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Van Marwijks schwerstes Spiel – und ein drittes Reform-Modell

31. Oktober 2013

Bert van Marwijk hatte zwar in der vergangenen Woche angedeutet, dass man doch lieber auf die Pressekonferenzen am Donnerstag verzichten solle, aber dieser Vorschlag wurde heute – zum Glück – nicht umgesetzt. Der Niederländer saß auf dem Podium und erklärte, dass er selbst ganz gespannt ist auf die Partie am Sonnabend gegen Borussia Mönchengladbach. „Jetzt haben wir einen schweren Gegner – eine der besten Mannschaften in der Bundesliga. Ich habe die Analyse gesehen, und mit Leuten gesprochen über ihr letztes Spiel gegen Frankfurt (4:1). Sie haben gute Form und einen sehr guten Kader. Ich bin auch gespannt, wo wir stehen im Moment. Gladbach ist ein Team mit höherem Niveau, und dann bin ich gespannt, wie wir darauf reagieren.“ Nach Frankfurt, Nürnberg und Freiburg, drei Mannschaften aus dem unteren Bereich der Tabelle, den so etwa mittelklassigen Stuttgartern nun also der erste Härtetest für den „neuen“ HSV unter Bert van Marwijk.


Hier treffen zwei Teams aufeinander, deren Stärken jeweils in der Offensive liegen. Sowohl die Hamburger als auch die Gladbacher haben schon 23 Tore geschossen. Ob es wieder ein Torfestival gibt, lässt sich nicht vorhersagen. Aber Bert van Marwijk ist doch inzwischen so selbstbewusst, einen Einbruch seines Teams auszuschließen: „Wir haben jetzt eine Organisation, auf die wir zurückgreifen können. Auch wenn wir keine Form haben, können wir ein bestimmtes Niveau halten. Diese Ruhe müssen die Spieler bekommen und dieses Vertrauen. Das war der Fall gegen Freiburg: kein hohes Niveau, aber trotzdem das Spiel gewonnen.“ Sicher stehen auch ohne einen Sturmlauf nach vorn – so lässt sich diese Einschätzung van Marwijks vielleicht am ehesten zusammenfassen.

Personell wird sich gegenüber dem 3:0 in Freiburg beim HSV vermutlich nicht viel verändern. Lasse Sobiech, der schon in diesem Spiel die Rolle des verletzten Johan Djourou eingenommen hatte, steht erneut als erste Alternative in der Innenverteidigung bereit.

Stets ein Thema in den vergangenen Wochen – so auch heute: die Zukunft von Pierre Michel Lasogga. Angesprochen auf ein mögliches Interesse von Borussia Dortmund an dem erfolgreichen Leihstürmer, gab sich van Marwijk erwartungsgemäß zurückhaltend. „Das ist alles viel zu früh. Pierre hat sechs Tore geschossen, aber Rafa auch. Am Ende werden die Preise verteilt. Ein Torjäger steht natürlich im Mittelpunkt, wenn er viele Tore schießt. Aber wir müssen das nicht übertreiben und er muss auch ruhig bleiben.“ Denn Tempo wird in die Personalie sowieso kommen. Spätestens im Frühjahr, und von allein, wenn Lasogga seinen Toreschnitt annähernd beibehält.

Nach der Devise: jedes Mal eine private Frage, gab es auch diesmal ein persönliches Detail des 61 Jahre alten Niederländers. Der Kollege Thorsten Vorbau vom NDR Hamburg Journal wollte wissen, warum van Marwijk in Hamburg das Hotel einem eigenen Haus vorziehe. „Für mich ist es wichtig, mich wohlzufühlen. Es ist eigentlich unwichtig, ob es in einem Hotel oder in einem Haus ist. Ich fühle mich hier immer besser. Wenn es ein Hotel ist, ist es ein Hotel. Im Moment gefällt es mir“, antwortete van Marwijk. Abwehrspieler Heiko Westermann, der heute ebenfalls in der Pressekonferenz saß, machte den Trainer verantwortlich für den aktuellen Aufschwung. „Ich denke einfach, dass er uns als Mannschaft und dem gesamten Verein gut tut. Es ist verdammt wenig Unruhe. Es ist Ruhe eingekehrt – endlich mal. Das merkt man auf dem Trainingsplatz und in der Stadt. Seit ich hier bin, ist das noch nie so gewesen. Aber so muss es sein.“

Was sagt van Marwijk zu so viel Lob? Logisch – es lässt ihn kalt, so viel wissen wir inzwischen von dem wenig extrovertierten Coach: „Ich habe nie Angst gehabt vor Unruhe. Wenn man nicht zufrieden ist, höre ich das, und ich gehe wieder nach Hause. Das liegt an der ganzen Ausstrahlung von allen. Die Sachen um den Verein herum interessieren mich nicht.“

Mit den Sachen „um den Verein herum“ meint van Marwijk vielleicht die Strukturdebatte, die heute um eine Facette reicher geworden ist. Nach „HSVplus“ und „Zukunft mit Tradition“ gibt es nun die „HSV-Reform“. 85 Personen, die man der Fan- und Supporters-Szene zuordnen kann, haben ihre Vorschläge zu einer vergleichsweise moderaten Veränderung der Vereins-Strukturen veröffentlicht. Im Einzelnen ist alles unter www.hsv-reform.de nachzulesen. Zu den prominentesten Unterstützern gehören drei aktuelle Aufsichtsräte (Manfred Ertel, Uli Klüver, Björn Floberg), drei Supporters-Spitzen (Christian Bieberstein, Christian Reichert, Sebastian Rohmann), zwei Chosen-Few-Vorreiter (Jojo Liebnau, Philipp Markhardt) sowie zahlreiche weitere Fan-Club-Mitglieder.

