Archiv für das Tag 'Liebnau'

Adlers außergewöhnliche Rückkehr

12. Dezember 2012

Er sah müde aus, ließ sich davon aber nichts anmerken. Im Gegenteil, Rene Adler wurde noch immer nicht müde, den Brasilien-Trip samt seiner Strapazen zu loben. „Für die Mannschaft war das einfach eine gute Reise“, so der Keeper, der am Sonnabend das erste Mal auf seinen ehemaligen Arbeitgeber Bayer Leverkusen trifft. Zumal die Mannschaft auch eineinhalb Tage frei hatte. „Wir haben dort ein seriöses Spiel abgeliefert und uns den Umständen entsprechend gut verkauft. Und wir haben den Trip für uns als Mannschaft genutzt, haben an den eineinhalb freien Tagen die Seele baumeln lassen und die Zeit für Gespräche genutzt.“ Teambuilding auf brasilianische Art. „35 Grad statt Minus fünf – das ist schon eine heftige Umstellung“, sagt Adler, der dennoch keinerlei Probleme für das Spiel am Sonnabend sieht: „Nein, die Reise kann keine Ausrede sein, selbst wenn wir verlieren. Wir sind jung genug, das wegzustecken. Wir werden unsren Positivtrend fortsetzen.“ Denn wenn eines auf der Reise klar wurde, dann, dass alle Spieler heiß sind auf das letzte Spiel 2012. „Wir wissen, dass wir einen guten Lauf haben. Wir alle wollen eine Hinserie, die schlecht begonnen hat, unbedingt positiv beenden.“

Ihn persönlich dürfte ein Erfolg an alter Wirkungsstätte besonders freuen. „Natürlich ist das ein ganz besonderes Spiel für mich“, sagt Adler, „immerhin habe ich dort die meiste Zeit meiner Karriere verbracht. Leverkusen war ein schönes Kapitel und ich weiß auch, was ich Bayer zu verdanken habe.“ Dennoch sei er Profi genug, diese Emotionen für 90 Minuten hintenanzustellen. Adler: „Absolut! Ich werde wie immer eine gesunde Anspannung haben. Die ist gut. Die brauche ich“, sagt Adler, „denn die ist wichtig für mein Aktionspotenzial.“ Soll heißen: Anspannung = Motivation. Klingt gut. Zumal direkt danach Weihnachtsferien für die Spieler sind. Wobei genau dieser Gedanke auch die größte Gefahr darstellt. Sofern man sich schon zu früh im Urlaub wähnt.

Wobei ich mir diesbezüglich bei Adler mal gar keine Sorgen mache. Der momentan beste deutsche Torwart wird die Mannschaft eher zu heiß machen, gilt er doch als sehr verbissen. In der Sport Bild von heute ist ein Artikel mit dem HSV-Keeper, in dem auch dessen Zeugnis für die Übergangszeit vom Jugendlichen zum Profi abgedruckt wurde. Und darin hat ihm sein Förderer, Torwarttrainer und Freund in den höchsten Tönen gelobt sowie ihm unbändigen Fleiß und hohe Selbstkritik attestiert. Alles Dinge, die auch heute noch gelten.

Seit heut ist auch beschlossen, dass das Sicherheitspaket ab 2013/2014 umgesetzt wird. Und obwohl es sicherlich einige kleinere Mängel in diesem Sicherheitspapier gibt, ist es eine grundsätzlich positive Entscheidung, wie ich finde. Seitens des DFB heiß es:

„Mit großer Geschlossenheit haben die 36 Profi-Clubs heute im Rahmen
der Mitgliederversammlung des Ligaverbandes ein umfangreiches
Maßnahmenpaket für mehr Sicherheit im Fußball verabschiedet. Nach
intensiver Analyse und Diskussion wurden alle 16 vom Vorstand des
Ligaverbandes vorgeschlagenen Anträge inklusive einiger
Modifikationen mit jeweils deutlich größeren Mehrheiten als
erforderlich angenommen.“

Ein gutes Zeichen. Zumindest war die Entscheidung für mich angesichts der Entwicklungen in den Stadien zuletzt alternativlos. Und obwohl ich mir sicher bin, dass die Entscheidung in den nächsten Wochen noch für eine Menge Ärger sorgen wird und tausende Fans weiterhin protestieren werden, glaube ich daran, dass es auf Sicht für mehr Sicherheit und letztlich auch Verständnis aller sorgen wird.

