Archiv für das Tag 'Kuyt'

Der HSV will Platz für seine Talente schaffen

6. Juni 2012

Zwischenmahlzeit. So hieß, die etwas älteren Damen und Herren unter uns werden sich erinnern, so hieß eine Sendung im deutschenFernsehen, die von der „Quasselstrippe“ Gisela Schlüter moderiert wurde. An diese Zwischenmahlzeit erinnerte ich mich, als wir heute mit Frank Arnesen sprachen. Es gab dabei zwar nichts zu essen und nichts zu beißen, aber es war schön, den HSV-Sportchef mal wieder gesehen zu haben. Braun ist er, gut gelaunt war er auch – alles bestens. Und natürlich sprach er auch über die EM. Polen gegen Griechenland sieht er sich an, am nächsten Tag Dänemark gegen Niederlande, dann kommt er zurück – für ein paar Tage. „Für mich bleiben Deutschland und Niederlande die Favoriten, in der Gruppe und auch für das Halbfinale“, sagt Arnesen und fügt an: „Wenn Deutschland gegen die Niederlande spielen, dann wird es schwer für mich – ich war schließlich 26 Jahre in Holland.“ Die prägen. Klar. Aber zur deutschen Mannschaft sagt der HSV-Sportchef: „Das ist in den letzten Jahren eine ganz andere Mannschaft geworden. Früher war das mentale Kraft, physische Kraft, aber dann kamen kleine Jungs dazu, die eine brillante Technik haben, es macht Spaß, dieser Mannschaft zuzuschauen.“

Zum HSV. „Es ist bislang sehr, sehr wenig passiert, auf dem Transfermarkt, die meisten Vereine haben noch gar keine Spieler gekauft, aber wir haben schon drei. Mit Beister, Rudnevs und Adler. Das sind drei gute Verpflichtungen“, sagt Arnesen. Er ist mit diesem Zwischenstand zufrieden. Und abgerechnet wird in dieser Sportart ja auch erst am 31. August, wenn das Transferfenster geschlossen wird. Was der HSV dann erreicht hat, das ist wichtig – nicht so sehr das, was (schon) am 6. Juni 2012 zu Buche steht. Frank Arnesen sagt zu diesem Thema: „Was wir wollen, Thorsten und ich, ist, dass wir einen Kader haben, in dem die Spieler zufrieden und gesund sind. Deswegen sind wir bemüht darum, einen kleineren Kader zu haben. 21 Feldspieler und drei Torhüter, das ist unser Ziel. Zu viele Spieler ist auch für jeden Spieler nicht gut, weil immer viele nicht spielen könnten – und finanziell für den Verein ist es ebenfalls nicht gut.“ Der Sportchef weiter: „Wir wollen auch deshalb einen kleineren Kader als zuletzt, weil wir junge Spieler, unsere Talente, mittrainieren lassen wollen. Spieler wir Nörgaard und Steinmann sind sehr gute Talente, die sollen sich dort entwickeln – und dafür brauchen wir Raum, dass sie sich dort auch bewegen können.“

Noch aber hat der HSV einige Spieler zu viel an Bord. Zumal auch noch Macauley Chrisantus und Lennard Sowah zurückkommen werden. Und statt der drei Torhüter gibt es mit Rene Adler, Jaroslav Drobny, Tom Mickel und Sven Neuhaus vier Keeper. Und Nachwuchsmann Florian Stritzel ist ja auch noch beim HSV. Da wird es noch die eine oder andere Verkaufswelle geben müssen, ehe der Kader die Zahl 24 erreicht hat. Aber speziell zur Torhüterfrage sagte Arnesen: „Ich war es beim FC Chelsea gewohnt, mit vier Torhütern zu trainieren, das ist kein Problem.“ Aufgeräumt hat Frank Arnesen heute auch noch einmal mit der Mär, dass es ein finanzielles Angebot vom FC Bayern für Drobny gab. Der Sportchef: „Wer das behauptet, der sagt die Unwahrheit. Das ist hundertprozentig unwahr. Ich hatte ein Gespräch mit Bayern-Sportchef Christian Nerlinger, das stimmt, er hat sich bei mir nach Drobny erkundigt. Er hatte aber insgesamt noch drei, vier weitere Kandidaten als Ersatztorwart – und wollte sich nach fünf Tagen wieder melden. Das tat er, und dabei teilte er mir mit, dass sich der FC Bayern gegen Drobny entschieden hat.“

Das Thema David Abraham (FC Basel) hat sich für den HSV wohl erledigt. So sieht es zum jetzigen Zeitpunkt aus, weil der Innenverteidiger bereits im Januar einen Vier-Jahres-Vorvertrag mit dem FC Getafe abgeschlossen hat – bevor er vom Interesse des HSV erfuhr. Frank Arnesen sagt: „In diesem Moment liegt der Ball beim Berater und seinem Spieler – wir können da nichts machen.“ Ganz klar ist aber, so der Sportchef: „Wir werden nichts an Getafe bezahlen, dass da Geld von Hamburg nach Spanien fließt, das ist ausgeschlossen. Dazu stehen wir alle auch hundertprozentig.“

Weil der HSV nach wie vor ja auch kein Geld hat. An dieser Situation hat sich ja nichts geändert. „Wir haben keinen europäischen Fußball, allein deshalb fehlt uns Geld. Und wir müssen sehr, sehr gut und seriös aufpassen, was wir machen“, sagt Frank Arnesen. Und hofft dabei wohl auch weiterhin auf den HSV-Fan und HSV-Sponsor Klaus-Michael Kühne und dessen Frau, dass aus dieser Richtung noch einmal eine kräftige Finanzspritze geben wird. Und das sieht wohl auch nicht ganz so schlecht aus. Erleichtert zeigte sich der Sportchef darüber, dass die Mitglieder bei der Versammlung im Volkspark (20. Mai) Grüns Licht für ein neues Kühne-Engagement gaben – und etwaige „Zuschüsse“ nicht grundlegend ablehnten. Der Antrag auf Satzungsänderung wurde damals ja (nach intensiven Gesprächen hinter den Kulissen) zurückgezogen . . .

Apropos. Zurückgezogen hat ja auch Dirk Kuyt. Sich vom HSV. Er wechselt ja bekanntlich zu Fenerbahce Istanbul. „Er hat sich für die Champions League entschieden, das können wir nicht bieten. Aber das beunruhigt mich gar nicht. Ich finde gut, dass er an uns gedacht hat, dass er auch seriös darüber nachgedacht hat, nach Hamburg zu wechseln. Das ist jetzt leider nicht passiert, der HSV war bei ihm von 14 Interessenten unter den ersten drei Klubs – aber leider ist es nichts geworden. Das Leben geht weiter“, sagt Arnesen und fügt an: „Das ist nicht negativ für uns, das ist gar nichts, das hat nichts zu bedeuten.“ Und er lässt auch seiner Hoffnung auf den einen oder anderen „Kracher“ noch freien Lauf: „Wir gucken uns auch in Spanien, Portugal und Griechenland um, da gibt es gute Spieler, die die Bundesliga vorziehen – weil sie hier ihr Geld sicher haben. In diesen Ländern haben sie zwar gute Verträge mit hohen Summen drin, aber was nützt es, wenn sie dieses Geld nicht bekommen? Dann gehen sie doch lieber in die Bundesliga, da ist das sicherer.“ Arnesen weiter: „Wir schöpfen alle Möglichkeiten aus, um den HSV besser zu machen.“

Grundlegend aber ist die Situation für den HSV so: Erst einmal müssen Spieler verkauft werden, bevor neue Leute geholt werden können. Und das wird noch schwer genug. Frank Arnesen: „Ich habe ein gutes Gefühl, denn die Spieler, die wir haben, die wollen gar nicht gehen. Die fühlen sich wohl hier. Die hatten zwar keine gute Saison, aber sie wissen, dass die Atmosphäre hier gut ist, und sie sagen auch alle, dass sie es besser machen wollen, dass se es auch viel besser können. Von den Spielern, die ich zum HSV geholt habe, will keiner weg. Und das war im vergangenen Jahr anders, als ich zum HSV kam, da haben gleich drei, vier Spieler gesagt, dass sie zum Saisonende gehen werden. Dass jetzt keiner gehen will, das ist eine gute Sache.“ Auf der einen Seite. Auf der anderen Seite aber ist es auch so: Der HSV zahlt gut, und es gibt keine Angebote anderer Klubs – wer will denn (unbedingt) einen Spieler von einem Fast-Absteiger?

Abwarten. Abwarten, was da noch auf uns zukommen wird. Einfach wird es für Frank Arnesen sicher nicht. Aber er hat ja noch Zeit.

Ja, und dann war da heute noch eine besondere Meldung:

Ich nenne die mal:

Zwei Vergehen – eine Strafe.
Und wer erinnert sich noch: Ein Vergehen, dafür gab es fast eine Höchststrafe? Paolo Guerrero

Bei dieser „Art“ von Rechtsprechung kommt bei mir echte Freude auf:

Jetzt die dpa-Meldung:
Christian Lell von Hertha BSC ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für fünf Pflichtspiele gesperrt worden. Ihm wurde krass sportwidriges Verhalten und Schiedsrichter-Beleidigung vorgeworfen. Lell hatte laut DFB in der Nachspielzeit des Chaosspiels in der Bundesliga-Relegation bei Fortuna Düsseldorf am 15. Mai seinen Gegenspieler Assani Lukimya angespuckt und nach Spielende den Unparteiischen Wolfgang Stark beleidigt. Der DFB-Kontrollausschuss hatte eine Sperre von sechs Spielen gegen den Berliner Verteidiger gefordert.

Ich bin sprachlos. Zwei Vergehen, Schiedsrichter-Beleidigung und dazu den Gegner noch bespuckt – und dafür fünf Spiele? Da fehlt eigentlich nur noch die Ehrenurkunde. Für Lell. Ich verstehe diese Herren im DFB-Sportgericht schon lange nicht mehr, aber nun er recht nicht.

PS: Mein Kollege Oliver Wurm hat mich noch einmal gebeten, für “Hinz und Kunzt” mit der EM-Beilage Werbung zu betreiben – was hiermit geschehen. Die “Macher” haben diesmal – in einem Sommermonat – 30 000 Exemplare mehr drucken lassen, eben wegen dieserEM-Beilage (sind auch vier HSV-Fußballer mit Petric, Jarolim, Bruma und Sala dabei). Ich bitte euch, lasst die Leute nicht hängen, die Verkäufer brauchen das Geld – und die Herausgeber haben alle mit viel Liebe und “für kein Geld” gearbeitet. Danke für die Unterstützung.

19.33 Uhr

Dieser HSV wirft immer viele Fragen auf

3. Juni 2012

Früher war alles wie früher. Daran kann ich mich genau erinnern, denn als vor fast drei Jahren (mir kommt es viel, viel länger vor) Matz ab ins Leben gerufen wurde, da war sonntags immer mein Tag der Antworten gekommen. Ihr habt gefragt, ich habe geantwortet. So gut es ging, so oft wie möglich. Und irgendwann schlief es dann auch irgendwie ein. Keine Antworten auf keine Fragen? Auf jeden Fall gab es in der jüngeren Vergangenheit etliche Fragen und etliche Mails sowie Briefe, in denen sich mehr oder weniger besorgt über den Zustand des HSV geäußert wurde. Ich habe einige davon jetzt herausgegriffen, um sie euch zu präsentieren – und auch um die eine oder andere Antwort zu geben. Sofern ich diese Fragen dann beantworten kann. Und das ist gewiss nicht immer so. Wie in den ersten beiden Fällen, die sich noch einmal mit der Mitgliederversammlung im Volkspark beschäftigen. Ich möchte auch nicht in jedem Fall eine oder auch mehrere Antworten parat haben, ich denke, das ihr euch untereinander vielleicht viel besser helfen könntet. Eventuell ist das hier schon einmal der Fall.

Lieber Dieter Matz!

Ich bin ein ausgewiesen blinder HSV-Fan, der seine Mannschaft gerne siegen sehen will. Wenn sie denn nicht gewinnt, dann will ich sie kämpfen sehen.
Sie soll mir das Gefühl geben, dass meine von mir so geliebte Heimatstadt von ihr würdig vertreten wird. Dazu braucht’s gute Spieler, einen engagierten Trainer, einen beschlagenen Sportdirektor und eine versierte Vereinsführung. Dein Blog gibt mir viele Anregungen, auch lustige Momente und viel Kurzweil …
ABER: Ich möchte von dir nun endlich mal die Hintergründe erklärt bekommen. Wer sind SC und Realos, die Personen im Vorstand und AR, wer steht wofür?
BITTE jetzt mal einen Grundsatz-Artikel ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten!
Danke, dein treuer Leser D. R.

Und noch einmal Mitgliederversammlung. Wobei ich auf die hier vorstehende letzteFrage noch einmal eingehen möchte: Wer sind SC und Realos, die Personen im Vorstand und AR, wer steht wofür? Von der Bühne aus betrachtet, und zwar Richtung Tribüne sehend, saßen rechts die Realos, links die Supporters – oder? Also, um noch einmal konkret zu werden: Wenn rnst-Otto Rieckhoff und zum Beispiel auch Carl-Edgar Jarchow zur Tribüne blickten, dann waren es so wie eben beschrieben. Und ich hatte den Eindruck, dass die Realos diesmal (zum ersten Mal?) ein wenig aggressiver waren als die Supporters, denen das früher immer nachgesagt wurde. Oder täuscht mein Eindruck?

Auf jeden Fall möchte ich zur MV auch noch diesen Beitrag veröffentlichen:

Hallo Dieter,

anbei mein Post im Original. Vielleicht hilft er ja ein wenig in dieser verfahrenen Situation.
Müssen wir denn hier die Grabenkämpfe unbedingt weiterführen? HIER sollte es doch nicht um Macht gehen – wie in der realen Welt 😉 – sondern doch nur darum, über die MANNSCHAFT zu diskutieren. Und, ehrlich gesagt, ob wir mit dem Buntbetuchten, oder EOR Meister werden, ist mir so was von egal.

Den meisten von uns geht es doch um Sympathie oder Antipathie gegenüber den Protagonisten und um die eine oder andere Schlechtleistung im AR und Vorstand, die wir als Außenstehende aber nun mal nicht in letzter Konsequenz beurteilen können. Was wir aber beurteilen können, zumindest subjektiv, ist, ob ein Drobny für 2,2 Mio. hätte gehen können und FA hat 3 Mios gefordert hat. Oder ob ein Jansen sich tatsächlich so entwickelt hat, dass er unbedingt einen neuen Vertrag haben muss (böse Zungen werden jetzt behaupten, wenn CEJ einen neuen Vertrag bekommt, hat Jansen auch einen verdient …).
Letztendlich liegt die Wahrheit auf dem Platz.

Sollten wir nicht versuchen, uns auf diesem Nenner zu begegnen? In der Regel hat das in der Vergangenheit doch ganz gut geklappt. Haben wir gewonnen, waren – fast – alle happy. Bei Niederlagen – fast – alle angefressen.
Ich denke die AOMV hat gezeigt, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Lasst doch die, die die Macht brauchen darum kämpfen.

Bei dauerhaft guten Leistungen der MANNSCHAFT bekommen sie Sternchen, bei schlechten, mit der rostigen Fahrradkette eine aufs Maul (beides sinnbildlich).
Ich glaube, wenn wir alle diese machtgeilen Herren, von welcher Seite auch immer, einfach nicht mehr für so wichtig nehmen, sie mehr oder weniger als notwendiges Übel in dieser Vereinsstruktur sehen, ist uns allen mehr geholfen, als wenn wir wochenlang mit immer wieder den gleichen Argumenten aufeinander einhauen.
Grüße, Scorpion

Bei einem Satz horchte ich auf: „Was wir aber beurteilen können, zumindest subjektiv, ist, ob ein Drobny für 2,2 Mio. hätte gehen können und FA hat 3 Mios gefordert hat.“ Dann wisst ihr mehr, dann weiß der Scorpion mehr. Wir haben auch nur (in anderen Zeitungen) gelesen, dass es so gewesen sein soll, aber der HSV hat es uns gegenüber immer bestritten, dass es ein solches Angebot (2,2 Mio.) jemals gegeben hat. Es ist wohl über Mittelsmänner eine lockere Anfrage bezüglich des Herrn Drobny „eingegangen“, aber nie etwas Offizielles vom FC Bayern – also auch keine 2,2-Mio.-Offerte.
Eines begrüße ich auf jeden Fall (in der Mail von Scorpion): alle gemeinsam.
Ich schrieb es bereits: es geht nur so. Alle gemeinsam. Wenn hier aber weiterhin drei Lager gegeneinander arbeiten, weil alle an die Macht wollen, dann kann der HSV nur daran zugrunde gehen.

Zu diesem Thema kam auch noch diese Mail:

Hallo Dieter,

sehr amüsant, deine letzten Beiträge. Egal ob zur Mitgliederversammlung oder dem Interview mit Herrn Jarchow. Doch will ich nochmals auf die MV eingehen und danach das Thema ruhen lassen. Du sprichst dich vor der Versammlung für die Fernwahl aus. Prima dachte ich, aber ca. 24 Stunden vor der Versammlung???
Was wolltest du denn mit so einer Aussage bewirken? Etwa, das sich der ein- oder andere Auswärtige doch noch dazu entschließt nach Hamburg zu kommen?