Keine Ausgliederung, keine Investoren. Das steht für die Gruppe ganz weit oben in ihrer Präambel. „Wir gehen davon aus, dass in erster Linie nicht die Rechtsform, sondern die Qualität der handelnden Personen und der Abläufe zum Erfolg führen. In diesem Sinne ist es richtig, dass unsere Vereinsstruktur in konkreten Punkten verbessert werden muss.“

Auch die vier Kernvorschläge der „HSV-Reform“ möchte ich hier (in einer Mischung aus Zitat und eigenen Ergänzungen) wiedergeben:

Der Aufsichtsrat soll verschlankt werden auf acht Personen und die Möglichkeit bekommen, sich durch externe Kompetenz aus Wirtschaft, Sport und Gesellschaft zu verstärken (also zwei Delegierte wie bisher, vier von der Mitgliederversammlung Gewählte, zwei extern Hinzugezogene).

Der Vorstand soll mehr Freiheiten und mehr Verantwortung bekommen und künftig ein Transferbudget bekommen, das sich an einer Dreijahresplanung orientiert. Außerdem soll die Grenze der Abstimmungspflicht im Aufsichtsrat von 500.000 auf zwei Millionen Euro erhöht werden.

Der Ehrenrat soll proaktiver handeln können und bei der Sanktionierung von Fehlverhalten von Aufsichtsräten eine größere Bedeutung bekommen.

Zwei Beiräte, ein Wirtschafts- und ein Sportbeirat, können künftig bei Bedarf zusätzliche Kompetenz und neue Netzwerke für den Verein erschließen.

Im Wesentlichen handelt es sich also bei diesem Reformvorschlag um den Versuch, mit Verbesserungen der bestehenden Satzung nach vorn zu kommen. Und nicht wie bei dem Modell von Jürgen Hunke „Zukunft mit Tradition“, den Profi-Fußballbereich zu entkoppeln. Und erst recht nicht wie bei „HSVplus“ von Otto Rieckhoff u.a., eine eigene Fußball-AG zu schaffen.

Sicher sind inhaltlich jetzt alle Farben möglicher Veränderungen auf dem Tisch. Was wird das für eine Versammlung am 19. Januar! Reicht dafür, also auch für den zu erwartenden Ansturm der Mitglieder, eigentlich der größte CCH-Saal aus? Etwa 5.900 Personen dürfen dort hinein. Größer ist in Hamburg nur die O2-World. Und dort ist an diesem Tag bislang ein Spiel der Hamburg Freezers angesetzt. HSV-Vorstand Oliver Scheel, der die Versammlung organisiert, ist um seine Arbeit diesbezüglich nicht zu beneiden…

Es ist aktuell ziemlich schwierig, sich ein Bild zu verschaffen, welches Modell eine Dreiviertel-Mehrheit erhalten könnte. Mein Eindruck war bisher, dass „HSVplus“ eine große Anhängerschaft genießt. Ich bin gespannt, wie sich die „HSV-Reform“ nun ausdrückt. Klar scheint mir heute nur eins: Es geht nach wie vor eine Spaltung durch diesen Verein. Zu unterschiedlich stehen sich die Modelle gegenüber. Wo genau der Schnitt liegt, 50:50 oder 90:10 oder wo auch immer, wird sich zeigen. Aber der Riss ist da, nach wie vor. Was passiert eigentlich am Ende, wenn zum Beispiel nur noch zwei Modelle um die Dreiviertelmehrheit konkurrieren und ein 60:40-Ergebnis herauskommt? Stehen sich dann auf Dauer zwei Lager unversöhnlich gegenüber, und bleibt der Verein dann in seinen aktuellen, offenbar von allen ungeliebten Strukturen stecken wie ein Karren im Sumpf?

Zurück zum Fußball, denn auch eine gute sportliche Situation könnte die Atmosphäre auf der Mitgliederversammlung im Januar beeinflussen. „Das Spiel gegen Mönchengladbach ist ausverkauft“, sagte Heiko Westermann. „Das zeigt, dass auch die Fans unsere Fortschritte erkennen. Ich freue mich sehr darüber.“ Die Gäste müssen in Hamburg übrigens auf einige Stammspieler verzichten: Innenverteidiger Roel Brouwers (Muskelfaserriss) fehlt ebenso wie Kapitän Filip Daems (muskuläre Probleme im Rücken- und Hüftbereich), Alvaro Dominguez (Schlüsselbeinbruch) und Havard Nordtveit (Knochenödem am Sprunggelenk). Martin Stranzl kehrt dafür nach seiner Gelb-Rot-Sperre zurück.

