Archiv für das Tag 'Klüver'

Die Sorgen der Anderen

3. Februar 2014

Tausende haben gestern bei „Sky“ und der Sendung „0800“ angerufen, um über den HSV zu plaudern, nur wenige sind dran gekommen – aber die Zahl war schon immens und beeindrucken. Das Thema HSV in Abstiegsnot schient die ganze Republik zu beschäftigen, und darüber hinaus auch weltweit. Die Zahlen derer, die sich die allergrößten Sorgen machen, steigt nicht nur täglich, ich habe das Gefühl, sie steigt stündlich. Was in meinem Postfach und auf dem Handy los ist, das habe ich in dieser Form noch nie erlebt, wobei die meisten „Matz-abber“ schon aufgegeben haben – weil das, was der HSV als Erstliga-Fußball anbietet, einfach nicht ausreichend ist. Wie schon der Kapitän selbst zugab . . .


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Viele, viele Ehemalige und Fußball-Prominenz aus dem Lande schickten mit eine SMS oder riefen mich an, zu 99 Prozent wird gefordert, dass die Führung endlich einmal Härte zeigen und durchgreifen soll. Auch der ehemalige HSV-Profi Franz Beckenbauer bezog bei „Sky“ Stellung zum Abstiegskandidaten aus Hamburg, der Kaiser sagte: „Im Kopf müssen sie frei werden, Fußball spielen können sie. Vielleicht kapieren sie es jetzt. Ich kann mir den HSV nicht in der 2. Liga vorstellen. Deswegen muss alles getan werden. Das darf nicht passieren, dass sie in die 2. Liga absteigen.“

Bei „Matz ab“ rauschte es auch im Karton, Beiträge über Beiträge, sie alle sorgen sich um ihren Club. Die Moderatoren haben mir ein paar Mails geschickt, die ich nun gerne für die veröffentlichen möchte, die sonst nichts lesen. So aber kann jeder für sich (ein weiteres Mal) überprüfen, wo er steht, ob seine Meinung mit einigen (oder vielen) deckungsgleich ist.

Beginnen möchte ich mit einer Analyse eines mir bekannten Users, der bewusst darauf verzichtete, genannt zu werden. Ich halte seinen Beitrag aber für extrem lesenswert – und wie gesagt, Name des Absenders ist mir bekannt. Er schrieb mir als Einleitung:

Es ist an der Zeit, das die Verantwortlichen medial endlich an den Pranger gestellt und aus den Positionen getrieben werden. Von alleine tun sie es ja nicht.

Versuch einer konsequenten, rücksichtslosen Analyse der Situation des HSV aus der Sicht eines Unternehmensberaters und wohlwollenden HSV-Fans.

Kurzfassung

Sportliche Situation

Desaströs. Mannschaft verunsichert, überschätzt, taktisch und physisch unzureichend trainiert, mental schwach, ohne Einstellung zu Beruf, Fans, Arbeitgeber. Egoistisch, ohne Teamspirit, ohne wirksame Hierarchie. Abstiegsangst, keine Erfolgsidee.

Trainerteam mit zu wenig Einfluss auf die wesentlichen Themen von Leistungsbereitschaft, Leistungsentwicklung, Teamorientierung, Fußballtaktik

Negativspirale seit mehreren Spielzeiten, geprägt durch mangelnde einheitliche Philosophie, zu viele Trainer- und Sportdirektorenentlassungen. Kein Aufbau eines Systems, einer Spielidee.

Wirre Ein- und Verkaufspolitik; keine erkennbare Linie bei der Zusammenstellung der Kader. Keine nachhaltige Transferpolitik, für den Verein ungünstige Vertragsgestaltungen.
Vernachlässigung des Nachwuchsbereichs mit der Folge sportlicher Talfahrt der U23 und zu vieler Jugendmannschaften.

Wirtschaftliche Situation

Bedenklich. Reserven aufgebraucht. Kosten des laufenden Geschäfts höher als dessen Einnahmen. Negatives Eigenkapital steigt unaufhörlich. Sparstrategien erforderlich, im Hinblick auf die sportliche Situation kontraproduktiv. Der Rest reicht für relevante Einsparungen nicht aus. Ein echtes Dilemma. Zudem: Mindestens bei Abstieg drohen Lizenzprobleme.

Vereinsverfassung

Aufsichtsorgan (AR) und Operatives Organ (Vorstand) arbeiten seit Jahren ohne ausreichenden Erfolg. Vielmehr beschäftigen sie sich streitig miteinander anstatt die Kräfte zugunsten des HSV zu bündeln. Reibungsverluste sind die Folge.
Unaufhörliche und unvertretbare Indiskretionen, gepaart mit unverständlichen und falschen Entscheidungen haben zu einem dramatischen Imageverlust geführt. Kollektive Verantwortungslosigkeit greift um sich, Schwarze Peter Spiele werden gespielt.
Eitelkeit, Egoismus und Selbstdarstellung sind wichtiger als Erfolg, positive Außendarstellung und Nachhaltigkeit. Das nennt man Missmanagement.

Grundlegende Initiativen zur Veränderung der Vereinssituation werden bekämpft, tiefe Risse durchziehen sowohl die Mitgliedschaft, die Gremien und die Fans. Initiativen, den Verein zu befrieden sind entweder kümmerlich, nicht ernst gemeint oder verlaufen im Sande. Die Pflege interner Feindschaften ist Teil der Vereinskultur, die sich im Übrigen durch, Seilschaften, Cliquen und Intrigen auszeichnet. Das Engagement aufrichtiger, ehrenwerter und am Verein interessierter Mitglieder wird entwertet.
Insbesondere die sog. Machtübernahme durch die Vertretung der nicht-aktiven Mitglieder und Fans hat dazu geführt, dass Separatinteressen die Oberhand gewonnen haben über die Vereinsinteressen und dass inkompetente Mitglieder an die Schalthebel der Vereinsmacht gekommen sind.
Es ist zu befürchten, dass sich die Machtfaktoren gegenseitig blockieren und die Aktivitäten stärker darauf gerichtet sind, als das Überleben des Vereins, insbesondere aber nicht nur in der 1. Liga, zu gewährleisten.
Insgesamt eine kranke Organisation!°
Schlussfolgerung

Es ist eine Radikalkur notwendig.

Bis auf wenige Ausnahmen sollten sofort alle Verantwortlichen der ersten Linie von ihren Ämtern und Positionen zurücktreten. Das gilt insbesondere für die Aufsichtsräte Ertel, Floberg, Eghbal, Erhardt, Hunke, Klüver, Strauss und Wulff. Möglicherweise können die (stellvertretenden) Vorsitzenden Meier, Westphalen und Sattelmair als Not-AR fungieren und die Vereinsrettung und seine Umgestaltung kooperativ begleiten.
Vorstandsvorsitzender Jarchow sollte sofort zurücktreten oder seines Amtes enthoben werden und die Verantwortung für die Talfahrt übernehmen. Das Gleiche gilt für Sportdirektor Kreuzer und Cheftrainer van Marwijk unter deren Führung die Situation verschlimmbessert wurde. Entweder wird ein neuer Cheftrainer für den Rest der Saison verpflichtet oder – besser – der Assistenztrainer Coeman mit der Aufgabe betraut.
Der von den Mitgliedern gewählte Vorstand Scheel kann im Amt bleiben bis eine neue Vereinsverfassung in Kraft tritt. Er sorgt für eine reibungslose Verwaltung im Übergang.
Die Führung des Vereins übernimmt übergangsweise der bisherige Marketingvorstand Hilke bis zur Einführung einer neuen Verfassung des Vereins, deren Einführung durch eine ao. MV im Mai/Juni 2014 beschlossen wird. Dann wird entweder HSVPLUS oder eine andere Verfassung beschlossen und eine neue Führung für den Verein und/oder seine ausgegliederte Kapitalgesellschaft bestellt. Er bestellt, leitet und überwacht ein Restrukturierungs- und Übergangsteam, das aus internen und externen Experten besteht.
Andere Maßnahmen als diese Radikalkur erscheinen nicht ausreichend. Es ist ein Notfall, Rettungsmaßnahmen sind sofort und konsequent erforderlich.

Aus dem Hessischen kamen folgende Zeilen:

Hallo Blogvater Dieter, lieber Scholle, verehrte Moderatoren,

bin der Andreas aus Wiesbaden, eingefleischter HSVer seit Jahren und seit der ersten Stunde ein Leser des MATZ AB Blogs. Schön, dass für auswärtige Fans ein solcher Service geboten wird.
Hauptsächlich aktiv bin ich im Rauern-Forum, einem unabhängigen Fan-Forum.

Heute möchte aber mit dieser ersten Mail an Dieter und seinem Team einen Gedanken aufbringen, vielleicht kann er in einem Blog aufgegriffen werden:

Wenn wir doch mal ehrlich sind, hat BvM eigentlich keine Zukunft mehr beim HSV. Denn welcher angeschlagene Trainer hat denn nach einem “Sack voll Kritik” noch die Kurve bekommen? Ich denke da vielleicht mit einem neidischen Blick an Markus Weinzierl vom FC Augsburg.

Aber ich möchte gleich zur Sache kommen: Auch wenn unser Vorstandsvorsitzender heute gesagt hat (oder gesagt haben soll), dass auch bei einer Pleite gegen Berlin BvM eine Jobgarantie hat, glaube ich nicht daran, dass er auch wirklich gegen die Bayern auf der Bank sitzt. Ich schätze, dass der HSV gegen Berlin verliert und dann ein neuer Trainer her muss.

Meine Favoriten wären ja Martin Jol und Mirko Slomka, wobei es Dinge gibt, die gegen sie sprechen: Martin Jol wird sicher JETZT zu teuer sein und ist Mirko Slomka ein Retter? Ich denke noch daran, wie er 2009 / 2010 die ersten sechs (!) Spiele mit Hannover verlor. Ihn könnte ich mir ab Sommer, mit HSV plus im Rücken, wenn es um einen Neustart geht, unabhängig in welcher Liga, beim HSV vorstellen. Und ich glaube, so ganz abgeneigt wäre er nicht.

Zur Zeit aber gibt es einen Mann, der den HSV sicher retten würde: Christian Groos. Derzeit frei. War schon fast im Herbst mit Nürnberg einig, aber wegen verschiedener, unbekannter Gründe, kam es zu keiner Einigung. Er startete damals mit dem VfB Stuttgart sensationell, holte Sieg um Sieg, erst unser Ruud mit seinem Doppelpack binnen vier Minuten brachten ihm die erste Niederlage bei.

Er ist hervorragend geschult, ein Taktikfuchs seinesgleichen, irre sympathisch und ein autoritärer Typ, wie es der HSV jetzt braucht.

Deshalb lieber Dieter und Scholle: Dies ist der Mann, der den HSV retten kann! Und wenn man ihn lässt: Retten wird! Und nur darum geht es!

Also: Gebt BvM noch dieses eine Spiel, aber dann holt bitte Christian Gross!

Nur der HSV!

Gruß aus Wiesbaden

Von „Raab“ kam:

Hallo Dieter,

also ich lese nun seit ein paar Jahren hier mit und dafür erstmal danke, an solche Infos würde ich hier in Südhessen wohl sonst kaum kommen. Ich bin jetzt kein über ober Fan ,aber wenn es sich einrichten lässt schaue ich mir die Spiele im TV an und gehe hin und wieder ins Stadion. Die Optionen hierfür sind gering, kommt eigentlich nur Frankfurt in Frage oder Mainz. In Frankfurt war ich schon des Öfteren, nach Mainz komme ich zum letzten Spieltag.

Einmal habe ich es auch nach Hamburg geschafft, war allerdings eine harte Busfahrt und am Ende 24h on Tour. Naja, jetzt aber zum Thema.

Ich selbst spiele Handball und finde Fußballer ohnehin als Weicheier. Aber,…ABER ich betreibe dies als Freizeitsport und nicht mehr. Meinen Job mache ich auch und zwar zu 100 %. Wäre ich nun Profisportler, hätte also mein Hobby zum Beruf…nunja das wärs wohl. Ich sehe hier nur noch 2 Möglichkeiten.

1. Diese Mannschaft hat einfach nicht die Qualität Bundesliga zu spielen, oder….
2. Sie bringt einfach nicht die Einstellung auf den Platz die sogar ich als Amateur erreiche.

Was mir als Sportler am Training immer am wenigsten Spaß macht ist das Training ohne Ball. Bei den HSV PROFIS scheint es aber egal… Am Montag turnen wir locker über den Platz spielen ein bisschen mit dem Ball umher und sehen gut aus ,weil wir eben keine Gegner im Training haben. Bringt keinen weiter. Was solls ,wir bekommen ja unsere Kohle.

