Archiv für das Tag 'Magath'

Wer Zeit hat und (mehr) lesen möchte!

9. Juni 2013

Wer bei diesem schönen Wetter noch Sinn fürs Lesen entwickelt – bitteschön. Es handelt sich im Folgenden allerdings nur um Mails von „Matz-abbern“:
Ich habe hier einige Schreiben, die mir in den letzten Tagen und Stunden zugegangen sind, und die ich für lesenswert halte.
Wer hier ansonsten keine oder wenige Kommentare liest, der kann sich so ein Bild davon machen, was andere HSV-Fans derzeit beschäftigt – und wie sie denken.

Sehr geehrter Herr Matz,

ich möchte mich einmal persönlich bei Ihnen (und Herrn Scholz) für Ihre Arbeit im Rahmen des HSV-Blogs bedanken. Auch wenn ich nicht immer einer Meinung mit Ihnen bin (was bei der Komplexität auch gar nicht möglich ist), so ist doch das große Engagement und Herzblut stets zu spüren, mit dem sie beide hinter unserem Verein stehen. Trotz des teilweise heftigen Gegenwindes aus der „Bloggemeinde“ und häufig genug auch unqualifizierter und unfairer Kommentare versuchen Sie täglich, den HSV-Fans ein Bild davon zu zeichnen, was im Verein vor sich geht. Ich denke, dass trotz der z. T. hitzigen Diskussionen eigentlich alle Fans vor allem eines wünschen: Endlich, endlich wieder einen Titel für den HSV. Das mittlerweile jahrzehntelange Warten erzeugt Ungeduld und manchmal auch Unfairness.

Ich habe früher selbst Fußball gespielt, als der HSV noch auf Augenhöhe mit Bayern München war. HSV-Fan bin ich seit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft 1979. Beim 4:1 gegen die Bayern im Jahr 1981 war ich live im Volkspark dabei. Die beiliegende Fahne hat dieses Spiel – wahrscheinlich eines der besten des HSV – miterlebt. Vielleicht finden Sie ja einen geeigneten Platz dafür im HSV-Museum o. ä.. Beim 4:3 im Rückspiel stand ich selbst auf dem Fußballplatz und hatte in der Halbzeitpause den 1:3 Rückstand mitbekommen. Als ich nach Abpfiff hörte, dass das Spiel doch noch gewonnen wurde war ich überglücklich. Diese Epoche wurde gekrönt durch den Europapokalsieg 1983: Der HSV stand an der Spitze des europäischen Fußballs.

Seitdem geht die Entwicklung allerdings hauptsächlich bergab. Der letzte große Titel mit dem Gewinn des DFB-Pokals 1987 liegt mittlerweile 26 Jahre (!) zurück. Seither ist der HSV – vom einen oder anderen Zwischenhoch abgesehen – lediglich nicht abgestiegen. Das allein kann jedoch nicht Anspruch eines Vereins sein, der meiner Meinung nach sowohl in die nationale als auch in die internationale Spitze gehört. Ein Verein mit dem Umfeld einer Weltstadt wie Hamburg muss in der Lage sein, mehr aus sich zu machen, als es der HSV seit Jahrzehnten tut. Ziel eines Vereins wie des HSV kann nur sein, zunächst national aber mittelfristig auch international dauerhaft zu den „Großen“ zu zählen. Auch wenn Vereine wie München, Chelsea, Madrid oder Barcelona zurzeit unendlich weit entfernt scheinen, muss es das Ziel sein, zumindest wieder in die Nähe solcher Klubs zu kommen. Es darf nicht sein, dass der HSV weiterhin lediglich eine „Randnotiz“ der Bundesliga bleibt.

Der Weg in eine bessere Zukunft führt meiner Meinung nach nur über eine vollständige Strukturreform des Vereins. Die Bewahrer und Traditionalisten haben fast 30 Jahre lang – mehr oder weniger ohne großen Erfolg – versucht, den HSV zu führen. Es wird allerhöchste Zeit für einen Neubeginn (Ausgliederung der Profiabteilung, drastische Verkleinerung des Aufsichtsrates, sportliche Kompetenz in die Entscheiderpositionen, Gewinnung von Sponsoren/Investoren,…).

Ich kann mir sogar vorstellen, dass Uli Hoeneß den seinerzeit fast perfekten Wechsel von Matthias Sammer zum HSV in letzter Minute noch verhindert hat. Ich denke, Hoeneß weiß, was ein echter „Macher“ wie Sammer oder Magath bei veränderten Strukturen in Hamburg bewirken könnte. Hoeneß hat ja selbst vor einigen Jahren einmal gesagt, dass man bei den Bayern langfristig eigentlich nur den HSV als nationalen Konkurrenten fürchtet.

Insbesondere im Jugendbereich scheint mir ein stärkeres Engagement wünschenswert und notwendig. Der deutsche Fußball erlebt gerade eine Blütezeit wie seit Jahren nicht mehr. Wo aber sind die jungen deutschen Talente beim HSV? Warum bindet man ehemalige HSV-Stars wie Horst Hrubesch, der mit DFB-Nachwuchsteams sehr erfolgreich war nicht stärker ein? Kaum ein HSV-Eigengewächs konnte sich in den letzten Jahren in der Profimannschaft durchsetzen. Eine nachhaltige Entwicklung im Jugendbereich, wie sie viele große europäische Vereinsmannschaften teilweise seit Jahrzehnten erfolgreich praktizieren sollte daher auch für den HSV selbstverständlich sein. Von den Jugendmannschaften bis zum Profiteam sollte ein durchgängiges System gespielt und somit bereits früh verinnerlicht werden.

