Archiv für das Tag 'Leverkusen'

Tah wechselt für knapp zehn Millionen zu Bayer

14. Juli 2015

Jonathan Tah wechselt zu Bayer Leverkusen

Die Pässe kamen zielgenau. „Geiles Ding“, ließ ein Zuschauer verlauten – und meinte damit einen der vielen Pässe von Bernhard Trares, der ebenso wie Trainer Bruno Labbadia bei der Vormittagsübung das Stellungsspiel im 4-1-4-1-System auf die Probe stellte. Und obgleich die Pässe scharf getreten waren, stand die Defensive gut. „Schön zu sehen“, so Trares’ Kommentar, ehe er seine erste Trainingseinheit als neuer „Übergangstrainer“ des HSV beendete. „Das sah schon ganz gut aus“, so der einstige Bundesliga-Abwehrrecke, der bei seinem Einstand gleich eine Nachricht verkraften musste, die unter den HSV-Fans für kontroverse Diskussionen gesorgt hat und jetzt umso mehr sorgen wird: Jonathan Tah wird verkauft! Den ganzen Beitrag lesen »

Bayer kommt mit Calhanoglu – der HSV wieder mit Rudnevs

31. Oktober 2014

Er kommt mit. Und ganz Hamburg ist wie elektrisiert. Alles schaut auf den kleinen Mann mit den tollen Distanzschüssen und dem Hang zu falschen Krankschreibungen. Und so spannend es für die Zuschauer wird, wie vergiftet die Atmosphäre diesem einen Spieler gegenüber sein wird, muss klar sein, dass es der falsche Fokus ist – zumindest für die Mannschaft. Denn: Sechs Punkte nach nunmehr neun Spielen und Platz 16 sind Baustellen, die alle Aufmerksamkeit verlangen. „Ich habe ganz ehrlich noch nicht ein Wort von den Spielern über Hakan gehört“, sagt Joe Zinnbauer, der Hakan Calhanoglu in seiner Zeit als KSC-Trainer unter sich hatte. „Ich habe zwar mit ihm telefoniert“, so Zinnbauer, der das Thema so wenig vordergründig sieht, wie es nur geht, „aber wir haben uns nicht einmal über Fußball unterhalten.“ Gut. Der letzten Aussage maßen wir nicht allzu viel Wahrheitsgehalt bei. Zinnbauer relativierte auch schnell: „Wir haben nach dem Hertha-Spiel gesprochen und ich habe ihm nur gesagt, dass wir gegen Leverkusen sicher nicht so eine Leistung auf den Platz bringen wie gegen Hertha.“

Aber was soll Zinnbauer auch sagen? Er versucht, was richtig ist: Er lenkt den Fokus seiner Spieler auf die eigenen Baustellen – und davon gibt es noch reichlich. Seit dem Bayern-Spiel sogar eine mehr: Heiko Westermann. Der Innenverteidiger wird auch am morgigen Sonnabend gegen Leverkusen wieder von Beginn an spielen, darauf legte sich Zinnbauer bereits fest. „Mit Heiko brauchen wir nicht über den Fehler sprechen – das muss man bei dem Fehler mit keinem Spieler. Er hat ihn gemacht, das weiß er. Und den wird er ausbügeln wollen. Und diese Chance werden wir ihm nicht nehmen. Er ist auch erfahren genug, damit umzugehen.“ Soll heißen: Westermann agiert neben Djourou in der Innenverteidigung. Ob er dann gleich so einen Kracher loslässt wie beim letzten Gastspiel der Werkself sei dahingestellt. Aber mich würde es im doppelten Sinne freuen: Für ihn und für den HSV.

Das Videointerview (entschuldigt bitte die Tonqualität – vor allem dioe Fragen sind kaum zu hören…):

Wobei es mir absolut sch…egal ist, wie und durch wen der HSV letztlich seine Punkte holt. Ich freue mich über die emotionsgeladene Stimmung in diesem Spiel vor allem, weil ich hoffe, dass es dem HSV noch ein wenig mehr Auftrieb gibt. „Wir brauchen unsere Anhänger vielleicht mehr denn je“, sagt Zinnbauer – und wurde erhört. Ab 13.30 Uhr starten die HSV-Fans ab Stellingen einen Unterstützungsmarsch. Aufgerufen vom Fanclub „Inside HSV“.

Welche Elf dann auf dem Platz stehen wird, ließ Zinnbauer natürlich noch offen. Dennis Diekmeier ist zwar wieder eisnetzbar – aber es ist nicht ausgeschlossen, dass er sich noch gedulden muss. „Wir müssen sehen, ob er in den zwei Wochen Verletzungspause viel verloren hat“, so Zinnbauer, „jeder weiß ja, dass es immer schwierig ist, im Spiel die Viererkette zu wechseln. Deshalb müssen wir schauen, ob er 90 Minuten spielen kann.“ Sollte dem nicht so sein, spielt Götz, den Zinnbauer besser gesehen hat als manch Kritiker: „Er hat seine Sache gut gemacht. Besser, als er dargestellt wurde.“ Dennoch würde er seinen Youngster der Erfahrung opfern, wenn Diekmeier fit ist: „Diekmeier ist ein sehr erfahrener Spieler auf der Position. Wenn die Kräfte reichen, würde ich lieber mit einem erfahrenen Spieler aufstellen – ohne, dass Götz schlecht gespielt hat. Aber, klar ist: Wir müssen hier genau hinschauen.“

Selbiges gilt für die Kombination Holtby/van der Vaart. Zuletzt hieß es nicht nur „entweder oder“ – es wurde auch so umgesetzt. In Berlin startete van der Vaart und Holtby blieb auf der Bank, gegen Bayern im Pokal war es andersrum. Ob er sich vorstellen kann, beide zusammen spielen zu lassen? „Wir arbeiten daran“, sagt der HSV-Trainer, „aber es eine derartige Umstellung im System ist etwas, was Zeit braucht, was vor allem Training braucht. Sowas fällt normalerweise in die Sommer- oder Wintervorbereitung.“

Dennoch probiert es Zinnbauer in den Trainingseinheiten immer wieder aus. Heute auch. Heute ließ er beide in getrennten Mannschaften antreten. Zunächst Holtby hinter Lasogga, in der zweiten Hälfte dann beide zusammen – also van der Vaart auf der Acht, während Holtby weiterhin hinter Lasogga wirbelte. Festlegen würde ich mich dabei, dass Holtby spielt. Das ist eine Lehre aus den letzten beiden Spielen, die selbst dem fußballfremdesten Menschen dieses Planeten aufgefallen sein dürfte. Die Frage jedoch ist, ob Zinnbauer tatsächlich Arslan rausnimmt und dafür mit van der Vaart beginnt. Ich persönlich würde es begrüßen – obgleich dieser Testballon gegen eine weniger spielstarke Mannschaft sicher geeigneter wäre.

 

 

 

Auf links wirbelte heute übrigens wieder ein neues Talent: Mohamed Gouaida. Und das sogar im vermeintlichen A-Team. Allerdings wird der Junge nur als Platzhalter vorgesehen sein. Stieber, ein verschobener Holtby oder Jansen? Ich persönlich setze auf Letztgenannten. Zumal nach der Aussage Zinnbauers, dass er sich gegen Bayer im Zweifel für Erfahrung und gegen die Jugend entscheiden würde. „Wir müssen sehen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Regionalligaspieler sind keine gestandenen Bundesligaspieler und brauchen Zeit. Ich habe berechtigte Hoffnung, dass wir die Zeit hier bekommen, unsere jungen Talente aus der Regionalliga und der U19 in den Bundesligaspielbetrieb einzubauen.“ Allerdings ist das in derart heiklen Phasen nicht allzu leicht. Es sei denn, man bekommt den Zwang auferlegt wie mit der Verletzung Diekmeiers, der in Götz den ersten ernst zu nehmenden Backup seit Jahren hat. Und wie es aussieht, ist Diekmeier wieder fit. Diesmal allerdings mit dem Wissen für den RV-Highlander, dass es doch noch einen Zweiten gibt.

Wieder dabei ist auch Artjoms Rudnevs. Der Lette verdrängte Julian Green aus dem Kader, während Jiracek und Nafiu Behrami und Diekmeier weichen mussten. Soll heißen, der HSV könnte wie folgt spielen, wobei ich meinem Wunsch für die Startelf mal mehr Raum lasse als den Indizien des Trainings: Drobny – Diekmeier, Djourou, Westermann, Ostrzolek – Behrami – Jansen, van der Vaart, Holtby, Müller – Lasogga.

Auf jeden Fall wäre es eine gute Startelf in einem Spiel, das von Beginn an unter besonderer Beobachtung steht. Ich hoffe jedenfalls auf ein Publikum, dass aus dem Protest gegen Calhanoglu Unterstützung für die eigene Team macht. Ich jedenfalls freue mich darauf! Ebenso wie auf unser Treffen gleich im „Anno 1887“.