Morgen beobachtet Scholle für Euch das Training um 15.30 Uhr.

Ein schöner Gruß, und heute immer genügend Süßigkeiten bereit halten!
Lars

Adlers außergewöhnliche Rückkehr

12. Dezember 2012

Er sah müde aus, ließ sich davon aber nichts anmerken. Im Gegenteil, Rene Adler wurde noch immer nicht müde, den Brasilien-Trip samt seiner Strapazen zu loben. „Für die Mannschaft war das einfach eine gute Reise“, so der Keeper, der am Sonnabend das erste Mal auf seinen ehemaligen Arbeitgeber Bayer Leverkusen trifft. Zumal die Mannschaft auch eineinhalb Tage frei hatte. „Wir haben dort ein seriöses Spiel abgeliefert und uns den Umständen entsprechend gut verkauft. Und wir haben den Trip für uns als Mannschaft genutzt, haben an den eineinhalb freien Tagen die Seele baumeln lassen und die Zeit für Gespräche genutzt.“ Teambuilding auf brasilianische Art. „35 Grad statt Minus fünf – das ist schon eine heftige Umstellung“, sagt Adler, der dennoch keinerlei Probleme für das Spiel am Sonnabend sieht: „Nein, die Reise kann keine Ausrede sein, selbst wenn wir verlieren. Wir sind jung genug, das wegzustecken. Wir werden unsren Positivtrend fortsetzen.“ Denn wenn eines auf der Reise klar wurde, dann, dass alle Spieler heiß sind auf das letzte Spiel 2012. „Wir wissen, dass wir einen guten Lauf haben. Wir alle wollen eine Hinserie, die schlecht begonnen hat, unbedingt positiv beenden.“

Ihn persönlich dürfte ein Erfolg an alter Wirkungsstätte besonders freuen. „Natürlich ist das ein ganz besonderes Spiel für mich“, sagt Adler, „immerhin habe ich dort die meiste Zeit meiner Karriere verbracht. Leverkusen war ein schönes Kapitel und ich weiß auch, was ich Bayer zu verdanken habe.“ Dennoch sei er Profi genug, diese Emotionen für 90 Minuten hintenanzustellen. Adler: „Absolut! Ich werde wie immer eine gesunde Anspannung haben. Die ist gut. Die brauche ich“, sagt Adler, „denn die ist wichtig für mein Aktionspotenzial.“ Soll heißen: Anspannung = Motivation. Klingt gut. Zumal direkt danach Weihnachtsferien für die Spieler sind. Wobei genau dieser Gedanke auch die größte Gefahr darstellt. Sofern man sich schon zu früh im Urlaub wähnt.

Wobei ich mir diesbezüglich bei Adler mal gar keine Sorgen mache. Der momentan beste deutsche Torwart wird die Mannschaft eher zu heiß machen, gilt er doch als sehr verbissen. In der Sport Bild von heute ist ein Artikel mit dem HSV-Keeper, in dem auch dessen Zeugnis für die Übergangszeit vom Jugendlichen zum Profi abgedruckt wurde. Und darin hat ihm sein Förderer, Torwarttrainer und Freund in den höchsten Tönen gelobt sowie ihm unbändigen Fleiß und hohe Selbstkritik attestiert. Alles Dinge, die auch heute noch gelten.

Seit heut ist auch beschlossen, dass das Sicherheitspaket ab 2013/2014 umgesetzt wird. Und obwohl es sicherlich einige kleinere Mängel in diesem Sicherheitspapier gibt, ist es eine grundsätzlich positive Entscheidung, wie ich finde. Seitens des DFB heiß es:

„Mit großer Geschlossenheit haben die 36 Profi-Clubs heute im Rahmen
der Mitgliederversammlung des Ligaverbandes ein umfangreiches
Maßnahmenpaket für mehr Sicherheit im Fußball verabschiedet. Nach
intensiver Analyse und Diskussion wurden alle 16 vom Vorstand des
Ligaverbandes vorgeschlagenen Anträge inklusive einiger
Modifikationen mit jeweils deutlich größeren Mehrheiten als
erforderlich angenommen.“

Ein gutes Zeichen. Zumindest war die Entscheidung für mich angesichts der Entwicklungen in den Stadien zuletzt alternativlos. Und obwohl ich mir sicher bin, dass die Entscheidung in den nächsten Wochen noch für eine Menge Ärger sorgen wird und tausende Fans weiterhin protestieren werden, glaube ich daran, dass es auf Sicht für mehr Sicherheit und letztlich auch Verständnis aller sorgen wird.

