Archiv für das Tag 'Kortmann'

. . . der muss zum Dino nach Hamburg!

10. Juni 2015

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Erste DFB-Pokalrunde:
FC Carl-Zeiss Jena gegen den HSV
Barmbek-Uhlenhorst empfängt den Erstliga-Absteiger SC Freiburg
Bernd Hollerbachs Würzburger Kicker treffen auf Werder Bremen
und, so viel Zeit muss sein: St. Pauli gegen Borussia Mönchengladbach
gespielt wird am 7. oder 8. August

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Mehr Glück darf niemand erwarten

18. Mai 2015

Ab nach Malente. Ab Mittwoch bereitet sich der HSV auswärts auf das große Saisonfinale vor. Und ich glaube, dass das die richtige Maßnahme ist. Ein Fingerzeig an die Mannschaft, sich zusammen zu raufen und als Einheit zu formen. Ein einziges, letztes Mal noch gegen Schalke alles geben, irgendwie gewinnen und dann hoffen. Darauf hoffen, dass nicht noch einmal alle gegen den HSV spielen. Ob es letztlich verdient wäre oder nicht – das lasse ich bewusst lieber dahingestellt. Darum geht es mir auch nicht mehr. Mir geht es tatsächlich nur noch darum, den GAU irgendwie zu vermeiden…

In der Sendung unmittelbar nach dem Spiel habe ich viele Dinge aus einer spontanen Emotion heraus gesagt. Das ist nicht besonders professionell, das muss ich eingestehen und mir vielleicht anlasten. Aber so war es nunmal. Ich habe dabei Rafael van der Vaart kritisiert und muss heute sagen: Ich stehe noch immer zu 100 Prozent zu meinen Aussagen. Auch zu denen in den Wochen und Monaten davor, in denen ich van der Vaart definitiv nicht zum Hoffnungsträger aufgebaut hatte, sondern lediglich meine Hoffnungen in Verbindung mit ihm formuliert hatte. Die beschränkten sich ob seiner körperlichen Defizite nur noch auf Standards und Pässe aus dem Spiel heraus – und sie blieben unerfüllt. Bis Sonnabend. Bis zu Kacars Treffer zum 1:0 in Stuttgart. Die Wende im rechten Moment? Mitnichten. Anschließend legte van der Vaart ein Spiel hin, das seiner unwürdig ist. Er versuchte mit aller Macht, seine zehnte Gelbe zu bekommen und schaffte das in der Nachspielzeit. Er entzog sich damit seiner Verantwortung für den Verein. Und das macht mich sauer, zumal auch ich immer wieder zu ihm stand. Egal, wie schwer es mir oft fiel…

 

Ich werde am Sonnabend dennoch aufstehen und applaudieren, sofern der HSV van der Vaart tatsächlich verabschieden sollte. Weil er dem HSV sehr viel mehr gegeben hat als er durch diese Szene kaputt machen konnte. Van der Vaart war der Türöffner für weitere Stars, er war spielerisch der Unterschied bei seinem ersten Engagement in Hamburg. Und er verhalf dem HSV zu Erfolgen, wie es sie hier Jahrzehnte lang nicht zu feiern gab. Aber es wird ein Geschmäckle haben. Leider. Denn das am Sonnabend war vereinsschädigend, unkollegial und – so weit würde ich in diesem Fall sogar gehen – sogar undankbar. Zum einen denen gegenüber, die auf ihn gesetzt haben, die ihn trotz allem immer wieder aufgestellt und an ihn geglaubt haben. Da schließe ich die Fans voll mit ein. Und zum anderen war es undankbar den Kollegen gegenüber, die ihn mit durchgeschleppt haben in der Hoffnung auf diesen einen, genialen Moment, der allen verwehrt blieb und jetzt auch bleiben wird. Sofern er nicht noch einen Einsatz in einer ja noch möglichen Relegation hat…

Umfrage: Hält der HSV die Klasse, und was, wenn nicht?

 

Unabhängig davon bin ich überzeugt davon, dass Bruno Labbadia die Mannschaft noch einmal wecken wird. Abgeschieden in Malente wird er auch dem letzten Egomanen das eine große Spiel gegen Schalke schmackhaft machen. Er wird die Spieler zur Einheit formen, wie sie immer behauptet, es zu sein. Und das ist angesichts der Brisanz auch nicht schwer. Dieses Spiel firmiert unter „Ausnahmezustand“ – das dürfte auch der letzte Egomane im HSV-Trikot verstehen.

 

Klar ist aber auch, das Labbadia die Spieler nicht grundsätzlich ändern wird. Und das bedeutet, dass im Kader grundlegende Renovierungen vonnöten sind. Warum Labbadia den Spielern nicht sagt, was er von ihnen hält ist logisch. Aber ich hoffe, dass er dafür seine Gelegenheit bekommen wird und vom Vorstand entsprechend bei der Kaderumstellung unterstützt wird. Denn zur neuen Saison muss sich mal wieder nahezu alles ändern. Auch die Außendarstellung der Verantwortlichen. Wie man sich nach dem 33. Spieltag und knapp 35 Millionen Euro Ausgaben für Neue hinstellt und sagt, man hätte die Probleme schon in der Saisonvorbereitung erkannt und die Probleme erwartet – es macht mich sprachlos.

 

Aber in der aktuellen Situation ist eigentlich auch das nicht wichtig. Diese fünf Tage bis zum Schalke-Spiel sind Außenstehende ausnahmsweise mal sch…egal, Vereinspolitik komplett zu missachten und nichts ist wichtiger, als die Mannschaft und die Fans. Vor allem in Verbindung miteinander. Denn die eigenen Fans sind für mich das letzte Faustpfand, das dieser HSV noch hat. Nur die von den Rängen herübergebrachten Emotionen scheinen die Spieler noch ausreichend zu beflügeln. Eigenmotivation? Zu wenig. Ein extrem bitteres Urteil. Vor allem, wenn man die Konkurrenz aus Hannover, Stuttgart und vor allem Freiburg sowie Paderborn spielen sieht. Dass letztlich ausgerechnet die löbliche Einstellung dieser Konkurrenten die größte Chance des HSV am letzten Spieltag darstellt – pure Ironie…

 

Ebenso wie jetzt den Fußballgott bemühen zu wollen. Sofern es diesen denn gibt, hat der HSV ihn in den letzten Monaten schon überbeansprucht. Allein die Spieltagskonstellation müsste man ihm schon danken und müsste damit zufrieden sein. Noch mehr Glück dürfen wir einfach nicht verlangen, ohne vermessen zu werden. Schon gar nicht, wenn man sieht, wie wenig tapfere Paderborner davon haben…

 

Aber genug Sentimentalität, zurück zum harten Profigeschäft. Und das darf beim HSV noch deutlich härter werden. Denn der Verein muss davon wegkommen, sich von Spielern lenken zu lassen. Egal ob jetzt ein van der Vaart, ein Behrami, Müller oder auch ein Lasogga – sie alle sind Angestellte des HSV. Nur demütig ihrem Arbeitgeber gegenüber sind sie allesamt nicht. Zumindest nicht ausreichend. Warum auch? Der HSV lässt es sich ja gefallen. Noch. Einzig bei Bruno Labbadia habe ich das Gefühl, dass er sich von Namen nicht beeindrucken lässt. Zumindest war er bei seinem letzten Engagement 2009 so. Jetzt muss er die eine oder andere Kröte schlucken, weil die Zeit zu kurz und die Situation zu ernst ist. Aber nach der Saison wird er sagen, was er schon erkannt hat: diese Mannschaft braucht ein komplett anderes Gesicht. Sie braucht mehr Charakter als dieses immer wieder fälschlich erhoffte Potenzial seiner Stars. Dieser HSV braucht für einen erstmals ernst zu nehmenden Neuanfang deutlich mehr Kacars, und dafür weniger van der Vaarts – der HSV braucht mehr Typ, weniger Status. Oder wie sagte Dietmar Beiersdorfer bei seinem Amtsantritt: „Der HSV muss ein neues Gesicht bekommen, mit dem sich alle identifizieren können.“ Stimmt. Und ich bin mir sicher, dass sich jeder Fan mit Charakterstärke anfreunden kann – auch wenn das nicht sofort zur Meisterschaft oder einem internationalen Wettbewerb langt. Bei mir ist es zumindest so.

 

Und das gilt auch für die Führung. Ich hatte vergangene Woche geschrieben, dass die Positionen in meinen Augen dort falsch besetzt sind. Dass nun ein ausgewiesener Fachmann wie Olaf Kortmann der selben Ansicht ist, ehrt mich. Obgleich Olaf wahrscheinlich genauso wenig Hoffnung hat, dass der HSV in der Spitze entsprechende Korrekturen vornimmt, behaupte ich, dass gerade das ein massives Zeichen wäre. Ein Zeichen der eigenen Stärke, Fehler einzugestehen und sie zu beheben, den Verein über das eigene Ego zu stellen. Inwieweit das auch auf Personalien wie Maxi Beister, Valon Behrami und Mo Gouaida zutrifft? Das werde ich unter anderem morgen in einem hoffentlich ausschließlich sportlich orientierten Blog thematisieren.

 

Ich wurde letzte Woche gefragt, ob ich irgendwas gegen Beiersdorfer hätte und kann diese Frage mit einem überdeutlichen NEIN beantworten. Ganz im Gegenteil! Ich halte nach wie vor von kaum jemandem sonst mehr als von ihm, wenn es um den Neuaufbau bei diesem HSV geht. Aber eben als Sportchef, nicht als Vorstandsboss. Als Sportchef hat er wiederholt bewiesen, dass er mit ausreichend Zeit Großes aufbauen kann. Mit der Betonung auf „ausreichend“ – also nicht wie im Sommer, wo er Vorstandsboss und Sportchef in einem war. Es kann schlichtweg nicht gutgehen, wenn man sich als Vereinsoberster (Repräsentant bei etlichen Veranstaltungen, Verhandlungsführer mit Kühne etc.) zugleich auch um ein derart sensibles Thema wie die Kaderzusammenstellung beim HSV kümmern muss – wie man auch im aktuellen Ergebnis deutlich erkennen kann. Insofern kann ich Beiersdorfers Ahnung im Vorfeld der Saison durchaus nachvollziehen – nur Verständnis kann ich dafür nicht aufbringen. Denn insbesondere er hatte das Heft des Handelns in der Hand.