Denen würde ich den Ball wegnehmen und ein paar Laufschuhe geben. Die sollten solange im Kreis laufen bis die Sohlen abgelaufen sind. Danach Medizinbälle umher werfen, oder Panzer schieben und dann das nächste Paar Schuhe ablaufen. Am nächsten Wochenende ,wenn wieder verloren wird, wissen ja alle was kommt. Fußball spielen muss, oder kann man denen nicht mehr beibringen, zumindest nicht auf Bundesliga Niveau. Jeden Tag im Training kotzen bis zum Anschlag. Keinen Ball. Die spielen ja von Woche zu Woche schlechter. Vielleicht hätten die dann nach einiger Zeit keine Lust mehr drauf und würden sich mal so richtig den Arsch auf dem Platz aufreißen. Sonst fährt der Zug ganz schnell ab und der HSV kann nächste Saison nach Darmstadt fahren, kann ich dann auch mit dem Bus hinfahren.
Gruß Raab

Diese nachstehenden Zeilen kamen von Paul S.:

Sehr geehrter Herr Matz,
es ist schon erschreckend mit welcher Leistung diese Elf die Spiele bestreitet. Da ist es immer leicht gesagt, wenn einige Fans den Sportdirektor als Drittligasportdirektor bezeichnen, andere gleich einen anderen Trainer wollen. Der Ok hat beim KSC gute Arbeit abgeliefert, den Erfolg der Mannschaft als Aufsteiger ist sichtbar. Was beim HSV schon seit vielen Jahren nicht mehr zusammenpasst ist der ganze Kader. Wenn man ein Spielgewinnen will, dann sollte die Mannschaft während des Spiels als eine verschworene Gemeinschaft auftreten. Das heißt, es müssen alle gemeinsam kämpfen, spielen und einer für den anderen laufen und rennen. Mit viel Glück sollte diese Mannschaft noch einmal den Klassenerhalt schaffen können. Aber am Ende der Saison sollte dann diese Mannschaft zerlegt werden. Es müssen Spieler ohne Rücksicht auf Rang und Namen aussortiert werden. Hoffentlich kommt HSV Plus durch. Dann kommt vermutlich auch Geld in die Kasse und zweitens werden dann in der Führung die Zügel auch angezogen.

Einen großen Industriebetrieb kann man auch nicht von Laien managen lassen, die Führungsetage besteht auch aus Dipl.- Kaufleuten, Dipl-Ing.,
usw.. Die jetzt den Aufstand gegen HSV Plus führen wollen, denen muss man den Weitblick für die Entwicklung des Profifußballs absprechen. Mit Tradition können Kreisklassenvereine geführt werden, selbst diese Mannschaften haben schon Sponsoren. Zur neuen Spielzeit sollte beim HSV eine ganz andere Abwehr und ein besser besetztes Mittelfeld spielen. Mit dieser Abwehr ist das Ende des HSV bald da:

Es muss sich vieles im Verein von der Führung bis zur Mannschaft ändern, nur dann kann es wieder aufwärts gehen. Aber diese Aufgaben müssen wirkliche neue Fachleute übernehmen, keiner von denen die schon einmal eine Führungsaufgabe beim HSV ausgeführt haben, dann würde es im alten Stil weiter gehen. Dat hebt wi jümmers so mokt, dat mokt wi uk wieder so. Da können wir nur gute Nacht HSV sagen.

Paul S.

Von unserem „Matz-abber“ Mustang dieser Beitrag:

Die Mannschaft benötigt taktisch und mental stabilisierende Impulse von außen – es scheint, als ob BvM samt stab und OK sie nicht beitragen können – leider wahr
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Wenn man ganz nüchtern bilanziert, haben die HSV-Verantwortlichen es letzte Woche versäumt, am Dienstag im Laufe des Tages ein intensives Videostudium und Fehleranalyse der Heimniederlage gegen Schalke und zur Vorbereitung auf die Kraichgauer durchzuführen, sowie Einzelgespräche gerade mit den Neuankömmlingen zu führen; und am Mittwoch Vormittag eine taktische Sonderschicht zum Thema Spieleröffnung und Aufbau anzusetzen.
BvM und OK sind sich uneins darüber gewesen. OK hat den Kardinalfehler begangen, Rudnevs abzugeben und steht auf verlorenem Posten. BvM, OK und auch VV CEJ wirken verbraucht und verbrannt in ihrer Rat-, Sprach- und Konzeptlosigkeit. Dass Rudnevs jetzt in zwei Partien hintereinander jeweils das 1 : 0 für seinen neuen Arbeitgeber erzielt, setzt der Fehlkalkulation dieses unglücklich planenden und unheilvollen Trios der für die Zukunft des HSV sportlich Verantwortlichen CEJ, OK und BvM die Krone auf. Wie konnten sie sich nur jemals eine solche Blöße geben? Wie konnte OK nicht auf Mindesteinsatzzeiten für Rudnevs bestehen?
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Die Mannschaft benötigt Hilfsangebot durch das Trainer-Team und den SpoDi gleichermaßen. Der HSV muss verschiedene Systeme spielen können, um besser auf jeden noch kommenden Gegner vorbereitet zu werden, bzw. während eines Spiels die Taktik wechseln zu können; und ist traditionell mit zwei Stürmern und/oder der Doppel-6 besser gefahren. Es sind aber bisher offenbar keinerlei Anstrengungen unternommen worden, über das Standard-Repertoire des 4-2-3-1 das flache 4-4-2 einzustudieren oder meinetwegen am 4-4-2 mit Raute zu feilen. Es fehlt also an allen Ecken und Ende am taktischen Grundverständnis, obschon doch genügend Trainer-Personal beim HSV angestellt sind, solche Übungen sowie auch Einzeltraining vormittags gezielt durchzuziehen, so dass es bei der nachmittäglichen Belastung durch das Haupttraining unter Wettkampfbedingungen mit Rücksicht auf den Stundeplan des Gymnasiasten Tah bleiben kann.
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Die Erfolgslosigkeit von BvM und OK deuten darauf hin, dass es von der Kommunikation her weder in der Mannschaft noch zwischen den beiden richtig passt. Ich plädiere nach wie vor, kampfstärkere Spieler wie Kacar, Jiracek, Rajkovic und Rincon zu berücksichtigen, die heute wiederum nicht zum Einsatz gekommen sind – nicht einmal als Ersatzspieler von der Bank. Stattdessen hat man die gewohnt ineffektiven Arslan und Ilicevic reingeholt, deren Wirkung gleich verpuffte. Die Neuzugänge können es bestimmt noch nicht richten, dafür war die Eingewöhnungszeit viel zu kurz und offenbar hat man ja auch sich noch gar nicht mit ihnen intensiver befasst oder sie gar schon in die Mannschaft integriert. In der Not der Stunde wäre an eine kommissarische Übernahme des Trainings durch Felix Magath zu denken in der Hoffnung, dass er zusammen mit Holler als Co den Abstieg verhindern kann und gleichzeitig nicht der Totengräber von HSV+ wird. Mir fällt nicht mehr viel anderes an kurzfristigen Rettungsmaßnahmen
ein, denn Huub Stevens steht in Brot und Arbeit in Griechenland. Es sei denn, man möchte Martin Jol reaktivieren, der vom FC Fulham kürzlich freigestellt wurde und die Hamburger Verhältnisse bereits einigermaßen kennt.
Soweit ist es gekommen, leider!

Stefan W. schreibt:

Liebe Verantwortlichen beim HSV,

bitte zeigt Größe und gesteht euch ein, dass ihr diesem HSV nichts, aber auch rein gar nichts mehr anzubieten habt. Das wäre die einzige Chance, dass ihr so ehrlich zu euch und den Fans seid, und dieses einseht und entsprechend handelt. Allen Eltern, die ihre Familie so kaputt machen, würde man sagen: Holt euch Hilfe.
Und genau das solltet ihr auch: Holt euch Hilfe von HSV-positiv Gesinnten die noch ehrlich bereit sind zu helfen (auch wenn dieses sicherlich ständig weniger werden) und dieses auch können. Bitte, bevor es ganz zu spät ist. Es braucht jetzt kein langfristiges Konzept mehr, sondern Feuerwehrmaßnahmen für ein paar Monate. Danach brauchen wir HSV-Plus und dann ein langfristiges Konzept.

Von „Dosentoast“ kam dieser Beitrag:

Also eine Lizenz für die zweite Liga ist wohl eher unwahrscheinlich. Habe mir mal die Lizensierungsregeln der DFL angeschaut. In §8 ( von 13 Paragraphen ) ist die finanzielle Lizenz geregelt. Dieser Punkt macht 40% des Regelwerks aus. In der Anlage IX steht ausdrücklich, dass Anlagevermögen ( also die Arena ) NICHT mitgezählt wird. Der zweite große Aktivposten sind ja unsere Spieler. Aber die meisten dürften wohl keinen
Vertrag für die zweite Liga haben. Gehen die dann ablösefrei? Und die Spieler die bleiben, haben sicherlich zu hohe Gehälter für die zweite Liga. Wird man die dann überhaupt los? Nur mal eine Zahl. In dieser Saison erhält der HSV € 23,5 Mio aus den Fernsehgeldern. St. Pauli nur € 6,2 Mio.

Was ist mit den Sponsoren IMTECH und Emirates? ( beide wohl je € 6,0 Mio. pa. ) Bleiben die auch zu solchen Konditionen in der zweiten Liga? Wohl eher nicht. Vor dem Hintergrund, dass wir jährlich ca. 10,0 Mio Kreditrate fürs Stadion abzuzahlen haben und ja auch die bald fällig werdende € 17,0 Mio Fan-Anleihe ansparen müssen, erscheint mir eine Lizensierung mehr als unwahrscheinlich. Wie will man die € 2,8 Vorstandsgehälter denn überhaupt finanzieren? Ganz schlimm wird es, wenn sich unser großer Vorsitzender auf seine hanseatischen Werte berufen sollte und sagt: „Ich bin ein Ehrenmann und mein Wort gilt” und dann im März noch den versprochenen € 12,0 Mio-Bauauftrag für den Campus erteilt. Mit einer Lizenz an den HSV würde man auch all den Vereinen unrecht tun, die sich um ordentliche Finanzen bemühen. Ich glaube, der HSV geht gleich in die dritte Liga, spielt da eine Saison vor leeren Rängen und wird dann Insolvenzantrag stellen. Habt Ihr überhaupt eine Vorstellung wie hoch die Betriebskosten für die Arena sind? Und gegen einen Drittligisten bekommt man auch keine € 70,00 pro Ticket mehr. Das wird nicht funktionieren.
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Und das Schlimme daran? Was sollen dann die SC’ler tun? Einen neuen Verein suchen? Die will doch keiner mehr haben!! Ein klassisches Eigentor wegen Selbstüberschätzung.

„Randnotiz“ schreibt:

Der HSV ist ein Abziehbild der vergangenen Jahre. Es hat sich etwas angesammelt und die Faulgase kommen jetzt an die Oberfläche.
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Ich bin keiner der gegen Trainer schießt, aber die Teilnahmslosigkeit und Phrasendrescherei von BVM zeigt mir, dass er einen Job macht von dem er nicht mehr überzeugt ist und da er sich auch nichts mehr beweisen muss, ist es ihm auch egal, ob er entlassen wird oder nicht. Es hat keinen Einfluss auf seinen weiteren beruflichen Werdegang.
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Und genau diese abwartende Haltung der netten Worte spiegelt sich in der Spielweise des Teams wider.
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Mal wieder Ratlosigkeit und keiner ist da, der die Zügel in die Hand nimmt und den HSV anfängt zu führen. Jeder hofft, dass der andere diese Position übernimmt und handelt.
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Es fehlen Macher auf allen Ebenen.
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Beten! Beten! Beten, und hoffen, dass es irgendwie gutgeht.
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Natürlich habe ich auch die Schnauze voll, aber die, die das heute im Stadion gesungen haben, waren noch am 19. laut grölend aus dem Saal marschiert, weil sie alles so behalten wollen wie es ist. Ein Paradoxon.
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Ich habe die Schnauze voll und werde trotzdem dabei bleiben, weil der HSV (lieber rrose) eben kein Produkt für mich ist, der nach Einschmeißen einer Münze nach meiner Pfeife tanzt. Der HSV ist für mich Leidenschaft, Faszination und das gewisse etwas was ich eben nicht erklären kann. Einen Verein wie den HSV, der mich seit frühester Kindheit intensiv begleitet und einfach zu mir gehört, den lässt man (auch wenn man es am liebsten möchte) nicht einfach fallen.
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Hoffen das wir es schaffen und HSVPLUS endlich durchkommt und tatsächlich etwas grundlegend im HSV verändert. Mehr als dieser schwache Glaube bleibt mir aktuell nicht.
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Jeder der im HSV ein Produkt sieht, sollte sich ein anderes Projekt zulegen mit einer besseren Rendite.

PS: Am heutigen Abend ist Frank Rost zu Gast bei „HH1“ und der Sendung „Rasant“, die um 20.15 Uhr beginnt und dann mehrfach wiederholt wird, Moderator ist Uli Pingel.

Und an diesem Abend wird Euch dann „Scholle“ über das aktuelle Geschehen im und um den Volkspark herum informieren.