Genau so wie die Initiative Pro HSV oder die Initiative HSV Realos – das ich mich nicht
totlache!!! Ein Witz ist das. In den letzten Tagen und Stunden wird „Wahlpropaganda“ gemacht. Das Resultat konnte man sehen.
Aber knapp daneben ist halt auch vorbei!!!

Da kocht jeder sein Süppchen. Anstatt man eine gemeinschaftliche Initiative gründet und auch mal auf Fanclubs zugeht, die weit außerhalb von Hamburg kommen – so beispielsweise aus Hessen oder Bayern, oder Thüringen, oder, oder, oder.
Da gibt es viele Fanclubs – oder nennen wir diese doch auch mal HSV – Supporters, die ganz sicher nicht damit einverstanden sind, was mit ihrem HSV so abgeht!!!
Ich hatte die Gelegenheit, mich mal – leider erst nach der Versammlung – mit zwei Mitgliedern der HSV Senioren zu unterhalten. Was ist denn in ein paar Jahren beispielsweise mit einem Herr Dr. Krohn, wenn dieser aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auf eine Mitgliederversammlung gehen kann, hat er dann keine „Raute mehr in der Brust“??? Herr Dr. Krohn sollte nur explizit für viele HSV Senioren gelten, die nicht die Möglichkeit haben zur Mitgliederversammlung zu kommen, weil sie nicht die steile Treppe im Stadion gehen können!!!

Der Witz hat eine Fortsetzung.
Wo waren denn die HSV Mitglieder aus dem Behinderten Sport??? Dürfen die nicht mehr an einer Versammlung teilnehmen???
Universalsportverein – oder wie war dass?
Schade, ich hatte mich mal an die Initiative Pro HSV gewandt, wollte mal mit einigen Fanclubs in meiner Nähe in Kontakt treten, die „Werbetrommel“ rühren. Den Leuten mal die Wichtigkeit vor Augen führen!!!
Chance vertan. Bekam auf meine Mail keine Antwort. Nach der letzten Saison, die keiner mehr wieder erleben will, wieder eine Chance verpasst. Denn sollte der HSV wider erwartend eine bessere Saison hinlegen, werden noch weniger Fans zur Versammlung erscheinen – ganz nach dem Motto: Erfolgreich – also alles richtig gemacht.

So jedenfalls können einige – nennen wir sie mal HSV – getreue Fans oder auch Mitglieder Chosen Few – weiter ihr eigenes Süppchen kochen. Ist ja im Januar wieder eine Wahl. Da kann man dann vielleicht noch den ein oder anderen Kandidaten unterbringen.
Sind halt besser organisiert – so ist das halt. Ich für meinen Teil, werde mir überlegen, ob ich mir die mehr als 700 Kilometer noch mal antue, nur um bei einer Mitgliederversammlung teilzunehmen!!!

Auch auf das Interview mit Herr Jarchow will ich noch mal eingehen. Ob es gut war, mit seinen ehemaligen Mitstreitern, Herr Klüver, Herr Hunke und Freunden zu prahlen???
Für mich hat das einen bitteren Beigeschmack!!!

So, mal sehen wie du die Sache siehst.
Gruß Horst
Nur der HSV !!!

Ich habe dem Horst schon persönlich geantwortet. Zum Beispiel, dass ich nichts „damit bezwecken“ wollte – und will. Ich wurde hier schon mehrfach kritisiert, weil ich angeblich erst hinterher meine Meinung zu diesem oder jenem Thema geäußert hätte. Um nicht wieder in diesen Verdacht zu geraten, habe ich meine Meinung vorher (!) öffentlich gemacht. Ohne etwas damit für die eine oder andere Seite „bezwecken“ zu wollen . . .

Kurz noch zum Jarchow-Interview. Ich habe und hatte nie das Gefühl, dass Herr Jarchow mit den Herren Klüver, Hunke und Freunden geprahlt hat. Das hat Jarchow nicht nötig. Da steht er total über den Dingen – anders als (hier im Matz-ab-Blog) einige Leute, die immer mehr wissen wollen. Jarchow hat nicht geprahlt, Jarchow hat nur eine Tatsache angeführt, die leider immer wieder ins Gegenteil verdreht wird. Weil es dann so besser zur eigenen Meinung passt.

Ein ganz anderes Thema. Der abgemeldete Frauen-Fußball. Auch dazu gab es unheimlich viele Zuschriften. Ich stelle dazu eine einmal exemplarisch frei:

Lieber Herr Matz,

vielen Dank, Ihnen und Herrn Scholl, für den sowohl informativen als auch immer wieder sehr unterhaltsamen Blog. Seit Beginn des Blogs habe ich keinen Beitrag verpasst – glaube ich.
Ich möchte ein Mal kritisch anmerken, dass mich die Verärgerung über die Abmeldung der Damen aus der Bundesliga sehr, sagen wir mal, ärgert.

Wann bitte schön hat das Abendblatt (sowie andere Medien) mal ausführlich und regelmässig über HSV-Damen berichtet? Und falls Sie jetzt kontern, und nennen mir vllt. 3 bis 4 Beiträge in den letzten Monaten, dann muss ich Ihnen leider sagen, dass Sie, die Medien, große Teilschuld mittragen.

Denn – wenn Sie, die Hamburger „Schreiberlinge” 😉 , nichts berichten inklusive Fotos, dann ist klar, dass diese Sparte zum Tode verurteilt war. Denn welcher Sponsor buttert Geld in ein Projekt, dass ihm keine PR/Publicity bringt. Kein. Das sind einfachste Marketing-Regeln.
Es wäre, wie ich persönlich finde, selbstkritisch und fair, sich mit in das Boot zu setzen, in dem andere Parteien sitzen, die für die Abmeldung mitverantwortlich sind.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich gebe ganz sicher nicht nur Ihnen (Medien) die Schuld. Aber sich jetzt aufzuregen ist doch, verzeihen Sie mir den Ausdruck, etwas scheinheilig.
Auch wenn die Wahrscheinlichkeit bei Millionen von Zuschriften 😉 gering ist eine Antwort zu bekommen, ist vielleicht möglich im Blog das Thema anzuschneiden, vor allem ist das Thema noch aktuell. Marcel Jansen möchte da ja was „spenden” um den Mädels zu helfen.
Trotzdem, nobody is perfect ;).
Selbst der Matz-ab-Blog nicht, wobei es fehlt nicht mehr viel.

Übrigens, diese Kritik an den Medien, wären auch bei anderen Sparten angebracht. Statt nur Missstände anzuprangern, wäre es doch mal zur Abwechslung interessant zu erfahren, was bei anderen Vereinen so los ist. Altona 93 z.B. Trauen Sie den Lesern mehr zu. Wir müssen nicht immer wieder die gleichen HSV-Gesichter sehen, die immer das gleiche erzählen. Berichten Sie doch auch mal über, im positiven Sinne, auffällig gewordene Jugendliche der kleinen Verein und bringen Sie so mehr Ihrer Leser in die kleineren Stadien.

Wir, die Leser, werden es Ihnen danken.

Ihnen und auch den Kollegen im Hintergrund möchte ich danken. Es bringt vor allem Spaß, Ihre Beiträge zu lesen.

Dazu möchte ich sagen, dass es schon seit vielen, vielen Jahren immer Diskussionen um den Frauen-Fußball gegeben hat. Auch bei uns in der Redaktion. Zeitungen zu machen ist aber auch immer eine Sache des Platzes. Man muss eben auch den Platz haben, um die Geschichten vom Frauen-Fußball unterbringen zu können. Und die Zeitung möchte ich (heute) sehen, die so viel Platz hat, dass sie sich den Frauen-Fußball tatsächlich und dazu auch noch üppig „gönnen“ kann. Gibt es nicht (mehr). Nirgendwo. Und Zeitungen berichten meistens von Ereignissen, die auch bekannt sind, die viele, viel Leser interessieren, wo viele Leser auch live dabei waren und sich in dem folgenden Artikel dann auch wiederfinden können – oder auch nicht.
Wenn beim Frauen-Bundesliga-Spiel aber 300 oder 400 Zuschauer waren, was dann? Dann zeugt es davon, dass sich dafür nicht sonderlich viele Fußball-Fans interessiert haben. Wären aber u diesem Spiel mehr gekommen, wenn die Zeitungen (Medien allgemein) darüber besser berichtet hätten? Umgekehrt wird ein Schuh draus. Nur umgekehrt. Wenn die Frauen (HSV) so sensationell spielen würden, dass zu jedem Spiel 10 000 und mehr Zuschauer kommen, dann würde jede Zeitung darüber berichten. Hundertprozentig. Aber bei 300 oder 400 Zuschauer? Und das auf Dauer? So wird das nichts. Und es ist ja nicht so, dass nur das Hamburger Abendblatt nichts (über die HSV-Frauen) berichtet. Es berichten andere Zeitungen (in Deutschland) kaum mehr.

Dazu mal ein Beispiel am Rande. Boxen war tot. In Hamburg und in Deutschland. Dann nahm es ein Mann (hier) in die Hand: Klaus-Peter Kohl. Der leistete Pionier-Arbeit – und heute berichten nicht nur die Zeitungen über das Boxen, nein, auch jeder Fernsehsender, der etwas auf sich hält, der zeigt Boxen. Weil Klitschko und Co nicht nur in sind, sondern auch Leistungen zeigen, die die Leute begeistern, die die Masse der Leute auch sehen will. Wenn nun die HSV-Frauen auch einen so sensationellen Fußball zeigen würden, dann würden sie auch im Mittelpunkt des Interesses sehen. Aber so ganz sensationell ist dieser Fußball offenbar noch nicht. Du damit ist nicht nur der HSV gemeint. Anderswo sind auch kaum mehr Zuschauer zu zählen. Und es ist ja nicht einmal so, dass „nur“ Frauen den Frauen-Fußball sehen wollen. Wenn das mal der Fall wäre – ist es aber nicht.

Nein, irgendwie scheint der Frauen-Fußball auf keinen grünen Zweig zu kommen. Ob nun mit Hilfe der Medien – oder ohne. Das wird so nichts. Obwohl die deutschen Frauen ja in der Welt eine absolut erstklassige Rolle spielen. Nur was ist, wenn, wie zuletzt in Bielefeld, bei einem EM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien mal gerade 9000 Zuschauer kommen? Das liegt nicht an der Vorberichterstattung, ganz sicher nicht. Das liegt am Frauen-Fußball. Und an den Leistungen – obwohl die DFB-Auswahl ja meistens überzeugend spielt. Aber ist es nicht so, dass der Männer-Fußball ganz anders ist? Total anders? Ich kann mich erinnern, dass wir mal mit einer Abendblatt-Auswahl (mit Jörn Wolf, mit „Scholle“ und Pletzi) gegen die HSV-Bundesliga-Frauen spielten. In Ochsenzoll. Ist schon lange her. Wenn ich mich richtig erinnere, so gewann wir 11:2. Und die deutschen Frauen spielten einst vor einer WM (als sie letztlich den Titel gewannen!) gegen die A-Jugend des VfB Stuttgart. A- oder B-Jugend. Auf jeden Fall gewannen die jungen Männer in drei Dritteln zweistellig – aber darüber durfte nie berichtet werden. Totgeschwiegen wurde dieser Kick.

Nein, nein, ich glaube ganz einfach, dass es in den nächsten Jahren keinen Aufschwung im Frauen-Fußball geben wird. Und das liegt nicht, ganz sicher nicht an der Aufmerksamkeit der schläfrigen und ignoranten Medien.

Dann gab es auch noch diese Mail (der Absender ist mir bekannt):

Am 29.05.2012 veröffentlichtest Du dann das mit Herrn Jarchow geführte Interview (Teil 1), in dessen Verlauf Herr Jarchow u.a. sagte:
„Ernst nehme ich Leute, die sich mit Namen und Ihrer wahren Identität bei mir melden, die bekommen auch immer eine Antwort.”
Nun, dieses Angebot möchte ich gerne annehmen, obwohl einer der Blogteilnehmer offensichtlich schon eine andere Erfahrung gemacht hat.

KhanSingh sagt:
29. Mai 2012 um 21:15

Also ich habe Herrn Jarchow eine lange E-Mail mit mehreren Fragen geschickt. Mir hat er nicht geantwortet. Auch wieder nur heiße Luft. Aber immerhin: der KUNDENservice hat mir geantwortet. Nämlich, dass Herr Jarchow nicht jede Anfrage beantworten kann.

Ich würde Herrn Jarchow gerne eine Kopie meines Schreibens sowie der direkt darauf bezogenen Reaktionen zukommen lassen und erfahren, wie Herr Jarchow zu diesem Thema steht.

Ist es wirklich im Sinne des HSV’s, wenn die Meinung des größten Teils der Mitglieder (Supporters) in deren Abteilung nicht berücksichtigt wird?

Wie wird denn überhaupt seitens der Supporters das Meinungsbild von 55.000 bzw. 70.000 Mitgliedern erfasst. Die heutige Technik lässt es zu, Raum und Zeit zu überbrücken. Warum nutzt man solche Möglichkeiten nicht? Es verlangt keiner, das bis zu EUR 38.500,00 an Portogeld verbrannt werden. Die Mitglieder sind registriert, eMail Kontakte daher bekannt. Wenn nicht, kann man in der Stadionzeitung um Ergänzung dieser Daten bitten.

Vielleicht könntest du mir neben den Kontaktdaten (eMail) von Herrn Jarchow auch die von Herrn Scheel mitteilen, der für Mitgliedsangelegenheit eigentlich zuständig ist. So hätte Herr Jarchow dann auch einen „Notausgang”, falls er doch nicht selbst antworten möchte.

Ich halte es einfach für zu wichtig – auch im Sinne des HSVs -, dass solche Dinge im Sinne ALLER Mitglieder geklärt wird. Und wenn die Supporters hierzu nicht in der Lage sind, sein wollen, dann muss man sich meiner Meinung nach an die nächst höhere Ebene wenden.

Also, ich werde mich hüten, hier irgendwelche Mail-Adressen oder auch Telefonnummern herauszugeben. Das wäre ja noch schöner. Wer genau gelesen hat, der wird wissen, dass der Herr Jarchow gesagt hat, dass er zu einem Matz-ab-Treffen kommen würde, um dort Rede und Antwort zu stehen.

Wenn der HSV-Boss nun auf jedes Schreiben antworten würde, dann hätten ja jene Kritiker recht, die dem Herrn Jarchow unterstellen, nichts für den HSV zu tun. Was natürlich absolut lächerlich ist. Aber mal angenommen, ihm würden jeden Tag so um die 100 Fans oder Mitglieder schreiben – wer soll dafür Zeit haben? Und an die Bundeskanzlerin kommen täglich 1000 Fragen – soll sie diese auch persönlich beantworten? Geht doch gar nicht.
Nix also von heißer Luft. So etwas geht einfach gar nicht, aus zeittechnischen Gründen schon nicht. Aber, wie gesagt, Herr Jarchow will ja mal (!) zu einem Matz-ab-Treffen kommen, und ich werde jetzt in nächster Zeit mit ihm absprechen, wann das (im Herbst) dann sein könnte. So lange müsstet ihr noch Geduld haben. Und eventuell kommt dann ja auch noch der eine oder andere HSV-Funktionär mit, dann könnte es ein netter Abend werden.

Dann gab es noch diese – wie ich finde sehr bedenkliche – Mail. Thema Nachwuchsarbeit im HSV.

Hallo Matz ab,

ich lese den Blog schon von Anfang an und zum Thema Nachwuchs möchte ich mal einen kleinen Gedankenansatz aus der Basis (Eltern von Talenten ;-)) geben.

Hier in Lüneburg z.B. gibt es einen Partnerverein des HSV, deren Top Nachwuchs wird regelmäßig von Werder Bremen eingeladen, die machen es so, dass sie einige Talente (ab U12) monatlich einladen zum Training und auch mal zu Turnieren und sie mit Material /Trikots usw.) „verarzten”… ein HSV Partnerverein lässt die Talente von Werder umsorgen…???

Wieso kann man nicht die Stützpunk Philosophie vom DFB auf einen Verein (HSV) übertragen, das würde doch dem HSV doch nicht mehr als ein paar tausend im Jahr kosten, die Talente im Umland einmal die Woche zusammenzurufen und dann in der Region vom HSV Coach trainieren zu lassen.

Das Problem der Fahrerei (A7) wäre nicht da, die Talente wären an den HSV „gebunden”, die HSV Trainings- und Fußball Philosophie könnte antrainiert werden, Werder wäre aus dem Spiel 😉 – kurz alle wären glücklich…

Wenn eines dieser Talente dann in 6 Jahren einschlägt, hat sich das doch sofort amortisiert…

Wenn, dann ja. Aber ich finde das ohnehin schon sehr interessant, was da über den HSV und auch über Werder geschrieben wurde. Sollte der HSV einmal kurz aufmucken – und sich dann der Sache annehmen. So kann das nicht im Sinne des Erfinders sein.

Dann schrieb „HSVseit1981“ zu dem Beitrag von „Raschi“:

Jarchow hingegen verweist darauf, dass der HSV in seiner Geschichte
eigentlich überwiegend erfolglos war, er aber „natürlich dem Zuschauer
etwas bieten” wolle. Das ist mit dem Abstiegskampf schon mal ganz
hervorragend gelungen. Ziele, oder auch Visionen, wie es hier immer
wieder genannt wird, sind in dieser Aussage aber nicht zu erkennen.
Absolut korrekte und auf den Punkt gebrachte Analyse. Wie heißt es so
schön „Der Fisch stinkt vom Kopf her”. Wenn von oben derart lahme,
unambitionierte Vorgaben kommen, dann wird es nichts mit dem HSV als Spitzenmannschaft.

