ganz nüchtern und objektiv beurteilen, doch zugeben.

Für mich ist es leider auch ein kleiner Skandal, dass nach den Regeln der Fifa jede Rote Karte automatisch eine Sperre nach sich ziehen muss. So war es früher jedenfalls, und mir ist nicht bekannt, dass sich daran etwas geändert hätte. In diesem Punkt sich die alten Herren wohl immer noch einig. Wäre es nicht so, würde ich im Fall Boateng ganz eindeutig auf Freispruch plädieren. Aber das wird (m)ein Wunsch bleiben. Schade eigentlich. Denn Menschen haben ja nicht nur mal einen schlechten Tag, sie können ja auch gelegentlich irren. Und dass das dann von Amts wegen nicht korrigiert werden darf, ist fast schon tragisch zu nennen.

Ich war, das muss ich Ihnen einmal kurz sagen, schon als Spieler (habe es leider nur bis zur Verbandsliga gebracht) und als Trainer (nur zur Landesliga) immer ein Freund der Schiedsrichter. Auf dem Spielfeld hat es zwar mitunter richtig gekracht, da ging es rund, da gab es auch einige lautstarke Auseinandersetzungen, da gab es auch pro Jahr einen Platzverweis – aber nach fast jedem Spiel waren selbst die lautesten Ausfälle vergessen. Da gab es einen versöhnlichen Händedruck, eine kurze und freundschaftliche Aussprache – und dann war es wieder gut. Auch als Berichterstatter habe ich in früheren Jahren kaum über Schiedsrichter geklagt, auch höchst selten etwas Böses geschrieben (Ausnahme Hoyzer). Weil ich der Meinung war, dass auch die Unparteiischen – wie jeder Spieler und Trainer - Fehler machen dürfen, denn sie haben ein besonders schweres Amt – das schwerste wohl überhaupt im Profi-Sport.

Herr Meyer, ich habe mit der Zeit viele Ihrer Kollegen aus der Bundesliga persönlich kennen lernen dürfen, ich habe diese Männer auch stets zu schätzen gewusst. Mit einigen bin ich, ich wollte gerade sagen befreundet, aber das wäre zuviel gesagt, aber wir sind immerhin gut bekannt und per Du. Sie, Herr Meyer, habe ich bislang nicht persönlich kennen gelernt, aber ich schätzte Sie stets aus der Ferne. Sie sind für mich der Gentleman unter den deutschen Schiedsrichtern. Und Sie waren für mich bislang auch der beste Mann, die Nummer eins Ihrer Zunft. Wahrscheinlich sind Sie es auch immer noch, denn einen schlechten Tag kann ja jeder, wie eingangs schon geschrieben, einmal haben. Ich werde morgen, drei Tage vor Heiligabend, darüber ganz genau nachdenken, im Moment aber bin ich immer nur noch fassungslos, was Sie für einen schlechten Tag in Hamburg erwischt haben. Aber daran ist ja jetzt ohnehin nichts mehr zu ändern.

Ich stehe ja mit meinen Eindrücken von Ihrer Spielleitung nicht allein auf weiter Flur. Etliche Kollegen haben sich wesentlich drastischer ausgedrückt, als ich jetzt. Und viele VIP-Fans in der Nordbank-Arena schilderten mir nach dem Spiel ihren Kummer. Es war schon mehr ein Klagen: „Der HSV musste mit zehn Mann gegen zwölf spielen.“ Und: „Der HSV hat in dieser Saison immer das Pech, dass er die schlechtesten Schiedsrichter ertragen muss.“ Ich aber glaube nicht, dass das Pech ist. Ich glaube vielmehr, und das ist jetzt ganz hart für Sie und Ihre Kollegen, dass die deutschen Schiedsrichter im Moment ein kleines (oder auch schon größeres) Leistungstief durchlaufen. Es gibt keinen Hellmut Krug, keinen Markus Merk, keinen Herbert Fandel mehr, und das merkt man. Ganz deutlich sogar. Da ist viel Qualität in Rente geschickt worden.

