Archiv für das Tag 'Lotto King Karl'

Von Versprechungen, Forderungen und Altmeistern

20. Juni 2015

So eine Fußball-Sommerpause ist einfach nur schrecklich. Jahr für Jahr wieder. Zumal dann, wenn sich der HSV wieder einmal traditionell Zeit lässt, Zeit lassen muss, um neue Spieler zu verpflichten. Auch Jahr für Jahr wieder. The same procedure as every year – im Sommer, nicht zum Jahreswechsel. Still ruht der See. Es tut sich nichts. Obwohl die Herren des HSV schön unterwegs sind, um sich nach Verstärkungen umzusehen. Sogar bei der U21-Europameisterschaft waren sie in Tschechien, obwohl die Talente dort wohl allesamt eine Preisklasse zu hoch sein dürften für den HSV. Aber warten wir es ab, mehr bleibt ja nicht. Obwohl die Ungeduld wächst. Bei vielen HSV-Fans. Und eventuell auch bei manchem Angestellten des Clubs. So las ich heute beim Einkaufen die Titelseite der „Bild“, und dort stand zu lesen: „Olic fordert neue Stars“. Da dachte ich so bei mir: „Wer nicht?“
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Welch ein Glück! 2:0-Sieg – Relegation!

23. Mai 2015

Das Zittern geht weiter. Zum Glück! Nach großem Kampf hat der HSV zwar mit 2:0 gegen Schalke 04 gewonnen, aber noch ist nichts gewonnen – es geht in die Relegation gegen den Zweitliga-Dritten, der am morgigen Sonntag ermittelt wird: Kaiserslautern, Darmstadt oder Karlsruhe sind die Kandidaten. Seine Pflichtaufgabe hat der HSV nach mäßiger erster Hälfte großartig erfüllt, als die Mannschaft im zweiten Durchgang Richtung Norden spielte, also auf die prächtigen Fans, da war dann mehr Schwung, mehr Tempo und auch mehr Siegeswille erkennbar. Der Sieg war völlig verdient – gegen eine doch recht schwache Schalker Truppe. Das soll allerdings nicht die Leistung des HSV herabwürdigen, denn diesmal zeigte sich die Mannschaft von ihrer besseren Seite – endlich einmal wieder. Jetzt geht es doch noch weiter, was viele vorher nicht für möglich gehalten hatten – aber zum Glück darf jetzt noch weiter gezittert werden. Zum Glück. Der HSV lebt noch. Jedenfalls ein bisschen. Wer hätte das gedacht?
Direkt abgestiegen sind Paderborn und der SC Freiburg, der 1:2 in Hannover verlor. Auch das war riesiges Glück! Und vielen Dank, nein, ein riesiges Dankeschön an Hannover 96, dass es diesen Sieg und kein Unentschieden gab, sonst läge ganz Hamburg jetzt wohl am Boden. Danke, 96!

Der Geist von Malente schwebte über diesem Spiel. Oder, wie auch schon geschrieben, das Abstiegsgespenst. Gestern war noch ein kleines, „inoffizielles“ Matz-ab-Treffen in Barmbek, das wieder ganz hervorragend organisiert war – von unserer „Hope/Eva“. Vielen Dank dafür, das war wieder einmal großartig (auch die Teilnahme von Buchautor Volker Keidel – „Mein Ditmar Jakobsweg“). Und es war wieder, für mich – bei diesem Tabellenstand – total überraschend, auch sehr gut besucht. Das ist überragend! Wenn die HSV-Mannschaft nur halbwegs so viel Einsatz und Herz gezeigt hätte, es wäre mindestens ein Mittelfeldplatz geworden. Aber es ist müßig, jetzt noch groß und breit darüber zu schreiben, es ist wie es ist. Bewundernswert, und dann komme ich zum Fußball, ist auf jeden Fall der fast grenzenlose Optimismus der „Matz-abber“, die alle noch von einem positiven Saisonausklang überzeugt waren. Auch das ist hervorragend und vorbildlich.

 

Im Presseraum war – wie immer – der Tipp der Medien gefragt. An einer Tafel prangten einige Ergebnisse, wie wohl das Spiel ausgehen werde. Die meisten hatten auf HSV-Sieg getippt. Zu gewinnen gab es – einen HSV-Gartenzwerg. Wie sinnig. Aber in Klammern war hinzugefügt worden: „Nur bei Nicht-Abstieg des HSV“ . . . Natürlich. Wer wollte denn sonst noch einen HSV-Gartenzwerg mit nach Hause nehmen?

 

 

Die Stimmung war grandios. Von Beginn an. Es wurde von Anfang an gesungen. Bis auf die Schalker Ecke (es sollten diesmal nur 5000 Anhänger aus Gelsenkirchen gekommen sein?), die dagegenhielten: „Nie mehr Erste Liga, HSV . . .“

 

Begann das Spiel eigentlich gut – für den HSV? Blitzschnell führte Hannover 96 gegen Freiburg 1:0, und auch der SC Paderborn gelang das erste Tor gegen den VfB Stuttgart. Damit war der HSV erst einmal Tabellenschlusslicht. Aber würde der HSV ein Tor erzielen und damit 1:0 in Führung gehen, stünde er gleich auf Platz 14. Das war doch Anreiz genug, etwas zu riskieren – nach vorne. Pech aber gesellte sich wieder einmal hinzu. Nach einem Tritt gegen Pierre-Michel Lasogga signalisierte die HSV-Spitze alsbald: „Auswechseln. Die Schulter.“ In der 27. Minute kam Artjoms Rudnevs für Lasogga und hatte sofort eine prächtige Chance, die bis dahin beste des Spiels: Lewis Holtby bediente den auf rechts in den Strafraum preschenden Heiko Westermann, kluger Rückpass – „Rudi“ hatte seine Beine noch nicht richtig sortiert, schoss sich mit rechts an die linke Wade, vorbei. Weit vorbei. Bitter. Ganz bitter. Weil man ja weiß, dass der HSV Chancen solcher Güte nur recht, recht wenige in einem Spiel bekommt. Aber gut, es ist so wie es ist. Und noch einmal der gute „Rudi“, diesmal zog er aus 20 Metern ab, zentral, aber er hatte immer noch kein Zielwasser getrunken (kam sein Einsatz zu plötzlich?) – wieder weit vorbei (38.).

 

Dann kam Schalke (ohne Dennis Aogo, der mit war, aber nicht im Kader, und mit Choupo-Moting auf der Bank). Der junge Abwehrmann Friedrich hätte aus fünf Metern nach einer Ecke den Ball nur treffen müssen . . . So gab es nur einen harmlosen Roller, den Marcelo Diaz auf der Linie stehend ohne Mühe abfing (39.). Und drei Minuten später die beste Möglichkeit der ersten Halbzeit: Nach einem krassen Abspielfehler von Diaz lief der Konter, Meyer bediente Huntelaar, der einen Moment lang unbewacht am Fünfer stand – doch der Niederländer trat in den Rasen und schoss weit vorbei, gestört noch von Johan Djourou. Das war Glück. Es blieb beim 0:0 – und es gab Beifall zur Pause. Trotz der Tatsache, dass der HSV teilweise zu pomadig, zu langsam und zu umständlich gespielt hatte, und dazu ohne große Bewegungen – von wegen anbieten, freilaufen.

 

„Ich verstehe diese vielen Quer- und Rückpässe nicht, der HSV muss doch gewinnen, also schneller nach vorne spielen. Er tut aber gerade so, als würde er schon 3:0 führen“, sagte „Dittsche“, Schauspieler und Komiker Olli Dittrich, der in weiß-blauer HSV-Jacke auf der Tribüne saß. Und dennoch hoffte er natürlich auf das eine, das erlösende Tor. Und das fiel nach dem Seitenwechsel. Eckstoß von links von Ivo Ilicevic, vorne verlängerte (?) Djourou fast artistisch mit der Hacke (anders ging es nicht), und so kam die Kugel zu Ivica Olic. Der stoppte, dann schoss er aus halblinker Position mit rechts – unhaltbar in die lange Ecke. Oben stand Olli Dittrich mit erhobenen Arme und feierte wie ein Triumphator. Und unten sauste Trainer Bruno Labbadia wieder auf den Rasen und drehte seine Ehrenrunde. Zudem waren sie alle von der Ersatzbank aufgesprungen und feierten ausgelassen am Rande (49.). Jetzt geht’s los!

 

Und wie. In der 58. Minute hieß es 2:0. Freistoß von Holtby aus halbrechter Position, und am Fünfmeterraum schraubte sich Innenverteidiger Slobodan Rajkovic in die Luft und köpfte mit dem Hinterkopf ein. Welch ein Jubel! Der Volkspark erzitterte, alle lagen sich in den Armen. Und „niemals Zweite Liga, niemals, niemals.“

 

Danach zog sich der HSV zurück, verteidigte geschickt und konzentriert. Bis auf die „Hundertprozentige“ für Schalke, die Eric-Maxim Choupo-Moting (ausgerechnet er!) vergab, weil Rene Adler großartig parierte, passierte nicht mehr so viel. 2:0. Jubel nach dem Schlusspfiff. Und das große Warten auf die anderen Ergebnisse. Rettung? Relegation? Oder was?

 

Es wurde die Relegation. Und dafür kassierte die Mannschaft dann doch noch viel Beifall. Die Mannschaft drehte schon eine Ehrenrunde, aber in Hannover wurde noch gespielt, kurz vor Schluss verkürzte Freiburg noch auf 1:2 – bei einem Unentschieden wäre der HSV abgestiegen! Aber dann lagen sich Lotto King Karl und Sky-Moderator Patrick Wasserziehr in den Armen – Schluss in Hannover. Am Donnerstag gibt es hier in Hamburg das erste Relegationsspiel – es wird weiter gezittert.
Daumen drücken!
Nur der HSV.

 

Die Einzelkritik

 

Rene Adler war die Ruhe selbst, wurde aber auch kaum einmal vor eine große Probe gestellt. Bis auf die 83. Minute. Da stand der eingewechselte Choupo-Moting allein vor ihm, der Schalker wollte den Keeper ausspielen – und scheiterte. Riesige Parade von Adler, eine Weltklasse-Parade.

 

Heiko Westermann ging rauf und runter, er gab wirklich wieder einmal alles – und wirkte früh kaputt (oder angeschlagen?). Er hielt bis zur 82. Minute durch, und das ist wieder vorbildlich zu nennen.

 

Johan Djourou trat souverän, haute sich immer wieder großartig rein, fuhr den Schalker Angreifern in die Füße – so soll es sein. Und so wollen ihn die Hamburger immer sehen.

 


Slobodan Rajkovic
war wieder derjenige, der den Ball immer wieder nach vorne schlagen musste – weil es kein anderer der Kollegen tat. Diesmal waren nicht ganz so viele Fehlpässe dabei. Hinten gab er sich keine Blöße, vorne erzielte er das so wichtige 2:0 – gut.

 

Matthias Ostrzolek hatte Farfan meistens im Griff, das allein ist schon mal okay. Ansonsten müsste er sich in Sachen Offengeist vielleicht einmal etwas mehr zutrauen.

 

Gojko Kacar hatte einige Fehlpässe auf Lager, zerriss sich aber ansonsten wie zuletzt immer. Viel unterwegs. Eine Stütze.

