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Vorbereitung: 13 Spiele, sechs HSV-Siege

12. August 2012

Vagner Love lässt grüßen. Erinnert das noch einer von euch? Vagner Love, oder wie er genau heißt: Vágner Silva de Souza, heute Stürmer bei Flamengo Rio de Janeiro, sollte zum HSV kommen. Hieß es nicht nur in Hamburg damals. Es sollte fast alles perfekt sein – und dann war rein zufällig auch noch mein „Matz-ab“-Kollege Christian Pletz in Brasilien, sprach persönlich mit dem Stürmer. Vagner Love bestätigte den Fast-Wechsel zum HSV, und „Matz ab“ vermeldete es quasi aus erster Hand – und dann platzte der Wechsel doch noch. Die Häme, die dann über „Matz ab“ einbrach, die war riesig. Und hielt monatelang, wenn nicht sogar jahrelang an. Genau deswegen stand hier gestern nichts von Hakan Calhanoglu. Weil ich mir zum Ziel gemacht habe, nur dann etwas von einem Wechsel zu schreiben, wenn auch ich mich informiert habe. Da der HSV auf Mallorca weilte und ich keinerlei „Nahrung“ zu einem Wechsel des Karlsruhers bekam, schrieb ich nichts. Bevor ich von anderen abschreibe – und vielleicht wieder erfahren muss, dass der Fast-Wechsel doch noch geplatzt ist. Häme – nein danke! Ich denke (und habe gedacht), dass es bis zum Sommer 2013 noch etwas Zeit ist – auch für andere Vereine, noch dazwischenzufahren und dem HSV noch einmal kräftig in die Suppe zu spucken . . . Mal abwarten, wie sich das alles entwickelt.

Sollte es für das nächste Jahr aber tatsächlich klappen, dann kann man dem HSV nur gratulieren. Ich sah am ersten Drittliga-Spieltag dieser Saison die Partie Heidenheim gegen den KSC (2:2) live im Fernsehen, ein Klasse-Spiel. Aufschlussreich gerade im Hinblick auf das Pokalspiel der kommenden Woche. Hakan Calhanoglu schoss in Heidenheim eine 2:0-Führung des Zweitliga-Absteigers heraus. Mit zwei großartigen Freistößen. Einen versenkte er links, einen rechts. Der HSV kann sich freuen. Wenn es denn klappen sollte – so wie es die deutsche Presse-Agentur berichtet:

Der HSV scheint den Poker um den Karlsruher Offensivspielers Hakan Calhanoglu gewonnen zu haben. Wie das „Hamburger Abendblatt“ und die „Bild“-Zeitung berichten, soll der 18 Jahre alte Kreativspieler in den nächsten Tagen einen Dreijahresvertrag von 2013 an unterzeichnen. In der kommenden Saison wird er allerdings noch beim Drittligisten KSC unter Vertrag stehen, dem nächsten Gegner im DFB-Pokal. Der HSV wollte sich dazu am Sonntag vor dem Rückflug nach dem mit 1:0 gewonnenen Test bei Real Mallorca nicht äußern.

Seit der U 16 spielt der in Deutschland geborene Sohn türkischer Eltern für die Auswahl-Mannschaften der Türkei. Zuletzt hatten auch die Bundesligisten Hoffenheim, Freiburg und Bremen um Calhanoglu mitgeboten. „Wenn es stimmt, wäre es sehr schade“, sagte Werders Geschäftsführer Klaus Allofs, „aber zu den aufgerufenen Bedingungen hätten wir es nicht machen können.“ Der HSV soll etwa zwei Millionen Euro für das Talent an den KSC zahlen.

Vor Wochen war sich Werder angeblich schon mit Hakan Calhanoglu einig. Ich kann mir deswegen nicht vorstellen, dass die Bremer nun ohne Kampf aufgeben werden. Und andere Vereine wachen eventuell nun, wo der Wechsel zum HSV öffentlich gemacht worden ist, ja auch noch auf. Und meines Wissens dürfen Verträge dieser Art (also für 2013) jetzt noch gar nicht geschlossen werden – auch keinerlei Vorverträge.

Ganz nebenbei, gaaaaanz nebenbei: Vor Wochen hatte „uns Scholle“ hier bei „Matz ab“ als Allererster (vor allen Hamburger Zeitungen) die Meldung, dass der HSV Calhanoglu will. Marcus „Scholle“ Scholz hatte seinerzeit mit dem Berater des KSC-Spielers gesprochen, und dieser bestätigte sowohl das HSV-Interesse als auch das von Werder.

Themenwechsel. Der HSV hat mich sportlich mit dem 1:0-Sieg beim RCD Mallorca total und auch total positiv überrascht, das gebe ich gerne zu. Und irgendwie passt dieses Resultat auch gut in die Landschaft, denn der 1. FC Nürnberg verliert mit dem 0:1 gegen Betis Sevilla sein erstes Testspiel, und der HSV setzt mit dem Sieg in Spanien ein erstes richtiges Ausrufezeichen. Wobei die Defensivabteilung ganz erfreulich und sehr stark gearbeitet hat (gegen ein Team, das in der kommenden Woche um Punkt spielen soll!), nach vorne aber nicht allzu viel ging. Ballbesitz ist das Zauberwort, Trainer Thorsten Fink will Ballbesitz und lässt genau darauf auch spielen (Motto: „Haben wir den Ball, schießt der Gegner keine Tore“). Und auf Mallorca war der Gegner nicht in der Lage, mehr in Ballbesitz zu kommen. Ein Tor langt dem HSV – in diesem Fall. Und so könnte es in dieser Saison durchaus noch öfter Spiele dieser Art geben.