Bis dahin,
Scholle

Kreuzer und Slomka: “Die Mannschaft muss und wird sich stark verändern”

19. Mai 2014

Der Tag nach dem Klassenerhalt – er ist von Verkaterung, Erleichterung, Demut und Verpflichtung zugleich bestimmt. Jetzt geht es in die Analyse. Zumindest deuteten die Protagonisten Slomka und Kreuzer selbiges heute auf der Pressekonferenz an, die noch vor den Äußerungen Hakan Calhanoglus (“Mein Berater hat meinen Wunsch formuliert”) stattgefunden hat. Zu letzterem ebenso wie zur PK von Jürgen Hunke später mehr. Hier erst einmal die heutige Pressekonferenz im Bild:

Die letzte Chance – in allen Bereichen

13. Mai 2014

Jetzt mal im Ernst: Wen überrascht ein solches Saisonfinale außerhalb des Platzes beim HSV? Mich wirklich nicht. Irgendwas musste ja kommen. Obgleich ich nur zu gern an die Worte Calhanoglus geglaubt hätte, als er da sagte, er würde beim HSV bleiben und zur Not auch in die Zweite Liga gehen. Und ganz ehrlich: Der 20-Jährige mag das sogar zum Zeitpunkt der Aussage geglaubt haben, also nicht wissentlich gelogen haben. Dennoch war schon zu dem Zeitpunkt klar, dass es höchstwahrscheinlich anders kommen würde. Weil der Fußball eben doch vom Geld bestimmt wird. Von der Spitze der Fifa bis hin zum Bundesliga-Abstiegskandidaten. Warum sollte es ausgerechnet bei einem so umworbenen Talent wie Calhanoglu anders sein?

Der HSV sei in der Position des Entscheiders und Hakan würde seinen Vertrag erfüllen, wenn er bleiben müsse, sagt jetzt Calhanoglus Berater Bektas Demirtas im typisch unsäglichen berater-Deutsch. Nett von ihm!! Denn auch er weiß, dass er gerade im Begriff ist, seinen Mandanten für den HSV unhaltbar zu machen. Und damit meine ich allein den Umstand, dass er Hakans Worte verkehrt und den naiven Jungstar als Lügner opfert – für etwas mehr Handgeld? Nein, für eine Menge mehr Handgeld.

Dem Berater – und ich unterstelle ihm einfach mal, dass das Ganze nicht einfach nur eine unfassbar unüberlegte Dummheit ist – ist es schlichtweg sch…egal. Er macht jetzt den bösen, unehrlichen Part, Hakan kann derweil nicht leugnen, dass Bayer eine Option ist. Das logische und vom Berater wie Bayer gewünschte Ergebnis: Calhanoglu ist bei den HSV-Fans unten durch und der Verein überlegt dreimal, ob er auf viel Geld verzichtet und den Spieler zum Bleiben zwingt.


Nein, es ist immer wieder dasselbe Drecksspiel. Verträge werden gemacht, bringen Spieler und Berater Provisionen und zählen anschließend nichts mehr, wenn irgendwoher ein noch besser dotiertes (und natürlich „sportlich perspektiverisches“…!!) Angebot kommt. Wer gehen will, der provoziert. Und damit es nicht der Spieler als Vertragsunterzeichner selbst macht, gibt’s die Berater. Siehe Demirtas.

Dass jetzt Klaus Michael Kühne beim HSV als Bürge für zehn Millionen Euro (siehe Pressemitteilung weiter unten) einspringt und hofft, dass der HSV dadurch nicht mehr seine Hoffnungsträger abgeben muss, ehrt ihn zweifellos. Und es hilft dem HSV, der zuletzt über den Vorstandsboss Carl Jarchow sowie Sportchef Kreuzer immer wieder hatte verlauten lassen, Calhanoglu „definitiv nicht“ abzugeben, an seiner Position festzuhalten. Und trotzdem wird am Ende das Geld bestimmen.

Das weiß auch Rafael van der Vaart. Er kennt es, wenn ein Wechsel forciert wird, aus eigener Erfahrung. Und er hat sich inzwischen dafür entschuldigt. Rafael van der Vaart wollte einst seinen Wechsel nach Valencia mit aller Macht durchdrücken und avancierte vom Publikumsliebling zum Buhmann – und zurück. Ein Schicksal, dass jetzt auch Hakan Calhanoglu droht. Der 20-Jährige, elffache Torschütze in dieser Saison hat verschiedene, bekannte Angebote aus der Bundesliga – aber eben auch seinen Vertrag jüngst bis 2018 verlängert. „Wenn mein Berater zwei Tage vor so einem wichtigen Spiel sowas rausgehauen hätte“, fasste van der Vaart zusammen, „dann hätte ich ganz sicher einen schlechten Berater.“ Stimmt.

Schlecht beraten ist auch der HSV. Das ist nichts Neues. Neu ist aber, dass der HSV schon vor der Wahl von HSVPlus Gelder von Kühne entgegennimmt. Um die Lizenz nicht zu gefährden, bürgt der Speditionsmilliardär für zehn Millionen Euro. In der Pressemitteilung heißt es:

Kühne sichert dem HSV entscheidenden Schritt im Lizenzierungsverfahren zu:

Vor einigen Wochen wurde durch Medienberichte öffentlich bekannt, dass der Hamburger Sport-Verein die Lizenz für die kommende Bundesliga-Saison nur nach Erfüllung finanzieller Bedingungen erhalten wird.

Unabhängig vom Erfolg des HSV in den Relegationsspielen hat Klaus-Michael Kühne großes Engagement bewiesen und dem Vorstand des Hamburger Sport-Vereins zugesichert, eine Bürgschaft in Höhe von 10 Mio Euro zu übernehmen und darüber hinaus einen Zins- und Tilgungsaufschub für die Saison 2014/15 in Höhe von mehr als 2 Mio Euro zu gewähren. Dies in der Erwartung, dass die HSV Gläubiger – Banken und Sportfive – in der kommenden Saison ebenfalls einen Zahlungsaufschub gewährleisten.

Damit sollte einerseits die Lizenzierung durch die DFL, als auch der Neuanfang des HSV nach einer Mitgliederentscheidung für HSVPLUS sichergestellt sein. Karl Gernandt, der nach Vorstellung von HSVPLUS zukünftig dem Aufsichtsrat angehören soll und diese finanziellen Problemlösungen erst durch seine Verhandlungen ermöglicht hat, wurde von Klaus-Michael Kühne gebeten, die ihn betreffenden Verträge bei Vorliegen aller Voraussetzungen umzusetzen.

„Dieser Beitrag ist ein klares Signal, dass ich an den Neuanfang mit HSVPLUS glaube und meinem HSV gerade in schwierigen Zeiten die Tür für einen Neuanfang öffnen möchte, ohne, dass die Hoffnungsträger einer neuen Mannschaft jetzt verkauft werden müssen,“ erklärt Klaus – Michael Kühne.

Eine Ansage, der ich nur zu gern glauben möchte. Es wäre mal ein Zeichen, wenn der HSV allen finanziellen Verlockungen anderer Klubs widerstehen kann und Stärke zeigt. Wobei es langsam auch dem letzten Träumer in diesem Klub klar geworden sein sollte, dass es sowas wie „Idealismus statt Geld“ im Profifußball nicht mehr gibt. Auch nicht – und da können mir noch so viele Traditionalisten widersprechen wollen – beim HSV. Im Gegenteil. Dieser Verein hat sich wirtschaftlich und sportlich in eine Schieflage gebracht, die es anderen vereinen leicht macht, zu fleddern. Der HSV ist aktuell nicht mehr als ein kleiner Bundesligist, dem die großen Klubs regelmäßig die Spieler wegkaufen – weil der HSV das Geld braucht. Der HSV ist – ganz neudeutsch im Straßenslang – nicht mehr als ein Opfer.

Und das wird auch so bleiben – sofern man der neuen Struktur die Chance verweigert, das zu ändern. Denn, und da bin ich mir sicher, ein Klaus Michael Kühne will hier kein Unternehmen erwerben, mit dem er auf lange Sicht Profite macht. Es sei denn, es hilft ihm und dem Verein. Nein, der Milliardär will großen Fußball in Hamburg sehen. Schnellstmöglich. Und obgleich ich die Nachhaltigkeit dieses Wunsches nur annehmen kann – es ist die einzige Chance für diesen Klub. HSVPlus und Klaus Michael Kühne sind die letzte Chance für diesen Klub.

Glauben möchte ich aber vor allem daran, das der HSV trotz der unsäglichen Unruhen von außen die Klasse hält. Zu null müsse man das Hinspiel bestreiten, dann hätte man eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel, sagte van der Vaart heute und ich wollte wissen, wie es ist, Relegation zu spielen. „Ich habe die Relegation als Nervenschlacht kennengelernt, die mit zunehmender Spielzeit nicht leichter wird. Und gerade deshalb müssen wir nicht nur auf dem Papier, sondern vor allem auf dem Rasen als klarer Favorit von Beginn an für klare Verhältnisse sorgen“, sagte Dennis Diekmeier, der mit Nürnberg über die Relegation die Bundesliga schaffte.

Damals übrigens mit Michael Oenning als Trainer. Und der hat für seinen Exklub HSV ein paar Erfahrungswerte parat: „Wenn es dem HSV gelingt, in Führung zu gehen, wird es eine klare Angelegenheit. Die Mannschaft hat sich zuletzt besser präsentiert, auch taktisch klüger gespielt. Sie dürfen aber nicht den Fehler machen, als Erstligist blind in ihr Verderben zu rennen. Das Ziel sollte es sein, möglichst ohne Gegentor zu bleiben. Cottbus zum Beispiel war sehr offensiv und hat uns viele Kontersituationen ermöglicht.“

Immer wieder wird die Null betont – eben jene, die dem HSV so schwer fällt. Und das gefällt mir gar nicht, da es diese fragile Truppe verkrampfen lassen könnte. Oder besser gesagt: Was passiert in den Köpfen, wenn es tatsächlich 0:1 steht, weil irgendwer mal wieder pennt? Sprechen dann alle wieder von selbsterfüllenden Prophezeiungen? Gehen dann wieder alle Köpfe runter, weil man sich wieder soooo viel vorgenommen und es nicht umgesetzt hat? Verliert bdiese Mannschaft dann wieder ihren Glauben an sich? Ich befürchte es. Dabei hat der HSV jetzt das ebenso schwierig zu spielende wie simpel zu betrachtende Erlebnis vor sich, in einem Hin- und einem Rückspiel die Klasse gegen einen Zweitligisten zu schaffen. Oenning glaubt daran: „Ich bin auch überzeugt, dass sich der HSV die Chance, den Klassenerhalt auf diesem Wege zu schaffen, nicht nehmen lassen wird“, so der Ex-HSV-Trainer, der glaubt, „Fürth wird sicher mit Respekt in Hamburg auftreten.“

Na dann. Zumindest mal wieder Worte, an die ich nur zu gern glauben würde.