 

Nur gut, dass Beiersdorfer sich in Sachen Trainer durchgerungen hat, Imterimscoach Peter Knäbel durch seinen Freund und Vertrauten Labbadia zu ersetzen. Ansonsten wären wir sicherlich schon abgestiegen. Labbadia und Beiersdorfer – das passt. Und daraus kann eine Menge entstehen, wenn dieses Jahr die Klasse gehalten wird und nach dem letzten Saisonspiel einmal alles umgekrempelt wird.

 

Umso mehr Verständnis habe ich für Labbadias Wunsch, sich noch mal aus dem hiesigen, negativen Umfeld zu verabschieden und in Malente die Speicher der Spieler wieder aufzufüllen. Denn mehr als Augen zu und durch geht momentan nicht. Soll heißen: Klasse irgendwie halten und dann noch mal alles auf Anfang. Und damit meine ich wirklich alles…

 

In diesem Sinne, bis morgen. Da wird um zehn und um 15.30 Uhr an der Imtech-Arena trainiert, ehe es am Mittwoch gen Malente geht.

 

Bis dahin,

Scholle

Die “Affen” tanzen, der HSV liegt am Boden!

16. Mai 2015

Stuttgart bezwingt den HSV im Abstiegs-Endspiel 2:1 – die „Affen“ tanzen, der HSV liegt am Boden. Nun muss es sich am letzten Spieltag zeigen, ob der HSV tatsächlich immer wieder aufstehen kann. Am Sonnabend geht es im Volkspark gegen Schalke 04 um alles – jetzt ist der HSV erst einmal auf den vorletzten Tabellenplatz zurückgefallen. Es scheint, als müsste auch in diesem Jahr wieder ein Wunder helfen, um den Dino vor der Zweiten Liga zu bewahren. Der HSV bot auch im Ländle eine erschütternde Leistung, der Tabellenletzte war klar und deutlich das bessere Team und gewann verdient. Die Hamburger hatten deutlich mehr Unzulänglichkeiten zu bieten, als der VfB, HSV-Trainer Bruno Labbadia schlug sich mehrfach entsetzt die Hände vor das Gesicht. So wird das kaum noch etwas. Und für das Schalke-Spiel fällt nun auch tatsächlich noch Kapitän Rafael van der Vaart aus, der sich in der Nachspielzeit die zehnte Gelbe Karte der Saison erbettelte – Schiedsrichter Manuel Gräfe erhörte den Niederländer! Jetzt hat es der HSV schon nicht al mehr in eigener Hand, den Abstieg noch zu vermeiden. So sieht die Realität im Mai 2015 aus. Gute Nacht!

 

Mit der Aufstellung überraschte Trainer Bruno Labbadia auch diesmal wieder. Es scheint ein Hobby von allen Fußball-Lehrern zu sein, die den HSV coachen. Diesmal kam Marcell Jansen wie Kai aus der Kiste, und Ivo Ilicevic musste wohl deswegen ins Team, weil er ein Rechtsfuß ist. Obwohl der frühere Lauterer mal gesagt hatte, dass er rechts eigentlich nicht spielen möchte. Nun gut, in der allergrößten Abstiegs-Not frisst der Teufel wohl doch Fliegen . . .

 

Die „Affen“, wie VfB-Trainer Huub Stevens seine Spieler in der Woche tituliert hatte, traten mit der stimmgewaltigen Unterstützung von 54 000 Zuschauern an – aber der HSV hielt tapfer dagegen. Und ging sogar mit 1:0 in Führung. Freistoß von halbrechts, den gab Rafael van der Vaart mustergültig (diesmal mustergültig!) vor das Stuttgarter Tor, und dort stieg am Elfmeterpunkt Gojko Kacar in die Luft und köpfte ein. Der Wahnsinn! Kacars drittes Tor in Folge! Das ist unfassbar! Und die Teamkollegen erdrückten den Serben fast vor Freude. Der HSV auf dem Weg zum rettenden Ufer?

 

Leider nein. Und ausgerechnet Kacar bereitete den Ausgleich der Schwaben vor. Der HSV-Torschütze hätte einen Ball weit und hoch aus dem Strafraum herausschlagen können, nein müssen, aber er traf den Ball nicht gut. Stuttgarts Serey Die fing den Ball leichtfüßig ab, und postwendend flog die Kugel wieder zurück in den HSV-Strafraum, weil Marcell Jansen die Flanke nicht verhindern konnte, im Gegenteil, er fälschte die Kugel noch leicht ab. Am Fünfmeterraum-Eck kam Gentner an den Ball, und der schoss, bedrängt von Slobodan Rajkovic, aus der Drehung den Ball durch die Beine von Rene Adler ins Tor (27.). Wie bitter. Plötzlich war Stuttgart hellwach.

 

Und legte nach. In der 35. Minute hieß es 2:1 für den Tabellenletzten. Eckstoß von links, am kurzen Pfosten verlängerte Gentner (setzte sich gegen Ivica Olic durch) den Ball auf das lange Eck, und dort schien die gesamte HSV-Defensive irgendwie eingenickt. Marcell Jansen ließ den aus Hamburg stammenden Martin Harnik (Vier- und Marschlande) gewähren, der auf der Torlinie (am Pfosten) stehende Ilicevic zog schnell mal den Kopf zwischen die Schultern – Tor. Wie bitter war das denn bitte? So kann man im Abstiegskampf, jedenfalls den in der Ersten Bundesliga, nicht agieren. Das ist ein ganz schlimmes Abwehrverhalten, spricht aber Bände für diesen HSV. Und wenn es ganz schlecht gekommen wäre, dann hätte Harnik kurz vor der Pause noch das 3:1 erzielt, nachdem er sich gegen Rajkovic und Johan Djourou durchgesetzt hatte, aber der Österreicher schoss dann doch zwei, drei Meter am HSV-Tor vorbei.

 

Halbzeit. Und Stuttgart jubelte. Weil der VfB dann ganz klar Chef im Ring war. Die „Affen“, die nach dem 2:1 auch wie die Affen getanzt hatten, waren deutlich besser. Der HSV leistete sich viele und in der Entstehung ganz amateurhafte Fehlpässe, Stuttgart war schneller, wirkte frischer, zeigte viele Ideen – und waren schlicht williger, auch viel hungriger auf den Erfolg. Die HSV-Spieler zeigten dazu einige ungewöhnliche technische Fehler. So „paddelte“ Ivica Olic gleich zweimal bei VfB-Eckstößen am Ball vorbei, als er an erster Stelle stand. So etwas darf ganz einfach nicht passieren – aber beim HSV ist das leider an der Tagesordnung.

 

Die Überlegenheit des Schlusslichtes, das längst am HSV vorbeigezogen war, wurde im zweiten Durchgang noch eklatanter. Der VfB stürmte mit Mann und Maus, und der HSV hatte kaum bis nichts dagegen zu setzen. In der 62. Minute schien das 3:1 fällig, überfällig sogar, als Harnik an Rajkovic vorbeigezogen war und quer legte, aber Djourou rettete in allerhöchster Not vor Ginczek – nur Eckball für den VfB. Und als kurz darauf Adler unter einer Flanke durchlief, hätte Didavi eigentlich nur köpfen müssen, dann hätte es 3:1 gestanden – aber der Stuttgarter zögerte zu lange, Chance vorbei. Glück für den HSV. Aber was hilft es?

 

Adler wehrte noch bravourös gegen den frei vor ihm auftauchenden Kostic ab, der Ball prallte danach gegen die Latte (83.). Und noch einmal Adler in der 88. Minute, als er super gegen den durchlaufenden Werner hält. Zum Schluss war das 1:2 für den HSV noch glücklich, weil es nur so knapp war.

 

Niemals Zweite Liga.
???? Das wird noch enger als 2014!

 

Der HSV spielte mit: Adler; Westermann,
Rajkovic, Djourou, Ostrzolek; Kacar, van der Vaart; Ilicevic, Jansen (64. Min. Jansen); Olic; Lasogga (58. Min. Rudnevs).

 

Die Einzelkritik

 

Rene Adler leistete sich eine Schwäche, ansonsten bewahrte er den HSV vor einer höheren Niederlage. Das war eine Weltklasse-Leistung, Note eins mit Sternchen. Aber was hilft es, wenn eine solche Benotung nur auf den Torwart zutrifft?

 

Heiko Westermann hatte gegen den pfeilschnellen Kostic einen ganz schweren Stand, zweimal wurde er regelrecht „nass“ gemacht, ansonsten war das halbwegs in Ordnung.

 

Slobodan Rajkovic wirkte hölzern und langsam, im Moment scheint er mehr und mehr an Form zu verlieren.

 

Johan Djourou war der einzige Lichtblick in der Viererkette, der Schweizer warf sich immer wieder in die Angriffe der Schwaben – das war okay.

 

Matthias Ostrzolek schwamm mit, und zwar tüchtig, da war von Souveränität und Erstliga-Niveau nicht allzu viel zu erkennen.

 

Gojko Kacar markierte „sein“ Tor, da sah alles noch rosig aus, aber dann ging es bergab mit dem HSV – leider auch für den Serben.

 

Rafael van der Vaart ging leider nach dem 1:1 stetig mit unter.

 

Ivo Ilicevic war nie zu sehen. Warum er das so lange zeigen durfte? Ich weiß es nicht! Null Zweikampfverhalten, das mal nur so nebenbei.

 

Marcell Jansen blieb fast alles schuldig, leider, leider.

 

Ivica Olic das war überhaupt nichts. Und zwar 90 Minuten lang.

 

Pierre-Michel Lasogga tauchte von der ersten Minuten an ab und spielte viel zu lange.

 

Artjoms Rudnevs (ab 58. Min. für Lasogga) wollte bestimmt, konnte aber nichts mehr bewegen. Weil sein Umfeld es auch nicht mehr konnte.

 

Zoltan Stieber (ab 64. Min. für Jansen) ist nicht der Typ, der reinkommt und alles durcheinanderwirbelt. Das bewies er auch in Stuttgart.