Natürlich müssen flankierend auch erfahrene Spieler verpflichtet werden. Das alles kostet viel Geld, dass der HSV nicht hat. Wenn man den Verein jedoch noch einmal in die Lage versetzen will, dauerhaft an der deutschen bzw. europäischen Spitze mitzuspielen, dann muss man m. E. massiv investieren. Warum man nicht viel stärker als bisher auf Herrn Kühne zugeht ist mir angesichts der wirtschaftlichen Situation des HSV völlig unerklärlich. Im Zuge der vdV-Verpflichtung habe ich Herrn Kühne schriftlich für sein Engagement gedankt und sogar eine persönliche Antwort von ihm erhalten! Dieser Mann will sich für den Verein und ggf. auch im Verein engagieren, doch man lässt ihn scheinbar nicht. Wer soll das noch verstehen? Eventuell könnte er mit seinem Einfluss und seinen Kontakten in die Wirtschaft sogar weitere Investoren für den Verein gewinnen. Nur so können wir den Abstand zu den großen Klubs verringern und in absehbarer Zeit auch mal wieder den einen oder anderen Titel feiern. Mehr als ein Vierteljahrhundert „ohne“ sind einfach eine viel zu lange Zeit für einen solchen Verein, der im Grunde ein riesiges Potenzial hat. Für mich ist der HSV ein schlafender Riese, der endlich (wieder) aufwachen muss.

Ich bitte Sie, dazu beizutragen unseren Verein wieder dorthin zu führen, wo er hingehört.
Oliver G.

Lieber Dieter, Lieber Scholle,

normalerweise bin ich so gar kein „Kommentierer“ oder „Leserbriefschreiber“ aber ich möchte Euch, vor dem Hintergrund der momentanen Diskussionen, gerne einmal meine Sicht der Dinge schildern.

Als erstes einmal lese ich bereits seit langem regelmäßig Euren Blog und schaue auch gerne die Spieltagsanalyse. Ich bin sicher nicht immer Eurer Meinung, aber weder Ihr noch Ich haben diesen Anspruch. Ich finde Ihr seid immer aktuell und es macht Spaß den Blog zu lesen.
Es wundert mich sehr, dass ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt die Diskussion über den AR entbrennt. Das dieser genau so wenig funktioniert wie Jahreshauptversammlungen bei denen einige hundert über einen Verein mit über 70tausen Mitgliedern (viertgrößter Deutschlands) abstimmen, ist lange bekannt. Die Initiative ProHSV hat nach der Entlassung von Hoffmann stark daran gearbeitet, diese Umstände zu ändern. Wie Ihr wisst vergebens, weil die nächste JHV leider so weit entfernt war das sich keiner mehr erinnern konnte und es am Ende ja mal wieder irgendwie lief.

Ich bin absolut der Meinung, dass es jetzt ein guter Zeitpunkt wäre diese Dinge erneut ins Auge zu fassen, aber es kann nur gemeinsam gehen.
Die Presse ist momentan sicher überkritisch und nicht ganz unschuldig an der momentanen öffentlichen Meinung, sollte sich aber nicht bei Dienstantritt von Hr Kreuzer gleich wieder in Lobeshymnen und „alles ist wieder Gut“ Berichterstattung üben.

Viele Fans (Mitglieder) sehen den dringenden Änderungsbedarf, müssen aber auch irgendwie mobilisiert werden um abzustimmen.

Die sogenannten „Altstars“, die sich gefragt oder ungefragt in der Presse, auch in Deiner Sendung, kritisch bis negativ zu Worte melden, müssen jetzt aber auch etwas bewegen. All die Fehler die das „System HSV“ hat müssen nicht mehr diskutiert werden sondern angepackt. Meiner Meinung nach muss es ein breites Bündnis geben in dem die ehemalige HSV-Prominenz wortführend mitarbeitet an einem neuen Konzept. Nur so kann eine Dynamik entstehen die dann die notwendige Mehrheit zur Versammlung bringt um eine bessere Zukunft für den HSV zu schaffen.

Uns Uwe sollte, auch wenn er sich in der jüngsten Vergangenheit nicht unbedingt überall beliebt gemacht hat, sich hinstellen und sagen „Ich habe es damals gut gemeint, aber wir haben es nicht gut gemacht“. Wir brauchen eine Veränderung.

Ich hoffe, dass die allgemeine Aufmerksamkeit sich dieses Mal in eine wirklich positive Richtung für den Verein bewegt. Denn das wollen doch am Ende alle.
In Diesem Sinne, NUR DER HSV und macht weiter so.
Liebe Grüße,
Sven W.

Hallo Herr Matz,

ich lese seit einigen Jahren Ihren Blog (zugegeben: ohne Kommentare). Ich bin HSV-Mitglied, jedoch eher „außenstehend”, da ich aus dem Emsland komme und mittlerweile in der verbotenen Stadt Bremen wohne.