Bis morgen. Da wird übrigens unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert.

Scholle

P.S.: Tolgay Arslan und Ivo Ilicevic pausierten heute ob muskulärer Probleme. Und während Arslan wohl ausfallen wird, hofft Slomka auf den Kroaten. „Stand jetzt, wird Ivo einsetzbar sein“, so Slomka.

Van der Vaart kritisiert Calhanoglus Berater **Kühne bürgt für HSV-Lizenz**

13. Mai 2014

**Ergänzt mit Kühne-Bürgschaft**

Er kennt es, wenn ein Wechsel forciert wird, aus eigener Efahrung. Und er hat sich inzwischen dafür entschuldigt. Rafael van der Vaart wollte einst seinen Wechsel nach Valencia mit aller Macht durchdrücken und avancierte vom Publikumsliebling zum Buhmann – und zurück. Ein Schicksal, dass jetzt auch Hakan Calhanoglu droht. Der 20-Jährige, elffache Torschütze in dieser Saison hat verschiedene, bekannte Angebote aus der Bundesliga – aber eben auch seinen Vertrag jüngst bis 2018 verlängert. Anschließend hatte der junge Deutsch-Türke immer wieder betont, dass er beim HSV bleiben will, sogar in der Zweiten Liga.

Bis Hakan Calhanoglus Berater Bektas Demirtas kam und einen raushaute. “Leverkusen wäre der nächste Schritt für Hakan”, sagt jetzt der Berater in “Bild” sowie “Morgenpost” und ergänzt sogar noch: “Aber der HSV entscheidet. Wenn Hamburg sagt, dass Hakan bleiben muss, dann ist das so.” Soll heißen: Calhanoglu würde gehen wollen…?

Der Spieler selbst schwieg heute ebenso wie HSV-Sportchef Oliver Kreuzer. Und das war auch das Beste, was die beiden unmittelbar vor dem Hinspiel in der relegation gegen Fürth am Donnerstag machen konnten. “Wenn mein Berater zwei Tage vor so einem wichtigen Spiel sowas rausgehauen hätte”, fasste van der Vaart zusammen, “dann hätte ich ganz sicher einen schlechten Berater.” Stimmt.

Mehr von Rafael van der Vaart im Video. Mehr über Calhanoglu nachher im Blog.

Kühne sichert dem HSV entscheidenden DSchritt im Lizenzierungsverfahren zu:

Die Pressemitteilung der Initiative HSVPlus:

Vor einigen Wochen wurde durch Medienberichte öffentlich bekannt, dass der Hamburger Sport-Verein die Lizenz für die kommende Bundesliga-Saison nur nach Erfüllung finanzieller Bedingungen erhalten wird.

Unabhängig vom Erfolg des HSV in den Relegationsspielen hat Klaus-Michael Kühne großes Engagement bewiesen und dem Vorstand des Hamburger Sport-Vereins zugesichert, eine Bürgschaft in Höhe von 10 Mio Euro zu übernehmen und darüber hinaus einen Zins- und Tilgungsaufschub für die Saison 2014/15 in Höhe von mehr als 2 Mio Euro zu gewähren. Dies in der Erwartung, dass die HSV Gläubiger – Banken und Sportfive – in der kommenden Saison ebenfalls einen Zahlungsaufschub gewährleisten.

Damit sollte einerseits die Lizenzierung durch die DFL, als auch der Neuanfang des HSV nach einer Mitgliederentscheidung für HSVPLUS sichergestellt sein. Karl Gernandt, der nach Vorstellung von HSVPLUS zukünftig dem Aufsichtsrat angehören soll und diese finanziellen Problemlösungen erst durch seine Verhandlungen ermöglicht hat, wurde von Klaus-Michael Kühne gebeten, die ihn betreffenden Verträge bei Vorliegen aller Voraussetzungen umzusetzen.

„Dieser Beitrag ist ein klares Signal, dass ich an den Neuanfang mit HSVPLUS glaube und meinem HSV gerade in schwierigen Zeiten die Tür für einen Neuanfang öffnen möchte, ohne, dass die Hoffnungsträger einer neuen Mannschaft jetzt verkauft werden müssen,“ erklärt Klaus – Michael Kühne.

2:1 – Westermanns Schuss ins Glück!

4. April 2014

Der HSV ist wieder im Geschäft, der HSV ist wieder da, der HSV kann wieder hoffen. War das ein Spiel, ein Match, eine Schlacht! Von diesen 90 Minuten wird man noch lange, lange sprechen. Bayer Leverkusen wurde mit 2:1 aus dem Volkspark gekämpft, das war eine hervorragende Leistung des HSV, der diesen Sieg allerdings teuer bezahlen muss, denn Milan Badelj, Rafael van der Vaart und Jacques Zoua verletzten sich, mussten ausgewechselt werden – es sah nicht gut aus. Das aber, was der HSV heute auf den Rasen „zauberte“, wie er sich aufrieb, wie er alles gab, wie er bis zur völligen Erschöpfung kämpfte, das war klasse und konnte sich sehenlassen. Genau so geht Abstiegskampf, genau so muss Abstiegskampf bewältigt werden, so muss Abstiegskampf angegangen werden – „niemals Zweite Liga“. Kein Hamburger Zuschauer verließ nach Schlusspfiff das Stadion, die Fans standen auf ihren Plätzen und applaudierten ihren Helden für diese Klasse-Leistung. Weiter so. Jetzt mit einem Auswärtssieg in Hannover. Nur der HSV! Es darf geträumt werden.

Für Abendblatt-Blogs


Die Spiele werden immer weniger, die Punkte nicht mehr – vor dem Spiel gingen die meisten HSV-Fans schon ein wenig (oder ein wenig mehr) zittrig in die Arena. Wie schon seit Wochen hieß das Motto: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Es musste endlich einmal wieder ein Dreier her. Und das schien gegen dieses Leverkusen, das in den vergangenen Monaten nicht gerade geglänzt hat, durchaus möglich. Doch so schwach, wie ich die Werks-Elf erwartet hatte, war sie dann doch nicht. Gegen Braunschweig zuletzt war das Bayer-Team deutlich schwächer, aber hier in Hamburg brannte es plötzlich wieder – warum auch immer. Vor dem Anpfiff aber erlebte Heung Min Son, der „verlorene Sohn“, sein „blaues Wunder“, denn er wurde gnadenlos ausgepfiffen. Vorher – und dann im Spiel bei jeder Ballberührung. So unbarmherzig kann Profi-Fußball sein, die pfeifenden HSV-Fans haben dem Südkoreaner einst auf die Schultern geklopft und ihm nach Toren zugejubelt . . .

Diesmal wurde gleich zu Beginn ein Tor des HSV bejubelt. Ein traumhafter Treffer, über die halbrechte Seite vorgetragen. Hakan Calhanoglu trieb den Ball nach vorne, spielte die Kugel auf Rafael van der Vaart, der am Strafraumeck lauerte, der Niederländer ließ den Ball nur kurz abtropfen – und „Calle“ schoss. Wie ein Strich sauste der Ball aus 22 Metern in die lange Ecke des Bayer-Gehäuses, ein echter „Hammer“, ein typischer Calhanoglu – der Mann kann schießen, es ist ein Traum! Bereits sein neuntes Saisontor. Und dieser Hakan Calhanoglu ist ein „Einkauf“ des ehemaligen Sportchefs Frank Arnesen, und dieser großartige Einkauf wurde mit einer Verlängerung (von und mit HSV-Sportchef Oliver Kreuzer) schon beizeiten in Hamburg festgebunden und gehalten. Sollte mal erwähnt werden, in diesen schwierigen Tagen.

Nach dem 1:0 kam Leverkusen erst auf Touren. 120 Sekunden nach dem Tor musste Rene Adler sein ganzes Können unter Beweis stellen – und er stellte. Indem er einen mächtigen 20-Meter-Schuss von Kießling großartig parierte. Eckstoß. Und dieser hätte fast schon zum Ausgleich geführt, doch zum Glück stand Rafael van der Vaart am langen Pfosten und klärte gegen den einschussbereiten Rolfes. Bitter kurz darauf die Aktion von Son, der aus 20 Metern frei zum Schuss kam, es drohte noch einmal das 1:1 – aber der ehemalige Hamburger verzog die Kugel, der Schuss endete im Seitenaus (17.)!

Bayer kam, Bayer drückte – aber zwischendurch hatte sogar der HSV die Möglichkeit zum 2:0. Nach einem Eckstoß versuchte sich Michael Mancienne mit einem Fallrückzieher aus sieben Metern, doch der Ball strich knapp am Tor vorbei. Die Fans rauften sich die Haare, das war Pech (20.). Dann aber wieder Leverkusen. Flanke Rolfes, Kopfball Kießling aus sechs Metern – auch das hätte ein Tor sein dürfen, aber der Ball strich um Zentimeter am langen Pfosten vorbei (22.). Es ging hin und her, Leverkusen schien den einen kleinen Tick stärker als der HSV zu sein, aber die Hamburger standen gut und verteidigten mit Glück und Geschick. Besonders die Innenverteidigung mit Johan Djourou und Michael Mancienne (Super-Kopfballspieler!) stand eisern und ließen selten etwas Gefährliches zu. Pech für den HSV, dass sich Milan Badelj bei einem Fernschuss verletzte – offenbar eine Zerrung im Oberschenkel. Er musste vom Platz, für ihn kam Tomas Rincon (34.), der sofort auf Betriebstemperatur war. Das war ein Spiel für „Popeye“, er ging keinen Zweikampf aus dem Wege, er hielt seinen rechten Fuß überall mit hinein.

