Er war schon ein wenig enttäuscht. Auch wenn er es sich nicht anmerken lassen wollte, hatte Dennis Diekmeier aufgrund von 19 Absagen für die USA-Reise eine kleine Restchance für sich gesehen. „Ich darf und will da gar nicht vermessen werden, es wäre schon sehr überraschend gewesen“, so der Rechtsverteidiger, „aber ich mag Überraschungen dieser Art ganz gern.“
Dennis Aogo auch – und der Linksfuß darf sich freuen, immerhin zählt er zum vorläufigen Aufgebot von Bundestrainer Joachim Löw. Ebenso wie für seine HSV-Kollegen René Adler, Heiko Westermann und Marcell Jansen fragte der DFB offiziell auch für Aogo beim HSV an. Überraschend? Irgendwie schon. Aber irgendwie auch wieder nicht. Denn Aogo ist gesund und gehörte immer zum erweiterten Kreis – und aus dem bedient sich Löw bei Ausfällen seiner Stammleute vorrangig. Dennoch bin ich gespannt, wer noch dazu kommt. Immerhin dienen solche Länderspiel-Promo-Reisen auch immer ganz gut dafür, neue Gesichter zu testen. Zumindest finde ich es deutlich spannender, welcher Youngster sich dann am besten präsentiert und als Hoffnung für die nächsten Jahre geeignet ist.
Gut, Diekmeier ist es nicht, aber damit war auch nicht wirklich zu rechnen. Obwohl der Rechtsverteidiger beim HSV eine ordentliche Saison spielt und für mich – das diskutiere ich immer wieder mit meinen Kollegen im HSV-Reporterkreis – die besten Flanken schlägt. Scharfe Flanken mit der Kurve zum Kopf. Eigentlich perfekt für ein Kopfballungeheuer – das hat der HSV allerdings (noch) nicht. Gesucht wird bereits seit längerer Zeit ein solches. Eines, das am besten auch noch technisch gut den Ball verarbeiten und am Spiel teilhaben kann. Der reine Stoßstürmer soll es nicht sein – den hat man mit Artjoms Rudnevs bereits. Vielmehr ist es die spielerische Lösung á la Lewandowski, die gesucht wird. Aber dabei müssen auch die Finanzen mitspielen – zumal der Markt nicht gerade überschwemmt wird mit perfekten Stürmern.
Und, das wird in dieser Woche noch an der einen oder anderen Stelle groß gespielt werden, der HSV hat weiterhin finanziell Sorgen und ist zum Sparen gezwungen. Fakt ist, dass der HSV nach Defiziten von 4,9 (2010/2011) und 6,6 Millionen Euro (2011/2012) aktuell bereits zum dritten Mal in Folge ein Geschäftsjahr mit einem großen Minus beenden wird. Dass die Lizenz für die nächste Saison dennoch ohne Auflagen erteilt wurde, ist der Liquidität zu verdanken, zu deren Nachweis der Klub die im Vorjahr aufgelegte Fan-Anleihe in Höhe von 17,5 Millionen Euro vorweisen kann. Zweckgebundenes Geld allerdings. Wobei der HSV aus seinem Vermarktervertrag mit Sportfive in kürzerer zeit mit einem Signing-Fee von rund fünf Millionen Euro rechnen kann und zudem der Verkauf von Heung Min Son weiterhin näher rückt. Rund zehn Millionen Euro waren bislang kolportiert worden. Eine Summe, die Borussia Dortmund locker zahlen kann nach dem Götze-Transfer nach München. Zudem wird immer wahrscheinlicher, dass auch Lewandowski den Klub verlässt. Vor ein paar Wochen hatte ich etwas voreilig von vollendeten Tatsachen gesprochen – allerdings gilt es auch jetzt noch als höchstwahrscheinlich, dass der BVB-Angreifer nach München wechselt. Allein die Bekanntgabe soll diesmal hinausgezögert werden und für nach dem CL-Finale abgesprochen sein.
Egal wie, alles (noch) Spekulation . Und dieser Wechsel ist für den HSV eh nur interessant, weil es die Verhandlungsposition gegenüber dem BVB verbessern würde, der für mich etwas überraschend starkes Interesse an Son hat. „Dortmund war von Beginn an dabei und ist mit Tottenham aktuell am hartnäckigsten“, hatte Sportchef Frank Arnesen letzte Woche verraten. Und Sons Berater Thies Bliemeister kündigte an, dass sich Son unmittelbar nach Saisonende entscheiden will.
Und ganz ehrlich, bei aller Freude und einer gehörigen Portion Respekt vor zwölf Toren und einem beim HSV lange nicht mehr gesehenen Potenzial – angesichts der wirtschaftlichen Voraussetzungen macht leider nichts anderes als ein Verkauf Sinn. Sollte es Son dabei letztlich nur um die Kohle gehen (was niemals nie irgendeiner der Beteiligten zugeben würde) wäre doch Klaus-Michael Kühne noch eine Variante – sofern sich dieser noch mal auf einen solchen Deal einlässt. Zumindest kam mir diese Idee. Er könnte so an einem möglichen Verkauf in ein paar Jahren beteiligt werden und der HSV hätte weitere Millionen, um „seinen HSV“ zu verstärken. Dann hätte man ein Riesentalent gehalten – und zusätzlich kurzfristig Geld.
Aber okay, es ist in der Tat nur ein Gedanke mit vielen Konjunktiven. Und letztlich ist es eh Son, der entscheidet. Nicht der HSV.