 

Das war es zunächst vom Spiel gegen Stuttgart. Wir sind dann gleich wieder mit „Matz ab live“ zur Stelle, um über die Partie gegen die Schwaben zu sprechen. Unsere Gäste sind heute der ehemalige HSV-Abwehrspieler Detlef Spincke sowie Hamburgs erfolgreichster Amateurtrainer, Bert Ehm, zurzeit Manager des TSV Sasel. Wir vom Abendblatt-TV würden uns sehr freuen, wenn Ihr wieder zahlreich „einschalten“ würdet.

 

PS: Die Zweite hat heute ihr Regionalliga-Spiel in Lübeck gegen den VfB mit 2:0 gewonnen. Ahmet Arslan, der ehemalige Lübecker, erzielte das 1:0, Matti Steinmann den 2:0-Endstand – schon vor dem Seitenwechsel. Glückwunsch!

 

PSPS: Wer immer noch mehr HSV und Fußball will, der sollte morgen den „Sportclub live“ im Dritten Programm (NDR) einschalten. Da sind der frühere HSV-Trainer Frank Pagelsdorf und der ehemalige Volleyball-Bundestrainer, heutige Mental-Coach und immer noch HSV-Ehrenmitglied Olaf Kortmann (auch bei uns schon mehrfach zu sehen) zu Gast. Viel Spaß.

 

17.27 Uhr

Fußball verkehrt: HSV stürmt, Bayern mauert

6. April 2015

Hoffnung?

„Dieter, zeig mir Deinen Strohhalm, mach’ mir irgendwie noch Hoffnung . . .“

 

Das höre ich seit dem 0:4-Debakel von Leverkusen immer wieder.

 

Strohhalm? Hoffnung? Habe ich nicht mehr. Ehrlich. Damit kann ich nicht mehr dienen. Ich bin am Ende aller Träume angelangt. Der HSV blamiert sich von Woche zu Woche mehr, wird zum Gespött in ganz Deutschland, nur in Hamburg haben die Verantwortlichen immer noch nicht kapiert, dass es bereits zehn Minuten nach Zwölf ist. Am vergangenen Sonntag bot ein Zuschauer beim Sport1-Doppelpass per Telefon folgende Wette an: „10 000 Euro, dass dieser HSV in dieser Saison kein Spiel mehr gewinnt . . .“ Ich werde nicht dagegenhalten.

 

 

In diesem Zusammenhang fällt mir ein, was der frühere Nationalspieler Dietmar Hamann (einst FC Bayern und Liverpool) und heutige Sky-Experten nach der Abfuhr gegen Bayer über den HSV gesagt hat: „In der Winterpause habe ich schon gesagt, dass der HSV spielerisch mit die schwächste Mannschaft ist. Ich bin mir sicher, dass der HSV absteigt – und zwar direkt.“ Über die Gründe sagte Hamann: „Der HSV hat jetzt jede Menge Kompetenz mit Beiersdorfer, Peters und Knäbel. Wenn ich dann Zinnbauer im Oktober hole, muss ich mit ihm durch die Saison gehen. Sonst gibt man den Spielern Alibis. Darum hatte ich gedacht, dass man sagt: ‘Der Joe bleibt hier’. Der HSV muss jetzt zeigen, dass man die sportliche Kompetenz auch in Ergebnisse ummünzen kann.“
Noch einer, der den HSV abstürzen sieht, und zwar direkt, nicht über Los. Willkommen im Club, Herr Hamann!

 

Ja, Ratschläge kommen von vielen Seiten, von oben, von unten, von links und von rechts. Aber erstens nehmen die Herren ohnehin nichts an, und zweitens ist jetzt sowieso alles zu spät.

 

Mich hat eine Passage des Blogs von Lars Pegelow gestern besonders beeindruckt, angesprochen. Peter Knäbel, der HSV-Interimscoach, hat bei der Pressekonferenz nach der 0:4-Abfuhr im Beisein seines Kollegen von Bayer Leverkusen auf die Frage, wie er sich in seinem ersten Trainer-Einsatz dort unten an der Außenlinie gefühlt hat, geantwortet: „Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Ich glaube, der Kollege Schmidt hat nicht jemanden gesehen, der so funktioniert wie ein Anfänger. Die Position passt mir, ich habe mich wohl gefühlt da unten.“

 

Er hat sich also wohl gefühlt dort unten. Irgendwie sah man es ihm an. Ich weiß nicht warum (lag es an den Klamotten?), aber ich habe, wenn der HSV-Coach gezeigt wurde, immer an Sepp Herberger jun. gedacht. Aber geht es eigentlich ums „Wohlgefühl“ des HSV-Trainers? Geht es um Peter Knäbel und wie er sich dort fühlt? Nein, darum geht es weiß Gott nicht. Darum geht es zuletzt Es geht um den HSV! Nur um den HSV. Und darum, ob eine HSV-Mannschaft auch so funktioniert, wie sie funktionieren sollte, bevor es auf den Acker geht. Und dieser HSV funktionierte in diesem Jahr höchst selten, seit Wochen überhaupt nicht mehr – und in Leverkusen schon gar nicht.

 

Und dann komme ich mal zum Thema Anfänger. Der Herr Schmidt wird wahrscheinlich ein wenig schmunzeln – vielleicht aber auch ein wenig lachen. Eventuell gibt er ja mal einen kleinen Wink aus Leverkusen herüber, oder lässt einen kleinen Wink geben . . .
Also, Anfänger:

 

Alle Welt ist sauer auf Johan Djourou, weil er einen so schlampigen Pass auf Heiko Westermann gespielt hat. Ich habe hier meine – und etwas andere – Sichtweise auf dieses schon „tödliche“ Gegentor in der siebten Minute.

 

Der HSV steht seit Wochen mit dem Rücken zur Wand. Weiß jeder. Dann kommt ein neuer Trainer, nach eigenem Bekunden kein Anfänger, und sieht folgende großartige Leistung seiner von ihm eingestellten Mannen: Einwurf von Nicolai Müller, der fast an der rechten Eckfahne steht. Er wirft den Ball in Richtung Ivica Olic, aber die Kugel landet bei einem Bayer-Profi – und der schlägt den Ball nach vorn. Sie landet bei Johan Djourou, der gefühlt zehn bis 15 Metern in der Bayer-Hälfte steht. Er passt den Ball auf den neben ihm, auf gleicher Höhe stehenden Heiko Westermann, der nicht an den Ball kommt – und der Konter läuft. Alle laufen sie um ihr Leben, Leverkusener und Hamburger. Hamburger aber nur hinterher. Und drin das Ding.

 

Und wer jetzt ganz genau aufgepasst hat, der wird gemerkt haben, wo hier der Hase im Pfeffer liegt. Wo standen Djourou und Westermann? Bei einem Einwurf an der rechten Eckfahne? Jawollo, sie standen weit in des Gegners Hälfte. Um Leverkusen kaputtzustürmen? Das ist eine der bittersten Leistungen, die der HSV seit langem vollbracht hat. Das ist so etwas von amateurhaft, dass es nur noch blamabel zu nennen ist.

 

Was bitte hat ein Johan Djourou, und was hat ein Heiko Westermann – jeweils als letzte defensive Absicherung – in der Hälfte Leverkusens zu suchen? Nichts! Absolut nichts! Wollte der 16-Törchen-HSV das Team von Bayer Leverkusen in Grund und Boden spielen? Wacht endlich mal auf, Ihr hohen HSV-Herren, wacht endlich auf!

 

Und es gibt ein Parade-Beispiel von diesem Wochenende, wie man es auch machen kann:

 

Der große FC Bayern mauerte an diesem Wochenende in Dortmund. Der Rekordmeister trat ohne Robben, Ribery und Alaba an, dafür aber mit gleich acht Defensivspielern. Und gewann 1:0 in Dortmund. Obwohl München nur etwa 32 Prozent Ballbesitz hatte, und auch nicht allzu viele Tormöglichkeiten. Aber die Bayern ließen eben auch nicht sonderlich viel zu. Zwei Chancen hatte Dortmund, mehr nicht. Weil sich alle Bayern-Spieler an die taktische Marschroute ihres Trainers, der immer noch Pep Guardiola heißt, hielten. Sie hielten sich auch deswegen dran, weil sie sonst von ihrem Trainer „vom Eis gezerrt“ worden wären. So geht es zu bei Rekordmeistern.

 

Der heutige Aufsichtsrat und frühere HSV-Kapitän Peter Nogly, der es einst auf 320 Bundesliga-Spiele für den HSV gebracht hat, verließ 1980 den HSV. Aus Verärgerung. „Mir hatte Branko Zebec die Lust am Fußballspielen genommen“, hat mir Nogly vor einiger Zeit mal verraten. Wie? Lust am Fußballspielen genommen? Nogly: „Weil er mir als Abwehrspieler verbot, über die Mittellinie zu gehen. Und man durfte auch mit keinem Weitschuss versuchen, ein Tor für den HSV zu erzielen. Wenn wir uns widersetzten, dann gab es Ärger ohne Ende!“ Da hat also ein Trainer seinem Abwehrspieler – und das gleich mehrfach und wiederholt – verboten, über die Mittellinie zu gehen? Was sind denn das bloß für Methoden? Das ist ja Fußball aus dem Mittelalter! Heute muss, egal ob man es kann oder auch nicht, mit jedem Gegner mitgespielt werden. Da kann man nicht hinten mal dichtmachen und hoffen, dass vorne der liebe Gott hilft – mit einem Törchen. Das geht nicht. Kürzlich spielte, fällt mir gerade ein, Hertha BSC aber genau so. Nicht in Hamburg beim 1:0-Sieg, nein, da muss man es auch nicht sonderlich herausstellen, sondern zuvor beim 0:0 in Stuttgart. Beim Tabellenletzten. Da wurde gemauert und auf Konter gehofft. Und es hat geholfen – es gab ein wertvolles Pünktchen.

 

Zum Thema Bayern in Dortmund befand übrigens Dietmar Hamann noch beiläufig: „Es war aus der Not geboren, aber das Spiel war richtungsweisend. Pep und die Mannschaft haben gesehen, dass sie nicht immer auf Pressing und Ballbesitz spielen können, wenn sie gegen starke Mannschaften spielen. Gegen Mannschaften wie Barcelona werden sie vielleicht auch so spielen. Das kommt auch Lewandowski entgegen. Wenn sie so spielen, ist er die beste Nummer neun der Welt.“

 

Aus der Not heraus geboren! Als kommender Meister – nicht als kommender Absteiger! Alle Achtung!