Carl Jarchow dazu: „Dem überwiegenden Anteil der 16 Einzelanträge haben wir inhaltlich aus Überzeugung zugestimmt. Allerdings hatten wir den Antrag auf eine Vertagung zur Abstimmung bezüglich des Sicherheitskonzeptes gestellt, der aber mehrheitlich abgelehnt wurde. Aus unserer Sicht ist es bedauerlich, dass wir es nicht geschafft haben, mehr Zeit zu gewinnen, um im Dialog mit den Fans für mehr Vertrauen in und Verständnis für das Sicherheitskonzept zu werben.“ Dieser Vorschlag wurde übrigens wenig überraschend deutlich mit 31:5 Stimmen abgelehnt. Trotzdem zeigte sich Jojo Liebnau von den “Chosen Few” enttäuscht. „Ich muss schon sagen, dass ich enttäuscht von der DFL bin. Sie haben die Chance verpasst, den Fans zu signalisieren, dass sie ernst genommen werden. Das Prozedere, alle Anträge durchzuwinken und anschließend bekanntzugeben, die Umsetzung mit den Fans im Dialog zu besprechen, klingt schon absurd.“

Zumindest klingt sie auf den ersten Blick widersprüchlich. Aber wie einige Blogger auch war ich bei dem Fantreffen zum Sicherheitspapier anwesend. Eine unsäglich langweilige Veranstaltung, was zum einen dem Thema zum anderen aber der Beteiligung von gerade mal 42 Leuten geschuldet war (inklusive Journalisten und Vorstand Scheel). Schon auf dieser Veranstaltung war herauszuhören, dass es den Kritikern vor allem darum ging, die Einflussnahme des DFB und der DFL auf die Verein nicht zu groß werden zu lassen. Philipp Markhardt, Sprecher der Organisation „ProFans“ wertete die Entscheidung als „absolut negativ“ und kündigte weitere Proteste an. „Wir machen uns nicht zum Büttel von Herrn Rauball“, sagte Markhardt. Die Fans fürchten trotz einer Entschärfung an wesentlichen Stellen des Papiers Repressalien wie Ganzkörperkontrollen etc. Eine Befürchtung, die Rauball zu nehmen versucht: „Wir können allen Fans versichern, dass die Fankultur nicht gefährdet wird.“

Worte, denen jetzt Taten folgen müssen. Denn wenn diese Diskussion eine klare Nachricht hervorgebracht hat, dann wirklich die, dass sich Liga und Fans deutlich besser austauschen und versuchen müssen, gemeinsam zu arbeiten. Wenn das gelingt, ist allen geholfen. Dann werden auch die Liebnaus und Markhardts dieser Welt wie alle anderen auch den 12.12.2012 als positiven Wendepunkt betrachten. Zumindest ist das meine Hoffnung.

Apropos Hoffnung. Die habe ich auch in Sachen Leverkusen-Spiel. Immerhin konnte die Mannschaft heute auf einem trotz Rasenheizung leicht gefrorenen Untergrund ordentlich trainieren. Und man merkte eigentlich niemandem Müdigkeit an, bei den lustigen Kreis-, Pass- und Fangspielen. Trainer Thorsten Fink setzte heute auf „leichte Trainingskost“, um es mal so zu formulieren, wobei Adler schon vorher gesagt hatte: „Die sind alle heiß, das habe ich schon beim Waldlauf nach unserer Landung am Dienstag gespürt. Da hat keiner gemurrt.“ Wäre ja auch noch schöner…

In diesem Sinne, in Leverkusen wurde nur eines der letzten fünf Spiele verloren. Das macht doch Hoffnung auf einen guten Hinrundenausklang. „Leverkusen ist eine Top-Mannschaft“, warnt Adler und findet auch gleich die Angriffsfläche: „Sie haben Bayern München geschlagen und stehen zurecht oben – aber sie haben genauso gezeigt, dass sie ab und zu schwächeln.“ Wie zum Beispiel zum Hinrundenende 2012/2013…

Ich hoffe es jedenfalls, nachdem seit heute klar ist, dass sowohl Maxi Beister als auch Milan Badelj mit in die hoffentlich pyrofreie BayArena reisen können. Rafael van der Vaart hingegen fällt wie erwartet weiterhin aus.

Bis morgen! Dann wird das letzte Mal öffentlich trainiert im Jahr 2012. Und zwar um 15 Uhr an der Imtech-Arena.

Scholle

Turbulenzen in der Luft – und im Volkspark

11. Dezember 2012

Hamburg hat sie wieder – die HSV-Profis. Um 7.23 Uhr am frühen Dienstag ist die HSV-Mannschaft in Fuhlsbüttel aufgeschlagen – mit leichter Verspätung. Weil es schon in Brasilien mit einer Stunde später losging. Eine Halbe Stunde wurde bis zur Zwischenlandung in Dakar aufgeholt, zum guten Schluss waren es dann noch 23 Minuten. Schwamm drüber. Der HSV hat mit diesem Kurz-Trip Geld gemacht, und er hat mit seiner B-Mannschaft auch gut gegen Gremio Porto Alegre ausgesehen – trotz der 1:2-Niederlage. Und nun geht es mit der A-Mannschaft am Sonnabend gegen und in Leverkusen weiter. Der Jahresabschluss. Ein ganz besonderer für Rene Adler, der seinen Ziehvater, Rüdiger Vollborn, den ehemaligen Bayer-Keeper, wieder sehen wird. Und nicht nur ihn, Und alle werden sie in der BayArena sehen, wie super sich der HSV-Schlussmann wieder entwickelt hat. Ich muss dabei immer noch an das Lob denken, dass der ehemalige Aufsichtsrat des HSV, Frank Mackerodt, bei „Matz ab live“ über Adler gesagt hat: „Er hat uns in dieser Hinserie mindestens schon acht Punkte geholt und gerettet.“ Stimmt. Mindestens acht. Und damit kann er in Leverkusen gerne weitermachen. Noch einmal drei – das wäre ein prächtiger Jahresabschluss.