Entschieden wird vom HSV (auch mit Hilfe Sons) am Sonnabend die Frage, ob der HSV sich in letzter Sekunde über einen internationalen Platz freuen darf oder ob er sich über zig vergebenen Matchbälle ärgern muss. Das Gebrabbel, man dürfe schon jetzt zufrieden sein, weil man überhaupt noch die Chance hat, kann ich leider nicht ernst nehmen. Stattdessen wäre ich glücklich, wenn alle Beteiligten mal Tacheles reden und aufhören, den Druck von allen Beteiligten zu nehmen. Denn auch sie wissen, dass eine lange Sommerpause immer wieder das Thema der verpassten Chance hervorbringen würde. Ergo: wenn ein Trainer oder auch ein Vorstandsboss schon jetzt davon sprechen, egal wie zufrieden zu sein, ist das nicht mehr als Taktik. Selbstschutz. So nimmt man Druck von sich und versucht den Vorwürfen vorzubeugen, dass im Laufe der Saison nicht genug erreicht wurde. Dabei bin ich mir ganz sicher, dass gerade die zwei sich – wie alle anderen auch – deutlich mehr über die vielen verschenkten Punkte ärgern als über einen „überraschenden siebten Platz“ freuen würden. Ganz sicher sogar.
Aber – und dafür kennt Ihr mich inzwischen auch alle gut genug – ich hoffe bis zuletzt, dass der HSV mit einem Sieg gegen Bayer bei einem gleichzeitigen Patzer von Frankfurt den Strohhalm ergreift. Denn obwohl dadurch keine großen Sondereinnahmen einzuplanen wären, es würde die sportliche Attraktivität des HSV deutlich steigern. Und ganz nebenbei: der HSV käme in die Bedrouille, ob der Doppelbelastung doch wieder einen breiten Kader aufzustellen. Vielleicht könnte diese Not Herrn Kühne – und damit schließt sich dieser Kreis – erneut erweichen, Geld zur Verfügung zu stellen.
Träumereien an einem Tag, an dem beim HSV ansonsten nichts passiert ist. Das allerdings wird sich morgen ändern. Da wird um zehn Uhr an der Arena trainiert und anschließend steht uns aller Voraussicht nach der Trainer Rede und Antwort.
Irgendwie ist das schon eine herrlich-verrückte Bundesliga. Der HSV verliert in Hannover 1:5, spielt zu Hause gegen den Tabellenletzten nur unentschieden – doch die Liga spielt stets – fast schon seit Wochen – für den HSV. Soll heißen: Die Clubs tun alles dafür, dass der HSV nicht absackt. Obwohl er meistens so spielt wie ein Verein aus dem Mittelfeld. Konstant unkonstant. Achterbahn eben. Wie seit Monaten. Ein Blick auf die Tabelle verrät jedoch, dass es bis zum Tabellenvierten Eintracht Frankfurt nur drei Zähler sind. Nur drei Zähler! Und zu Freiburg und Schalke, die ebenfalls noch vor dem HSV stehen, der 35 Punkte auf dem Konto hat, ist es nur ein mageres Pünktchen. Aber nach hinten, zum Tabellenzehnten Hannover 96, sind es auch nur zwei Zähler, die der HSV noch besser steht. Das ist ein ganz enges Rennen in dieser Saison, und so wird es wohl auch bleiben. „Noch ist nichts passiert“, hatte Maximilian Beister ja nach dem 1:1 gegen Fürth orakelt, und es bleibt festzuhalten: das stimmt.
Ich muss in den letzten Wochen, nein, eigentlich schon seit Jahresbeginn, immer wieder mal an Klaus-Michael Kühne denken. Der Geldgeber des HSV hatte ja alles dafür getan, Rafael van der Vaart nach Hamburg zurück zu holen. Alles. Und ich glaube nicht, dass Kühne den Niederländer nur deshalb haben wollte, weil er so smart ist, weil er gut aussieht, weil er mit Sylvie eine kleine Traumfrau an seiner Seite hat – hatte. Kühne hatte sich schon vorgestellt, dass van der Vaart diesen HSV – vornehmlich das Spiel des HSV – lenken würde. Und diesen Vorstellungen des Herrn KMK schlossen sich irre viele Hamburger und HSV-Fans an. Rafael van der Vaart ist ab sofort der Spielgestalter, der Regisseur, der Vordenker und Lenker. Das war der Plan.
Aufgegangen ist davon nicht viel. Natürlich, und das wird auch immer so sein, hat der „kleine Engel“ beim HSV, bei und in dieser Mannschaft unendlich viel bewegt – allein durch seine Präsenz, durch seine Erscheinung, durch sein Auftreten. Nur ein Regisseur ist er bislang noch nicht geworden. Und die Leistungen sind nicht so, dass die „ewige 23“ über allen steht. Unbestritten ist, dass er sich zerreißt, dass er stets will, dass er läuft und läuft. Aber das „Fußballspielen“, das kommt dabei zu kurz. Und deswegen denke ich dann an Klaus-Michael Kühne. Was der Milliardär jetzt wohl sagt? Um ehrlich zu sein, stelle ich mir vor, dass er den HSV spielen sieht, dass er van der Vaart dann spielen sieht – und sich eingesteht: „So einfach ist Fußball dann wohl doch wieder nicht . . .“ Oder er flucht – im Sessel sitzend – leise vor sich hin: „Scheiß-Fußball.“ Wobei nicht der HSV damit gemeint ist, sondern das Geschäft allgemein. Undurchschaubar, unvorhersehbar.
Ich habe den Eindruck, dass van der Vaart zwar viel läuft, aber genau deshalb läuft auch vieles an ihm vorbei. Wobei ich am Sonnabend die meiste Zeit sehr genau auf ihn geachtet habe – er bietet sich immer wieder an. Das kann man ihm nicht absprechen. Er geht sehr oft, wenn er nicht gerade Stürmer spielt (!), spielen soll (!), weit in die HSV-Hälfte zurück, um sich dort den Ball abzuholen, um sich dort anspielen zu lassen. Wird dabei allerdings, das ist wohl ein großes Übel, von seinen Kollegen auch vielfach „übersehen“. Oft steht er – oder läuft – dann verdrossen, leicht resignierend und kopfschüttelnd durch die Gegend . . .