Der HSV liegt mir sehr am Herzen und ich kann daher nicht nachvollziehen, warum dort niemand aufwacht. Ich bekomme es hier bei Werder mit (nicht falsch verstehen, ich hege keinerlei Sympathien für Werder), wie ein Verein gut funktionieren kann und wo schnelle Handlungen keinerlei Problem darstellen. Und das ist nach meiner Meinung nicht nur hier in Bremen so sondern auch bei vielen anderen Vereinen wie Dortmund, den Bayern, Leverkusen, Schalke etc.. Was diese Vereine alle gemein haben ist schnell klar: Die Profisportabteilung wurde ausgegliedert und in den häufigsten Fällen zu einer GmbH & Co. KG gemacht, im Fall Dortmund meines Wissen seit vielen Jahren zu einer AG?!

Dass die HSV-Anhänger an der Tradition festhalten und den Verein nicht „kommerzialisieren” wollen, ist nachvollziehbar, aber naiv. Dass Bernd Hofmann damals so abgestraft wurde, konnte ich nie nachvollziehen. Anstatt die Vorteile einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung und einer Kommanditgesellschaft zu nutzen und mit einem deutlich kleineren Aufsichtsrat, der auch weniger Verantwortung inne hat, handlungsfähiger zu werden, geht der HSV lieber mit einem zu großen zerstrittenen Aufsichtsrat Richtung Unterklassigkeit. Personen werden ohne große Not entlassen, Vertragsverlängerungen werden einfach abgelehnt, persönliche Kompetenzen innerhalb des AR werden einfach ignoriert usw.. Von der Besetzung des AR mal ganz zu schweigen, denn eine mangelnde Kompetenz sowohl wirtschaftlich als auch sportlich ist offensichtlich.

Mir bereitet es Bauchschmerzen, wenn ich an die Zukunft des HSV denke und ich bin es ehrlich gesagt leid, in nahezu jeder Transferperiode zu erleben, wie man sich in Hamburg innerhalb des Vereins gegenseitig das Leben schwer macht und dem Verein von Jahr zu Jahr mehr schadet.

Felix Magath hat mit seiner Kritik Recht – ist meine Meinung. Es muss was passieren beim HSV, die Strukturen müssen überdacht werden und man muss verstehen, dass Tradition zwar schützenswert ist, aber auch keine Tore schießt.
Ich hoffe auf eine Wende.

Mit freundlichem Gruß aus der kleinen Stadt nahe Delmenhorst,
Manuel K.

Lieber Dieter,

ich hätte das wirklich nicht für möglich gehalten. Ich lese nun schon seit einiger Zeit jeden Tag deinen blog und verfolge ihn immer sehr interessiert. Häufig gefällt er mir äußerst gut (besonders die Trainingseindrücke und Spielanalysen sowie die Insiderstories), insbesondere bei sportpolitischen Fragen bin ich aber oft anderer Meinung gewesen, weil du bis zuletzt nie ein kritisches Wort zum AR und einzelnen Mitgliedern verloren hast, dich auch scheinbar nur sehr ungern mit Themen wie Fernwahl und Modernisierung auseinandergesetzt hast und Strukturänderungen auch offensichtlich in der Vergangenheit als nicht notwendig erachtet hattest (Getreu dem Motto: Strukturen schießen keine Tor). So war zumindest immer mein Eindruck.

Ich persönlich habe es auch nicht verstanden, dass seit Monaten viele Hamburger Wirtschaftsgrößen und zuletzt auch vermehrt ehemalige Hamburger Fußballgrößen auf die wahren Probleme beim HSV hinwiesen, du aber – für deine Leser zumindest – davor die Augen weiterhin verschlossen hattest. Es war mir einfach unerklärlich, dass die Hamburger Sportjournalisten die Zeichen der Zeit nicht erkennen wollten – es war doch eine Steilvorlage zuletzt auch von Felix Magath (mit seinen Aussagen auf seiner facebook-Seite), die einfach danach schrie, endlich von der Presse aufgenommen zu werden. Wieso erkennt das denn keiner dachte ich.

Und als ich schon dachte, dass sich wieder nichts ändert, dass wieder eine große Möglichkeit verstreicht, da hast du plötzlich vor ein paar Tagen begonnen, das Thema aufzunehmen und vor allem Tacheles zu reden. Im Rahmen deiner Kolumne und auch im blog – und du tust es noch immer. Bravo!

Ich weiß nicht, ob deine Auffassung zu den notwendigen Reformen beim HSV schon länger bei dir so vorhanden ist oder ob sie erst kürzlich gereift ist – auch weiß ich nicht, was hier der Auslöser war für dich. Es spielt auch überhaupt keine Rolle. Ich habe höchsten Respekt davor, dass du voran gehst und diese auch unbequemen Wahrheiten nun schonungslos ansprichst. Hut ab. Klasse.

Die Presse im Allgemeinen ist enorm mächtig. Sie kann viel bewegen, auch viel bewirken. Und ich habe mittlerweile die Hoffnung, dass viele Menschen auf diesen fahrenden Zug aufspringen werden, sodass vielleicht bald eine Strukturreform beim HSV kommen kann, die den Club aus seinem mittlerweile fast 30-jährigen Winterschlaf erwachen lässt.

Ich schreibe nur sehr selten eine e-mail an dich, weil du sicherlich hunderte täglich bekommst. Mir war es aber einfach mal ein Bedürfnis „Danke” zu sagen. Danke – weil ich wirklich glaube, dass du dazu beigetragen hast (und weiter beiträgst, wie ich hoffe), dass hier etwas losgetreten wurde, was etwas wirklich Gutes für den HSV bewirken könnte in Zukunft.

