Archiv für das Tag 'Löw'

**ERGÄNZT** Vom Warten auf Lasogga, Skjelbreds Verletzung und Calhanoglus Paralleluniversum

2. Juli 2014

***Vorweg: Nachdem ich jetzt die ersten Posts gelesen habe, bitte ich Euch um eine Sache: Es ging mir in dem Teil mit der Nationalelf nur darum, Euch zu zeigen, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Damit wollte ich aber keinerlei Spekulationen lostreten, dass beispielsweise ein Götze intern Stunk macht oder ähnliches. Ich weiß nichts über Ärger in der Nationalelf. Ich habe nur erzählt bekommen, wie sich einige Spieler nach außen geben. Und das ist nicht besser, als sonstwo in der Bundesliga. Also , daher meine große Bitte an Euch: Das Letzte, was ich will, ist, dass wir jetzt die Nationalelf in eine interne Krise spekulieren. Dafür bin und bleibe ich (zum Glück!) auch viel zu weit weg, als dass ich das tatsächlich beurteilen könnte. Ich bin froh, hier einmal ganz easy auf Fan machen zu können und will mich am Ende darüber freuen, dass wir alle zusammen Weltmeister geworden sind. Wie, ist mir dabei erst einmal egal…!***

Wäre nicht der zwischenzeitliche Feueralarm bei uns im Haus gewesen – es wäre wahrscheinlich einer der ruhigsten Tage seit Ewigkeiten geworden. Die Mannschaft trainierte nur innen, bevor es am frühen Nachmittag mit dem Bus gen Horst ging (Spielbericht folgt). Zudem war an der Transferfront heute unspektakulär. Soll heißen: Der Lasogga-Transfer wurde formell eingeleitet. Dafür musste der amtierende Vorstand eine Beschlussvorlage beim noch amtierenden Aufsichtsrat des e.V. einreichen. Die Kontrolleure nicken das Gesamtpaket (acht Millionen Euro Ablöse zuzüglich Erfolgsprämien und drei Millionen per annum für vier Jahre) heute Abend – davon ist auszugehen – nur noch ab.

Unspektakulär?

Mitnichten. Denn dieser Transfer bietet viele interessante Denkansätze. Zuerst natürlich die neue Kooperation zwischen dem Speditionsmilliardär Klaus Michael Kühne und dem HSV. Die sollte eigentlich erst mit der Eintragung der AG beginnen, die ja (Klaus Meetz lässt grüßen) aus bekannten Gründen aufgeschoben ist. Nun wurde sie, also die finanzielle Unterstützung Kühnes dank der ausdauernden Überzeugungsarbeit Gernandts bei seinem Chef, notwendigerweise vorgezogen. Und pikanterweise kommt das Kühne-Geld zunächst dem e.V. zugute. Obgleich es später umgewandelt werden soll (muss) auf die AG.


Insgesamt ist dieser Transfer also faktisch noch in den alten Strukturen entstanden – obgleich mit Dietmar Beiersdorfer ein Neuer dabei eine ganz wesentliche Rolle in den Verhandlungen mit der Hertha übernommen hat. Zuvor, das stellen die Verantwortlichen sowie Mutter und Managerin Lasogga auch gern heraus, hatte Oliver Kreuzer viel Überzeugungsarbeit geleistet, ehe er mit Hertha-Manager Michael Preetz aneinandergeriet und Beiersdorfer den Part übernahm. „Good guy – bad guy“ sozusagen – aber auf jeden Fall ein gelungenes Teamwork. Dass dies demnächst anders aussehen wird, scheint zwar nur noch davon abzuhängen, wie die Sportchefsuche von Beiersdorfer voranschreitet. Bislang konnte der designierte Klubboss jedoch noch keine Einigung mit seinem Wunschkandidaten Peter Knäbel erzielen.