Vielleicht ist es aber auch nur alles eine Frage des Selbstvertrauens. Hätte er seine riesige Chance gegen Fürth genutzt, als er frei vor Torwart Wolfgang Hesl viel zu überhastet abschloss, wäre er vielleicht wieder einen größeren Schritt an die 100 Prozent herangekommen. Obwohl: Ein schöneres Tor, als das 1:0-Siegtor gegen Mönchengladbach, gibt es ja eigentlich nicht – und das hat dann doch nicht für eine Leistungsexplosion gesorgt. Eventuell hat ja der ehemalige HSV-Verteidiger Tobias Homp recht, der bei „Matz ab live“ am Sonnabend zu Gast war (ihm und auch unserem zweiten Gast, Hannes Scherff, nochmals vielen Dank!) und sagte: „Ich habe den Eindruck, dass Rafael van der Vaart nicht richtig fit ist. Obwohl seine Verletzungspause ja nun schon lange, lange zurückliegt . . .“
Nun ja, wir werden es erleben, wie sich das, wie sich Rafael van der Vaart noch bis zum Sommer hin entwickelt. Das jedoch gilt ja für den gesamten HSV. Inklusive Artjoms Rudnevs, dem sie gegen Fürth einen so gebrauchten Tag angedreht hatten, wie ihn Rene Adler in Hannover zufassen bekam. Ob Rudnevs sein Torkonto – bislang zehn – noch erhöhen wird? In unserer Redaktion laufen schon Wetten. In welche Richtung die gehen, verrate ich allerdings nicht. Nicht schon wieder eine Rudnevs-Diskussion. Wobei mir immer noch – in schöner Regelmäßigkeit – um die Ohren fliegt, dass ich den „guten Rudi“ damals so „vernichtet“ habe. HSV-Fans sind nicht nachtragend, aber sie vergessen auch nicht ganz so schnell . . .
Mich wundert bei dieser ganzen Diskussion, dass ich nicht auch wegen Heung Min Son verurteilt werde. Den hatte ich zu Saisonbeginn auch nicht unbedingt auf dem Zettel – aber nun. Weil er sich bis hin zum Prädikat „großartig“ verbessert hat. Dass der Südkoreaner zuletzt dreimal in Folge nicht so „großartig“ gespielt hat, das schreibe ich seinem Alter zu. Mit 20 Jahren darf man noch gewisse Leistungsschwankungen haben – aber sicher. Und deswegen, weil es diese Leistungsschwankungen gibt, halte ich es auch für besser (nicht nur im Interesse des HSV und seiner Fans), dass Son noch eine gewisse Zeit in Hamburg leibt, um Konstanz in sein Spiel zu bekommen. Und inzwischen, so denke ich, haben das auch die meisten Beteiligten an diesem „Geschäft“ begriffen oder eingesehen. Die Richtung war zuletzt die, dass Son wohl noch beim HSV bleiben wird – und ich wage mich noch einen Schritt weiter nach vorne: Heung Min Son wird noch mit dem HSV verlängern, ich gehe davon aus und denke, dass diese gute Sache zu 95 Prozent schon eingetütet ist. Und dass die Vertragsverlängerung schon bald, wahrscheinlich noch in dieser Woche, verkündet wird.
„Lass dir überraschen“, so würde Rudi Carrell wohl singen.
Nicht ganz so überraschend kam heute die Nachricht, dass „Basti“ Reinhardt in Zukunft kein Nachwuchs-Chef mehr beim HSV sein wird. Dazu schrieb der HSV heute:
Der HSV und Bastian Reinhardt haben sich darauf verständigt, den im Sommer auslaufenden Vertrag des Nachwuchsleiters nicht zu verlängern. Der ehemalige Bundesligaprofi der Rothosen (von 2003 bis 2010), der im Anschluss an seine aktive Laufbahn ein Jahr lang als Sportchef des HSV agierte, sieht seine Ausrichtung in der Zukunft im Trainerbereich. „Ich habe drei Jahre im administrativen Bereich gearbeitet. Jetzt möchte ich Erfahrungen in der praktischen Arbeit sammeln und werde daher meine Trainerscheine machen. Das wird bis zur A-Lizenz ungefähr zwei Jahre in Anspruch nehmen“, sagte der 37-Jährige.
Danach sei eine Rückkehr zum HSV denkbar, wie ihm Frank Arnesen bereits in Aussicht stellte. „Bastian hat selbstverständlich die Möglichkeit, dann als Trainer im Nachwuchsbereich des HSV wieder einzusteigen“, erklärte der Sportchef und bedankte sich noch einmal ausdrücklich für die Arbeit, die Reinhardt in den nun fast zehn Jahren sowohl als Spieler als auch als Angestellter im sportlichen Bereich für den HSV geleistet hat. „Er stand in all seinem Tun immer komplett für den Verein ein und hat gute Arbeit geleistet. Ich habe ihn als absoluten HSVer kennengelernt. Wir wünschen ihm alles Gute.“
So, dann gab es heute noch diese Meldung des Sport-Informations-Dienstes (SID). Die veröffentliche ich hier deswegen, weil es dazu – schon vor geraumer Zeit – eine Mail an mich (und „Scholle“) gab. Bei der Gelegenheit – und das soll keine Klage sein: Wir bekommen täglich viele, manchmal sehr, sehr viele solcher Mails. In diesem Fall kam sie von Thomas K. Er war schon ein wenig „säuerlich“, weil wir uns nicht bei ihm gemeldet haben. Wenn wir das aber immer und ständig tun würden, dann müsste unser Tag 25 Stunden dauern – weil es einfach viel geworden ist, und täglich mehr und mehr wird. Da bitte ich um Verständnis – noch sind „Scholle“ und ich Einzelkämpfer und haben (noch) keine Sekretärin. Immer dann, wenn es gepasst hat (so wie heute), habe ich schon einige Mails veröffentlicht – was allerdings auch nur bei jedem zweiten User auf Verständnis trifft. Alles Geschmackssache.