Nach 35 Minuten glänzte erneut Rene Adler, der einen Son-Kopfball aus fünf Metern super meisterte – eine Super-Parade. Und dann kam gegen Ende des ersten Durchgangs wieder der HSV. In der Nachspielzeit schoss van der Vaart aus 20 Metern, Leno ließ den eigentlich harmlosen Schuss aus den Händen gleiten, doch Petr Jiracek fehlten zehn Millimeter, um die Kugel ins Netz zu drücken – man, man, war das Pech. Halbzeit.

Und im zweiten Durchgang zunächst auch der HSV. Calhanoglu zog aus 20 Metern ab, ein großartiger Schuss – aber Leno ebenso toll, der Bayer-Keeper lenkt die Kugel zur Ecke (54.). 60 Sekunden später eine ganz heikle Szene: Erst geht Jiracek in Abseitsstellung zum Kopfball, der hinter ihm stehende Jacques Zoua bemächtigt sich des Balles (auch mit der Hand?) – und wird vor einem Schussversuch umgeschubst. Elfmeter? Der HSV protestiert wild, aber Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock) bleibt ruhig und lässt weiterspielen. War wohl salomonisch . . .

Und was war dann das 1:1? Leverkusens Nachwuchsspieler Brandt riskierte einen Verzweiflungsschuss aus 22 Metern – ein harmloses „Ding“. Adler aber machte was draus, er ließ den Ball durch die Hosenträger ins Netz flutschen. Wahnsinn. Welch ein Wahnsinn. Das kann doch kein Mensch fassen. Da hält der Keeper vorher Super-Schüsse, und dann ein solches Ding. Dann fängt er sich ein solches Katastrophen-Ding. Das kann doch alles nicht wahr sein. Warum kann dieser HSV nicht einmal nur 90 Minuten Glück haben? Vor mir rief mir ein HSV-Fan zu: „Gegen so etwas kann man nicht anspielen, so steigt man ab . . .“ Bitter.

Und dann auch das noch: Rafael van der Vaart musste raus. Der Niederländer hatte sich schon unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff an den linken Oberschenkel gegriffen, jetzt ging es nicht mehr, Humpelnd verließ der Kapitän den Rasen (67.) – für ihn kam Robert Tesche. Kurz darauf war auch für Zoua das Ende gekommen, er musste – wohl ebenfalls gezerrt – vom Platz, für ihn kam mit der Nummer 33 der junge Mattia Maggio (77.). Es geht immer mehr dem letzten Aufgebot zu, aber es war Dampf und Kampf und Leidenschaft drin. Kurz vor dieser Einwechslung hatte der Schiedsrichter noch einen Elfmeter „übersehen“, als Mancienne Son von den Beinen gehot hatte – das war großes Glück. Das 1:1 hatte weiterhin Bestand, aber Leverkusen war eindeutig Herr im Hause.

Das Tor aber fiel auf der anderen Seite. Endlich einmal. Und zwar bilderbuchartig. In der 84. Minute flankte Dennis Diekmeier von rechts, und am Elfmeterpunkt (was hatte er dort eigentlich zu suchen?) nahm Heiko Westermann den Ball volley. Aus elf Metern sauste die Kugel unhaltbar ins Netz – ein Tor des Monats. Das Stadion stand Kopf. Das war eine einmalige Stimmung, das war weltmeisterlich – traumhaft. Mannschaft und Fans waren ein Einheit: „Super Hamburg – ole!“ Die meisten Spieler krochen nur noch auf dem Zahnfleisch über den Rasen – und dann noch vier Minuten Nachspielzeit! Um Gottes Willen. Nach zwei Minuten rettet Adler riesig gegen Can, alles wieder gut gemacht! Das war eigentlich das 2:2. Unfassbar. Dieses Spiel, die Parade, diese Spannung, diese Dramatik – Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn! Dann der Schlusspfiff! Herrlich, dieser Sieg – es gibt Hoffnung.

Die Einzelkritik kommt heute von „Scholle“:

Adler: Rettete in der ersten Hälfte mehrfach großartig. Und dann patzte er in der 58. Minute. Unfassbar!! Aber noch unglaublicher als der Bock war, wie er sich anschließend wieder rausarbeitete und am Ende sogar den Sieg wieder rettete!

Diekmeier: Lauf, Forest, lauf!!! Jedesmal, wenn der HSV einen Konter fährt, muss er über rechts abgehen. Und das macht er auch – leider noch nicht effizient genug.

Djourou: In seinem 21. Spiel für den HSV bot er, was er zuletzt immer bot: Zweikampfstärke. Fußballerisch ist das nicht weit her bei ihm – aber er erfüllt so seine Aufgabe. Früher hieß es immer vom Trainer: „Johan, hol Dir den Ball und spiel ihn zum Mittelfeldspieler.“ Genauso macht er es. Gut.

Mancienne: der Herr der Lüfte. Der Mann des kompromisslosen Zweikampfes. Der Engländer bietet konstant den Kampf, den es in der aktuellen Situation bedarf. Und heute war er wieder richtig gut. Ob das am Ende reicht, um sich beim HSV langfristig zu etablieren, lasse ich dahingestellt. Aber das ist in den letzten Spielen dieser Saison auch absolut zweitrangig.

Westermann: Über die linke Seite brannte nichts an – aber es ging auch zu wenig nach vorn. Und dann DAS!!! WAS FÜR EIN HAMMER!! Und vor allem, wie wichtig!!! Für ihn ganz sicher – aber noch mehr für den HSV!

Arslan: Der Deutsch-Türke hält den Rhythmus: Gutes Spiel, schwaches Spiel, gutes Spiel, schwaches Spiel. Ich kann nur hoffen, dass er diese Reihenfolge in Hannover unterbricht und wieder ein gutes Spiel abliefert. Heute jedenfalls war er stark.

Badelj (bis 32.): Anspielbar, zweikampfstark, abschlussschwach – und dann leider verletzt raus. Bleibt nur zu hoffen, dass der Kroate nicht zu lange ausfällt.

Rincon (ab 32.): Er biss sich rein und arbeitete seine Gegner weg – aber ihm fehlt es an Ideen, wenn er mal am Ball ist.

Calhanoglu: Wo stünde der HSV ohne ihn? Der Deutsch-Türke traf nach schicker Kombination mit seinem kongenial(werdend)en Partner van der Vaart und war auch ansonsten – wie so oft ohne Lasogga – der torgefährlichste Hamburger. Er kämpfte bis zur Erschöpfung.

Van der Vaart (bis 67.): Ganz starke erste Halbzeit – dann ging er angeschlagen in die zweite Hälfte und konnte nichts mehr bewegen, bis er ausgewechselt wurde. Trotzdem: Zwei solche Halbzeiten wie heute in der ersten – dann ist alles wieder ok.

Tesche (ab 67.): Er fand nicht richtig ins Spiel.

Jiracek: Der unauffälligste HSVer. Er verlor eine Vielzahl Zweikämpfe. Aber wisst Ihr was? SCHEIßEGAL!!!!

Zoua (bis 77.): Der Kameruner ackerte wie immer hervorragend, er holte einen Elfer raus – der fälschlich nicht gegeben wurde. Kurzum: Das war wieder gut. Seine Leistungssteigerung in den letzten Saisonspielen kann am Ende ein nicht unwesentlicher Faktor auf dem Weg zum Klassenerhalt gewesen sein. Wer hätte das gedacht…?

Maggio (ab 77.): Erstes Bundesligaspiel – erster Sieg. Herzlich Willkommen, Mattia!

Und dann zum Schluss noch ein Hinweis: Es gibt heute trotz des fortgeschrittenen Tages wieder ein „Matz ab live“, wir sind gleich auf Sendung, unsere Gäste sind heute Rodolfo Cardoso und Soner Uysal. Wir freuen uns auf Euch.

22.35 Uhr

Lasogga will mehr Verantwortung übernehmen

27. März 2014

Der Tag danach tut in dieser Saison fast immer weh. Mehr noch als das Spektakel an sich zum Zeitpunkt des Abpfiffes. Denn wie so oft wurde mir auch heute noch mal klar, wie groß die Chance war, sich einiger Sorgen zu entledigen. Oder besser: Sich dem Klassenerhalt zu nähern. Und nachdem HSV-Trainer Mirko Slomka die vergebene Chance ebenso klar erkannt hatte wie Freiburgs Trainer Christian Streich dem HSV eine sportlich deutliche Überlegenheit attestiert hatte, setzte heute auch Kreuzer an. „Wir waren die bessere Mannschaft und hätten den Sieg sicherlich verdient gehabt“, so der HSV-Sportchef, der nach eigenen Angaben versuchte, das Positive aus der gefühlten Niederlage zu ziehen: „Man hat gesehen, dass die Mannschaft unter Mirko den Kampf angenommen hat – sie belohnt sich nur noch nicht. Aber das wird passieren.“

Nur wann?