Mit einer Sache wusste ich gar nicht so recht, wie ich damit umgehen soll: Paul Scharner. Wieso kam der Österreicher, der sich lange warmlief, dann doch nicht zum Einsatz? Waren die beiden Innenverteidiger, Jeffrey Bruma und Michael Mancienne, zu gut an diesem Abend? Oder erhielten sie noch eine „Gnadenfrist“? Licht ins Dunkel brachte Trainer Fink, wie mir mein Kollegen Kai Schiller, der mit auf der Insel (gewesen) ist: „Paul Scharner hatte erst einen Tag mit uns trainiert, es war wichtig für ihn, dass er erst einmal die Mannschaft kennen lernt. Da der Österreicher auch bis Donnerstag bei seiner Nationalmannschaft ist, wird beim Pokalspiel die Innenverteidigung auch Bruma/Mancienne heißen, das kann ich garantieren – sie haben ja auch eine gute Vorbereitung gespielt.“ Das stimmt, und deswegen ich diese Maßnahme auch absolut nachvollziehbar.
Pokal-Gegner KSC steht übrigens in Liga drei nach der 0:1-Auswärts-Niederlage in Bielefeld schon wieder sieglos auf einem Abstiegsrang – Platz 18 von 20 Mannschaften. Da müsste es doch eigentlich mit dem Teufel . . .

Der HSV kehrt erst heute am Abend wieder zurück nach Hamburg, die Mannschaft lief heute auf Mallorca aus. Am Montag haben die Spieler ihren freien Tag.

Am Dienstag folgt dann – bevor es „pokalig“ wird – zum Abschluss der Vorbereitung noch das Spiel beim Hamburger Oberliga-Klub Altona 93. Es gab jetzt vom 6. Juli an 13 Spiele, die von den HSV-Leistungen her sehr durchwachsen waren, die aber (immerhin) sechs Siege und vier Unentschieden brachten. Hier noch einmal alle Partien auf einen Blick:

1860 Rosenheim – HSV 2:2
Zillertal-Auswahl – HSV 0:10
Terek Grozny – HSV 2:2 (wetterbedingt vorzeitig beendet)
Holstein Kiel – HSV 1:1
FC Suwon Samsung II (Südkorea) – HSV 0:6
FC Groningen – HSV 1:2
Seongnam Ilhwa Chunma (Südkorea) – HSV 0:1
FC Barcelona II – HSV 2:1
Eintracht Norderstedt – HSV 0:6
Borussia Dortmund – HSV 1:0 (zweimal 30 Minuten)
FC Bayern – HSV 1:0 (zweimal 30 Minuten)
Nordsjaelland – HSV 0:0
RCD Mallorca – HSV 0:1.

In einem abschließenden Resümee muss festgestellt werden, dass nicht viele Spiele dabei waren, in denen der HSV voll überzeugt hat. Im Gegenteil. Aber, und so hat es Trainer Thorsten Fink immer wieder betont, wichtig ist, dass der HSV zum Punktspiel-Start bei 100 Prozent ist – und das hat der HSV-Coach ja auch quasi versprochen. Fink sagte wörtlich: „Was nützt es, wenn man in der Vorbereitung nur gewinnt, in der Bundesliga dann aber verliert? Wir werden zum Bundesliga-Start zu 100 Prozent da sein.“ Eine Frage mit einer deutlichen Antwort. Und wenn dann der HSV in der Bundesliga erfolgreich spielt, dann denkt ganz bestimmt keiner mehr an diese etwas holprige Vorbereitung zurück. Auch ich nicht. Versprochen.

So, ansonsten gab es an diesem Sonntag Dütt und Datt.

Wie zum Beispiel die Meldung, dass sich Markus Babbel, der Hoffenheimer Trainer, darüber beklagt hat, dass nicht der Bundestrainer Joachim „Jogi“ Löw seinem Keeper Tim Wiese eine Absage für das Argentinien-Länderspiel (am Mittwoch in Frankfurt/M.) erteilt habe, sondern „nur“ der Co-Trainer und der Torwarttrainer (Hansi Flick und Andreas Köpke). Auch das ist nachvollziehbar. Denn erstens überrascht es mich, dass nun Hannovers Zieler die Nummer zwei ist, und dann wäre es ganz sicher besser gewesen, wenn Löw das selbst verkündet hätte. Da bin ich ganz auf Babbels Seite, denn er ist ein feinfühliger, ehrlicher und eher zurückhaltender Mensch, der immer weiß, was er sagt und wie er sich zu verhalten hat. Babbel, der ehemalige HSV-Spieler (den ich immer sehr geschätzt habe!), ist ganz sicher kein Besserwisser und auch kein Lautsprecher, der Mann ist einfach nur klasse – ein ganz feiner Mensch.
Und dass er Wiese zum TSG-Kapitän gemacht hat, das hat Babbel sicherlich nicht getan, um den HSV-Anhang zu ärgern, das spricht vielmehr und irgendwie auch für Wiese, der bei anderen Klubs (und den dazugehörigen Fans) ja nicht sonderlich beliebt ist. Wiese soll aber, so hat es mir mein alter Freund Harald Stenger (der nun als Medien-Direktor des DFB aufhören muss) oft genug bestätigt, gar nicht so ein „Stinkstiefel“ sein, für den er vor allem wohl in Hamburg gehalten wurde – und wird.
Aber, das zum Abschluss, macht ein Trainer einen „Quertreiber“ wirklich sehenden Auges zum Kapitän?