Das Potenzial in Hamburg ist für einen europäischen Top-Club da, man muss
es nur abrufen. Es gibt genug Fans, Zuschauer, Medieninteresse,
Einschaltquoten im Pay-TV und auch finanzkräftige Sponsoren.
Nur, wer sich nach dieser Horror-Saison ein gutes Zeugnis ausstellt, den
Vertrag verlängern lässt und meint, dass sei doch alles irgendwie dem
alten Vorstand zu verdanken, versenkt den HSV in der Bedeutungslosigkeit.
Der aktuelle Vorstand hat die Chance mich durch konsequentes Handeln in
Sachen Van der Vaart zu überzeugen. Nachdem uns Mönchengladbach Xhaka
„weggeschnappt” hat, sollte Van der Vaart nicht auch noch in den Westen
der Republik.

Aber hier wird mit Basti Reinhardt jemand zum Nachwuchschef befördert,
weil er sich damals als komplett überforderter Sportchef so loyal
enteiern lassen hat, und jetzt wird ihm mit Michael Schröder jemand
zur Seite gestellt, der in der Scouting-Abteilung nicht mehr gebraucht
wird. Und demnächst sollen Jarolim und Benjamin zurück, nicht weil sie
ihre Kompetenz irgendwo bewiesen hätten, sondern weil sie so
(verdiente) alte Spieler, liebe Kerle und loyale Kämpfer im Zeichen
der Raute sind oder waren. . Wir müssen endlich weg davon, Freunden
und alten Fanlieblingen wichtige, wenn nicht entscheidende Posten
zuzuschanzen, das gilt für Vorstand, Aufsichtsrat und Nachwuchsbereich
gleichermaßen. Wir müssen uns endlich wieder professioneller
aufstellen und unsere Arbeitsplätze mit Fachleuten besetzen anstatt
aus Dankbar- oder Gefälligkeit.

Auch das ist leider die furchtbare Wahrheit. Wir müssen uns konsequent von
denjenigen trennen, die es offensichtlich nicht geschafft haben, in den
vergangenen Jahren die Nachwuchsarbeit nach vorne zu bringen.
Ich frage mich, warum gerade ein so sensibler Bereich wie die Jugendarbeit
zur „Resterampe” für alt- und ausgediente Führungskräfte des HSV verkommt?
Ein professionelles Konzept, um gute Spieler zu entwickeln und an die
Bundesliga-Mannschaft des HSV heranzuführen, sieht anders aus.

Oha, da waren einige Dinger drin. Nachdem uns Xhaka weggeschnappt wurde . . . Nicht auch noch van der Vaart . . . Ja, das stimmt. Volltreffer! Und Messi und Ronaldo auch noch. Von Ronney würde ich mal absehen, der ist schon zu lange nicht mehr in Form . . .

Nein, liebe Leute, es wird wohl noch brauchen, ehe es alle begriffen haben:
FUSSBALL hängt mit GELD zusammen. Man muss Xhaka und van der Vaart, natürlich auch Messi und Ronaldo, auch BEZAHLEN können. Wann merkt es auch der letzte Fan? FUSSBALL HÄNGT MIT GELD zusammen, aber der HSV UND GELD NICHT. `
Der HSV hat fast NULL KOHLE. Deswegen schminkt euch doch solche Leute wie Xhaka und wohl auch van der Vaart (wenn nicht noch der Herr Kühne einspringt) ab. Die sind unbezahlbar, di sind nicht die Preisklasse HSV. Und nur wegen der so wunderschönen Raute kommt kein Profi, der etwas auf sich hält (international) nach Hamburg. Die wollen Geld sehen. Und davon hat der HSV eigentlich ein wenig zu wenig.

Beste Beispiele:
Hamit Altintop wurde hier gehandelt – und geht zu Galatasaray Istanbul. Weil der Klub die bessere „Raute“ hat? Nee, weil da mehr Geld vorhanden ist. Oder Dirk Kuyt. Den wollte Frank Arnesen haben. Sprach auch mit ihm. Und, was ist? Kuyt geht zu Fenerbahce Istanbul. Die haben auf jeden Fall die bessere Raute – nämlich viel, viel Geld in der Kasse.

Also, ich bitte jeden ganz eindringlich – hört endlich auf zu träumen. Sonst kommen Messi und Ronaldo eines Tages wirklich noch zum HSV.

Dann noch zu Bastian Reinhardt – der „enteiert“ wurde.
Dazu möchte ich mal fragen, wer zu jener Zeit nicht „enteiert“ worden ist? Christian Reichard? Dietmar Beiersdorfer? Oliver Scheel? Fragt mal bitte nach – diese drei Herren können sicher mehr erzählen. Deswegen ist es mir viel zu einfach, hier die Lanze über den „enteierten Sportchef Reinhardt“ zu brechen. Viel zu einfach. Aber gut, das können die meisten auch nicht so genau wissen, weil ihnen dieser Einblick ins Eingemachte natürlich auch verwehrt wurde. Logisch. Aber deswegen möchte ich doch darum bitten, mit solchen „enteierten“ Behauptungen sehr, sehr vorsichtig umzugehen. Das hat, das sage ich ganz deutlich, ein Bastian Reinhardt auch nicht verdient.

Dann schrieb „Freddie“ noch seine ganz persönliche Einzelkritik:

Tesche, Drobny, Berg, Guerrero, Skjelbred und evtl. Rajkovic stehen auf
der Verkaufsliste. Meiner Meinung nach sind alle Kandidaten unterschiedlich zu bewerten.
Tesche ist für mich so ein zweiter Fall „Albert Streit”, eine Klette, die
offensichtlich nicht gewillt ist, Leistung zu bringen. Egal, ob im Spiel
nach vorne mit/ohne Ball oder auf dem Weg nach hinten, es gibt nur ein
Einheitstempo.

Drobny, der sehr schlecht begann aber zum Ende der Saison zu Retter wurde.
Für mich bedauerlich, dass er gehen soll. Das soll aber nicht heißen, dass
ich grundsätzlich gegen die Verpflichtung von Adler bin. Ich hätte wohl
nur die Prioritäten anders gelagert. Erst mal das, was dringend notwendig
ist, eben zu Beginn . ein Kreativling im Mittelfeld.

Berg’s bisheriger Aufenthalt in Hamburg, mehr als unglücklich. Er hatte
seine beste Zeit, schien endlich in Fahrt zu kommen, ausgerechnet als van
Nistelrooy verpflichtet wurde. Und der hatte so eine Art Garantie.

Guerrero? Ein sehr guter Techniker, machte gute Spiele. Aber auf’s Jahr
gesehen ist das einfach zu wenig.

Skjelbred hatte nie eine ernsthafte Chance erhalten. Warum nicht? Waren
seine Trainingsleistungen so schlecht?

Rajkovic war der Fels in Brandung, brachte tatsächlich Sicherheit in die
Abwehr, nahm keine Rücksicht auf sich selbst und natürlich auch nicht auf
den Gegner. Hatte dann natürlich ein sehr unglückliches Spiel, als er
letztendlich mit Rot vom Platz gehen musste, weil ein Gegner unbedingt
gegen ihn laufen musste. Mir gefällt seine humorlose Art zu spielen. Er
setzt seinen Körper ein. Mir lieber, als dieses ewige Gegrätsche á la Bruma.
Offensiv fehlt ihm allerdings ein wenig.

Abraham muss wirklich gut sein, dass man sich so für ihn einsetzt.
Irgendwo war zu lesen, dass der Vorvertrag ein normales Mittel ist, um
sich einen Arbeitsplatz bei einem neuen Arbeitgeber zu sichern, oder so.
Dagegen gibt es auch nichts einzuwenden. Allerdings handelt es sich bei
beiden Parteien in der Regel immer um mündige Bürger. Er wurde
entsprechend beraten, d.h. aber nicht, dass man einem Rat unbedingt folgen
muss. Entscheiden tun doch immer noch die Spieler selbst. Für mich daher
auch zu einfach, die Schuld dem ehemaligen Berater in die Schuhe zu
schieben.

Wenn er sich für den HSV entschieden hat, aus welchem Grund auch immer, in
wie weit beteiligt sich der Spieler an den entstehenden Kosten, die im
Normalfall nicht angefallen wären, beteiligen?

Gute Frage, die letzte. Sehr gute Frage. Das habe ich allerdings höchst selten erlebt, dass ein Spieler selbst mal in die Tasche greift . . . Wird wohl auch in diesem Fall nicht passieren. Wenn ihr mich fragt, wie das ausgehen wird? Abraham kommt nicht zum HSV. Wenn Getafe mehr als zwei Millionen haben will, woher soll das denn kommen? Denn Abraham selbst will ja auch noch den einen oder anderen Knopf in seine ganz persönliche Kasse haben. Nein, nein, siehe Altintop und Kuyt . . .

Und dann gab es heute noch eine dpa-Meldung, die ganz gut zu Matz ab passt:

Joachim Löw ist kein Freund von Facebook oder Twitter. Im Gegensatz zum Großteil seiner Fußball-Nationalspieler nutzt der Bundestrainer die sozialen Netzwerke nicht zum Austausch mit Fans und Bekannten. „Für mich spielen sie nur eine ganz untergeordnete Rolle, weil ich teilweise auch schlechte Erfahrungen damit mache“, sagte der 52 Jahre alte Löw der Nachrichtenagentur dpa: „In Facebook gibt es ja Leute, die unter meinem Namen eine Seite betreiben. Das kann ich nicht akzeptieren.“

Er habe aber Verständnis, dass viele seiner 23 EM-Spieler die modernen Kommunikationsmittel intensiv nutzen: „Das ist eine andere Generation. Für sie ist es vollkommen normal, dass sie Bilder rausschicken, dass sie Dinge in die Öffentlichkeit geben, was sie empfinden oder was sie so tun. Ich suche den Kontakt mit ihnen per Telefon oder E-Mail. Das ist mein Stil.“

Für die EM in Polen und der Ukraine hat DFB-Teammanager Oliver Bierhoff die Spieler informiert, an welche Regeln sie sich für ihre Aktivitäten in den sozialen Medien zu halten haben. Die DFB-Ansage lautet zusammengefasst: „Es darf in Facebook und bei Twitter nichts geschrieben werden über Verletzungen, Taktik, einfach über Dinge, die nur die Mannschaft angehen.“ Bierhoff sprach von einem „Spagat“, der zu schaffen sei, zumal der Verband selbst via Facebook und Twitter mit dem Nationalteam aktiv ist: „Es geht nicht um eine Verneinung der Medien. Aber die Vertraulichkeit hat uns auch stark gemacht.“
Der seit Sonntag 20-jährige Dortmunder Mario Götze berichtete während des Trainingslagers in Südfrankreich, dass er „fast jeden Tag“ auf seiner Facebook-Seite nachsehe, „was meine Freunde posten“. Der Schalker Benedikt Höwedes (24) hat die Richtlinien verinnerlicht: „Wir dürfen nicht alles posten, keine intimen Geheimnisse.“
Ein Grund für den Facebook-Knigge war, dass der Leverkusener André Schürrle im November eigenmächtig seine Abreise aus dem DFB-Quartier vor dem Niederlande-Spiel publik gemacht hatte. „Kann heute Abend leider nicht spielen, wegen eines grippalen Infektes. Sehr, sehr schade, hatte mich schon richtig gefreut. Liebe Grüße“, twitterte Schürrle. Löw hätte den Ausfall lieber bis abends geheim gehalten . . .

So, das war es für heute. Denkt bitte, falls ihr noch die Gelegenheit dazu habt, die neue Ausgabe von “Hinz und Kunzt” zu kaufen. Da gibt es das eine oder andere Matz-ab-EM-Nähkästchen zu lesen.

Zum Schluss möchte ich euch noch einmal (und immer wieder) danken für die rege Teilnahme an diesem Matz-ab-Blog. Und gleichzeitig alle trösten die uns (und mir) auch noch geschrieben haben – aber nun nicht “behandelt” worden sind. Es ist einfach zu viel, glaubt es mir. Trotz allem: vielen, vielen Dank für eure Kritik, Anregungen und Fragen, die ihr uns schickt. Danke, danke, danke. Klasse!!!

17.53 Uhr

Großer Fußball in HH: Brasilien – Dänemark

25. Mai 2012

Und schon wieder ein neuer Name. Hamit Altintop, der Mittelfeld-Biene von Real Madrid (einst Wattenscheid 09 – welch ein Unterschied!), soll beim HSV im Gespräch sein. Der Wahrheitsfaktor aber, so würde ich das alles einstufen, liegt für mich nur bei 0,02 Prozent. Obwohl ich den Deutsch-Türken allein deswegen schon gerne beim HSV sehen würde, weil Trainer Thorsten Fink ja einen Mann sucht, der auf der „Sechs“ spielen kann – und gleichzeitig auch das Spiel nach vorne ankurbelt, der Ideen hat, und der dazu auch mit einem mächtigen Schuss Tore aus der zweiten Reihe erzielen könnte. Letzteres fehlt dem HSV ja schon lange und auch total. Nicht umsonst ist Altintop zu Real Madrid gekommen, der kann schon was. Aber erstens werden da ganz andere Klubs, nämlich jene, die viel Geld in der Kasse haben, am Start sein und mit bieten, und zweitens will Altintop mit Sicherheit auch weiterhin international spielen , und das nicht nur in einem Freundschaftsspiel gegen den FC Barcelona. Also würde ich bei dem Thema HSV/Altintop den Ball erneut ganz, ganz flach halten. Schön wäre es ja, allein mir fehlt der Glaube.

Die einzige Personalie, die sich heute beim HSV getan hat ist die, dass wieder ein junger Mann von Bord gegangen ist. Hanno Behrens aus der Zweiten, ein Mann von Rodolfo Cardoso also, wechselt zur neuen Saison in die Dritte Liga, er geht für ein Jahr zum SV Darmstadt 98. Viel Glück! Beim HSV hat der 22-jährige Mittelfeldspieler zuletzt bei der Tingeltour über die Dörfer mitgespielt, war teilweise auch nicht schlecht, aber für „ganz oben“ hat es offenbar noch nicht gereicht. Vielleicht entwickelt er sich ja nun im Hessenland – obwohl der HSV nichts davon hätte, denn Behrens ist nicht ausgeliehen worden.

Mehr tat sich heute nicht beim HSV (jedenfalls weiß ich im Moment nicht mehr!). Ich bin verschiedentlich auf meinen letzten Bericht angesprochen worden, warum ich den Namen Artjoms Rudnevs nicht im Zusammenhang mit Paolo Guerrero gespielt habe – als zweiten HSV-Stürmer? Ich hatte ja eher mit Dirk Kuyt geliebäugelt . . . Und dann gibt es neben Guerrero ja auch noch Heung-Min Son und Marcus Berg. Mal abwarten, wer das Rennen machen wird. Zu Rudnevs: Ich wünsche dem Letten ja viel, viel Glück in der Bundesliga, aber er muss sich in der für ihn neuen Spielkasse ja auch erst einmal durchsetzen und behaupten. Der international erfahrene Norweger Per Ciljan Skjelbred lässt schön grüßen . . . Deshalb warte ich mit Artjoms Rudnevs lieber erst einmal ab, denn nicht alle meine Bekannten, die aus Polen kommen oder sich mit dem polnischen Fußball etwas besser auskennen, sind davon überzeugt, dass uns (dem HSV) Rudnevs auf Anhieb helfen wird. Schön wäre es ja auch in diesem Fall, aber einige „Experten“ sind da schon etwas vorsichtiger.

Aus Polen kamen ja schon einige Spieler zum HSV, als Stürmer waren es Jan Furtok (1988 – 93), Marek Saganowski (1997) und Richard Cyron (1991-92) – alle waren sie Nationalspieler, nur Furtok konnte sich letztlich durchsetzen. Dazu behaupteten sich in der Bundesliga auch die Mittelfeldspieler Waldemar Matysik (1990 – 93) und Miroslaw Okonski (1986 – 88), die zu Stammspielern wurden. Wobei mir Saganowski bis heute ein Rätsel blieb. Er hatte beste Anlagen, wurde später noch Kapitän der polnischen Nationalmannschaft, spielte u. a. für Feyenoord Rotterdam, Legia Warschau, Vitoria Guimaraes, AC Troyes, Southampton und Athen – da hätte ganz einfach mehr kommen müssen. Mehr als Mitläufer waren auch Pawel Wojtala (1997- 98) und Jacek Dembinski (1997 – 01) nicht, in diese Kategorie gehört auch der Stürmer Marek Trejgis (1997 – 99), der es über die Amateure bis in die Bundesliga schaffte, es aber nur auf elf Einsätze brachte.