Denn viel Zeit bleibt nicht mehr und mit Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, dem 1. FC Nürnberg, VfB Stuttgart und jetzt dem SC Freiburg hatte der HSV es zuletzt gegen direkte Konkurrenten in der Hand, sich abzusetzen. Mehr als der Aufstieg auf einen Relegationsplatz – zudem punktgleich mit dem 17. und nur noch drei Punkte vor dem 18. aus Braunschweig – wurde es nicht. Und jetzt kommen mit Gladbach, Leverkusen, Hannover und Wolfsburg vermeintlich größere Kaliber auf den HSV zu, beginnend auf dem Bökelberg am Sonntag beim Ex-(und bald-wieder-?)Klub von Marcell Jansen, der die HSV-Situation kurz und knackig mit „sehr beschissen“ umschreibt. „Wir müssen jetzt vielleicht die Größeren schlagen. Wir haben noch so viele Schlachten. Wir haben die Qualität, Dreier zu holen.“ Wann er wieder dabei sein kann, ist noch unklar. Ebenso wie seine persönliche Situation. Im Sommer könnte der Linksfuß für die festgeschriebene Ablösesumme von fünf Millionen Euro wechseln – beim Abstieg ein mehr als wahrscheinliches Szenario.


Oliver Kreuzer, seit Juni 2013 Sportchef des HSV

Aber auch das ist momentan nebensächlich. Das große Ganze schlägt das Einzelschicksal. Und das Ziel Klassenerhalt erlaubt keine Ablenkungen. So sieht es auch Kreuzer: „Für uns muss es unerheblich sein, ob eine Mannschaft wie Freiburg oder Leverkusen kommt. Es darf uns nicht mal interessieren, ob wir auswärts auf den Achten oder den 17. treffen. Und genau so bereitet unser Trainer die Mannschat vor“, sagt Kreuzer, dem eine gewisse Ratlosigkeit anzumerken ist. Denn wenn selbst die Spiele nicht mehr gewonnen werden, in denen man – wie gegen Freiburg – die aktivere, bessere Mannschaft ist, dann frustriert das. Und dieser Frust raubt Selbstvertrauen. Ich glaube, jeder, der mal mit aller Kraft gegen etwas angekämpft hat und nicht so recht voran kam, der weiß, was ich meine.

Allein es auszusprechen lohnt nicht. Ebenso wenig wie über die oft zitierte Auswärtsschwäche zu sprechen. Immerhin liegt der letzte Sieg in der Fremde nunmehr eine halbe Saison zurück. Am zehnten Spieltag wurde 3:0 gewonnen – in Freiburg. „Das wissen wir sehr wohl“, so Kreuzer, „aber immer wieder darüber zu sprechen macht das Ganze nur unnötig wichtig und präsent in den Köpfen der Spieler. Das ist wie eine selbsterfüllende Prophezeiung, daher meiden wir hier den Blick zurück. Denn der Glaube ist definitiv da. Wir konzentrieren alles auf das, was wir im Moment anstellen und erreichen können.” Und dauf die positiven Aspekte der letzten Wochen. Kreuzer: “Wir nehmen mit, dass wir defensiv stabiler geworden sind und inzwischen nur noch ein Tor pro Spiel im Schnitte kassieren. Das gibt der Mannschaft unglaublich Sicherheit. Und wir nehmen mit, dass wir gegen Freiburg über 20 Torschüsse hatten, davon allein zehn von Pierre-Michel Lasogga.“

Ohne die nötigen Punktgewinne bleiben Kreuzers Worte unbestätigte Theorie, ganz klar. Frei nach dem Motto „der Veranstalter lobt die eigene Veranstaltung“ versucht sich der HSV-Sportchef in Zweckoptimismus. Und man mag es ihm noch nicht einmal übel nehmen. Immerhin wird auch Kreuzer am Saisonende für alles Geschehene eine Hauptverantwortung übernehmen müssen. Und das weiß er auch. Auch deshalb freut sich der Sportchef besonders über die Rückkehr Lasoggas. Denn wie wichtig der ist, hat das Freiburg-Spiel erneut gezeigt. Gleich alle ersten sieben (!) Chancen des HSV hatte der aus Berlin geliehene Angreifer, der zuletzt drei Spiele in Folge ausgefallen war. Und Lasogga hatte es auch auf dem Fuß, den HSV in Führung zu bringen. Via Bundesliga.de sagte er: „Wir haben das Spiel gemacht, aber verpasst, unser Tor in der ersten Hälfte zu machen. Die Freiburger haben eine Torchance und nutzen sie. Wir konnten uns erst nach dem Rückstand belohnen, doch nicht den verdienten Sieg einfahren. Aber wir haben gezeigt, dass wir den Kampf annehmen. Ich glaube an die Mannschaft“, so der Angreifer.

Als sehr gut möglich gilt, dass Slomka in Gladbach erneut mit zwei Angreifern agiert. Das hatte gegen Freiburg nach Anfangsschwierigkeiten gut geklappt. Jacques Zoua verstand es, Wege für Lasogga zu gehen, die diesem Freiräume schafften. Zoua war es auch, der meines Erachtens nach den größeren Anteil am Ausgleich hatte, obgleich die Statistik Rafael van der Vaart den Assist zuschreibt. Dabei war es Zoua, der den Ball festgemacht und für den Abschluss aufgelegt hatte. „Jacques und Pierre zusammen war eine gute Variante“, befindet Kreuzer und ich gebe ihm Recht. Denn obgleich Zoua vor jeder Saison in einer Kaderplanung einer guten Mannschaft keinen Platz finden darf, ist er jetzt da und offenbar besser als die anderen Alternativen Slomkas. Zoua haut sich inzwischen zweifellos rein und liefert all das ab, was er abliefern kann: Er macht die Bälle fest, er verlängert sie per Kopf und er legt Torschüsse auf. Und er hat es sich so tatsächlich verdient, dabei bleiben zu dürfen.

Selbst jetzt, wo der HSV durch die fünfte Gelbe von Milan Badelj erneut umbauen muss, ist die Raute im Mittelfeld mit zwei Spitzen davor für Kreuzer eine mehr als denkbare Variante. „Milan ist schon extrem wichtig für uns, er ist unser Spielmacher aus der Defensive heraus. Wir wissen schon ganz genau, was wir an ihm haben. Aber Tolgay kann die Sechs auch allein spielen und Hakan ihn auf rechts ersetzen. Es ist am Ende natürlich die Entscheidung des Trainers. Aber ich bin mir sicher, dass er es ähnlich sieht.“

Zumal sich Lasogga sichtbar wohler fühlte mit Zoua neben sich und van der Vaart dahinter. „Es war auch eine gute Variante, dass Jacques neben mir gespielt hat“, so Lasogga, „dadurch hatte ich viele zweite Bälle und konnte oft zum Abschluss kommen. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich gar nicht weggewesen. Das hat mir gut getan und hat sicherlich auch der Mannschaft gut getan.“

Und wer auch immer jetzt hier anfängt, eine Grundsatzdiskussion über die aktuelle Kaderzusammenstellung zu führen, dem sei gesagt: Sobald der Klassenerhalt gesichert ist, MUSS das ein Thema werden. Und das wird es auch – mit allen Konsequenzen. Aber tatsächlich auch erst dann. Bis dahin kann es nur den Weg geben, die vorhandenen Spieler so zu stärken, wie es hur irgendwie möglich ist, um den GAU noch abzuwenden. Von daher ist für mich bis dahin auch das zweifellose Schönreden der Offiziellen nachzuvollziehen. Es ist zweckmäßig. Auch in Sachen Rafael van der Vaart. Dem versuchten Slomka, Kreuzer und Co. Den Assist anzudichten, um auch statistisch mal wieder was Gutes zu haben außer weite Laufwege (in gleichbleibendem Tempo). „Rafael wird von Spiel zu Spiel besser“, so Slomka.

Das ist für mich ehrlich gesagt nicht erkennbar. Im Gegenteil, in meinen Augen stagniert van der Vaart auf schwachem Niveau. Leider. Allerdings unterscheidet ihn eine ganz wesentliche Sache von den anderen HSV-Spielern im Offensivbereich – Lasogga mal ausgenommen: Bei van der Vaart weiß man, dass er es vor nicht allzu langer Zeit noch konnte. Und das lässt hoffen. Den Fan, den Mitspieler und ganz offensichtlich auch den Trainer, der weiter an seinem Kapitän festhält und ihn starkredet.

Van der Vaart hat den Fuß für den entscheidende Pass oder bestenfalls sogar ein entscheidendes Tor. Das sagt auch Slomka und ich will ihm einfach glauben. Weil uns nicht viel sonst bleibt. „Rafael bekommt von uns alle Hilfe. Er hat keine einfache Zeit. Er war verletzt, krank und braucht Rhythmus. Er muss weiter hart trainieren und an sich glauben – dann platzt auch bei ihm irgendwann mal der Knoten“, prophezeit Kreuzer. Wie das passieren soll? „Entweder über einen entscheidenden Pass oder ein Freistoßtor. Klar ist aber, wir lassen ihn jetzt nicht fallen.“ Natürlich nicht. Warum auch?

Wobei glücklicherweise in Sachen Hoffnungsträger Ersatz da ist. Denn sollte van der Vaart seiner zugedachten Führungsrolle weiterhin nicht gerecht werden können, ist ja immer noch Lasogga da. Und der freut sich über die ihm zugeschriebene Wichtigkeit für den HSV: „Es heißt ja immer, dass die älteren, erfahrenen Spieler die Verantwortung übernehmen müssen. Aber auch wenn ich erst 22 Jahre alt bin, so macht es mir Spaß, vorne weg zu gehen. Das ist für mich kein negativer Druck, sondern positiver. Ich freue mich, dass die Mannschaft und vor allem die Fans an mich glauben.“

Der Typ ist einfach erfrischend! Lasogga sieht den Fußball so herrlich einfach. Der 22-Jährige ist ja auch bekannt dafür, sich Dinge nicht übermäßig kompliziert zu denken, sondern einfach zu machen. „Seine fußballverrückte Art steckt an“, sagt beispielsweise Heiko Westermann und ich hoffe nur, dass das in den kommenden Wochen auch für van der Vaart gilt. Vielleicht wird er dann ja tatsächlich zu dem Garanten für den Klassenerhalt, der er vor zwei Jahren schon ob seiner Präsenz gewesen sein soll.