 

Und selbst auf die Gefahr hin, dass ich mich nun völlig lächerlich mache, muss ich mal eine Geschichte von mir erzählen. Bevor ich B-Lizenztrainer in den Herrenbereich wechselte, trainierte ich fünf Jugendmannschaften bei drei verschiedenen Vereinen. Die letzte Station war dabei der 1. SC Norderstedt, die C-Jugend. Wir wurde, wie alle meine Jugend-Teams, Staffelmeister und trugen Aufstiegsspiele zur Sonderklasse aus. Schön daran ist ja, dass ich das so schreiben kann, und falls es nicht stimmen würde, gäbe es bestimmt die eine oder andere Stimme, die mich widerlegen würde – falls ich Unsinn schreibe. Ist aber kein Unsinn. Wir gewannen Spiel eins, mussten dann auf neutralem Platz (Hagenbeckstraße) gegen St. Pauli antreten. Die Braunen hatten ihr erstes Spiel 19:0 (!) gewonnen. Hatten wir überhaupt eine Chance? Schon in der Woche bereitete ich die Mannschaft auf „Anti-Fußball“ hin. Und unmittelbar vor dem Spiel beschwor ich die Spieler, sich unbedingt – ein einziges Mal – an diesen „Anti-Fußball“ zu halten. Ich weiß, das ist nicht das Gelbe vom Ei, aber wir wollten uns von St. Pauli nicht überfahren lassen. „So viele Bälle, wie wir sie heute in die Wicken schlagen, können die gar nicht haben. Bei Einwürfen, Anstößen und Freistößen lassen wir uns alle Zeit der Welt . . .“ Und vorne hilft der liebe Gott. Und er half. Einmal waren wir vorne – Tor, 1:0 gewonnen. Und die Väter meiner Spieler trugen mich auf Schultern vom Platz. Aufgestiegen, das nur nebenbei, sind wir aber dennoch nicht!

 

Ja, ja, ich höre es jetzt schon, „das ist Jugend-Fußball – wie bitter und primitiv ist das denn?“. Und: „Bei den Profis geht es eben ganz anders, viel härter zu.“ Stimmt. Ich möchte mit dieser Geschichte ja auch nur andeuten, dass man sich durchaus auf ein Spiel richtig und nach seinen Mitteln (das, was die Mannschaft tatsächlich hergibt!) einstellen kann. Und nicht einfach nur zusehen, wie meine letzten Abwehrspieler weit vorne in der gegnerischen Hälfte herumturnen. Leverkusen hätte mit einer Defensiveinstellung des HSV die Lust am Fußball genommen werden müssen, die einzige Chance in meinen Augen, die der HSV gehabt hätte – aber nein, es muss ja mitgespielt werden. Motto: „So schlecht, wie wir stehen, sind wir ja gar nicht.“ Genauso nämlich dachten die HSV-Trainer einst vor einem 2:9 und auch vor einem 0:8 in München . . . Wahnsinn – Größenwahn(sinn).

 

Übrigens: Eine einzige Chance hatte der HSV in den 90 Minuten von Leverkusen. Das war in der 64. Minute, als Nicolai Müller an Torwart Leno scheiterte. Soviel mal zur Hamburger Offensivleistung.

 

Und da frage ich mich schon und immer noch und immer wieder: Wieso schreitet da eigentlich niemand von den „hohen Herren“ ein? Warum wird nicht vorher mal ein Marschroute abgesprochen – und dann von allen abgesegnet? Das geschieht in fast jedem zweiten oder dritten Amateurverein. Hier wird der Trainer, oder wurde der Trainer, bei fast jedem seiner Schritte in der Kabine verfolgt, auch mit der Videokamera, um ihn zu „coachen“. Was er gut macht, was er falsch macht! Aber um das Wichtigste, nämlich die taktische Auslegung in den jeweiligen Spielen, da wird nichts unternommen. Das ist so lächerlich und soweit von profihaft entfernt, dass es schon komische Züge trägt. Das ist für mich nur unfassbar. Und so spielt dann eben auch nur ein Absteiger, ganz klarer Fall.

 

Wenn Peter Knäbel, gegen den ich als Mensch überhaupt nichts habe, im Gegenteil, wir haben uns all die Jahre sehr, sehr gut verstanden, aber darum geht es ja auch gar nicht. Er könnte bestimmt auch der richtige Sportchef für den HSV sein (ist nachzulesen, ich habe nie etwas anderes geschrieben oder gesagt), wenn Peter Knäbel jetzt sagt, dass er weiß, auf wen er sich verlassen kann, dann hoffe ich mal für ihn, dass er daraus auch die richtigen Konsequenzen zieht – und vor allem ziehen kann! Ich finde, dass das einzig Gute zurzeit ist, dass sich jeder HSV-Fan beizeiten darauf einstellen kann, was nach dieser Saison Fakt sein wird. Da gibt es dann kein plötzliches Erwachen, denn so langsam müsste auch der Letzte wissen, wohin hier der Hase laufen wird.

 

So viel zum Team Anfänger. Tragisch für mich ist nur, dass sich mit diesem 0:4-Desaster von Leverkusen die Geschichte nur wiederholt hat. Als der „große“ (Fehleinkauf) Bert van Marwijk noch die 2:4-Niederlage in Braunschweig einfahren durfte, war das genau ein Spiel zu viel. Das war damals wie heute ein verschenktes Spiel. Und davon darf sich ein abstiegsgefährdetes Team eigentlich keines erlauben. Wieso also spielte der HSV in Leverkusen mit? Leiden die alle dort oben unter Größenwahn? Wie beurteilen die eigentlich die momentane Situation wirklich? „Es gibt noch sieben Spiele, also 21 Punkte zu gewinnen – keine Panik.“ So scheint es wohl zu sein. Und eigentlich ja auch egal, zum Aufwachen ist es ohnehin schon zu spät . . .

 

Herr Tuchel, übernehmen Sie! In Liga zwei.
Und wo ich gerade bei Tuchel bin, der frühere Mainzer (oder er ist ja Noch-Mainzer) hat heute einem möglichen neuen Arbeitgeber abgesagt, nämlich Rasenballsport Leipzig.

 

Ein etwas anders gelagertes Thema: Wer immer noch jammert, wie schlecht es dem HSV (finanziell) geht, und dazu gehöre vor allem auch ich (!!!), der sollte vielleicht doch mal nach Augsburg, Mainz oder auch Freiburg blicken. So gesehen geht es dem HSV nämlich blendend, nur daraus macht er nichts. 33 Millionen wurden vor dieser Saison verschenkt, weil nichts passierte. Und im Winter wurde zugesehen, weiteres Geld zu sparen. Motto: „Das wird schon noch.“ Ich habe an diesem Wochenende auch die Dritte Liga gesehen, da gibt es Vereine, die fünf, sechs oder sogar sieben neue Spieler im Winter geholt haben, aus Angst, nicht abzusteigen. Und diese Neuzugänge spielen auch fleißig. Beim HSV wurden die Augen verschlossen, trotz der – zum Beispiel – einzigartigen Torflaute. Und mit Ivica Olic wurde, so Sportdirektor Peter Knäbel damals, der „Wunschspieler“ verpflichtet. Immerhin.
Er mag ja schlecht trainieren, der Artjoms Rudnevs, aber ich weiß, dass er sich bislang bei keinem Einsatz für den HSV um einen Einsatz gedrückt hat. Er hat sich, wie schlecht auch immer er am Ball war, stets den Hintern aufgerissen. Zuletzt wurde er dafür mit einem Platz (Plätzen) auf der Tribüne „belohnt“. Verkehrte Welt.

 

Zu diesem Thema passt nun bestens die Vorhersage von Dietmar Beiersdorfer: „Wir werden alles dafür tun, damit am Sonnabend gegen Wolfsburg ein Team auf dem Platz steht, das um sein Leben kämpft.“

 

Es kommt mir vor, als wenn ein jeder HSV-Spieler wie zuletzt immer sagt: „Das nächste Spiel ist für uns das wichtigste, da werden wir uns als Mannschaft präsentieren.“ Jo, genau.

 

Bei der Gelegenheit: Mir ist aufgefallen, dass Valon Behrami seit Dortmund-Spiel, in dem er im ganzen Land wegen seiner Fouls angeprangert worden war, nun nur noch handzahm Fußball spielt. Er war zuvor aggressiv, er eroberte viele Bälle, ging kämpferisch voran, weckte auf, motivierte, riss mit – alles vorbei. Wieso?

 

Mein Resümee nach Spiel eins mit dem dritten Trainer der Saison: Wer geglaubt hatte, dass es nur durch Handauflegen mit einem Male eine neue, frische, flott spielende HSV-Mannschaft geben würde, dem ist tatsächlich nicht zu helfen. Peter Knäbel hat gegenüber seinem Vorgänger Joe Zinnbauer nichts (oder kaum etwas) geändert. Wie könnte er auch? Neue Spieler hat auch er nicht zur Verfügung, und wenn er jetzt den Kniff der Kniffe gehabt hätte, dann wäre das eher übel gewesen, denn: Dann hätte er diesen Kniff auch dem guten „Joe“ verraten können, denn dafür wäre ein Sportchef ja eigentlich da gewesen. Es geht, wie schon gesagt, nur um den HSV, und zwar nur.

 

Zum Schluss fällt mir dann auch noch der gute und „ewige Loddar“ ein, Lothar Matthäus. Der hat einst gesagt: „Wir dürfen jetzt nicht den Sand in den Kopf stecken.“

 

So, ich bin, wie eingangs schon geschildert, restlos am Ende. Schönes Rest-Osterfest noch – und einen guten Start in die neue Woche. Ich möchte mich schnell noch bei unseren „Matz-ab-live-Gästen „Lars 49“ und Olaf Kortmann bedanken! Beide Herren sind viel gelobt worden, weil sie viel Kluges gesagt haben – und das freut uns immer wieder sehr, wenn wir das hören. Während einer solchen „Sendung“ bekomme ich zum Beispiel nicht so sehr viel mit, ob das nun gut oder besonders schlecht gewesen ist – diesmal muss es aber, das zeigen mir Mails und Anrufe (und auch Beiträge), gut gewesen sein. Und dazu liegt mir noch auf dem Herzen, dass es in meinen Augen eigentlich egal ist, ob der eine oder andere Gast schon häufig mal bei uns gesessen hat – die Hauptsache ist doch, dass wir vernünftig über das Spiel und den HSV reden, und das haben sowohl „Lars 49“ und auch Olaf Kortmann gemacht. Danke!