So, das war kurz ein Abstecher in den internationalen Fußball, an diesem Sonnabend wird es im Volkspark ja noch ein bisschen internationaler – dann treffen um 15.30 Uhr Dänemark und Brasilien aufeinander (live im ZDF). Endlich wieder einmal „richtiger“ Fußball in Hamburg! So sagen es viele Freunde und Bekannte von mir. Wie ungestillt der Hunger nach „Fußball“ in dieser Stadt ist, das zeigt doch die Tatsache, dass das Spiel fast ausverkauft ist. Es kamen heute noch 400 Tickets aus Dänemark zurück, die sind bis zum Abend noch online zu bestellen, ansonsten ist die Tageskasse Nord-Ost von elf Uhr an geöffnet. Rechtzeitiges Kommen sichert noch die letzten Plätze . . . Schiedsrichter dieser Partie ist übrigens der Münchner Dr. Felix Brych – schon lange nicht mehr in Hamburg gesehen, aber bei Abstiegskandidaten werden eben auch keine Spitzenleute eingesetzt.

Zum Thema Dänemark fällt mir im Zusammenhang ein ganz besonderer Tag ein: der 15. November 2000. Da gab der Hamburger Innenverteidiger Ingo Hertzsch sein Debüt für die deutsche Nationalmannschaft, die an diesem Abend in Kopenhagen das Länderspiel gegen Dänemark mit 1:2 verlor. DFB-Teamchef war damals Rudi Völler. Hertzsch machte fast zwei Jahre später auch noch ein zweites Länderspiel (auch unter Völler), und zwar am 21. August 2002 beim 2:2 in Sofia gegen Bulgarien. Dann war Ende mit der ganz großen internationalen Karriere – für den Chemnitzer im HSV-Trikot. Und ich höre heute noch immer so viele „Experten“ sagen, dass Hertzsch ja eher kein Nationalspieler war – und er war es eben und trotz allem dennoch. Die zwei Einsätze (über 90 Minuten) kann ihm niemand nehmen. Und, ganz nebenbei, im HSV-Anhang gibt es ja nicht wenige kritische und überkritische „Fans“, die auch dem einen oder anderen Hamburger mehr grundsätzlich absprechen, ein „richtiger“ oder „verdienter“ Nationalspieler zu sein. Auf Namen verzichte ich lieber. Ich kann aber nur sagen, dass ich mich (als HSV-Fan) über jeden HSV-Profi gefreut habe und freuen werde, der es in die Nationalmannschaft geschafft hat – oder es noch schaffen wird. Über jeden! Denn Nationalspieler wird man ja nicht (nur) deshalb, weil man groß und stark und besonders gut aussieht, sondern weil „Mann“ ja irgendwie und irgendwann auch mal gute oder besonders gute Leistungen gezeigt hat. Oder?

Wo ich gerade bei „Mann“ bin. Es gibt ja immer noch HSV-Anhänger, die sich über die abgemeldete Frauen-Bundesliga-Mannschaft beschweren. Völlig berechtigt, in meinen Augen, ich bedaure das auch sehr. Aber, um das noch einmal aufzuwerfen: Glaubt hier eigentlich noch irgendjemand, dass der HSV immer noch genügend Geld in der Kasse hat? Von wegen der Bilanzen und so! Wenn es noch eines letzten Beweises bedurft hat, dass es in diesem Klub so gut wie „null Kohle“ gibt, dann ist es doch diese Tatsache, dass das Frauen-Kapitel kurz, schmerzlos und ein wenig brutal zugeklappt wurde. Das ist doch ein Debakel und ein Desaster für einen Klub wie den HSV. Ein Offenbarungseid. Oder gibt es auch dazu Einwände?

Zum Thema Vereinspolitik (und was dazu gehört) haben mich auch privat wieder und noch immer viele, viele Mails erreicht – was mich freut. Zeigt es mir doch, dass sich viele HSV-Mitglieder doch ein wenig mehr (und auch sorgenvoller) mit ihrem Verein beschäftigen, als ich noch während der Fortsetzung der Mitgliederversammlung angenommen hatte. Stellvertretend möchte ich dazu einen Brief veröffentlichen, weil ich glaube, dass einige von euch diesem Absender ganz sicher helfen können – indem ihr ihm ein paar Tipps gebt. Los geht es (ungekürzt und von mir unbearbeitet):

„Moin, moin lieber Dieter,

bevor ich Dich mit einer weiteren Frage „belästige”, hoffe ich, dass Ihr, Du und Deine Frau, gesundheitlich wieder voll oben auf seid. Da ich (mal wieder) nicht weiß, wer mir außer Dir auf meine Frage antworten könnte, stelle ich Dir eben diese:

Die Supporters, bei denen ich seit Jahren Mitglied bin, obwohl ich mich seit geraumer Zeit keinesfalls richtig vertreten fühle, stellen sich meiner Meinung nach total quer und blockieren eine positive Entwicklung des Vereins. Ganz kurz, leider gibt es zu den Supporters keine Alternative, sonst wäre diese Alternative meine Wahl. Schließlich möchte ich auf der einen Seite zum Ausdruck bringen, ich bin ein Fan vom HSV. Auf der anderen Seite möchte ich mein Meinungsbild trotzdem irgendwie auch wiederfinden.

Es gibt, so war zu lesen, zwischenzeitlich 71.000 Mitglieder, von denen ca. 53.000 Mitglieder stimmenberechtigt sind. Wäre es nicht eine Verpflichtung der Supporters, eine Umfrage zu starten und deren Mitglieder um deren Meinung zu dem Thema “Fern-/Briefwahl” zu befragen? Offensichtlich gibt es ausreichend Stimmen, die sich dafür aussprechen, die aber die Reise zu einer Mitgliederversammlung nicht antreten können, um ihrer Stimme entsprechend Gewicht zu verleihen.

Die Supporter-Führung um Herrn Bednarek – besteht wirklich ernsthaftes Interesse – die ja die Meinung aller Mitglieder vertritt, müsste sich doch um ein Meinungsbild bemühen.
Es kann doch nicht genügen, zu behaupten, dass man 70.000 Mitglieder vertritt, obwohl es genügend Gegenstimmen gibt. Nicht umsonst wurden doch die „Initiative Pro HSV” gegründet oder eben die „Realos” erfunden. Sollte das wider meinem Empfinden tatsächlich ausreichend sein, dass die Führung der Supporters weiterhin in dieser Hinsicht tatenlos bleibt, welche Möglichkeiten hätte man, um an die einzelnen Adressen zu kommen, um zumindest einen Kettenbrief per e-mail ins Leben zu rufen?

Ein weiterer Gedanke wäre, wenn schon keine Fernwahl zugelassen wird, zumindest einen Bevollmächtigten bestimmen zu können. Und überhaupt, da bemüht man sich, Märkte im Ausland zu erschließen … Und was ist, wenn tatsächlich in China oder Korea Fanclubs gegründet werden? Welche Rechte hätten diese Mitglieder? Stimmentechnisch wohl keine. Verlangt man wirklich, dass diese Mitglieder Tausende von € investieren, um nach Hamburg zu reisen? Es gibt doch jetzt schon Fans des HSV, die im Ausland leben.
Ich wiederhole mich, das kann es nicht sein.

Ich habe das Gefühl, da gibt es eine Führungsebene, die Gleichgesinnte um sich eint. Und diese wenden sich an gewisse Fanclubs, meiner Meinung nach nur, um für ihr Handeln Mitläufer zu finden. Das erinnert mich … na ja. Ich zweifle ganz gewiss nicht an der Intelligenz der SC-Führung, darauf haben sie lange hingewirkt. Steter Tropfen höhlt den Stein, Aber die Leute, die sich vor den Karren spannen lassen, den muss doch eigentlich klar sein, dass sie helfen, dem Verein in seiner Weiterentwicklung zu schaden. Oder denken die überhaupt nicht nach und folgen bloß dem Herdentrieb?

Das betrifft auch das Thema „Aufsichtsrat”. Das die Anzahl der Räte unbedingt reduziert werden muss, sollte eigentlich jedem klar sein. Nimmt man die Verpflichtung von Adler als Beispiel, wie lange hat das gedauert, bis unterschrieben werden durfte?
Die Entscheidungswege sind zu lang.

Wäre es nicht normal, dem Vorstand ein Budget zur Verfügung zu stellen und hierüber frei verfügen zu lassen? Und nur, wenn dieser Betrag aufgebraucht wurde und evtl. ein wenig Geld fehlt, um beispielsweise noch einen guten Spieler zusätzlich verpflichten zu können, dann müssten die hohen Herren angesprochen werden. Man kann doch nicht ernsthaft erwarten, dass fähige Fachleute erst einmal 12 Laien fragen müssen, ob sie das Geld entsprechend anlegen dürfen. Das ist alles so unbefriedigend.

Im Sinne des HSV muss da etwas passieren. Allerdings bin ich da alles andere als hoffnungsvoll.

Nun gut, genug gejammert, ich breche hier ab.

Schöne Grüße, F.

Um zum Abschluss noch einmal auf „meinen“ Fußball zurückzukommen: Ich habe vom „Kicker“ die Unterlagen zur Wahl der „Fußballer des Jahres“ erhalten – und auch schon beantwortet in die Post gegeben. Ich will euch gerne verraten, dass ich in diesem Jahr einen totalen Außenseiter zum „Trainer des Jahres“ gewählt habe – und zwar Jos Luhukay. Grund: Was der Niederländer mit dem FC Augsburg geleistet hat, ist einfach nur grandios zu nennen. Mal ganz ehrlich, wer von euch hat vor Saisonbeginn nicht auch auf den Aufsteiger FC Augsburg als klaren Absteiger getippt? Und sogar Wetten drauf gelegt? Für fast alle war Augsburg doch schon vorher der klarste Verlierer der Saison 2011/12 – wie damals Tasmania Berlin, so hieß es immer wieder und überall. Und dann geht dieser Luhukay so zur Sache, dass er ein kleines (großes) Fußball-Wunder vollbringt. Hut ab! Das soll ihm mal einer nachmachen.

Neben Luhukay standen bei mir noch zwei seiner Kollegen zur Wahl, letztlich aber entschied ich mich gegen Lucien Favre (toll, was er aus dem Abstiegskandidaten Borussia Mönchengladbach gemacht hat!), und ich entschied mich auch gegen Christian Streich, der den SC Freiburg nach dem Abgang von Torjäger Papiss Demba Cisse und in schier auswegloser Lage doch noch gerettet hat. Als Cisse in der Winterpause zu Newcastle United wechselte, da hörte ich überall: „Jetzt ist Freiburg weg!“ Kompliment, Herr Streich, das war im Abstiegskampf einen wahre Meisterleistung. Und das zeigt mir, dass ein Trainer nicht (!) unbedingt den ganz großen Namen haben muss, um zu solch sensationellen Taten fähig zu sein.

Apropos großer Name. Jetzt, wo ich das schreibe, läuft bei Sky (nebenbei) ein Bundesliga-Spiel mit Schalke. Und mit Raul. Schade, dass dieser große Sportsmann die Bundesliga wieder verlassen hat, er war für mich der Größte. Weil er trotz seiner riesigen Erfolge immer hübsch auf dem Boden und ein Mensch geblieben ist. Vorbildlich und zur Nachahmung empfohlen. Und Dank an Felix Magath. Lieber Felix, dass Du ihn einst nach Gelsenkirchen geholt hast, dass Du Dich überhaupt an einen solchen großen Namen herangetraut hast – einsame klasse! Raul von Real Madrid zum FC Schalke, wer hat, als er das damals erstmalig vernommen hatte, nicht an eine Ente geglaubt? Aber manchmal werden (Fußball-)Träume eben auch wahr. Und wenn ich so an Rafael van der Vaart denke . . . Bitte Herr Kühne, bitte helfen Sie. Oder eventuell auch „nur“ mit Hamit Altintop. Der könnte dem HSV sicher auch ein wenig helfen.

PS: In eigener Sache möchte ich schnell noch loswerden, dass „Scholle“ und ich morgen wieder nach dem Länderspiel Schweiz gegen Deutschland mit „Matz ab live“ auf Sendung sind. Es wird, so unser Vorhaben (und falls es keine Absage mehr gibt) ein Journalisten-Stammtisch. Nach dem Schlusspfiff in Basel.

17.41 Uhr

Die heiße Phase beginnt – jeden Tag ein neues Gerücht?

14. Mai 2012

Sie beginnt wieder. Die wahrscheinlich spannendste Phase vor der Saison. Wieder werden täglich Namen gehandelt. Namen von Spielern, die gehen sollen. Und eben von Spielern, die kommen sollen. Dabei werden natürlich vorrangig Namen genannt, bei denen es am Ende nicht so eintritt wie vermutet. Das wiederum ist weniger dem Einfallsreichtum findiger Journalisten zu verdanken als vielmehr ellenlangen Listen der Sportchefs. Denn die waren das ganze Jahr über unterwegs, um potenzielle Verstärkungen zu finden. Jetzt werden die Listen abgearbeitet, intern Namen genannt – und die immer wieder auch nach außen getragen.

So auch beim HSV. Heute wurde Herthas Spielmacher Raffael genannt. Der Brasilianer solle im Falle eines Abstiegs nach Hamburg kommen. Und das ist eine Info, die meine Kollegen nicht einfach so aufschreiben, weil es für SIE logisch klingt. Nein, das ist eine Personalie, die sein von einem ihrer Informanten haben. Insofern, um hier jeglichen Missverständnissen vorzubeugen: Ich nehme den Namen sehr ernst. Und was im Printbereich manchmal zum Politikum avanciert, mache ich mir leicht: wenn es tatsächlich Anzeichen für einen derartigen Wechsel geben sollte, würde ich ihn hier auch so nennen. Egal, ob der Name zuerst bei der Konkurrenz aufgetaucht ist oder nicht. Und deshalb bin ich heute gleich mal dem – mir nie genannten – Kandidaten Raffael nachgegangen. Mit einer klaren Aussage: da ist nichts dran. Auch mehrfaches Nachfragen bei verschiedenen Leuten, die es wissen müssten und bei welchen, die es wissen könnten, ergab keine andere Antwort.

Also eher nicht der Berliner, was mich sehr, sehr froh macht. Denn aus irgendeinem Grund habe ich bei Spielern, die zum HSV von einem absteigenden verein kommen kein gutes Gefühl. Ich hatte oft das Gefühl, dass da der Misserfolg mit in die neue Saison zum HSV genommen wird. Siehe Kacar oder auch Tesche. Selbst bei Drobny schien das im ersten Jahr so zu sein, als sich der damals nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzende Tscheche meines Erachtens nach sehr früh seinem Konkurrenten Frank Rost geschlagen gab. Gleiches galt oft auch bei den Spielern, die zum Karriereende noch mal für den HSV aufschlugen. Bestes Beispiel dafür war Ruud van Nistelrooy, der am Sonntag bekanntgegeben hat, seine Karriere zu beenden, weil er physisch an seinen Grenzen angekommen sei. Und auch wenn ich mich anfangs riesig über den Transfer gefreut hatte, entpuppte sich selbiger am Ende eher als Flop denn als Top.

Das wiederum wäre – konsequent zuende gedacht – ein Argument, mich gegen eine Verpflichtung Dirk Kuyts auszusprechen. Der 31-jährige Niederländer wird bei Liverpool aussortiert, steht aber ebenfalls auf der HSV-Wunschliste und hat gerade erklärt, nicht nach Holland wechseln zu wollen. Weil er in einer der großen Ligen, zu der er auch völlig zurecht die Bundesliga zählt, wechseln will. Allerdings nur teilweise aus sportlichen, und ebenso aus monetären Gründen. Denn Kuyt gibt ehrlich zu, nicht auf 80 Prozent seines Gehaltes verzichten zu wollen, wie es bei Feyenoord Rotterdam der Fall gewesen wäre. Das wiederum spricht auch gegen den HSV, bei dem Kuyt auch nur einen Bruchteil der kolportierten fünf Millionen Euro netto verdienen könnte.

Zumindest gilt das so lange, wie Paolo Guerrero (rund 3,5 Millionen Euro Jahresgage) beim HSV spielt. Und bei dem Peruaner habe ich es andersrum erlebt als bei Raffael. Hier hatte ich schon vor einigen Wochen einen hartnäckigen Berater am Telefon, der im Namen verschiedener Klubs und Spieler unterwegs ist. So weit zum sicheren Teil der Geschichte. Denn was mir dieser Berater erzählte, klang zunächst etwas abenteuerlich. So soll Guerrero eine festgeschriebene Ablösesumme von acht Millionen Euro im Vertrag haben und der SSC Neapel Interesse haben. Im Falle der Qualifikation für die Europa League wolle der Ex-Maradona-Klub aufrüsten – unter anderen mit Guerrero. „Falsch“, wurde mir heute versichert, „es ist definitiv falsch, dass Guerrero eine festgeschriebene Ablösesumme hat.“ Zudem soll sich (mal wieder) kein Verein wegen des Angreifers beim HSV gemeldet haben.

Allerdings, und das hatte auch Arnesen schon angedeutet, allzu hoch ist die Hemmschwelle für einen verkauf Guerreros nicht. Zumindest nicht acht Millionen, was sich mir erst im zweiten Moment erschloss. Denn sportlich halte ich Guerrero für einen Angreifer der besseren Sorte. Für einen, der international gerade angesichts seines noch bis 2014 laufenden Vertrages durchaus acht Millionen Euro kosten könnte. Allerdings wird Guerrero selbst nirgendwo hin wollen, wo er weniger als hier verdient. Und die 3,5 Millionen, die er beim HSV per annum kassiert, bekommt er nicht bei vielen Klubs geboten. Ergo: auch die Gerüchte um Guerrero sind nicht mehr als einfache Gerüchte. Bis irgendwer das nötige Geld auf den Tisch legt. Das hat Espanyol Barcelona dem Vernehmen nach seit Jahren nicht mehr. Und obwohl der spanische Tabellen-14. Zuletzt als Interessent ins Gespräch gebracht wurde, scheint auch hier nichts dran zu sein. Und es soll in en nächsten Tagen auch ruhig bleiben, was Neue betrifft.