In diesem Sinne, die letzten sieben Spiele stehen vor der Tür und die Mannschaft braucht jede erdenkliche Hilfe. Oder besser gesagt: Rückendeckung. Nicht nur vom Vorstand und dem Trainerteam sondern ganz sicher und vor allem auch von den Fans. Zusammenhalten, durchmarschieren, zusammen die Klasse halten und meinetwegen auch kurz feiern, um anschließend gnadenlos abzurechnen und diesen Verein neu zu gestalten – dieser Plan ist ein in meinen Augen alternativloser Plan.

Und der wird morgen weiter verfolgt. Um 15 Uhr wird an der Arena trainiert. Ich melde mich danach bei Euch! Bis dahin,

Scholle

**Aktualisiert**Chapeau, “Rhinemike” – da steckt viel Wahres drin!

15. Januar 2014

Rudnevs verliehen, Westermann noch nicht wieder fit, Arslan verletzt, Diekmeier verletzt, Beister schwer verletzt und Kerem Demirbay mit Verdacht auf Bänderriss im Sprunggelenk (wird am Freitag in Hamburg genauer untersucht) – es läuft in dieser Vorbereitung nicht gut. Ganz im Gegenteil. Trainer Bert van Marwijk, der die Reisestrapazen als „nicht optimal“ bezeichnet hatte, gab seinen Profis heute sogar vom Nachmittag an bis zur Abreise morgen frei. „Ich hätte gerne noch mal trainiert, aber wir müssen realistisch sein. Wir haben mehrere Profis, bei denen unsere Docs sagen, dass ihnen eine Trainingspause gut tun würde.“

Bitter. Was für eine holprige Vorbereitung.

Einziger Lichtblick, so mein Kollege vor Ort, Kai Schiller, war Jacques Zoua, der positiv zu gefallen wusste, gestern im Test sogar doppelt traf. Und der einstige Wunschspieler von Thorsten Fink fühlt sich endlich richtig wohl. Auch positionell. „Ich mag es am meisten im Zentrum zu spielen“, so Zoua, der aber über Einsatzzeiten generell schon froh wäre und schnell nachschiebt:, „Aber ich kann auch auf den Flügeln spielen.“

Das kann auch Marcell Jansen, dem Kontakt zu Bayer Leverkusen nachgesagt wird. Inzwischen sogar inniger Kontakt. Zwar dementierten das heute nahezu alle Beteiligten – allerdings muss das nichts heißen. Zumal meinem Kollegen Kai Schiller glaubhaft versichert wurde, dass Jansen in Leverkusen schon im Wort stünde und dies familienintern verkündet hätte. Fünf Millionen Euro würde das dem HSV festgeschriebene Ablösesumme bringen – und der Linksverteidiger, der in den letzten Jahren eigentlich immer zum Kreis der Nationalelf gehörte (auch bei seiner letzten Vertragsverlängerung), kann international spielen. Soll heißen: Sollte Jansen nicht eh schon weg sein, hätte er eine momentan sehr gute Verhandlungsposition – der HSV nicht.

Aber gut, die Situation in diesem Fall passt sich nur der generellen Position des HSV an. Und die ändert sich auf Sicht nicht – es sei denn, am Sonntag wird entsprechend gewählt. Es kann der Startschuss erfolgen, indem (mindestens – und am besten nur) eine Strukturreform gewählt wird. Da die Initiative HSVPlus für mich die einzige ist, die bislang in allen Diskussionsrunden konkrete Lösungsansätze liefern konnte, ist klar, wozu ich tendiere. Denn dieser HSV braucht Sofort-Hilfe – wie gesagt, auf allen Ebenen. Und vor allem finanziell.


Passend dazu bitte ich Euch, Euch den folgenden, mit sehr vielen Wahrheiten versehenen Artikel von „rhinemike“ durchzulesen. Der Verfasser des Textes hat mir heute noch mal ausdrücklich die Erlaubnis zum Abdrucken seines Beitrages auf Transfermarkt.de gegeben und ebenso nette Worte für den Matz-ab-Blog gefunden wie in großen Teilend die HSV-Historie der letzten Jahre korrekt dargestellt. Daher auch an dieser Stelle noch einmal, Chapeau „rhinemike“! Und danke, dass ich ihn hier veröffentlichen darf. Der Text:

Hört auf Hunke!!!!

O-Ton Hunke:”Wir brauchen neue Leute! Immer hatten wir Cliquen, Gruppen von 7,8Mann, die sich zusammen gesetzt haben. Und den Verein übernahmen. Wir brauchen neue Menschen!”

Hunke sagte in der Sendung das, was ich bereits vor 3 Jahren beim HSV kritisierte. Es gibt “Vereine im Verein!” . Das bleibt bei keinem großen Verein aus. Erst recht bei Traditionsclubs, in großen Städten! *Hüstel*

Und besonders in einem so weit verzweigten Club, wie dem HSV, mit dieser Vielzahl an Abteilungen.

Wie dem HSV!

Der HSV:

Einst ein Gigant! In den 80ern mindestens auf Augenhöhe mit Bayern! Ein Name wie Donnerhall! Ein dickes, fettes Stück Bundesliga-Geschichte und tragende Säule des deutschen Fußballs! Ich habe diese Zeiten, als Kind erlebt! Und oft ehrfürchtig nach Norden geschaut!

Es war, als Stünde dort ein Riese, der den Norden dominiert und von dort alles wegfegt!
Irgendwann liefen die Bremer dann sportlich den Rang ab!
Der Riese legte sich hin, zu einem langen, langen Schlaf! Er verschwand völlig aus meiner Wahrnehmung, verkümmerte zur grauen Maus. Die Tabellenplätze wurden dauerhaft zweistellig!
Mit Ausreißern nach oben, unter Magath und Pagelsdorf.

Irgendwann kam dann Hoffmann! Wirkte unsympathisch, überheblich! Aber sehr energisch. Redete von Dingen, die ich damals nicht verstand. Die ich für Teufelswerk hielt, die im Fußball nix verloren hatten. Marketingkonzepte, Strategien, Wachstum generieren, usw.

Damals war dieses überhebliche “Unternehmensberater-Gequatsche” noch verpönt!

Aber er fand in Beierdorfer einen kongenialen Mann vor, der einen Riecher für Transfers zu haben schien! Hoffmann beschaffte die Gelder, die Beiersdorfer in Spieler investierte, die wiederum teuer verkauft wurden, usw.

Mit den beiden wuchs und wuchs der HSV wieder! Es reichte nnoch nicht für ganz oben! Aber der HSV war wieder präsent! Auch international! Und ich konnte den Kerl immer noch nicht leiden! Klar! Didi Beiersdorfer war auch beim FC! Super Typ! Mega-sympathisch! Aber dieser Hoffmann???
Ist kein Sunny-Boy! Aber er scheint was drauf zu haben. Irgendwann führten wir diese Diskussionen, wie man den Verein besser vermarktet und mehr Geld heraus holt, etc. auch beim FC. Ich beschäftigte mich natürlich zwangsläufig mit diesen Dingen. Auch in anderen Clubs. Und irgendwann habe ich den HSV um diesen Hoffmann beneidet!

Einen Macher! Keiner, der auf Person X oder Person Y Rücksicht nimmt! Einer der den Verein nach vorne bringen will. Einer der Ideen hat. Für Hoffmann waren diese Befindlichkeiten, der wachsenden “Ultrakultur” neu! Diese etablierte sich erst Am Anfang des 21. Jahrhunderts so richtig, wuchs mit dem Internet. Ebenso diese internationalen Gemeinsamkeiten wie einen Kodex, für Ultras und ein , wenn man sich stur dran hält, arg begrenztes Weltbild, welches diese “Vereinsverterter” nachbeten.

Wie dem auch sei! Hier stießen Innovation und Tradition( ich bezeichne es mal so), aufeinander!
Hoffmann war dem Verein zu schnell! Er war vielen in der Bundesliga um Jahre voraus! Das Mißtrauen, im Umfeld der Alt-HSVer wuchs! Er kam mit Dingen an, die sie befremdeten, die sie verunsicherten. Weil sie es nicht verstanden! Und das schlimmste von allen: “Er war keiner von ihnen!” Er war kein Hamburger, kein HSVer! Keine Raute im Herzen!

Er hatte keine Seilschaft!!!

Wie dem auch sei! Hoffmann beging den Fehler und trieb Beierdorfer aus dem Club! Den anerkannten Publikumsliebling, der in meiner Wahrnehmung, die meisten Lorbeeren für den bisherigen Aufstieg erntete. Damit gab sich Hoffmann selber zum Abschuß frei!

Er war ja sowieso so anders! “Ein Wirtschaftsmensch”! Einer der kühl und emotionslos daher redet. Mit wirtschaftsbezogenen Fachbegriffen um sich schmeißt! Einer der alles zu Geld machen will!

Total Anti-Ultra! Denn die haben ja diesen Kodex! Und nach dem müssen Ultras ja Kommerz scheiße finden! “Hilfe! Wir haben den leibhaftigen Satan im Verein!” Die Ultras rieben sich an ihm! Sie testeten Ihre Grenzen aus. Und so kam es, dass beim HSV, wie bei anderen Clubs auch, einige Vögel entdeckten, wozu sie in der Lage sind. Sprich Bednarek und momentan Liebnau. Stellvertretend für einige andere auch noch!