Und wo wir gerade bei Torhütern sind: Jens Lehmann hat sich wieder einmal zu Wort gemeldet. Und in meinen Augen ganz gute Dinge von sich gegeben. Die Agentur dapd schreibt:

Der ehemalige Fußball-Nationaltorwart Jens Lehmann hat sich verwundert über Matthias Sammers Wechsel zu Bayern München geäußert. „Ich war überrascht“, sagte Lehmann der „Bild am Sonntag“. Sammer habe seinen Vertrag beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) im vergangenen Jahr verlängert und von Werten wie Loyalität gesprochen. „Und auf einmal werden diese Werte innerhalb von ein paar Stunden anders beurteilt und ausgelegt.“

In der Verpflichtung des 44-Jährigen als neuen Bayern-Sportvorstand sieht Lehmann zudem erhöhtes Konfliktpotenzial beim Rekordmeister. Er betonte aber: „So, wie ich ihn erlebt habe, streitet Matthias Sammer mit den Leuten, die unter ihm sind. Er streitet nicht mit den Leuten, die über ihm stehen.“

Lehmann und Sammer kennen sich unter anderem durch ihre gemeinsame Zeit bei Borussia Dortmund. Sammer führte den BVB 2002 als Trainer zur Meisterschaft, Lehmann stand damals im Tor.

Eine interessante Meinung von Lehmann. Und die rief bei mir noch einmal die damalige Wechsel-Posse Sammers zum HSV ins Gedächtnis zurück. In der Tat, damals, als Sammer sich für den DFB entschied (obwohl er beim HSV schon zugesagt hatte), sprach der Sport-Direktor viele hehre Worte. Die aber wohl dann doch nicht mehr ganz so hehr sind, wenn der große FC Bayern ruft . . . Aber ist ja ohnehin abgehakt, dieses Thema, ich fand es nur ganz interessant, wie ein Großer des deutschen Fußballs darüber denkt – und es dann auch offen ausspricht.

Zum Thema Nationalmannschaft gab es dann heute auch noch folgenden Meldung (dapd), wobei es hier um den FC Bayern geht:

Bayern München wird das Supercup-Duell mit Borussia Dortmund ohne Bastian Schweinsteiger antreten. Der Nationalspieler, der zuletzt mit Sprunggelenksproblemen zu kämpfen hatte, trainierte zwar am Samstag wieder. Trainer Jupp Heynckes verzichte im Supercup aber vorsichtshalber auf ihn, teilte der Verein vor dem Heimspiel am Sonntag (20.00 Uhr) mit. Dagegen soll Stürmer Claudio Pizarro nach seinen Hüftproblemen wieder in den Kader zurückkehren.

Wir erinnern uns: Schweinsteiger wurde bei der EM trotz seiner fehlenden Fitness immer tapfer mit durchgeschleppt. Nach der EM bestritt Schweinsteiger kein Pflichtspiel mehr, und er ist trotz allem immer noch nicht fit für den FC Bayern! Das hätte ich auch mit einem dicken Fragezeichen versehen können, denn ganz offenbar ist da doch etwas ganz Gravierendes falsch gelaufen. Schweinsteiger hätte, ich schrieb es während der EM, gar nicht (mehr) auflaufen dürfen (und sollen), aber da war wohl falsch verstandene „Liebe“ zwischen Trainer und Spieler mit im Spiel (während ich das schreibe, verwandelt der ehemalige HSV-Spieler Christian Rahn, ja der „alte“ Rahner, gerade einen Elfmeter zum 1:0 für Regensburg gegen Duisburg – Glückwunsch!).

Apropos Ehemaliger: Auch ihn gib es noch, wie der Sport-Informations-Dienst berichtet:

Der frühere Fußballer des Jahres Ailton war bei seinem Debüt beim Sechstligisten Hassia Bingen gleich der Matchwinner. Der 39-Jährige kam gegen die SpVgg Ingelheim in der 68. Minute ins Spiel und erzielte vor 1300 Zuschauern beide Treffer (84./90.) zum 2:0-Erfolg. „Kugelblitz bleibt Kugelblitz. Mein Antritt ist Explosion“, sagte der frühere Bremer der Rhein-Zeitung. Nach Angaben der Zeitung war bereits nach dem ersten Tor ein Kamerateam auf den Platz gelaufen.

Dschungelcamp-Teilnehmer Ailton tingelt seit 2009 durch die deutschen Amateurligen. Zunächst beim in die Niederrheinliga abgestürzten Ex-Pokalsieger KFC Uerdingen, ein Jahr später beim Bremer Regionalligisten FC Oberneuland und schließlich beim niedersächsischen Siebtligisten VfB Peine.

Ja, der liebe, gute, dicke Ailton, der hier noch in Hamburg aufdribbeln durfte, obwohl er seine Zukunft schon lange hinter sich hatte. Wenn ich an ihn denke, dann nicht nur wegen der tausendprozentigen Chance gegen Werder, die dem HSV Millionen gekostet hat, sondern an seine Extravaganz. Der führte sich hier beim HSV oft so wie ein König auf. Da musste man anklopfen, bevor man ihn ansprechen durfte. Es fehlte nur noch eine Sänfte, auf der ihn die Mitspieler auf den Rasen zu tragen hätten. Ja, es gab schon Typen hier . . . Trainer Thomas Doll verzweifelte damals an dem „Dicken“, weil der stets versprach, im Hotel im Kraftraum zu arbeiten, um den Rückstand in Sachen körperlicher Fitness so schnell wie möglich aufzuarbeiten. Aber denkste Kraftraum, Ailton legte die Beine hoch und ließ den lieben Fußball-Gott einen guten Mann sein.

Dann ganz kurz noch ein kleiner Schwenker in die Zweite Liga. Zum 1. FC Köln. Zwei Spiele, zwei Punkte – ein Fehlstart? Mir tut der ehemalige HSV-(Jugend-)Spieler Holger Stanislawski etwas Leid. Der EFFZEH jagt Podolski, Novakovic und alles was sonst noch stürmen kann vom Hof, und jetzt fragt sich „ganz Köln“, warum der Klub keine Tore schießt? Kommt mir irgendwie bekannt vor.

So, und nun trifft noch ein „Ehemaliger“ in der Zweiten Liga. Änis Ben-Hatira, der ein unwahrscheinlich breites Kreuz bekommen hat (alles Muskeln!), schießt Hertha BSC gerade beim FSV Frankfurt mit 1:0 in Führung. So schießt das Leben . . .