Carl Jarchow dazu: „Dem überwiegenden Anteil der 16 Einzelanträge haben wir inhaltlich aus Überzeugung zugestimmt. Allerdings hatten wir den Antrag auf eine Vertagung zur Abstimmung bezüglich des Sicherheitskonzeptes gestellt, der aber mehrheitlich abgelehnt wurde. Aus unserer Sicht ist es bedauerlich, dass wir es nicht geschafft haben, mehr Zeit zu gewinnen, um im Dialog mit den Fans für mehr Vertrauen in und Verständnis für das Sicherheitskonzept zu werben.“ Dieser Vorschlag wurde übrigens wenig überraschend deutlich mit 31:5 Stimmen abgelehnt. Trotzdem zeigte sich Jojo Liebnau von den “Chosen Few” enttäuscht. „Ich muss schon sagen, dass ich enttäuscht von der DFL bin. Sie haben die Chance verpasst, den Fans zu signalisieren, dass sie ernst genommen werden. Das Prozedere, alle Anträge durchzuwinken und anschließend bekanntzugeben, die Umsetzung mit den Fans im Dialog zu besprechen, klingt schon absurd.“

Zumindest klingt sie auf den ersten Blick widersprüchlich. Aber wie einige Blogger auch war ich bei dem Fantreffen zum Sicherheitspapier anwesend. Eine unsäglich langweilige Veranstaltung, was zum einen dem Thema zum anderen aber der Beteiligung von gerade mal 42 Leuten geschuldet war (inklusive Journalisten und Vorstand Scheel). Schon auf dieser Veranstaltung war herauszuhören, dass es den Kritikern vor allem darum ging, die Einflussnahme des DFB und der DFL auf die Verein nicht zu groß werden zu lassen. Philipp Markhardt, Sprecher der Organisation „ProFans“ wertete die Entscheidung als „absolut negativ“ und kündigte weitere Proteste an. „Wir machen uns nicht zum Büttel von Herrn Rauball“, sagte Markhardt. Die Fans fürchten trotz einer Entschärfung an wesentlichen Stellen des Papiers Repressalien wie Ganzkörperkontrollen etc. Eine Befürchtung, die Rauball zu nehmen versucht: „Wir können allen Fans versichern, dass die Fankultur nicht gefährdet wird.“

Worte, denen jetzt Taten folgen müssen. Denn wenn diese Diskussion eine klare Nachricht hervorgebracht hat, dann wirklich die, dass sich Liga und Fans deutlich besser austauschen und versuchen müssen, gemeinsam zu arbeiten. Wenn das gelingt, ist allen geholfen. Dann werden auch die Liebnaus und Markhardts dieser Welt wie alle anderen auch den 12.12.2012 als positiven Wendepunkt betrachten. Zumindest ist das meine Hoffnung.

Apropos Hoffnung. Die habe ich auch in Sachen Leverkusen-Spiel. Immerhin konnte die Mannschaft heute auf einem trotz Rasenheizung leicht gefrorenen Untergrund ordentlich trainieren. Und man merkte eigentlich niemandem Müdigkeit an, bei den lustigen Kreis-, Pass- und Fangspielen. Trainer Thorsten Fink setzte heute auf „leichte Trainingskost“, um es mal so zu formulieren, wobei Adler schon vorher gesagt hatte: „Die sind alle heiß, das habe ich schon beim Waldlauf nach unserer Landung am Dienstag gespürt. Da hat keiner gemurrt.“ Wäre ja auch noch schöner…

In diesem Sinne, in Leverkusen wurde nur eines der letzten fünf Spiele verloren. Das macht doch Hoffnung auf einen guten Hinrundenausklang. „Leverkusen ist eine Top-Mannschaft“, warnt Adler und findet auch gleich die Angriffsfläche: „Sie haben Bayern München geschlagen und stehen zurecht oben – aber sie haben genauso gezeigt, dass sie ab und zu schwächeln.“ Wie zum Beispiel zum Hinrundenende 2012/2013…

Ich hoffe es jedenfalls, nachdem seit heute klar ist, dass sowohl Maxi Beister als auch Milan Badelj mit in die hoffentlich pyrofreie BayArena reisen können. Rafael van der Vaart hingegen fällt wie erwartet weiterhin aus.