Sie haben gemerkt, wie einfach so eine straff organsisierte Gruppe zu mobilisieren, zu lenken ist! Mit ganz einfachen rhetorischen Mitteln. Ein wenig Populismus, ein wenig Demagogie! Hier etwas verzerren, dort etwas aufbauschen, am Ende etwas weglassen. Das ganze mit viel Pathos vorgetragen. Appelle an symbolische, nicht meßbare Dinge, wie Ehre, Tradition, Werte! Und schon schafft man Identifikation!

Dieses Phänomen kennen wir alle aus der Geschichte, aus der Welle, aus vielen radikalen polit. Gruppen! Eine handvoll “Führer” gibt die Parole vor, die Herde blökt sie nach! Die Inhalte sind zwar ganz andere, aber das Prinzip ist bekannt! Diese Probleme hatten auch Köln, Bayern, Schalke, usw.

Die Ultras haben gemerkt, welche Macht sie haben Alleine, über die Kurven! Aber es gibt ja noch andere Wege, die ihnen aber zunächst verschlossen blieben!

Aber es gab ja auch noch andere “Hoffmann”-Verlierer. Leute, die in seiner Ära ihr Pöstchen verloren haben. Vereinspolitische Gegner eben. Aber auch Journalisten, denen er nicht so Rede und Antwort stand, wie die feinen Herrn Lokalreporter es gewohnt waren und erwartet haben. Hoffmann wollte Professionlität! Und dazu gehört es, nicht mehr Preis zu geben, als nötig!

Ein Sakrileg in Hamburg!

Denn, ich zitiere aus Schtonk, einer der genialsten Satiren, ever:
“Hamburg ist ja DIE deutsche Pressestadt”

So wuchsen Interessengemeinschaften! Diverse Lokalreporter aportierten brav jedes Stöckchen, welches ihnen die Hoffmann-Gegner zu warfen. So kam es zu interessanten und ungeahnten Koalitionen! Dass Hunke und Ertel keine Freunde sind, ist wohl kein Geheimnis!

Hunke sieht sich als den wahren “Großen Vorsitzenden”, zumindest im AR. Ich bezweifle, dass er Ertel ernst nimmt und sich selbst wohl eher für das Maß aller Dinge hält. Ertel wiederum weiß, dass Hunke ein Narziss und Selbstdarsteller ist. Dazu ein großer Blender! Aber ein blender, der weit in die Hamburger Bürgerschaft wirkt.

Beide machten sich irgendwo das Potential der Ultras zu nutze! Was nicht schwierig war. Ertel scheint mit seiner linken Weltanschauung sowieso etwas “ultra-kompatibel” zu sein. Aber im Grunde reichte es , wie bei Hunke, einfach irgendwie gegen Hoffmann zu sein. Die Ultras waren das Stimmvieh, Bednarek, Liebnau und Co waren plötzlich wichtig. Sie wurden durch die Hintertür umworben. Es scheint, als haben sich Hunke und Ertel einfach davor geklemmt. Sie öffneten Liebnau und Bednarek wiederum Türen, die vorher für sie verschlossen waren. Der Einfluss, den jede einzelne der Parteien besaß, verschmolz!

Und fertig war die Front!

Man schoss den Vorstand nach und nach sturmfrei! Unterstützt, durch Dauerfeuer der hamburger Presse! Das gipfelte dann in der “Übernahme” durch die Hintertür. Man brachte genug eigene Leute in den AR! Genug, um Hoffmann quasi Handlunsunfähig zu machen.

Ab diesem zeitpunkt wurde der Aufsichtsrat MIßBRAUCHT! Man benutzte dieses Kontroll und Aufsichtsorgan, man pervertierte es , um von dort aus den Verein zu lenken. Bei der nächsten Wahl zogen noch mehr Leute, aus der gemeinsamen Wahl in den AR, dass er nun unter der Herrschaft Ertels, zum Machtzentrum wurde! Man hatte es geschafft! Feierte sich selbst!

Klar schlug der ehemalige AR, Rieckhoff, dann Jarchow vor! Als Interimslösung! Mangels alternativen, in dieser hektischen Zeit, konnte man nur wenige Kandidaten gewinnen. Erst recht, weil sie der “Front” gefallen mussten. So kam Jarchow ins Spiel!

Angedacht, um den HSV in dieser schwierigen Zeit auf Kurs zu halten, bis man sich auf einen “Profi”, als dauerhafte Lösung einigen könnte.

Was die Anti-Hoffmann-Fraktion übersehen, bzw. nicht bemerkt hat:

Der harte Kern der Ultras, die in diesem, von Liebnau vorgegröhlten Block sitzen, sind nicht DIE Mitglieder des HSV! Sie sind nur ein teil! Selbst alle im Stadion, über die Kurven hinaus, sind längst nicht alles. Nein! Weit über Hamburg hinaus gibt es etwa 70.000 Mitglieder und ein vielfaches an Fans! Und ebenso, wie diese Ultrakultur, wuchs im Internet eine weitere Neuerung! Diverse Foren, auf denen über Fußball diskutiert werden. Der ein oder andere weiß, was ich meine! Dort versammeln sich Fans, die nicht zwingend in der Kurve stehen, die keinem auferlegten, schrägen Kodex folgen, die kein Satzungskonformes Weltbild haben. Fans die sich ihre eigenen Meinungen bilden. Die sich nicht über ein Megafon beeinflussen lassen.
Diese Fans stellen fest, dass sie mit ihren Gedanken nicht alleine sind. und dass viele tausende andere auch der Meinung sind, dass Hoffmann eigentlich ein guter war, dass die Absetzung schäbig verlaufen ist. Und teilen ihren Frust, der aber noch immer ignoriert wird, und von oben herab abfällig abgetan wird. “Jaaa im Netz wird viel geschrieben, aber das ist alles nur Hetze und unsachlich!”

Man ignoriert das gepflegt und setzt darauf, die Ultras zu befrieden und bei allem irgendwie bei Laune zu halten! Man glaubte, es genügt, um irgendwie an der Macht zu bleiben. Wie naiv manche sich das vorgestellt haben, den Club besser zu führen, als Hoffmann, habt Ihr bei Konzepten von Hunke, Liebnau und Ertel selber gehört!

Diese Herrschaften dachten sich, wir spielen jetzt mal mit in der großen Fußballwelt!

Und dann begingen die neuen ihren dicksten Fehler! Sie haben Jarchow, einen von ihnen, der nur als Interimslösung verkauft wurde, heimlich still und leise zur Dauerlösung befördert!
Ohne Diskussion! Jarchow war pflegeleicht!

Der User, der ihn vor ein paar Tagen beschrieb, drückte vieles aus, was ich dumpf empfunden habe!
Jarchow wirkte eher wie ein biederer Verwalter! Einer der keinem weh tut. Der nur dann agiert, wenn es denn sein muss. Der , bei kritik, schön die Verantwortung weiter gibt. Gerne auch an “Hoffmann-Leute”, wie Arnesen.

Mit dem Tag der Vertragsverlängerung Jarchow´s, festigte sich die Meinung der breiten Masse! Die Fans und Mitglieder in den Foren, in den Fanclubs! Alle hatten die Schnauze voll! Die Wut festigte sich. Zu dreist, zu überheblich, zu arrogant hat diese Clique in Hamburg die Dinge an sich gerissen!

Zu dreist und arrogant ist sie aufgetreten! Mit einem unglaublich widerlichen Selbstverständnis!
Natürlich! Hätten ja auch alle anderen zu den Versammlungen kommen können. Selber Schuld!

“Wenn euch euer Verein nicht mal wert ist, einmal im Jahr nach Hamburg zu reisen, dann seid Ihr halt keine echten Fans! Dann seid Ihr Fans 2. Klasse! Krankheit, Familie, Geld, Beruf sind doch nur Ausreden und treffen nur bei einzelnen zu. Der Rest ist doch nur zu bequem!”

So schienen die neuen Verantwortlichen zu denken. So wirkten sie, bei all ihrem Handeln!

Dummerweise haben sie sich alle überschätzt! Liebnau, Ertel, Hunke, Jarchow!
Sie zeigten in der Zeit, seit dem Tag der Entlassung, spätestens, dass sie es nicht können. Sie entliessen Arnesen. Der vlt. nicht so engagiert war, wie das alle gedacht haben. Natürlich wurde er unter anderen Vorzeichen geholt. Man hat ihm mit Sicherheit andere Bedingungen versprochen.
Auch er wurde im Laufe der Zeit zermürbt.

Während dessen wuchs aber nun ein neuer “Feind” am Himmel! EOR kam plötzlich, wie aus heiterem Himmel, mit einer initiative, die nicht nur Licht am Ende des finanziellen Tunnels versprach, sondern auch Veränderungen voraus setzten, die beim HSV nichts mehr so lassen würde, wie es war.

Auch dieses wurde zunächst belächelt. Man unterschätzte die Strahlkraft! Aber das wichtigste:
Alle gegner der “Clique” fanden nun eine Stimme. Es schien, als käme da jemand , der die , bisher, nicht organisierten fans verstünde!

Es gibt nun plötzlich eine ungeahnte Opposition! Rieckhoff zog das ganze sachlich, professionell und sehr fleissig auf! Bereiste die Republik!

Endlich! Endlich etwas, worauf dieser Club seit langer Zeit gewartet hat!