Und dann gab es da noch diesen Bericht von „Malle BZ“:

HSV-Hooligans vs. Helmuts

Gestern Nacht soll es laut Zeugenberichten in der Schinkenstraße am Ballermann zu einer massiven Schlägerei zwischen HSV-Fans und den Sonnenbrillenverkäufern gekommen sein. Die HSV-Supporter feierten in den dort liegenden Biergärten ausgelassen und wurde immer wieder von den dreisten Schwarzafrikanern bedrängt, etwas aus dem Angebot zu kaufen. Irgendwann gegen 2 Uhr muss die Stimmung dann aber ziemlich schnell umgeschlagen haben, nachdem es immer wieder zu Beleidigungen von Seiten der „Helmuts“ kam.

Die Situation eskalierte und einige Dutzend HSV´ler teilten massive Ohrfeigen an die immer mehr werdenden Schwarzen aus. Eine Massenkeilerei quer über die Schinkenstrasse entstand, es flogen Bierkrüge und Tische. Die Lage beruhigte sich erst, als eine große Anzahl Polizisten am Schlachtfeld auftauchte und die Lager spaltete. Auf Seiten der Sonnenbrillenverkäufer soll es zu einigen Verletzten gekommen sein, die in mehreren Krankenwagen abtransportiert wurden.

PS: Nicht vergessen, am Montag kein Training im Volkspark.

16.26 Uhr

Feuer im Stadion – bitte nur auf dem Rasen!

12. Dezember 2011

Heute einmal, weil es ein Ruhetag beim HSV gibt, die etwas andere Eröffnung.
Der Sport-Informations-Dienst berichtet (auch) über einige Fußball-Fans, die es nicht lassen können:

Das Entzünden von Bengalos beim Ostderby gegen Energie Cottbus könnte Fußball-Drittligist Dynamo Dresden im Kampf gegen den Pokalausschluss um die letzte Chance bringen. Der DFB ermittelt. Dunkler Qualm stieg im Dresdner Block auf. Vermummte Anhänger wedelten freudig erregt mit brennenden Bengalos umher. Sicherheitskräfte versuchten vom Rasen aus, mit Wasserwerfern zu löschen – doch der Eklat war nicht mehr zu stoppen. Der Einsatz von Pyrotechnik einiger unverbesserlicher Rowdys kurz vor dem Ostderby gegen Energie Cottbus sorgte bei Dynamo Dresden trotz des 2:1-Sieges für Entsetzen. „Der DFB-Kontrollausschuss ist informiert“, bestätigte Sprecher Jens Grittner.

„Da haben uns wieder einige einen Bärendienst erwiesen“, sagte Dresdens Präsident Andreas Ritter und ergänzte ziemlich verbittert: „Jeder, der normalen Menschenverstand besitzt, weiß doch, wie sehr uns diese Vorfälle jetzt schaden. Sollten wir wegen dieser Vorfälle eine Geldstrafe erhalten, werden wir uns das Geld von den Verursachern zurückholen.“ Der Klub-Boss befürchtet – wohl zu Recht – einen negativen Einfluss auf das Berufungsverfahren, mit dem sich der Klub derzeit gegen den Pokalausschluss für die kommende Saison wehrt.

Warum ich das veröffentliche? In Mainz waren einige HSV-Fans auch mit viel Feuer bei der Sache. Wie immer. Aber, und das sollte sich jeder jetzt einmal vor Augen führen: Dresden ist hart bestraft worden. Und deswegen geht Dresden auf die Barrikaden. Ost und West wird ungleich behandelt – so das Motto der Dynamos. Und weil es dafür auch Unterstützung aus dem Osten gibt, wird es nicht lange dauern, bis der erste West-Klub nicht zur zur Kasse gebeten wird (das wird er ohnehin schon immer), sondern auch aus irgendeinem Wettbewerb ausgeschlossen wird. Oder, wie jetzt Hansa Rostock, vor leeren Rängen ein Heimspiel austragen muss.
Alles kein Problem?
Okay, dann weiter so!
Der Verein, in diesem Fall der HSV, muss doch kaputt zu kriegen sein . . . Indem ihm ein klein wenig Feuer gemacht wird. Ich sage aber: Feuer im Stadion? Bitte nur auf dem Rasen!

Um noch einmal auf den morgigen Dienstag zu kommen. Fußballgrößen wie Zinedine Zidane, Ronaldo und Luis Figo sind die Topstars beim neunten „Spiel gegen die Armut“ im Volkspark. Bei dieser von den Vereinten Nationen unterstützten Partie soll Geld für hungernde Menschen am Horn von Afrika gesammelt werden. Das Spiel beginnt um 19.05 Uhr, wird live auf „Sport 1“ übertragen – aber sollte auch immer noch – einige Zuschauer in die Arena ziehen. Der HSV tritt gegen „Ronaldo, Zidane und Friends“ mit seinen Nationalspielern an – und dazu kommen einige Altstars zum Einsatz.

Das „Spiel gegen die Armut“ ist für Zidane, mittlerweile Sportdirektor bei Real Madrid und ehrenamtlich UNO-Goodwillbotschafter, eine echte Herzensangelegenheit. „Wir wollen nicht nur Geld sammeln, sondern auch sensibilisieren für die Not der Menschen in dieser Region. Die Botschaft muss heißen, dass wir uns um bedürftige Menschen kümmern müssen“, sagt der Franzose voller Engagement.