Nur der HSV!

Es wird übel – aber nicht auf dem Platz

1. November 2013

Unwürdig wird’s. Langsam, aber immer mehr. Das hatten wir schon zu Beginn der Strukturdebatte vermutet. Und die Anzeichen verdichten sich. Anrufe, die mich darauf aufmerksam machen, dass ja die jeweils andere Konzept-IG irgendwie furchtbar illegal unterwegs ist. Wahnsinn! Und jetzt, wo auch noch ein drittes Konzept unter die Leute gebracht wurde, geht’s so richtig ab. Alle hatten darauf gewartet – und jetzt ist der Kontrapart zur HSVPlus-Initiative in Wort und Schrift aktiv geworden. Mit prominenten Unterstützern aus der Supportersabteilung, der Chosen Few, normalen Mitgliedern und dem Aufsichtsrat. Lars hatte Euch gestern inhaltlich von dem Konzept berichtet. Keine Ausgliederung, keine Investoren – aber bessere Leute auf den einzelnen Posten und natürlich weniger Aufsichtsräte. Na dann.

Ich werde mich auch weiterhin nicht hinstellen und eines der Konzepte als das ultimative anpreisen. Ich werde die Konzepte im Laufe des Dezembers, wenn sie denn final formuliert sind, hier diskutieren, klar. Aber ich frage mich, warum der HSV vor einigen Wochen auf seiner Internetseite verlautbarte, dass sich der Aufsichtsrat und der Vorstand als Gremien nicht mehr zur Strukturdebatte äußern werden und jetzt ständig Aufsichtsräte hinter Konzepten auftauchen. Zuerst Jürgen Hunke mit seinem eigenen Konzept „Zukunft mit Tradition“, jetzt Manfred Ertel, Ulrich Klüver und Björn Floberg hinter der „HSV-Reform“.

Ich habe heute Manfred Ertel dazu befragt. Er gab mir zu verstehen, dass er nicht als Aufsichtsrat sondern als einfaches Mitglied hinter dem Konzept stünde. Faktisch kann ich ihm da nichts vorwerfen, er darf das. Aber realistisch betrachtet ist das Quatsch. Denn – und das habe ich ihm als Aufsichtsratsvorsitzenden auch so gesagt – Manfred Ertel wird im Zusammenhang mit dem HSV natürlich nicht mehr nur als „einfaches Mitglied“ aber sehr wohl als Aufsichtsratsvorsitzender wahrgenommen. In diesem Fall als Werbeträger der „HSV-Reform“. Und das öffentlich. Zum Verständnis: Die Vorstände haben sicherlich auch ihre Meinung, engagieren sich auf ihre Art – aber sie dürfen ihre Ansichten nicht äußern. Weil während ihrer Amtszeit ihre „einfache Mitgliedschaft“ ruht.

Was für ein Scheiß! Das ist genau das, was diesen HSV derzeit straucheln lässt – die Doppelzüngigkeit. Hier was einfordern, aber dann selbst einen Weg finden, die eigenen Vorgaben zu umgehen, um selbst einen Vorteil draus zu ziehen. Bitter. Und ein weiterer Rückschritt auf dem Weg zu neuen Strukturen.

Nein, es ist längst keine inhaltliche Diskussion mehr sondern ein emotionalisiertes Thema, das mit Ängsten arbeitet. Die einen sagen, ohne Investoren und Ausgliederung sei man nicht mehr konkurrenzfähig, die anderen sehen in der Ausgliederung und dem Verkauf von Anteilen den Verkauf der Vereinsseele und den Verlust der eigenen Autorität. Es wird schon längst von den „Lagern“ gesprochen – was auch richtig ist. Und diese Lager arbeiten nicht mehr nur für ihr eigenes Konzept, sondern auch gegen das andere. Oder eben gegen die Vorzeige-Unterstützer der jeweiligen Konzepte.

Und das wird immer übler. Ich befürchte ehrlich gesagt, dass diese Diskussion einen Graben in die Mitgliedschaft ziehen wird, wie er größer nie war. Das befürchtet im Übrigen auch Manfred Ertel. Einig sind sich alle nur noch darin, dass sich die Struktur ändern muss. Insbesondere sind alle für eine Verkleinerung des Aufsichtsrates, der durch sein Erscheinungsbild der letzten Wochen und Monate selbst dafür wirbt, möglichst viele nicht weiterzubeschäftigen…

Alle werben für sich, für das eigene Konzept. Aufeinander zugehen scheint ausgeschlossen, auch wenn Jürgen Hunke genau das gemacht haben soll. Der Aufsichtsrat wollte sein Konzept mit dem von HSVPLus angleichen – allerdings ohne, dass sich beide Seiten einigen konnten. Und so wird es (mindestens) drei Konzepte im Januar geben, über die abgestimmt wird. Alle sehen sich mit einer großen Gefolgschaft im Verein ausgestattet. Sagen sie. Und wenn das so ist, kommt das, was wir hier vor einigen Wichen schon mal als Bedenken geäußert hatten: Dann scheitern alle, weil sich die Konzepte gegenseitig blockieren. Und der größte Verlierer der Diskussion wäre – mal wieder der HSV.

Ich erinnere mich noch an das Matz-Ab-Treffen und den Einwurf vom jungen Schweden, die Anteilsverkäufe lediglich auf Gewinne zu beziehen – und ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum diese Idee nicht umgesetzt wird. Daran kann sich tatsächlich niemand stören. Und wenn die Struktur so geändert wird, dass auch personell mehr sportliche Kompetenz und weniger Eitelkeit den Verein vertritt, dann wird auch ein Kühne dabei sein und dem Klub eine Anschubfinanzierung leisten. Beispielsweise für die Umbenennung der Imtech-Arena in Uwe-Seeler-Arena oder einfach wieder Volksparkstadion. Dann wären Tradition und Zukunft tatsächlich vereint – im Gegensatz zum gleichlautenden Konzept.

Positive Werbung für sich macht derzeit nur der HSV – sportlich. Und die Fans registrieren den Aufschwung. Zum ersten Mal in dieser Saison wird das Stadion morgen ausverkauft sein. Obwohl in dieser Woche immer wieder gesagt wurde, das Spiel sei eines zweier Taktikfüchse (die Trainer Bert van Marwijk und Lucien Favre), erwartet Rafael van der Vaart einen offenen Schlagabtausch. „Das wird wieder ein Spektakel“, so der Niederländer, der kein Freund von 0:0-Spielen ist. „Das macht doch keinem richtig Spaß. Ehrlich gesagt habe ich Spektakel gern – solange wir gewinnen.“

Und das ist nicht allzu unwahrscheinlich, immerhin trifft van der Vaart gegen Mönchengladbach wieder. Das hat ihm Pierre Michel Lasogga versprochen. „Ich habe ihm gesagt, dass er jetzt so viele von mir aufgelegt bekommen hat, dass er sich mal langsam revanchieren sollte. Und das hat er mir jetzt versprochen.“ Um seine Torwahrscheinlichkeit noch ein wenig zu erhöhen, klärt van der Vaart, dem der Spaß am Fußball anzusehen ist, auf: „Wenn wieder ein Elfer kommt, schieße ich.“ Obwohl er letzte Saison gegen eben jenen Gegner scheiterte…

Mutig. Van der Vaart ist sicher nicht derjenige, der auf dem Platz die Kommandos schwingt. Aber er spiegelt die Mannschaftsverfassung gut wieder. „Ich schreie nicht, ich spiele“, sagte van der Vaart zuletzt – und genau so ist es auch. Heute im Training setzte van der Vaart nach eine Flanke, die zum Tor führte, zu einem 50-Meter-Jubellauf an. Und bei meinen Kollegen von der „Bild“ tippte er mal eben 17 Punkte bis zur Winterpause. Den Sieg gegen Mönchengladbach voraussetzend. Van der Vaart ist optimistisch: „Wenn Du nach Europa willst, musst du so ein Spiel gewinnen“, sagt van der Vaart mutig. „Und wir wollen nach oben kommen.“ Warum er so optimistisch ist? „Weil wir an uns glauben. Das Vertrauen ist wieder da. Auch bei mir.“

Ebenso wie der Nachwuchs bei Artjoms Rudnevs. Die Geburt seines Kindes – herzlichen Glückwunsch, Artjoms und Familie!! verhinderte zwar Rudnevs’ Trainingsteilnahme – nicht aber die am Spiel, denn der Lette wird gegen Mönchengladbach ebenso im Kader stehen wie Michael Mancienne, der für den verletzten Johan Djourou nachrückt. An der Startelf ändern wird van Marwijk indes wohl nichts. „Never change a winning team“, so der Niederländer, der heute im Training auch auf Rene Adler verzichtete. Adler arbeitete individuell und wird gegen Gladbach auflaufen.

Gespannt bin ich auf unsere Junioren-Innenverteidigung mit Sobiech (23) und Tah (17). Beide machten ihre Sache gegen Freiburg richtig gut – allerdings hatten beide da auch nicht viel Zeit, über ihr Zusammenspiel nachzudenken. Das ist jetzt anders. „Aber das muss kein Nachteil sein“, frohlockt Sobiech vor dem Duell mit der drittbesten (wie der HSV bereits 23 Treffer erzielt) Offensive der Liga. „Gladbach hat sicherlich in der Offensive ihre unbedingte Stärke“, sagt Sobiech, der mit dem Gladbacher befreundet ist, den ich nur zu gern in Hamburg sehen würde: Patrick Herrmann. Der Junge ist bärenstark und von der Spielweise für mich eigentlich ein logischer BVB-Spieler. Oder eben HSVer…

Ansonsten war es heute ruhig. So, wie es vor einem wichtigen Spiel immer sein sollte. „Wir wollen den nächsten Schritt machen und nach oben“, sagt van der Vaart, der die Liga zweigeteilt sieht. „Es sind drei Teams vorneweg – der Rest ist auf Augenhöhe. Da kann jeder jeden schlagen, wenn er gut drauf ist. Also auch wir Gladbach.“ Klingt gut. Hoffentlich erfüllt sich diese Prophezeiung dann auch. Ich hätte nichts dagegen. Ganz im Gegenteil.

In diesem Sinne, bis morgen nach dem Spiel. Dann mit Blog und Live-Sendung, die diesmal aus den Räumlichkeiten des HSV- und Matz-Ab-Partners „Body Attack“ gesendet wird.

Habt `nen schönen Freitagabend,
Scholle

Van Marwijks schwerstes Spiel – und ein drittes Reform-Modell

31. Oktober 2013

Bert van Marwijk hatte zwar in der vergangenen Woche angedeutet, dass man doch lieber auf die Pressekonferenzen am Donnerstag verzichten solle, aber dieser Vorschlag wurde heute – zum Glück – nicht umgesetzt. Der Niederländer saß auf dem Podium und erklärte, dass er selbst ganz gespannt ist auf die Partie am Sonnabend gegen Borussia Mönchengladbach. „Jetzt haben wir einen schweren Gegner – eine der besten Mannschaften in der Bundesliga. Ich habe die Analyse gesehen, und mit Leuten gesprochen über ihr letztes Spiel gegen Frankfurt (4:1). Sie haben gute Form und einen sehr guten Kader. Ich bin auch gespannt, wo wir stehen im Moment. Gladbach ist ein Team mit höherem Niveau, und dann bin ich gespannt, wie wir darauf reagieren.“ Nach Frankfurt, Nürnberg und Freiburg, drei Mannschaften aus dem unteren Bereich der Tabelle, den so etwa mittelklassigen Stuttgartern nun also der erste Härtetest für den „neuen“ HSV unter Bert van Marwijk.


Hier treffen zwei Teams aufeinander, deren Stärken jeweils in der Offensive liegen. Sowohl die Hamburger als auch die Gladbacher haben schon 23 Tore geschossen. Ob es wieder ein Torfestival gibt, lässt sich nicht vorhersagen. Aber Bert van Marwijk ist doch inzwischen so selbstbewusst, einen Einbruch seines Teams auszuschließen: „Wir haben jetzt eine Organisation, auf die wir zurückgreifen können. Auch wenn wir keine Form haben, können wir ein bestimmtes Niveau halten. Diese Ruhe müssen die Spieler bekommen und dieses Vertrauen. Das war der Fall gegen Freiburg: kein hohes Niveau, aber trotzdem das Spiel gewonnen.“ Sicher stehen auch ohne einen Sturmlauf nach vorn – so lässt sich diese Einschätzung van Marwijks vielleicht am ehesten zusammenfassen.

Personell wird sich gegenüber dem 3:0 in Freiburg beim HSV vermutlich nicht viel verändern. Lasse Sobiech, der schon in diesem Spiel die Rolle des verletzten Johan Djourou eingenommen hatte, steht erneut als erste Alternative in der Innenverteidigung bereit.