Bis morgen! Dann wird das letzte Mal öffentlich trainiert im Jahr 2012. Und zwar um 15 Uhr an der Imtech-Arena.

Scholle

Rajkovic: “Mein Ende war beschlossen, bevor ich den Streit mit Son hatte”

18. Juli 2012

Ich hatte es gesagt, vielleicht führt einer der Termine (vom Dienstag) letztlich dazu, dass wir hier im Blog etwas darüber lesen. Dass es in dieser Form und vor allem so schnell etwas wird, hätte ich nicht gedacht. Aber diesmal war es Slobodan Rajkovic, der mich um einen Termin bat, um seine Sorgen in Worte zu fassen. In der Hafencity, unmittelbar in der Nähe seiner Wohnung, trafen wir uns. Und er sprach. Sehr viel. Der Innenverteidiger hatte sich sogar einen DIN-A4-Block mitgebracht und checkte immer wieder ab, was er gesagt hatte – und was noch fehlte. Als er so richtig in Fahrt war, fragte ich, ob er sich über die Tragweite des Interviews im Klaren sei. Ob er wüsste, dass er trotz des Hoffnungsschimmers durch Frank Arnesen nach diesem Interview beim Klub durch wäre. Und er antwortete: „Ja, das weiß ich. Der Trainer will mich nicht. Egal wie. Aber ich will, dass alle wissen, was hier wirklich los ist.“ Und ganz ehrlich, auch wenn es meine Chefs nicht gern lesen werden, ich habe mehrmals danach gefragt, ob es wirklich so abgedruckt werden kann. Ich wollte wissen, ob es nur tief sitzender Frust bei Rajkovic ist, der die Zunge den Emotionen unüberlegt folgen lässt und ihn böse nachtreten lässt. Oder ob es tatsächlich die Wahrheit ist?
Und auch, wenn ich es bis jetzt nicht wissen kann, Rajkovic’s Antwort war: “Ich habe in diesem Interview nicht ein einziges Wort über den Trainer gesagt, das ich dem Trainer nicht auch persönlich genau so gesagt habe.” Und, entscheidend für mich ist, alle Seite anzuhören und möglichst unverfälscht darzustellen. Teil eins ist Rajkovic. Ich hoffe, den Trainer heute folgen lassen zu dürfen. Aber lest selbst:

Matz ab: Herr Rajkovic, sind Sie ein aggressiver Typ?
Slobodan Rajkovic: Nein. Ich bin auf dem Platz hart, das muss sein. Ich will immer gewinnen und würde für meine Mannschaft auch schummeln, wenn es sein muss. Ich gebe immer alles und ein bisschen mehr für meine Mannschaft. Genau das wollen die Trainer. Auch Thorsten Fink fordert das von mir. Das ist normal. Aber ich habe nie Probleme, mich im Griff zu haben.

Matz ab: Trotzdem wurden Sie jetzt wegen einer Schlägerei mit Ihrem Mannschaftskollegen Heung Min Son suspendiert. Haben Sie sich bei Herrn Son entschuldigt?
Rajkovic: Das wollte ich. Ich durfte aber nicht mal in seine Nähe, wurde aus der Kabine ausgesperrt. Ich wollte auch Tolgay Arslan sagen, dass es mir Leid tut. Allerdings war es auch nicht der Streit mit Son, sondern lange vorher beschlossen, dass ich weg muss. Das hat mir der Trainer so bestätigt.

Matz ab: Wie?
Rajkovic: Ich bin nach dem Streit mit Son in die Kabine des Trainers und habe Antworten bekommen auf viele Fragen, die sich in den letzten Monaten und Wochen aufgestaut hatten und die letztlich dazu geführt haben, dass ich so reagiert habe.