Die Clique stellte nun fest, dass dort auf der JHV plötzlich ein völlig neuer Gegner auftaucht! Eine völlig neue Qualität der Mobilisierung! Diskussionen, die so differenziert waren, dass man sie von Fans eigentlich nicht so erwartet hat. Nicht diese einfach zu handelnden “Schafe”, aus dem Block, der Chosen Few! Nein! Viele, viele Fans, die aufgrund der Teilnahme an der Diskussion so gefestigt und überzeugt in ihrer Meinung sind, dass diese populistische Masche nicht mehr läuft!

Man wurde aktionistisch! Der kritische Arnesen wurde durch kreuzer ersetzt. Auch er wird sich das anders vorgestellt haben! Aber er scheint dankbar, für diese Chance zu sein.

Aber auch er konnte aus einem Esel kein Rennpferd machen! Fink wurde durch BvM ersetzt!
Toll ! Sportlicher Aufschwung! Aber einer, der schnell wieder verpuffte! Auch er wirkt desillusioniert!

Beide Personalien zeigten, dass der HSV ein Sumpf ist! Ganz deutlich! Ebenso kann man das an V.d.Vaart festmachen!

Chaosclubs bieten immer große Chancen! Ein guter Spielmacher oder ein charismatischer Trainer oder ein cleverer Sportdirektor können bei so einem Chaos manchmal der große retter sein.

Dass plötzlich ein Rädchen ins andere greift, der Erfolg zurück kommt, und der Laden läuft!

Siehe Watzke, beim BVB!
Siehe Favre bei BMG
Siehe Magath, beim VFB und in der ersten Saison beim S04!

usw.

Aber beim HSV verbrennen sie in kürzester Zeit! Es ist, als ob die Protagonisten abenteuerlustig sind und sich denken, dass sie es schon schaffen. Aber irgendwann merken sie, sie stecken in einem Sumpf. Aus dem sie nicht so schnell heraus kommen.

Die Clique merkt, dass sie ihr Pulver verschossen hat! Sie haben nur noch eine Chance, indem sie HSV+ verhindern. Das haben sie mittlerweile gemerkt!

Und so kommt es am Sonntag zu einer historischen Entscheidung!

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So habe ich den HSV in den letzten Jahren wahr genommen! So habe ich seine Geschichte, seine Entwicklung erlebt! Auch, wenn es ein längerer Post ist, ist es natürlich sehr verkürzt! Ich habe mir viele, viele Gedanken über den HSV gemacht. Und das ist der Eindruck, den ich habe!

Falls ich irre, möge man mich korrigieren!

Ich wiederhole mich in der Sache, aber der HSV MUSS sich von den Cliquen, den Vereinen im Verein lösen! Ich wüsste nicht, wie das anders gehen sollte, als den Verein auszugliedern.

Eine neue Organisation und Struktur würde frischen Wind rein bringen, alte Zöpfe abschneiden.
Andernfalls wird sich nichts dauerhaft ändern. Alleine aufgrund der Durchlässigkeit der momentanen Satzung konnten immer wieder diese Leute in den Verein, die dort nichts zu suchen haben.

Kein anderer Bundesligaclub ist so transparent, wie der HSV! Es scheint so, als habe jeder, jedes AR-Mitglied, jeder Mitarbeiter der geschäftsstelle seinen “eigenen Journalisten”. Das bietet zwar für neutrale einen hohen Unterhaltungswert. Der Verein verkommt so aber zu einer Mischung aus GZSZ, Muppet-Show und Dallas. Damit muss Schluß sein!

Das ist dieses Clubs unwürdig!

Alleine damit hätte der HSV schon wieder einiges gewonnen! Nicht zu letzt Seriösität!
Wenn man dann im 2. Schritt auch gleich das finanzielle Dilemma beseitigen kann, umso besser!

Und auch nach den beiden Sendungen komme ich zum gleichen Schluß, wie der werte Herr Hunke:

“Die Cliquen müssen weg! Wir brauchen neue Leute!”

Tut ihm doch am Sonntag den Gefallen!

Ich habe versucht, mich in beide Parteien hinein zu versetzen. habe Argumente abgewogen.
Und natürlich ist der Preis beachtlich, den HSV+ manchen abverlangt!

Aber es ist mMn. existentiell unumgänglich!

Sorry, wenn ich euch nochmal mit einem längeren Post quälen musste! Aber ich musste das nochmal in Gänze reflektieren, um dann entweder korrigiert oder bestätigt zu werden.

So ist die Situation, wie ich sie in den letzten Jahren wahr genommen habe!

Gute Nacht, aus Kölle!

“rhinemike” transportiert die richtige Nachricht – Cliquen regieren seit Jahren. Und das nicht immer – sogar immer weniger! – zum Wohle des Vereins. Der Aufsichtsrat macht dies augenscheinlich, und auch in der oft zitierten Ära Hoffmann/Beiersdorfer ist das der Grund fürs Scheitern gewesen. Dass in dem Beitrag jetzt nicht alles so war und ich auch die Rollen einzelner nicht so dramatisch beurteilen würde, wie er – so what…?! Das eigentliche Übel hat “rhinemike” erkannt.

Und das war, sowas wird mir trotz allem noch immer von einigen nachgesagt, ganz sicher auch nicht Bernd Hoffmann. Im Gegenteil. Ich habe immer gesagt, dass er und Beiersdorfer im Duett genau das waren, was diesen HSV auf Jahre nach vorn hätte bringen können. Aber leider vertrugen sich beide nicht. Beiersdorfer warf Hoffmann vor, ihn zu hintergehen, ihn zu mobben und aus wichtigen Entscheidungen bewusst auszugrenzen. Hoffmann wiederum kritisierte Beiersdorfers Arbeitsweise. Beiersdorfer war für Hoffmann zu langsam, zu glanzlos. Hoffmann wollte es selbst machen und entscheiden. Und so kam es wie in allen anderen sozialen Schichten auch möglich, zum Zerwürfnis der beiden. Es war ein Ende aus persönlichen Gründen. Es ging einfach nichts mehr – leider anschließend auch nicht mehr für den HSV.

Immer wieder höre ich von Spielern aus der Zeit (2009), dass Bruno Labbadia ein richtig guter Trainer war. Ich weiß, das sieht Dieter anders und auch ich hatte meine Probleme mit Labbadias Trainingsarbeit. Aber letztlich muss man eingestehen, dass der HSV unter Labbadia hervorragenden, attraktiven Fußball spielte. Vielleicht am Anfang sogar den schönsten der letzten 25 Jahre. Und hätte Labbadia, der als bissig und ziemlich beratungsresistent gilt, in dieser Phase einen beruhigenden, erfahrenen Sportchef wie Beiersdorfer an seiner Seite gehabt – er hätte viele interne Machtkämpfe nicht kämpfen müssen und sich mehr auf seine Kernkompetenz konzentrieren können – auf die Mannschaft. Ich bin mir bis heute absolut sicher, mit Beiersdorfer wäre es besser gelaufen.

Aber okay, ich bin schon wieder beim “hätte, wenn und aber” – es ist leider nicht so gekommen.

Im Übrigen, selbst wenn mir jemand nicht sympathisch ist – und davon gab’s in den letzten 15 Berufsjahren einige, wie Ihr Euch denken könnt, ich hatte und habe nicht das Bedürfnis, ihm bewusst zu schaden. In diesem Punkt muss ich “rhinemike” widersprechen. Auch aktuell gibt es einige im HSV, die mir alles andere als sympatisch sind – dies aber m.M.n. auch nicht sein müssen. Solange sie aus meiner Sicht einen guten Job machen, schreibe ich das. Wenn ich irgendwann der Meinung bin, dass die jeweiligen Personen – selbst wenn ich sie persönlich noch so sehr schätze – nicht mehr gut arbeiten, schreibe ich auch das. Um nur ein paar Beispiele zu bringen, fragt doch mal bei Bastian Reinhardt, Holger Hieronymus (den ich heute sehr gern wieder in einer verantwortungsvollen Position beim HSV sehen würde), Jörg Butt, Frank Pagelsdorf, Armin Veh u.s.w. nach… Das sind alles Leute, die ich noch heute sehr schätze, zu denen ich seit ihrem Ausscheiden beim HSV teilweise sogar freundschaftsähnliche Verhältnisse pflege. Aber es sind eben auch Leute, bei denen ich irgendwann das Gefühl hatte, dass es mit ihnen und vor allem auch durch sie beim HSV nicht mehr voranging. So habe ich es zu den verschiedenen Zeitpunkten auch geschrieben – und bin damit nichts besonderes. Ich behaupte sogar, das machen 98 Prozent meiner Kollegen “Lokalreporter” nicht anders.

Aber ich komme vom eigentlichen Thema ab – und das hat “rhinemike” heute sensationell dargestellt: Dieser HSV muss sich neu aufstellen. Strukturell, personell, finanziell und sportlich ist man derzeit kaum mehr konkurrenzfähig und riskiert viel. Zu viel sogar. Daher sehe ich den durchaus lobenswerten Gedanken von Eckart Westphalen, die Konzeptträger sollten mehr Zeit bekommen, einen Konsens zu finden, als fahrlässig an. Es wird keinen Konsens zwischen den verschiedenen Strukturen mehr geben, wie Otto Rieckhoff im Sportforum sowie im Interview danach deutlich gesagt hatte. Und das wird sich auch am Sonntag zeigen.

Nein, dieser HSV braucht jetzt eine klare Entscheidung, einen neuen Weg. Einen besseren. Vielleicht haben wir dann ja die Möglichkeit, den 19. Januar 2024 als zehnjähriges Jubiläum für eben jenen Tag zu feuern, an dem eine neue, bessere Ära eingeläutet wurde.

ich hoffe es. Sehr sogar.

Also noch einmal: Geht am Sonntag ins CCH. Geht wählen! Der HSV braucht Euch.

Scholle

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