 

Marcelo Diaz erledigte einige „Dinge“ sehr lässig, aber er hatte meistens alles im Griff, auch wenn er einige Fehlpässe spielte. Bewahrte auch oft die Ruhe am Ball, was einige Kollegen von ihm nicht taten. Dennoch: Es muss mehr kommen von ihm.

 

Ivo Ilicevic spielte ein richtig gutes Spiel, alle Achtung. Es geht ja doch. Auch wenn er zuletzt ein wenig abtauchte.

 

Lewis Holtby war in Halbzeit eins kaum zu sehen, im zweiten Durchgang etwas besser – aber so richtig gut wurde er dennoch nicht.

 

Ivica Olic schoss das wichtigste Tor seiner zweiten HSV-Karriere, ackerte, kämpfte, war überall zu finden – das war gut.

 

Pierre-Michel Lasogga musste früh passen, da verletzt.

 

Artjoms Rudnevs (ab 27. Min. für Lasogga) war viel auf Achse, bäumte sich auf, wehrte sich, ging weite Wege – nur das Glück stand ihm beim Abschluss nicht zur Seite. Kommt das noch?

 


Dennis Diekmeier
(ab 82. Min. für Westermann) kämpfte noch tüchtig mit.

 

Petr Jiracek (ab 87. Min. für Olic) durfte noch mitmachen – und die Siegprämie kassieren.

 

Gleich werden wir, es könnte allerdings etwas später (15 Minuten vielleicht) werden, weil heute ja doch so einiges los ist im Volkspark. Da sich die Weg zu bahnen, könnte diesmal etwas schwerer werden.
Wir werden natürlich über den Saisonausgang sprechen, über das Schalke-Spiel, und da haben wir uns den „Glücksbringer“ der vergangenen beiden Heimspiel wieder eingeladen, den ehemaligen HSV-Profi Stefan Böger. Zudem gibt uns der in Deutschland bekannte und populäre Fußball-Journalist Jan-Christian Müller (Frankfurter Rundschau) die Ehre, er ist Dauergast bei Sendungen wie „Doppelpass“ (Sport1) und „Sky 90“. Das HA-TV, „Scholle“ und ich würden uns wieder sehr freuen, wenn Ihr uns per Bildschirm bei diesem Rückblick begleiten würdet. Bis gleich also.

 

17.47 Uhr

Heese: “Es ist jetzt ein anderer Geist drin!”

15. Mai 2015

Zursicher

Mal sehen, was die Affen morgen so machen. Mit Affen sind die Spieler des VfB Stuttgart bezeichnet worden – von ihrem Trainer, ging ja auch Land auf, Land ab in den Zeitungen rauf und runter. So ist Huub Stevens eben. Was er auf der Zunge hat, muss raus. Und er hat es diesmal bestimmt auch deshalb rausgelassen, weil er mit dieser Beleidigung auch noch seinem letzten Spieler sagen will, dass hier allerhöchste Konzentration angesagt ist. Niemand darf auch nur einen Millimeter nach lassen, das wollte Stevens erreichen. Und er hatte auch deshalb die ganz Aufmerksamkeit, weil beim VfB Stuttgart, der ansonsten oft abgeschottet (also ohne Fans) trainiert, am Vatertag jeder Fan willkommen war. Stevens wollte mit seiner Härte auch demonstrieren, dass der Fokus nur auf diesem Abstiegs-Endspiel zu liegen hat. Ganz Stuttgart redet seit Tagen nur noch von dem Spiel gegen den HSV, das Stadion ist mit 60 000 Zuschauer seit Wochen ausverkauft – und 6000 Hamburger werden versuchen, sich in diesem Hexenkessel Gehör zu verschaffen. Und obwohl die Schwaben ja noch immer Tabellenschlusslicht sind, herrscht am Neckar große Zuversicht, dass der VfB an diesem Sonnabend gegen 17.20 Uhr den HSV um einen Punkt hinter sich gelassen hat. Es ist für das Ländle das Spiel der Spiele, und der Optimismus ist deswegen so groß, weil der VfB zuletzt stets gute oder sogar beste Leistungen gezeigt hat.

 
Was die meisten VfB-Fans aber in dieser Situation oft verschweigen: Der Tabellenletzte hat seit September 2013 (!) kein zweites Spiel in Folge mehr gewonnen. Seit September 2013! Und zuletzt siegte der VfB bekanntlich 2:0 gegen Mainz 05. Hält diese Negativserie an? Oder schafft es der HSV, so wie er es leider schon so oft geschafft hat, diese Serie zu durchbrechen – und das Schlusslicht so wieder aufzubauen? Was für Stuttgart außerdem ein Horror-Szenario ist, das ist die Tatsache, dass ausgerechnet Bruno Labbadia dem VfB den Gnadenstoß versetzen könnte. Jener Labbadia, der einst sehr wohl Erfolge mit dem VfB vorweisen konnte, der dann aber trotz allem, da gibt es sicher Parallelen zum HSV, vor die Tür gesetzt worden war, weil sich die Verantwortlichen und die Fans mehr erhofft hatten. Heute gibt es in Stuttgart nicht wenige, die meinen, dass die Labbadia-Gegner von damals heute sehr wohl Abbitte leisten müssten, denn nach dem damaligen Abgang des Trainers ist beim VfB nichts besser geworden. Im Gegenteil.

 

Im Ländle regnete es heute, am Sonnabend aber soll die Sonne scheinen. In Hamburg ist es genau umgekehrt. Mal sehen, wie sehr die Punkteverteilung dafür sorgt, dass in einem Fan-Lager so oder so die Sonne scheinen wird. Wir hoffen natürlich, dass es hier trotz des Regens reichlich Sonnenschein geben wird . . .
Beim VfB Stuttgart sind, um mal die sportliche Seite zu beleuchten, alle Mann an Bord. Diejenigen Spieler, die leicht angeschlagen in die Woche gegangen waren, wurden oftmals geschont, mussten nicht immer alle Einheiten mitmachen. Morgen aber wird jeder von ihnen bei 100 Prozent sein. Und besonders auf die Offensive hoffen die Schwaben. Die behaupten, dass es noch nie einen Tabellenletzten in der Bundesliga gegeben hat, der auf eine solche Super-Offensive setzen und bauen und hoffen kann. Vorne sind drei blitzgefährliche Angreifer unterwegs: In der Mitte der ehemalige Millerntor-Bomber Ginczek, links der Sprinter Kostic, rechts der unberechenbare Harnik, und dahinter der schnelle und technisch versierte Didavi, der nach einer längeren Verletzungspause jetzt wieder zur alten Form zurückkehren will – und schon auf dem besten Wege ist. Er wird der HSV-Defensive extrem viele Kopfschmerzen bereiten – neben den Stürmern.

 

Beim HSV herrschte heute nicht nur wegen des guten Wetters beste Stimmung. Bis auf Valon Behrami und Nicolai Müller konnten alle Spieler trainieren. Eine Stunde gab es Programm. Nach dem Aufwärmen folgte ein Spiel fünf gegen fünf gegen fünf. Und danach gab es reichlich Standards. Eckstöße, Freistöße, von links und von rechts zur Mitte gebracht. Meistens von Rafael van der Vaart geschlagen, aber auch Lewis Holtby und Ivo Ilicevic versuchten sich. Mit den Standards wurde ein wirklich lange Zeit verbracht. Zum Schluss folgte Spaß-Training. Die Spieler durften, so sah es aus, das machen, wozu sie Lust hatten. Lange Pässe, kurze Pässe, Torabschlüsse – Flanken. Wobei auch Bruno Labbadia tüchtig mitmischte. Der Coach schlug die Bälle aus dem Anstoßkreis heraus auf die linke Seite, wo Matthias Ostrzolek die Kugel meistens mit der Brust stoppte – um dann aus dem Lauf heraus zu flanken. In der Mitte hatte dann die Angreifer ein Spielchen mit Torwart Jaroslav Drobny zu laufen. Vorher wurde angesagt, wie viele Tore sie aus acht Flanken machen – und der oder die Verlierer mussten danach Liegestütze absolvieren. Da es ein nicht-öffentliches Training war, sah ich nicht alles, gefühlt würde ich sagen, dass die Angreifer mehr Liegestütze machen mussten. Und um ehrlich zu sein, ich habe Drobny nicht am Boden gesehen. Wer Rene Adler dabei vermisst: Der Stammkeeper war nach einer Stunde in die Kabine gegangen, nur mal so, es sah nicht danach aus, als drücke Adler auch nur ein kleiner Schmerz.
Übrigens sah Club-Chef Dietmar Beiersdorfer heute dem Training zu, nach dem Ende der Einheit ging er dann mit einer asiatischen Delegation (sah nach einem jungen Spieler aus) in das Umkleidehaus im Volkspark.

 

Aus dem Kader, der heute trainiert hat, blieben der Brasilianer Cleber, Julian Green und auch Maximilian Beister zu Hause.
Schiedsrichter der Partie in Stuttgart wird der Berliner Manuel Gräfe sein, in meinen Augen eine sehr gute Ansetzung, er ist mit dem Münchner Dr. Felix Brych der zurzeit beste deutsche Unparteiische. Aber – man soll den Tag nie vor dem Abend loben. Habe ich zuletzt wahrscheinlich das eine oder andere Mal zu viel gemacht. Deswegen halte ich jetzt mal den Ball flach. Obwohl ich, wenn ich bei Schiedsrichter bin, gleich an Rafael van der Vaart denke, denn der hat bislang neun Gelbe Karten „eingefahren“. Sieht er in Stuttgart noch einmal Gelb, dann fand am Neckar das Abschiedsspiel des „kleinen Engels“ statt. Das wäre doch auch dramatisch. Nicht für jeden HSV-Fan, aber auf jeden Fall für van der Vaart selbst.

 

Aber der Niederländer könnte sich ja auch in Sachen Härte oder auch mit verbalen Entgleisungen zurückhalten, dann passiert eben nichts. Hoffentlich. Ich sprach heute noch mit einem ehemaligen HSV-Spieler, der sich in Sachen Zurückhaltung nie besonders zurückhielt. Sein damaliger Trainer Klaus Ochs hat über ihn einst gesagt: „Auf dem Platz ist er ein Ekel.“ Es geht, einige haben es schon erraten, um Horst Heese. Der heute 71-Jährige lebt schon seit Jahrzehnten in Belgien, verfolgt den HSV, für den er einst „nur“ 41 Spiele bestritt, aber immer noch ganz genau – über das Bezahlfernsehen. Heese wurde damals im Winter 1972 verpflichtet und absolvierte sein erstes Spiel für den HSV am 16. Dezember 1972, bei seinem Debüt gab es eine 0:1-Niederlage – und der HSV stand damals auf dem letzten Tabellenplatz. Trotzdem gab es ein Happy end, dank Heese, der in der HSV-Geschichte den Platz eins als HSV-Retter einnimmt. Er riss die gesamte Mannschaft damals mit, und das waren immerhin Spieler wie Rudi Kargus, Peter Hidien, Manfred Kaltz, Peter Nogly, Klaus Zaczyk, Georg Volkert, Ole Björnmose, Willi Schulz, „Bubi“ Hönig, Caspar Memering, und, und, und.

