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3:0 gegen den BVB – ein Sieg für Hermann!

22. Februar 2014

Hermann, wir lieben, vermissen und denken an Dich! Du bist der beste Mann!

„Hey, hey, hey, hier kommt Hamburg!“ Das war der Rieger-Tag, der in die Geschichte eingehen wird. Und hoffentlich die so lange erhoffte Wende eingeläutet hat. Der HSV bezwingt Borussia Dortmund mit sage und schreibe 3:0 – der HSV ist wieder da! Endlich einmal wieder ein Fußball-Fest im Volkspark, endlich einmal wieder ein Tag der Freude und des Jubels. Dieser Sieg sollte allen Auftrieb geben, dieser Sieg könnte am Ende der Saison noch einmal Gold wert sein. „Niemals, Zweite Liga, niemals, niemals“, sangen die Fans, die großartigen HSV-Fans, die nach dem Schlusspfiff die Mannschaft enthusiastisch feierten.


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Ein wenig vergessen wurde dabei der neue Trainer, denn der hatte dieses Wunder bewirkt. Mirko Slomka hatte Mut zu Veränderungen, und er hat alles richtig gemacht. Gratulation, Herr Slomka, ich hätte es nie geglaubt, niemals sogar, aber Sie haben es möglich gemacht, das war Note eins! Und Sie haben eines gezeigt: Wenn sich ein Trainer Mühe macht, sich mit dieser Situation identifiziert, wenn er bereit ist, sich zu seinen Spielern herabzulassen, um mit ihnen ein Team zu bilden, dann kann auch ein solches „Wunder“ gelingen. Weiter so! Jetzt muss am nächsten Sonnabend in Bremen nachgelegt werden.
Nur der HSV!

Dieses Spiel stand im Zeichen des Kult-Masseurs. Welch ein Spiel! Der Norden des Volksparks wartete mit einer großartigen Choreographie auf, da blieb die ganze Arena mucksmäuschenstill. Über die gesamte Tribüne prangte ein Plakat und ein Spruch: „Für immer unser bester Mann, den niemand je ersetzen kann!“ Schon vor der offiziellen Schweigeminute unter der Regie von WM-Schiedsrichter Dr. Felix Brych (München) war es total still im Stadion, auch die Dortmunder machten mit und schwiegen – das war überragend! Vielen Dank dafür, ihr Borussen, das war vorbildlich, Ihr habt gezeigt, dass wir in einem solchen Fall wirklich eine Familie sind. Nachahmenswert!

Mit 2:6 hatte der HSV das Hinspiel in Dortmund verloren, aber von Beginn an sah es nicht nach einem erneuten Hamburger Debakel aus. Trainer Mirko Slomka hatte viel gewagt, hatte neue Leute gebracht und ein neues System eingeführt – das sah endlich, endlich mal nach Fußball aus, nach richtigem Erstliga-Fußball aus. Und nicht nach einem Gestümper Marke „van Marwijk“, das muss ich mal loswerden, auch wenn es viele als Nachtreten ansehen werden. Diesmal wurde mit Sinn und Verstand Fußball gespielt, jeder war engagiert, konzentriert und auch diszipliniert bei der Sache. Ja, das war erste Sahne, ein Unterschied zwischen dem Deutschen Meister des zweiten Platzes und dem Abstiegskandidaten HSV war in der ersten Halbzeit jedenfalls nicht zu erkennen.

„Wenn sie die ganze Saison so gespielt hätten, dann würde ich mir irgendwelche Sorgen gemacht haben. Das Erschreckende daran ist, dass es nur über die Motivation geht. Nur darüber. Ich bleibe dabei, vom Spielermaterial her gehört der HSV ins erste Drittel, aber es kommt eben darauf an, ob der Trainer die Spieler erreicht und motivieren kann, Slomka hat das offenbar geschafft“, sagte Comedian Olli „Dittsche“ Dittrich und fügte hinzu: „Endlich, endlich haben sie sich mal wieder an Petr Jiracek erinnert, das habe ich ohnehin nie verstanden, dass der so total unbeachtet mitlaufen musste. Das ist doch ein ausgezeichneter Mann. Und der ergänzt sich auch, das sieht man ja, großartig mit Marcell Jansen. Das sieht alles ganz gut aus.“

Das sagte „Dittsche“ zur Pause. Da führte der HSV – fast möchte ich schreiben –sensationell mit 1:0. Verdient. Das Tor fiel in der 42. Minute. Pierre-Michel Lasogga „tanzte“ auf der Torauslinie Gegenspieler Friedrich und auch Schmelzer aus, die Dortmunder hatten die Lage offenbar unterschätzt, die Flanke kam zur Mitte, wo sich Petr Jiracek gegen Aubameyang durchsetze und den Ball aus vier Metern ins Netz köpfte! Ausgerechnet Jiracek. Den hatten die Welt-Trainer, die vorher hier in Hamburg tätig waren, total außen vor gelassen. Einen tschechischen Nationalspieler, daran kann man auch ganz sicher eine gewisse Ahnungslosigkeit des Hamburger Fach-Personals erkennen. Aber immer nach neuen Spielern schreien . . .

Mirko Slomka hatte auch etwas Neues, er ließ den HSV im 4:4:2-System auflaufen. Ja, das hatte Hand und Fuß, weil sich auch jeder Spieler daran hielt und seine Aufgabe erfüllte. Endlich einmal wieder ein Fußball-Festtag im Volkspark – Hermann, hast Du das gesehen? Natürlich, und Du warst da oben auch restlos aus dem Häuschen. Gratulation.