Ich werde im Jahre 2010 30 Jahre HSV-Reporter sein, habe also schon einige Bundesliga-Begegnungen erleben dürfen. Eine solche Phase an schwachen Schiedsrichter-Leistungen, auch das sage ich ganz ehrlich, habe ich aber noch nie erlebt. Und das halte ich für sehr bedenklich. Läuft da etwas schief? Ich glaube ja. Aber ich weiß nicht, wie man es beheben kann? Stehen die deutschen Schiedsrichter zu sehr unter Druck? Weil es zu viele Fernsehkameras in den Stadien gibt, die jeden Fehler gnadenlos analysieren und entlarven? Oder auch deshalb, weil viele Spieler unter die Schauspieler gegangen sind, weil sie  nicht mehr ehrlich und fair sind, sondern mit allen auch unerlaubten Mitteln den Erfolg wollen, selbst wenn diese Mittel noch so verwerflich sind?

Als ich die Trainer-Lizenz erwarb, musste ich auch den Schiedsrichterschein „machen“. Ich fand sogar Gefallen daran, Spiel zu pfeifen. Und ich habe einmal, schon als Reporter für Amateurspiele, ein Kreisliga-Punktspiel gepfiffen, weil keine Schiedsrichter erschienen waren. Ich stellte bei diesem Spiel einen Spieler der Heimmannschaft vom Platz, die Gäste-Elf gewann 4:1. Und trotzdem erhielt ich Lob vom Verlierer. Es hieß sogar wörtlich: „Sie können nächste Woche wieder kommen und unsere Liga pfeifen, das war okay, sogar sehr okay.“ Ich schreibe Ihnen das, weil ich damit bekräftigen möchte, dass ich eigentlich schon immer ein Herz für Schiedsrichter hatte und immer noch habe. Und das ich Verständnis dafür habe, wie schwer Sie und Ihre Kollegen es in diesen Zeiten voller (Übertragungs-)Technik haben. Dennoch muss ich Ihnen sagen: Als kurz vor Schluss der Bremer Frings den Hamburger Tomas Rincon umtrat, standen Sie, Herr Meyer, drei Meter daneben. Und sahen dennoch nichts. Es war ein klares Foul, aber Sie unterbanden das Spiel nicht. Das war, wie etliche andere Szene, schwach von Ihnen.

Nach einem solchen Spiel  schießt mir  der Gedanke durch den Kopf, dass es sich etliche Schiedsrichter selbst oft sehr schwer machen. Sie Herr Meyer nehme ich einmal davon aus, weil ich eigentlich ein “Fan” von Ihnen bin. Andere Kollegen von Ihnen aber pfeifen teilweise wie Roboter. Eiskalt, ohne jede menschliche Regung. Da ist kein sportliches Miteinander zu erkennen, da läuft alles unnahbar nach Schema F ab. Und? Ist das ein vernünftiges Klima unter Sportlern? Und ist das ein Klima, das die Schiedsrichter haben wollen, das sie so auch schätzen?

Ich behaupte mal nein. Wobei kein Spiel zu einer Plauderstunde ausarten soll, aber öfter einmal ein freundliches, nettes Wort zur richtigen Zeit (!) würde sicher helfen, das Eis auf dem Rasen und damit auch im Stadion zu brechen. Und ich glaube fest daran, dass man so als Schiedsrichter auch bessere Leistungen bringen kann. Wobei ich genau weiß, dass viele Spitzen-Schiedsrichter das bekannte Wort Fingerspitzengefühl ablehnen, doch es gibt einige Herren der Zunft, die sich sehr wohl dieses Wortes bedienen. Ich habe Ihnen, Herr Meyer, dieses Wort auch oft genug unterstellt. Ein Fehler?