 

Horst Heese hat in der jüngeren Vergangenheit schon oft um und mit dem HSV gezittert. Diesmal aber schien er mir optimistischer zu sein, denn er sagte: „Das sieht doch jetzt schon wieder viel besser aus, als noch vor ein paar Wochen. Das ist ja jetzt eine ganz andere HSV-Truppe, die kämpfen und hängen sich voll rein – das sieht gut aus, in meinen Augen.“ Den Umschwung hat Bruno Labbadia gebracht, das sieht auch Heese so, denn er befindet: „Sicher hat Bruno viel bewirkt, aber wenn man auf einen schwachen Trainer folgt, dann muss man kein Super-Trainer sein. Da hätte kommen können, wer will, es waren vorher zu viele schwache Trainer da. Wenn die Jungs merken, da vorne steht einer, der versteht sein Handwerk, der hat selbst gespeilt, der weiß wie es geht, dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Aber wenn du da vorne ein paar Flaschen vor der Mannschaft stehen hast, in kurzen Sprinterhosen, dazu mit fünf Handys durch die Luft wirbeln, dann wissen die Spieler doch gleich Bescheid. Der kann denen doch gar nichts erzählen, und wie soll das denn funktionieren?“ Heese: „Wenn wir damals gemerkt haben, dass wir eine Flasche vor uns haben, dann haben wir den sofort auf die Rolle genommen. Wenn der in kurzen Hosen vor uns stand, haben wir schon gegrinst, wenn der dann noch seine Stutzen irgendwie schief angezogen hatten, dann war die Sache für uns gleich klar, was wir da für einen vor uns hatten . . . Wenn du aber einen Trainer hast, der selbst an der Front war, dem nimmst du doch eher ab, was er da erzählt. Und von den schwachen Trainern hatte der HSV zuletzt leider einfach zu viele.“

 

Horst Heese sagt über die heutige HSV-Truppe, und das ist aus seinem Munde gewiss ein riesiges Kompliment: „Jetzt ist wieder ein anderer Geist drin. Und wenn du den Bruno Labbadia siehst, das ist echt, das ist authentisch, er lebt das vor, was da jetzt passieren muss. Die anderen Trainer haben, wenn die Kameras auf sie zukamen, ein verzweifeltes Gesicht gemacht, haben ein wissenschaftliches Gesicht gemacht, oder sie haben ihre Notizblöcke vollgeschrieben. Da waren viele Schauspieler am Werk. Aber Gott sei Dank, sie tanzten nur einen Sommer. In Hamburg jedenfalls.“

 

Horst Heese appelliert – auch für die Zukunft des HSV – an die Ehemaligen des HSV: „Da sind doch so viele Pragmatiker, die müssten mal den Mund aufmachen. Damit die Knalltüten ausgespielt haben, damit der HSV endlich mal einen vernünftigen Trainer bekommt. Diejenigen, die noch den engen Draht zum HSV haben, sollten schon mal häufiger den Mund aufmachen.“ Aber, das vermute ich, es haben in der Vergangenheit vielleicht schon oft den Mund aufgemacht, doch es passierte nichts, ihre Tipps verhallten mehr oder weniger ungehört im Volkspark.

 

Und wie ist Horst Heese mit dem Punkt „Härte“ zurzeit mit den HSV-Spielern zufrieden? Heese: „Das könnte ruhig noch etwas mehr sein, ganz klar. Wobei man Härte nicht mit Unfairness verwechseln darfst. Aber es geht doch jetzt um alles. Man darf nicht von hinten zutreten, du kannst ja auch einen Gegner von vorne stören. Aber du musst fit sein, immer eisern und hart am Mann sein. Heute sieht man auch keine Schnitte, wenn man nicht hundertprozentig fit ist. Dann bist du im heutigen Tempo-Fußball total daneben. Und man muss auch immer schön aufpassen, dass man nicht zu viele Freistöße vor dem eigenen Strafraum verursacht, das kann sich dann auch schnell rächen, wenn der Gegner da Spezialisten hat, die solche Standards zu nutzen verstehen. Also, mehr Härte ja, aber keine Fouls.“
Mal sehen, wie das denn morgen in Stuttgart so laufen wird – in der HSV-Defensive.

 

Ich habe übrigens in die Programm-Zeitschrift „Hör zu“ geblickt, wie der Prominente (jede Woche ein anderer) den Spieltag, besonders den HSV getippt hat. Diesmal ist das Joscha Kiefer (Soko 5113) gewesen, und der tipp Stuttgart – HSV auf 4:0. Oha, ein dickes Ding! Und eine Woche weiter tippt Lukas Hundt (Akte Ex) den HSV gegen Schalke 04 auf 1:0. Mal abwarten, wie sich das alles (schon an diesem Spieltag) da unten entwickelt.

 

So, zwei Personalien habe ich noch:

Lotto King Karl eröffnet an diesem Sonnabend im Stadtpark die Open-Air-Saison – und ich wünsche dem Kult-Sänger und seiner Band alles Gute, viel Glück – und gutes Wetter. Und Euch, die Ihr dabei seid, viel Spaß.

Dann hat sich heute Joe Zinnbauer bei NDR2 zu Wort gemeldet. Der Trainer, der im Moment nicht groß arbeitet, kann sich durchaus vorstellen, dass er in der nächsten Spielzeit wieder die U23 (spielt am Sonnabend um 14 Uhr in Lübeck um Punkte) trainieren wird. Mich würde das sehr freuen, gebe ich zu, denn der „Joe“ hatte diese Truppe doch märchenhaft ins Laufen gebracht. Vielleicht schafft er das denn ja noch einmal, ich glaube, dass die meisten Spieler nichts dagegen hätten. Ich drücke ihm die Daumen, dass es noch einmal weitergehen wird mit ihm – beim HSV.

 

Und wie es dann in der Bundesliga weitergehen wird, das kann man dann wahrscheinlich schon morgen von 17.20 Uhr an etwas klarer sehen, auch wenn bestimmt noch nicht alles restlos geklärt sein wird. Davon gehen ich mal verstärkt aus Drückt dem HSV tüchtig die Daumen, dass auch diesmal das Abstiegsgespenst in andere Städte abzischt. Hat doch 2014 bestens geklappt – oder?

 

In diesem Sinne, kommt gut rein in den 33. Spieltag – und bleibt positiv!

Dieter.

 

18.46 Uhr

Jansen trifft zweimal für das A-Team!

8. November 2014

„Wir gewinnen! 2:0 für’n HSV, logisch. Ja ist doch logisch. Wer gegen Bayern 0:0 spielt, gegen Dortmund 1:0 gewinnt und gegen Leverkusen auch, der gewinnt doch auch in Wolfsburg. Vor Wolfsburg müssen wir nun wirklich keine Angst haben.“ Sagt wer? Das sagte mir heute vor dem Abschlusstraining im Volkspark „Helm-Peter“. Der Mann („Tschuldigung, da muss ich kurz mal dazwischen grätschen“) mit dem Bart. Und mit dem Fahrrad. Peter war einer von ganz wenigen Kiebitzen, die an diesem wunderbar sonnigen Tag den Weg zum HSV gefunden hatten. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde trainiert, aber ein bisschen sehen kann man ja immer. Und festgestellt wurde schnell, dass Tolgay Arslan nicht mit von der Partie ist. Der „Pferdekuss“, den er sich im Training eingefangen hat, ließ heute kein Training zu – und morgen auch keinen Einsatz in Wolfsburg.

 

Die Sendung beginnt um 17:30 Uhr.

 

Ebenfalls fehlen wird an diesem Sonntag der ehemalige Wolfsburger Petr Jiracek, der an einer Fußprellung leidet und heute nur mit Reha-Coach Markus Günther durch den Volkspark lief. Ansonsten alles an Bord (natürlich bis auf Rene Adler und Maximilian Beister). Also auch Valon Behrami, der das gesamte Programm ohne Einschränkung absolvieren konnte.
Es wurde heute leicht und locker trainiert, nach der Aufwärmphase wurden Spielzüge über die Außen-Positionen geübt, in der Mitte wurde die jeweilige Spitze angespielt, der Ball dann nach außen weitergeleitet, Flanke – Tor. So sollte es jedenfalls im Normalfall aussehen, sah es natürlich nicht immer. Ist ja klar.

 

Nach dieser Übung ging es auf jenen Platz, der schlecht einsehbar ist – da spielte dann die A-Elf gegen das B-Team. Dieses Match ging über zwei Halbzeiten und dauerte 20 Minuten, die Stamm-Formation gewann durch zwei Treffer von Marcell Jansen 2:0. Und nach dem Spielchen applaudierte Trainer Joe Zinnbauer seinen Mannen und sparte auch nicht mit Lob: „Das war gut, Jungs, das war gut, das sah gut aus.“ Hoffentlich ernten die HSV-Profis auch morgen so viel Beifall. Apropos: Den erntete heute Artjoms Rudnevs bei der ersten Übung, als er eine Flanke knallhart und technisch super verwandelte. Da klatschten und lobten viele Mitspieler den Letten. Beifall gab es dazu auch für Pierre-Michel Lasogga, der auch einige Male sehr schön verwandelte.

 

Um Rudnevs gab es später noch einige Sorgen, denn der Lette war von Johan Djourou gefoult und zu Boden befördert worden. „Rudi“ humpelte danach einige Sekunden länger, hielt dann aber bis zum Schluss tapfer durch – um dann doch mit einem leicht schmerzverzerrtem Gesicht in die Kabine zu humpeln. Mal sehen, wie sich diese Verletzung noch am Abend „entwickelt“; kommen die Muskeln zur Ruhe (und werden kälter), könnte das durchaus noch richtig schmerzhaft werden. Das sah wie bei einem „Pferdekuss“ aus.

 

Kurz noch einmal zu Rudnevs. Beim „Matz-ab“-Treffen vor einer Woche wurden wir ja (u. a.) gefragt, warum der gute „Rudi“ zuletzt zweimal nicht mal auf der Bank saß, also keine Berücksichtigung bei Trainer Joe Zinnbauer fand. Es soll so sein, dass Artjoms Rudnevs einfach nur schlechter als die Kollegen trainiert hat, dass er im Training große Abschlussschwächen offenbart hat, und dass er die Laufwege der Mannschaft noch nicht so „kapiert“ hat, wie die anderen Mitspieler. So langsam soll es „kommen“, heute allerdings war davon nicht allzu viel zu erkennen. Ich habe, das muss ich mal sagen, Rudnevs schon besser und effektiver gesehen und erlebt. Er könnte es sicher noch besser, als er es derzeit anbietet. Aber vielleicht wird es ja demnächst noch etwas – wo er doch so von seinen Fans über den Rasen getragen wird. Das muss doch mal auf fruchtbaren Boden fallen, diese Fan-Liebe.

 

Zum Abschluss des heutigen Trainings gab es dann „Feuer frei“. Es wurde nach Herzenslust geschossen, wer immer wollte, der durfte, und die drei Torhüter (Jaroslav Drobny, Alexander Brunst und Kevin Otremba) flogen nach allen Regeln der Torwart-Kunst, weil ihnen mitunter auch gleich zwei oder sogar drei Bälle um die Ohren sausten. Das sollte Spaß machen, und es machte allen offenbar viel Spaß. Da hatte jeder einmal oder auch mehrfach das Gefühl, es ja doch noch zu können. Wäre für morgen ja gar nicht so unwichtig, mal das eine oder andere Törchen zu erzielen. Bei bislang erst vier HSV-Buden . . .