Um noch einmal kurz auf die Rückreise von Porto Alegre zu kommen. Es gab nach der Zwischenlandung (und dem Auftanken) in Dakar das Startzeichen zum Schlafen (von Mannschaftsarzt Philip Catala-Lehnen angeordnet), doch daraus wurde bei einigen Spielern nichts – denn es gab doch einige kleinere (gelegentlich auch größere) Turbulenzen.

Die gab es heute auch noch im Volkspark – aber dazu komme ich gleich noch. Erst einmal noch zu zwei nicht unwichtigen Personalien. Milan Badelj, der sich im Spiel gegen Hoffenheim eine leichte Muskelverhärtung eingefangen hatte, hat heute im Volkspark mit Reha-Trainer Markus Günther gearbeitet, und so wie es zurzeit aussieht (also Stand jetzt!), wird der „Ordnungsdienst“ im HSV-Mittelfeld am Sonnabend in Leverkusen aufdribbeln können. Was ja nicht ganz so unwichtig wäre. Und dann noch zu Maximilian Beister. Er ist heiß. Dafür haben wohl auch – oder vor allem – seine ersten beiden Bundesliga-Tore gesorgt. „Maxi“ will, aber bevor er darf, hat Trainer Thorsten Fink gesagt, wird es noch einen Vier-Augen-Unterhaltung zwischen dem Coach und dem Angreifer geben. Fink will wissen, ob es auch tatsächlich geht. Nicht dass Beister aus falschem Ehrgeiz zu viel riskiert und die Verletzung (ein leichter Muskelfaserriss) dann erst recht und viel schlimmer aufreißt.

Und nun zu den heutigen Turbulenzen beim HSV. Stichwort „Viagogo“. Für viele HSV-Fans ein rotes Tuch, das sich jetzt aber wohl erledigt hat. Man trennt sich. Nicht im beiderseitigen Einvernehmen, wie es sonst immer so schön (und in die falsche Richtung deutend) heißt, sondern im Streit. Es soll sogar noch Ärger folgen, es könnte noch ein gerichtliches Nachspiel haben – diese Vernunfts-Ehe. Der HSV erklärte die heutige Trennung mit den folgenden Sätzen:

Nach intensiven Gesprächen mit der Mitgliedschaft kündigt der HSV den Vertrag mit Viagogo zum 31. Juli 2013 und erhöht die Dauerkartenpreise zur Saison 2013/14.
Der Vorstand des Hamburger Sport-Vereins wird das in der Mitgliedschaft umstrittene Vertragsverhältnis mit der Ticketbörse Viagogo zum nächstmöglichen Zeitpunkt am 31. Juli 2013 beenden. „Es war wichtig, zu diesem Thema den Dialog mit Vertretern der Mitgliedschaft zu suchen”, sagt Marketing-Vorstand Joachim Hilke.

Um einen wirtschaftlichen Ausgleich zu schaffen, werden die Dauerkartenpreise zur Saison 2013/14 erstmals seit fünf Jahren angehoben. „Der Vorschlag zu dieser neuen Preisstruktur kam aus dem Fanlager”, so Oliver Scheel, Vorstand für die Belange der Mitglieder. Dabei werden auch die Mitgliederrabatte über alle Preiskategorien auf einheitlich 20 Euro angepasst. „Ich bin überzeugt, dass wir jetzt gemeinsam eine Lösung gefunden haben, die allen zu vermitteln ist”, sagt Supporters-Vorsitzender Ralf Bednarek.

Die „Gegenseite“ reklamierte allerdings für sich, die Trennung herbeigeführt zu haben. Welche von beiden Versionen ist wohl die richtige?

Der britische Ticketanbieter hat dem HSV gekündigt. „Wir sehen uns zu diesem Schritt gezwungen, weil sich unsere Ansprechpartner beim HSV von Beginn des Vertragsverhältnisses an nicht an die wesentlichen Punkte des Vertrages gehalten haben”, teilte Viagogo am Dienstag mit. „Wir bedauern diesen Schritt sehr, schließlich ist der HSV ein großer, traditionsreicher Verein mit einem großen Stadion und tollen Fans und wir waren stolz darauf, diese Partnerschaft einzugehen.