Aber nur die SID-Meldung:
Ungewöhnlich scharf hat DFB-Kontrollausschuss-Chef Anton Nachreiner die Begnadigung des Dortmunders Robert Lewandowski durch das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) kritisiert. „Dieses unverständliche Urteil verrückt die gesamte Rechtsprechung“, sagte der Chefermittler dem Sport-Nachrichtensender Sky Sport News HD: „Ich muss meine Aufgabe und das Strafmaß ab sofort neu überdenken. Lewandowskis Foul war eine ganz klare Drei-Spiele-Sperre. Das haben alle so gesehen, außer das Bundesgericht und natürlich sein Verein Borussia Dortmund. Ich kann den Aufschrei in der Liga verstehen. Ich bin genauso enttäuscht.“
Das DFB-Bundesgericht hatte am vergangenen Freitag die Rotsperre für den polnischen Nationalspieler in zweiter Instanz von ursprünglich drei auf zwei Spiele verkürzt und Lewandowski somit den Einsatz im Liga-Heimspiel gegen Hannover ermöglicht. Der Pole krönte seine starke Leistung beim 3:1 über die Niedersachsen mit seinen Saisontoren Nummer 15 und 16. Lewandowski war nach seiner Roten Karte am 21. Spieltag gegen den Hamburger SV zunächst für drei Begegnungen gesperrt worden. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte den Gang vor das DFB-Bundesgericht gerechtfertigt: „Wir hatten das Gefühl, das Unrecht geschehen ist. Man hat die Situation lediglich neu bewertet, so wie wir das gesehen haben.“ (SID)
Zu diesem Thema, wie angekündigt, schrieb schon vor einiger Zeit der User Thomas K. folgende – und uns nicht immer schmeichelnde – Zeilen:
Hallo Dieter, hallo Scholle,
seit Anfang an lese ich den Blog mit, nur ganz selten schreibe ich etwas im Forum. Als HSV Fan, der über 500 km weit weg wohnt, freut man sich über alle Infos, die man so bekommen kann. Deswegen erst einmal „Danke!” für den täglichen Blog, auch wenn ich persönlich nicht immer einer Meinung mit den jeweiligen Meinungen der Blog-Väter bin – aber das muss man ja auch nicht.
Mir ist jedoch etwas in der kompletten Print-Berichterstattung (egal ob Abendblatt, Mopo, Bild, Welt…) aufgefallen: es wird von ganz vielen Fachjournalisten mit Begeisterung über den HSV und Spieler bzw handelnden Personen geschimpft und kritisiert. Es wird der HSV jedoch so gut wie nie gegenüber der restlichen Welt mal in Schutz genommen oder gegen den Rest der Welt bzw den DFB mal „investigativ” ermittelt. Fällt nur mir das auf oder scheint der HSV beim DFB regelmäßig schlechter behandelt zu werden als Mitbewerber? Beispiele gefällig?
- Ein Jonathan Tah (als „Schrank”) bekommt keine Ausnahmebenehmigung für den BuLi-Kader, ein „Hänftling” Nuri Sahin hat in dem Alter schon BuLi gekickt
- Ein Siegenthaler durfte in keiner Doppelfunktion für HSV/DFB wegen angeblicher Wettbewerbsvorteile tätig sein, ein Dr. Müller-Wohlfahrt ist das seit Jahren mit FCB/DFB
- ein Cardoso durfte keinen Tag länger als erlaubt die BuLi Mannschaft ohne Fussballlehrerschein coachen (obwohl den genug im Trainer-Team hatten), bei Leverkusen macht das ein Hyypiä jetzt schon seit ewigen Zeiten ohne Beanstandung
- Der DFB hat, als Herr Motzki Sammer zum HSV wechseln wollte, auf Einhaltung des Vertrages gedrängt, was jedoch kein Problem war, als er zu den Bayern ging…
Warum schreibt kein Hamburger Journalist mal darüber oder prüft das wenigstens mal kritisch? Die Liste kann man sicherlich noch weit fortführen: Strafmaße bei Sperren, Sonntagsheimspiele ohne Europacup, Länderspielvergaben… Noch nicht einmal als der HSV 2004 „ver-Hoyzert” wurde ging nach dem Spiel ein Aufschrei der Entrüstung durch die Presse, sondern der HSV wurde ausgelacht (jedenfalls so weit ich mich entsinnen kann), obwohl die Fehlentscheidungen nicht zu übersehen waren.
Wenn ein Dortmunder Spieler einen Hamburger an der Mittellinie brutal ohne Ball rücksichtslos umtritt, ein weiterer Dortmunder Spieler während der Rudelbildung ohne Bestrafung eine klare Tätlichkeit begeht (Kehl) und ein Hamburger Spieler später mit Gegenständen beworfen wird (vdv) – worüber wird berichtet? Dass sich laut HB-Männchen Herrn Klopp unser Spieler ja ach so unsportlich verhalten hätte… Ja gehts noch? Sind die Hamburger Sportjournalisten etwa im Geheimen alles Pauli oder Werder Fans?
Vielleicht habt Ihr ja eine Idee oder eine plausible Begründung dafür, warum regelmäßig über den HSV tendenziell negativ berichtet wird bzw vielleicht nehmt Ihr das ja als Anregung, dahingehend auch mal alternative Meinungen zu vertreten….
Herzliche Grüße aus dem wilden Süden der Republik.
So, das war der Beitrag des „Matz-abbers“ Thomas K. Ich sehe sein Anliegen generell nicht als so dramatisch an, wie er es geschildert hat. Ich denke schon, dass wir – und auch die Hamburger Kollegen – schon hin und wieder die Finger in die Wunde gelegt haben. Ich zum Beispiel ganz gravierend im „Fall Hoyzer“. Und in diesem Fall möchte ich mal daran erinnern, dass auch unter dem HSV-Anhang, der damals mit in Paderborn war, kein „Aufschrei“ zu hören war – nur ein ekeliges Gespucke. Gegen die HSV-Spieler und gegen Trainer Klaus Toppmöller. Weil die Fans sauer auf die Leistung waren. Nicht die von Hoyzer, sondern die des HSV. Nur mal am Rande bemerkt.