 

Apropos vier Buden. So etwas wird es wohl nie wieder geben: Der HSV spielte am 3. März 2000 in Wolfsburg und „schaffte“ nach einem 4:1-Vorsprung nur ein 4:4. Das allein ist schon denkwürdig, aber dass es im selben Jahr, und zwar am 23. September, beim erneuten Aufeinandertreffen in der Autostadt erneut ein 4:4 gab, das ist für mich immer noch sensationell. Wie oft gibt es in der Bundesliga ein 4:4? Und dann gelingt dieses Resultat zweimal hintereinander. Das ist wie ein Sechser im Lotto. Und was würden die HSV-Fans dafür geben, wenn heutzutage mal wieder vier Tore für ihre Mannschaft fallen würden!

 

Nur mal so zur Erinnerung, weil es so schön war. Das erste 4:4 erreichte für den HSV folgende Spieler: Butt, Hoogma, Hertzsch, Panadic, Hollerbach, Kovac, Fischer, Cardoso (Ernst), Mahdavikia, Yeboah (Hashemian), Präger (Dembinski). Die Tore schossen Mahdavikia (zwei) und Cardoso (zwei). Das zweite 4:4 „erspielten“ folgende Herren: Butt, Fukal, Hoogma, Hertzsch, Hollerbach, Töfting (Sandmann), Kovac, Cardoso (Ketelaer), Mahdavikia, Barbarez, Präger (Kientz). Die HSV-Tore markierten Mahdavikia, Fukal, Cardoso und Präger, der heute ja wieder ein „Wolf“ ist. Trainer der ganzen Geschichte war Frank Pagelsdorf, der offenbar Gefallen an diesem Ergebnis hatte, denn zwischendurch gab es ja noch ein 4:4 – das legendäre gegen Juventus Turin (13. September).
Wie schön, ich muss es noch einmal sagen, wären mal wieder vier HSV-„Dinger“. Und wenn es morgen ein 4:4 geben sollte – auch damit könnte ich (jetzt noch) wunderbar leben.

 

Im Moment aber ist ja Tor-Armut angesagt. Was dann ja auch zu verkraften wäre, wenn es denn – wie in Dortmund und gegen Leverkusen – einen 1:0-Sieg geben würde. Oder auf jeden Fall keine Niederlage. Ich bin gespannt, wie sich die Mannschaft kämpferisch aus der Affäre ziehen wird. Ob sie sich wieder zu reinhängt, wie zuletzt gegen die Werks-Elf aus Leverkusen, oder ob sie „halblang“ macht – wie gegen die jetzt schwer kriselnden Berliner? Ich habe immer noch eine Aussage von
Rafael van der Vaart im Ohr, der nach dem Sieg gegen Bayer bei „Sky“ gesagt hat: „Es war nicht nur für mich persönlich eine Befreiung, sondern auch für die ganze Mannschaft. So zu kämpfen, war schon geil. Für uns war es wichtig, zu zeigen, dass wir hier die Chefs sind.“ In Wolfsburg sind sie morgen ganz sicher nicht die Chefs, aber kämpfen darf man auch als nur „kleiner Angestellter“. Denn sie alle, die „kleinen Angestellten“ haben eines gezeigt: das sie es können! Also, macht’s noch einmal, Jungs!

 

Der HSV wird morgen mit jener Formation antreten, die auch zuletzt gegen Leverkusen begann – und das ist ja auch etwas Besonderes. Zweimal in Folge mit demselben Team, das gab es lange nicht (wenn ich richtig erinnere) – und zwei Siege hintereinander erst recht nicht. Morgen würde sich mal wieder die Chance dazu bieten – also fangt damit an!

 

Von Erfolg zu Erfolg eilen derweil die Regionalliga-Spieler des HSV, die ihr schweres Auswärtsspiel am Freitag in Havelse mit 2:1 gewannen. Es ist ein unglaublicher Lauf, den diese Talente da hinlegen, 16 Spiele, 14 Siege, zwei Unentschieden zu Hause, 52:11 Tore, 44 Punkte! Sensationell! Die Tore an diesem Freitag schossen Matti Steinmann und Ahmet Arslan. Super, super, großartig – weiter so! Und herzliche Glückwünsche!

 

So, ich komme zum Quiz. Es ging um die hervorragenden Illustrierten unseres Kollegen Oliver Wurm, der mit jedem deutschen WM-Helden sprach und es zu Papier gebracht hat. „Olli“ wird dafür wahrscheinlich einen Preis gewinnen, er ist für eine größere Auszeichnung nominiert. Völlig berechtigt, ganz nebenbei. Diese drei Hefte sind wahrscheinlich schon bei ihren Gewinnern. Und da ich die Postkarten in der Redaktion gelassen habe, es heute aber aufklären will, versuche ich mich zu erinnern, wohin diese Illustrierten gingen: Einmal nach Hamburg, zu Herrn Joppe. Dann nach Hille (wo immer es auch liegt) zu Herrn, und den weiß ich nun wirklich nicht mehr genau, ich tippe auf Herrn Fendel. Wir aber auf jeden Fall noch nachgereicht, damit mir kein Schmu unterstellt wird. Und der dritte Gewinner ist Carsten Hahn aus Windbergen (weiß ich auch nicht, wo das liegt). Alle drei Gewinner sind mir nicht persönlich bekannt, aber diese drei Herren haben eines gemeinsam: Sie sind die einzigen Teilnehmer an diesem Quiz, die alle zwölf Namen richtig haben.

 

Zu erraten waren: Paul Scharner, Manfred Kaltz, Harry Bähre, Holger Hieronymus, Thomas Doll, Hermann Rieger, Uwe Seeler, Lotto King Karl, Sven Neuhaus, Horst Schnoor, Klaus Neisner und Hans-Jürgen „Dittschi“ Ripp.

 
Eine Sache muss ich in diesem Zusammenhang noch erwähnen. Es gab eine Mail, auf der auch einige richtige Namen standen – und ich finde, dieses „Werk“ sollte dann auch ruhig mal Erwähnung finden, auch wenn es nicht ganz richtig ist – aber immerhin zum Schmunzeln. Allerdings, das vergaß der Absender wohl, ohne Adresse. Also wenn er gewonnen hätte, dann hätte ihn dieses WM-Heft wohl kaum erreicht. Hier nun der Text dazu:
 

sorry, der nachfolgende text passtnicht auf eine postkarte…

Ein Gewinnspiel, ein Gewinnspiel:
Ich KALTZ im Kopf nicht aus.
Was BÄHRE „Matz ab” ohne ein Gewinnspiel.
Hoffentlich gewinnt nicht ein SCHARNERtan,
sondern ein Teilnehmer, der von Zero to “HIERO” aufsteigt.
Das wäre DOLL.
Es gibt ja mehrere Gewinner, aber die entscheidende Frage lautet:
Wer wird erster RIEGER beim Promi-Quiz…?
Es heißt zwar “Geben ist SEELER denn nehmen”,
aber Preise abstauben ist letztlich wie im “LODDO” zu gewinnen.
Davon kann man sich dann ein NEUHAUS bauen
oder aber die kleinen Wünsche des Alltags erfüllen.
Das ist wie beim Durchtrennen der Nabel-SCHNOOR –
ein echtes Glücksgefühl.
Man ist zudem beliebt wie die größten STARS,
die ja auch immer diese tollen “FUMMEL” tragen.

Mit sportlichen Grüßen
WORTSPIELER

 

So, am morgigen Sonntag gibt es nach dem Spiel wie immer die immer beliebter werdende (ich muss es einfach mal wieder loswerden) HSV-Talk-Runde „Matz ab live“, diesmal mit den Gästen Stefan Schnoor und Alexander Laas sowie eventuell einem Überraschungs-Gast. „Scholle“ und ich, wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr wieder mit von der Partie sein würdet.

 
Dann komme ich – sehr gerne übrigens – noch einmal auf das „Matz-ab“-Treffen vor einer Woche im „Anno 1887“ in Norderstedt zurück. Weil ich im Nachhinein gedacht habe, dass ich unseren „Mitstreiter“ Lars Pegelow zu wenig erwähnt habe – für einige „Neulinge“ auch nicht vorgestellt hatte. Sorry, mein Lars, das war ein Fauxpas der selten-blöden Art, ich entschuldige mich dafür. Du bist, das möchte ich sehr gerne hier erwähnen, eine sehr wertvolle Verstärkung für das „Matz-ab“-Team, Deine Texte sind immer sehr schön zu lesen und reichlich gefüllt mit Inhalt. Vielen Dank dafür. „Scholle“ hatte ich an diesem Abend gelobt, den Lars leider nicht, und deshalb hatte ich in dieser Woche doch reichlich Gewissensbisse.

Auch gegenüber unsere jungen „Mutter der Kompanie“, Eva/Hope. Sie fehlte an diesem Abend, hatte ihn aber vorher super organisiert, dafür auch an dieser Stelle und ganz offiziell herzlichen Dank für Deine großartige Hilfe, liebe Eva/Hope. Du bist in diesem Blog unersetzlich – und einfach nur toll!

 

PS: Zum „Matz-ab“-Treffen habe ich etliche Dankesschreiben (auch Fotos! Danke dafür, HSV-Lünen!) und –Anrufe erhalten, vielen dank dafür. Eine Zuschrift möchte ich schnell noch öffentlich machen, ich hoffe, dass ich das auch darf – aber sie hat mir deshalb so gut gefallen, weil sie das Niveau und die Stimmung an diesem Abend so gut widerspiegelt:

„Hallo Manfred,

kennen H. Matz und Herr Scholz eigentlich schon das schönste Garagentor in Nordrhein-Westfalen? Diese Bilder sind wirklich Klasse.
Morgen Abend schaue ich mir HSVII in Havelse an, von meiner Arbeitsstelle in Hannover ist dies nur ein Katzensprung entfernt. Am Sonntag bin ich mit Alnipe, Thomas Kerfin und Flashzbax in Wolfsburg.
Dank H. Matz kennen auch wir uns. Dadurch sind inzwischen schon richtige Freundschaften entstanden. Auch die “Nicht Plusser und Nicht Realos” sind HSVer. Deshalb halte ich Kontakte zu allen Fraktionen, u.a. Bob Dylan, Alnipe, usw., denn eines eint uns alle, die Liebe zu unserem HSV.

Gruß R.“

 

So, ich habe fertig. Ich wünsche Euch und Euren Lieben ein wunderschönes Wochenende, und dem HSV (damit uns allen) einen Auswärtssieg in Wolfsburg. Alles Gute!
Dieter

 

17.57 Uhr

Der ganze Verein muss stabil werden . . .

24. Juli 2014

Beim HSV sitzt auch der zweite Anzug. Wahrscheinlich jedenfalls. Heute wurden die neuen Anzüge und Ausgeh-Klamotten anprobiert – ein großes deutsches Mode-Unternehmen weilte in der Gäste-Kabine im Volkspark und bat die Herren Profis auf den Laufsteg. Fein Fußball spielen und fein aussehen, das soll 2014 das Motto des „neuen“ HSV werden.