 

Und dann zum Schluss noch ein Blick zurück. Gestern endete Lars Pegelow hier mit: „Und für Eure privaten Planungen: Der Saisonstart der Zweiten Bundesliga in der Saison 2015/2016 ist am Wochenende 24. bis 27. Juli.“

Ich sage dazu, dass Ihr Euch mal auf den 27. August einstellen solltet – einen solchen „Leckerbissen“ lässt sich Sport1 doch nicht entgegen. Montags wird für den HSV wohl der häufigste Spieltag werden. . .

Es grüßt der tief frustrierte und immer noch total entsetzte
Dieter.

 

PS: An diesem Dienstag ist ganz bestimmt Training, ich weiß allerdings noch nicht, wann? Gerade steckt mir aber Lars P., dass um 10 und 15 Uhr trainiert werden soll.

 

PSPS: Rafael van der Vaart, der wohl nicht nach Kansas City gehen wird, soll nun mit dem spanischen Club FC Cadiz liebäugeln.

 

17.51 Uhr

Peter Knäbel verzichtet auf Youngsters – Alexander Otto gibt keine weiteren Millionen

3. April 2015

Mit teilweise strahlenden Gesichtern, scherzend und entspannt kamen die HSV-Profis heute von ihrem Abschlusstraining aus dem Stadion, um sich in ihrem Zelt neben der Arena zu duschen. Knapp 90 Minuten dauerte die finale Einheit vor dem Kick in Leverkusen – und erst nachdem die Profis guter Dinge vom Rasen gingen, schlichen Trainer Peter Knäbel und der Vereins-Vorsitzende Dietmar Beiersdorfer in ein Gespräch vertieft hinterher.

In der Reihe „Dieses Spiel ist das wichtigste der Rückrunde“ folgt nun etwa der fünfte Teil, wobei die Partie nach dem Trainerwechsel in Hamburg zweifelsohne ganz entscheidenden Charakter besitzt. Dass der HSV dabei mit drei Punkten aus dem Westen zurückkehrt, ist gar nicht einmal notwendig, um noch einmal Schwung zu bekommen im Abstiegskampf. Klar, nur Punkte zählen, aber an den anstehenden Aufgaben morgen und dann anschließend gegen Wolfsburg und in Bremen könnte sich auch manch anderer Bundesligist überheben.

Es kommt auch darauf an, dass das Team Vertrauen fasst in die Marschroute und die Spielweise, die Peter Knäbel vorgibt. Und zwar möglichst flott, denn ansonsten werden die TV-Kameras in den nächsten Wochen wieder damit beginnen, das Ticken der ewigen Bundesligauhr im Stadion bis zum Erbrechen zu drehen und zu thematisieren – so kurz vor dem möglichen Ende.


 

Vertrauen gewinnen – das würde sich vor allem zeigen in einem gelungeneren Offensivspiel. Unter Joe Zinnbauer gab es zwar Auswärtsspiele, in denen die Mannschaft vorbildlich verteidigte. So viele Spieler wie möglich hinter den Ball, wenn der Gegner angreift. Das ging gut, zumindest bis zum Bayern-Spiel. Was nun fehlt ist, dass sich die Herren Profis nicht wieder ins Hemd machen, wenn ein Mitspieler ihnen die Kugel zuschiebt. Dass Passwege gegangen werden und damit Angebote ausgegeben werden zum Zuspiel – dass endlich wieder Verantwortung übernommen wird auf dem Platz. Und zwar nicht nur, wenn’s einigermaßen läuft und es noch 0:0 steht, sondern auch wenn man etwas schiefgeht. Von wegen zu instabil – das hatte Knäbel vor einer guten Woche noch nach dem 0:0 im Test in Osnabrück noch bemängelt. Stabilität und Sich-wehren-wollen – das bitteschön wollen alle HSVer sehen. Und das ist notwendig, um im Abstiegskampf zu bestehen.

Rene Adler steht also im Tor. Knäbel hält den ehemaligen deutschen Nationaltorwart also für stabil genug, den Abstiegskampf zu meistern. Das größere Potential besitzt er im Vergleich mit Drobny, jetzt muss er Nerven zeigen und ein Rückhalt sein – so wie Drobny vergangenes Jahr. Zuletzt hatte der Tscheche nicht unbedingt begeistert, wenngleich ihm seine Rote Karte aus dem Hoffenheim-Spiel aus meiner Sicht nicht anzulasten ist. Nichtsdestotrotz: Adler ist wieder da – ausgerechnet in Leverkusen bei seinem Ex-Klub.

Auffällig auch, dass Peter Knäbel keinen der jungen mehr dabei hat, auf die Joe Zinnbauer gesetzt hatte. Gouaida – leicht angeschlagen. Götz und Marcos – gehen zur U 23. Von Julian Green ist auf der Internetseite des HSV schon gar nicht mehr die Rede. Weder im Profi-Kader noch bei der U 23. Übrigens ist auch Maximilian Beister nicht mit dabei, obwohl Knäbel insgesamt sogar 19 Spieler nominiert hat und dementsprechend einen von ihnen kurzfristig streichen muss.

Ob Beister darüber akut überrascht ist – dazu gab es keinen Kommentar. Dafür veröffentlichte HSV-Total heute ein Interview mit Beister, in dem sicher nicht von einer Streichung aus dem Kader ausgegangen worden war: „Ich bin jetzt seit dreieinhalb Monaten dabei und fühle mich soweit ganz gut. Wenn ich von Anfang an spiele, möchte ich das Vertrauen zurückgeben mit guter Leistung. Wenn der Trainer mich aufstellt, bin ich bereit.“ Das sagte Beister, der nach seinem Kreuzbandriss noch nicht wieder zu einer festen Größe geworden ist, vor der Kader-Bekanntgabe. Weder bei Zinnbauer, und auch nicht jetzt bei Knäbel, kommt der Lüneburger Jung wie erhofft zum Zuge. Ich finde das überraschend, denn der Trainer des HSV hat zwar eine prominent besetzte Ersatzbank in Leverkusen, aber keine echte Alternative als Flügelstürmer – wenn die Aufstellung so kommt, wie es das Training gestern und vorgestern erahnen ließ.

So könnte der HSV in Leverkusen spielen: Adler – Diekmeier, Djourou, Westermann, Ostrzolek – Behrami, Jiracek – Müller, Stieber, Ilicevic – Olic
Außerdem im Kader: Drobny, Diaz, Lasogga, Rudnevs, Holtby, van der Vaart, Kacar, Rajkovic

Zu einem anderen Thema – es betrifft noch einmal das Interview des Aufsichtsrats-Vorsitzenden Karl Gernandt. Eine Passage daraus hat nun eine Reaktion von Alexander Otto hervorgerufen, der ja mit zehn Millionen Euro den Bau des Campus-Projektes unterstützt, und die der Klarstellung bedarf. Im Zusammenhang mit der finanziellen Situation des HSV hatte Karl Gernandt einen Satz gesagt, der missverständlich rüberkam. Es ging um den Einstieg der Geldgeber Otto, Klaus-Michael Kühne und eines dritten „Aktionärs“, wie Gernandt sagte (hierbei soll es sich um einen Kredit in Höhe von acht Millionen Euro handeln).

Gernandt hatte wörtlich gesagt: „Es ist in unserer Situation umso anerkennenswerter, dass Klaus-Michael Kühne, Alexander Otto und ein dritter Mann, der nicht genannt werden will, die Schatulle aufmachen und sagen: ich bin bereit, ordentliche Beträge auf den Tisch zu legen, ohne eine Gegenleistung zu fordern.“

Diese Aussage ist in dem Gesprächzusammenhang teilweise so verstanden worden, als ob die Herren zusätzlich zu ihrem bekannten Engagement weiteres Geld geben, um im Sommer anstehende Transfers zu ermöglichen. Zuletzt war ja im Zusammenhang mit einer möglichen Tuchel-Verpflichtung von 25 Millionen Euro Investitionen in die Mannschaft die Rede gewesen.

„Dass Alexander Otto sich in dieser Weise engagiert, kann ich dementieren“, sagte mir nun Rando Aust, der Sprecher von Otto. „Das würde auch nicht zum Engagement von Herrn Otto in der Sportförderung passen.“ Heißt also: Kein Geld für Tuchel oder die Mannschaft von dem Hamburger Unternehmer. Wer das Interview von Karl Gernandt komplett hört, der ahnt, dass dies vom Aufsichtsrats-Boss auch nicht gemeint gewesen sein mag – sondern es sich nur um eine Beschreibung der bisherigen Investitionen der drei potenten Herren gehandelt hat. Dennoch: Die Formulierung, insbesondere weil es in dem Interview bis dahin um Thomas Tuchel ging, lässt auch eine andere Deutung zu, die nun also von Otto-Seite zurechtgerückt wurde.

Diese Information ist wichtig, denke ich, denn wenn im Paket Tuchel zusätzlich zu dem von den „Bild“-Kollegen gespielten 12,8 Millionen Euro Gehalt für den potentiellen neuen Coach für die nächsten vier Jahre noch eine Anschubfinanzierung fürs Team in der Größenordnung 25 Millionen Euro genannt wird, dann bleibt die Frage offen: Woher soll das Geld kommen? Zumal Karl Gernandt im selben Interview zugibt, dass die Suche nach weiteren Investoren einen Rückschlag erlebt hat durch die aktuelle „Krise“, wie er es nannte: „Der eine oder andere mögliche Investor zieht sich im Moment zurück und sagt: Ich möchte eigentlich nicht einen Zweitligaklub unterstützen.“

Wichtig ist die Klarstellung sicher auch für die Verhandlungssituation des HSV. Sollte irgendein anderer Verein, an den Dietmar Beiersdorfer mit der Frage nach einem Spielertransfer herantritt, denken, dass Hamburg geschröpft und ausgereizt werden könne, weil im Hintergrund die Millionen nur so fließen, dann irrt er eben.