Stets ein Thema in den vergangenen Wochen – so auch heute: die Zukunft von Pierre Michel Lasogga. Angesprochen auf ein mögliches Interesse von Borussia Dortmund an dem erfolgreichen Leihstürmer, gab sich van Marwijk erwartungsgemäß zurückhaltend. „Das ist alles viel zu früh. Pierre hat sechs Tore geschossen, aber Rafa auch. Am Ende werden die Preise verteilt. Ein Torjäger steht natürlich im Mittelpunkt, wenn er viele Tore schießt. Aber wir müssen das nicht übertreiben und er muss auch ruhig bleiben.“ Denn Tempo wird in die Personalie sowieso kommen. Spätestens im Frühjahr, und von allein, wenn Lasogga seinen Toreschnitt annähernd beibehält.

Nach der Devise: jedes Mal eine private Frage, gab es auch diesmal ein persönliches Detail des 61 Jahre alten Niederländers. Der Kollege Thorsten Vorbau vom NDR Hamburg Journal wollte wissen, warum van Marwijk in Hamburg das Hotel einem eigenen Haus vorziehe. „Für mich ist es wichtig, mich wohlzufühlen. Es ist eigentlich unwichtig, ob es in einem Hotel oder in einem Haus ist. Ich fühle mich hier immer besser. Wenn es ein Hotel ist, ist es ein Hotel. Im Moment gefällt es mir“, antwortete van Marwijk. Abwehrspieler Heiko Westermann, der heute ebenfalls in der Pressekonferenz saß, machte den Trainer verantwortlich für den aktuellen Aufschwung. „Ich denke einfach, dass er uns als Mannschaft und dem gesamten Verein gut tut. Es ist verdammt wenig Unruhe. Es ist Ruhe eingekehrt – endlich mal. Das merkt man auf dem Trainingsplatz und in der Stadt. Seit ich hier bin, ist das noch nie so gewesen. Aber so muss es sein.“

Was sagt van Marwijk zu so viel Lob? Logisch – es lässt ihn kalt, so viel wissen wir inzwischen von dem wenig extrovertierten Coach: „Ich habe nie Angst gehabt vor Unruhe. Wenn man nicht zufrieden ist, höre ich das, und ich gehe wieder nach Hause. Das liegt an der ganzen Ausstrahlung von allen. Die Sachen um den Verein herum interessieren mich nicht.“

Mit den Sachen „um den Verein herum“ meint van Marwijk vielleicht die Strukturdebatte, die heute um eine Facette reicher geworden ist. Nach „HSVplus“ und „Zukunft mit Tradition“ gibt es nun die „HSV-Reform“. 85 Personen, die man der Fan- und Supporters-Szene zuordnen kann, haben ihre Vorschläge zu einer vergleichsweise moderaten Veränderung der Vereins-Strukturen veröffentlicht. Im Einzelnen ist alles unter www.hsv-reform.de nachzulesen. Zu den prominentesten Unterstützern gehören drei aktuelle Aufsichtsräte (Manfred Ertel, Uli Klüver, Björn Floberg), drei Supporters-Spitzen (Christian Bieberstein, Christian Reichert, Sebastian Rohmann), zwei Chosen-Few-Vorreiter (Jojo Liebnau, Philipp Markhardt) sowie zahlreiche weitere Fan-Club-Mitglieder.

Keine Ausgliederung, keine Investoren. Das steht für die Gruppe ganz weit oben in ihrer Präambel. „Wir gehen davon aus, dass in erster Linie nicht die Rechtsform, sondern die Qualität der handelnden Personen und der Abläufe zum Erfolg führen. In diesem Sinne ist es richtig, dass unsere Vereinsstruktur in konkreten Punkten verbessert werden muss.“

Auch die vier Kernvorschläge der „HSV-Reform“ möchte ich hier (in einer Mischung aus Zitat und eigenen Ergänzungen) wiedergeben:

Der Aufsichtsrat soll verschlankt werden auf acht Personen und die Möglichkeit bekommen, sich durch externe Kompetenz aus Wirtschaft, Sport und Gesellschaft zu verstärken (also zwei Delegierte wie bisher, vier von der Mitgliederversammlung Gewählte, zwei extern Hinzugezogene).

Der Vorstand soll mehr Freiheiten und mehr Verantwortung bekommen und künftig ein Transferbudget bekommen, das sich an einer Dreijahresplanung orientiert. Außerdem soll die Grenze der Abstimmungspflicht im Aufsichtsrat von 500.000 auf zwei Millionen Euro erhöht werden.

Der Ehrenrat soll proaktiver handeln können und bei der Sanktionierung von Fehlverhalten von Aufsichtsräten eine größere Bedeutung bekommen.

Zwei Beiräte, ein Wirtschafts- und ein Sportbeirat, können künftig bei Bedarf zusätzliche Kompetenz und neue Netzwerke für den Verein erschließen.

Im Wesentlichen handelt es sich also bei diesem Reformvorschlag um den Versuch, mit Verbesserungen der bestehenden Satzung nach vorn zu kommen. Und nicht wie bei dem Modell von Jürgen Hunke „Zukunft mit Tradition“, den Profi-Fußballbereich zu entkoppeln. Und erst recht nicht wie bei „HSVplus“ von Otto Rieckhoff u.a., eine eigene Fußball-AG zu schaffen.

Sicher sind inhaltlich jetzt alle Farben möglicher Veränderungen auf dem Tisch. Was wird das für eine Versammlung am 19. Januar! Reicht dafür, also auch für den zu erwartenden Ansturm der Mitglieder, eigentlich der größte CCH-Saal aus? Etwa 5.900 Personen dürfen dort hinein. Größer ist in Hamburg nur die O2-World. Und dort ist an diesem Tag bislang ein Spiel der Hamburg Freezers angesetzt. HSV-Vorstand Oliver Scheel, der die Versammlung organisiert, ist um seine Arbeit diesbezüglich nicht zu beneiden…

Es ist aktuell ziemlich schwierig, sich ein Bild zu verschaffen, welches Modell eine Dreiviertel-Mehrheit erhalten könnte. Mein Eindruck war bisher, dass „HSVplus“ eine große Anhängerschaft genießt. Ich bin gespannt, wie sich die „HSV-Reform“ nun ausdrückt. Klar scheint mir heute nur eins: Es geht nach wie vor eine Spaltung durch diesen Verein. Zu unterschiedlich stehen sich die Modelle gegenüber. Wo genau der Schnitt liegt, 50:50 oder 90:10 oder wo auch immer, wird sich zeigen. Aber der Riss ist da, nach wie vor. Was passiert eigentlich am Ende, wenn zum Beispiel nur noch zwei Modelle um die Dreiviertelmehrheit konkurrieren und ein 60:40-Ergebnis herauskommt? Stehen sich dann auf Dauer zwei Lager unversöhnlich gegenüber, und bleibt der Verein dann in seinen aktuellen, offenbar von allen ungeliebten Strukturen stecken wie ein Karren im Sumpf?

Zurück zum Fußball, denn auch eine gute sportliche Situation könnte die Atmosphäre auf der Mitgliederversammlung im Januar beeinflussen. „Das Spiel gegen Mönchengladbach ist ausverkauft“, sagte Heiko Westermann. „Das zeigt, dass auch die Fans unsere Fortschritte erkennen. Ich freue mich sehr darüber.“ Die Gäste müssen in Hamburg übrigens auf einige Stammspieler verzichten: Innenverteidiger Roel Brouwers (Muskelfaserriss) fehlt ebenso wie Kapitän Filip Daems (muskuläre Probleme im Rücken- und Hüftbereich), Alvaro Dominguez (Schlüsselbeinbruch) und Havard Nordtveit (Knochenödem am Sprunggelenk). Martin Stranzl kehrt dafür nach seiner Gelb-Rot-Sperre zurück.

Morgen beobachtet Scholle für Euch das Training um 15.30 Uhr.

Ein schöner Gruß, und heute immer genügend Süßigkeiten bereit halten!
Lars

Dieser HSV wirft immer viele Fragen auf

3. Juni 2012

Früher war alles wie früher. Daran kann ich mich genau erinnern, denn als vor fast drei Jahren (mir kommt es viel, viel länger vor) Matz ab ins Leben gerufen wurde, da war sonntags immer mein Tag der Antworten gekommen. Ihr habt gefragt, ich habe geantwortet. So gut es ging, so oft wie möglich. Und irgendwann schlief es dann auch irgendwie ein. Keine Antworten auf keine Fragen? Auf jeden Fall gab es in der jüngeren Vergangenheit etliche Fragen und etliche Mails sowie Briefe, in denen sich mehr oder weniger besorgt über den Zustand des HSV geäußert wurde. Ich habe einige davon jetzt herausgegriffen, um sie euch zu präsentieren – und auch um die eine oder andere Antwort zu geben. Sofern ich diese Fragen dann beantworten kann. Und das ist gewiss nicht immer so. Wie in den ersten beiden Fällen, die sich noch einmal mit der Mitgliederversammlung im Volkspark beschäftigen. Ich möchte auch nicht in jedem Fall eine oder auch mehrere Antworten parat haben, ich denke, das ihr euch untereinander vielleicht viel besser helfen könntet. Eventuell ist das hier schon einmal der Fall.

Lieber Dieter Matz!

Ich bin ein ausgewiesen blinder HSV-Fan, der seine Mannschaft gerne siegen sehen will. Wenn sie denn nicht gewinnt, dann will ich sie kämpfen sehen.
Sie soll mir das Gefühl geben, dass meine von mir so geliebte Heimatstadt von ihr würdig vertreten wird. Dazu braucht’s gute Spieler, einen engagierten Trainer, einen beschlagenen Sportdirektor und eine versierte Vereinsführung. Dein Blog gibt mir viele Anregungen, auch lustige Momente und viel Kurzweil …
ABER: Ich möchte von dir nun endlich mal die Hintergründe erklärt bekommen. Wer sind SC und Realos, die Personen im Vorstand und AR, wer steht wofür?
BITTE jetzt mal einen Grundsatz-Artikel ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten!
Danke, dein treuer Leser D. R.

Und noch einmal Mitgliederversammlung. Wobei ich auf die hier vorstehende letzteFrage noch einmal eingehen möchte: Wer sind SC und Realos, die Personen im Vorstand und AR, wer steht wofür? Von der Bühne aus betrachtet, und zwar Richtung Tribüne sehend, saßen rechts die Realos, links die Supporters – oder? Also, um noch einmal konkret zu werden: Wenn rnst-Otto Rieckhoff und zum Beispiel auch Carl-Edgar Jarchow zur Tribüne blickten, dann waren es so wie eben beschrieben. Und ich hatte den Eindruck, dass die Realos diesmal (zum ersten Mal?) ein wenig aggressiver waren als die Supporters, denen das früher immer nachgesagt wurde. Oder täuscht mein Eindruck?

Auf jeden Fall möchte ich zur MV auch noch diesen Beitrag veröffentlichen:

Hallo Dieter,

anbei mein Post im Original. Vielleicht hilft er ja ein wenig in dieser verfahrenen Situation.
Müssen wir denn hier die Grabenkämpfe unbedingt weiterführen? HIER sollte es doch nicht um Macht gehen – wie in der realen Welt 😉 – sondern doch nur darum, über die MANNSCHAFT zu diskutieren. Und, ehrlich gesagt, ob wir mit dem Buntbetuchten, oder EOR Meister werden, ist mir so was von egal.

Den meisten von uns geht es doch um Sympathie oder Antipathie gegenüber den Protagonisten und um die eine oder andere Schlechtleistung im AR und Vorstand, die wir als Außenstehende aber nun mal nicht in letzter Konsequenz beurteilen können. Was wir aber beurteilen können, zumindest subjektiv, ist, ob ein Drobny für 2,2 Mio. hätte gehen können und FA hat 3 Mios gefordert hat. Oder ob ein Jansen sich tatsächlich so entwickelt hat, dass er unbedingt einen neuen Vertrag haben muss (böse Zungen werden jetzt behaupten, wenn CEJ einen neuen Vertrag bekommt, hat Jansen auch einen verdient …).
Letztendlich liegt die Wahrheit auf dem Platz.

Sollten wir nicht versuchen, uns auf diesem Nenner zu begegnen? In der Regel hat das in der Vergangenheit doch ganz gut geklappt. Haben wir gewonnen, waren – fast – alle happy. Bei Niederlagen – fast – alle angefressen.
Ich denke die AOMV hat gezeigt, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Lasst doch die, die die Macht brauchen darum kämpfen.