Nach UNO-Schätzungen leben rund 13 Millionen Menschen in Dschibuti, Somalia, Äthiopien und Kenia in bitterster Armut und sind vom Hungertod bedroht. Und so kommen auch noch aktive Fußballstars wie Didier Drogba in die Hansestadt, um zu helfen. Der Torjäger des FC Chelsea ist selbst in der Elfenbeinküste in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen: „Deshalb ist es mir eine Ehre, diese Menschen zu unterstützen.“

Das Publikum erwartet eine Fußballshow der Extraklasse, denn die „Freunde“ von Ronaldo und Zidane sind durchaus prominent. Jens Lehmann wird das Tor hüten, die Fußballschuhe schnüren werden weiterhin Fabio Cannavaro, Fernando Hierro und Gheorghe Hagi. Zum Team der HSV-Allstars gehören unter anderem die Ex-Rothosen Ze Roberto, Mehdi Mahdavikia, Sergej Barbarez, Stefan Beinlich und Jörg Albertz. Und selbst die „Pfeife“ ist ein Star: Pierluigi Collina, zwischen 1998 und 2003 sechsmal in Folge Welt-Schiedsrichter des Jahres, leitet die Partie. Als Trainer der Gäste fungieren Marcello Lippi und Bora Milutinovic. Und damit auch Deutschlands Tennisheld Boris Beck in offizieller Funktion irgendwie dazugehört, hat man den „Bobbele“ zum Team-Manager gemacht.

Und nicht vergessen: Es geht hier ums Helfen.

Noch nicht vergessen ist, jedenfalls bei mir, dass sich unmittelbar vor der Erstansetzung des Bundesliga-Spiels 1. FC Köln gegen Mainz 05 der angesetzte Unparteiische Babak Rafati in einem Kölner Hotel das Leben nehmen wollte (19. November). Der ehemalige Berliner Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Michael Fröhlich, Abteilungsleiter Schiedsrichter beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), nimmt nun wegen exakt dieses Suizidversuchs den eigenen Verband in die Pflicht. „Ein kleines Trainer- und Coaching-Team, ergänzt um den Rat und die individuelle Unterstützung von Fachexperten, das ist wohl der richtige Weg auch für unsere Schiedsrichter. Da brauchen wir in der Schiedsrichterführung auch mehr Ruhe für den Blick und das Ohr für den Schiedsrichter als Menschen“, sagte Fröhlich.

Morgen wird das Bundesligaspiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FSV Mainz 05 nachgeholt. Fröhlich untermauerte, dass auch die medizinische und sportliche Betreuung der Schiedsrichter besser werden müsse. „Wir müssen dranbleiben, können an internationalen Vorgaben nicht einfach vorbeigucken. Das Thema Support und Impulse zur Verbesserung der Fitness werden wir kurzfristig aufgreifen. Dazu gehören auch die Themen Regeneration und medizinische Betreuung“, sagte Fröhlich.

Zu abstrakt ist für Fröhlich auch die Forderung von Fifa-Präsident Joseph S. Blatter angestoßene Diskussion über Profi-Schiedsrichter: „Das ist in dieser Form nur eine leere Hülle, die manchmal etwas zu populistisch auf den Markt geworfen wird. Inhalte sind wichtig, wie zum Beispiel: Welche Einstellungen haben die Schiedsrichter zu ihrer Tätigkeit? Wie arbeiten Schiedsrichter, und wie wird mit Schiedsrichtern gearbeitet? Und: Wie sind die Rahmenbedingungen ausgestaltet?“, sagte Fröhlich.

Bei der Gelegenheit ist mir am Wochenende eine Szene übel aufgestoßen. Es war beim Spiel Köln gegen Freiburg. Vor dem 1:0 wurde Lukas Podolski steil geschickt. In der Fernseh-Wiederholung, nur eine von unzähligen an diesem Tag, wurde der Fuß des Kölners farbig eingekreist – weil der Fuß im Abseits stand. Ich frage mich aber, ob es wirklich der Fuß war, oder nur der große Zeh? Oder nur der Fußnagel des großen Zehs? Nein, nein, das ist schon pervers. Wird in dieser Szene auf eine Abseitsstellung entschieden, wird im Fernsehen sicher gesagt: „Schade, ursprünglich sollte es ja so ausgelegt werden: Im Zweifel für den Stürmer.“ Und wenn nicht so entschieden wird, dann heißt es: „Abseits, dieser Treffer hätte eigentlich nicht zählen dürfen.“

Welche Chance haben da eigentlich noch die Schiedsrichter? Die können doch gar nicht gegen 30 Kameras und mehr (?) anpfeifen, die müssten doch Woche für Woche wahre Wunder vollbringen, wenn sie ohne große Fehlentscheidungen über die 90 Minuten kommen wollten. Und trotzdem, fast unglaublich, schaffen es immer viele – oder welche. So wie am Sonntag Manuel Gräfe aus Berlin, der Stuttgart gegen Bayern wieder einmal super geleitet hat. Auch wenn die Schwaben noch immer Gift und Galle spucken. Ich sage: Kompliment, Herr Gräfe!

So, ich möchte auch noch einmal explizit auf den HSV kommen. Ich denke mit einem leicht mulmigen Gefühl an das letzte Heimspiel des Jahres, am Sonnabend, tatsächlich noch einmal um 15.30 Uhr (womit hat der HSV das verdient?), gegen den zuletzt sehr aufmüpfigen Aufsteiger FC Augsburg. Dazu hat HSV-Nationalspieler Dennis Aogo nach dem 0:0 in Mainz einiges gesagt, und das möchte ich Euch nicht vorenthalten: „Es wäre sehr wichtig für uns, wenn wir mit einem Heimsieg in die Winterpause gehen könnten, es wäre der krönende Abschluss der letzten Wochen, wir wollen uns unbedingt belohnen für die gute Arbeit. Es wäre für jeden Spieler ideal, mit einem guten Gefühl in die Winterpause zu gehen, und es wäre zudem auch in der Tabelle ein entscheidender Schritt.“