Wir Journalisten dürfen nur nicht so weit abdriften, dass uns Parteilichkeit unterstellt wird. Und dieser Grat ist in der Tat sehr, sehr schmal. Wir sind und sollen neutral sein. Nicht unbedingt hier bei „Matz ab“, auf jeden Fall aber die Zeitungen. Andernfalls sollten wir über die Artikel den Zusatz bringen: „Offizielles Mitteilungsblatt des HSV“.
Gleichzeitig gebe ich aber sehr wohl zu, dass an der einen oder anderen Sache schon etwas dran ist – die Thomas K. bemängelt wird. Ich bin aber auch überzeugt, dass davon das eine oder andere Thema „damals“ sehr wohl aufgegriffen wurde, um darüber zu berichten. Ich weiß, dass ich über den „Fall Sammer“ sehr wohl berichtet habe – so wie von Thomas K. gewünscht. Wäre hier ja noch nach zu lesen.
Grundsätzlich muss ich aber nochmals sagen: Das Hamburger Abendblatt ist kein „Offizielles Vereinsorgan des HSV“. Das wünschen sich zwar einige (oder viele) HSV-Fans, noch aber ist es nicht so weit.
PS: Morgen (Dienstag) wird im Volkspark um 15 Uhr geübt.
Willkommen in 2013. Hoffentlich seid ihr alle gut und bestens in das neue Jahr gekommen – bei mir war das der Fall, auch bei „Scholle“ ganz offenbar, denn wer in der Neujahrsnacht um 3.53 Uhr noch persönliche Grüße – und dann fast fehlerfrei (!) – in den Blog stellt, der muss ganz einfach super gelaunt in den Januar gekommen sein. Für „Scholle“ hat dieser Monat dann ja auch gleich einen großartigen Höhepunkt, denn gegen Ende des Januars wird er ja Papa. „Gobi“ fragte mich beim Training, hoffentlich gebe ich das nun richtig wider: „Wird Scholle eigentlich Mutter oder Vater?“ Meine Antwort: „Mutter.“ Dann wissen hoffentlich alle Bescheid. Ansonsten möchte ich an diesem Tag nicht mit einer zu schwer verdaulichen Fußball-Kost aufwarten, es hat sich ja, bis auf die Tesche-Kacar-Sache auch nicht viel getan zu diesem Dienstag. Ich möchte noch einmal einen kurzen Rückblick auf das Fußball-Jahr 2012 aus meiner Sicht wagen, was mir positiv, was mir negativ aufgefallen ist. Aus HSV-Sicht.
Und wer vielleicht noch schnell einmal seinen HSV trainieren sehen will, bevor es an diesem Mittwoch mittags ins Trainingslager nach Abu Dhabi geht, der sollte um 9.30 Uhr im Volkspark sein, da soll die Mannschaft noch einmal trainieren, bevor es dann in den Flieger geht.
Bevor ich loslege muss ich vielleicht noch eine Sache klarstellen – in eigener Sache. In meiner Neujahrsansprache habe ich ja davon gesprochen, dass ich am Ende des Jahres 2013 kein Festangestellter mehr des Hamburger Abendblatts sein werde. Das ist auch richtig, denn ich werde am 24. September 2013 65 Jahre alt, am 24. November 2013 habe ich deswegen, so wurde mir von der Rentenstelle Stralsund mitgeteilt, meinen letzten Arbeitstag. Nun haben sich darüber einige Matz-abber ein wenig erregt, weil sie es gerne sehen würden, dass ich noch ein wenig weiter arbeiten solle – um „Matz ab“ am Leben zu erhalten.
Aus diesem Grunde schickte mir der User Dr. M. (der Name ist mir bekannt) eine Mail, die er von einem besorgten Freund erhielt, weiter an mich. Hier ein kurzer Auszug:
„Erstmal wuensch ich dir einen schoenen jahreswechsel. Ihr gebt dem dieter matz keinen festen vertrag mehr wie ich hoere. Per neujahresbotschaft. Verlaesst euch euer gescheaftssinn? Fussball boomt seit ewigkeiten. Der mann ist eine feste groesse beim hsv. Und bei euch sollte er es sein. Jeder liest seinen blog . Das wir noch ganz GROSS. Das faellt sogar mir auf. Der mann und das medium ist eigentlich pflicht. Plus. Versteh ich nicht. Du bist doch der macher dort vor ort. Mach es. Lieben gruss, Andreas.
Das war nur eine Mail (es gab aber auch Anrufe) von einigen in dieser Angelegenheit. Ich kann aber alle diejenigen, die sich da Gedanken machen, zunächst einmal beruhigen, denn es gab diesbezüglich schon Gespräche mit dem Chefredakteur Lars Haider, und es wird noch weitere geben – so denke ich. Nach den in der Neujahrsansprache genannten Zahlen hat das Abendblatt natürlich auch ein Interesse daran, dass „Matz ab“ den Lesern erhalten bleibt. Also, es ist alles im Fluss, niemand muss sich groß aufregen.
So, dann komme ich mal zu den Dingen, die mir im Fußball-Jahr 2012 gefallen haben.
Top war, dass:
. . . sich der HSV im Sommer noch so eben vor dem Abstieg gerettet hat.
. . . sich mit Heiko Westermann und Dennis Aogo zwei Spieler, denen es beim HSV nicht immer nur unbedingt gut ging, stets darum bemühten, einen gewissen Teamgeist in die selten einmal richtig gut funktionierende Mannschaft zu bekommen.
. . . sich Jaroslav Drobny zwischen den Pfosten so großartig gesteigert hatte, nachdem er in der Startphase der Saison gleich mehrfach gepatzt hatte. Später war Drobny die Nummer eins dafür, dass der HSV die Klasse letztlich doch noch gehalten hatte.