Bei dauerhaft guten Leistungen der MANNSCHAFT bekommen sie Sternchen, bei schlechten, mit der rostigen Fahrradkette eine aufs Maul (beides sinnbildlich).
Ich glaube, wenn wir alle diese machtgeilen Herren, von welcher Seite auch immer, einfach nicht mehr für so wichtig nehmen, sie mehr oder weniger als notwendiges Übel in dieser Vereinsstruktur sehen, ist uns allen mehr geholfen, als wenn wir wochenlang mit immer wieder den gleichen Argumenten aufeinander einhauen.
Grüße, Scorpion

Bei einem Satz horchte ich auf: „Was wir aber beurteilen können, zumindest subjektiv, ist, ob ein Drobny für 2,2 Mio. hätte gehen können und FA hat 3 Mios gefordert hat.“ Dann wisst ihr mehr, dann weiß der Scorpion mehr. Wir haben auch nur (in anderen Zeitungen) gelesen, dass es so gewesen sein soll, aber der HSV hat es uns gegenüber immer bestritten, dass es ein solches Angebot (2,2 Mio.) jemals gegeben hat. Es ist wohl über Mittelsmänner eine lockere Anfrage bezüglich des Herrn Drobny „eingegangen“, aber nie etwas Offizielles vom FC Bayern – also auch keine 2,2-Mio.-Offerte.
Eines begrüße ich auf jeden Fall (in der Mail von Scorpion): alle gemeinsam.
Ich schrieb es bereits: es geht nur so. Alle gemeinsam. Wenn hier aber weiterhin drei Lager gegeneinander arbeiten, weil alle an die Macht wollen, dann kann der HSV nur daran zugrunde gehen.

Zu diesem Thema kam auch noch diese Mail:

Hallo Dieter,

sehr amüsant, deine letzten Beiträge. Egal ob zur Mitgliederversammlung oder dem Interview mit Herrn Jarchow. Doch will ich nochmals auf die MV eingehen und danach das Thema ruhen lassen. Du sprichst dich vor der Versammlung für die Fernwahl aus. Prima dachte ich, aber ca. 24 Stunden vor der Versammlung???
Was wolltest du denn mit so einer Aussage bewirken? Etwa, das sich der ein- oder andere Auswärtige doch noch dazu entschließt nach Hamburg zu kommen?

Genau so wie die Initiative Pro HSV oder die Initiative HSV Realos – das ich mich nicht
totlache!!! Ein Witz ist das. In den letzten Tagen und Stunden wird „Wahlpropaganda“ gemacht. Das Resultat konnte man sehen.
Aber knapp daneben ist halt auch vorbei!!!

Da kocht jeder sein Süppchen. Anstatt man eine gemeinschaftliche Initiative gründet und auch mal auf Fanclubs zugeht, die weit außerhalb von Hamburg kommen – so beispielsweise aus Hessen oder Bayern, oder Thüringen, oder, oder, oder.
Da gibt es viele Fanclubs – oder nennen wir diese doch auch mal HSV – Supporters, die ganz sicher nicht damit einverstanden sind, was mit ihrem HSV so abgeht!!!
Ich hatte die Gelegenheit, mich mal – leider erst nach der Versammlung – mit zwei Mitgliedern der HSV Senioren zu unterhalten. Was ist denn in ein paar Jahren beispielsweise mit einem Herr Dr. Krohn, wenn dieser aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auf eine Mitgliederversammlung gehen kann, hat er dann keine „Raute mehr in der Brust“??? Herr Dr. Krohn sollte nur explizit für viele HSV Senioren gelten, die nicht die Möglichkeit haben zur Mitgliederversammlung zu kommen, weil sie nicht die steile Treppe im Stadion gehen können!!!

Der Witz hat eine Fortsetzung.
Wo waren denn die HSV Mitglieder aus dem Behinderten Sport??? Dürfen die nicht mehr an einer Versammlung teilnehmen???
Universalsportverein – oder wie war dass?
Schade, ich hatte mich mal an die Initiative Pro HSV gewandt, wollte mal mit einigen Fanclubs in meiner Nähe in Kontakt treten, die „Werbetrommel“ rühren. Den Leuten mal die Wichtigkeit vor Augen führen!!!
Chance vertan. Bekam auf meine Mail keine Antwort. Nach der letzten Saison, die keiner mehr wieder erleben will, wieder eine Chance verpasst. Denn sollte der HSV wider erwartend eine bessere Saison hinlegen, werden noch weniger Fans zur Versammlung erscheinen – ganz nach dem Motto: Erfolgreich – also alles richtig gemacht.

So jedenfalls können einige – nennen wir sie mal HSV – getreue Fans oder auch Mitglieder Chosen Few – weiter ihr eigenes Süppchen kochen. Ist ja im Januar wieder eine Wahl. Da kann man dann vielleicht noch den ein oder anderen Kandidaten unterbringen.
Sind halt besser organisiert – so ist das halt. Ich für meinen Teil, werde mir überlegen, ob ich mir die mehr als 700 Kilometer noch mal antue, nur um bei einer Mitgliederversammlung teilzunehmen!!!

Auch auf das Interview mit Herr Jarchow will ich noch mal eingehen. Ob es gut war, mit seinen ehemaligen Mitstreitern, Herr Klüver, Herr Hunke und Freunden zu prahlen???
Für mich hat das einen bitteren Beigeschmack!!!

So, mal sehen wie du die Sache siehst.
Gruß Horst
Nur der HSV !!!

Ich habe dem Horst schon persönlich geantwortet. Zum Beispiel, dass ich nichts „damit bezwecken“ wollte – und will. Ich wurde hier schon mehrfach kritisiert, weil ich angeblich erst hinterher meine Meinung zu diesem oder jenem Thema geäußert hätte. Um nicht wieder in diesen Verdacht zu geraten, habe ich meine Meinung vorher (!) öffentlich gemacht. Ohne etwas damit für die eine oder andere Seite „bezwecken“ zu wollen . . .

Kurz noch zum Jarchow-Interview. Ich habe und hatte nie das Gefühl, dass Herr Jarchow mit den Herren Klüver, Hunke und Freunden geprahlt hat. Das hat Jarchow nicht nötig. Da steht er total über den Dingen – anders als (hier im Matz-ab-Blog) einige Leute, die immer mehr wissen wollen. Jarchow hat nicht geprahlt, Jarchow hat nur eine Tatsache angeführt, die leider immer wieder ins Gegenteil verdreht wird. Weil es dann so besser zur eigenen Meinung passt.

Ein ganz anderes Thema. Der abgemeldete Frauen-Fußball. Auch dazu gab es unheimlich viele Zuschriften. Ich stelle dazu eine einmal exemplarisch frei:

Lieber Herr Matz,

vielen Dank, Ihnen und Herrn Scholl, für den sowohl informativen als auch immer wieder sehr unterhaltsamen Blog. Seit Beginn des Blogs habe ich keinen Beitrag verpasst – glaube ich.
Ich möchte ein Mal kritisch anmerken, dass mich die Verärgerung über die Abmeldung der Damen aus der Bundesliga sehr, sagen wir mal, ärgert.

Wann bitte schön hat das Abendblatt (sowie andere Medien) mal ausführlich und regelmässig über HSV-Damen berichtet? Und falls Sie jetzt kontern, und nennen mir vllt. 3 bis 4 Beiträge in den letzten Monaten, dann muss ich Ihnen leider sagen, dass Sie, die Medien, große Teilschuld mittragen.

Denn – wenn Sie, die Hamburger „Schreiberlinge” 😉 , nichts berichten inklusive Fotos, dann ist klar, dass diese Sparte zum Tode verurteilt war. Denn welcher Sponsor buttert Geld in ein Projekt, dass ihm keine PR/Publicity bringt. Kein. Das sind einfachste Marketing-Regeln.
Es wäre, wie ich persönlich finde, selbstkritisch und fair, sich mit in das Boot zu setzen, in dem andere Parteien sitzen, die für die Abmeldung mitverantwortlich sind.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich gebe ganz sicher nicht nur Ihnen (Medien) die Schuld. Aber sich jetzt aufzuregen ist doch, verzeihen Sie mir den Ausdruck, etwas scheinheilig.
Auch wenn die Wahrscheinlichkeit bei Millionen von Zuschriften 😉 gering ist eine Antwort zu bekommen, ist vielleicht möglich im Blog das Thema anzuschneiden, vor allem ist das Thema noch aktuell. Marcel Jansen möchte da ja was „spenden” um den Mädels zu helfen.
Trotzdem, nobody is perfect ;).
Selbst der Matz-ab-Blog nicht, wobei es fehlt nicht mehr viel.

Übrigens, diese Kritik an den Medien, wären auch bei anderen Sparten angebracht. Statt nur Missstände anzuprangern, wäre es doch mal zur Abwechslung interessant zu erfahren, was bei anderen Vereinen so los ist. Altona 93 z.B. Trauen Sie den Lesern mehr zu. Wir müssen nicht immer wieder die gleichen HSV-Gesichter sehen, die immer das gleiche erzählen. Berichten Sie doch auch mal über, im positiven Sinne, auffällig gewordene Jugendliche der kleinen Verein und bringen Sie so mehr Ihrer Leser in die kleineren Stadien.

Wir, die Leser, werden es Ihnen danken.

Ihnen und auch den Kollegen im Hintergrund möchte ich danken. Es bringt vor allem Spaß, Ihre Beiträge zu lesen.

Dazu möchte ich sagen, dass es schon seit vielen, vielen Jahren immer Diskussionen um den Frauen-Fußball gegeben hat. Auch bei uns in der Redaktion. Zeitungen zu machen ist aber auch immer eine Sache des Platzes. Man muss eben auch den Platz haben, um die Geschichten vom Frauen-Fußball unterbringen zu können. Und die Zeitung möchte ich (heute) sehen, die so viel Platz hat, dass sie sich den Frauen-Fußball tatsächlich und dazu auch noch üppig „gönnen“ kann. Gibt es nicht (mehr). Nirgendwo. Und Zeitungen berichten meistens von Ereignissen, die auch bekannt sind, die viele, viel Leser interessieren, wo viele Leser auch live dabei waren und sich in dem folgenden Artikel dann auch wiederfinden können – oder auch nicht.
Wenn beim Frauen-Bundesliga-Spiel aber 300 oder 400 Zuschauer waren, was dann? Dann zeugt es davon, dass sich dafür nicht sonderlich viele Fußball-Fans interessiert haben. Wären aber u diesem Spiel mehr gekommen, wenn die Zeitungen (Medien allgemein) darüber besser berichtet hätten? Umgekehrt wird ein Schuh draus. Nur umgekehrt. Wenn die Frauen (HSV) so sensationell spielen würden, dass zu jedem Spiel 10 000 und mehr Zuschauer kommen, dann würde jede Zeitung darüber berichten. Hundertprozentig. Aber bei 300 oder 400 Zuschauer? Und das auf Dauer? So wird das nichts. Und es ist ja nicht so, dass nur das Hamburger Abendblatt nichts (über die HSV-Frauen) berichtet. Es berichten andere Zeitungen (in Deutschland) kaum mehr.

Dazu mal ein Beispiel am Rande. Boxen war tot. In Hamburg und in Deutschland. Dann nahm es ein Mann (hier) in die Hand: Klaus-Peter Kohl. Der leistete Pionier-Arbeit – und heute berichten nicht nur die Zeitungen über das Boxen, nein, auch jeder Fernsehsender, der etwas auf sich hält, der zeigt Boxen. Weil Klitschko und Co nicht nur in sind, sondern auch Leistungen zeigen, die die Leute begeistern, die die Masse der Leute auch sehen will. Wenn nun die HSV-Frauen auch einen so sensationellen Fußball zeigen würden, dann würden sie auch im Mittelpunkt des Interesses sehen. Aber so ganz sensationell ist dieser Fußball offenbar noch nicht. Du damit ist nicht nur der HSV gemeint. Anderswo sind auch kaum mehr Zuschauer zu zählen. Und es ist ja nicht einmal so, dass „nur“ Frauen den Frauen-Fußball sehen wollen. Wenn das mal der Fall wäre – ist es aber nicht.

Nein, irgendwie scheint der Frauen-Fußball auf keinen grünen Zweig zu kommen. Ob nun mit Hilfe der Medien – oder ohne. Das wird so nichts. Obwohl die deutschen Frauen ja in der Welt eine absolut erstklassige Rolle spielen. Nur was ist, wenn, wie zuletzt in Bielefeld, bei einem EM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien mal gerade 9000 Zuschauer kommen? Das liegt nicht an der Vorberichterstattung, ganz sicher nicht. Das liegt am Frauen-Fußball. Und an den Leistungen – obwohl die DFB-Auswahl ja meistens überzeugend spielt. Aber ist es nicht so, dass der Männer-Fußball ganz anders ist? Total anders? Ich kann mich erinnern, dass wir mal mit einer Abendblatt-Auswahl (mit Jörn Wolf, mit „Scholle“ und Pletzi) gegen die HSV-Bundesliga-Frauen spielten. In Ochsenzoll. Ist schon lange her. Wenn ich mich richtig erinnere, so gewann wir 11:2. Und die deutschen Frauen spielten einst vor einer WM (als sie letztlich den Titel gewannen!) gegen die A-Jugend des VfB Stuttgart. A- oder B-Jugend. Auf jeden Fall gewannen die jungen Männer in drei Dritteln zweistellig – aber darüber durfte nie berichtet werden. Totgeschwiegen wurde dieser Kick.