Der HSV hatte erst im September einen Zweijahresvertrag mit der Ticketplattform abgeschlossen. Der Verein erhielt dafür ein sogenanntes Signing Fee in sechsstelliger Höhe, die Summe beläuft sich auf 800 000 Euro. Der HSV sollte dem Online-Portal 1500 Karten pro Spiel zur Verfügung stellen. Nach der Vereinbarung hätte mit offizieller Zustimmung des Vereins jeder Kartenbesitzer, also auch Inhaber von Tickets auf der Nordtribüne, Karten mit einem Aufschlag bis zu 100 Prozent bei Viagogo verkaufen können.

Das rief den Zorn vieler HSV-Fans hervor, es wurde lautstark protestiert und gefordert, dass dieses Geschäft sofort wieder gekündigt werden sollte. Nun ist Viagogo dem HSV wohl zuvor gekommen. Die AG betont allerdings ausdrücklich, die Kündigung habe nichts mit der Kritik der HSV-Fans zu tun. „Im Gegenteil, das Geschäft mit den HSV-Tickets hat sich als eines der attraktivsten Angebote in der Bundesliga erwiesen, das von vielen Fans genutzt wurde. Die Gründe für die Kündigung liegen vielmehr einzig in der Nichteinhaltung des Vertrages”, teilte Viagogo mit.

„Es geht ja dabei nicht darum, welche Version die richtige ist, unsere oder die von Viagogo. Wir haben gesagt, dass wir so schnell wie möglich und zum frühest möglichen Zeitpunkt aus diesem Vertragsverhältnis wieder aussteigen wollen und werden, wir haben uns deshalb sofort auch um eine neue Eintrittskarten-Struktur bemüht. Viagogo hat das gewusst, deswegen nun diese Erklärung“, sagt HSV-Vorstandschef Carl-Edgar Jarchow dazu.

Nun bin ich mal gespannt, ob diese Trennung noch eine „Schlammschlacht“ nach sich ziehen wird. Zu befürchten ist es. Aber gut, der HSV hat schon Schlimmeres überstanden. Und in diesem Fall sind die Fans wohl sicher auf der Seite des Vereins, denn sie konnten ja von Anfang an nichts mit diesem Via-Nogo-Deal anfangen. Hat sich nun erledigt, wenn auch erst im Sommer 2013.

So, und dann gab es heute noch über die DPA (Deutsche Presse-Agentur) einen interessanten Artikel über eine zurzeit ganz wichtige HSVer. Da ich nicht glaube, dass die hiesigen Zeitungen diesen Bericht abdrucken werden (weil zu lang), stelle ich ihn hier nun einmal rein. Es geht um ein brisantes Thema, das uns zuletzt alle beschäftigte. Nicht zuletzt bei den Spielen, die so richtig stimmungsvoll erst nach 12:12 Minuten begannen. Hier der DPA-Bericht über Philipp Markhardt, der zugleich einer der sieben Autoren des HSV-Buches “Kinder der Westkurve” ist:

Philipp Markhardt kann sich noch genau an sein erstes Mal erinnern. Anfang der 1990er Jahre nahm ihn sein Vater mit ins Hamburger Volksparkstadion. Der HSV unterlag Wattenscheid 09 mit 0:1. Trotz der Niederlage war dies der Startschuss für eine leidenschaftliche Karriere als Fußball-Fan. „Normalerweise bindet so ein Kick niemanden an einen Verein“, sagte Markhardt der Nachrichtenagentur dpa. An jenem Tag erregte ohnehin nicht so sehr das Spiel die Aufmerksamkeit des damals 11-Jährigen. „Ich habe fasziniert auf die Fankurve geschaut. Da wurden auch die einen oder anderen Bengalos gezündet“, erinnerte sich der bekannteste deutsche Ultra.

Als Sprecher der Organisation „ProFans“ und der Protestaktion „12:12“ ist Markhardt die zentrale Figur der Fans und ihrer Ablehnung des Sicherheitskonzeptes der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Er ist das Sprachrohr von circa 50 deutsche Ultragruppen, die in der heftig geführten Sicherheitsdebatte eine Gefahr für ihre Fankultur sehen. Sie hoffen, dass die Vertreter der 36 Proficlubs am Mittwoch auf der Mitgliederversammlung in Frankfurt/Main das umstrittene Konzept nicht verabschieden oder zumindest die Entscheidung vertagen.

Obwohl das Konzept bereits überarbeitet wurde, lehnen Markhardt und die Fan-Organisationen das Papier ab. Auch von Vereinsseite des HSV bestünde noch Kritik: „Es hat sich nicht viel geändert, da ist es logisch, dass die Clubs das nicht einfach abnicken.“ Doch nicht nur die Hamburger Club-Verantwortlichen äußerten Zweifel. Eine Reihe von Vereins-Vertretern kritisierten vor allem den Zeitpunkt zur Abstimmung.

Das Thema Ganzkörperkontrollen erregt bei den Fans ganz besonderen Missmut. „Das neue Papier enthält zwar das Wort Vollkontrollen nicht mehr, dennoch findet man weiterhin Umschreibungen, die letzten Endes darauf hinauslaufen. Solche Kontrollen greifen zu sehr in die Persönlichkeitsrechte aller Fans ein, weswegen wir das Entkleiden weiter kategorisch ablehnen“, erklärte Markhardt.