. . . sich Romeo Castelen, der HSV-Pechvogel des Jahrhunderts, immer wieder an das Team herangekämpft hatte, dann aber gehen musste. Das ist zwar traurig und auch nicht top zu nennen, aber dass der frühere niederländische Nationalspieler immer noch nicht aufgab, sondern von einer Karriere im italienischen Fußball träumte, das ist einfach nur grenzenlos top zu nennen. Das ist, trotz des großen Pechs, hundertprozentiger Optimismus. Und verdient Anerkennung. Der Fußball-Gott hat es trotz allem nie so richtig gut gemeint mit Romeo. Leider. Und schade.
. . . sich Lotto King Karl bei jedem seiner Auftritte im Volkspark von seiner besten Seite zeigte. Voller Leidenschaft und Enthusiasmus – bei „Hamburg, meine Perle“. Immer und immer wieder, und immer wieder ein Hit. Wenn alle Spieler stets jene 100 Prozent, die Lotto (und Carsten Pape) am Spieltag bringt, ebenfalls bringen würden, dann stünde der HSV in der Bundesliga-Spitze.
. . . sich im engeren Umfeld der Profi-Mannschaft inzwischen (oder immer noch?) viele großartige Mitarbeiter „tummeln“, die dem gesamten Team ein sehr menschliches Gesicht verleihen. Stellvertretend seinen da genannt: Physiotherapeut Stefan Kliche, Busfahrer Miroslav Zadach, Zeugwart Mario Mosa und Teammanager Marinus Bester.
. . . im vierköpfigen Vorstand seit dem Frühjahr 2011 wieder Hand in Hand in voller Vertrauen gemeinsam und zum Wohle für den HSV gearbeitet wird.
. . . auch 2012 wieder verdienstvolle HSVer auf dem „Walk oft Fame“ verewigt wurden, diesmal waren das Udo Bandow, Thomas von Heesen, Willi Reimann, Branko Zebec, Fritz Laband und der großartige Günter Netzer. Der Dank gilt dem Initiator Andreas Maske und seiner Frau Carmen Pippig, die diese tolle Veranstaltung jedes Mal großartig organisiert.
. . . dass sich viele HSV-Spieler in dieser jetzt laufenden Spielzeit in ihren Leistungen gesteigert haben. Zu nennen wären da Dennis Diekmeier, Michael Mancienne, Marcell Jansen, Heung Min Son und (aber) vor allen Dingen Tolgay Arslan, der alle Skeptiker (auch oder vor allem mich), dass er die „Sechs“ nicht spielen kann, vom Gegenteil überzeugt hat.
. . . dass sich Rene Adler so schnell und so eindrucksvoll wieder in die alte Top-Form, die ihn einst zur Nummer eins in Deutschland werden ließ, gespielt hat. Der Mann ist längst wieder in Weltklasse-Format und hat dem HSV schon viele, viele Punkte gerettet. Der Top-Einkauf seit Jahren. Gratulation, Herr Arnesen, zu diesem geglückten Alleingang!
. . . dass sich Klaus-Michael Kühne nicht beirren ließ und daran festhielt, Rafael van der Vaart zurückzuholen. Der Milliardär und sein Niederländer sind ein nicht zu schlagendes Gespann – und „Raffa“ ein Garant dafür, dass nun alle HSV-Spieler mit höchster Konzentration ihrem Job nachgehen. Weil sich niemand eine Blöße – ihm gegenüber – geben möchte. Schon deshalb ist diese Van-der-Vaart-Rückhol-Aktion ein großartiger Coup gewesen.
. . . dass sich die Neuverpflichtung Milan Badelj von Beginn an so prächtig entwickelt hat.
. . . sich die HSV-Fans, vor allen die „harten“ im Nord-Westen, am 29. September von ihrer besten Seite zeigten. Wie sie in Sachen Flaggen und Fahnen und Plakaten auf die Beine stellten, um zum 125. Geburtstag des HSV zu gratulieren (mit großartiger Choreographie!), das war sensationell gut und kann gar nicht genug gewürdigt werden.
Ein Flop war im Jahr 2012, dass . . .
. . . David Jarolim den HSV verlassen musste. Ich schreibe das ganz bewusst an erster Stelle, denn ich weiß, dass ich mit diesem Gedanken nicht allein bin – im Gegenteil. Der größte Befürworter des Tschechen war zum Beispiel Uwe Seeler, der sagte: „Ich hätte Jaro niemals gehen lassen, denn er hatte als einer der wenigen HSV-Profis die Raute im Herzen.“ Stimmt, damit ist alles gesagt.
. . . der anfangs so großartige Gökhan Töre völlig die Einstellung zu seinem Beruf verloren hatte. Der junge Mann hat viel an den Füßen, aber der Kopf spielt ihm leider zu oft einen Streich. Wer nicht erkennt, welch ein großes Talent man eigentlich ist, und nichts dafür tut, um eine große Karriere zu starten, der im Gegenteil sich treiben lässt und nur die schönen Seiten am Fußball inhaliert, der wird früher oder später Schiffbruch erleiden. Töre war der Shootingstar der Hinrunde 2010/11, aber dann begriff er nicht, worauf es im Profi-Fußball tatsächlich und in erster Linie drauf ankommt. Thema verfehlt. Leider.
. . . sich Muhamed Besic, der heute gerade einmal 20 Jahre alt ist, zu schade war, um in der Regionalliga-Mannschaft des HSV zu spielen. Der (viel zu) schnelle Aufstieg zum A-Nationalspieler (Bosnien-Herzegowina) hatte ganz offenbar für zu viele Flausen im Kopf des jungen Mannes gesorgt – null Selbstkritik. So tritt man sein Glück mit Füßen.