Deshalb auch ein Versprechen meinerseits: ich werde Namen hier im Blog nur dann kommentieren, wenn sich dieser intern bestätigen lässt. Zudem werde ich keine Namen nennen, nur um hier etwas zu vermelden. Genauso wenig wie es meine Kollegen tun. Dass ich den einen oder anderen Namen nenne, der am Ende nicht erscheint, klar. Aber ich hatte Euch ja schon eingangs erwähnt, wie so etwas zustande kommt. Aber ich verspreche, ich werde lieber mal einen etwas kürzeren Blog als sonst schreiben, als ihn künstlich aufzupumpen. Manchmal ist weniger eben mehr.

Das soll auch für Matti Steinmann gelten, der beim HSV gerade zum Toptalent in der Jugend aufgestiegen ist und nächste Saison immer wieder mal bei den Profis mittrainieren soll. Zumindest, wenn es nach dem von Steinmann begeisterten HSV-Trainer geht. Steinmanns Vater ist da – zurecht – noch anderer Meinung und legt großen Wert auf die schulische Bildung seines Sohnes, der in zwei Jahren Abitur machen soll. Ende offen.

Aber egal wie, im Test morgen beim Lüneburger SK (19 Uhr, Wilschenbruch) soll der Mittelfeldspieler dabei sein. Und ich freue mich darauf.

In diesem Sinne, bis morgen!

Scholle

Jarolim – Entscheidung am Kunden vorbei!

29. April 2012

„So etwas will ich nie wieder erleben!“ Sagte HSV-Chef Carl-Edgar Jarchow nach dem 0:0 gegen Mainz 05 und der damit verbundenen Rettung, dem Erstliga-Klassenerhalt. Wer hat es sich in diesen Stunden nicht auch schon gesagt? So etwas möchte ich auch nie wieder erleben. Wer möchte das schon? Man ist ja schließlich nicht jahrelang als Fußball-Masochist unterwegs. Eine solche unterirdische Saison sollte eigentlich erst einmal für viele Spielzeiten reichen. „Das war ein Grottenkick“, befand HSV-Kapitän Heiko Westermann nach dem Mainz-Spiel, und doch wusste jeder, wie unerheblich dieser Rückblick auf die 90 niveauarmen Minuten war. Der Punkt war wichtig, nur darauf kam es an; aber dieses Spiel steht und stand auch irgendwie für ein ganzes Spieljahr voller Enttäuschungen und Rückschlägen. Jetzt kann es und soll es nur noch besser werden, Sportchef Frank Arnesen blickte am Sonnabend einmal mehr schon optimistisch in die Zukunft: „Ich denke, dass wir mit den Erfahrungen der letzten Wochen bald einen oder auch zwei Schritte nach vorne machen.“ Wobei der Däne mit dieser Aussage schon einen Schritt zurück machte, denn zuletzt hatte Arnesen immer auch betont, dass die jungen HSV-Spieler durch diese harte und lehrreiche Saison „nicht nur einen, sondern gleich drei Schritte nach vorne machen“ werden. Vielleicht aber auch nur zwei. Oder eventuell auch nur einen? Wäre ja immerhin auch noch nach vorn . . .

Wir alle werden es in der nächsten Spielzeit, die 50. Erstliga-Saison für den HSV, erleben. Ich habe am Sonnabend nach dem Kick solche und solche Stimmen gehört. Viele glauben, dass der HSV auf jeden Fall gefestigt sein wird, dass es zu einem ungefährdeten Mittelfeldplatz reichen wird, nicht wenige aber blicken auch unverändert skeptisch in die Zukunft – weil sie dem Frieden (noch) nicht so ganz trauen. Der HSV mag zwar nach großen Namen wie Rene Adler und Dirk Kuyt greifen, aber erneut ohne internationalen Startplatz und damit auch ohne zusätzliche Einnahmen aus der Europa League dürfte es für den finanziell angeschlagenen Klub schwer werden, mit einem leeren Beutel noch so große und hohe Sprünge zu machen. Wobei die Personalie Adler vielleicht noch zu einem kleinen Politikum innerhalb des HSV wird, denn es gibt hinter der vorgehaltenen Hand Stimmen, die davon sprechen, dass einige Aufsichtsräte weit davon entfernt sind, diesen Super-Transfer mal eben so locker vom Hocker durchzuwinken. Man darf gespannt sein.

Schön aber auf jeden Fall, dass der 125. Geburtstag der Rothosen jetzt doch in Liga eins gefeiert werden kann.

„Ich wollte nicht der erste Trainer sein, der mit dem HSV den Gang in die Zweite Liga antreten muss. Mir fällt natürlich ein Stein vom Herzen, denn es war ja schon damals klar, als ich zum HSV kam, dass es eine sehr schwierige Saison für uns werden würde. Dass wir in Zukunft besser spielen müssen, das wissen wir“, sagte Thorsten Fink nach dem Schlusspfiff erleichtert. Alle konnten dem Coach ansehen, dass er unter dieser Spielzeit enorm gelitten hat – und es war in Finks Gesicht nicht nur die Nachwirkungen einer Magen- und Darm-Grippe erkennbar. Der frühere Bayern-Profi dürfte einige graue Haare mehr in diesem Jahr bekommen haben. Und auch er ist ganz sicher um einige Erfahrungen reicher geworden. Von der – auch und vor allem von ihm – so oft hervorgehobenen und beschworenen „guten Qualität“ des HSV-Kaders war in dieser Saison jedenfalls nicht oft etwas zu sehen. Nur drei Heimsiege in 17 Spielen – das ist, um es noch einmal beim deutlich Namen zu nennen, einfach nur erbärmlich und spricht eine viel klarere Sprache, wie es wirklich um den HSV 2011/12 bestellt war.

Thorsten Fink sagte auch: „Es kann natürlich nicht unser Anspruch sein, immer gegen den Abstieg zu spielen, aber in dieser Saison war es nach diesem Beginn nicht anders möglich. Die Last des Fehlstarts haben wir durch das ganze Jahr tragen müssen. Nächste Saison kann man zusammen einiges erreichen, ohne gleich wieder große Ziele zu setzen, aber der Abstiegskampf sollte es nicht wieder sein . . .“ Da war auch der Sportchef ganz bei ihm. Frank Arnesens Blick in die nähere Zukunft des HSV: „Europäischen Fußball können wir auch in der nächsten Saison noch nicht bieten, aber hoffentlich in zwei Jahren.“
Dieser Hoffnung schließe ich mich gerne an, allein mir fehlt noch etwas der Glaube. Noch.

Das kann sich ja aber auch schon in den nächsten Tagen und Wochen schon ändern. Wenn die ersten Neuzugänge beim HSV „eintrudeln“. Arnesen hat ja wohl schon ganz klare Vorstellungen vom HSV 2012/13, ansonsten hätte es einige Personalien wohl in dieser Form nicht gegeben. Dass Mladen Petric würde gehen müssen, das stand spätestens um den Jahreswechsel fest – und damit hatte sich der HSV-Anhang auch schnell, unspektakulär und mehr oder weniger schweigend abgefunden. Dass aber auch David Jarolim, im Herbst schon still und heimlich auf das Abstellgleis geschoben, gehen muss, obwohl er (gemeinsam mit seinem Landsmann Jaroslav Drobny) den HSV fast im Alleingang gerettet hat, das fand (und findet immer noch nicht) keine Zustimmung in und um Hamburg herum. Die „David-Jarolim“-Sprechchöre am Sonnabend sollten den HSV-Verantwortlichen noch immer in den Ohren klingeln und auch ein weiteres Mal zu denken geben.

Ich habe es in 32 Jahren als HSV-Reporter höchst selten einmal erlebt (eigentlich kann ich mich nicht an einen einzigen Fall erinnern), dass die Klub-Oberen so am Kunden vorbei entscheiden. Und dass einmal eine Entscheidung so hart, unerbittlich und konsequent verfolgt und durchgezogen wird, obwohl es viele, viele Widerstände gibt. Zumal ja ein Plan besteht, David Jarolim später in irgendeiner Form beim HSV anstellen zu wollen (wenn er denn jetzt noch besteht!). Da hätte es ein „kleinerer Anschlussvertrag“ vielleicht noch einmal getan, um einen Vollblut-HSVer zu halten – und um später noch einmal von ihm zu profitieren. Und nicht wenige Fans haben sich beim Verlassen des Volksparks am Sonnabend auch die Frage gestellt: „Was ist, wenn der HSV wieder in eine solche Abstiegsgefahr geraten sollte? Wer spielt dann den David Jarolim beim HSV? So richtig viele und adäquate Kandidaten scheint es da – meiner unmaßgeblichen Meinung nach – beim HSV noch nicht zu geben. Aber: gut Ding will Weile haben. Arnesen hat einen Plan im Kopf, lassen wir uns mal überraschen. Allerdings geht er in meinen Augen ein sehr hohes Risiko, denn sollte es so schiefgehen wie in dieser Saison, dann dürfte schnell ein Sündenbock ausgemacht sein. Hoffen wir (und ich hoffe es wirklich!), dass es nicht so kommen mag. Hoffentlich.

Zurück noch einmal zu diesem 0:0. Der Punkt war das sportliche Highlight (weil die Rettung), die Abschiedsfeier für David Jarolim, Mladen Petric und auch für Romeo Castelen aber durch nichts, wirklich durch nichts zu toppen. Ich gebe es zu (und ich bin erstaunt, wie viele Kollegen es später auch zugaben), auch mir kullerten ein paar Tränen bei dieser Zeremonie zu Boden. Selten einmal so etwas Emotionales erlebt. Wobei ich auch Thorsten Fink danke, dass er sich trotz des engen Spielstandes in der Lage sah, sowohl Petric als auch Jarolim vorzeitig vom Platz zu nehmen, damit sie schon ein erstes Mal gebührend gefeiert werden konnten. Das war großes Kino, danke Herr Fink!

„Es war ein so emotionaler und sensationeller Moment, der mir sehr nahe gegangen ist“, gab Petric später, als seine Tränen getrocknet waren, zu. Seine sportliche Zukunft ist geklärt, aber noch hat er nicht verraten, wohin es ihn ziehen wird. Ob er sich, so denke ich schon seit einigen Tagen, auf seine alten Tage noch einmal den englischen Fußball antun wird? Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, ich habe auch nichts läuten gehört, aber irgendwie habe ich im Hinterkopf, als ob sich Fulhams Trainer Martin Jol noch an Petric erinnern könnte . . . Mal abwarten. Aber ich denke auch: Wenn Heung-Min Son mit Newcastle in Verbindung gebracht wird, wenn Markus Marin für sieben Millionen zum FC Chelsea geht (ob er dort auch so oft und so schön und so leicht fällt?), dann könnte auch Mladen Petric . . .

Noch nichts ist bei Jarolim bekannt. Ich fand es ja super, dass der Tscheche zuletzt zugegeben hat (er hatte bis dahin ja nie öffentlich etwas dazu gesagt), dass er bis zuletzt doch noch auf eine kleine Hintertür gehofft hatte, um noch beim HSV bleiben zu können. Das macht ihn nur noch menschlicher. „Jaro“ sagte nach seinem letzten Spiel auf „heiligem Boden“ und nach neun Jahren HSV: „Ich bin sehr glücklich, dass wir uns gerettet haben, und nun wünsche ich dem HSV, dass man Konstanz hier reinbringen wird, und dass es ein wenig ruhiger wird, was die Klubführung angeht.“ Aber diesen Ball nahm Carl-Edgar Jarchow auf und sagte zusammenfassend: „Es kann nur besser werden, und es wird besser werden.“ Jarchows Wort in des Fußballgottes Gehörgang . . .

Wie Trainer Fink sich den weiteren Weg mit dem HSV vorstellt, das verriet er auch schon einmal (ganz kurz) am Sonnabend: „Wir wollen nicht tausend neue Leute holen, sondern uns gezielt verstärken. Den Großteil der Mannschaft wollen wir schon behalten, ich glaube, dass die jungen Spieler gelernt haben – wir haben, so denke ich, den drittjüngsten Kader der Bundesliga, von daher gehe ich aus, dass wir einiges gelernt haben in diesem Jahr.“ Lernen. Das dürfte wohl aber auch auf die älteren Herrschaften (in Mannschaft und Klub-Führung) zutreffen. Wäre schön, wenn sich diesbezüglich einige den Schuh anziehen würden, nämlich die entsprechenden Lehren aus 2011/12 zu ziehen. Thorsten Fink lobte aber immerhin den Zusammenhalt im Klub: „Wir haben uns nicht nervös machen lassen, wir haben unser Ding durchgezogen, ich habe im Verein große Unterstützung gehabt. Das ist ja immer wichtig, dass man merkt, dass sportlicher Leiter, der Präsident, alle möglichen Leute im Aufsichtsrat, dass einem alle das Vertrauen schenken und aussprechen – und die Fans auch. Das alles zusammen hat uns sicher den Klassenerhalt gesichert, und daran sieht man, dass Teamwork im Fußball sehr viel bewirkt. Es gab einige Klubs, bei denen das nicht so gelaufen ist . . .“

Apropos andere Klubs. Ein schneller und kurzer Abstecher zu Thomas Tuchel sei mir noch gestattet. Der Mainzer Trainer war oft genug (auch) für mich ein „rotes Tuch“, aber diesmal hat er bei mir Boden gut gemacht. Er hat mir sogar imponiert. Während des Spiels kaum eine Regung (oder gar ein Wutausbruch) gegen den guten Schiedsrichter Florian Meyer, und auch nach dem Spiel immer den direkten Weg zum Tor . . . Tuchel „zerlegte“ seine Mannschaft ohne Rücksicht auf Verluste: „Wir geben mit einer Fahrlässigkeit Punkte und Tabellenplätze her, da fällt es mir schwer, mich zu freuen oder auch zufrieden zu sein. Wir haben heute schlechten Fußball gespielt, diese Art und Weise passt mir gar nicht. Sehr fehlerhaft und mangelhaft bei eigenem Ballbesitz, beim Umschalten gab es wahnsinnig viele Fehler, unsere wenigen Torchancen haben wir schlampig vergeben, noch viel schlampiger sind wir mit jenen Chancen umgegangen, die erst gar keine Torchancen wurden – weil wir sie mit schlechtem Passspiel und ungenauem Freilaufverhalten verhindert haben. Das hat von hinten bis vorne gar nicht gepasst, und das ist ein Abziehbild dieser gesamten Saison.“
Das war mal Klartext. Alle Achtung, Herr Tuchel, auch so kann man es mal machen. Kompliment! Dickes Kompliment sogar. Das war die ungeschminkte, schonungslose Wahrheit, die Wahrheit und nichts als die Wahrheit.

So, das war mein Wort zum Sonntag. Nach einer ziemlich harten und feucht-fröhlichen Nacht, das sei einmal zugegeben, denn wir Hamburger Journalisten haben (auf eigene Kosten) den Saisonausklang in Hamburg gefeiert – und ein wenig natürlich auch auf den Klassenerhalt angestoßen. Eine nette Feier, von drei Kollegen organisiert – ich glaube, das gibt es in dieser Form nicht oft in anderen deutschen Städten. NDR, Bild, Mopo, Welt, Abendblatt, Kicker, Stern, Sky und, und, und – alle an einem Tisch, das ist eine schöne und runde Sache. Bei allem Konkurrenzdenken gibt es auch in unserem Job noch so etwas wie Menschlichkeit und Freundschaft. Danke dafür – ich freue mich schon auf die neue Saison; ich fühle mich sehr wohl in diesem (euren) Kreis.

Bei der Gelegenheit, weil wir alle so nett unter uns beisammen saßen: NDR-90,3-Moderatorin Britta Kehrhahn verriet eine kleine Besonderheit. Am Sonnabend waren rund um die Bundesliga-Spiele „nur“ Frauen in die Nachmittags-Sendung involviert. Sie sehen ja auf Monitoren auch das Spiel. Eigentlich wird ein laufendes Musikstück nur bei einem Tor unterbrochen, diesmal entschied Britta Kehrhahn aber einmal ganz anders: Als David Jarolim in der 88. Minute vom Platz ging, überließ sie Reporter Lars Pegelow die Szenerie. Abends gab Britta Kehrhahn zu: „Wir Frauen wären auch gar nicht in der Lage gewesen, etwas zu sagen – wir haben alle vor Rührung geheult . . .“

Toll, diese entwaffnende Ehrlichkeit. Passte aber zu diesem grandiosen Jarolim-Abgang – und zu diesem gelungenen Saison-Abschieds-Abend in der Schanze. Ganz nebenbei: Auch der HSV war mit seiner Presseabteilung (Jörn Wolf an erster Stelle) vertreten, Thorsten Fink wollte dabei sein, aber die Magen- und Darm-Grippe . . . Aber selbst Teammanager Marinus Besten war mit von der Partie. Ich weiß, ich weiß, er heißt Marinus Bester, aber ich nenne ihn schon seit Jahren nur „Herr Besten“. Der Grund für diese Namesänderung? Der sei denn noch schnell verraten: Als der Österreicher Kurt Jara hier Trainer war, da merkten wir alle schnell, dass er sich nicht so richtig die Namen seiner „Untergebenen“ und der Randfiguren merken konnte. Nico Hoogma hieß bei Jara noch lange „Hoogmann“, Co-Trainer Armin Reutershahn hieß bei Jara schon mal „Reutershagen“, und ich hieß beim Trainer nur „Herr Matzen“. Obwohl Marinus „Besten“ ihm so oft – auch schon vor den Gesprächen – zugeflüstert hatte: „Kurt, der Matzen heißt nur Matz!“ Es blieb aber bei Matzen. Also hieß „Herr Besten“ auch nur „Herr Besten“ – und das ist bis heute so geblieben.
Ende.

