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Arslan und Jansen bleiben die Hoffnungsträger

2. Januar 2015

Am Montag geht es los. Mit dem Fitness-Check in der Alsterdorfer Sporthalle eröffnet HSV-Trainer Joseph „Joe“ Zinnbauer die Phase, an der ihn alle messen werden. Bislang habe er nicht die Zeit gehabt, viel mit der Mannschaft zu machen – aber das sei jetzt anders. „Wir können mit dem kompletten Team von null anfangen und eine vernünftige Struktur reinbringen“, sagt Zinnbauer heute meinem Kollegen Kai Uwe Hesse von der „Bild“. Jetzt sei er darauf aus, das Offensivspiel und die Arbeit bei Standards gegen sich zu verbessern. Was gut ist. Ebenso gut ist, dass Zinnbauer es weiterhin auslässt, über neue Spieler als Heilsbringer zu philosophieren. Er bleibt dabei, zu seinen Spielern zu stehen.

Obgleich die sportliche Leitung weiterhin unbedingt Neue holen will und wohl auch wird. Das weiß und will auch Zinnbauer. Mindestens einen für die Offensive, selbst Innenverteidiger wurden zuletzt gehandelt – blieben aber bislang unbestätigt. Ein immer wiederkehrender Name ist der von Timm Klose. Der ist beim VfL Wolfsburg nur noch Ersatz und soll inzwischen ungeduldig auf seinen Wechsel drängen. Angesichts des vorhandenen HSV-Personals und der Aussicht, vielleicht keinen der fünf (Cléber, Djourou, Westermann, Rajkovic, Kacar) Innenverteidiger davon im Winter abgeben zu können, mag dieser Gedanke der HSV-Führung überraschen. Und ich bin sicher, dass Klose trotz seiner zweifellos hohen Qualität in der Prio-Liste nicht vorn steht.

So schlau ist man beim HSV inzwischen allemal. Die Finanzen lassen keine großen Sprünge zu. Einen Spieler zu holen, den man im Moment nicht zwingend braucht, der aber gerade gut zu bekommen wäre – das gibt es nicht mehr. Der HSV muss sparsam agieren, um nicht erneut die Lizenz zu gefährden. Nur das Wichtigste kommt in den Einkaufswagen – und das muss ein Offensivspieler sein. Wir hatten hier zuletzt exklusiv über das HSV-Interesse an Paul-José Mpoku geschrieben. Und der Außenstürmer von Standard Lüttich wird inzwischen von allen Kollegen gespielt – was mich wundert, da ich gerade erst gehört habe, er sei kein Thema mehr. Dafür soll der HSV inzwischen bei Bursaspor ein erstes unverbindliches Angebot für den jungen, dort aussortierten 18 Jahre jungen Angreifer Batuhan Altintas hinterlegt haben.

Im Gespräch ist eine Ablösesumme von rund 400000 Euro. Eine Summe, die der HSV immer in der Lage sein sollte, zu bezahlen. Allerdings wären es mal wieder 400000 Euro mehr Ausgabe ohne einen entsprechenden Betrag auf der Einnahme-Seite, geschweige denn Ablösesummen für die Frankfurter Jan Rosenthal und/oder Vaclav Kadlec, die dem HSV angeboten worden sein sollen. Dort warten die Verantwortlichen weiterhin auf Angebote für Tolgay Arslan, der laut italienischen Medien sogar beim italienischen Traditionsklub Inter Mailand auf dem Zettel stehen soll. Ein Gerücht, dass Arslan selbst dementiert. Meinem Kollegen Florian Heil (leider geht Arslan bei mir nicht mehr ans Telefon) sagte der Mittelfeldspieler heute für die Sonnabendausgabe, dass es einige Anfragen geben würde und aktuell die drei türkischen Istanbul-Klubs interessant für ihn seien. Nicht, weil er den HSV unbedingt verlassen wolle – dafür aber, weil der Verein ihn im Gegenzug nicht unbedingt halten will. Und da sich Arslan im Gegensatz zu Kacar, Rajkovic, Ilicevic (der FCK ist laut Sportchef Markus Schupp nicht mehr interessiert) und Jansen finanziell mit einem Wechsel verbessern sollte, drängt er aktuell auf seinen Wechsel: „Ich hatte einige Gespräche mit Peter Knäbel. Er hat mir nicht erzählt, dass mich der Verein unbedingt halten möchte – und das sagt ja schon einiges aus.“ Stimmt. Zumal Arslans Rolle momentan nicht mehr als die des Backups für van der Vaart und/oder Behrami ist. Er ist vergleichsweise verzichtbar und wurde von Trainer Zinnbauer zuletzt nicht einmal mehr in den Kader berufen, als es in Gelsenkirchen um Punkte ging.

Es bleibt also dabei: Arslan und Jansen sind die zwei, die das Geld für Neue im Winter einbringen sollen. Investoren und Strategische Partner sind weiterhin außer Reich- und Sichtweite. Die Gespräche mit dem Hamburger Unternehmer und Milliardär Alexander Otto sind noch nicht über das Anfangsstadium hinausgekommen, während man beim HSV zwar vom Interesse des Hotel- und Steakhaus-Unternehmers Eugen Block gehört hat, sich der renommierte HSV-Fan aber noch nicht gemeldet hat. Der 74-Jährige soll dem Vernehmen nach abwarten wollen, inwieweit der HSV und Klaus-Michael Kühne verbunden bleiben. Jener Wahlschweizer, der Block im Vorfeld der Ausgliederungsdebatte davon abhielt, sich ebenfalls der HSV-Plus-Initiative anzuschließen. Wie ich gehört habe führte es sogar so weit, dass Block sich aus Protest der Gegen-Initiative „Rautenherz“ anschloss. Ergo: Kühnes Verzicht auf Anteilserwerb scheint das Vertrauen der Geschäftsleute in den HSV wieder zu stärken. Der Mann, dessen Geld den HSV zweifelsfrei mindestens einmal schon gerettet hat, avanciert so auf unfreiwillige Art erneut zum großen Helfer.

So, einer der letzten ruhigeren Tage dieser Winterpause neigt sich dem Ende entgegen und ich habe heute Abend das Vergnügen, mich theatralisch auf Fußball vorbereiten zu können – „Das Wunder von Bern“ steht ab 20 Uhr auf dem Programm. Ich nehme es einfach mal als Vorbereitung auf das, was hoffentlich beim HSV passiert: Nämlich aus einer Außenseiterrolle das Maximum zu machen. Für den Winter könnte das bedeuten, dass Knäbel, Beiersdorfer und Co. trotz der Finanzlage einen (oder gar mehrere) Top-Verpflichtungen an Land ziehen. Mir würd’s reichen… Und für den Rest zeichnet Zinnbauer verantwortlich, der nach der gefundenen Stabilität im Defensivbereich das Offensivspiel als Kernthema seiner 26 Tage andauernden Vorbereitung festgelegt hat.

Es geht langsam wieder los. Noch ganz langsam. Aber spätestens ab Montag, wenn die Vorbereitung beginnt, wird es heißer. Zumal der HSV noch immer den festen Plan hat, seine(n) Neuen mit in das am 11. Januar beginnende Trainingslager zu nehmen. Dieter, Lars (begleitet den HSV ins Trainingslager) und ich werden Euch selbstverständlich auf dem Laufenden halten.

Bis morgen!
Scholle

P.S.: Ich möchte den Blog allerdings nicht beschließen, ohne mich noch mal für Eure Reaktionen auf den Blog vom 31. Dezember zu bedanken. Das war mehr und deutlicher als ich mir erhofft hatte. Danke dafür!!

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