Generell befand Aogo zum letzten halben Jahr: „Der Knackpunkt für uns war der Trainerwechsel, Thorsten Fink hat der Mannschaft Selbstvertrauen, Sicherheit und eine Spielidee gegeben, die wir umsetzen. Man hat in Mainz deutlich gesehen, dass sich die Mainzer in dieser Woche sehr viele Gedanken um uns gemacht haben. Sie waren auf der Suche nach Lösungen, um unser Konzept zu stören, das ist ihnen sicherlich auch ganz gut gelungen, aber es zeigt mir auch, dass wir uns den Respekt der Liga zurück erarbeitet haben.“

Um noch einmal auf das Feuer im Spiel zurück zu kommen. Dazu gab es zahlreiche Beiträge bei „Matz ab“, hier nur einige wenige Ausschnitte:

„UnsUwe“: „Ich bin einfach gegen Bengalos in Stadien und denke auch, dass man dies auch ohne „Schande” vertreten kann. Ich habe noch bei keinem Stadionbesuch erlebt, dass es Pyros die Stimmung verbessern, sondern eher negativ anheizen und wirklich gesund ist es auch nicht. Wenn wenigstens nur die „Zünder” von dem Rauch betroffen wären, ok, aber solche „intelligenten Pyros”, welche keine Kollateralschäden verursachen, wurden vermutlich noch nicht erfunden… Schwieriges Thema, aber wenn man sagt, dass man solche Dinge in “allen Stadien” nicht sehen möchte, dann kann man wohl kaum von einer heuchlerischen Debatte sprechen. Finde ich.
.
Noch etwas: Ich wundere mich etwas über den so plötzlich sachlichen und umgänglichen Ton hier im Blog, nein, eigentlich ich freue mich drüber. Weiter so.“

„Mladenhüter“: „Ich habe mich in über zwanzig Jahren bei keinem meiner zahlreichen Stadionbesuche durch Pyrotechnik belästigt gefühlt.“

„PeVo“: „Ich werde auf jeden Fall am 15.01.12 zur Mitgliederversammlung gehen. Und wenn Oliver Scheel sich nicht klar und deutlich gegen diesen Unsinn ausspricht, ist er für mich nicht wählbar.“

„Kollauer“: „Ich sehe immer noch alle Vereine in der Pflicht, diese objektiv potenzielle Gefahr für die Stadionbesucher nicht mehr zuzulassen.“

So, ich bin am Ende. Für heute. Und bitte an morgen denken: 19.05 Uhr in der Arena, der HSV gegen den Rest der Welt – für einen guten, guten Zweck.

16.59 Uhr

PS: Morgen (Dienstag) Training um 10 Uhr im Volkspark.

Und noch eine Ergänzung. Ich sprach eben mit Supporters-Chef Ralf Bednarek, der gestern in einem Beitrag bei “Matz ab” genannt wurde. Weil er die Bengalos legalisieren möchte. Bednarek sagte mir: “Ich setze mich für die Legalisierung ein, nicht dafür, wie damit im Moment umgegangen wird. So wie es jetzt gehändelt wird, so ist es natürlich sehr gefährlich. Ich möchte aber extra freie Zonen dafür, ungefährlichere Materialien, die sich nicht so sehr erhitzen, ich möchte, dass dann mindestens ein Feuerwehrmann dabei ist – und derjenige, der die Bengalos abbrennt, der müsste als Bühnen-Pyrotechniker ausgebildet sein. Ich kenne einige Fans, die sich dazu ausbilden lassen würden.” Ralf Bednarek weiter: “Mit Verboten werden wir, davon bin ich überzeugt, das Problem kaum lösen können. Zum Beispiel Mainz. Da waren die Kontrollen so scharf wie nie. Und trotzdem ist es gelungen, diese Sachen einzuschleusen. Wenn aber Bengalos genehmigt sind, dann wissen alle, DFB, Verein und die Behörden, wer damit am Werk ist.” Zum Schluss sagt der Supporters-Chef noch: “Ganz klar sage ich: Wir wollen keine Böller im Stadion, keine Rauchbomben, die auf die Augen gehen, die auch die Atemwege reizen. Leute, die damit erwischt werden, wenn sie so etwas abbrennen, die müssen mit Strafen rechnen. So wie schon in der Vergangenheit immer.”
Ergänzt um 17.41 Uhr

Fink: “Jeder sollte auf dem Teppich bleiben”

11. Dezember 2011

Nur 0:0 gegen Mainz. Wieso das denn? Nur ein Unentschieden beim Tabellen-13. – in meinem Umfeld machte sich am Sonnabend sofort Unmut breit. Nur ein Punkt in Mainz? Ich habe alle spontan gefragt: „Wieso sagt ihr nur?“ Hatte Mainz daheim zuletzt nicht gerade die Bayern besiegt? Mainz ist sicher nicht so schlecht, wie Tabellenplatz 13 aussagt. Aber viel wichtiger ist: Der HSV stand zu Beginn dieser Saison im Umbruch. Jeder konnte eine schwere Saison erwarten, die meisten haben davon auch Gebrauch gemacht. Nur wenige Fantasten konnten davon träumen, dass es auch mit dieser neuen Mannschaft wieder bergauf gehen würde. Und nun „nur“? Es ist so grausam. In meinen Augen jedenfalls. Ich wäre vorher mit einem Punkt in Mainz zufrieden gewesen, und ich bin es jetzt erst recht. Denn der HSV hat ganz sicher nicht gut gespielt gegen die Tuchel-Truppe. Aber ich behaupte mal kühn: Vor sieben Wochen noch hätte der HSV dieses Spiel in Mainz verloren, denn: Vor dem 22. Oktober 2011, vor dem ersten Spiel von Trainer Thorsten Fink mit dem HSV, stand diese Mannschaft auf dem letzten Tabellenplatz. Vier Spiele, und ein grandioser Punkt auf der Habenseite. Ein ganzes Pünktchen. Aber: Nur eines! Alles schon vergessen? „Ein guter Dirigent kann aus einer Dorf-Kapelle kein Orchester machen“, sagt Fink immer.
Ich sage: Wunder dauern ein wenig länger. Auch beim HSV, selbst mit Thorsten Fink. Für mich aber hilft jeder Punktgewinn, die prekäre Lage, die weiterhin sehr prekäre Lage zu verbessern.