PS: Am Montag wird nicht trainiert.

18.49 Uhr

Fink warnt: “Noch ist nichts gegessen!”

24. April 2012

„In welche Ecke schießt du?“ Antwort: „Links.“ „Nee, links kann ich nicht.“ „Okay, dann schieße ich nach rechts . . .“
Ja, so werden heute die Elfmeter ausgehandelt und geschossen.
In der Werbung.

Wobei mir, das war jetzt absolut nicht geplant, just in diesem Moment eine ähnliche Szene einfällt – aber die war und ist Realität: BU gegen den HTB – ein Verbandsliga-Spitzenspiel der höchsten Hamburger Klasse in den 60er-Jahren, der Rupprechtplatz in Barmbek war ausverkauft. BU lag 0:2 hinten, dann stand es 2:2 – und es gab Strafstoß für BU. Im Tor der Harburger stand der Hamburger Auswahltorwart Horst (?) Willumeit. Der fragte den BU-Schützen: „Wohin schießt du?“ Barmbeks genialer Halbstürmer Uwe Hennig (leider schon lange verstorben), auch immer eine kleines „Großmaul“, tönte: „Pass’ mal genau auf, den schieße ich dir durch die Beine.“ Gesagt – getan. Und „wutsch!“ BU gewann 3:2. Durch diesen „Durch-die-Beine-Elfmeter“.

Aber an die eingangs geschilderte Werbung fühlte ich mich heute beim HSV-Training erinnert. Zwischen zwei Übungen rief Trainer Thorsten Fink seine Mannen zusammen und hielt eine kurze Ansprache. Plötzlich applaudierten die Spieler. Wieso, warum, weshalb? Keine Ahnung. Es war ja für uns Kiebitze nichts zu hören. Nach dem Training fragte ich Thorsten Fink und der verriet: „Ich habe vor versammelter Mannschaft auch noch einmal dem Sven Neuhaus zu seinem Bundesliga-Debüt gratuliert – und dazu gab es von den Kollegen Beifall.“
Ja, so nett kann Bundesliga-Fußball tatsächlich auch heute noch sein.
Nicht nur in der Werbung.
Wobei Thorsten Fink seine Mannen natürlich nicht nur deshalb zusammengerufen hatte, um dem Keeper zu gratulieren – der Coach tat es quasi nebenbei. Es bleibt aber auf jeden Fall nett.

Bei der regnerischen Vormittags-Einheit heute ging es auch freundschaftlich-fair zu. Keine besonderen Vorkommnisse. Um das Programm einmal zu veröffentlichen: Warmlaufen, Passspiel in allen Variationen (in zwei Gruppen), dann das schon obligatorische „Sechs-gegen-zwei“-Spiel (drei Gruppen) – nach einer Stunde gingen jene Spieler, die am Nachmittag das Testspiel gegen den MSV Pampow (Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern) bestreiten sollen, in die Kabine. Es blieben acht Stammspieler draußen, die vier gegen vier auf jeweils zwei kleine Ein-Meter-Tor spielten: Marcus Berg, Dennis Aogo, Heiko Westermann und Robert Tesche gegen Marcell Jansen, David Jarolim, Tomas Rincon und Michael Mancienne. Und da ging es zur Sache, da war Feuer drin – und jede Menge Ärger über ein Gegentor.
Aber so soll es ja auch sein.

Die heutige Partie in Schwerin war übrigens einige Stunden lang gefährdet. Grund: Rostocker „Fans“ hatten den Rasen teilweise umgegraben, hatten Werbebanden zertreten, einen Container geknackt und wüste Parolen gegen den HSV auf Wände gesprüht. Da fällt mir dann doch spontan ein Plakat ein, das ich am Wochenende bei einem Protestmarsch durch Hamburg sah – es ist mir haften geblieben: „Wir wollen doch nur ein Fußballspiel sehen.“ Stimmt. Das wollen jene Maulwürfe, die in Schwerin am Werke waren, bestimmt auch nur.

Aber zurück zum Wesentlichen. Zum Abstiegskampf. Auf den noch zweimal die volle Konzentration gerichtet sein muss. Und genau das ist sehr, sehr wichtig, denn die Rettung ist zwar nah, aber noch ist gar nichts vollbracht. Daran appellierte auch Trainer Fink heute noch einmal ganz eindringlich: „Ich warne jeden davor zu sagen, dass wir schon durch sind. Unsere Spieler sollen sich ja nicht davon anstecken lassen – von Leuten, die sagen, jetzt packt ihr es, ihr seid ja quasi schon durch. Zu mir sagen das die Leute auch immer, aber Vorsicht, noch ist nichts gegessen. Wir müssen erst noch die Punkte einfahren. Einmal verlieren, und Köln gewinnt einmal – schon müssen wir uns auf den letzten Spieltag konzentrieren, aber das wollen wir nicht. Wir wollen es in diesem Heimspiel klar machen. Schließlich haben wir ja auch die Fans in den Heimspielen nicht verwöhnt, obwohl das in den letzten Heimspielen schon besser war, im letzten Heimspiel sogar sehr gut – aber jetzt wäre es eben schon toll, wenn wir es hier gegen Mainz am Sonnabend schon klar machen. Von daher noch einmal volle Konzentration auf dieses Spiel – und nicht beeinflussen lassen von dem, was andere Leute von außen sagen.“

Mainz wird schwer genug. Mainz 05 ist an sich schon immer unangenehm, aber diesmal eben ganz besonders. Weil Mainz gerettet ist, und der HSV noch nicht. Fink: „Die haben nichts mehr zu verlieren, die können locker aufspielen, die können nicht mehr absteigen – das macht es so schwierig. Mannschaft, die noch absteigen können, die haben schon mal Angst, die schlagen den Ball hinten einfach mal unkontrolliert raus – aber Mainz kann nun versuchen, ganz locker von hinten rauszuspielen – denen kann ja nichts mehr passieren. Aber vielleicht ist das auch unsere Chance. Wir müssen aber versuchen, die Leistungen, die wir gegen Leverkusen und Hannover gebracht, abzurufen, und wenn wir das schaffen, dann wird der Klassenerhalt auch gelingen.“

Eine gravierende Frage für das Mainz-Spiel ist immer noch ungeklärt. Kann Jaroslav Drobny spielen? Der Torwart trainiert schon wieder, aber nur in den Katakomben der Arena. Wann er auf den Trainingsrasen zurückkehren wird, bleibt offen. Fink: „Wenn er erst am Freitag trainieren würde, dann würde mir das reichen. Er ist ja ein austrainierter Mann, der das ganze Jahr trainiert hat – ich glaube, dass er es sich nehmen lassen wird, noch einmal ein Heimspiel zu bestreiten – in dieser wichtigen Phase.“ Es wäre wohl. So wie es jetzt aussieht, das Hamburger Abschiedsspiel von Jaroslav Drobny. Denn mit dem Klassenerhalt des HSV käme (wohl) auch die Verpflichtung von Rene Adler zustande. Thorsten Fink lobte den Torwart heute noch einmal ausdrücklich: „Drobo ist ein harter Hund, ein Teamplayer, ein guter Junge, er führt die Mannschaftskasse, ist ein witziger Typ, der alle Späße mitmacht – er ist schon ein toller Junge.“

Und noch ein Hamburger Abschiedsspiel steht am Sonnabend auf dem Programm; das von David Jarolim. Der tschechische Dauerläufer wird gehen müssen, da beißt die Maus nun auch keinen Faden mehr ab. Sportchef Frank Arnesen hatte sich zu diesem Thema ja bereits am vergangenen Sonntag beim „NDR Sportclub live“ – abschließend – geäußert, Thorsten Fink sagte heute: „Und Frank und ich sind uns eigentlich immer einig.“ Eigentlich? Fink: „Na ja, eigentlich. Es kann ja immer noch was passieren, im Fußball ist alles möglich. Es könnte sich ja am Wochenende noch ein Spieler schwerer verletzen – ich habe ja nie gesagt, dass die Tür ganz zu ist. Was ist, wenn sich ein Spieler das Kreuzband reißt? Dann könnte es doch passieren, dass wir den Jaro doch noch gebrauchen. Dass man dann nicht noch einen anderen Spieler holen muss.“ Grundsätzlich aber sagt Fink: „Wir haben die Kaderplanung nun einmal so entschieden, ich denke, wir müssen einen langfristigen Plan haben und können nicht immer wieder kurzfristig umplanen. Nur wenn wirklich mal etwas passiert . . .“

Aber dazu reicht die schwere Verletzung von Gojko Kacar eben noch nicht aus. Und Fink lobte David Jarolim auch noch einmal explizit: „Ich weiß, dass er sehr gut gespielt hat, dass er uns sehr geholfen hat – und ich weiß, wenn man denn geht, und man geht mit positiven Gefühlen, dass man mitgeholfen hat, den Abstieg zu vermeiden – dann ist das doch eine tolle Sache. Besser auf jeden Fall, als dann noch ein Jahr auf der Bank sitzen zu müssen.“ Fink weiter: „Man soll immer gehen, wenn es am besten läuft. Und so ist es wohl das Beste.“ Er ergänzte dann aber auch noch: „Sollte etwas passieren, werde ich natürlich noch einmal mit Frank reden . . .“

Also kaum noch Hoffnung für „Jaro“ – leider.

Und da bin ich noch einmal bei der sonntäglichen NDR-Aussage von Frank Arnesen. Der sagte nämlich auch: „Die Situation mit David Jarolim ist unverändert. Ich habe entschieden und dazu stehe ich. Ich muss gucken, was wir können und ich brauche ganz klar Geld, um auch etwas Neues zu machen.“

So ist es. Und ich kann mich erinnern, dass mir bereits im Herbst, as „Jaro“ auf die Bank gesetzt worden war, ein „großer“ HSV-Funktionär hinter der vorgehaltenen Hand gesagt hatte: „Jarolim soll gehen, weil der HSV sein Gehalt einsparen will. Die denken, dass auf seiner Position auch ein etwas billigerer Mann dieselbe Arbeit verrichten kann.“
Wenn sie sich da mal nicht geschnitten haben . . .
Aber es geht in diesem Fall eben auch nur oder in erster Linie um das liebe Geld. Natürlich.

Und ein Dirk Kuyt ist natürlich auch nicht ganz so billig. Zu dem Niederländer befand Thorsten Fink übrigens: „Ein solcher Mann hat einfach Klasse, über den muss man nicht lange diskutieren. Der kann alles, ist überall einsetzbar, ist ein Kämpfer, immer mit Leidenschaft dabei. Ob Kuyt aber ein Thema wird, das weiß ich nicht. Wir haben ihm bislang ja noch nicht einmal ein Angebot gemacht.“

Und erst steht ja wohl auch noch ein bisschen Mainz vor der Tür. Das darf bei allem Kuyt ja nicht vergessen werden. Mainz mit Paolo Guerrero. Das heißt, HSV mit Guerrero gegen Mainz. Fink: „Wenn einer acht Wochen weg war, und wir alle jammern, dass er acht Wochen weg war, und wir lassen ihn dann nicht spielen, dann hätte sie ihm auch zehn Wochen Sperre geben können . . .“ Auch deswegen gab es das Testspiel heute in Schwerin. Fink wollte Guerrero sehen, und er wollte noch einmal die Außenbahnen sehen. Auch deshalb, weil Ivo Ilicevic eventuell gegen Mainz ausfallen könnte: Adduktorenprobleme. Er konnte heute nicht trainieren, und er kann auch am Mittwoch noch nicht trainieren. Und dann dürfte es schon mal eng werden – mit den 100 Prozent Fitness.
Bei der Gelegenheit lobte Thorsten Fink auch „mein Sorgenkind“ – nämlich Ilicevic: „Er hat in den letzten Spielen unheimlich viel für uns getan, sehr viel geleistet. Vom Laufpensum her war das schon sensationell. Natürlich wissen wir, dass er noch ein bisschen torgefährlicher werden kann, aber er hat den Abstiegskampf angenommen. Das sieht man bei ihm sehr deutlich, er versucht im Moment nicht, schön zu spielen, sondern er versucht zu fighten – das fand ich schon sehr gut.“

Fällt Ilicevic aus, könnte Heung-Min Son auf rechts ausweichen – weil Guerrero ja wieder mit von der Partie ist.

Noch eine kleine Personalie: Gegen den MSV Pampow (also heute) spielte Angelo Langer als Linksverteidiger, er ist Kapitän der A-Jugend. Fink: „Den will ich mir mal angucken, mal sehen, was er so anbietet.“

Das Ergebnis des Testspiels wird hier, genau an dieser Stelle, nachgeliefert.
Und es ist jetzt da:
Der HSV gewann gegen den MSV Pampow nach einem 0:1-Rückstand noch 4:1. Halbzeit 2:1. Die Tore erzielten: Mladen Petric, Paolo Guerrero, Tolgay Arslan, Gökhan Töre. Die beiden letzten Hamburger Tore waren Strafstöße, nachdem zuvor Janek Sternberg und Jacopo Sala jeweils gelegt worden waren.
Der HSV spielte mit:
Neuhaus (46. Stritzel), Diekmeier, Bruma, Sternberg, Langer, Arslan, Sala, Son, Töre, Guerrero, Petric. In Halbzeit zwei kamen Behrens (für Bruma), Lam (für Petric, 70.), Nagy (für Son), Besic (für Diekmeier) und U-19-Stürmer Manuel Farrona-Pulido (70. für Guerrero).

Fazit: Vor 2800 Zuschauern war ein wesentlich höherer HSV-Sieg möglich – gegen eine engagierte MSV-Mannschaft.

Dann noch zwei Zuschriften, die uns (mich) erreichten. Gebe ich einmal ohne Kommentar weiter, vielleicht identifiziert sich der eine oder andere „Matz-abber“ ja auch damit – oder auch nicht.

„Uwe“ schrieb mir:

Nun noch kurz zur meine (unmaßgebliche) Sicht auf die Saison des HSV: Nach den grundsätzlich positiven Eindrücken in der Vorbereitung und dem Liga-Pokal, die ich allerdings nicht überbewertet habe, habe ich mit der ganzen Familie in Oldenburg das DFB-Pokalspiel besucht. Ich weiß noch ganz genau, dass ich über das Gesehene regelrecht entsetzt war. Das war vom Auswärmen bis über das Spiel nicht professionell (unvergessen die Darbietungen eines gewissen Eljero Elia).

Zu diesem Zeitpunkt habe ich bereits geäußert, dass es in dieser Saison nur um den Klassenerhalt gehen wird. Allerdings habe ich nicht wirklich geglaubt, so schrecklich leiden und viele Nächte ohne Tiefschlafphase auskommen zu müssen. Es war schlimmer als in dem Jahr, als Huub von Dolly übernahm; aber das ist ja nur zu verständlich, ging es doch unter Huub nach der Auftakt-Niederlage in Berlin zu Beginn der Rückrunde stetig bergauf.

Nach der Niederlage in Hoffenheim habe ich zwei Nächte gar nicht mehr geschlafen. Angesichts der nach dem frühen Rückstand leblosen Vorstellung habe ich ernsthaft keine Möglichkeit mehr gesehen, aus den
letzten vier Spielen überhaupt noch einen Punkt zu holen. Nicht zuletzt wegen der Vorstellungen der übrigen Abstiegskandidaten, die mit Ausnahme von Kaiserslautern und Köln (unter Solbakken) um jeden Quadratmillimeter auf dem Platz gekämpft haben und auch nach Rückständen nicht auseinander
gebrochen sind. Das die Lage wirklich schlimm war, wurde mir dann auch durch das Umfeld vermittelt, als es plötzlich keine Häme sondern nur noch Mitleid für meine HSV-Anhängerschaft gab.

Nach der richtigen Demission von Oenning, bei dem für mich zu keinem Zeitpunkt ein System oder eine Philosophie zu erkennen war, ging es ja auch unter Fink erst bergauf und ich hatte die Hoffnung, dass sich meine Befürchtungen nicht bewahrheiten würden und wir frühzeitig nichts mit den Abstiegsplätzen zu tun haben würden. Was dann kam, ist ja allen HSV-Anhängern bekannt und hat sicherlich viele Gründe, zu denen ich auch meine Meinung habe, die ich aber niemals so vehement und absolut nach außen trage, wie es einige der Blogger Tag für Tag tun. Ich war aktiver Fußballer, habe den Schiedsrichterschein gemacht, kann Bilanzen lesen und besitze grundsätzliches Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge, aber ich bin Außenstehender und viel zu weit weg, um den HSV und seine Verantwortlichen ernsthaft zu beurteilen.