Aber, für alle Kreuzer_Kritiker, die sich jetzt die Hände reiben: Jetzt an dieser Stelle wild über derart unentschiedene Personalien wie die Zukunft Kreuzers beim HSV zu spekulieren, halte ich für unmoralisch. Letztlich, obgleich alle aktuellen Vorstände auf Hart mimen, stört es sie dennoch, wenn sie denn irgendwann nicht mehr gewollt sind. Trotz der winkenden Abfindungen. Ego ist das Stichwort.

Auch bei Lasogga. Denn der Angreifer hat sich letztlich auch wegen der hohen Wertschätzung in Hamburg für den HSV entschieden. Dass Herthas Trainer Luhukay deutlich machte, einen anderen Stürmertypen zu bevorzugen hat das Ganze dann zusätzlich in die richtige Richtung – nämlich zu uns – befeuert. Und da Lasogga seinen Medizincheck im UKE heute problemlos bestanden hat, dürfte es nur noch eine Frage von Stunden sein, wann der Fan-Liebling offiziell präsentiert wird. Zumal klar ist, dass Lasogga am Freitagnachmittag mit nach China fliegen soll. Auf einen Trip, der rein finanziell sinnvoll ist, wie Carl Jarchow heute erklärte. „Sportlich ist die Belastung sicher überschaubar, sodass wir da keine Bedenken haben.“

Stimmt! Am Donnerstag ist trainingsfrei, Freitag ebenfalls, weil Reisetag. Am Sonnabend ist Ausspannen nach den Reisestrapazen und dem Jetlag angedacht, ehe es erst am Sonntag wieder auf den Platz geht. Zwei Testspiele stehen in China auf dem Programm – wofür der HSV am Ende rund 500.000 Euro einstreichen soll. Und wenn sich nicht wieder jemand schwer verletzt, soll es uns doch recht sein. Die Woche nach China ist wieder frei für die Spieler, die sich mit insgesamt acht Wochen eh mindestens zwei Wochen länger vorbereiten als der Rest der Bundesliga.

In Sachen Sechser ist der HSV aktuell weder in Sachen Ver- noch in Sachen Einkauf einen Schritt weiter. Ebensowenig bei Ostrzolek, wo sich die Verhandlungspositionen festgefahren haben sollen, wie man hört. Augsburg beharrt jetzt auf drei Millionen Euro, der HSV auf zwei Millionen. Und Per Skjelbred ist auch weiterhin beim HSV. Und er spielt sehr gut. In Horst allerdings nur bis zur 20. Minute, ehe ihn Fußprobleme zum Aufgeben zwangen (Die Statistik und besondere Vorkommnisse des Spiels werde ich nachher hier noch ans Textende reinstellen).

Und dann erlaubt mir noch ein Wort zur WM. Nicht zu den Bestechungsvorwürfen gegen Kameruns Nationalmannschaft, die auch so gegen die Kroaten vergeigt hätte. Vielmehr kann ich jetzt nachvollziehen, warum hier der eine oder andere Blogger grundsätzlich pöbelt, wenn kritisch berichtet wird. Ich weiß nicht, wer von Euch den taz-Artikel über Löw und Co. gelesen hat, indem am Beispiel das Mertesacker-Interviews dem DFB-Tross bockloses und divenhaftes Allgemeinverhalten nachgesagt wird. Aber ich für meinen Teil war zunächst einmal sauer, weil ich den Trend des zu negativen Berichtens bei der Nationalelf sehr wohl erkannt haben wollte und etwas gefährdet sah, was eigentlich recht erfolgreich funktioniert. Aber beim zweiten Blick – und nach einigen Telefonaten mit Nationalelf-Reportern – wurde mir klar, dass auch dort nichts so ist, wie es scheint. Manches ist ähnlich – aber vieles eben auch nicht. Und einiges, was ich erfahren habe, hätte ich lieber nicht gewusst.