Matz ab: Thorsten Fink ist Schuld an Ihrem handfesten Streit mit Heung Min Son?
Rajkovic: Nicht nur. Aber alles zusammen. Wobei das eine lange Geschichte ist.

Matz ab: Die Sie erzählen wollen?
Rajkovic: Ja. Weil ich so etwas noch nie erlebt habe. Ich wurde noch nie so oft und so lange angelogen. Dabei hätte der Trainer mir am Saisonende einfach nur sagen müssen, dass er mich nicht mehr braucht und ich mir einen neuen Verein suchen soll. Wir waren acht Monate fast jeden Tag auf dem gleichen Trainingsplatz und in derselben Kabine. Und nie kam ein Wort. Nie konstruktive Kritik, noch weniger Lob. Aber vor allem kam nie eine klare Aussage. Das wäre hart für mich gewesen, aber ich hätte Bescheid gewusst und hätte aufhören können, an mir zu zweifeln. Vor allem aber hätte ich die Achtung vor ihm bewahrt, weil er es wenigstens ehrlich kommuniziert. So habe ich hinten herum erfahren, dass der HSV mich verkaufen will. Es war sogar ein Tauschgeschäft mit Dynamo Moskau vom Verein vorgeschlagen worden, ohne, dass mein Berater oder ich involviert waren. Ich wurde im Urlaub von Freunden angerufen, die sich gewundert haben, warum ich Hamburg verlasse. Das war schon hart, zumal ich nie wechseln wollte. Im Gegenteil. Ich habe erst vor ein paar Tagen Moskau trotz einer finanziellen Verdoppelung meines Gehaltes abgesagt. Weil Hamburg ein toller Verein ist. Hier wollte ich meine zweite Heimat finden. Das habe ich Frank Arnesen und auch dem Trainer so gesagt. Alle wussten, dass ich mich hier durchkämpfen wollte. Der HSV mit dem Stadion, mit diesen Fans, der tollen Stadt und der Bundesliga war meine größte Chance, mich zu beweisen. Und wenn ich besser werde, wird es das Geld ganz automatisch.

Matz ab: Sie sprechen in Vergangenheitsform. Heißt das, das Kapitel HSV ist trotz Ihres Vertrages bis 2015 endgültig abgehakt?

Rajkovic: Ja. Sportchef Frank Arnesen will zwar noch mal mit dem Trainer sprechen, aber er hat auch gesagt, dass das wohl nicht viel an der Entscheidung ändern wird. Zumal der Präsident Carl Jarchow bei meiner Suspendierung neben Fink saß. Und der Trainer hat mir gesagt, dass ich bei ihm kein Spiel mehr mache. Wobei der Streit mit Son nur ein willkommener Anlass war. Die Sache war allerdings schon vorher klar. Das hat er mir in einem Vier-Augen-Gespräch auch gesagt. Ich habe ihn gefragt, ob er mich nicht mag. Und er antwortete: ‚Ja.’ Ich sei nicht sein Typ Spieler. Selbst das ist okay, Fußball ist eben auch Geschäft. Aber er hätte mir seine Entscheidung wie ein Mann mitteilen können und sie nicht wie ein Mädchen über Zeitungen lancieren müssen. Nur den Mut hatte er nicht mal in dem letzten Gespräch. Da hat er immer nur auf die Uhr geschaut, weil er los wollte und hat wieder nur gesagt, wie professionell ich mit meiner schwierigen sportlichen Situation umgegangen sei und dass er nur der Streit mit Son sei, weswegen ich suspendiert würde. Dabei gab es doch gerade beim HSV in der letzten Zeit ähnliche Vorfälle, bei denen nicht so reagiert wurde. Gerade der Trainer hatte da seinen Fehltritt.