Dennoch, man sagt: „der Fisch stinkt vom Kopf”, und dieser Spruch entzieht sich – wie alle Weisheiten – nicht aller Realität. Der HSV hat viel zu viele Baustellen und ich hoffe inständig, dass diese nun endlich ernsthaft und vor allem nachhaltig angegangen werden. Dazu gehört für mich auch, dass sich der Verein professioneller aufstellt, den Aufsichtsrat verkleinert und mit Sachverstand ausstattet – am besten sollte endlich damit angefangen werden, HSV-Urgesteine einzubinden. Kandidaten aus den glorreichen Zeiten (z. B. Hrubesch, Kaltz, von Heesen etc.) fallen mir da genügend ein. Auch dieses Thema wurde schon zur Genüge im Blog mehr oder weniger sachlich diskutiert.

Sportlich wurde es völlig unverständlicherweise über Jahre versäumt, den Abgang von Dietmar Beiersdorfer auch nur annähernd zu kompensieren. Jetzt ist für viele Frank Arnesen der Sündenbock. Seine Bundesliga-Kompetenz und Einkaufspolitik stehen zur Diskussion. Er hat aber nicht die Situation zu verantworten, die er jetzt managen muss. Ich denke er macht das Beste aus den Möglichkeiten, die der Verein überhaupt
noch bietet – und die sind alles andere als gut.

Sportlich werden wir in den nächsten Jahren kleine Brötchen backen müssen, aber solange wir erstklassig bleiben und der Verein eine positive Entwicklung nimmt, ist das für mich hinnehmbar. Dazu gehört im Wesentlichen die konsequente Verjüngung der Mannschaft (entgegen anderen Behauptungen liegt der Altersschnitt des HSV eher im Mittelfeld), nach Möglichkeit mit nationalen, bestenfalls sogar mit regionalen Spielern sowie die Entwicklung und Umsetzung einer einheitlichen Spielphilosophie für den Verein.

Hinsichtlich des Spiels gegen Mainz hoffe ich nicht, dass die Ex-HSVer Zidan und Choupo-Moting unsere Erstklassigkeit auf einen Existenzkampf in Augsburg verschieben. Den Fall einer verspielten Relegation gegen wen auch immer will ich mir gar nicht erst vorstellen. Ein Abstieg wäre m. E nicht heilsam für den Verein sondern würde das herrschende Chaos noch vergrößern. Und angesichts der geforderten Tugenden in der 2. Liga sowie der dort herrschenden Konkurrenz wäre einer direkter Wiederaufstieg sowieso nicht selbstverständlich.

Aber soweit wird es wohl – Gott sei es gedankt – nicht kommen! Zuletzt möchte ich dir (und natürlich auch Scholle) noch einmal danken, dass du es vielen Fans ermöglichst, durch deinen Blog und dem neuen „Matz ab live” nicht nur nah sondern auch zeitnah an unserem HSV dran zu sein – das ist wirklich sensationell, danke, danke, danke!

Die meisten Sportsendungen um den Fußball ertrage ich wirklich nicht mehr, weil sich mindestens ein Beitrag um die Roten aus München dreht; die interessieren mich in der Regel mittlerweile nur noch zweimal im Jahr: nämlich dann, wenn wir gegen sie spielen müssen. Ich hoffe inständig, dass das auch in den nächsten Jahren so bleibt ;-)!

Einen schönen Tag und herzliche Grüße aus O.

Und von „Beiersdorfer” gab es auch das noch:

Ich möchte nochmals den Blog und das neue Live Format in höchsten Tönen loben, weil es für mich, der ich nicht aus Hamburg komme, keine auch nur annähernd vergleichbare Möglichkeit gibt, mich über den HSV in allen Details zu informieren. Im Blog kann sich ja dann ja dann noch jeder in Diskussionen einlassen ganz wie er mag und wers nicht mag, der kanns ja sein lassen.. Ich kann keine Kritik an dem Live Stream Format nachvollziehen.
Was soll das denn? Ich meine davon hat man doch jahrzehntelang geträumt .. das war doch Sience Fiktion .. immer nur die paar Krümel aus dem Bayern-TV-Doppelpass .. und nun so schnell im Anschluss an das Spiel eine HSV Talk Runde … ein Traum … ein Super Service … Tausend Dank für das Herzblut, die Mühe und den Service!

Also ich schau es mir immer an. Da sind doch neben dem ganzen “Auflage Verlags Hintergründen” mit Dieter und Scholle doch Menschen am Werk .. dazu ganz unstrittig durch u durch echte HSVer im tiefsten Herzen .. die heben sowas aus der Taufe .. und da gibts Leute denen der Stream zu schlecht ist !?.. au backe wie peinlich ist das denn ? man wie muss das ankommen? Und das hat doch auch gar nichts damit zu tun ob jemand inhaltlich andere Meinungen vertritt. Also ich bin sehr dankbar für den Blog mit allem drum u dran und wenn mal ein paar Dinge nicht perfekt klappen juckt mich das doch überhaupt nicht. Es ist und bleibt der beste Service rund um den HSV.

Das gilt zB auch für die heute hier abgedruckten Fink Zitate aus dem Doppelpass. Ich hatte Doppelpass nicht gesehen u konnte im Internet nirgendwo was zu den dort besprochenen HSV Inhalten finden. Nur hier .. Am Sonntag für uns zusammengefasst. Das ist einfach ein klasse Service. Und das darf man ruhig mal als nicht selbstverständlich ansehen und danke sagen Da verschmerze ich ganz locker .. Nein das gehört eben zu der Vielfalt von Meinungen dazu .. das Dieter zu den Finanzfragen eine Meinung vertritt mit der ich mich nicht abfinden kann. Who cares .. Aber deshalb muss man doch die ganze Veranstaltung hier als HSVer von Herzen begrüßen und froh u dankbar sein.

Also ich sag jedenfalls Danke für Euren ganzen Einsatz .. Und dass ihr nach der langen Woche mit täglichen Berichten für uns auch noch das ganze Wochenende durchberichtet. Und für jeden, dem das alles zu kuschelig ist … Einfach den Beitrag überspringen.

So, das war es zunächst. Am Mittwoch wird um 10 Uhr im Volkspark geübt.

18.18 Uhr

Adler und Kuyt – große Namen, die Lücken aber bleiben

23. April 2012

Ja, ja, der Herr Gagelmann also. Einer der vernünftigen Zunft hat sich nicht unter Kontrolle. „Drecks-Kick“ und „Ihr verliert ja sowieso“ soll er unter anderem gesagt haben. Ich gebe zu, als ich das das erste Mal gehört habe, war mein sofortiger Reflex: Das kann nicht sein. Da will ihm jemand Böses. Dennoch dachte ich mir, dass bei solchen Geschichten immer auch etwas Wahrheit dran ist, wenn so viele Leute aus den verschiedensten Lagern es behaupten. Meistens sind es enttäuschte Spieler, die den Schiri für das Nichterreichte verantwortlich machen. Allerdings scheint das diesmal anders zu sein.

Immerhin haben neben David Jarolim auch andere Spieler derartige Äußerungen vernommen. Dazu auch noch Spieler, die relativ unverdächtig sind, wie beispielsweise Nürnbergs Keeper Schäfer. Und mal ehrlich, haben wir uns nicht alle zuerst gefreut aber dann gefragt, wie um Himmels Willen ein Schiedsrichter bei dem Spielverlauf auf gerade mal eine (!!) Minute Nachspielzeit kommt? Allein die Verletzungspause Kacars war ja schon doppelt so lang. Ganz ehrlich: Und wäre das Ergebnis für den HSV nicht so positiv gewesen, ich hätte im Kreis gek…. Ich hätte mindestens vier Minuten gefordert und Gagelmann sowie seine Assistenten wüst bepöbelt…

Aber es sind Konjunktive. Nur Konjunktive. Und genau deswegen habe ich heute versucht, Gagelmann zu erreichen. Leider – aber irgendwie auch verständlicherweise – erfolglos. Denn Gagelmann kann die fehlenden Nachspielminuten eh nicht für alle Parteien ausreichend erklären. Und jede Äußerung zu den Vorwürfen würde das Thema unnötig und für ihn quälend länger am Leben erhalten. Und, nur so nebenbei: Habt Ihr mal darauf geachtet, was und in welcher Lautstärke sich Schiedsrichter für ihre Entscheidungen auf dem Platz anhören müssen? Ich habe das Glück, mit einen Bundesligaschiedsrichter bekannt zu sein, der mir häufiger davon berichtet. Und glaubt mir, so sehr ich als Spieler die Schiedsrichter verteufelt habe – es gab tatsächlich keinen, den ich gut fand – ich könnte nie so ruhig bleiben wie der allergrößte Teil der Unparteiischen. Schon gar nicht, wenn ich all die niveaulosen Beschimpfungen und Beleidigungen hören würde, die sich Bundesligaschiedsrichter anhören müssen.

Aber egal, dafür werden sie gut bezahlt und letztlich sind sie es, die sich auf dem Platz derart Respekt verschaffen müssen, dass sich Spieler solche Dinge eben nicht erlauben.

Aber, und deswegen komme ich lieber schnell wieder in die Gegenwart, vor allem bleibt uns nicht genügend Zeit, um uns lange mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Immerhin fehlen uns praktisch zwei Punkte und theoretisch nur noch ein Punkt, um endlich sicher zu sein.

Wobei ganz sicher nicht dabei sein wird Gojko Kacar, dessen Verletzung im TV so übel aussah, wie sie sich später auch anhörte. Vier Monate muss der Serbe pausieren. Gerade er, der seit seinem ersten Bundesligaspiel vor vier Jahren elf schwerere Verletzungen hinter sich gebracht hat. Rund 45 Wochen – die kommenden zwölf nicht einberechnet – musste Kacar seither verletzungsbedingt pausieren. Das ist echt massiv. Zum einen ist es sicher seiner ungestümen Art und seinen hart geführten Zweikämpfen geschuldet – aber eben auch eine ganze Menge Pech.

Das wäre es auch, wenn Jaroslav Drobny ausfällt. Sven Nauhaus’ ordentliches Bundesliga-Debüt in allen Ehren, aber die Souveränität des Tschechen war es, die den HSV in dieser Saison immer wieder auf Kurs gehalten hat. Und angesichts des bevorstehenden Klassenerhaltes und der daraus resultierenden Verpflichtung René Adlers dürfte Drobny nur noch zwei Spiele für den HSV offen haben – davon nur das am Sonnabend gegen Mainz im eigenen Stadion, um sich ordentlich (vor allem mit dem endgültigen Klassenerhalt) von den eigenen Fans zu verabschieden.

Und das ist immer noch weniger, als er sich insgesamt verdient hat. Normal wären 14 Tage Pause, sagt der Mannschaftsarzt. Drobny selbst jedoch hofft weiter auf eine schnellere Genesung. „Mal sehen, wie es sich in den nächsten Tagen entwickelt“, lässt sich der Tscheche zitieren. Und ganz ehrlich, ich glaube, er spielt am Sonnabend. Ich hatte es mehrfach geschrieben. Für mich ist Drobny trotz seines diskutablen Presse-Boykotts vielleicht der Spieler der Saison. Ganz sicher aber einer der hartgesottensten. Der hört erst dann auf, wenn er wirklich und auch praktisch auseinanderfällt.

Womit ich nicht automatisch auch den HSV kritisieren will. Der hat sich für einen jüngeren Keeper entschieden. Ebenso wie im Fall Jarolim steht auch bei Drobny die Entscheidung fest, dass er ersetzt werden soll. Leverkusens René Adler kommt. Und ohne mich hier endgültig festlegen zu wollen, komme ich mit der Entscheidung klar. Sie ist perspektivisch. Aber sie ist auch nur so lange für mich in Ordnung, wie der HSV dadurch nicht auf den Positionen Einschränkungen in Kauf nehmen muss, die im Gegensatz zur Torwartposition deutlich schwächer besetzt sind. Da fallen mir die beiden Sechserpositionen, zwei Innenverteidiger- und natürlich die Personalie „kreativer Mittelfeldspieler“ ein.

Womit ich beim Thema Dirk Kuyt angekommen wäre. Der Niederländer steht beim HSV Jahr für Jahr auf dem Wunschzettel. Schon damals, als der heutige 31-Jährige 2006 von Rotterdam nach Liverpool wechselte, hatte ihn der damalige HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer auf dem Zettel. Und das fand ich immer auch mehr als verständlich. Zumindest damals, als noch höhere Ablösesummen bezahlt werden konnten. Immerhin gilt Kuyt als extrem mannschaftsdienlicher Angreifer, der sowohl zentral als Spitze, direkt dahinter sowie auf den Außenbahnen (aktuell rechst für Liverpool) spielen kann. Allerdings gilt Kuyt nicht als typischer Kreativspieler sondern eher als Kämpfer und Wühler. Und: So gut er dem HSV zu Gesicht stehen würde, er bindet auch mal eben eine Million Euro Ablöse sowie ein Millionengehalt (aktuell 3,2 netto!), das den HSV deutlich einschränken würde bei der Suche nach weiteren Verstärkungen.

Womit sich der Kreis zu Adler schließt, denn schon wieder wäre es eine Personalie, die der HSV nicht vorrangig neu besetzt werden muss. Denn im Sturm stehen Berg, Son, Arslan, Guerrero, Rudnevs auf der HSV-Gehaltsliste. Und auch auf den Außen haben wir mit Jansen, Ilicevic, Töre und Sala (sowie noch mal Son) durchschnittliche bis gute Alternativen. Ergo: Zwei Sechser, mindestens ein Innenverteidiger und der so eminent wichtige Kreativspieler fehlen immer noch. Und ohne die könnte die Saison schnell wieder so daneben gehen wie die aktuelle…

Wobei: diese Saison ist noch nicht vorbei, geschweige denn gerettet. Am Sonnabend kommt Mainz – und Paolo Guerrero kehrt nach sieben Wochen und acht Spielen Sperre zurück. Morgen um 17.30 Uhr testet er erstmals beim MSV Pampow (Verbandsliga Mecklenburg Vorpommern) in Schwerin. Und der Peruaner wird dem HSV am Sonnabend helfen können. Ob von Beginn oder als Einwechselspieler, seine Qualitäten, den Ball vorn festzumachen und zu halten, hat beim HSV sonst niemand. „Paolo entlastet das eigene Spiel. Immer“, hatte Frank Arnesen im Winter noch hoch gelobt. Und wenn uns eines in den letzten Wochen deutlich wurde: beim HSV ist niemand so konstant wie Paolo vorn. Kein Berg, der seine Chance dennoch genutzt hat. Und auch noch kein Heung Min Son, dessen zwei letzten Tore letztlich den Klassenerhalt gesichert haben dürften. „Sonni spielt manchmal wie befreit und manchmal so, als hätte er Blei an den Füßen“, fasste Arnesen Sons Saison zusammen. Und er hat Recht. Noch zumindest…

In diesem Sinne, bis morgen. Da wird um 10 an der Arena trainiert, anschließend geht es für die Reservisten und die, die zuletzt nicht so zum Einsatz kamen, nach Schwerin.

Scholle

P.S.: Am Ende noch ein paar Worte in eigener Sache. Wir haben am Sonnabend das dritte Mal unsere „Matz-Ab-Live“-Sendung produziert. Ein neuartiges Produkt, das von Euch sensationell gut angenommen wird und das uns mit unseren Gästen sehr viel Spaß bereitet. Allerdings ist es auch ein Produkt, das normalerweise einer langen Vorbereitungszeit bedarf, während unsere Online-Spezialisten das binnen kürzester Zeit stemmen mussten. Deshalb: wir arbeiten beständig an einer Verbesserung des Produktes. Und obwohl wir mit dem Bisherigen – so glauben wir zumindest – schon sehr zufrieden sein konnten, wir werden nichts unversucht lassen, immer besser zu werden. Von der technischen Ausstattung bis hin zur inhaltlichen Gestaltung. Wie genau das aussehen wird, werden wir Euch hoffentlich schon bis zur nächsten Sendung, also noch vor der Sendung zum Augsburg-Spiel am 5. Mai, erläutern können.

„Kämpferisch das schöne Gesicht gezeigt“

22. April 2012

Dieses Spiel passte wie die Faust aufs Auge zu dieser Seuchen-HSV-Saison. Spielerisch keine Offenbarung, und dann diese beiden Verletzungen. Zum Glück findet diese verkorkste Spielzeit ja bald ein Ende, es wird eine Erlösung sein – nur noch zweimal geht es um Punkte. Wird auch Zeit, ganz ehrlich. Nicht dabei sein wird dann Gojko Kacar, der wegen eines Knöchelbruchs und diverser Bandverletzung mindestens vier Monate ausfallen wird. Auch dieser herbe Rückschlag passt exakt zur Saison des HSV – und auch von Kacar, der eigentlich nie so richtig zu seiner Form fand. Gute Besserung von dieser Stelle aus! Nicht ganz so schwer hat es offenbar Torwart Jaroslav Drobny erwischt. Der Tscheche wurde noch nach dem Spiel in einem Nürnberger Krankenhaus untersucht, aber außer einer schweren Beckenprellung ist nichts festgestellt worden. Drobny flog mit der Mannschaft nach Hamburg, und Sportchef Frank Arnesen berichtete: „Nach dem ersten Bier ging es ihm schon besser, da war seine Laune schon wieder ganz okay, nach dem zweiten Bier dann noch etwas besser. Er will am Mittwoch wieder trainieren – und am Sonnabend gegen Mainz wieder im HSV-Tor stehen . . .“

Dazu HSV-Mannschaftsarzt Philip Catala-Lehnen: „Jeder normale Mensch würde mit einer solchen Verletzung 14 Tage im Bett liegen, aber Jaroslav nicht. Wenn er sagt, dass er spielen will, dann spielt er auch, dann ist ihm das nicht zu verbieten.“ Stimmt wohl, denn der 32-jährige Drobny „schleppt“ sich ja schon seit einigen Wochen mit diversen Verletzungen von Spiel zu Spiel ins Tor – eigentlich ein Wunder, dass er nicht schon mal eher ausgefallen ist.