Auf der Transferliste 15/14/15, so meldete uns ein Matz-abber, steht Artjoms Rudnevs (noch?) als Zugang bei Hannover 96. Das aber ist (natürlich) falsch. Der Lette ist wieder in Hamburg vor Anker gegangen, und ich finde das auch gut so. In Niendorf hat Rudnevs (beim 6:0) zwar einige gute Chancen verballert, aber im Training mischt er wieder munter und wie ich meine auch recht gut mit. Und wenn ich gestern geschrieben habe, dass ein HSV-Sturm-Duo mit Nicklas Bendtner und Pierre-Michel Lasogga eines mit Brecher-Qualität wäre, dann wäre es mit Rudnevs/Lasogga ebenfalls. Beide gehen dorthin, wo es weh tut. Deshalb bin ich mal gespannt, wie der Weg des Torjägers (aus Lettland) nun verlaufen wird. Spürt er das Vertrauen des Trainers, dann könnte er durchaus an seine Form anknüpfen, die er in der Saison 2012/13 gezeigt hat, als er für den HSV zwölf Tore erzielte. Als er dann wie eine „heiße Kartoffel“ fallen gelassen worden ist, er nicht mehr zum Einsatz kam, da war es vorbei mit dem Tor-Zauber.

In Hannover traf Rudnevs dann wieder, jedenfalls zu Beginn des Leihgeschäftes, dann wurde es wieder ruhiger um den guten „Rudi“ – und 96 verzichtete auf eine Kaufoption. Aus gutem Grunde? Oder nur ein Irrtum? Rudnevs wird es uns zeigen. Und vielleicht ja auch den Hannoveranern. Beim heutigen Training traf „Rudi“ zweimal für sein Team, das den Trainings-Kick zwischen A und B mit 4:2 gewann. Einmal hob Artjoms Rudnevs den Ball gefühlvoll (!) über den herausstürzenden Rene Adler hinweg ins Netz, ein anderes Mal staubte er ab. Das siegreiche Team spielte mit Brunst; Jung, Djourou, Kacar, Jiracek; Arslan, Badelj; Stieber, Demirbay, Ilicevic; Rudnevs. Die beiden weiteren Tore schossen Zoltan Stieber und Ivo Ilicevic. Für das unterlegene Team traf Lasogga zweimal, es spielten: Adler; Diekmeier, Westermann, Tah, Jansen; Skjelbred, Nafiu; Zoua, van der Vaart, Steinmann und in der Spitze Lasogga.

Höhepunkt des Spiels waren aber nicht etwa die Tore, sondern ein ganz besonderer ältere Herr. Um 11.11 Uhr, also zur Narrenzeit, lief er als Flitzer auf den gepflegten Rasen, zeigte seine volle männliche Pracht und bot dem staunenden Publikum einige Pose aus dem Bodybuilding-Programm. „In Bayern“, so ein aus Berlin angereister Kollege, „da hätten die Ordner den Mann niedergestreckt und von der Polizei abführen lassen . . .“ In Hamburg aber nicht. Da plauderte ein netter Ordner mit dem Flitzer und „rief“ ihn so zur Ordnung auf. Er zog sich dann auch wieder seine Hose an, alles andere blieb blank! Ja, beim HSV gibt es nichts, was es nicht gibt.

Das heutige Trainings-Programm am Vormittag stand unter dem Motto „spielerisch“. Erst wurde sich aufgewärmt, dann wurde links ein Spielchen gemacht, dann rechts ein Spielchen. Immer vom Stadion aus gesehen. Muss ja (wohl) auch mal sein. Wobei es in diesen Spielchen schon einige Dinge gab, über die man nachdenken konnte. So spielte Gojko Kacar mal wieder auf der Position des Innenverteidigers. Da hatte er, es ist schon „Jahre“ her, einst sein besten Spiele für den HSV gemacht, weil er ja auch kopfballstark ist, aber er selbst beendete diese Serie, weil er sich als Mittelfeldspieler bessere oder beste Chancen für Einsätze in seiner Nationalmannschaft ausrechnete. Der Plan ging nicht auf, er scheiterte in Prinzip gleich zweimal, denn erstens spielte er beim HSV kaum noch einmal im Mittelfeld (er spielte bald gar nicht mehr), und zweitens rief auch sein Nationaltrainer nicht mehr bei ihm an. Und nun das Comeback als Innenverteidiger?

Johan Djourou hatte ja ziemlich öffentlich „gefordert“ (und musste dafür intern viel Kritik einstecken), dass der HSV auch nach den Abgängen von Michael Mancienne und Lasse Sobiech sowie der Kreuzband-Verletzung von Slobodan Rajkovic noch etwas auf dieser Position tun müsse – aber vielleicht tut es ja auch Gojko Kacar? Und man kann das Geld sparen – für eine andere Position. Zum Beispiel auf den Außenpositionen in der Viererkette? Da spielte heute wieder (oder immer noch) Petr Jiracek, und der hat ja nun schon mehrfach erklärt, dass er gerne und am liebsten im Mittelfeld spielen würde. Nun ist Fußball zwar kein Wunschkonzert, aber ich glaube auch, dass der Tscheche im Mittelfeld wohl am besten aufgehoben wäre.

Um noch einmal auf die Innenverteidigung zurück zu kommen: Jonathan Tah ist ein echter Bär geworden. Der hat körperlich in der Sommerpause zugelegt, hoffentlich (und das glaube ich!) nur Muskeln, aber das wird der Trainer bestimmt schon geklärt haben. Im vergangenen Sommer kehrte ja Rafael van der Vaart mit dem einen oder anderen Kilo zu viel vom Strandleben zurück. Dieses Gefühl (und es hat auch keiner darüber gesprochen) habe ich bei Tah nun wirklich nicht. Im Gegenteil, er gefällt mir so au0erordentlich gut, er ist eine echte Kante geworden und wird das auch so manchem gegnerischen Stürmer zeigen und unter Beweis stellen. Und wenn Tah wieder eine Konkurrenz zu Heiko Westermann und Johan Djourou darstellt (und ich glaube, dass das so ist!), dann könnte Kacar durchaus die Nummer vier im Bunde sein. Mal abwarten, was sich da hinten sonst noch so tun wird.

Vorne, ganz vorne oder etwas dahinter, wird sich in diesen Tagen etwas tun. Der Nürnberger Kiyotake geht zu Hannover 96, aber dafür wird wohl Nicolai Müller, 26-jähriger Flitzer von Mainz 05, nach Hamburg kommen. Er steht schon auf der Schwelle des HSV. Der Nationalspieler (zwei Länderspiele) ist 1,73 Meter groß und gilt als blitzschneller Stürmer, spielte vor seinem Engagement in Mainz bei der Spielvereinigung Greuther Fürth (2009 bis 2011). Wenn nicht alles schief läuft bei diesem Transfergeschäft, dann ist Müller der nächste HSVer – und das hätte dann auch schon was. Weil man mit einem Spielertypen wie ihm tatsächlich Tempo-Fußball spielen lassen kann. Und darauf legt Mirko Slomka offenbar ganz großen Wert – es ist auch in jedem Trainingsspielchen erkennbar, dass schon jetzt beim HSV schneller gespielt wird. Und wer als Trainingskiebitz ganz genau hinhört, der wird feststellen, dass sich auch die Spieler untereinander immer mehr fordern, denn da wird dem Kollegen durchaus oft zugerufen: „Tempo, Tempo.“ Und, das ist das Gute, ein jeder will sich daran halten – es geht schneller, es sieht schon ein wenig schneller aus.

Vier Namen noch aus dem heutigen Training, über die ich schnell noch schreiben möchte: Rene Adler stand wieder im Tor, und er machte auf mich nicht nur einen guten Eindruck, sondern auch einen sehr ehrgeizigen. Der Keeper fluchte laut, wenn vorne (beim ihm in der Truppe) eine Chance zu leichtfertig vergeben wurde – ein sehr gutes Zeichen (dieses Fluchen!). Dann ist auffällig, wie welch guter Frühform sich ein Dennis Diekmeier befindet. Großartig! Er ist blitzschnell, mutig in seinen Vorstößen und er flankt oft auch bilderbuchartig. Weiter so! Heiko Westermann wirkt auf mich schon jetzt topfit, er ist rank und schlank wie zu seinen besten Tagen, und fußballerisch scheint er – gegenüber der vergangenen Saison – reifer geworden zu sein, vielleicht auch nur gelassener. Er spielt oft sehr unaufgeregt – und macht dadurch einen fast schon souveränen Eindruck auf mich. Und dann mischt für mich auch Ivo Ilicevic so mit, wie er das vielleicht zu seinen besten Zeiten getan hat – wenn überhaupt. Er wirkt auf mich enorm unternehmungslustig, wagt Dribblings und spielt schneller als noch früher. Das alles zusammen macht auf mich weiterhin nur den besten Eindruck. Es wird, ganz sicher.

Muss ja auch. Der HSV muss sich ja wieder in die Herzen aller Hamburger, oder besser, aller HSVer, zurückkämpfen. In Sachen Logen und Zuschauern muss, das haben wir gestern gelernt, noch einiges passieren. Ich habe mit Vorstandsmitglied Joachim Hilke gesprochen, und der ist realistisch in dieser Sache. Er wird auch wissen, dass der HSV mit jenem Fußball, der den Club letztlich auf einen grandiosen 16. Tabellenplatz in der Bundesliga geführt und gespielt hat, kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Das war ja Fußball zum Abgewöhnen, und deshalb bleiben bislang Plätze und Logen leer. Aber bleibt das auch so?

Hilke sagt: „Von heute auf morgen wird das schwer, aber wir holen bestimmt viele Leute zurück, wenn wir geile Leistungen abliefern. Und genau dafür müssen wir alle super-hart arbeiten.“ Joachim Hilke gibt auch zu: „Wir stehen an dieser Stelle unter Druck, keine Frage, aber es ist kein Millionen-Schock.“ Und weiter: „Wir müssen stabil werden, der ganze Verein, und da habe ich den Eindruck, dass wir vorankommen. Wir werden besser. Und dann werden wir nicht super, aber stabiler. Das brauchen wir jetzt zuerst. Und wir kriegen schon Grund rein, davon bin ich überzeugt.“ Dann sagt Hilke auch noch: „Wir haben vielleicht alle ein wenig zu euphorisch gedacht, dass es nach dem 25. Mai alles viel schneller geht, da waren wir vielleicht auch ein wenig zu naiv, das zeigt uns die Realität, aber jetzt ruckelt es sich zusammen, ich bin da ganz optimistisch.“

Wie ich.

So, dann noch diese organisatorische Meldung:

Die diesjährige Saisoneröffnungsfeier des HSV findet am kommenden Wochenende im Rahmen des Telekom Cups statt. Am Sonnabend, den 26. Juli, wartet ab 14 Uhr auf Parkplatz weiß vor der Imtech Arena ein tolles Programm auf alle Anhänger und ihre Familien. Ein großer Telekom-Fanpark, die NDR2-Bühne mit vielen interessanten Gästen und Programmpunkten sowie zahlreiche HSV-Events bieten ein abwechslungsreiches Angebot für die großen und kleinen Fans. Und auch der parallel stattfindende HSV-Kids Day wird gemeinsam mit dem Telekom-Cup für einen perfekten Start in die neue Saison sorgen.

