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Kommt Hollands Nationalverteidiger Stefan de Vrij?

8. Juli 2014

Am Montag stand er erstmals wieder beim Trainingsspiel zwischen den Pfosten, heute erneut – und morgen soll Rene Adler nach seiner Bandescheiben-Verletzung sein Comeback gegen den chinesischen Testspielgegner Guangzhou R&F geben. Die Partie gegen das Team des ehemaligen schwedischen Nationaltrainers Sven-Göran Eriksson wurde unterdessen um 30 Minuten nach hinten verlegt und wird somit um 20 Uhr Ortszeit (14 Uhr MESZ) angepfiffen. „Ich hoffe, dass ich bis zum Saisonauftakt wieder bei 100 Prozent bin“, sagt Adler, dessen Kompagnon heute im Training für eine heftige Schrecksekunde sorgte. Denn kurz bevor Trainer Mirko Slomka die Vormittagseinheit beenden konnte, kippte Nachwuchstorwart Alexander Brunst auf dem Platz um und blieb regungslos liegen.


Kreislaufprobleme! Die HSV-Ärztin Dr. Caroline Friebe und die Physiotherapeuten kümmerten sich sofort. „Wir haben das unterbunden, was die Kreislaufproblemen ausgelöst hat, sprich die Hitze gedrosselt sowie Glukose und Wasser verabreicht“, erklärte Physiotherapeut Jörg Fick. Brunst geht es inzwischen schon wieder deutlich besser. Zur Vorsicht gab es im Krankenhaus weitere Kontrolluntersuchungen, um mögliche Risiken auszuschließen. Schon am Mittwoch soll er wieder normal trainieren und eventuell auch im Spiel mitwirken.

Noch nicht dabei war Dietmar Beiersdorfer. Der designierte Vorstandsboss musste noch die AG-Eintragung abwarten, die sich eigentlich noch einige Tage – wenn nicht gar Wochen hätte hinziehen sollen. Zumindest nach dem Willen von Klaus Meetz. Der hatte Befangenheitsanträge gegen die für die Eintragung verantwortlichen Richter des Amtsgerichtes gestellt und dem Vernehmen nach weitere Zeit fordernde Klagen und Anträge vorbereitet. „Es wird dauern, weil es dauern muss, um ordentlich gemacht zu werden“, hatte er mir am Sonntag vor einer Woche gesagt und sich siegessicher gegeben.

Jetzt ist er raus aus der Nummer. Zumindest kann der ehemalige Volleyball-Profi des HSV die Eintragung der AG nicht mehr verhindern. Die ist vollzogen.

Dachten alle.


Aber die haben nicht mit dem Kampfgeist von AG-Schreck Meetz („Ich bin für die Ausgliederung – aber nicht so“) gerechnet. „Das ist Quatsch“, sagt Meetz, „ab morgen ermitteln die Staatsanwälte gegen die Richterin Frau Dr. Mosenheuer, die die Eintragung vorgenommen hat. Ich habe Strafanzeige gegen die Richterin wegen des Verdachtes der Bestechlichkeit sowie Rechtsbeugung gestellt, weil sie meine Anträge missachtet hat. Denn sie hätte erst nach der Prüfung der Anträge entscheiden dürfen. Das wäre das rechtsstaatliche Verfahren gewesen.“ Konsequenz: Sollte die Staatsanwaltschaft den von Meetz angezeigten Verlauf so bestätigen, könnte die Eintragung der AG „von Amts wegen“ gelöscht werden.

Dietmar Beiersdorfer dürfte dann jedoch weiter werkeln. Um gleich das Wichtigste vorwegzunehmen. Zumal er eh schon seit Wochen für den HSV ackert. Auch heute war Dietmar Beiersdorfer schon wieder fleißig. Obwohl er erst morgen um 12 Uhr (PK live und kostenlos bei HSVtotal zu sehen) offiziell als Erster Vorsitzender des Klubs präsentiert werden soll, ließ er keine Sekunde verstreichen, um sich heute schon bei seinen künftigen Mitarbeitern vorzustellen. Er bezog zwar noch kein Büro (offen ist, ob er das von Jarchow bezieht oder nicht), aber er ließ die Mitarbeiter wissen, wie er sich den HSV der Zukunft vorstellt. Allerdings mehr philosophisch denn kadertechnisch betrachtet.