Bitte „Bleib am Ball“ – und weiter so!
Viele Grüße, papa@home

Lieber Dieter,

das war eine interessante „Matz-ab-live“-Runde, die die Saison noch einmal kritisch
Revue passieren ließ – oder wie „unser Horst” sagen würde: Paroli laufen ließ. Ihr habt „Matz-ab live“ schon fast zu einer Marke entwickelt. Auf jeden Fall aber eine Institution, die weiter bestehen sollte. Wie üblich, ist man mit einigen Dingen, die gesagt werden, so nicht einverstanden und hat andere Schwerpunkte oder Ansichten. Aber genau das macht es ja interessant. Und es gibt ja auch genügend Dinge , mit denen man durchaus einverstanden ist.

Ich habe heute ein kleines Anliegen: Könntest Du mir bitte die Emailadresse von E.-O. Rieckhof zukommen lassen? Ich will ihn nicht beschimpfen ;-) sondern mit ihm Kontakt wegen seiner angekündigten „Veränderungsoffensive” aufnehmen. Um zum Beispiel über Themen zu diskutieren, wie ich sie mal spontan in dem beigefügten Papier niedergelegt habe. Vielen Dank schon mal im Voraus!

Vielleicht kann ich ja einen kleinen Beitrag leisten und/oder mit meiner Erfahrung aus Wirtschaft und Sport von Nutzen sein, wer weiß? Gerne nehme ich Kritik und Anregungen entgegen, das Papier ist alles andere als vollständig oder gar perfekt. Eine Anregung zum Weiterdenken, mehr nicht.
Beste Grüße,
Lars49

Zu dem Wunsch von „Lars49“ kann ich (D. Matz) nur das sagen, was ich schon vielen Usern gesagt oder geschrieben habe:
Ihr schickt mir das, was ihr an Ernst-Otto Rieckhoff schicken wollt, und ich leite es weiter. Der gute Mann (EOR) wird im Moment mit Mails überschüttet. Habt bitte Verständnis dafür, dass ich seine Mail-Adresse nicht veröffentliche. Es ist verschiedene Male schon über mich gelaufen, und E.-O. Rieckhoff freut sich über jeden, der ihm schreibt – und Vorschläge macht.

PS: An Oliver G. gerichtet. Die Fahne ist angekommen, ich werde sie bei nächster Gelegenheit dem HSV-Museum überreichen. Vielen Dank.

PSPS: An Franz aus dem Allgäu – ist alles heil (!) angekommen, vielen Dank, das allein ist oder war eine Wahnsinns-Aktion. Aber großartig! Ich melde mich aber noch einmal per Brief.

19.06 Uhr

Der HSV vor einem “heißen” Wochenende

31. Mai 2013

Es geht um die Situation allgemein. Und um die Verlängerung von Vermarkter Sportfive ganz speziell. Darüber steht auf Abendblatt.de ein ganz besonderer Artikel. Der die Tatsache in den Mittelpunkt rückt, dass die HSV-Mtglieder zu diesem deal (Sportfive) befragt werden sollen. Frank Mackerodt, das ehemalige HSV-Aufsichtsrats-Mitglied und früherer Kapitän der Volleyball-Nationalmannschaft, hat sich zu diesem Thema kurz einmal freigesprochen:

. . . Dieses Vorgehen sorgt besonders bei einem Mann für Kopfschütteln: Ex-Aufsichtsrat Frank Mackerodt. Auf Facebook lässt der 50-Jährige so richtig Dampf ab und schießt gegen seine Nachfolger in dem Gremium: „Da kann man einfach nun noch den Kopf schütteln: Der AR will die Hauptversammlung um ihre Meinung zu einem neuen Sportfive-Deal befragen. Aus wirtschaftlicher Sicht gibt es gar keine andere Möglichkeit, als den Vertrag zu verlängern! Warum also die Nachfrage bei der Hauptversammlung?”, schreibt Mackerodt.

Und einmal in Fahrt schreibt er weiter: „Die Herren sollten erst mal klären, wer überhaupt den HSV überhaupt in diese Situation gebracht hat, diesen Vertrag verlängern zu müssen? Das ist leider alles so durchsichtig und armselig! Vielleicht sollte der AR zukünftig auch bei allen Spielerverträgen die Meinung der Hauptversammlung einholen! Noch weitergedacht, sollten doch auch alle Mitglieder die Verträge dann gleich mit unterschreiben!“

Mackerodts Sorge: „Leider wird unter diesen Umständen dieser wunderbare Verein in den Abgrund gewirtschaftet. Gerade von den Herren, die uns immer unter Zeit unter Udo Bandow für alles und jedes kritisiert haben. Unter anderem über den Sportfive-Deal, Umgang mit Investoren etc. Und jetzt machen sie alles mit . . .“

Neuer Sprengstoff für das ohnehin prall gefüllte Pulverfass HSV. Denn diese Äußerungen werden sicherlich Reaktionen hervorrufen.

Aber nicht nur diese Äußerungen, das ist klar. Es wird am Sonntag wohl noch ganz andere Reaktion geben. Ich bin auf diese Mitgliederversammlung (Sonntag, 11 Uhr, Arena im Volkspark) sehr gespannt, weil ich weiß, dass sich einige Herren schon mal besonders „präpariert“ haben. Pulverfass ist vielleicht schon das richtige Wort . . .