. . . sich der HSV im letzten Saisonspiel, als der Klassenerhalt gerade mal perfekt war, eine solche blamable Partie wie die 0:1-Niederlage in Augsburg erlaubte. Das war krass. Das war auch katastrophal. Alle hätten frei und unbeschwert aufspielen können, um zu zeigen, wie gut sie wirklich sind – und dann dieser furchtbare Rohrkrepierer. Das war Leistungsverweigerung pur. Ein solcher Auftritt kann nicht gleich abgehakt werden, der muss im Gedächtnis jener bleiben, die daran beteiligt waren und ist ganz sicher auch (negativ-)geschichtsträchtig. Und wird so schnell nicht vergessen sein. Trotz vieler Gurkenspiele, die es auch in der Saison 2012/13 schon wieder gab.
. . . zum Beispiel die Partie in Düsseldorf eigentlich noch viel grottiger war. Dieser Auftritt war eine Frechheit, lag aber in der Negativ-Statistik nur knapp vor dem Kick in Leverkusen, als der HSV am Vortag sechs Stunden bei der Anreise per Zug verbracht hatte. Was Trainer Thorsten Fink zum Anlass nahm, nach der 0:3-Niederlage noch schnell und kurz einmal darauf hinzuweisen. Ein Eigentor, klassisch wie überflüssig.
. . . sich ein stellvertretender Aufsichtsrats-Chef wie Manfred Ertel während der Mitglieder-Versammlung im CCH mehrfach zu Beifall hinreißen lässt, als Reden gegen den neben ihm auf der Bühne sitzenden Vorstand Joachim Hilke gehalten wurden. Das mag ja die ausgelegte Meinungsfreiheit in diesem Lande dokumentieren, zu einem guten und vorbildlichen Vereinsleben passt es aber nicht – eher ist das Gegenteil der Fall. Ein Mitglied des Aufsichtsrates hat andere Möglichkeiten, einem Vorstandsmitglied des HSV die Meinung zu geigen, als diesen negativen Beifall. Auch wenn es in diesem Falle um die unsägliche Viagogo-Geschichte ging. So geht es trotzdem nicht.
. . . dass sich Aufsichtsrats-Boss Alexander Otto dazu entschloss, nicht wieder zu kandidieren. Weil die Arbeit ruft. Die rief aber auch vorher immer wieder – sogar laut. Und in diesen schwierigen Zeiten auch mit viel Vehemenz – aber ein Herr Otto ist doch längst eine Institution und dürfte auch über allem stehen. Schade, schade, der HSV verliert mit ihm einen wichtigen und großartigen Mann. Der nur schwer, ich glaube sogar, der nicht zu ersetzen sein wird. Jedenfalls nicht so schnell.
. . . sich Robert Tesche trotz seiner völlig überraschenden (und auch überflüssigen) Vertragsverlängerung nicht weiterentwickelt hat, im Gegenteil, er schien zuletzt nur noch seinen Vertrag „absitzen“ zu wollen.
. . . sich Neuerwerbung Paul Scharner nicht so entwickelt hat, wie vor allem ich erhofft hatte (ich habe sehr viel von ihm erwartet – auch als Führungsspieler). Es ist in seinem ersten HSV-Halbjahr nichts gekommen.
. . . die Dummen einfach nicht aussterben wollen. Und zwar diesmal die, die sich in Sachen Pyro-Technik im Stadion immer wieder versuchen. Eine verbrannte und „heißgeliebte“ Flagge müsste eigentlich jedem (wirklich jedem!) zu denken geben, denn ein solches Heiligtum durfte doch ganz einfach nicht „sterben“, aber einige merken offenbar wirklich nichts.
So, es ließe sich bestimmt noch der eine oder andere Flop finden, auch sicher noch so manche Top-Leistung, aber ich lasse es damit mal bewenden.
Ungläubig habe ich zur Kenntnis genommen (wieder einmal!), was hier einige bestens informierte User immer wissen – und wissen wollen. Und mit welch unqualifizierten Sätzen sie dann gleich lospoltern und gnadenlos nur ihre Meinung durchprügeln wollen. Thema Gojko Kacar. Wer da bessere Informationen hatte, der hätte schon ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Trainer führen müssen. Ich kann jedem, der diesen Mist lesen musste, versichern, dass es so, wie ich es geschrieben habe, richtig war. Ich kann es sogar noch ergänzen: Es wurde intern beim HSV nicht erst am Montag entschieden, Kacar zu Hause zu lassen (und nicht mit nach Abu Dhabi zu nehmen), sondern sogar schon am späten Sonntag.
Aber vielleicht gibt es ja sogar mal eine Entschuldigung für die gequirlte . . . Obwohl, diese Hoffnung habe ich eigentlich schon lange, lange verloren.
PS: Ich werde, weil ich nun wieder auf diese unqualifizierten Zwischenrufe eingegangen bin, sicherlich in aller Form vom Moderatoren-Team abgestraft, aber ich kann nur sagen: Tut mir Leid, dass es wieder mal passiert ist, aber das musste einfach mal raus. Denn ich hasse jede Form von Ungerechtigkeit.
In diesem Zusammenhang möchte ich einen Begriff schnell noch einwerfen, der mir bei der Neujahrsansprache noch durch die Lappen gegangen ist:
Toleranz.
Wenn in diesem Punkt alle in diesem Jahr mehr an sich arbeiten würden, dann hätten ganz sicher viel mehr Leute Spaß – auch an diesem Matz-ab-Blog. Toleranz – gepaart mit einem kleinen Hauch von Demut, das hätte schon was. Nicht immer gleich explodieren, nicht sofort alles in Schutt und Asche reden und schreiben, sondern erst einmal durchatmen und denn überlegen, in welcher Form sich dazu äußert (wenn überhaupt). Es ist bei uns („Matz ab“) ja wie im richtigen Leben. Erst denken, dann machen. Das gilt, und das liegt mir nach 2012 auch auf dem Herzen, auch für den Fußball, ganz speziell für den Bereich der Schiedsrichter. Kein Mensch ist fehlerfrei. Keiner. Von den Fußball-Profis wissen wir das alle. Nur die Schiedsrichter, so habe ich das Gefühl, sind die einzigen Menschen, die niemals einen Fehler machen sollen, machen dürfen – Schiedsrichter gelten für alle, die es nicht sind, als die seltene Gattung der fehlerfreien Menschen. Und sollte einer dieser fehlerfreien Menschen dann doch einmal daneben liegen, dann sollte bei uns allen in Sekundenschnelle mal an das kleine Wörtchen Toleranz gedacht werden. Das wäre jedenfalls mein allgemeiner Fußball-Wunsch für das Jahr 2013. Und ich bin mir absolut sicher, dass es uns allen danach etwas, vielleicht nur etwas, vielleicht aber auch etwas mehr, besser gehen würde.