Ich möchte erst einmal vor Augsburg warnen, auch das Spiel am Sonnabend gegen den Vorletzten wird nicht zum Selbstgänger. Ganz im Gegenteil. Augsburg ließ zuletzt aufhorchen, besiegte Wolfsburg (der VfL hatte vorher 4:1 gegen Hannover gewonnen!), besiegte nun auch Borussia Mönchengladbach. Das wird unangenehm, das wird auch harte Arbeit. Und im neuen Jahr? Da möchte ich an den Start erinnern: Daheim gegen Borussia Dortmund, dann geht es zur Hertha nach Berlin, dann kommen die Bayern, es geht nach Köln und es kommt Werder. Die Dauer-Optimisten werden natürlich alles was kommt „weghauen“, aber wie sehen es die Realisten?

Zum Beispiel Thorsten Fink. Der ordnete die Partie in Mainz wie folgt ein: „Wir habend die ersten 20 Minuten gut gespielt, dann das Heft aus der Hand gegeben – bis zur 60. Minute. Dann haben wir das wieder bis zur 80. Minute sehr gut gemacht. Insgesamt aber war es kein überragendes Spiel für uns, es gab viele Fehlpässe – allerdings auf beiden Seiten. Dennoch sage ich: Wir sind weiter auf dem Weg ins gesicherte Mittelfeld. Und das ist unser Ziel in dieser Saison.“

Nur, würden jetzt einige sofort fragen, nur Mittelfeld? Kein internationaler Startplatz? Thorsten Fink: „Ich kann ja nicht zaubern, ich bin ja nicht David Copperfield. Man kann nicht erwarten, dass wir in jedem Spiel auftreten wie eine Spitzenmannschaft. Wir sind auf dem Weg, uns da unten zu verabschieden, wir sind dabei, das Abstiegsgespenst endgültig zu verscheuchen – das war genau meine Aufgabe, als ich hier angetreten bin. Dieses Ziel werden wir auch erreichen, aber jeder sollte jetzt auch auf dem Teppich bleiben Niemand konnte doch erwarten, dass wir Mainz auswärts einfach mal wegfegen. Wir haben noch einiges zu verbessern. Spielerisch geht es sicher noch besser.“ Und: „Im Winter schauen wir mal, was wir in dieser Saison dann noch erreichen können – aber wichtig ist, dass wir uns da unten jetzt verabschieden. Die Entwicklung der Mannschaft kann und muss man nur positiv bewerten, wenn ich langfristig mit diesen Spielern arbeite, dann ist einiges möglich, dann wir die Mannschaft immer besser werden, davon bin ich überzeugt.“

So wird es auch der Sportchef sehen. Frank Arnesen sagte nach der Nullnummer in Mainz: „Das Positive an diesem Spiel ist, dass wir unter der Regie von Thorsten Fink weiterhin ungeschlagen sind. Vor zwei Monaten hätte doch niemand damit gerechnet, dass wir mit einem Sieg über den FC Augsburg auf 21 Punkte kommen können.“ Insgesamt befand Arnesen: „Wir sind müde geworden in den letzten Minuten, dadurch haben sich einige Räume für Mainz geöffnet. Aber das ist völlig normal, wir haben sehr viel gearbeitet in den vergangenen Wochen – viele Spieler sind sehr viel gelaufen.“ Wobei ich noch einmal einhaken möchte: Meine ganze Hoffnung ruht ja auf der Vorbereitung auf die Rückrunde. Dafür ist Thorsten Fink und sein Team verantwortlich, und ich denke, diese Männer werden erkannt haben, wo hier die Hebel anzusetzen sind. Dementsprechend dürfte es schon im spanischen Trainingslager zur Sache gehen – damit der HSV auch dann noch fit ist, wenn (dann) die anderen Mannschaften müde werden.

Beide, Fink und Arnesen, lobten – natürlich – auch Jaroslav Drobny. Der Tscheche hielt wieder einmal fehlerlos, erinnert mich jetzt an den früheren Frank Rost, wenn er souverän, ruhig und konzentriert zwischen den Pfosten stand. Und ausgerechnet jetzt, wo Drobny so großartig hält, hält sich auch ein Gerücht. Der HSV soll mit Rene Adler (noch Leverkusen) verhandeln, verhandelt haben, auf jeden Fall Interesse haben. Dazu sagte Thorsten Fink bei „Liga total“: „Ich kommentiere hier nicht andauernd alle Namen, die in der Zeitung öffentlich gemacht werden. […] Wir sind im Moment sehr zufrieden mit unserem Torhüter.“ Auch einen möglichen Wechsel von Basels Granit Xhaka schon in der Winterpause wollte er nicht kommentieren, sagte nur so viel: „Granit Xhaka ist ein guter Spieler. Aber im Moment kommentieren wir keine Namen von Spielern aus anderen Vereinen.“

Ich möchte noch einmal zu Drobny sagen: Es war völlig normal, dass er zu Beginn der Saison noch nicht in jener Form war, die er jetzt hat. Schließlich hatte er ein Jahr nicht gespielt. Ich erinnere mich an Rudi Kargus, der hier gesagt hat: „Jeder Torwart wird nicht auf Anhieb wieder in Bestform sein, wenn er so lange pausiert hat. Jeder Torwart.“ Recht hatte er damit. Nun hat Drobny wieder genügend Spielpraxis, und nun präsentiert er sich so, wie er einst für Bochum und Hertha BSC gespielt und gehalten hat – sehr gut.