Wobei ich Frank Mackerodt, den ich über die Maßen schätze (weil er in hundertprozentiger HSVer ist!), natürlich recht geben muss. In allen Punkten. Über diese Punkte wird ganz sicher noch zu reden sein. Und die Mitgliedschaft des HSV wird feststellen, wie schnell aus einem Menschen mit festen Prinzipien ein schillernder Wendehals werden kann . . . Und das ist auch sicher: nicht nur EIN Mensch, sondern mehrere. Mehrere Wendehälse. Schillernde.

Bei der Gelegenheit: Sorry, lieber Frank, dass ich Dich in der heutigen Aufzählung der großen HSV-Größen (Hamburger Abendblatt Seite zwei) vergessen habe aufzuzählen – das ist leider ein unverzeihlicher Fauxpas von mir. Du gehörtest natürlich und selbstverständlich dazu. Und deswegen finde ich es schon mal überragend, dass Du in dieser Form „Gas gegeben“ hast – ohne dazu (von mir) „aufgefordert“ worden zu sein. Großartig. Von diesen HSV-Größen müssten sich viele, viele mehr einmischen, erst einzeln, dann aber auch noch einmal gemeinsam. Und mit Vehemenz.

Der HSV steht ja vor einem „heiße“ Wochenende. Erst der Sonnabend in Berlin. Dort wird Oliver Kreuzer als neuer HSV-Sportchef verpflichtet. Davon gehe ich hundertprozentig aus, denn alles andere kann sich der Club und kann sich der Aufsichtsrat gar nicht leisten. Soll Kreuzer jetzt – aus welchen Gründen auch immer – doch noch abspringen (müssen), dann wäre der HSV tatsächlich die größte Lachpille der Liga, dann würde er auch aus den letzten Zipfeln dieser Republik Hohn und Spott ernten. Gespannt bin ich nur darauf, ob es hinterher verkündet wird, auf welche Ablösesumme es denn letztlich hinausgelaufen ist. Wenn es diese Zahlen dann tatsächlich in der Öffentlichkeit gibt.

Gratulieren möchte ich dem HSV zur Vertragsverlängerung von Jaroslav Drobny. Dass der Tscheche nun doch kein Herthaner wird, sondern in Hamburg bleibt, das halte ich für sehr wichtig. Obwohl ich sehr wohl weiß, dass Drobny natürlich viel und gut verdient. Das ist erstens berechtigt, und zweitens hat Qualität eben seinen Preis. Der HSV geht dabei auf Nummer sicher – und das ist nur zu befürworten. Die Position des Torhüters ist viel zu wichtig. Und ich habe, das gebe ich zu, noch keinen HSV-Nachwuchstorwart gesehen, der dann in die Bresche springen könnte, wenn Rene Adler einmal ausfallen sollte. Das mag ja noch kommen, aber im Moment gibt es einen solchen Nachwuchsmann noch nicht. Es sei denn, die Torwarttrainer Ronny Teuber und Richard Golz sehen das anders – sie sind dafür ja auch vorgesehen und aufgrund ihrer Erfahrung auch viel prädestinierter als ich.
Bei der Gelegenheit: Ein Tom Mickel, der im Winter vom HSV zur Spielvereinigung Greuther Fürth gewechselt und dort total in der Versenkung verschwunden ist, der hätte dem HSV jetzt bestimmt gut zu Gesicht gestanden. Und was aus einem „gereiften“ Ersatztorwart werden kann, das hat ja Wolfgang Hesl in Fürth gezeigt – Stammtorwart. Bei einem Absteiger, aber immerhin.

Ansonsten Mails, Briefe, Anrufe und auch so manche sms. Die Fans und Mitglieder des HSV sind besorgt. Und weil es ja immer wieder gerne mal genommen (und gelesen) wird, möchte ich eine Mail veröffentlichen, die mich dieser Tage erreicht hat. Immer wieder gern genommen? Natürlich weiß ich schon, dass es einigen „Matz-abbern“ ein Dorn im Auge ist, wenn ich so etwas – wie nun folgend – veröffentliche, aber niemand ist vollkommen. Ich erst recht nicht. Ich weiß aber sehr wohl, dass es auch User gibt, die sich über eine solche Veröffentlichung freuen, weil sie sonst keine Kommentar bei „Matz ab“ lesen. Also – mehr Toleranz auf beiden Seiten.
Los geht es:

Lieber Dieter, lieber Scholle,

vorab bedanke ich mich für euren Blog der für alle Menschen mit der
Raute im Herzen eine tolle Plattform und Informationsquelle ist. Die
Liebe zum HSV springt einem wirklich aus jeder Zeile entgegen.
Für mich ist es das erste Mal überhaupt, dass ich mich zu meinem
Verein schriftlich äußere. Der Grund: ich muss meine Sorgen mal
loswerden.

Nach 41 Jahren, in denen der HSV immer Bestandteil meines Lebens war,
ist nun mein letztes Fünkchen Hoffnung erloschen, dass unser Verein
in absehbarer Zeit wieder “die Kurve” kriegt. Die aktuellen
Ereignisse zeigen überdeutlich, dass es einen gravierenden Fehler im
(Vereins)System gibt, der ein Anknüpfen an die sehr alten Erfolge
heute und in Zukunft unmöglich macht. Die jüngsten Aussagen von
Wolfgang Klein und Felix Magath bestätigen mich m. E. in meiner
Einschätzung.