Letzter Auszug zum Thema Geld, selbst wenn das alles seit Tagen unter ndr.de nachzuschauen ist – aber es passt hier in den Zusammenhang. Gernandt zum Trikotsponsor „Emirates“: „Ich bin ziemlich sicher, dass wir mit unserem Trikotsponsor in Kürze soweit sein werden [den Vertrag zu verlängern – Matz ab]. Auch mit anderen Partnern – die Verträge sich verhandelt. Das passt alles.“

Morgen spielt der HSV in Leverkusen. Anschließend möchten Dieter und Scholle in „Matz ab live“ am liebsten über eine faustdicke Überraschung reden. Der frühere HSV-Volleyballtrainer Olaf Kortmann, heute als Mentalcoach aktiv, wird einer der Gäste sein.

Lars
18.00 Uhr

Zinnbauer vor dem Aus – Knäbel war das Spiel zu „wirr“

21. März 2015

Heute wird es keine Entscheidung geben über die Zukunft von Joe Zinnbauer beim HSV. So viel vorweg – aber das Wochenende ist noch lang. Denn ungeachtet des Zeitplans steht fest: Acht Spiele vor dem Ende dieser Bundesliga-Saison, die ähnlich desaströs zu werden scheint wie die vorige, ist die Zeit von Rettungsankern und Strohhalmen gekommen. Ein Trainerwechsel steht vor der Tür.

Manager Peter Knäbel, der sonst recht deutlich hinter Zinnbauer stand, ist von seiner ursprünglichen Wortwahl deutlich abgewichen. Das betrifft den Auftritt der Mannschaft: „Es gab viel zu viele Phasen, in denen wir zu wenig klar waren im Aufbauspiel und keine Struktur hatten. Als wir mit zwei Stürmern gespielt haben, hat die Mannschaft nicht so umgeschaltet, dass die zwei Stürmer in Szene gesetzt wurden. In der zweiten Halbzeit war es, je länger es dauerte, wirr.“ Wo Knäbel sonst davon gesprochen hatte, sehr zufrieden mit Joe Zinnbauer zu sein, sagte er jetzt im Hinblick auf das Krisengespräch, das vermutlich am morgigen Sonntag ein Ergebnis haben wird: „Das allerwichtigste ist, welche Maßnahmen man trifft, um in den folgenden acht Spielen die Klasse zu halten. Es sind Fakten auf dem Tisch, es ist eine Situation zu klären. Das muss man in aller Nüchternheit tun und in aller Verantwortung für den Hamburger Sport Verein.“

Was ich jetzt hier schreiben könnte aktuell zum Hertha-Spiel, das ist auch an dieser Stelle schon tausend Mal geschrieben worden. Kampf und Einsatz waren zu Beginn da, wie so oft. Dann gelingt kein Tor, wie so oft. Dann zieht sich die Mannschaft zurück, wie so oft. Dann wird es planlos, wie so oft. Dann fällt das entscheidende Gegentor, wie so oft. Aus diesem Teufelskreis ist der HSV in dieser Saison nur sporadisch ausgebrochen – und wenn, dann nur unter allerhöchstem Einsatz und gelegentlich an der Grenze der Legalität.

Dass dies so gekommen ist, sorgt in der Führungsetage des Vereins für Ratlosigkeit. Eigentlich, so war man doch überein gekommen, hat man einen jungen und frischen Trainer geholt. Unverbraucht in der Bundesliga noch dazu. Die Mannschaft wurde aufgepeppt mit Lasogga, Holtby, Ostrzolek, Müller, Cleber, Olic und Diaz. Dazu frisches Blut mit Gouaida, Götz und Marcos. Und zwei Torhüter auf Top-Niveau, Adler und Drobny. Doch: Es passt alles nicht!

Nur zu gern hätten die Verantwortlichen den Schwung mitgenommen aus dem vergangenen Sommer und der Umwandlung des Profi-Fußball-Bereichs in eine AG. Doch das hat nicht funktioniert. Warum nur? Selbst Finanz-Spritzen im Winter durch Klaus-Michael Kühne und Alexander Otto, selbst etwas fürs Herz, die bevorstehende Rückkehr des „Volksparkstadions“, bewirken nichts. In einer Mannschaft, die vom vermeintlichen Können der einzelnen Spieler auf einem ganz anderen Tabellenplatz stehen müsste, als sie das aktuell tut.

Warum also all dies? Johan Djourou hat ja recht, wenn er die Leistung gegen Hertha BSC skizziert: „Das ist nicht genug von uns. Zuhause gegen einen direkten Konkurrenten müssen wir einfach mehr tun. Es ist nicht gut genug!“ Und beim Blick auf den Spielplan wird einem sowieso Angst und Bange. Die nächsten Gegner heißen Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg. „Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben“, sagte Außenverteidiger Dennis Diekmeier, gegen Hertha sogar noch einer der Schlechtesten. „Die Mannschaft will und hält zusammen.“ Nun ja…

Ungeachtet struktureller Defizite, die die Arbeit der mittleren und fernen Zukunft betreffen, wird die HSV-Führung nun Handlungsfähigkeit in der Gegenwart nachweisen und der Notwendigkeit nachkommen, einen Cheftrainer zu präsentieren, der den Klassenerhalt schaffen soll. Joe Zinnbauer könnte in diesem Fall zur U 23 zurückkehren. Dort ist der Posten für die kommende Saison noch nicht besetzt. Und da Zinnbauer ohnehin einen Vertrag beim HSV bis 2016 besitzt, wäre diese Variante denkbar. Dass Dennis Diekmeier unmittelbar nach dem Ende des Hertha-Spiels davon sprach, die Mannschaft stehe voll und ganz hinter Zinnbauer, weil er immer Einsatz zeige, wird sich schnell überholt haben. Zinnbauer erreicht die Mannschaft nicht mehr, sie vertraut seinen Maßnahmen nicht. Diese These hat Mental-Trainer Olaf Kortmann vor einigen Wochen bereits in einem Interview genannt. Er scheint Recht zu haben.

Was mit Zinnbauer geschieht, ist bis hierhin noch Kaffeesatzleserei. Genauso gibt es noch keine konkreten Erkenntnisse, wer den Kahn wieder flott machen kann. Labbadia, Jol, von Heesen – das sind die Namen, die die Runde machen. Ich werde mich jetzt nicht ergehen in Prozentzahlen, wer wie wahrscheinlich ist. Nur eines vielleicht: Die heiße Spur soll nicht zu von Heesen führen.

In der aktuellen Lage muss das Dreigestirn beim HSV, zu dem noch Sportdirektor Bernhard Peters gehört, darauf setzen, dass dieser Club vor allem ein Trainerproblem hat. Dass ein Magier kommt und den verunsicherten Hanseaten die Laufwege zeigt, die zum Tor führen. Viele, die in den vergangenen Wochen und Monaten beim Training oder auch im Trainingslager dabei waren, haben beobachten können, wie intensiv Joe Zinnbauer gerade am schnellen Offensiv-Spiel gearbeitet hat. Aber ob ihm nun durch Verletzungen das Stammpersonal nicht ausreichend zur Verfügung stand oder die Übungen einfach nicht zur Umsetzung reichten – es nützt alles nichts: Die desaströse HSV-Offensive konnte Zinnbauer nicht beleben. Die Zahlen sind eine Katastrophe. Es sind die Zahlen eines Absteigers. Erst 16 Tore geschossen in 26 Partien. Aktuell auch wieder 315 Minuten ohne Treffer. Das ist alles an Harmlosigkeit nicht zu überbieten.

Während ich diese Zeilen geschrieben habe, konnten der VfB Stuttgart und der SC Freiburg ihre Bundesliga-Spiele des Nachmittags gewinnen. Paderborn hat einen Punkt geholt. Auch das noch. Der HSV ist erneut auf den Relegationsrang 16 zurückgefallen.

Gestern nach der Niederlage gegen Hertha habe ich einen extrem genervten HSV-Fan getroffen. „Das ist doch alles Verarschung hier mit dem HSV“, schimpfte er. „Voriges Jahr zittern wir so sehr, dass es wehtat. Wir haben so schlimm gelitten wie noch nie und alles gegeben für den HSV. Wir dachten, dass es ein Wunder ist, dass wir es geschafft haben. Das würde uns so schnell nicht wieder passieren und uns könnte nichts so schnell umhauen. Und was ist? Jetzt daddeln die sich wieder dem Abstieg entgegen, so als habe es die Erfahrung in Fürth nicht gegeben. Verarschung!“

Menschenskinder, nächste Woche ist das Abschiedsspiel von David Jarolim. Wem ist wohl aktuell zum Feiern zumute?

Heute hatte die Mannschaft trainingsfrei. Morgen stehen einige Lauftests für Spieler auf der Tagesordnung, ehe am Montag eine Doppelschicht ansteht. Joe Zinnbauer leitet sie – Stand jetzt. Der Sonntag wird daran wahrscheinlich etwas ändern. Darüber hält Euch Dieter dann auf dem Laufenden.

Lars
18.05 Uhr

Aktualisiert: Tesche-Wechsel geplatzt! Und: Horst Heese: “Die verstecken sich alle!”

31. Januar 2014

******ACHTUNG, WICHTIG!*****
Manchmal muss man sich ehrlich schämen. Da erreicht mich heute Vormittag die Nachricht, dass Eva mit fiesen, beleidigenden Mails bombardiert wird. Von dem einen war das zu erwarten. Aber dass es da mehrere gibt, kann ich nicht fassen. HSV-Fans beleidigen sich untereinander? Weil Eva sich mit fremden Federn schmückt?

BITTE?!?! GEHTS DENN NOCH??

Es steht in diesem Blog für alle nachlesbar, dass Eva mich bat, den Brief, den sie ebenso wie ich für eine sehr gute Sache halten, zu veröffentlichen. Für diesen Tipp war ich Ihr dankbar, daher habe ich sie im Blog nur zu gern erwähnt. Mit keinem einzigen Wort aber haben weder Eva noch ich jemals behauptet, der Brief sei von ihr verfasst. Also, bitte: Erst lesen, kurz drüber nachdenken – und dann kommentieren. Danke. Und entschuldige bitte, Eva!