Anbei die Programmpunkte der Saisoneröffnung auf der NDR Bühne:

14:00 Uhr Start
14:00 – 14:30 Uhr Musik vom DJ und Moderation
14:30 – 14:50 Uhr Auftritt Carsten Pape
14:50 – 15:00 Uhr Quiz mit tollen Preise (Trikots, Tickets für die ersten Spiele, Fanartikel)
15:00 – 15:30 Uhr Auftritt Zauberer – Kevin Köneke
15:30 – 15:45 Uhr Talk mit HSV-Offiziellen
15:45 – 15:55 Uhr Auftritt Fußball-Freestyler
15:55 – 16:00 Uhr Quiz mit tollen Preisen (Trikots, Tickets für die ersten Spiele, Fanartikel)
16:00 – 16:30 Uhr Spendenlauf / auf der Bühne Musik vom DJ
16:30 – 17:00 Uhr Vorstellung der Mannschaft 2014/15
17:00 – 17:05 Uhr Scheckübergabe Spendenlauf an SOS Kinderdorf
17:05 – 17:15 Uhr Auftritt Fußball-Freestyler
17:15 – 17:30 Uhr Modenschau mit Vorstellung der neuen Trikots
17:30 – 18:30 Uhr Musik vom DJ
18:30 Uhr Anstoß Telekom Cup

Sportlicher Höhepunkt ist der Telekom Cup, der am 26. und 27. Juli in der Imtech Arena stattfindet. Mit dem FC Bayern München, dem VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach sind gleich drei Top-Vereine der Bundesliga zu Gast, die in der kommenden Saison allesamt international vertreten sind und auch in der Liga zu den ambitioniertesten Teams zählen werden.

Der Spielplan:

Samstag, 26. Juli 2014
18:30 Uhr: Hamburger SV – VfL Wolfsburg
20:30 Uhr: FC Bayern München – Borussia Mönchengladbach

Sonntag, 27. Juli 2014
16:30 Uhr: Spiel um 3. Platz
18:15 Uhr: Endspiel

Gespielt wird mit verkürzten Halbzeiten von je 30 Minuten. Bei einem Unentschieden nach 60 Minuten gibt es keine Verlängerung. Den Sieger der Partie ermitteln beide Teams im Elfmeterschießen.

Und am Sonntag ist dann auch Lotto King Karl wieder dabei, der am Sonnabend noch in Österreich auf Tournee ist.

Dann noch dies:

Adidas präsentiert heute den offiziellen Spielball der Fußball-Bundesliga: Der „TORFABRIK” rollt auch in der Saison 2014/2015 durch die Stadien der beiden höchsten deutschen Spielklassen – zum ersten Mal basierend auf Design und Technologie von „Brazuca”, dem offiziellen Spielball der Fußball-Weltmeisterschaft 2014.

Und noch etwas Neues. Der HSV hat heute seine neuen Trikots vorgestellt. Das Heim-Jersey ähnelt, so fanden Kollegen heraus, dem Trikot von Paris St. Germain, das Auswärts-Hemd ist schwarz – mit niederländischem Orange abgesetzt. Weil der HSV schon immer gut mit Niederländern konnte. Ein Kollege von mir wollte heute gleich eines der guten Dinger kaufen, ging in den Fanshop im Stadion. Fünf Leute vor ihm in der Schlange, eine Kasse (von dreien) geöffnet. Der dritte Mann präsentierte beim Zahlen gefühlt 20 Rucksäcke – der Stau nahm zu. Es standen schnell 20 und mehr Leute da und wollten dem HSV etwas abkaufen. Der Kollege fragte, ob es denn möglich sei, dass eine weitere Kasse . . . Die Antwort: „Das ist nicht geplant.“ Muss ja auch nicht an einem Tag, an dem die neuen Trikots herauskommen. Zur Folge hatte diese eine HSV-Kasse, das einige Fans ihre Sachen, die sie zur Kasse trugen, wieder zurückhängten – und gingen. Natürlich kaufen sie ein anderes Mal, keine Frage, aber ob das geplant ist? Man weiß es nicht, man weiß es nicht.

Training morgen (Freitag) um 10 Uhr im Volkspark.

17.57 Uhr

Alle haben sich lieb, und auch Kühne ist jetzt zufrieden

4. Juli 2014

Der HSV meint es gut mit uns. Also, mit Lars und mir. Denn nachdem gestern nicht nur ein langer, sondern auch recht aufregender, aufreibender Tag war – ist es heute ruhig. Tatsächlich ruhig. Denn die Mannschaft reist und in Hamburg haben sich alle lieb, nachdem Problemfall Hakan Calhanoglu ver- und Publikumsliebling Pierre Michel Lasogga gekauft wurde. Selbst Klaus Michael Kühne ließ aus seiner Wahlheimat in der Schweiz verkünden, er habe Frieden mit der Personalie Calhanoglu geschlossen. Und der Deutsch-Türke unterschrieb beim Werksklub einen Vierjahresvertrag, kassiert dort künftig 2,8 Millionen statt der bisher 960.000 Euro in Hamburg.


Aber egal. Nicht nur für mich ist dieses Thema jetzt abgehakt. Auch für Kühne ist das Thema abgehakt. Trotz der Differenzen in den Darlehensverhandlungen mit altem und neuem Vorstand ist er zufrieden. Zumindest teilte er uns das so mit. Dem Abendblatt sagte er: „Es ist richtig, dass ich gestern meine Bedenken gegen einen Verkauf von Calhanoglu aufgegeben habe. Offensichtlich ist es dem Verein gelungen, auf diese Weise den Lasogga-Deal kurzfristig abzuschließen, was ich begrüße.“

Und aus der Welt ist er damit auch nicht. Im Gegenteil. Kühne will sich weiterhin engagieren. Voraussichtlich in Anteilskäufen. „Unverändert strebe ich an, mich im Rahmen der von HSVPLUS vorgesehenen Investorenbeteiligung zu engagieren. Ich hoffe daher sehr, dass die neuen Gremien recht bald in Funktion treten können, damit alles seinen gewünschten Verlauf nimmt.“

Und nachdem selbst Calhanoglu versöhnliche Worte gen Hamburg schickte („Ich hatte in Hamburg eine sehr schöne Zeit, aber in Leverkusen kann ich jetzt den nächsten Schritt nach vorne machen. Mit Leverkusen in die Champions League einzuziehen und in der Bundesliga oben mitzuspielen, ist eine große Herausforderung für mich“) hatte ich ein komisches Gefühl. Ein friedliches Gefühl beim Gedanken an den HSV – das hatte ich lange nicht mehr.

Und selbst die aufkeimende Frage, wie Calhanoglu trotz Krankschreibung bis einschließlich 15. Juli heute seinen Medizincheck und schon morgen sein erstes Training absolvieren kann, ließ mich nicht davon abkommen. Denn der HSV hat sich unter Beiersdorfers Führung in Zusammenarbeit mit Jarchow und Kreuzer nie das Heft des Handelns aus der Hand nehmen lassen. Der HSV hat gegenüber Leverkusen, Calhanoglu, Hertha und letztlich auch Kühne Stärke bewiesen und die Entscheidungen aus eigenen Mitteln herbeigeführt. Dass man letztlich seine eigenen Worte fressen und Calhanoglu abgeben würde, war klar. Allein die Tatsache, dass man glaubwürdig das Gegenteil nach außen vertreten hat, zeigt, dass der HSV dazulernt. Anstatt Listen preiszugeben mit aussortierten Spielern für den Grabbeltisch, macht man sich exklusiv. Zumindest im möglichen Rahmen.

Dass der begrenzt ist und der HSV finanziell trotz Transferüberschusses von knapp 4,8 Millionen aus dem Calhanoglu-Verkauf weiterhin auf der Suche nach externen Geldquellen ist – für mich noch kein Problem. Ich glaube tatsächlich, dass es der Anfang einer guten Phase war. Wie gut (Achtung, ’n Heiermann ins Phrasenschwein…), das wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Und für die prophezeie ich den nächsten Zugang. Zumindest klang das in einem sehr netten aber leider auf seinen Wunsch hin größtenteils inoffiziellen Gespräch mit Matthias Ostrzolek so. „Ich habe meinen Wunsch beim Verein geäußert und warte jetzt ab, was die Vereine daraus machen.“

Bis dahin trainiert der Linksverteidiger beim FC Augsburg mit, wo er noch einen bis 2015 laufenden Vertrag besitzt. „Die Vorbereitung ist hart, aber gut“, so Ostrzolek, von dem ich wissen wollte, wie es ist, wenn man weiß, dass es wahrscheinlich nicht der Verein ist, wo man zu Saisonbeginn aufläuft. Ob ihn die Kollegen schon frotzeln? „Nein. Ich bin hier und kümmere mich um nichts anders.“ Außer um den neuen HSV-Vorstand. Zumindest weiß ich, dass Ostrzolek bereits ein Gespräch mit Beiersdorfer geführt hat. Ostrzolek lacht: „Wenn man wie ich klar sagt, dass man nach Hamburg wechseln möchte, dann will man sich natürlich auch über alles informieren, was dort passiert. Und mit den Worten, „Dann bis bald“, beendete er das Telefonat. Und ich würde wetten, dass wir nicht mehr allzu lange warten müssen, bis der Linksfuß in Hamburg aufdribbelt.

Apropos aufdribbeln: Pierre Michel Lasogga ist schon heute zu seiner ersten Dienstreise mit dem alten und neuen Verein aufgebrochen. Bereits um kurz vor elf Uhr traf sich das Team am Geschäftsfliegerterminal in Fuhlsbüttel, um von dort aus die einwöchige PR-Tour nach China anzutreten. Besonders gut gestimmt wirkte Lasogga nicht, obwohl er auf der Homepage des HSV ja vorher noch freudigsten Tönen von dem nun feststehenden Transfer nach Hamburg gesprochen hatte.

„Die letzten Wochen waren sehr stressig und nervenaufreibend. Es ist schön, dass der Wechsel nun perfekt und meine Situation geklärt ist. Ich freue mich, weiter für den HSV zu spielen. Ich hoffe, dass wir in eine neue, gute Zeit aufbrechen, die schweren Wochen jetzt einfach vergessen und wieder eine erfolgreiche Zeit einschlagen. Ich bin froh, dass ich dabei helfen kann, dass ein neuer HSV entsteht.“

So Lasogga auf hsv.de.

Ansonsten hatte Lasogga an diesem Freitag nichts zu sagen. Leider hat er kein weiteres Interview gegeben, sondern sich wenige Medien beschränkt, die ihm genehm waren. Schade. Wir hätten hier gern zumindest noch ein paar seiner Eindrücke der turbulenten vergangenen Tage und Wochen wieder gegeben. Was wir wissen ist, dass es kurz vor dem Abflug noch Visa-Probleme für den Torjäger gab. In seinem Reisepass, ebenso wie in dem von Tobias Haucke aus der Presseabteilung des Vereins, fehlte ein entscheidender Stempel. Team-Manager Marinus Bester, der sich um alle Visa für die Mannschaft und die Betreuer gekümmert hat, rotierte ziemlich. Am Ende verzögerte sich der Abflug um eine knappe Stunde – mehr aber auch nicht, denn ein sehr bemühter Mitarbeiter des chinesischen Generalkonsulats kam mit dem fehlenden Stempel samt Kissen zum Flughafen. Der Flug konnte beginnen.

Mit ein bisschen Wehmut ist Heiko Westermann in den Flieger gestiegen. Die eigens gecharterte Maschine, die nur einen Zwischenstopp in der kasachischen Hauptstadt Astana macht, bietet in der Luft keine Möglichkeiten zum WM-Gucken. „Das ist eigentlich das blödeste am Flug. Aber da kann man nichts dran machen. Wir werden höchstens ein bisschen tippen, das ist alles, und uns dann überraschen lassen, wenn wir gelandet sind“, sagte Heiko Westermann.