Nein, nein, ich glaube ganz einfach, dass es in den nächsten Jahren keinen Aufschwung im Frauen-Fußball geben wird. Und das liegt nicht, ganz sicher nicht an der Aufmerksamkeit der schläfrigen und ignoranten Medien.

Dann gab es auch noch diese Mail (der Absender ist mir bekannt):

Am 29.05.2012 veröffentlichtest Du dann das mit Herrn Jarchow geführte Interview (Teil 1), in dessen Verlauf Herr Jarchow u.a. sagte:
„Ernst nehme ich Leute, die sich mit Namen und Ihrer wahren Identität bei mir melden, die bekommen auch immer eine Antwort.”
Nun, dieses Angebot möchte ich gerne annehmen, obwohl einer der Blogteilnehmer offensichtlich schon eine andere Erfahrung gemacht hat.

KhanSingh sagt:
29. Mai 2012 um 21:15

Also ich habe Herrn Jarchow eine lange E-Mail mit mehreren Fragen geschickt. Mir hat er nicht geantwortet. Auch wieder nur heiße Luft. Aber immerhin: der KUNDENservice hat mir geantwortet. Nämlich, dass Herr Jarchow nicht jede Anfrage beantworten kann.

Ich würde Herrn Jarchow gerne eine Kopie meines Schreibens sowie der direkt darauf bezogenen Reaktionen zukommen lassen und erfahren, wie Herr Jarchow zu diesem Thema steht.

Ist es wirklich im Sinne des HSV’s, wenn die Meinung des größten Teils der Mitglieder (Supporters) in deren Abteilung nicht berücksichtigt wird?

Wie wird denn überhaupt seitens der Supporters das Meinungsbild von 55.000 bzw. 70.000 Mitgliedern erfasst. Die heutige Technik lässt es zu, Raum und Zeit zu überbrücken. Warum nutzt man solche Möglichkeiten nicht? Es verlangt keiner, das bis zu EUR 38.500,00 an Portogeld verbrannt werden. Die Mitglieder sind registriert, eMail Kontakte daher bekannt. Wenn nicht, kann man in der Stadionzeitung um Ergänzung dieser Daten bitten.

Vielleicht könntest du mir neben den Kontaktdaten (eMail) von Herrn Jarchow auch die von Herrn Scheel mitteilen, der für Mitgliedsangelegenheit eigentlich zuständig ist. So hätte Herr Jarchow dann auch einen „Notausgang”, falls er doch nicht selbst antworten möchte.

Ich halte es einfach für zu wichtig – auch im Sinne des HSVs -, dass solche Dinge im Sinne ALLER Mitglieder geklärt wird. Und wenn die Supporters hierzu nicht in der Lage sind, sein wollen, dann muss man sich meiner Meinung nach an die nächst höhere Ebene wenden.

Also, ich werde mich hüten, hier irgendwelche Mail-Adressen oder auch Telefonnummern herauszugeben. Das wäre ja noch schöner. Wer genau gelesen hat, der wird wissen, dass der Herr Jarchow gesagt hat, dass er zu einem Matz-ab-Treffen kommen würde, um dort Rede und Antwort zu stehen.

Wenn der HSV-Boss nun auf jedes Schreiben antworten würde, dann hätten ja jene Kritiker recht, die dem Herrn Jarchow unterstellen, nichts für den HSV zu tun. Was natürlich absolut lächerlich ist. Aber mal angenommen, ihm würden jeden Tag so um die 100 Fans oder Mitglieder schreiben – wer soll dafür Zeit haben? Und an die Bundeskanzlerin kommen täglich 1000 Fragen – soll sie diese auch persönlich beantworten? Geht doch gar nicht.
Nix also von heißer Luft. So etwas geht einfach gar nicht, aus zeittechnischen Gründen schon nicht. Aber, wie gesagt, Herr Jarchow will ja mal (!) zu einem Matz-ab-Treffen kommen, und ich werde jetzt in nächster Zeit mit ihm absprechen, wann das (im Herbst) dann sein könnte. So lange müsstet ihr noch Geduld haben. Und eventuell kommt dann ja auch noch der eine oder andere HSV-Funktionär mit, dann könnte es ein netter Abend werden.

Dann gab es noch diese – wie ich finde sehr bedenkliche – Mail. Thema Nachwuchsarbeit im HSV.

Hallo Matz ab,

ich lese den Blog schon von Anfang an und zum Thema Nachwuchs möchte ich mal einen kleinen Gedankenansatz aus der Basis (Eltern von Talenten ;-)) geben.

Hier in Lüneburg z.B. gibt es einen Partnerverein des HSV, deren Top Nachwuchs wird regelmäßig von Werder Bremen eingeladen, die machen es so, dass sie einige Talente (ab U12) monatlich einladen zum Training und auch mal zu Turnieren und sie mit Material /Trikots usw.) „verarzten”… ein HSV Partnerverein lässt die Talente von Werder umsorgen…???

Wieso kann man nicht die Stützpunk Philosophie vom DFB auf einen Verein (HSV) übertragen, das würde doch dem HSV doch nicht mehr als ein paar tausend im Jahr kosten, die Talente im Umland einmal die Woche zusammenzurufen und dann in der Region vom HSV Coach trainieren zu lassen.

Das Problem der Fahrerei (A7) wäre nicht da, die Talente wären an den HSV „gebunden”, die HSV Trainings- und Fußball Philosophie könnte antrainiert werden, Werder wäre aus dem Spiel 😉 – kurz alle wären glücklich…

Wenn eines dieser Talente dann in 6 Jahren einschlägt, hat sich das doch sofort amortisiert…

Wenn, dann ja. Aber ich finde das ohnehin schon sehr interessant, was da über den HSV und auch über Werder geschrieben wurde. Sollte der HSV einmal kurz aufmucken – und sich dann der Sache annehmen. So kann das nicht im Sinne des Erfinders sein.

Dann schrieb „HSVseit1981“ zu dem Beitrag von „Raschi“:

Jarchow hingegen verweist darauf, dass der HSV in seiner Geschichte
eigentlich überwiegend erfolglos war, er aber „natürlich dem Zuschauer
etwas bieten” wolle. Das ist mit dem Abstiegskampf schon mal ganz
hervorragend gelungen. Ziele, oder auch Visionen, wie es hier immer
wieder genannt wird, sind in dieser Aussage aber nicht zu erkennen.
Absolut korrekte und auf den Punkt gebrachte Analyse. Wie heißt es so
schön „Der Fisch stinkt vom Kopf her”. Wenn von oben derart lahme,
unambitionierte Vorgaben kommen, dann wird es nichts mit dem HSV als Spitzenmannschaft.

Das Potenzial in Hamburg ist für einen europäischen Top-Club da, man muss
es nur abrufen. Es gibt genug Fans, Zuschauer, Medieninteresse,
Einschaltquoten im Pay-TV und auch finanzkräftige Sponsoren.
Nur, wer sich nach dieser Horror-Saison ein gutes Zeugnis ausstellt, den
Vertrag verlängern lässt und meint, dass sei doch alles irgendwie dem
alten Vorstand zu verdanken, versenkt den HSV in der Bedeutungslosigkeit.
Der aktuelle Vorstand hat die Chance mich durch konsequentes Handeln in
Sachen Van der Vaart zu überzeugen. Nachdem uns Mönchengladbach Xhaka
„weggeschnappt” hat, sollte Van der Vaart nicht auch noch in den Westen
der Republik.

Aber hier wird mit Basti Reinhardt jemand zum Nachwuchschef befördert,
weil er sich damals als komplett überforderter Sportchef so loyal
enteiern lassen hat, und jetzt wird ihm mit Michael Schröder jemand
zur Seite gestellt, der in der Scouting-Abteilung nicht mehr gebraucht
wird. Und demnächst sollen Jarolim und Benjamin zurück, nicht weil sie
ihre Kompetenz irgendwo bewiesen hätten, sondern weil sie so
(verdiente) alte Spieler, liebe Kerle und loyale Kämpfer im Zeichen
der Raute sind oder waren. . Wir müssen endlich weg davon, Freunden
und alten Fanlieblingen wichtige, wenn nicht entscheidende Posten
zuzuschanzen, das gilt für Vorstand, Aufsichtsrat und Nachwuchsbereich
gleichermaßen. Wir müssen uns endlich wieder professioneller
aufstellen und unsere Arbeitsplätze mit Fachleuten besetzen anstatt
aus Dankbar- oder Gefälligkeit.

Auch das ist leider die furchtbare Wahrheit. Wir müssen uns konsequent von
denjenigen trennen, die es offensichtlich nicht geschafft haben, in den
vergangenen Jahren die Nachwuchsarbeit nach vorne zu bringen.
Ich frage mich, warum gerade ein so sensibler Bereich wie die Jugendarbeit
zur „Resterampe” für alt- und ausgediente Führungskräfte des HSV verkommt?
Ein professionelles Konzept, um gute Spieler zu entwickeln und an die
Bundesliga-Mannschaft des HSV heranzuführen, sieht anders aus.

Oha, da waren einige Dinger drin. Nachdem uns Xhaka weggeschnappt wurde . . . Nicht auch noch van der Vaart . . . Ja, das stimmt. Volltreffer! Und Messi und Ronaldo auch noch. Von Ronney würde ich mal absehen, der ist schon zu lange nicht mehr in Form . . .

Nein, liebe Leute, es wird wohl noch brauchen, ehe es alle begriffen haben:
FUSSBALL hängt mit GELD zusammen. Man muss Xhaka und van der Vaart, natürlich auch Messi und Ronaldo, auch BEZAHLEN können. Wann merkt es auch der letzte Fan? FUSSBALL HÄNGT MIT GELD zusammen, aber der HSV UND GELD NICHT. `
Der HSV hat fast NULL KOHLE. Deswegen schminkt euch doch solche Leute wie Xhaka und wohl auch van der Vaart (wenn nicht noch der Herr Kühne einspringt) ab. Die sind unbezahlbar, di sind nicht die Preisklasse HSV. Und nur wegen der so wunderschönen Raute kommt kein Profi, der etwas auf sich hält (international) nach Hamburg. Die wollen Geld sehen. Und davon hat der HSV eigentlich ein wenig zu wenig.

Beste Beispiele:
Hamit Altintop wurde hier gehandelt – und geht zu Galatasaray Istanbul. Weil der Klub die bessere „Raute“ hat? Nee, weil da mehr Geld vorhanden ist. Oder Dirk Kuyt. Den wollte Frank Arnesen haben. Sprach auch mit ihm. Und, was ist? Kuyt geht zu Fenerbahce Istanbul. Die haben auf jeden Fall die bessere Raute – nämlich viel, viel Geld in der Kasse.

Also, ich bitte jeden ganz eindringlich – hört endlich auf zu träumen. Sonst kommen Messi und Ronaldo eines Tages wirklich noch zum HSV.

Dann noch zu Bastian Reinhardt – der „enteiert“ wurde.
Dazu möchte ich mal fragen, wer zu jener Zeit nicht „enteiert“ worden ist? Christian Reichard? Dietmar Beiersdorfer? Oliver Scheel? Fragt mal bitte nach – diese drei Herren können sicher mehr erzählen. Deswegen ist es mir viel zu einfach, hier die Lanze über den „enteierten Sportchef Reinhardt“ zu brechen. Viel zu einfach. Aber gut, das können die meisten auch nicht so genau wissen, weil ihnen dieser Einblick ins Eingemachte natürlich auch verwehrt wurde. Logisch. Aber deswegen möchte ich doch darum bitten, mit solchen „enteierten“ Behauptungen sehr, sehr vorsichtig umzugehen. Das hat, das sage ich ganz deutlich, ein Bastian Reinhardt auch nicht verdient.

Dann schrieb „Freddie“ noch seine ganz persönliche Einzelkritik:

Tesche, Drobny, Berg, Guerrero, Skjelbred und evtl. Rajkovic stehen auf
der Verkaufsliste. Meiner Meinung nach sind alle Kandidaten unterschiedlich zu bewerten.
Tesche ist für mich so ein zweiter Fall „Albert Streit”, eine Klette, die
offensichtlich nicht gewillt ist, Leistung zu bringen. Egal, ob im Spiel
nach vorne mit/ohne Ball oder auf dem Weg nach hinten, es gibt nur ein
Einheitstempo.

Drobny, der sehr schlecht begann aber zum Ende der Saison zu Retter wurde.
Für mich bedauerlich, dass er gehen soll. Das soll aber nicht heißen, dass
ich grundsätzlich gegen die Verpflichtung von Adler bin. Ich hätte wohl
nur die Prioritäten anders gelagert. Erst mal das, was dringend notwendig
ist, eben zu Beginn . ein Kreativling im Mittelfeld.

Berg’s bisheriger Aufenthalt in Hamburg, mehr als unglücklich. Er hatte
seine beste Zeit, schien endlich in Fahrt zu kommen, ausgerechnet als van
Nistelrooy verpflichtet wurde. Und der hatte so eine Art Garantie.

Guerrero? Ein sehr guter Techniker, machte gute Spiele. Aber auf’s Jahr
gesehen ist das einfach zu wenig.