So, das war mein Jahr zum neuen Jahr. In diesem Blog hat es auch einen „offenen Brief“ gegeben, der viele beschäftigt hat. Ich veröffentliche ihn hier noch einmal, weil ich weiß, dass nur ein Bruchteil der „Matz-aber“ noch die Kommentare lesen.
Offener Brief an den Vorstand des
HSV
21.12.2012
An den Vorstand
Hamburger Sportverein e .V.
Sylvesterallee 7
22525 Hamburg
Sehr geehrter Herr Jarchow,
Sehr geehrter Herr Arnesen,
Sehr geehrter Herr Hilke,
Sehr geehrter Herr Scheel,
wir Mitglieder und Fans des HSV sind in tiefer Sorge um die weitere Entwicklung unseres Vereins. Wir finden es befremdlich dass Aufrufe von CFHH und PT 98 auf der SC Plattform veröffentlicht werden.
Wir selber haben Stellung bezogen gegen die politische Hysterie der Innenminister und deren Intention, DFL u. DFB unter Druck zu setzen. Die große Plattform Fußball wird von der Politik missbraucht um vom eigenen Versagen in der Frage über Gewalt und Verrohung in unserer Gesellschaft abzulenken.
Trotzdem können wir nicht die Augen davor verschließen, dass einige Gruppierungen den Protest gegen das Sicherheitspapier zu ihren eigenen Zwecken missbrauchen, und versuchen, andere Fans und Fußballfreunde ihre Aktionen aufzuzwingen.
Jeder gezündete Bengalo, Rauch und bewegliche Feuerwerkskörper sind ein Schlag ins Gesicht unseres HSV und kosten unserem Verein viel Geld. Auch die vulgären und antidemokratischen Schmährufe gegen DFB und DFL verunglimpfen unseren Verein und sein Ansehen. Das Verhalten dieser Leute ist, soweit sie HSV Mitglieder sind, absolut vereinsschädigend. Wir müssen uns nicht hinter Pseudonymen, Masken und Kappen verstecken um unsere Meinung sachlich und fair zu äußern.
Wir finden es auch sehr fragwürdig, dass einigen Ultra Gruppierungen im HSV so viel Spielraum gelassen wird- trotz der Tatsache, dass Sie offen für eine „legitimierte Fankultur“ eintreten, die Recht und Gesetz der Bundesrepublik mit Füßen tritt.
Wir sind für das was wir im Sport Fairplay nennen. Sport soll verbinden und nicht spalten.
Wir möchten hiermit zum Ausdruck bringen, dass wir jeglichen weiteren Stimmungsboykott und einen angedrohten Spieltagsboykott ablehnen, wie von den Fanvereinigungen CFHH und PT 98 gefordert. (http://www.hsv-sc.de/nc/de/news-anzeige/article/1212-geht-weiter.html?tx_ttnews[backPid]=6)
Des Weiteren distanzieren wir uns mit Nachdruck von Leuten die zur Gewalt und Pyroaktionen Aufrufen, die derzeit in diversen Internetforen und Netzwerken verbreitet werden. (Hier nur ein Beispiel dazu: https://www.facebook.com/events/510157715685852/)
Wir finden es super, dass sich jetzt erst Recht Mitglieder engagieren und äußern!
Wir fordern unseren Vorstand auf engagiert und entschlossen die Interessen des HSV und des Fußballsports zu vertreten.
Wir akzeptieren geschlossen sowohl unsere Stadionordnung als auch den Verhaltenskodex des HSV Supportes Club.
Ein Leben ohne den HSV ist für Dieter Matz nicht denkbar. Seit über 30 Jahren begleitet er als Abendblatt-Redakteur den HSV, und auch national ist er ein anerkannter Fußball-Fachmann. mehr
Es ist vollbracht. Das letzte Gewinnspiel von „Matz ab“ ist gelaufen, die Gewinner ermittelt. Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern, nicht nur an die Glücklichen des Leverkusen-Spiels. Ich bedanke mich bei euch für die stets rege Teilnahme an diesem Spielchen, es hat mir Spaß gebracht – und euch hoffentlich auch. Selbst wenn es gelegentlich zu schwer gewesen sein sollte.
Was bleibt noch? Die Aufklärung der letzten beiden (Leverkusen-)Aufgaben:
Frage eins:
Wie viele Tore schoss Kevin Keegan einst in der Bundesliga gegen Leverkusen? Die Antwort: keines.
Frage zwei:
Welchem HSV-Profi gelang als erstem Hamburger ein Doppelpack in einem Bundesliga-Spiel gegen Leverkusen? Die Antwort: William „Jimmy“ Hartwig.
Gewonnen haben diesmal gleich drei HSV-Fans. Das Trikot von Sören Bertram ging nach Kiel, dort wohnt Stephan Griem. Das Trikot von Zhi Gin Lam ging nach 31535 Neustadt, dort wohnt Simone Schmidt-Stach. Und die beiden Eintrittskarten für das Leverkusen-Spiel gehen nach Braunschweig, dort wohnt HSV-Anhänger Robert Dykowski.
Nochmals vielen Dank an alle „Matz-abber“ für’s Mitmachen.