Tatenlos müssen wir mit ansehen wie der “Elfer-Rat” in wechselnder
Besetzung den Verein immer wieder an die Wand fährt. Nirgendwo auf
der Welt könnte ein mit elf Hobby-Experten besetzter Aufsichtsrat ein
Unternehmen oder Projekt professionell und erfolgreich führen. Nur in
Hamburg wird das immer wieder versucht. Strukturreformen initiiert
durch den Aufsichtsrat? Gott bewahre, da könnten einige Herrschaften
ja an Einfluss und damit an Strahlkraft verlieren. Und das die
Mitglieder keine Reform einfordern wird für mich auf ewig ein Rätsel
bleiben.

Das Leiden steigert der Aufsichtsrat dann noch durch verbale
Ballverluste (siehe Causa Ertel) oder mit eklatanten Abwehrfehlern
sprich dem Ausplaudern von Interna. Es ist doch nur eine Frage der
Zeit, wann wieder der Trainer gehen muss und danach dann der
Sportchef. Wahrscheinlich verkündet von einem Vorstandsvorsitzenden
Jarchow, der sich – außer durch monotone Spar-Appelle und
Dauer-Leichenbittermiene- noch in keinster Weise profiliert hat, aber
vom Aufsichtsrat seltsamerweise auch nicht hinterfragt wird.

Ich bin bestimmt kein negativer Mensch, sonst hätte ich mich nicht
- nach 12 Jahren Axel Springer – mit fast 50 Jahren noch einmal
selbstständig gemacht. Aber der HSV zeigt leider nur Kontinuität bei
den Managementfehlern und das geht zu Lasten meiner Lebensqualität.
Daher wird es für meine Familie und mich zur neuen Saison keinen
Stadionbesuch und kein TV-Bundesliga-Abo mehr geben.

Lieber Dieter, lieber Scholle, macht so positiv weiter, ich bin dann
mal weg.

Beste Grüße, Thorsten

Und dann noch eine kurze „Wasserstandsmeldung“. Für alle, die jetzt noch auf ihre Dauerkarte verzichten möchten – und hinterher vielleicht dann doch traurig sind, dass sie bei Saisonstart „weg“ ist:

Noch bis zum morgigen Sonnabend läuft der Dauerkartenvorverkauf für Inhaber einer Saisonkarte der vergangenen Spielzeit. Bislang haben bereits 25 000 Fans von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht. Vom 11. bis zum 17. Juni läuft der Dauerkartenvorverkauf für HSV-Mitglieder, ehe am 18. Juni der freie Verkauf beginnt.
Wer seinen Dauerkartenplatz der letzten Saison auch in der kommenden Spielzeit besetzen möchte, der kann ihn sich jetzt im Online-Ticketshop auf www.hsv.de, unter der Telefonnummer 040 4155-1887 oder direkt im HSV-Service-Center buchen.

17.08 Uhr

Endlich: Positive Nachrichten vom HSV! ***ERGÄNZT mit AR-Sitzung*****

30. Mai 2013

***ERGÄNZUNG: Als Manfred Ertel um 22.20 Uhr vor uns trat, war er gut gelaunt. Allein die Tatsache, dass sich die elf Räte so schnell hatten zu Entscheidungen durchringen können, stimmte ihn offenbar froh. Und so verkündete er: “Wir haben die Vertragsverlängerung mit Jaroslav Drobny mehrheitlich gebilligt. Der Vorstand hat deutluch gemacht, wie wichtig diese Personalie ist.” Soll heißen, der Tscheche verlängert seinen Vertrag bis 2015 und erhält dem vernehmen nach rund 900000 Euro per annum – ohne Anschlussvertrag. Zudem befand der Aufsichtsrat über die Budgetplanung des Vorstandes. “Dieser Planung sind wir positiv gefolgt”, so Ertel, der aber einschränken musste: “Die Planung ist sehr eng mit der Vertragsverlängerung mit Sportfive um weitere fünf Jahre verbunden.” Die wiederum, dazu hatte sich der Aifsichtsrat entschlossen, soll erst den Mitgliedern vorgestellt werden, ehe eine Entscheidung gefällt wird. Und das passiert am Sonntag auf der Mitgliederversammlung. “Unsere Mitglieder können uns da sehr deutlich machen, was sie davon halten.” Sogar noch ablehnen? “Unter dem Eindruck der Vorstellung werden wir im Anschluss an die Veranstaltung in einer Dringlichkeitsversammlung unsere formalen Beschlüsse fassen.” Das Budget – mit der Verlängerung des Sportfive-Vertrages, der dem HSV 12,4 Millionen Euro Darlehen ebenso wie die TV-Beteiligung der abgelaufenen Saison (5 Mio) erlassen und zudem für die Verlängerung eine Einmalzahlung von rund 5 Millione Euro an den HSV einbrächte – sieht bislang eine “kleine schwarze Null” vor, wie Ertel sagt. Mal sehen, ob die Mitglieder dieser Idee folgen.****