Matz ab: Sie meinen den Streit mit Muhamed Besic?
Rajkovic: Ja. Der Trainer war damals sauer. Und das zurecht. Er hatte die Laufgruppe, in der Besic und ich waren, immer wieder gefragt, wer beim Waldlauf damals nicht gelaufen sei. Nach dem dritten Mal fragen hat er sich den jüngsten in der Gruppe geschnappt und übel am Hals gepackt. Der Trainer meinte zu mir, dass er eben der Trainer sei und ja auch nicht geschlagen habe. Aber ich habe ihm gesagt, dass er so ein ganz schlechtes Beispiel sei, auch wenn ich seine Reaktion verstanden habe. Weil er eben berechtigt sauer war. Ähnlich wie ich, nachdem ich Sonni dreimal gesagt hatte, das er schneller spielen solle und wir Tore brauchen. Geschlagen habe ich erst, als Sonni reagiert hat und mich treten wollte. Das war nicht gut, aber ich dachte, gerade der Trainer müsste das verstehen. Aber das wollte er nicht. Er sagte, ich hätte zu ihm kommen und ihm sagen sollen, dass Sonni nicht zuhört. Aber mal ehrlich, was soll das? Normalerweise klären Spieler das unter sich. Wir sind erwachsen. Aber bei Fink bestätigt sich langsam das Gefühl, das einige haben, dass Selbständigkeit nicht erwünscht ist. Natürlich darf es nicht eskalieren. Aber zum Vergleich: Mein Freund Dejan Stankovic von Inter Mailand hat mich angerufen und mir erzählt, dass es bei Inter andauernd kleinere und größere Streitigkeiten geben würde, diese aber zu 99 Prozent intern und von den Spielern selbst bereinigt werden. Bei uns geht das doch gar nicht. Es wird immer populistisch eine Hierarchie gefordert – aber hier wird alles von außen gesteuert. Ich glaube auch, dass das der Grund sein könnte, weshalb wir keine Leader in der Mannschaft haben. Im Gegenteil: Gleich nach dem Training hat der Trainer Interviews gegeben und seine Entscheidung mitgeteilt. Mir nicht. Bei mir hat sich selbst unser Ober-Fan Johannes Liebnau gemeldet. Der Trainer aber ewig nicht. Der hat mich öffentlich als Buhmann hingestellt und suspendiert. Noch bevor ich angehört wurde. Wenn ich das mit Bayern München vergleiche, wo sich Ribery und Robben in der Kabine blaue Augen schlagen und wo der Verein seine Spieler nach außen hin schützt und intern alles klärt, sagt das doch schon alles über Thorsten Fink. Trainer müssen immer viele Spieler bedienen und bei Laune halten. Da kann man sicher nicht immer alles sagen. Aber unser Trainer lügt. Er hat zwei Gesichter. Und leider sehen das in der Mannschaft schon einige so. Denn im Gegensatz zu mir wollen hier einige weg.

Matz ab: Wer?
Rajkovic: Das kann ich nicht sagen. Ich petze nicht. Ich habe auch lieber die Einjahressperre hingenommen, als ich einen Schiedsrichter angespuckt haben sollte. Dabei weiß ich, wer es war. Nein, ich wusste, dass wir mit dieser Mannschaft nicht über die individuelle Klasse kommen können, sondern über Zusammenhalt. Dafür habe ich lange geschwiegen. Weil der HSV ein toller Klub ist. Aber jetzt wird es gefährlich, weil man dem Trainer zu viele Rechte einräumt. Wen er nicht will, den behandelt er schlecht. Wie mich in Österreich.

Matz ab: Meinen Sie wirklich, dass er das bewusst macht?
Rajkovic: Leider ja. Er hatte mir bis zum 12. Juli Urlaub gegeben, weil ich nach der Saison noch 15 Tage auf Länderspieltour war. Und plötzlich kommt am 5. Juli eine vom Trainer in Auftrag gegeben SMS von Teammanager Marinus Bester mit ‚Wo bist Du?’, woraufhin ich meinen Urlaub abbreche und so schnell wie möglich ins Trainingslager nach Österreich fliege. Als ich dort ankam, fragte mich Thorsten Fink nur: ‚Was willst Du denn hier?’ Spätestens da habe ich gemerkt, dass hier ein falsches Spiel mit mir gespielt wird. Und das geht nicht nur mir so. Ich sage es nur laut, weil es einem tollen Klub großen Schaden zufügen könnte.

In diesem Sinne, gute Nacht!
Scholle