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Es war in dieser Saison 1989/90, als der HSV am 29. Spieltag auf dem vorletzten Platz der Bundesliga rangierte. Damals trugen Spieler wie Richard Golz, Carsten Kober, Hans-Werner Moser, Dietmar Beiersdorfer, Ditmar Jakobs (neun Spiele lang), Holger Ballwanz, Thomas von Heesen, Armin Eck, Harald Spörl, Michael Schröder, Detlev Dammeier, John Jensen, Jan Furtok, Andreas Merkle, Nando und Oliver Bierhoff die Raute auf ihrer (Trikot-)Brust. Trainer waren Willi Reimann, der nach 21 Spielen von Gerd-Volker Schock abgelöst wurde. Und es gab einen HSV-Spieler namens Sascha Jusufi. Der kam eines Tages nach dem Training in Ochsenzoll laut fluchend und schimpfend aus der Kabine. „Was ist los, Sascha?“ Der Mittelfeldspieler: „Das ist mir alles zu lasch hier, es krempeln nicht alle die Ärmel auf. Das habe ich mal etwas lauter gesagt, denn ich habe keine Lust, auf jener Spieler-Liste zu stehen, die den HSV erstmals in seiner Bundesliga-Geschichte haben absteigen lassen. Ich erwarte von jedem, dass er nun einen Schlag mehr reinhaut, wir müssen endlich kämpfen, kämpfen, kämpfen. Wir müssen uns mit allen Mitteln gegen den Abstieg wehren. Mit allen Mitteln.“

Matz_ab_ankuendigung_1730_Uhr

Der HSV hielt bekanntlich doch noch die Klasse, lief noch auf Rang elf ein, fünf Punkte Vorsprung auf den vorletzten Tabellenplatz. Das war knapp. Und glücklich. So wie in der Saison 1972/73. Da taumelte der HSV monatelang auf dem letzten und vorletzten Platz herum, dann durfte doch noch gefeiert werden (den Nicht-Abstieg), denn dank „Retter“ Horst Heese lief der HSV noch auf Platz 14 ein. Drei Punkte vor einem Abstiegsplatz!

Mit Horst Heese sprach ich heute über den heutigen HSV, den er – in Ost-Belgien wohnend – immer noch sehr genau verfolgt. Drei Spiele seines Ex-Clubs hat er live im Stadion gesehen, die anderen im Bezahl-Fernsehen. Horst Heese (70) über seine derzeitige Stimmungslage: „Ich habe enorme Angst vor dem Abstieg des HSV, muss man doch. Weil keiner Verantwortung übernimmt, da schwimmen alle nur im seichten Gewässer mit, keiner geht nach vorne und reißt die anderen mit – Motto: ‚Jetzt geht es rund!’ So einen Mann sehe ich weit und breit nicht beim HSV – leider. Die verstecken sich alle. Alle.“

Können aber diese HSV-Profis, die nun den Karren aus dem Dreck ziehen sollen, noch das Kämpfen lernen? Heese: „Aber natürlich. Es geht doch innerhalb des Clubs um viele Arbeitsplätze dafür muss doch gekämpft und geackert werden. Obwohl die Spieler heutzutage ja gar keine Existenzängste haben müssen, die steigen ab und haben innerhalb von wenigen Tagen einen neuen Verein. Selbst die schlechtesten Spieler finden wieder einen neuen Arbeitgeber – das macht mich oft fassungslos.“

Woran aber liegt es seiner Meinung nach, dass der HSV so abgestürzt ist? Horst Heese: „Das liegt einzig und allein an der Zusammenstellung des Kaders. Da ist arglos gehandelt worden, da wurden sich von irgendwelchen Spielervermittlern Leute aufs Auge gedrückt worden, die gar nicht zusammenpassen. Diese Jungs arbeiten doch nicht zusammen, da ist jeder froh, wenn der Ball, weg ist. Jeder verdrückt sich so schnell er nur kann – furchtbar.“ Heese weiter: „Es gibt in diesem Team ja auch keine Hierarchie. Wenn ich da an den Kapitän Rafael van der Vaart denke, der hat mehr mit seinen Frauen als mit Fußball zu tun. Dabei hat der die Marschrichtung vorzugeben. Passiert aber nicht.“

Heese ging damals als Zugang gleich voran. Mit Leistungen, und auch verbaler Natur. Er sagt: „Da musste erst einmal in der Mannschaft aufgeräumt werden. Wir hatten Klasse-Spieler, aber es gab keine Spannung. Da habe ich dann einigen Jungs mal die Köpfe gewaschen – und dann ging es. Da ging es auch im Training zur Sache, da haben dann einige gespürt, wie es ist, wenn man zur Sache kommt. Und so sprang der Funke dann über.“

Auch taktisch ist der HSV schlecht aufgestellt. Heese: „Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen sind viel zu groß, die Viererkette steht zu weit auseinander, der Abstand zwischen der Viererkette und den anderen Mannschaftsteilen ist zu groß – da kann jeder Gegner schön bequem aufspielen, da wird kaum einer gestört. Das sind elementare taktische Fehler, und ich kann mir auch gut vorstellen, dass daran gar nicht gearbeitet wird . . .“ Einmal Training am Tag. Wissenschaftlich erwiesen, dass das reicht – so der Trainer Bert van Marwijk. Und lieber mal nur einmal am Tag, dafür aber intensiver – so der Sportchef. Wobei „intensiver“ ja dehnbar ist. Horst Heese: „Ich habe gelesen, dass die Spieler einen zu großen Druck verspüren, jetzt muss man mir nur noch was vom Bio-Rhythmus erzählen, dann falle ich tot um. Die Spieler sollten sich mal andere Sportler ansehen, was die für einen Druck haben, dann wissen sie, woran sie noch zu arbeiten haben.“

Sportchef Kreuzer hatte zu Jahresbeginn darüber philosophiert, dass der Trainer seine Spieler künftig „härter anfassen“ wird. Aber denkste! Es wird weiter gepudert und mit Pampers gearbeitet. Heese: „Ich will gar nicht von früher sprechen, darüber lachen die Jungs ja heute nur, obwohl wir auch Fußball gespielt haben. Wir haben aber einst sieben Mal die Woche trainiert. Da ging dienstags die Post so etwas von ab, da waren die Zehnkämpfer Wanzen dagegen. Mensch, was will man in zwei, drei Einheiten trainieren? Da vergeht allein durch das Aufwärmen schon eine halbe Stunde. – Wahnsinn alles.“

Horst Heese über dieses Übel: „Diese Laschheit ist tödlich. Und das sieht man ja auch, diese HSV-Mannschaft hat ja nichts drauf. Die Spieler können gar kein Pressing spielen, die pumpen doch gleich . . . Man kann doch nicht immer nur die weiche Welle fahren. Die müssten Kilometer machen, die müssten rennen bis die Hacken brennen.“

Denkt Horst Heese an das morgige Spiel, dann wird ihm schlecht. Er glaubt an nichts Gutes mehr. „Wenn da morgen keine richtige Ansprache kommt, dann ist dieser Club zum Tode verurteilt. Da kann man den HSV lieben, da kann man HSV-Fans sein, da kann man dem HSV die Daumen drücken – wenn da keine vernünftige Absprache kommt, dann wird sich nichts ändern. Schluss, aus. Entweder ändert sich der Trainer, aber der verdrückt sich hinterher nach Holland und hat nichts mehr mit dem HSV zu tun. Dann ist das Thema für ihn erledigt. Er nimmt das Geld, und weg. Nach mir die Sintflut.“ Heese weiter: „Da hat auch die Führung des HSV versagt, denn da wurden und werden Trainer genommen, die einfach nicht passten. Wie zuletzt Thorsten Fink, der kommt zu einem Verein wie den HSV und hat keine Erfahrung. Schlimm.“

Zum Thema Umbruch hat Horst Heese auch noch seine persönliche Meinung: „Der HSV hat, durch den ganzen Chelsea-Mist, zwei Jahre an Aufbau-Arbeit verloren. Die Spieler aus London haben Plätze besetzt, die der HSV mit Amateuren hätte besetzen können. Das wäre besser gewesen. Zwei Jahre Aufbau-Arbeit sind verloren, dank Frank Arnesen. Dabei gibt es doch Spieler, die es könnten, die muss man nur suchen. Bei HSV aber wurde die bequeme Tour gefahren. Ein Toni Kroos oder ein Bastian Schweinsteiger sind doch auch nicht vom Himmel gefallen. Man muss aber schon suchen, in den Schoß fallen einem solche Talente nicht. Aber beim HSV denken sie schon seit Jahren so, das zieht sich durch den Club wie ein roter Faden. Da müsste meiner Meinung nach mal zusammengefegt werden – und dann müssten Köpfe rollen. Wobei ich nicht vom Vorstand spreche, da gibt es genügend andere Leute, die nichts machen oder nichts können.“

Wie wahr. Und genau deswegen zittern wir nun alle – wieder einmal um den HSV.

Ich gebe aber heute zu, dass ich seinerzeit, als es wieder einmal eine Minute vor Zwölf war, und zwar am 31. Januar 2007, so fest mit dem Abstieg des HSV gerechnet habe, wie vielleicht noch nie. Das erste Spiel des Jahres endete 1:1 in Bielefeld, dann gab es ebenfalls ein 1:1 zu Hause gegen Cottbus. Das war für mich das Ende – Abstieg. Thomas Doll wurde entlassen, es kam Huub Stevens. Der Retter. Der ließ die Null stehen – und gewann dann auch häufig. Ich habe es oft genug geschrieben: Stevens ist nicht mein Freund, wird es auch nie – aber für diese Leistung hätte man ihm eigentlich ein Denkmal setzen müssen. Neben dem Uwe-Seeler-Fuß. Und wer wird in diesem Jahr der Retter des HSV? Ich sehe noch keinen einzigen. Weit und breit nicht. Ich habe nur Angst. Und die ist längst so groß, wie im Januar 2007 – oder sogar noch größer. Ich gehe vom Schlimmsten aus, denn diese Mannschaft mag ja gute Fußballer in ihren Reihen haben, aber kämpfen kann sie nicht. Und da keiner von außen mit bestem Beispiel voran geht, wird sie es auch nicht mehr lernen.