Immer dann, wenn in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vier HSV-Spieler gleichzeitig auf dem Rasen standen, dann hat die DFB-Auswahl auch gewonnen. Was schließen wir daraus? Dass Deutschland viel öfter mal mit vier HSV-Profis spielen müsste. Dreimal nämlich war das in der deutschen Länderspiel-Geschichte erst der Fall. Erstmalig am 13. Mai 1980, und zwar beim 3:1-Erfolg über Polen in Frankfurt, als Manfred Kaltz, Ditmar Jakobs, Felix Magath und Horst Hrubesch spielten, und dann am 9. April 1986, als in Basel mit 1:0 gegen die Schweiz gewonnen wurde. Da waren Uli Stein, Jakobs, Wolfgang Rolff und Magath zeitgleich auf dem Rasen – in der zweiten Halbzeit, denn zum zweiten Durchgang wurde Jakobs (er kam für Karlheinz Förster) eingewechselt. Und nun das dritte Mal, beim 4:2-Sieg über Ecuador, als Rene Adler, Heiko Westermann und Marcell Jansen 90 Minuten durchspielten, und dann Dennis Aogo in der 79. Minute für Debütant Max Kruse (gebürtiger Reinbeker!) eingewechselt wurde. Da kommt schon Freude auf. Weiter so, Herr Löw – nur Mut!

Wobei Adler in Boca Raton der beste Mann der deutschen Nationalmannschaft war. Deswegen gab es reichlich Lob für den Hamburger, der in der abgelaufenen Saison schon seinem Team mehrfach Punkte – und somit auch Spiele – gerettet hatte. Bundestrainer Joachim Löw fand ihn einfach „überragend gut“. Adler hat in Abwesenheit der unumstrittenen Nummer 1 in der Fußball-Nationalmannschaft, Manuel Neuer, seine überragenden Fähigkeiten unterstrichen.

In seinem (erst) zwölften Länderspiel hielt Adler den Sieg fest, das wurde auch von den Verlierern immer wieder behauptet. „Es waren vier, fünf, sechs Situationen mit klasse Abschlüssen von Ecuador, die nicht immer einfach zu halten waren“, sagte Löw. Ob Adler auf dem Niveau angekommen sei, das ihn bis zu seiner Verletzung vor der WM
2010 zur Nummer eins in Deutschland gemacht hatte? Löw: „René Adler ist eine Persönlichkeit. Er hat schon das ganze Jahr in Hamburg eine super Form gehabt und das bestätigt er auch hier. Er hat mehrfach gezeigt, dass er ein exzellenter Torwart ist.“

Der 28 Jahre alte Adler hob die Teamleistung hervor. „Unter dem Strich steht der Sieg gegen eine richtig gute Mannschaft, das ist das Wichtigste.“ Nur das 2:4, als Lukas Podolski und Dennis Aogo die Freistoßmauer auflösten und der Ball im kurze Eck einschlug, ärgerte den HSV-Schlussmann – aber nur kurz. „Das macht ja keiner mit Absicht, der Poldi hat ja auch genügend Tore gemacht“, meinte der Keeper.

Wobei Lukas Podolski seinen Mauer-Nachbarn Dennis Aogo schon ein wenig vorwurfsvoll ansah. Da hatte man kurz den Eindruck, als wolle der Wahl-Engländer die Schuld auf den HSV-Spieler abwälzen. Apropos HSV-Spieler: Marcell Jansen hat mir in diesem Länderspiel außerordentlich gut gefallen – noch besser als bei seinen Spielen in der Bundesliga. Dass er am ersten Gegentor maßgeblich beteiligt war, das war nur dem unfähigen Selbstdarsteller mit der Pfeife im Mund zu verdanken. Als Jansen an der Eckfahne gecheckt wurde, für mich gefühlte acht Meter weit, da sah das ganze Gespann aus Mitleid mal kurz verlegen zu Boden. Motto: Die armen Ecuadorianer . . .

Und noch ein ganz kurzer Blick zurück. In Amerika hatten ja drei der vier Nationalspieler (Adler, Jansen und Aogo) des HSV etwas zur derzeitigen Situation gesagt. Das rief sogleich HSV-Chef Carl-Edgar Jarchow auf den Plan. Er griff zum Telefon und stellte etwas gerade. In der Art: „Ich habe den drei Spielern gesagt, was ich davon halte – nämlich nichts. Sie sollen sich besser darauf konzentrieren, was sie am besten können, und das ist Fußball spielen. Und das haben sie dann ja auch gegen Ecuador getan . . .“

So, zum HSV in Hamburg. Der hatte heute einen richtig großen Tag im Rathaus. Bei Innen- und Sportsenator Michael Neumann und dem stellvertretenden Leiter des Bezirksamts Altona
Kersten Albers wurde der Bauantrag für das Nachwuchsleistungszentrum „HSV-Campus“ ab- und übergeben. Wir erinnern uns, oder? Die Anleihe! Nun kommt Bewegung in die ganz Geschichte. Gegen Ende des Jahres soll, wenn alles so läuft wie gedacht und geplant, mit den Bauarbeiten begonnen werden, und heute in zwei Jahren soll die Eröffnung stattfinden – wenn wiederum bis dahin alles so gelaufen ist, wie sich das heute alle Beteiligten vorgestellt haben. Carl-Edgar Jarchow: Wenn alle so mitziehen, wie wir es uns erhoffen, dann wird es funktionieren Zunächst sind wir einmal auf das Bezirksamt Altona angewiesen, dort ist man guten Mutes – ich bin es auch.“

Und das ist nach wie vor geplant: Unmittelbar angrenzend an das Gelände der Imtech Arena soll mit dem HSV-Campus einen Funktionskomplex entstehen, der Raum für HSV-Internat, Leistungs- sowie Trainingszentrum bietet. Der HSV-Nachwuchs soll damit und dadurch intensiver betreut werden, zudem ist der HSV-Campus als Begegnungsstätte im Grünen gedacht und soll im Volkspark infrastrukturell für die gesamte Hamburger Bevölkerung geöffnet werden.