Zwei Dinge brennen mir noch unter den Nägeln. Dass der HSV kein Geld hat (oder nur sehr, sehr wenig), wissen fast alle. Nur jene HSV-Fans anscheinend nicht, die in Mainz wieder für ein wenig Feuer im Stadion sorgten. Ich dachte so bei mir: „Schön, dass diese HSV-Anhänger wieder dafür sorgen, dass der HSV wieder einmal zur Kasse gebeten wird. Ist ja „in“ im Moment. Aber gut, das werden die Jungs schon wissen, die so etwas inszenieren . . . Es gab bei „Matz ab“ dazu eine Mail, die ich gerne veröffentlichen möchte. „Reinhard 1954“ schrieb: „Mit meinem Sohn komme ich gerade aus Mainz zurück. Ich bin sehr sauer auf einige Idioten im HSV Block. Dreimal wurde von Poptown, in der Mitte vom Stehplatzblock J, diese verfluchte Pyrotechnik, abgefackelt. Ich stand ca. 10 Meter links daneben und war minutenlang diesem scheußlichem Gestank und Qualm ausgesetzt. Ausweichen konnte man im vollbesetzten Block nicht. Der HSV-Schal diente als Mund -und Nasenschutz. Mein Sohn stand direkt unten bei Liebnau und hat Gott sei Dank nichts abbekommen.
Für Leute mit Atemwegsproblemen kann dies u.U. fatale Folgen haben. Wann hört dieser Blödsinn endlich auf?

Bald wird der HSV wohl eine saftige Strafe vom DFB bekommen. Unser Supporters-Chef Bednarek möchte Pyrotechnik legalisieren. Dies ist einfach unglaublich. Die Täter müssen dingfest gemacht werden und ein Stadionverbot bekommen.

Zum Spiel ist folgendes zu sagen: Das Spiel des HSV war nicht berauschend. Dank Drobny und dem Unvermögen von Choupo M. konnte der HSV einen Punkt mitnehmen.“

So, das zweite Thema:

Am Dienstag ist die Fußballwelt zu Gast in Hamburg. Beim „Match Against Poverty” tritt eine Weltauswahl um
Ronaldo und Zinédine Zidane gegen den HSV, verstärkt um einige Allstars und Alt-Stars, an. Die beiden Goodwill-Botschafter sammeln mit dem Spiel Spenden für das Entwicklungsprogramm der UN (UNDP) für
humanitäre Hilfe am Horn von Afrika. In ihrer Mannschaft laufen u. a. Stars wie Jens Lehmann und Luis Figo auf, Boris Becker führt die Weltauswahl als Teammanager an. Der HSV verstärkt seine aktuelle Mannschaft mit ehemaligen Profis wie Rodolfo Cardoso, Sergej Barbarez und Anthony Yeboah.

Ich möchte alle Fußball-Fans bitten: Macht diese Veranstaltung nicht zu einem Trauerspiel. Eine solche Partie vor leeren Rängen – es wäre ein Armutszeugnis für uns alle. Bitte, bitte, ich möchte wirklich alle eindringlich bitten, bitte geht am Dienstag in die Arena, zeigt, dass Hamburg eine solche Begegnung nicht nur ausrichten, sondern auch gleichzeitig ein Fest daraus machen kann. Es ist doch für einen guten, einen sehr, sehr guten Zweck.

Zum Abschluss noch ein Bericht aus „Matz ab“, den ich deswegen hier hinein stelle, weil dort ja langte nicht alle lesen. Es soll Euch allen zeigen, wie HSV-Fans ticken, was sie fühlen, wie sie die Lage beurteilen. Deswegen hier einer von uns.
„Piependreier“ schrieb: „Wir waren wohl alle, die einen klaren Sieg tippten, mit zu hohen Erwartungen in die Begegnung gegangen. Der heutige Blog von DM entspricht dem Spielverlauf. Mit dem einen Punkt kann der HSV hoch zufrieden sein. Bei besserer Torausbeute der Mainzer Stürmer hätte es genauso gut wieder eine Schlappe geben können Wichtig ist, dass es wieder ohne Gegentor endete. Unsere Viererkette hatte heute nicht ihren besten Tag. Besonders die Innenverteidigung spielte manchmal konfus. Ohne besonders heraus zu ragen spielte Drobny wieder eine sichere Partie. Der unterstreicht immer mehr das an ihm kein Weg als Nr. 1 im HSV Tor vorbei geht.

Augsburg gab am heutigen Spieltag auch zur rechten Zeit für unsere Mannschaft einen Warnschuss ab.

Wie ich im gestrigen Blog schon an Störzenhofegger schrieb, wird das nächste Spiel gegen Augsburg ein schweres, kampfbetontes Spiel. Das wird ganz bestimmt kein Selbstgänger. Da wird Tho.F. sich wieder etwas einfallen lassen um die zu besiegen.

Der Sportdirektor Arnesen hängt nichts an die große Glocke. Bei dem laufen schon die Vorbereitungen in seinem Büro für die Saison 2012/13. Da wird auch kaum etwas an die Öffentlichkeit dringen. Das ist auch gut so, wenn der nichts sagt, dann glüht die Gerüchteküche. Es ist davon auszugehen, das zum Beginn der Spielzeit 2012/13 ein paar Verstärkungen im HSV Kader stehen. Ziel von F.A. und Tho.F. wird dann wieder ein Platz im internationalen Geschäft sein. Um das Ziel zu erreichen wird ein richtiger Mittelfeldstratege erforderlich sein. Gehandelt werden zu gegebener Zeit viele Namen. Die gewünschten Spieler müssen bezahlbar sein.

Eigentlich können wir HSV Anhänger mit dem erreichten Tabellenplatz trotz der Verjüngung der Mannschaft zufrieden sein. Nach der Winterpause werden die Karten neu gemischt.“

Ich wünsche allen Matz-abbern und Ihren Lieben noch einen schönen Rest vom dritten Advent – und am Montag einen erfolgreichen, dynamischen Start in die neue Woche.

17.43 Uhr

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