Auch das mögliche deutsche Halbfinale wird der eine oder andere Spieler wohl verpassen. Es würde in der Nacht zum Mittwoch um 4 Uhr Ortszeit Guangzhou stattfinden – fraglich, ob sich die HSV-Kicker diesen frühen Termin antun können, wenn sie im Trainingsbetrieb stecken.

Westermann äußerte sich auch noch über den Vertragsabschluss Lasogga: „Super, ich freue mich, dass er dabei ist. Ich freue mich, dass er uns erhalten bleibt und hoffentlich viele Tore schießt. Man hat es ja gemerkt letztes Jahr, immer wenn er nicht gespielt hat, hatten wir große Schwierigkeiten.“

Kollege Jansen über Lasogga: „Er ist ein wichtiger Spieler. Ich hoffe, er kann die Vorbereitung voll durchziehen. Er hat ja schon in wenigen Spielen der vergangenen Saison viel gemacht. Aber wir haben für ihn auch einen abgeben müssen. Wie auch immer – gut, dass Pierre dabei ist.“ Zu dem, der abgegeben werden musste, wollte Jansen gar nichts sagen. Nur ein Wort kam ihm über die Lippen: „Phänomenal.“ Da scheint also mit einer gewissen Ironie etwas Bitterkeit über die Umstände des Wechsels und das Verhalten des Ex-Mitspielers dabei zu sein. Heiko Westermann sagte zum Wechsel Calhanoglus nach Leverkusen: „Hakan war letztes Jahr einer der wichtigsten Spieler. Schade, dass es so geendet ist. Wir werden uns wiedersehen auf dem Platz.“

Mit Jaroslav Drobny und Maximilian Beister haben nur zwei HSV-Profis auf die China-Reise verzichtet. Alle anderen, die leicht angeschlagen waren, sind mit dabei – also auch Jonathan Tah und Rene Adler. Und auch Per Skjelbred, wie gewohnt sehr gut gelaunt. Was wird aus ihm? „Per ist im Moment Spieler des HSV. Wir wollen ihn nicht unbedingt abgeben“, so Sportchef Oliver Kreuzer. „Aber wenn Per selbst andere Pläne hat und Hertha auf uns zukommt, dann werden wir reden. Aber ich habe nichts dagegen, wenn er bleibt – im Gegenteil.“

Generell hat Oliver Kreuzer, Stand heute, nicht den Eindruck, dass der HSV aktuell schlechter besetzt ist als im Vorjahr – trotz des Verlustes von Calhanoglu. „Dafür haben wir Zoltan Stieber verpflichtet“, sagt Kreuzer. Und im Mittelfeld sieht er darüber hinaus keinen Aderlass. Mit Rincon und Tesche fehlen zwei Spieler, dafür sind die zuletzt ausgeliehenen Skjelbred und Kacar wieder dabei. „Und Gojko macht im Moment einen sehr guten Eindruck“, so Kreuzer.

Wie geht es nun weiter in China? Am Sonnabend morgen kommt das Team in Guangzohou an und wohnt dort in der Nähe im Hilton Foshan Hotel. Die Stadt soll eine ziemliche Betonwüste sein, nicht gerade eine Schönheit im Reich der Mitte. Aber darum geht es für den HSV ja nicht. Ein paar knackige Einheiten wird Trainer Slomka sich schon einfallen lassen. „Aber es geht auch ums Team-Building“, sagte Oliver Kreuzer. Mit Zeitumstellung, zwei Freundschaftsspielen und insgesamt zwei Tagen im Flugzeug kann das Trainingspensum der vergangenen Tage in Norddeutschland dort natürlich nicht aufrecht erhalten werden.

Das erste Spiel bestreitet der HSV übrigens am Sonntagmittag 14 Uhr deutscher Zeit gegen Guangzhou Evergrande. Die klimatischen Bedingungen sollen dort eher brasilianisch sein. Warm, hohe Luftfeuchtigkeit.

Etwas frischer haben wir es gleich im Champs – zum fünften Mal melden wir uns mit „Matz-ab-live“ zur Fußball-Weltmeisterschaft mit unserem Talk nach dem Ende des Halbfinals Frankreich gegen Deutschland (wir senden auch schon vorab und in der Halbzeit eine Kleinigkeit). Auf jeden Fall freuen wir uns über unsere Gäste: Lotto King Karl (Kult) und Michael Born (Sky).

Bis gleich
Scholle und Lars

Tag eins nach dem Klassenerhalt: Mächtig was los im Volkspark! *** HSVPlus-Pressekonferenz im Video***

19. Mai 2014

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Pressekonferenz der Initiative HSVPlus


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Der Tag nach dem Klassenerhalt – es ist für mich eigentlich ein richtig schöner Tag, da ich jetzt erst so richtig anfange zu realisieren, welch Kelch da an uns vorbeigeschummelt wurde. Dafür reichte ein Blick in die Augen der Verantwortlichen, die wie ich erst heute zugegeben haben, dass auch sie zwischenzeitlich massive Zweifel am Klassenerhalt hatten. Dass ich es nicht zugegeben habe – logisch, oder? Das war Zweckoptimismus in Reinkultur – eben so, wie ihn Slomka in Perfektion vorgelebt hat. Und am Ende hat es seinen Zweck ja erfüllt.


Egal wie, die schonungslose Analyse der Fehler beginnt heute. Beim HSV ganz sicher, dafür haben sich Slomka und Kreuzer schon für heute verabredet. Und auch im Blog sollte es heute losgehen – dachte ich zumindest bis Hakan Calhanoglu den Mund aufmachte. „Ich würde mich freuen, wenn der Verein mir meinen Wunsch erfüllt“, so der Mittelfeldmann, der anschließend auf Nachfrage etwas genauer wurde: „Mein Wunsch steht fest. Und mein Berater hat ihn formuliert.“ Also Leverkusen? „Ja“, so Calhanoglu, der seinen Vertrag Anfang des Jahres noch bis 2018 vorzeitig verlängert hatte.

Warum dieser schnelle Sinneswandel? Geld. Und angeblich sportliche Perspektive. Es ist nicht mehr und nicht weniger als das immer üblicher werdende Verhalten immer mächtiger werdender Spieler und deren Berater – gerade dann, wenn ein verein in derartige Schieflage geraten ist wie der HSV. Dass Bayer anfängt, hier einen halbtoten HSV bereits zu fleddern – für Außenstehende mag das unmoralisch wirken. Im Bundesligageschäft heißt das dann „professionell“. Zumindest aus Sicht der Leverkusener. Die Werksklubverantwortlichen hoffen auf ein Schnäppchen, was nur jetzt noch machbar ist, wo Calhanoglu erst angedeutet hat, wozu er fähig sein könnte. Dass er – so sehe ich das sicher nicht allein – aus dem Spiel heraus noch nicht annähernd die Dominanz hat um sich jetzt schon in der Champions League zu wähnen – egal. Dass er davon träumt („Jeder Spieler möchte gern Champions League spielen und das haben wir mit dem HSV nicht geschafft“) ist legitim. Aber den „nächsten Schritt“, wie Calhanoglu hofft, kann er auch in Hamburg machen, wo er schier unantastbarer Stammspieler ist und wohl auch bleiben würde.

Am Ende, unmittelbar vor seiner Abfahrt Richtung türkische Nationalelf, sagte Calhanoglu dann auch: „Wenn der HSV mich nicht gehen lässt, bleibe ich hier.“ Klar, dafür gibt es ja einen bis 2018 gültigen Vertrag. Und Calhanoglu betonte zuletzt immer wieder, sich beim HSV richtig wohl zu fühlen. Sollte er bleiben, hoffe er sogar darauf, „nächste Saison um die Europa League zu spielen“.

Die Frage ist nur, ob der HSV dazu überhaupt im Stande ist. Nach jetzigem Stand würde ich das nicht nur bezweifeln, ich würde es sogar ausschließen. Solange es eine Restchance gibt, dass sich strukturell und dementsprechend vor allem auch personell nichts verändert, ist dieser Klub weiter auf dem Sinkflug – obgleich die Bruchlandung gerade noch gelungen schien, droht neues Ungemach. Auch Pierre-Michel Lasogga wollte (und konnte) sich heute noch nicht dazu äußern, ob er denn bleibt. „Wenn Pierre uns signalisiert, dass er bleiben möchte, bin ich sicher, dass wir eine Chance haben, ihn auch zu halten“, hatte Kreuzer auf der Pressekonferenz (siehe Video) gesagt, und somit dem Angreifer den Ball des Handelns zugespielt. Der allerdings nahm den Steilpass nicht auf. „Ich werde jetzt erst einmal alles verarbeiten und anschließend in Ruhe eine Entscheidung treffen“, sagte Lasogga unmittelbar vor seiner Abfahrt vom Stadion. Ob es sein letzter Tag beim HSV sei? „Jetzt erst einmal ja“, scherzte der Angreifer, dem aus der Bundesliga Angebote vorliegen, den sein Noch-Arbeitgeber Hertha BSC wieder zurückhaben will und der auch auf der Insel Interesse geweckt hat. Und insbesondere Letzteres scheint Lasogga zu interessieren. „Ich habe immer schon, seit ich ein kleines Kind bin, gesagt, dass ich gern einmal in der Premier League spielen will.“ Dass er mit seiner körperbetonten, kampfstarken Art in die zudem finanziell potente und sportlich hochkarätige Premier League passt – es spricht vieles für einen Wechsel des HSV-Retters nach England. Leider.

Und wie so oft zuletzt komprimieren sich bei mir mal wieder alle Hoffnungen auf den kommenden Sonntag. Leider muss ich sagen. Denn wenn auch nur die Hälfte dessen stimmt, was im Vorfeld kolportiert wird, wird es bitter. Denn, so habe ich mir von vielen Seiten inzwischen bestätigen lassen, egal wie viele Mitglieder am Sonntag HSVPlus wählen, sobald HSVPlus gewählt ist, wird die Gegenseite die Wahl anfechten. Und das kann letztlich auf rechtlicher Ebene lange dauern – und dem HSV mächtig schaden. Denn eines ist klar, dieser HSV hängt seiner Zeit hinterher. Strukturell – aber vor allem personell. Und zwar auf allen Ebenen. „Wir haben schon viel Zeit verloren und müssen jetzt mächtig Gas geben, um eine Mannschaft zu formen, die ein komplett anderes Gesicht zeigt als in dieser Saison“, sagt Sportchef Oliver Kreuzer, der sich zwar optimistisch gibt aber selbst noch nicht weiß, ob er nach Montag überhaupt noch als Sportchef eingeplant ist. Ihr seht, es hakt an allen Ecken. Während die zwei Spieler der Saison, Calhanoglu und Lasogga wegzubrechen drohen, ist noch kein Neuer da.