Sportsenator Michael Neumann: „Der HSV ist ein wichtiger Partner im Hamburger Sport, der mit dem HSV-Campus die Weichen auf Zukunft stellt und die Nachwuchsarbeit zurück in die Stadt holt. Er gibt talentierten Nachwuchsspielern aus der Region eine Chance und
engagiert sich gleichzeitig im Volkspark für Freizeit- und Breitensport, ganz im Sinne der Parksport-Idee unserer Dekadenstrategie.“

Der HSV erhofft sich für seine Nachwuchsarbeit künftig einen zusätzlichen Schub. Die Nachwuchsarbeit soll damit intensiviert und verbessert werden. Jarchow: „Das ist natürlich ein Schub, der nicht von heute auf morgen kommen wird, denn wir ziehen ja erst in zwei Jahren dort ein. Bis dahin versuchen wir schon, die Nachwuchsarbeit an seinem jetzigen Standort in Ochsenzoll zu intensivieren. Bis sich dann die Ergebnisse des neuen Campus’ materialisieren, das wird dann bestimmt noch fünf Jahre dauern.“ Jarchow und die HSV-Führungsherren sahen es bislang als Nachteil an, dass der HSV-Nachwuchs im 20 Kilometer entfernten Norderstedt trainieren und spielen musste. Er sagt: „Das dortige Zentrum stand nicht unter der permanenten Einflussnahme der Verantwortlichen. Die U 23 ist ja bereits im Volkspark, die übrigen Leistungsmannschaften sollen und werden folgen.“

Wobei ich genügend Stimmen gehört habe, die sich dazu äußerten, was der Umzug der U 23 von Ochsenzoll in den Volkspark gebracht hat: nichts. Jedenfalls hat niemand etwas anderes bemerkt. Eine Annäherung oder gar eine Verschmelzung /(an manchen Tagen) hat es nicht gegeben. Die einen trainieren hier, die anderen dort. Das könnte so auch im Volkspark und zeitgleich in Ochsenzoll stattfinden, ganz sicher. Darauf sprach ich heute Carl Jarchow an, und dessen Antwort war: „Die handelnden Personen müssen das wollen und sich danach richten. Das ist so wie mit dem Campus hier. Damit kann man alles richtig machen, aber wenn dort die falschen Leute arbeiten, dann wird da auch nichts bei rauskommen. Aber ic kann zunächst ja nur die Voraussetzungen schaffen, damit es mal klappen kann.“ Ja, und nun sind tatsächlich die handelnden Personen gefragt.
Ich bin aber weiter skeptisch, ob in die von der HSV-Führung gedachte Richtung tatsächlich auch künftig etwas mehr passieren wird. Ich glaube, um mal Butter bei die Fische zu geben, nicht dran. Gut gedacht, aber es wird eben nicht umgesetzt. Wie das dann beim Campus sein wird? Abwarten.
Bei der Gelegenheit verriet Jarchow auch: „Die U 23 wird in der kommenden Saison die Heimspiele nicht wieder bei Eintracht Norderstedt austragen, sondern wieder in Hamburg, und zwar an der Hagenbeckstraße.“

So, dann noch einen ganz kurzen Blick voraus: Heute findet am Abend und in der Nacht eine ganz normale Aufsichtsratssitzung statt, da geht es um das Budget für das kommende Geschäftsjahr 2013/2014. Die Zahlen wird der Vorstand dem Rat vorlegen, und dann wird genehmigt. Oder gestrichen. Oder ganz abgelehnt? Das wohl nicht. Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass es da den einen oder anderen besonderen Höhepunkt geben wird. „Scholle“ wird vor Ort sein und sich die Nacht im Volkspark um die Ohren schlagen, und sollte etwas für „Matz ab“ dabei herausspringen, so wird er das in diesen Blog ergänzend hineinbringen. Danke dafür schon mal vorab, „Scholle“.

In Sachen Sportchef wird es wahrscheinlich auch heute das eine oder andere Gespräch zwischen Vorstand und Aufsichtsrat geben. Am Sonnabend aber soll es dann die Entscheidung geben. Intern ist ja längst alles geklärt, Oliver Kreuzer wird der neue Sportchef des HSV, die Räte haben mit 11:0 Stimmen für den Mann aus Karlsruhe gestimmt. Nun muss man sich nur noch finanziell mit dem KSC einigen, und das wird am Sonnabend in Berlin passieren. Sodass es dann am Sonntag bei der Mitgliederversammlung in der Arena (Beginn 11 Uhr) voller Stolz verkündet werden kann. Mal wieder etwas Positives vom HSV. Wobei – heute gab es ja auch schon mal wieder etwas. Positives.

Und dann gibt es noch diese kleine Meldung:

Rafael van der Vaart wird entgegen den ursprünglichen Planungen pünktlich zum Trainingsstart des HSV zurückkehren. Der Mittelfeldspieler musste seine Teilnahme an der Asienreise der niederländischen Nationalmannschaft wegen Achillessehnenproblemen am linken Fuß absagen. Deshalb braucht er seinen Urlaub nun nicht zu verlängern. Der HSV beginnt am 1. Juli mit dem Training.

17.38 Uhr

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