Das ist nicht anders als beim HSV. Da stand ich früher mit der Dauerkarte in der Tasche, einer aufgemalten Raute auf der Wange und in Vollausstattung (Kutte, Trikot, Schals in den Gürtelhaltern, Fahne – manchmal im doppelten Sinne) im Block E/F, immer so halbe Höhe. Fanatisch jubelnd, manchmal auch pöbelnd aber durchweg anfeuernd. Bis ich HSV-Reporter wurde. Und was am Anfang noch ganz aufregend war, weil man plötzlich die ganzen Interna und Spieler kennenlernte, weil man vieles mitbekam, worüber nie gesprochen und geschrieben wurde – all das entpuppte sich schnell als desillusionierend. Da war nicht mehr viel von dem Teamdenken, das ich aus meinen Mannschaften kannte und beim HSV hineininterpretiert hatte. Da war nicht viel Stolz auf den Verein bei den Spielern zu hören und zu sehen. Nein, das waren alles Ich-AG’s, die mehr oder weniger gut zusammen funktionierten. Und diese Erfahrung war tatsächlich sehr lehrreich – aber bittersüß, weil sie in mir das eine oder andere Ideal zerstörte.

So viel zum Thema „Ich sehe, was ich sehen will. Und das ist die Wahrheit“. Und bitte, versteht das jetzt nicht als Vorwurf an die Seher in diesem Blogforum! Schließlich habe ich genau diesen Modus in Sachen Nationalelf schnell wieder eingeschaltet. Trotz Löws Verbohrtheit in Sachen Philipp Lahm glaube ich an die Mannschaft und die Möglichkeit, den Titel zu holen. Zumal die WM als Fan ansonsten doch auch keinen Spaß machen würde. Und das gilt für alles, wovon frau/man Fan ist. Aber das kann ich natürlich so nicht machen, wenn ich über den HSV berichte.

Ach ja, apropos eigene Welt – tauchen wir doch noch mal kurz ab in die von Hakan Calhanoglu. Wie jetzt bekannt wurde, scheinen die Bayer-Verantwortlichen die wiederholten Absagen des HSV langsam doch ernster zu nehmen. Denn der Werksklub sichtet schon Alternativen für den Fall, dass Calhanoglu nicht kommt. Im Visier ist laut „Sport Bild“ der französische Nationalspieler Clément Grenier. „Der Spieler ist uns natürlich bekannt, er hat große Qualitäten, die ihn sicherlich für viele Clubs interessant machen”, teilte ein Bayer-Sprecher mit. Es sei ein normaler Vorgang, dass im Rahmen „eines hakenden Transfers“ wie im Fall Calhanoglu schnell andere Namen diskutiert würden. Spielmacher Grenier, der bis 2016 bei Olympique Lyon unter Vertrag steht, soll schätzungsweise rund zehn Millionen Euro Ablöse kosten. Viel Glück dabei, mein „aber-sowas-von-Ex“-Idol Ruuuuuudi. Ach ja, und das Gerücht, Bayer hätte das Angebot für den HSV-Youngster auf 16 Millionen erhöht – wurde umgehend dementiert. Schade eigentlich – sie wären schon fast dran an der Schmerzgrenze…..

In diesem Sinne, bis morgen. Dann hoffentlich mit nem 50-Millionen-Angebot und hoffentlich schon der Präsentation von „PML“.

Scholle

VfR Horst (SH-Liga) – HSV 0:15
Tore: Cigerci (35.), 3:0 Stieber (42.), 4:0 van der Vaart (45), 5:0 Demirbay (50.), 6:0 Cigeri (52.), 7:0 Stieber (56.), 8:0 Demirbay (58.), 9:0 Arslan (61.), 10:0 Cigerci (63.), 11:0 Stieber (78.), 12:0 Demirbay (58.), 13:0 Steinmann (84.), 14:0 Cigerci (90.), 0:15 Cigerci (90.+6)
HSV: Brunst (46. Kreidl) – Mancienne, Westermann, Kacar (46. Diekmeier), Jiracek – Jung (46. Steinmann), Skjelbred (22. Demirbay) – Stieber, van der Vaart (46. Arslan), Ilicevic (46. Derflinger) – Cigerci.
Zuschauer: 2500

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