Skjelbred hatte nie eine ernsthafte Chance erhalten. Warum nicht? Waren
seine Trainingsleistungen so schlecht?

Rajkovic war der Fels in Brandung, brachte tatsächlich Sicherheit in die
Abwehr, nahm keine Rücksicht auf sich selbst und natürlich auch nicht auf
den Gegner. Hatte dann natürlich ein sehr unglückliches Spiel, als er
letztendlich mit Rot vom Platz gehen musste, weil ein Gegner unbedingt
gegen ihn laufen musste. Mir gefällt seine humorlose Art zu spielen. Er
setzt seinen Körper ein. Mir lieber, als dieses ewige Gegrätsche á la Bruma.
Offensiv fehlt ihm allerdings ein wenig.

Abraham muss wirklich gut sein, dass man sich so für ihn einsetzt.
Irgendwo war zu lesen, dass der Vorvertrag ein normales Mittel ist, um
sich einen Arbeitsplatz bei einem neuen Arbeitgeber zu sichern, oder so.
Dagegen gibt es auch nichts einzuwenden. Allerdings handelt es sich bei
beiden Parteien in der Regel immer um mündige Bürger. Er wurde
entsprechend beraten, d.h. aber nicht, dass man einem Rat unbedingt folgen
muss. Entscheiden tun doch immer noch die Spieler selbst. Für mich daher
auch zu einfach, die Schuld dem ehemaligen Berater in die Schuhe zu
schieben.

Wenn er sich für den HSV entschieden hat, aus welchem Grund auch immer, in
wie weit beteiligt sich der Spieler an den entstehenden Kosten, die im
Normalfall nicht angefallen wären, beteiligen?

Gute Frage, die letzte. Sehr gute Frage. Das habe ich allerdings höchst selten erlebt, dass ein Spieler selbst mal in die Tasche greift . . . Wird wohl auch in diesem Fall nicht passieren. Wenn ihr mich fragt, wie das ausgehen wird? Abraham kommt nicht zum HSV. Wenn Getafe mehr als zwei Millionen haben will, woher soll das denn kommen? Denn Abraham selbst will ja auch noch den einen oder anderen Knopf in seine ganz persönliche Kasse haben. Nein, nein, siehe Altintop und Kuyt . . .

Und dann gab es heute noch eine dpa-Meldung, die ganz gut zu Matz ab passt:

Joachim Löw ist kein Freund von Facebook oder Twitter. Im Gegensatz zum Großteil seiner Fußball-Nationalspieler nutzt der Bundestrainer die sozialen Netzwerke nicht zum Austausch mit Fans und Bekannten. „Für mich spielen sie nur eine ganz untergeordnete Rolle, weil ich teilweise auch schlechte Erfahrungen damit mache“, sagte der 52 Jahre alte Löw der Nachrichtenagentur dpa: „In Facebook gibt es ja Leute, die unter meinem Namen eine Seite betreiben. Das kann ich nicht akzeptieren.“

Er habe aber Verständnis, dass viele seiner 23 EM-Spieler die modernen Kommunikationsmittel intensiv nutzen: „Das ist eine andere Generation. Für sie ist es vollkommen normal, dass sie Bilder rausschicken, dass sie Dinge in die Öffentlichkeit geben, was sie empfinden oder was sie so tun. Ich suche den Kontakt mit ihnen per Telefon oder E-Mail. Das ist mein Stil.“

Für die EM in Polen und der Ukraine hat DFB-Teammanager Oliver Bierhoff die Spieler informiert, an welche Regeln sie sich für ihre Aktivitäten in den sozialen Medien zu halten haben. Die DFB-Ansage lautet zusammengefasst: „Es darf in Facebook und bei Twitter nichts geschrieben werden über Verletzungen, Taktik, einfach über Dinge, die nur die Mannschaft angehen.“ Bierhoff sprach von einem „Spagat“, der zu schaffen sei, zumal der Verband selbst via Facebook und Twitter mit dem Nationalteam aktiv ist: „Es geht nicht um eine Verneinung der Medien. Aber die Vertraulichkeit hat uns auch stark gemacht.“
Der seit Sonntag 20-jährige Dortmunder Mario Götze berichtete während des Trainingslagers in Südfrankreich, dass er „fast jeden Tag“ auf seiner Facebook-Seite nachsehe, „was meine Freunde posten“. Der Schalker Benedikt Höwedes (24) hat die Richtlinien verinnerlicht: „Wir dürfen nicht alles posten, keine intimen Geheimnisse.“
Ein Grund für den Facebook-Knigge war, dass der Leverkusener André Schürrle im November eigenmächtig seine Abreise aus dem DFB-Quartier vor dem Niederlande-Spiel publik gemacht hatte. „Kann heute Abend leider nicht spielen, wegen eines grippalen Infektes. Sehr, sehr schade, hatte mich schon richtig gefreut. Liebe Grüße“, twitterte Schürrle. Löw hätte den Ausfall lieber bis abends geheim gehalten . . .

So, das war es für heute. Denkt bitte, falls ihr noch die Gelegenheit dazu habt, die neue Ausgabe von “Hinz und Kunzt” zu kaufen. Da gibt es das eine oder andere Matz-ab-EM-Nähkästchen zu lesen.

Zum Schluss möchte ich euch noch einmal (und immer wieder) danken für die rege Teilnahme an diesem Matz-ab-Blog. Und gleichzeitig alle trösten die uns (und mir) auch noch geschrieben haben – aber nun nicht “behandelt” worden sind. Es ist einfach zu viel, glaubt es mir. Trotz allem: vielen, vielen Dank für eure Kritik, Anregungen und Fragen, die ihr uns schickt. Danke, danke, danke. Klasse!!!

17.53 Uhr

Das große Jarchow-Interview, Teil Zwei

30. Mai 2012

Matz ab:
Jetzt hat Marcell Jansen die Idee geäußert, die Bundesliga-Profis könnten den fehlenden Betrag über Spenden decken. Er selbst sei bereit, 5000 Euro zu bezahlen…
Jarchow: Das ehrt ihn natürlich. Aber hier geht es um, den grundsätzlichen Entschluss. Nachdem wir in den letzten Jahren einen siebenstelligen Betrag für die Bundesliga-Frauen aufgebracht haben und auch jetzt noch keine Tendenz zu erkennen war, dass sich der Frauenfußball in der Bundesliga selbst trägt, mussten wir uns so entscheiden. Wir haben alles versucht, jetzt ist aber auch theoretisch nichts mehr möglich, da alle Meldefristen abgelaufen sind. Dieser Zug ist abgefahren.

Matz ab:
Bei Ihrem Amtsantritt sprachen Sie davon, den einen oder anderen Altmeister des HSV enger an den HSV binden zu wollen. Es gab auch Gespräche mit Manfred Kaltz. Was ist daraus geworden?
Jarchow: Ja, es gab die Gespräche mit Manni Kaltz, er war hier. Auch mit anderen Spielern. Wir reden auch jetzt noch mit Leuten, die wir gern einbinden wollen. Ich habe auch mit David Jarolim gesprochen, der jetzt vielleicht noch zwei Jahre woanders Fußball spielt, ehe er zu uns zurückkommt. Bislang galt die Vereinbarung, dass er bei uns im Jugendbereich eingebunden wird für den Fall, dass er sofort aufhört. Ich halte ihn aber für derart geeignet, dass ich ihm gesagt habe, die Vereinbarung gilt auch nach den nächsten zwei Jahren noch. Ich habe auch damals mit Collin Benjamin gesprochen, den wir hier sehr gern gesehen hätten. Aber auch er wollte noch spielen. Jetzt lese ich, dass er es sich überlegt nach dem Jahr bei 1860. Er ist einer der Kandidaten.

Matz ab:
Haben Sie als Präsident mit der Mannschaft im Laufe der Saison auch mal ein ernstes Wort gesprochen, dass die Situation so ernst wie nie ist? Darüber wurde nie etwas bekannt.
Jarchow: Das stimmt. Und das liegt daran, dass manchmal eben doch nicht alles an die Öffentlichkeit kommt, was bei uns hinter geschlossenen Türen geschieht. Aber ich habe permanent einen Draht zur Mannschaft gehabt. Es gab Gespräche. Dieses Recht habe ich mir auch ein, zwei Mal herausgenommen. Aber im täglichen Geschäft ist das das Aufgabengebiet des Trainers und des Sportchefs.

Matz ab:
Waren Sie entsetzt vom Verlauf der Mitgliederversammlung?
Jarchow: Nein. Ich persönlich bin kein Satzungsfetischist und kann nur mit viel Mühe Begeisterung für Veranstaltungen entwickeln, bei denen es ausschließlich um Satzungsänderungen geht. Man kann sich darüber unterhalten, ob es zu langatmig war. Aber ich fand es in Ordnung, auch wenn das Thema der Verkleinerung des Aufsichtsrates dann noch mal für schwierige Diskussionen sorgte.

Matz ab:
Es gab drei Fraktionen. Die Realos, die Supporters und die anderen Mitglieder. Sorgt Sie diese Spaltung?
Jarchow: Nein, weil ich gar nicht sagen kann, ob man das so zuordnen kann. Es ging ja um das Thema Fernwahl, das sehr starke Befürworter aber eben auch sehr starke Kritiker hat. Über die anderen Fragen wurde ja gar nicht so lange diskutiert.

Matz ab:
Im Januar gibt es entscheidende Aufsichtsratsneuwahlen. Läuft der HSV Gefahr, seine Führungspositionen an Leute zu verlieren, die den Klub umbauen wollen?
Jarchow: Das ist schwer vorzustellen, was im Januar ist, wer dort kandidiert. Aber ich bin mir sicher, dass dort weiter Leute kandidieren können, die aus allen Bereichen kommen. Es muss und sollte immer die richtige Mischung haben aus Leuten, die direkt aus dem HSV und eben denen, die von außen kommen, bestehen.

Matz ab:

Die Supporters könnten sich mobilisiert schnell durchsetzen…
Jarchow: Es ist schwer zu sagen, wer aus welcher Richtung kommt. Die kommen natürlich alle aus dieser großen Abteilung der Förderer und Supporters, zu der ich auch gehöre, wenn meine Mitgliedschaft nach meiner Amtszeit wieder auflebt. Diese Abteilung beinhaltet auch ganz unterschiedliche Charaktere und Typen. Viele von den Gewählten kenne ich. Herrn Klüver beispielsweise kenne ich noch aus meiner Zeit in der Abteilungsleitung der Supporters, Jürgen Hunke und andere auch. Ich kann da keine wirklichen Lager erkennen. Ich glaube, dass sich die wählenden Mitglieder mit den Themen befassen und letztlich aus ihrer persönlichen Überzeugung heraus ihre Entscheidungen treffen.

Matz ab:

Die Auflösung Ochsenzoll ist nicht so gut gelaufen, wie Sie sich das vorgestellt hatten…
Jarchow: Nein, da hatten wir uns vorgestellt, dass die dort handelnden Personen das etwas intensiver mit uns vertreten und nicht, dass sie uns Steine in den Weg legen. Die Auflösung ist satzungsmäßig vorgeschrieben. Am 18. Juni gibt es die erste Auflösung, wo alle 53000 Leute kommen müssten. Dort wird es also nichts werden, das ist eher prophylaktisch. Und dann machen wir ein zweite, wo die Zahl der Anwesenden genügt. Und diese Veranstaltung wird im September sein. Bis dahin zieht sich das Thema leider. Die Auflösung wird kommen – auch wenn es dort einige gab, die Ideen entwickelt haben, dort über neue Abteilungen wieder gemeinnützig zu werden. Aber diesen Weg werden wir nicht mitgehen, das habe ich auch klar gesagt. Auch wenn ich mir damit sicher nicht nur Freunde gemacht habe.

Matz ab:
Wie gehen Sie generell damit um, dass Sie in Ihrer Funktion nicht nur Freunde haben?
Jarchow: Offensiv, Denn das geht auch nicht. Ich bin ganz zufrieden mit den Freunden, die ich habe und deren Unterstützung. Aber ich muss eben auch unangenehme Sachen entscheiden. So ist das leben. Im Unternehmen, in der Politik – und sogar im Elternrat der Schule. Zehn Prozent oder mehr hauen einem die Entscheidungen immer um die Ohren. Aber wenn Sie das nicht abkönnen, sind sie verehrt im Amt. Ich fühle mich ganz wohl.

Matz ab:
Ihr Vorgänger nannte die geleistete Jugendarbeit mal „Geldvernichtungsmaschine“. Wie stehen Sie zum Nachwuchsarbeit Ochsenzoll? Was muss dort passieren?
Jarchow: Als Geldvernichtungsmaschine kann man das nicht bezeichnen, das können wir uns gar nicht leisten. Im Gegenteil, wir müssen zusehen, dass wir aus diesem Bereich jedes Jahr mindestens einen nach oben hervorbringen. Das muss das Ziel sein. Das machen uns andere Vereine vor. Oft, wie ich befürchte, wohl auch mit weniger Mitteln als wir sie einsetzen. Wir sind uns der Problematik dort bewusst. Dort fehlt es an Kontinuität. Wir haben auch gerade wieder dafür gesorgt, dass es nicht kontinuierlich weitergeht, indem wir uns von Paul Meier trennen.