Mit bundesweiten Demonstrationen und der beispiellosen Protestaktion „12:12“ an drei Spieltagen hintereinander haben die Ultras im Vorfeld des Termins medienwirksam auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht und ein noch nie dagewesenes Echo erzeugt. „Viele Ultras wollen eigentlich nicht mit den Medien sprechen“, betonte Markhardt, „doch ich erachte es als sinnvoll, die Medien für uns nutzen. Für mich war das ohnehin kein Problem, ich arbeite in einer PR-Firma.“ Dass Markhardt ständig in Sachen Fußball und HSV unterwegs ist, und Ultras in der öffentlichen Wahrnehmung ein „Böses-Buben-Image“ besitzen, stört seinen Chef nicht. „Der ist selbst HSV-Fan und zusammen mit mir im Europapokal auswärts mitgefahren“, offenbarte Markhardt.

Bevor sich der 32-Jährige in Fan-Organisationen engagierte, ging er als „normaler“ Fan ins Stadion. Die erste HSV-Dauerkarte kaufte er sich 1993. „Die war allerdings an schulische Leistungen geknüpft“, bemerkte er. Drei Jahre später schloss er sich dem HSV-„Supporters-Club“ an und reiste fortan auch auswärts mit. Dem Fanclub „Chosen Few“ trat er 1999 bei, stieg nur ein Jahr später zum führenden Mitglied auf und ist es noch heute. „Damals spielten Ultras noch überhaupt keine Rolle. Den Gruppen gehörten keine 100 Mann an“, erinnerte er sich.

Um die Jahrtausendwende verloren die Hooligans in Deutschland an Bedeutung, und der Fokus der Polizei richtete sich vermehrt auf die aufkommende Ultrabewegung. „Die Polizei beging damals den Fehler, das auf die Hooligans zugeschnittene Konzept ’Sport und Sicherheit’ auf die Ultras anzuwenden“, meinte Markhardt. Das habe zu Spannungen zwischen der Polizei und den Ultras geführt, die sich bis heute gehalten hätten. Er moniert das ruppige Verhalten vieler Beamter gegenüber den Ultras. Dazu fällt ihm der Satz ein: „Behandle Menschen wie Tiere und sie werden wie welche.“

Für die Zukunft hofft Markhardt, dass sich das Verhältnis zwischen den Ultras und den Verbänden samt Vereinen entspannt. „Ich hoffe die DFL hält Wort und lässt den Worten Taten folgen“, sagte er mit Blick auf eine weitere Zusammenarbeit, „wir setzen jedenfalls auf den Dialog.“

Und dann gibt es da noch einen Bericht von einem Hamburger, der sich mit der HSV-Anleihe befasst. Jens A. aus Berlin schreibt:

Fan- oder Subkultur?

Über den Umgang von Bundesligisten mit ihren Anleihekäufern!

Geboren und aufgewachsen in Hamburg verfolge ich aus Berlin immer mit Sympathie die Spiele der Hamburger Bundesligisten. Mit beiden Vereinen verbinde ich sehr gute Erinnerungen. In der Nähe des Volksparkstadions (das wird es wohl immer für mich bleiben, wie heißt die Arena derzeit noch?) habe ich die Jugend verbracht. Der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Herr Bandow hat mir und den anderen Azubis bei der Vereins- und Westbank regelmäßig Mut gemacht, dass man auch mit einer Fünf in Mathe immer noch Vorstand einer Bank werden könne. Außerdem hat er meinen Respekt, da er auch im höheren Alter und hoher Position sich immer noch für die Fußball- Betriebsportmannschaft angeboten und zeitlich frei gemacht hat. Den Mythos St. Pauli hingegen konnte ich durch meine aktive Zeit in deren Jugendmannschaften hautnah erleben. Insbesondere durch Seppo Eichkorn und Helmut Schulte habe ich zu schätzen gelernt, dass Professionalität und Beibehaltung einer Vereinskultur keine gegensätzlichen Inhalte darstellen.

Keine Frage also, wenn einer dieser Vereine Fan-Anleihen herausgibt, dann gehören die Schmuckurkunden in unser Besprechungszimmer gehängt: Für uns als Vermögensverwalter die ideale Verbindung unseres sportlichen Interesses und der Geldanlage.

Die persönliche Abholung der Urkunden bleibt mittels der dankbaren Vor-Ort-Unterstützung meiner Mutter auch aus der Ferne organisierbar.
Überraschend ist aber dann doch, wie unterschiedlich die Ausgabe der Fan-Anleihen von den beiden Vereinen organisiert wird:

Am Millerntor ein gut organisiertes Fan-Fest mit unentgeltlicher Versorgung mit Kaltgetränken, Würstchen, Kaffee, Kuchen. Mittendrin Spieler des Kiez-Clubs im Gespräch mit den kleinsten Kreditgebern des Vereins und Zeit für gemeinsame Fotos (Mama ist immer noch stolz auf das Bild mit dem gefühlt vier Köpfe größeren Pauli-Keeper Tschauner) und Unterschriften auf den Schmuckurkunden. Insgesamt besitzt die ganze Veranstaltung die Atmosphäre eines großen Events, hier ist man willkommen. Die nächste Zeichnung wieder mit uns!