Aber die Frage, ob Drobny nun gegen Mainz im Tor stehen wird – oder nicht, die wird ohnehin erst gegen Ende dieser Woche eine Antwort finden. Immerhin hat der HSV schon einen würdigen Vertreter gefunden, denn Sven Neuhaus hat seine Sache in seinem ersten Bundesliga-Spiel ja sehr gut gemacht. Ich gebe zu, dass ich arge Bedenken hatte, denn ich sah vor einigen Wochen das Testspiel des HSV gegen Kopenhagen. In diesem Spiel machte Neuhaus auf mich einen sehr, sehr unsicheren Eindruck, er segelte unter vielen Flanken der Dänen durch. „Mangelnde Spielpraxis“, so schrieb ich damals. Davon war in Nürnberg aber nichts mehr zu sehen.
Zudem muss klar festgestellt werden, dass Sven Neuhaus bei seinen Kollegen einen sehr guten Ruf genießt, weil er ein „Super-Typ“ ist. Und darüber hinaus genießt er das volle Vertrauen der Mannschaft. Dennis Diekmeier, der am Sonnabend bei uns („Matz ab live“) zu Gast war, lobte Neuhaus in den höchsten Tönen und schwärmte auch von den großartigen Paraden des Ersatzkeepers im Training.

Sven Neuhaus selbst war nach dem Spiel in Nürnberg die Ruhe selbst – wie eigentlich auch schon im Spiel. Er sagte: „Ich hatte ja nicht so viel zu tun, weil wir in der Defensive sehr gut standen. Im Moment, das muss ich sagen, fühlt sich das erste Bundesliga-Spiel noch nicht so euphorisch an, vielleicht kommt das erst im Nachhinein, wenn man die Karriere beendet hat. Vielleicht sagt man sich dann, dass man mal ein Bundesliga-Spiel gemacht – eventuell freut man sich dann auch nachträglich darüber. Aber im Moment ist es eben das Wichtigste, mit der Mannschaft das Ziel zu erreichen. Und da fehlt uns noch ein Schritt.“ Neuhaus sagte weiter: „Obwohl wir ja mit dem 1:1 in Nürnberg ein wichtiges Etappenziel schon erreicht haben, indem wir nicht mehr direkt absteigen können. Wir haben in einigen dreckigen Spielen bewiesen, dass wir einen guten Charakter in der Mannschaft haben, um in solchen Situationen zu bestehen, das hat sich in den letzten Wochen ausgezahlt.“

Zu seinem plötzlichen Auftritt in der Ersten Bundesliga, als er in der 23. Minute zwischen die Pfosten musste, sagte Sven Neuhaus: „Ich habe gesehen, wie ihn Pekhart erwischt hat. Es ist immer schwierig für einen Torwart, wenn er beide Arme in der Luft hat und nach dem Ball greift – dann ist er ungeschützt. So kam es zu diesem Körperkontakt. Drobny ist sehr hart im Nehmen, und wenn er sich einmal behandeln lässt, dann hat das schon etwas zu sagen. Deshalb habe ich dann auch schon mal vorsorglich meine Fußballstiefel angezogen.“ Und? Nervös gewesen? Neuhaus: „Ich habe ein gesundes Kribbeln im Bauch gespürt. So wie man es haben sollte, wenn man in der Bundesliga spielt. Ich war aber nicht besonders nervös, weil mir meine Mitspieler und mein Trainerteam immer das Gefühl vermittelt haben, dass sie mir vertrauen. Bei mir müssen die ersten Ballkontakte sitzen, dann bekomme ich auch die nötige Sicherheit.“

Am 1:1 von Didavi war er schuldlos. Und machtlos. Obwohl Neuhaus sagt: „Ich bin immer der Meinung, dass es keine unhaltbaren Bälle gibt. Aber in einer solchen Situation muss man auch ein wenig Glück haben und hoffen, dass einen der gegnerische Spieler anschießt.“ Den Gefallen tat ihm der junge Nürnberger aber nicht. Und auch deswegen ist der HSV noch nicht endgültig gerettet. Es fehlt noch ein Pünktchen. Sven Neuhaus: „Wir richten den Blick weiter auf das Wesentliche, wir werden nicht blauäugig sein. Es ist in der Bundesliga schon so viel passiert, deshalb werden wir weiterhin konzentriert zur Sache gehen.“ Mit einem Jaroslav Drobny im Tor? Oder doch mit Neuhaus? Der 34-jährige Debütant auf die Frage, ob er bereit für einen Auftritt im eigenen Stadion wäre: „In Hamburg vor 57 000 zu spielen, das ist ja nun wirklich keine Strafe – darauf würde ich mich freuen.“

Aber ob das wirklich eine Freude sein wird? Nicht der eventuelle Einsatz von Neuhaus, sondern das „Endspiel“ gegen Mainz? Ich weiß es nicht. Die Mainzer mit ihrem „närrischen“ Trainer sind immer ein sehr unangenehmer und unbequemer Spielpartner – nicht nur für den HSV. Aber, was die „Arbeit“ erleichtern könnte: der HSV braucht nur noch einen Punkt (wenn überhaupt – kommt ja auch auf den 1. FC Köln an). Und wer in Nürnberg einen Zähler holt, der müsste doch eigentlich auch zu Hause . . . Abwarten.

„Unser Minimal-Ziel in Nürnberg war ein Punkt“, sagt Trainer Thorsten Fink. Und er ergänzt: „Das war ein ganz wichtiger Punkt, aber es ist auch ein wenig ärgerlich, dass es nur ein Punkt wurde, denn es war hier mehr für uns drin. Aber nun werden wir im eigenen Stadion den letzten Schritt gehen. Wir waren ja darauf eingestellt, dass es bis zum letzten Spiel hart sein wird, deswegen bin ich jetzt auch nicht geschockt oder enttäuscht. Die Mannschaft hat das ordentlich gemacht, zumindest kämpferisch haben wir unser schönes Gesicht gezeigt. Trotz allem dürfen wir nicht nachlassen, wir müssen weiterhin kämpferisch bleiben.“

Über die 90 Minuten befand Thorsten Fink: „Wir konnten nicht locker in das Spiel gehen, nicht einfach drauf losgehen, sondern mussten den Kampf annehmen, gut stehen, die richtige Einstellung zeigen – und das alles haben wir auch gemacht. Damit bin ich zufrieden.“ Dann sagte Fink auch noch: „Ich bin überzeugt davon, dass wir am nächsten Wochenende den Klassenerhalt schaffen werden, dass wir das packen.“ Und dann – halb scherzend und mit einem Auge zwinkernd: „Wir scheinen zu Hause ja eine Macht zu werden, das haben die letzten Spiele gezeigt. Das stimmt mich optimistisch. Wir wollen das mit und für unsere Fans schaffen – und dann feiern, das ist unser Anreiz.“

Heute am Vormittag war Thorsten Fink ja noch im „Doppelpass“ von „Sport 1“, und da sagte der HSV-Coach . . .

… über den fast gesicherten Klassenerhalt:

„Klar ist, dass wir das nächste Heimspiel gewinnen wollen, um alles perfekt zu machen. Das sind wir auch unseren Fans schuldig, gerade weil wir in den Heimspielen ja auch immer so sehr enttäuscht haben. Mit diesem Sieg hätten wir die Klasse gesichert. Das war ja auch unser Ziel als ich gekommen bin, das war der Auftrag. Wir haben jetzt natürlich auch Höhen und Tiefen gehabt. Das Ergebnis gestern war gut, das Spiel war nicht so gut.“

Thorsten Fink . . .

… über die neue Philosophie in Hamburg:

„Wir wollen natürlich junge Leute holen, die sich mit dem Verein identifizieren. Wir wollen Spieler von unten hoch bringen. Das ist klar und sollte auch Teil unserer Philosophie sein. Wir holen jetzt Maximilan Beister zurück. Der kommt aus Hamburg. Der ist jung, der ist hungrig, der will Erfolg und will spielen. Das ist schon mal ein kleiner Schritt. Ich sage nicht, dass alles so toll war. Wir schauen ja nach vorne und schauen nicht allzu weit zurück. Das war vielleicht schlecht in der Vergangenheit, aber jetzt arbeiten wir – Frank Arnesen, Carl Jarchow, und ich als Trainer – zusammen.
Wir ziehen an einem Strang und halten zusammen. Ich glaube, dass da was in Zukunft entstehen kann. Man muss uns aber auch Zeit geben. […] Man kann jetzt nicht wieder alles ändern. Wir wollen schon natürlich den ein oder anderen älteren Spieler abgeben. […] Wir wollen den Kader kleiner und konzentrierter machen, sodass wir da wirklich Klasse haben. […] Wir werden jetzt sicherlich nicht jeden Spieler holen können, den wir wollen. Wir müssen sehr genau hinschauen, haben aber auch eine Scouting-Abteilung, die sehr agil ist. Ich denke, dass wir eine gute Mannschaft hinkriegen. Trotzdem werden wir keine großen Sprünge machen können.“

Und Thorsten Fink sagte. . . .

… über die möglichen Transfers von Dirk Kuyt und Rene Adler:

„Er (Dirk Kuyt Anm. d. Red.) ist ein riesen Spieler und würde uns schon verstärken. Da bin ich mir ganz sicher. Ich habe mit dem Spieler nicht geredet. Frank Arnesen hat mit dem Berater geredet, das weiß ich. Aber inwieweit da etwas fortgeschritten ist, kann ich wirklich nicht sagen. […] Es ist nicht klar, dass Adler kommt, sonst würden wir es ja bekannt gegeben. […] Wir haben ja gesagt, dass wir Interesse haben. Das will ich auch nicht dementieren. Wir haben aber auch einen guten Torwart. Jaroslav Drobny ist ein hervorragender Torwart, der auch für Teamwork steht. Das ist ein Aspekt, der mir sehr wichtig ist. Aber Rene Adler ist ablösefrei und ein Torwart im besten Fußballeralter.“

Das war der Auftritt des HSV-Trainers in München. Über den Drobny-Ersatz Sven Neuhaus urteilte der Trainer wie folgt: „Er war überhaupt nicht nervös, er hat eine gute Ausstrahlung gehabt. Man sieht ihm seine Erfahrung an, wir vertrauen ihm, er ist sehr sicher gewesen – dafür ist er ja da. Wir wissen, dass wir uns auf ihn verlassen können.“

Ist doch klar. Sonst wäre er doch gar nicht beim HSV . . .

Zufrieden zeigte sich in Nürnberg auch der Sportchef. „Es war ein gutes Wochenende für uns, denn wir können nicht mehr direkt absteigen. Wenn es sehr, sehr schlecht läuft für uns, dann müssen wir in die Relegation, aber wir haben jetzt in fünf Spielen acht Punkte geholt, wir haben gezeigt, dass wir die Situation angenommen haben. Wir haben in Nürnberg sicherlich kein gutes Spiel gezeigt, aber wir waren kämpferisch stark und haben diszipliniert gespielt – mit dem Resultat bin ich zufrieden“, sagte Frank Arnesen.

Der Däne plauderte dann auch noch über zwei mögliche Neuzugänge. Zu Rene Adler befand er: „Ich hoffe, dass der Transfer nun näher rückt – so wie unsere Rettung nun näher rückt. Das geht Hand in Hand.“ Und dann schwärmte Arnesen geradezu von Dirk Kuyt, der noch für den FC Liverpool spielt: „Er hat so viel Qualität, Mentalität und Erfahrung, dass er uns einen großen Schritt weiterbringen würde – er ist ein fantastischer Typ. Und ein Vorbild auf dem Platz und neben dem Platz, er gibt immer alles für die Mannschaft. Er wäre auf jeden Fall sehr wertvoll für unsere Mannschaft.“ Frank Arnesen sagte aber auch: „Es ist ein langer und beschwerlicher Weg, ihn zu bekommen. Ich habe mit seinem Berater gesprochen, die Bundesliga wäre interessant für ihn. Dirk Kuyt ist topfit – aber aus unserer Sicht ist das noch alles auf dem Niveau ‚Hoffen’. Auf jeden Fall hat der Berater nicht gesagt, dass Kuyt nicht interessiert wäre, zum HSV zu kommen. Aber wir sind auch nicht der einzige Verein, der Interesse an Kuyt zeigt . . .“

Bliebe aber auch noch eine kleine weitere – nicht ganz unwichtige – Frage zu klären: wer soll das bezahlen? Dazu Arnesen: „Klar, ein Dirk Kuyt ist teuer, man muss sehen, ob man das machen kann. Oder ob man es nicht machen kann. Ich werde es aber auf jeden Fall probieren.“

Das klingt doch gut. Und irgendwie auch viel besser, als ich es noch in der vergangenen Woche angenommen habe. Lassen wir uns mal überraschen.

Übrigens: Dass David Jarolim am Saisonende doch plötzlich bleiben könnte (weil Kacar jetzt länger fehlen wird), das ist so gut (oder schlecht) wie ausgeschlossen. Frank Arnesen sagte dazu im “Sportclub live” des NDR: “Die Situation ist unverändert. Ich habe entschieden und dazu stehe ich. Ich muss gucken, was wir können und ich brauche ganz klar Geld, um auch etwas Neues zu machen.“
Das Interview zum Nachhören gibt es in Kürze im Video auf ndr.de/sport

Themen-Wechsel:

Soeben hat Augsburg 1:1 gegen Schalke gespielt – obwohl sicher auch ein Sieg des Aufsteigers möglich gewesen wäre, denn er hatte die besseren Chancen. Zum Glück für den HSV blieb es aber bei der Punkteteilung. Wobei zu sagen ist, dass mit Sebastian Langkamp ein ehemaliger Hamburger das 1:0 für Augsburg geköpft hat. Langkamp war von 2007 bis 2008 beim HSV (kam damals vom FC Bayern II) . . .

Da graut mir irgendwie schon ein wenig vor dem nächsten Sonnabend, denn da kommt Eric-Maxim Choupo-Moting mit Mainz in den Volkspark . . .
Abwarten.

Und noch ein „Ehemaliger“ spielte an diesem Wochenende eine Rolle:
Besart Berisha. Der frühere Bundesliga-Profi des HSV (und albanische Nationalspieler) ist mit seinem Club Brisbane Roar australischer Fußball-Meister geworden. Im Endspiel der A-League gegen Perth Glory gewann Brisbane am Sonntag dank zweier später Tore des ehemaligen Hamburgers (und Bielefelders) Berisha (84. und 90. per Foulelfmeter) mit 2:1.

So, ganz zum Schluss noch einmal in eigener Sache: „Matz ab live“

Wir stecken mit diesem Internet-Format noch in den Anfängen, noch in den Kinderschuhen, und selbstverständlich gibt es noch diverse Schwächen und Unebenheiten. Keiner von uns aber hatte erwartet, dass wir wie „Kai aus der Kiste“ kommen und in den „Charts“ an und auf die Nummer eins schießen. Gut Ding will Weile haben. Wir wollen den HSV im Gespräch halten, und dafür werden wir alle hart und akribisch weiter an dieser Talkrunde arbeiten. Damit wir irgendwann einmal sagen können: „Nun ist es gut, nun steht die Sendung optimal – nun sind wir da, wo wir sein wollten.“

Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ich hoffe, dass ihr die Geduld aufbringen könnt – wir werden es. Und wir werden auch nach dieser Saison weiterhin „auf Sendung“ sein. Einmal pro Woche schwebt uns vor, dazu brauchen wir auch eure Hilfe, denn es soll über den HSV, unseren HSV, euren HSV – mit euch gesprochen werden. Ich stelle mir das ganz spannend vor – ihr hoffentlich auch. Vielleicht gibt ja schon mal der eine oder andere „Matz-abber“ ein kleines Zeichen, ob er dann (gegebenenfalls) mit von der Partie sein würde.

Bei der Gelegenheit bedanken wir uns, Scholle und ich, noch einmal bei Lotto King Karl, dass er bei der ersten Sendung (dem ersten Versuch!) mit von der Partie war, und dass nun mit Dennis Diekmeier auch schon der erste aktuelle HSV-Profi seine Visitenkarte bei uns abgegeben hat. Das war klasse, das war riesig! Von beiden. Vielen Dank dafür, super, super. Beide Herren werden in die „Geschichte“ von „Matz ab live“ eingehen – wie natürlich auch die drei anderen Herren, die bislang unsere Gäste waren: Carsten Kober, Bert Ehm und Manfred Lorenz.
Vielleicht werden wir eines fernen Tages sagen (und schwärmen) können: „Weißt du noch, wie du uns damals aus den Startlöchern geholfen hast . . ?“
Wir vom Hamburger Abendblatt werden uns, das kann ich versprechen, auf jeden Fall die größte Mühe geben, um euch, den Fans des HSV, eure „Liebe“ immer noch ein Stückchen näher zu bringen. Möglichst (natürlich) positiv.

PS: Am Montag ist kein Training im Volkspark.

18.28 Uhr

In eigener Sache
Pfeil
0  00 : 00 : 00
Tage  Std.  Min.  Sek.