Ich habe heute auch mit Bundesliga-Profi Nummer eins gesprochen. Harry Bähre, der war als Typ „Terrier“ ein echter und harter Kämpfer, will sich jedoch aus dem aktuellen Geschehen strikt heraushalten. Er sagte aber immerhin: „Ich mache mir, wie alle HSVer die ich kenne, ganz, ganz große Sorgen um den Club, denn so schlimm war es noch nie – obwohl es einige Male schon echt sehr schlecht um den HSV bestellt war.“ Ansonsten aber schweigt Harry Bähre. Es ist wohl die Angst, die ihn lähmt.

Was mich an der heutigen so prekären Lage des HSV stört: Wo gibt es denn noch einen Sascha Jusufi? Einen Profi, der sich wehren will, der dafür auch mal unbequem den eigenen Kollegen gegenüber wird? Der Tacheles spricht, der auf dem Rasen zur Sache geht, der Gras frisst? Solche Typen gibt es heutige nicht mehr. Auf jeden Fall nicht mehr beim HSV. Ich sehe ein solches Vorbild schon seit Jahren nicht mehr in diesem HSV. Und das ist das Gefährliche. Zumal sich der Club (wahrscheinlich wohl aus finanziellen Gründen? Ein Scherz!) nicht erlauben konnte, einen Typen wie Horst Heese zu verpflichten. Leider, Leider. Es wäre so schön gewesen, und es wäre gewiss auch ein kleiner Strohhalm gewesen. Wäre.

So wird sich der HSV an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen müssen. Ob ausgerechnet gegen Hoffenheim die Wende eingeläutet wird? Beim letzten Aufeinandertreffen in Sinsheim gab es einen 4:1-Erfolg des HSV. Das macht schon mal Mut. Am 11. Mai 2013 schossen Heung Min Son, Dennis Aogo, Petr Jiracek und Artjoms Rudnevs den Sieg heraus – drei Spieler davon spielen zurzeit nicht mehr für den HSV, einer (Jiracek) spielt, obwohl ihm eigentlich mal kämpferische Qualitäten nachgesagt wurden, nur eine Nebenrolle in Hamburg. In den bisherigen fünf Spielen zwischen Hoffenheim und dem HSV gab es drei Heimsiege und ein Unentschieden. Diesmal prallen die beiden Schießbuden der Liga aufeinander, denn die TSG hat bereits 42 Gegentreffer, der HSV bringt es „nur“ auf 41. Schlechtere Vereine gibt es in dieser Statistik nicht. Die Null muss stehen? Das wäre wohl ein kleines Fußball-Wunder, oder sogar ein größeres, wenn das morgen klappen sollte – oder überhaupt noch einmal in dieser Spielzeit.

Beim HSV gibt es personell noch einige Wackelkandidaten. Fest steht: Johan Djourou blieb in Hamburg zurück, wird also ein weiteres Mal fehlen. Beim heutigen Vormittags-Training war in Sachen Aufstellung nichts zu erkennen, im Abschlussspielchen standen sich zwei bunt durcheinander gewürfelte Mannschaften gegenüber. Pech für den HSV, dass Marcell Jansen mit einer Knie-Prellung auszufallen droht. Für ihn gäbe es zwei Kandidaten, die einspringen könnten: Slobodan Rajkovic und Zhin Gin Lam. Letzterer hat heute erstmalig in dieser Woche mit der Mannschaft trainiert, Rajkovic wäre plötzlich und unerwartet mittendrin statt nur dabei.

Und das erinnert mich dann an die erste kostenlose Vorführung des HSV gegen Hoffenheim – und zwar am 26. Oktober 2008 in Mannheim. Trainer Martin Jol hatte – im Übermut (?) – Joris Mathijsen als Linksverteidiger aufgeboten, Innenverteidiger waren Alex Silva und Bastian Reinhardt. Alle drei Herren wurden schwindelig gespielt, und nicht nur die. Nach 35 Minuten hieß es bereits 3:0 – es war ein Desaster. Auch deshalb, weil Mathijsen von innen nach außen gedrückt worden war. Das konnte er nun ganz und gar nicht. Und Rajkovic? Ich habe nichts gegen „Slobo“, aber Linksverteidiger? Da habe ich aber meine ganz großen Zweifel.

Auf der Sechs wird es diesmal wohl das Duo Bouy/Badelj geben – Tolgay Arslan bleibt draußen. Ich bin gespannt, ob Quasim Bouy die Sechs kann, aber er soll es ja offenbar können. Grundsätzlich ist mir die HSV-Sechs aber stets zu offensiv besetzt, nur wer erkennt das, wer hat es in den letzten Jahren erkannt? Keiner! Ja, und dann gibt es noch die linke Offensiv-Position: Hakan Calhanoglu oder Ivo Ilicevic? Das Rennen ist völlig offen. Ich würde mich (anstelle des Trainers) für Calhanoglu entscheiden, aus dem Bauch heraus. Und vorne Jacques Zoua. Oder Zoua raus, „Calle“ vorne und Ilicevic links. Wobei rechts Ola John wirbeln soll. Hoffentlich tut er es, hoffentlich hat er sich vom HSV-Virus noch nicht packen lassen.

Übrigens hat ein „Matz-abber“ heute beim Training einen interessanten Vorschlag gemacht: „Rafael van der Vaart sollte eine Verletzung bekommen oder kriegen, damit er mal eine schöpferische Pause einlegen kann. Weil er zuletzt ohnehin nicht viel gebracht hat . . .“ Es darf diskutiert werden.

So, dann hat heute Patrick Owomoyela noch einen Vertrag beim HSV unterschrieben: für die Zweite. Der Kontrakt läuft bis zum Sommer 2014.

Dann gibt es noch in eigener Sache zu berichten:

Der „Matz-ab“-Schreiber Lars Pegelow sitzt am Sonntag beim Doppelpass auf „Sport1“, die Sendung beginnt elf Uhr Und der „Matz-ab“-Schreiber Dieter Matz ist am Sonntag zu Gast bei „0800 – Du bist dr@uf!“, von 21.30 Uhr bis 23 Uhr auf Sky Sport News HD. Die HSV Fans können bei der Sendung von Maik Nöcker live mitdiskutieren, via Telefon, kostenfrei unter 08000 366466. Oder Twitter mit #ssnhd oder direkt an @Sky_MaikN.

Und wer immer mehr HSV braucht und will: Sportchef Oliver Kreuzer sitzt am Sonntag von 18 Uhr an vor dem Mikrofon von NDR 90,3, die Sendung „Sportplatz Hamburg“ wird von Britta Kehrhahn moderiert.

Bereits am Sonnabend, nach dem Schlusspfiff in Sinsheim, werden wir mit „Matz ab live“ über das Spiel sprechen, unsere Gäste sind Lotto King Karl (der zurzeit allerdings ein wenig schwächelt – ich drücke ihm und uns die Daumen, dass er rechtzeitig gesund wird!) und der frühere Volleyball-Bundestrainer (und heutige „Matz-abber“) Olaf Kortmann. Wir würden uns freuen, wenn Ihr einschalten würdet. Vielen Dank dafür.

Und dann noch ein Hinweis: „Scholle“ wird diesen Text noch ein wenig ergänzen – hat er gesagt. Das sollte zeitnah geschehen. Also immer noch einmal hier hineinschauen. Danke. Bis morgen.

***Ergänzung***
Robert Tesche steht – mal wieder – dem Vernehmen nach kurz vor einem Wechsel ins Ausland. Noch ist der Transfer aber nicht beschlossen. Sollte sich hier noch etwas tun, melde ich mich noch mal.

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Aktualisiert

Laut Tesches Berater Roland Kopp hat sich der Wechsel des HSV-Mittelfeldspielers zerschlagen. Die Engländer – es war von Wigan Athletic die Rede – hätten ihr Interesse zurückgezogen.

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Und dann bat mich Eva noch, einen offenen Brief hier reinzustellen. Oder besser gesagt, den Text und einen wichtigen Link dazu. Und das mache ich gern, weil es eine gute Sache ist. Und weil ich mir sicher bin, dass diese Mannschaft Hilfestellung von außen unbedingt braucht, da sie sich selbst momentan nicht helfen kann. Daher, hier der Text:

Verschwört Euch gegen die Umstände, die sich gegen Euch verschworen haben! Überwindet gemeinsam alle Widerstände!
Liebe Mannschaft!
Lieber Bert, Rafael, René, Jaroslav, Sven, Florian, Michael, Heiko, Johan, Lasse, Jonathan, Slobodan, Marcell, Dennis, Zhi Gin, Tomás, Milan, Matti, Gojko, Ouasim, Tolgay, Kerem, Robert, Petr, Hakan, Ivo, Ola, Pierre-Michel, Maxi, Jacques, Valmir
seit dem Wochenende wissen alle HSVer, was die Stunde geschlagen hat. Die Lage ist ernst, sehr ernst.
Gemeinsam können wir, Ihr Spieler und wir Fans, das Ruder herumreißen.
Ihr seid die Mannschaft des HSV. Wir sind die leidenschaftlichen Fans. Gemeinsam sind wir ein TEAM!!!
Lasst es uns gemeinsam anpacken.
Der Verein befindet sich im Umbruch.
Lasst uns daraus eine positive Aufbruchstimmung machen.
Teilt uns mit, wie wir Fans Euch unterstützen, Euch helfen können.
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Kurz – aber präzise. Wer diesen Brief an die Mannschaft unterschreiben will, kann das hier tun:

wir-sind-ein-team@gmx.de

Und ich bin auf die Reaktion der Mannschaft gespannt. Schon in Hoffenheim werden wir sehen können, ob diese Mannschaft noch ein Team ist. Denn wenn stimmt, was mir heute in einem langen Telefonat erzählt wurde, steht diese Mannschaft ziemlich hilflos da. Aufgeteilt in Grüppchen. Mit einem Kapitän, der intern Gift und Galle spucken soll. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Frust ausschließlich dazu führt, dass Rafael van der Vaart vorwegmarschiert…

In diesem Sinne, auch von mir noch mal: Euch allen einen schönen Freitagabend und hoffentlich bis morgen, wo wir nach dem ersten, kleinen schritt in die richtige Richtung bei Matz ab live darüber diskutieren, wie gut van der Vaart doch noch sein kann.

Oder so ähnlich zumindest.

Scholle

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