Denn der Kader soll erst jetzt richtig vorangetrieben werde. Ungeachtet des drohenden Ungemachs seitens Meetz soll vor allem auch mit Hilfe des Speditionsmilliardärs Klaus Michael Kühne der Kader verstärkt werden. Ostrzolek ist einer der Namen, der geholt werden soll. Allerdings ist der Linksverteidiger (noch) nicht die Kategorie anzusiedeln, in der Beiersdorfer für den HSV Notwendigkeit sieht. In Hamburg traf sich der HSV-Boss am Wochenende mit Huub Stevens’ Sohn Maikel, der auch mal für den HSV gearbeitet hat und zu dem Beiersdorfer ebenso wie zum Vater ein exzellentes Verhältnis pflegt. Dabei soll es, so habe ich es jetzt gehört, um den niederländischen Nationalspieler Stefan de Vrij gegangen sein, den Spielerberater Maikel Stevens vertritt. Der 22-Jährige passt voll in das von Slomka, Kreuzer und Beiersdorfer vor zwei Wochen erstellte Anforderungsprofil: Er ist mit 22 Jahren noch jung, er ist als Nationalspieler aber erfahren. Er ist 1,89 Meter groß, kopfball- und zweikampfstark, schnell – und er wäre damit sicher ein Führungsspieler beim HSV. Problem ist, dass der Niederländer einen Marktwert von für den HSV ohne Kühne unrealistischen sechs Millionen Euro hat. Das Gute ist, sein Vertrag beim holländischen Erstligisten Feyenorord Rotterdam läuft in einem Jahr aus.

Das mit Abstand Allerbeste jedoch ist: Das ist ein richtig Guter, wie er bei der WM unter Beweis stellt. Von Spiel zu Spiel. Daher: Mach et, Didi! Der Junge dürfte schnell mehr Wert sein, als die von Transfermarkt.de veranschlagten sechs Millionen Euro…

Wobei, eigentlich ist es schon fast Frevel, an dieser Stelle über einen niederländischen Nationalspieler lobende Worte zu verlieren, da sie uns (hoffentlich) im Finale begegnen können. Von daher fahre ich mein HSV-Interesse mal schnell auf ein Mindestmaß runter und richte den Blick voraus auf das Halbfinale gegen Brasilien, von dem viele meiner Bekannten „eine wilde Treterei erwarten“. Dabei haben wir das doch gar nicht nötig, habe ich mir bislang immer gedacht, bis ich die Begründung hörte: „Die Brasilianer müssen sich doch etwas einfallen lassen, weil wir deutlich spielstärker sin.“

Klar!

In diesem Sinne, ohne Merte, mit Klose – so habe ich gehört – spielen wir heute gegen den Gastgeber. Aber wenn wir vor allem einen mit auf dem Platz haben, kann nichts mehr schiefgehen: Den Faktor Ruhe und Disziplin sowie das Selbstvertrauen der letzten Spiele. Mir haben die Deutschen auf dem Platz auf jeden Fall bislang immer sehr viel Spaß gemacht. Ich sehe sie seit Jahren gern und finde, dass die Entwicklung so weit fortgeschritten ist, dass sie cool spielen. Das ist für mich titelreifer Fußball! Und ich bin mir sicher, das werden sie heute auch wieder beweisen.

Bis später! Freuen wir uns jetzt auf ein tolles WM-Halbfinale unserer Jungs und im Anschluss an den Finaleinzug auf eine tolle Sendung mit Bernd Enge sowie dem Frank Mackerodt, der Meetz vor zig Jahren kennengelernt hat, als Gäste unser Late-Night-Sendung „Matz ab live“.

Scholle

Für das Verständnis, und weil es gefragt wird: In der neuen HSV Fußball AG besetzen Carl Jarchow und Joachim Hilke weiter Vorstandsposten, Oliver Kreuzer als Sportchef nicht mehr und Oliver Scheel ist raus. Letztgenannter bildet als kommissarischer Schatzmeister mit dem kompletten alten Vorstand das Präsidium des e.V., das im Januar neu gewählt wird.

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