Und, mein lieber Hermann, was sagst Du zu diesem 2:0? Hakan Calhanoglu eroberte in der 58. Minute den Ball, bediente den an der Mittellinie stehenden Tolgay Arslan, und der erkennt sofort die Lage: Super-Pass auf den losziehenden Pierre-Michel Lasogga, der läuft und läuft und läuft und schießt dann aus 16 Metern flach an Weidenfeller vorbei ein. Ein Höllenlärm war in dieser „Kiste die Folge, das ist Freude und Erleichterung pur. Da plumpsten tausende Steine von den Hamburger Herzen . . .

Fast sogar noch das 3:0, aber Dr. Brych versagte einem Kopfballtreffer von Johan Djourou die Anerkennung, weil sich bei der Ecke zuvor Rajkovic aufgestützt hatte (67.).

Dortmund kam, was für ein Wunder, aber der HSV stand gut, bis auf ganz kleine Ausnahmen. Und der HSV hatte den letzten Schuss! Und was für einen! Hakan Calhanoglu drosch in der Nachspielzeit einen Freistoß aus gefühlt 40 Metern zum 3:0 ins Netz. Ein Traum! Ganz Hamburg lag sich in den Armen – auf dem Rasen und in der Arena. Was für Schlusspunkt! Wie gemacht für diesen Tag.

Die Einzelkritik:

Rene Adler hielt diesmal wieder großartig, wurde mit „Rene-Adler“-Sprechchören gefeiert, seine größte Taten waren die Paraden nach einem Volleyschuss des eingewechselten Duksch (70.) und nach einem Kopfball von Piszczek, den der HSV-Keeper an die Latte lenken konnte – hervorragend! Immer gegen Dortmund, möchte man bei Adler schreiben . . .

Heiko Westermann kam in die Mannschaft, weil Dennis Diekmeier erkrankte, und der so oft Geschmähte zeigte eine solide und gute Partie. Für einen, der eigentlich zusehen sollte, der dann aber doch plötzlich reinkommen muss, war das eine ansprechende Leistung. Kompliment, Heiko Westermann!

Johan Djourou war nicht wiederzuerkennen, denn er spielte endlich einmal so, dass jeder erkennen konnte, warum er einst vom FC Arsenal verpflichtet worden ist. Das war stark.

Slobodan Rajkovic hatte gefühlt zwei Jahre nicht mehr für den HSV gespielt, und er spielte auf Anhieb so, als wäre er nie weg gewesen. Das Comeback des Jahres! So darf er ruhig weitermachen – ein ganz, ganz dickes Kompliment, Slobo! Und er wurde sogar von BVB-Trainer Klopp „geadelt“, denn Torjäger Lewandowski wurde sogar in der 67. Minute ausgewechselt! Jawohl, ausgewechselt! Unfassbar eigentlich.

Marcell Jansen war von Anfang an auf dem Platz und spielte eine tolle Partie, gewann sogar Wettläufe gegen den pfeilschnellen Aubameyang. In WM-Form!

Tomas Rincon fühlte sich in seinem Element, er ging zur Sache, er war überall, er nähert sich so seiner Form, die er uns allen einst schon gezeigt hat.

Milan Badelj feierte ein schnelles Comeback (nach einem Bänderriss!?), er mischte mit, hatte gute Szenen in der Defensive, aber nach vorne darf er ruhig noch zulegen.

Tolgay Arslan war aggressiv, griffig, stets auf Achse – so schlüpfte er in die Rolle des Sechsers, in die er sich einst so großartig gespielt hatte. Und wenn er sich immer daran erinnert und zu einer solchen Form aufläuft, dann ist er wirklich ein Super-Sechser – von denen Mirko Slomka bei seiner Vorstellung sprach (und für ein wenig Verwirrung sorgte!).

Petr Jiracek zeigte diesmal, nach vielen, vielen vergebenen Möglichkeiten, warum er in diese Mannschaft gehört. Das war einfach nur gut, „Jira“, weiter so.

Hakan Calhanoglu leistete sich in der ersten Hälfte jede Menge Abspielfehler, schoss auch keine guten (eher schlechten) Standards, aber er kam in der zweiten Halbzeit etwas besser zur Geltung – und dann dieser Hammer! „Das war das Tor des jahres“, jubelte Lotto King Karl, und lag damit genau richtig. So etwas hat es hier ja noch nie gegeben, das waren bestimmt 40 Meter – würde ich sagen. Ein Traumtor! Ein Sensationstor! Und unfassbares Tor!

Pierre-Michel Lasogga der Überflieger! Was soll man da noch sagen? Der Mann ist fantastisch – und schoss nun schon sein elftes Saisontor. Überragend, so hat er vielleicht doch noch (und sogar!) eine WM-Chance, dieser Lasogga ist einfach bärenstark. Auch wenn er in Halbzeit eins einige Bälle leichtfertig zum Gegner gespielt hatte.

Jacques Zoua (ab 86. Min. für Lasogga) durfte noch für Zeit sorgen.

So, gleich sind wir in Feierlaune und mit „Matz ab live“ auf Sendung – und die wird uns endlich mal wieder so richtig gute Laune machen. Wir freuen uns auf Euch.

17.33 Uhr

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