Matz ab:

Er sich vom HSV oder Sie sich von ihm?
Jarchow: Natürlich einvernehmlich. Wie das eben so ist. Das ist in erster Linie der Arbeitsbereich von Frank Arnesen, auch wenn es mich natürlich immer wieder selbst berührt. Ich glaube, dass wir in den verschiedenen Bereichen dort Leute in den letzten Jahren vorgebracht haben. Wir haben es aber nicht geschafft, dort wirklich eine eigene Philosophie zu implementieren, die sowohl für die Spieler, die Spielsystem als auch die Trainer gilt. Und das muss von hier aus kontrolliert werden, worum sich Lee Congerton zukünftig kümmern wird. Ich glaube, dass die Barcelona-Philosophie, dass man sich nach Guardiolas Abgang nicht Mourinho holt sondern auf seinen Assistenten setzt, der den Verein jahrelang durchlaufen hat, richtig ist. Es wird nicht immer klappen. Aber von der Grundsatzidee her ist das der richtige Weg. Freiburg macht das ja schon…

Matz ab:
..aber aus der Not heraus…
Jarchow: …manchmal ist das eben so. Dortmund hat auch aus einem Notfall heraus diese Mannschaft gegründet. Die Not hilft manchmal, Dinge durchzusetzen, die sie sonst nicht durchsetzen können. In der Not liegt auch immer eine Chance.

In diesem Sinne, das war der zweite und letzte Teil des Jarchow-Interviews. Ein sehr offenes, ehrliches Gespräch mit vielen interessanten Aussagen. Im Abspann noch ein paar kurze Meldungen.
Bis morgen, dann übrigens ohne Live-Video nach dem Deutschland-Spiel, da Dieter in Leipzig weilt. Wir werden die lediglich verschobene (!!) Sendung aber in der kommenden Woche nachholen und mit interessanten Gästen am kommenden Donnerstag einen letzten EM-Check machen, ehe es dann am Freitag in der Ukraine und Polen endlich losgeht.

Bis morgen,
Scholle

Ansage: Nachdem jetzt bekannt geworden ist, dass Innenverteidiger David Abraham beim spanischen Erstligisten FC Getafe bereits einen Vorvertrag unterschrieben hat, haben sich Sportchef Frank Arnesen und Jarchow darauf verständigt, dass Abraham selbst samt Berater die Angelegenheit in Spanien zu klären haben. „Wir haben mit dem Spieler und dem Berater gesprochen und ihnen klar gemacht, dass wir unsere Verhandlungen auf der Basis geführt haben, dass David ablösefrei ist. Jetzt müssen die beiden sich mit Getafe auseinandersetzen und die Sache klären“, so Jarchow. Ansonsten könnte der Wechsel des Wunschspielers von Trainer Thorsten Fink in letzter Sekunde doch noch platzen

Ansage II: In der kommenden Woche, wenn Arnesen wieder in Hamburg ist, sollen Marcell Jansen und Tolgay Arslan ihre neuen Verträge beim HSV unterschreiben. „Wir sind da sehr zuversichtlich, dass es schon bald zur Einigung kommt“, so Jarchow.
Anfrage: Der HSV ist weiterhin an Wolfsburgs Mittelfeldspieler Koo interessiert. In den nächsten Tagen will sich Wolfsburgs Trainer Felix Magath entscheiden, ob er den Südkoreaner für die kommende Saison einplant.

Absage: Kein Thema mehr ist Diego, der von Atletico Madrid zum VfL Wolfsburg zurückkehrt. Das Gehalt des Mittelfeldspielers liegt noch deutlicher als bei Hamit Altintop über dem Machbaren des HSV, der zudem eine Gehaltsstruktur hat, die nicht riskiert werden soll, wie Jarchow sagt.

Traum: Rafael van der Vaart wird wieder auf dem Transfermarkt gehandelt – ergo: der HSV, der in Kühne einen milliardenschweren und wahrscheinlich den größten Fan des Mittelfeldspielers in seinen Reihen weiß, sollte hellhörig werden. Dem Vernehmen nach ist der FC Schalke 04 um die Verpflichtung von van der Vaart bemüht. Wie „Bild“ und „Sport Bild“ berichteten, sollen die Königsblauen Kontakt mit dem Berater des niederländischen Nationalspielers von Tottenham Hotspur aufgenommen haben. Für die Verpflichtung des 29 Jahre alten ehemaligen HSV-Profis müsste der Revierclub aber wohl eine zweistellige Millionensumme aufbringen. Van der Vaart steht bei Tottenham bis 2014 unter Vertrag. Schalke wollte die Spekulationen weder bestätigen noch dementieren. Deshalb, meine Bitte an Klubboss Carl Jarchow: Beim nächsten Treffen mit Herrn Kühne, das meinen Informationen zufolge ja schon in wenigen Tagen ansteht, bitte auch das Thema van der Vaart kurz diskutieren. Denn so unwahrscheinlich es auch ist – man weiß ja nie. Manchmal erfüllen sich Träume ja…

Protest allein macht noch nichts besser

10. Januar 2011

Das Fieber ist hartnäckig. Aber ich bin härter. Zumindest versuche ich es. Denn die Geschehnisse verlangen nach einem neuen Blog.

Also, los geht’s.

Über zehn Stunden debattierten die Mitglieder am Sonntag, doch die Diskussionen sind damit längst nicht beendet. Im Gegenteil: sie werden noch monatelang anhalten. Hier im Forum scheint sich mehrheitlich Verärgerung über das Wahlergebnis breitzumachen. Hunke, Ertel, Klüver und Erhardt scheinen nicht Eure erste Wahl zu sein. Das ist okay. Jeder darf seine Meinung haben. Aber genauso sollte jeder die Meinung der anderen akzeptieren. Zumal ich nicht wirklich nachvollziehen kann, weshalb hier die Supporters als niveaulos beschimpft werden. Haben sie nicht letztlich nur das gemacht, was ihnen die Satzung zugesteht und ihre Kandidaten gewählt? Ich weiß, was Ihr grundsätzlich mit Eurer Kritik zum Ausdruck bringen wolltet, aber das ist Demokratie. Und das Wahlergebnis ist für mich weniger das Ergebnis irgendwelcher fehlgeleiteter Fangruppen denn der Protest gegen die bisherige Vereinsführung.

Es war weniger eine Wahl für die vier neuen Räte, es war vielmehr eine Protestwahl gegen Bernd Hoffmann und Co. Immer wieder wurde Transparenz gefordert, immer wieder mahnten die Mitglieder in den letzten Jahren an, in die Entscheidungen mit einbezogen oder zumindest ausreichend informiert zu werden. Vergebens. „Gutsherrenart“ wurde Bernd Hoffmann angelastet, seine Vereinsführung stieß bei den Mitgliedern trotz guter Konzernergebnisse auf zunehmenden Widerstand. Doch der Klubboss durfte sich der Unterstützung der Aufsichtsräte sicher sein. Das wog ihn in Sicherheit. Bis jetzt. Bis sich die Basis widersetzte und die Opposition wählte.

Was so klingt, als dass ich es gut finde, ist alles andere als das. Ich ärgere mich über immer neue Baustellen, die selbst geschaufelt werden. Auch dieser Ärger war vermeidbar. Bernd Hoffmann, den man sicher nicht lieben, aber allemal für seine Verdienste um den Klub schätzen sollte, hat zu lange ignoriert, was ihm von allen Seiten entgegenschlug: Protest. Bernd Hoffmann hat sich den Ruf des Alleingängers erarbeitet, er hat sich nie von dem Image des Machtmenschen lösen können. Das ging lange gut. Zumal der sportliche Erfolg da war. Allerdings hat ihm der Machtkampf mit Dietmar Beiersdorfer ebenso nachhaltig geschadet wie die undurchsichtige Umsetzung des Kühne-Deals. Um nur zwei Beispiele zu nennen.

Fast noch dramatischer war allerdings das Erscheinungsbild des bisherigen Aufsichtsrates in den letzten Jahren. Die Räte wirkten, als seien sie stets schlecht informiert und voller Gottesvertrauen dem ersten Vorsitzenden gegenüber. Spätestens als im Sommer bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung wegen des Kühne-Deals ein Rat zugab, erst den Deal abgesegnet und anschließend durchgelesen zu haben, worüber er überhaupt abgestimmt hatte. Das war peinlich und passte in die eh sehr aufgeheizte Stimmung zwischen den Mitgliedern und ihrer Vereinsführung.

Jetzt haben wir das Theater. Eine Protestwahl! Und wie es das Wort schon sagt, ist hierbei nicht die Vernunft ausschlaggebend, sondern viel Emotionalität. Zu viel vielleicht. Die nächsten Monate werden zeigen, inwieweit dieser Verein so viel Uneinigkeit verkraftet. Denn, um hier auch mal für Klubboss Bernd Hoffmann eine Lanze zu brechen, seine Wege mögen umstritten sein, aber sie waren bislang zumeist sehr erfolgreich. Und da halte ich es so, wie früher beim Fußball: Der Kapitän gibt auf dem Platz die Taktik vor. Und er trägt die Konsequenzen fürs Ergebnis. Aber sobald zwei Fraktionen auf dem Platz versuchen, das Sagen zu haben, wird es schiefgehen. Und genau das befürchte ich. Denn die größte Gefahr für den HSV ist, dass sich künftig Aufsichtsrat und Vorstand gegenseitig blockieren. Sollte das passieren, verlieren wir. Alle.

Aber ich versuchs mal mit einem (naiven) Blick voraus. Warum sollte sich Bernd Hoffmann nicht schon in den nächsten Tagen mit dem neuen Aufsichtsrat zusammensetzen? Warum sollte er nicht die Zeichen der Zeit erkannt haben und den Schulterschluss suchen? Klar ist, dass er etwas machen muss. Allein seine Ergebnisse werden nicht langen, um seine bevorstehende Vertragsverlängerung durchzusetzen. Warum also sollten sich nicht alle Herren, zumal die aus der Fanmitte, künftig allein in der Sache identifizieren? Denn letztlich werden nicht nur die vier Vorstände am Gesamtergebnis gemessen, sondern auch der Aufsichtsrat. Und das sollte den Herren Hunke, Ertel, Klüver und Erhardt auch in der Stunde ihres großen Triumpfes bewusst sein.

Noch dramatischer als das Wahlergebnis ist allerdings der Umgang mit Bastian Reinhardt. In seinem ersten Jahr als Sportchef muss sich Basti mit Widerständen auseinandersetzen, wie sie noch keinem Sportchef entgegengeschlagen sind. Es gibt quasi kein Gremium, das nicht Kritik an ihm zu äußern hat. Warum aber haben zwölf Aufsichtsräte und drei Vorstände nach zwei Jahren Suche ihn dann überhaupt zum Sportchef gemacht? Haben sie etwa einen Schnellschuss gelandet? Assessment-Center waren zuvor angesetzt, die Kandidaten wurden inhaltlich geprüft, privat überprüft. Es wurde keine Gelegenheit ausgelassen zu betonen, dass bei der Suche nach einem neuen Sportchef nicht, aber auch gar nichts dem Zufall überlassen werden sollte.

Und plötzlich sind sich alle einig, dass hier zu wenig sportliche Kompetenz vorhanden ist? Wenn das so ist, dann gibt es genau zwei Lösungen.

1. Reinhardt wird sofort von seinem Amt entbunden und ein neuer Sportchef installiert. Das erspart viel zermürbende Illoyalität. Allerdings wäre diese Lösung für mich gleichzusetzen mit der Forderung, dass alle, die einst für Reinhardt stimmten, mit ihm ihr Amt aufgeben. Denn sie würden mit Reinhardts Entlassung ihre eigene Unfähigkeit zugeben.
2. Alle Beteiligten sprechen ihrem Sportchef die maximale Unterstützung zu und vertrauen auf sein Urteil.

Klar ist, eines von beiden muss passieren. Nichts anderes funktioniert. Dieser Klub muss endlich aufhören, an jeder Ecke Besserwisser zu produzieren, die Unruhe hereintragen. Wo wäre der HSV denn, wenn er vor acht Jahren nicht plötzlich dem jungen und unerfahrenen Dietmar Beiersdorfer vertraut hätte? Damals stand der Klub sportlich so dar wie heute. Im Mittelfeld der Liga. Allerdings waren sich damals alle einig, dies ändern zu wollen. Mit allen Mitteln. Die Kernzutat von damals aber scheint heute den meisten abhanden gekommen zu sein: Vertrauen.

Darauf hoffe ich. Auch wenn das naiv klingt.

In diesem Sinne: bis morgen. Hoffentlich dann ganz ohne Fieber und mit erfreulicheren Themen.

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