Trotzdem, wenn ich gefragt werde, sage ich immer, der HSV sei bei allem Dusel NICHT zu Unrecht in der Klasse geblieben – sofern er jetzt die richtigen Schlüsse zieht. Heute war die erste große Gelegenheit, damit anzufangen. Allerdings ruft Tag eins nach dem Klassenerhalt bei mir gleich erste Zweifel hervor, ob alle Verantwortlichen erkannt haben, worum es hier geht und wie knapp der HSV am größten anzunehmenden Unfall vorbeigeschrammt ist. Aber lest selbst, was Dieter zu berichten weiß:


Während im Volkspark über die sportliche Zukunft – und rückblickend über diese Saison – gesprochen wurde, fand zeitgleich im Hotel Grand Elysee eine Pressekonferenz der besonderen Art statt. Jürgen Hunke und Co stellten dabei unter dem Namen „HSV Allianz“ ein neues Konzept vor. Noch einmal ein neues Konzept, obwohl am Sonntag, bei der mit riesiger Spannung erwarteten Mitgliederversammlung in der Arena, nur über „HSVPlus“ abgestimmt werden soll. Überrascht hat dabei nicht das Konzept, überrascht haben dabei ganz besonders zwei Herren, die mit auf dem Podium saßen: Elysee-Hausherr Eugen Block und der Rekordspieler des HSV, Manfred Kaltz. Das ist erst einmal eine Ansage.

Für die Einladung zur Pressekonferenz zeichneten Rainer Ferslev, Jürgen Hunke und Dr. Andreas Costard verantwortlich: „Wir haben uns in den letzten Monaten in Form eines „Runden Tisches“ mit vielen Fragen geplanter Satzungsänderungen beschäftigt. Dieses Ergebnis möchten einige Vertreter der HSV-Allianz mitteilen. Wir haben bisher keine öffentliche Stellungsnahmen und Aktivitäten unternommen, solange die sportliche Situation des HSV nicht entschieden war.“ Nun ist sie entschieden, und deshalb stellte sich die neue HSV-Allianz auch einmal vor: „Sie besteht aus Förderern des HSV, ehemaligen Spielern des HSV, ehemaligen Präsidenten des HSV, Mitgliedern des Seniorenrates, ehemaligen Vorsitzenden des Ehrenrates, Rechnungsprüfern des HSV (immer des HSV, natürlich), dazu Initiatoren der Aktion Rautenherz und der Aktion Zukunft mit Tradition.“

Das, was sich dann im Hotel Elysee tat, konnte sich sehen und hören lassen. Das war gut strukturiert und wurde auch bestens „verkauft“. Kein Vergleich mehr mit dem letzten Auftritt Jürgen Hunkes bei der Mitgliederversammlung, als er für seine Aktion „Zukunft mit Tradition“ sprach – und nicht zu „Potte“ kam, immer um den heißen Brei herumredete. Diesmal kam Hunke auf den Punkt. Und er gab zu, dass er inzwischen umgedacht hat. Er ist nicht mehr gegen eine Ausgliederung: „Die muss sein.“ Hunke ist dagegen, dass die Raute und das Stadion verkauft werden: „Das wäre eine historische Fehlentscheidung.“ Und um die zu verhindern, reicht die HSV-Allianz der Initiative „HSVPlus“, die vom ehemaligen HSV-Aufsichtsrats-Chef Ernst-Otto Rieckhoff angeschoben wurde und wird, dem Vernehmen nach die Hand. Es soll noch einmal an einem „Runden Tisch“ nach einer gemeinsamen Lösung gesucht werden.

Denn noch gebe es drei wesentliche Probleme, die Dr. Costard nannte: „Erstens verlieren die Mitglieder ihre Rechte, zweitens werden Finanzinvestoren und Rendite-Jägern, die den HSV missbrauchen könnten, Tür und Tor geöffnet, und drittens gibt es da den geplanten Verkauf der Arena und der Raute.“ Das war und ist geraume Zeit bekannt (und wird von HSVPlus-Gegnern immer wieder als Hauptargumente genannt), aber es musste wohl doch noch einmal gesagt werden.

Letztlich kommt die „HSV-Allianz“ zwar spät zum Zuge, aber nun sind die Mitglieder dran, sie werden darüber zu befinden haben, wohin der Weg des HSV gehen soll . . . Das vom HSV-Vorstand dazu vorbereitete Papier über die Abstimmung von „HSVPlus“ nannte Rainer Ferslev „Dreck“ und „eine riesige PR-Maschinerie“. Zudem befand er: „Der Vorstand kämpft nicht um die Raute, aber die Raute ist Mythos.“ Und er legte den Machern von „HSVPlus“ nahe, die „HSV-Allianz“ mit ins Boot zu nehmen: „Umarme deinen Feind . . .“

Eugen Block sagte bei dieser PK in Richtung des amtierenden Vorstandes: „Diese Leute können nicht mit Geld umgehen, die müssen sofort weg von der Kasse…“ Zudem hieß es: „Das, was uns von HSVPlus vorliegt, ist mit heißer Nadel gestrickt worden, und das geht bei einer so großen Herz-Operation nicht. Da muss nachgebessert werden, es darf bei einem so großen und wichtigen Eingriff keinen Schnellschuss geben.“ Und Block sagte auch: „Die Finanzierung, die Ernst-Otto Rieckhoff vorhat, die ist hochbrisant und gefährlich.“ Deswegen plädiert die HSV-Allianz jetzt dafür: „Abstimmung vertagen, zusammensetzen und dann gemeinsam um eine noch bessere Lösung ringen.“

Wie der HSV künftig zu Geld für seine Profi-Abteilung kommen will, blieb noch offen, Block sagte aber in Richtung des bisherigen Geldgebers Klaus-Michael Kühne:“ Eine AG sollte breit aufgestellt sind, und dann brauchen wir das Geld des Herrn Kühne nicht unbedingt.“ Zur Unterstützung meldete sich Manfred Kaltz, der Angst hat, „dass der HSV verramscht wird“, zu Wort: „Der Verein und die Fans werden von HSVPlus nicht mitgenommen.“ Und, Kaltz weiter: „Wir haben uns früher den Arsch aufgerissen, haben Leistung gebracht und hatten Erfolge – dann kommt das Geld von ganz alleine.“

Das ist ja auch mal eine Methode.

Was noch gefordert wurde von der HSV-Allianz – ganz interessant: Alle Gremien im HSV, Vorstand und Aufsichtsrat, sollten sofort zurücktreten. Jürgen Hunke, noch Mitglied des Aufsichtsrates, ging dabei voran: „Ich bin dazu bereit.“ Aber die anderen Räte? Ganz sicher nicht. Oder? Es geht doch letztlich immer nur um die Sicherung des eigenen Pöstchens . . .

Fazit der PK: Den Allianz-Herren geht es nicht um die Verhinderung von „HSVPlus“, sondern lediglich um eine Vertagung der für Sonntag geplanten Abstimmung. Aber, wie schon geschrieben: Jetzt sind die HSV-Mitglieder gefordert. Und was die Macher von „HSVPlus“ zu all dem, was da heute im Elysee vom Stapel gelassen wurde, sagen, das werden wir am Dienstag erfahren. Denn da folgt die Pressekonferenz von Ernst-Otto-Rieckhoff und Co.

Mein persönliches Fazit: Ich glaube, dass dem HSV noch eine große Zerreißprobe bevorsteht. Und ob die immer schmerzfrei und ohne bleibende Schäden zu hinterlassen abgeschlossen wird, ist eine der Fragen, die sich vielleicht nicht einmal an diesem Sonntag klären lassen wird. Denn wenn ich allein an die 50 und mehr gestellten Satzungs-Änderungs-Anträge denke, wird mir nicht nur schlecht, dann zweifle ich daran, ob es mit dem HSV nach dem 25. Mai 2014 einträchtig weitergehen kann. Diese Anträge sind alle nur gestellt, um diese Versammlung zu torpedieren, und das allein ist in meinen Augen nur Wahnsinn. Demokratie sieht dann doch wohl etwas anders aus, aber natürlich wollen diejenigen, die bisher in Ober-, Unter, Quer, Links- und Rechts-Ausschüssen sitzen, weiterhin ein gewichtiges Wort in ihrem HSV mitsprechen, dazu natürlich auch alle anderen Gremien, die sich nun der „HSV-Allianz“ angeschlossen haben (siehe oben). Alle sehr, sehr wichtig, alle haben diesen und ihren HSV bislang so gut geführt, dass der Club nun dort steht, wo er am Sonntag in Fürth stand. Aber gut, wir werden sehen, was aus den drei großen Hamburger Buchstaben nun wird. Alle haben ihre Argumente, jetzt ist wieder einmal die Basis gefragt.

Apropos. Bei der Gelegenheit wollen wir uns von „Matz ab“ für die vielen, vielen Mails, SMSe, Anrufe und Briefe ganz herzlich bedanken. Es war an diesem Montag bei allen, bei „Scholle“, Lars Pegelow und mir die Hölle los. Mein altes, mein altertümliches Handy, konnte keine Nachrichten mehr aufnehmen (sorry bei denen, die es noch versucht haben!), das galt für Anrufe (auf der Box) und für SMS. Heute klappte das mit den Anrufen (sogar Frau Barbara Ertel-Leicht vom VfL Wolfsburg aus der Presse-Abteilung gratulierte – einfach nur toll!) wieder fast normal, aber auch nur fast. Ich werde versuchen, mich bei allen zu melden, aber das könnte noch etwas dauern.

Trotz allem noch einmal: danke, danke, danke! Ihr seid Weltklasse. Und wir haben uns am Sonntag nach dem Spiel auch darauf verständigt, dass wir „schon eine tolle Matz-ab-Familie geworden sind“. Mit „Papa Benno“ an der Spitze! Dieses Lob gilt natürlich auch für alle anderen Bilderbuch-„Matz-abber“, von denen ich am Sonnabend einen ganz besonderen vergessen habe (Asche auf mein Haupt!), nämlich Aufkleber-Uwe. Ihm haben wir Banner und Aufkleber zu verdanken, zudem lebt Uwe, der natürlich mächtig mitgezittert hat, im tiefen Westen den HSV tagtäglich pur! Herzliche Grüße – und immer wieder herzlichen Dank für Deine große Unterstützung, lieber Uwe!

So, nun bin ich am Ende, „Scholle“ wird dieses Werk zusammenführen – und dann bleibt uns nur noch, Euch einen wunderschönen Abend zu wünschen. Ohne jede Dramatik, ohne große Spannung, ohne Zitterei. Einfach nur mal wieder einen ruhigen Feierabend genießen. Ein kurzes Dankeschön noch schnell an Britta Kehrhahn, die uns heute mit Mitschnitten der “Allianz”-PK tüchtig aushalf, einen Dank auch an Sergej Barbarez und Frank “Macke” Mackerodt – ihr wart fantastische Gäste bei „Matz-ab-live“, es gab viel Lob, auch von unseren Chefs. Und kurz auch noch ein Schlenker zu Lotto King Karl (und seinen Barmbek Dreamboys), der am Sonntag gleich zweimal seine Perle im Volkspark gesungen hat (einmal vorher, einmal nachher!). Wir wünschen Dir, Lotto, und Deinen Kumpels bei der heute in München beginnenden Deutschland-Tournee alles, alles Gute. Prost, Lotto! Und Prost Loide – wie Lotto immer sagt.

In diesem Sinne, bis morgen. Da wird sicher nicht weniger los sein als heute.

Scholle und Dieter

P.S.: Wie wir eben erfahren haben, wird auch Cotrainer Roger Stilz, desen Vertrag ausläuft, den HSV verlassen. “Ich bin dem HSV dankbar für das Vertrauen, das ich hier gespürt habe. Es war eine sehr intensive, lehrreiche Zeit für mich, an die ich mich immer gern erinnern werde.” Dennoch plant der ehemalige Kicker des SC Victoria seinen künftigen Weg bei einem anderen Klub, den er uns beizeiten mitteilen werde. Alles Gute, Roger!

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