Sie, Herr Meyer, waren für mich nie ein Roboter. Sie ließen bei Ihren Spielleitungen meistens auch den Menschen Florian Meyer erkennen – so weit Sie es vertreten konnten. Die Art hob (und hebt) Sie von den meisten Ihrer Kollegen so wohltuend ab. Und ich hoffe auch, dass Sie künftig Ihrer Linie treu bleiben werden, denn sonst würde Deutschland noch einen guten Schiedsrichter weniger haben.

Aber Sie sollten sich Ihr Spiel von Hamburg, die Partie HSV gegen Werder Bremen vom 20. Dezember 2009, auch ruhig noch einige Male anschauen und dann in sich gehen. Und nur für sich, ganz allein für sich befinden, dass das eine Schiedsrichter-Leistung war, die auch Sie ein wenig ins Grübeln bringt. Kommen Sie allerdings nicht zu dieser von mir erhofften Erkenntnis (und Selbstkritik), dann würde ich ernsthaft an meinem Fußball-Verstand (ich sage extra nicht Fachverstand) zweifeln.

Der HSV hat gewonnen. Also Ende gut, alles gut. Aber, Herr Meyer, so denke ich nicht. Sonst würde ich diese Zeilen auch nicht schreiben. Ich habe schon vielen Ihrer Kollegen ein Lob erteilt (erteilen dürfen), selbst dann, wenn der HSV das Spiel verloren hatte. Ich möchte, das war und ist stets mein Bestreben, die Leistung eines Unparteiischen immer fair und objektiv bewerten. Und genau deshalb schreibe ich Ihnen diese Zeilen. Fair und objektiv betrachtet muss ich Ihnen diesmal eine ganz schlechte Leistung attestieren. Was ja durchaus mal passieren kann. Pech war für mich nur, dass ich Sie am Tag vor dem Spiel noch als besten Schiedsrichter Deutschlands angekündigt hatte. Ich schrieb, dass ich gerade deswegen von einer Top-Leistung des 23. Mannes überzeugt bin, weil „der Herr Meyer dieses stets brisante Nordderby pfeift“. Und dann das. Das war Pech. Für mich. Und für Sie.

Für den HSV und Hamburg ist es, wie gesagt, gerade noch einmal gut gegangen, es ging mit einem 2:1-Sieg in die Winterpause. Die Frage ist für mich: Ist es auch für Sie gut gegangen? Ich sehe das als wahrscheinlich an, denn früher hieß es ja schon immer (als ich noch Spieler und Trainer war), dass sich unter den Schiedsrichtern nicht gegenseitig in den Rücken gefallen wird. „Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“, so hieß es unter uns Fußballern. Diesmal allerdings hoffe ich, dass Sie vom früheren DDR-Schiedsrichter Kirschen doch ein wenig „auf dem Pott gesetzt“ wurden, denn da waren doch einige Fehler zuviel mit im Spiel.

Wenn Sie denn aber daraus lernen, Herr Meyer, dann hat sogar ein solcher Auftritt wie der in Hamburg noch seine gute Seite. Ich hoffe es für Sie. Und für die Bundesliga. Und ich drücke Ihnen auch die Daumen, dass Sie in Ihrer bislang schon großartig verlaufenen Karriere noch weiter, noch bis ganz nach oben an die Spitze gelangen. Das hätten Sie als Gentleman der deutschen Schiedsrichter schon verdient. Ganz objektiv gesagt. Und trotz Ihrer Leistung vom Sonntag.

Ein schönes und stressfreies Fest wünsche ich Ihnen. Und für 2010 alles Gute, viel Erfolg – und bleiben Sie gesund.

Mit freundlichen Grüßen,
Dieter Matz vom Hamburger Abendblatt.

(der auch in Zukunft ein Freund der Schiedsrichter sein möchte – wenn sie ihn nach einem solchen Brief dann immer noch lassen)

PS: Geschrieben in der Nacht von Sonntag auf Montag, 1.58 Uhr. Weil immer noch an dieses Spiel und diese Leistung denkend

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