Da ist die Vorfreude auf die Urkundenübergabe beim HSV doch gleich viel größer! Zudem im Anschreiben für die Rautenfreunde eine professionelle Beschreibung des Ablaufes erfolgt, mit dem Hinweis, dass auch für das leibliche Wohl gesorgt wird und dass auch Spieler für Unterschriften und Fotos da sein werden.

Vor Ort dann aber Ernüchterung: Die Übergabe steril, über viele Räume verteilt und unübersichtlich. Ach ja, das leibliche Wohl ist gesichert: Der Cappuccino für EUR 3,00, drei kleine Pfannkuchen zu EUR 3,50. Stellt man sich das als Fan so vor? Insbesondere nach der Ankündigung? Die armen Servicekräfte verstehen die Rückfragen, warum dass bei St. Pauli so anders war. Aber auch sie haben für ihre Sechs-Stunden-Schicht nur ein Getränk und einen Snack frei.

Doch Rafael van der Vaart ist da und gibt Unterschriften. Wo denn? Da hinten im Nebenraum, wo die Wartenden anstehen. Einmal vorsichtig an der Schlange vorbeigegangen, um die Wartezeit einzuschätzen: Oh, da stehen aber viele an. Ein netter Mann, der die Hälfte des Wartens schon hinter sich hat, gibt Auskunft. Bislang wartet er 45 Minuten. Also eine und eine halbe Stunde Anstehen für eine Unterschrift? So viel Fan sind wir dann doch nicht. Das Fazit der Veranstaltung: Sicherlich eine verpasste Chance für die Blauen, etwas für die Verbindung zu ihren Anhängern und kleinen Geldgebern zu machen. Oder einfach nur eine professionellere Sichtweise? Schließlich kann man sich durch das entgeltliche Sorgen für das leibliche Wohl schon einen Teil der Zinsausgaben wieder hereinholen. Die nächste Anleihezeichnung? Eher ohne uns…

In meinem Studium habe ich gelernt, dass ein zufriedener Kunde ca. einem bis zwei Bekannten diese Dienstleistung oder dieses Produkt empfiehlt, ein unzufriedener Kunde aber ca. fünf bis sechs Bekannte über seine Verärgerung informiert. Ich stelle an mir fest, dass mein Bedürfnis über die Erfahrungen im Volkspark zu berichten tatsächlich deutlich höher ist, als über die Begeisterung am Millerntor. Komisch!

Dennoch werde ich auch zukünftig den Fußballvereinen meiner Heimat die Daumen drücken! Aber vielleicht kann das Prozedere beim bisher erfolgreicheren Verein im Umgang mit den Fans und Sympathisanten ja doch noch einmal überdacht werden…?

So, nun bleibt mir nur noch auf das Training am Mittwoch hinzuweisen. Es findet um 15 Uhr an der Arena statt.

Einen aber habe ich noch, versprochen ist versprochen. Es geht um zwei großartige und einzigartige HSV-Bücher, die noch vor Weihnachten an ihre neuen Besitzer übergehen werden. Der bekannte Hamburger Sporttograf Thomas Metelmann und der Kollege und Buchautor Hans Vinke haben nun das Buch “Mythos HSV” herausgebracht. Darin wird die Geschichte des HSV seit der Gründung im Jahre 1887 in Bildern (Fotos) gezeigt. Ein tolles Werk, das das Klubleben des Universalsportvereins HSV mit hervorragenden Fotos zeigt. Einmalig an diesem Buch ist, dass Fotograf Otto Metelmann und sein Sohn Thomas die Geschehnisse um den HSV seit über 65 Jahren aus nächster Nähe dokumentiert haben. Sie setzen mit ihren Fotos dem “Mytos HSV” ein einmaliges Denkmal.
Ich habe den großen Otto Metelmann selbst noch am Rothenbaum erlebt. Es ist heute noch ein kleines Wunder für mich, dass es alle Schiedsrichter geduldet haben, dass der Fotograf (mit dem langen, meines Wissens auch bunten Loden-Mantel) immer direkt neben dem Pfosten stand – gerade so, als wäre er ein zweiter Pfosten. Gelegentlich traf ihn dann auch ein Schuss des Gegners – was natürlich ein höhnisches Gelächter der Fans zur Folge hatte.

Wer sich nun um eines der beiden Bücher bemühen möchte, der sollte bis zur Nacht von Sonnabend auf Sonntag (Mitternacht) folgende Frage beanwtorten (entweder in der Gewinnspieladresse, oder bei Matz ab):

Welche HSV-Spieler wurden im letzten Bundesliga-Aufeinandertreffen mit dem VfB Leipzig ausgewechselt?

18.01 Uhr