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Marcell Jansen will die „Pflicht-Bescherung“

20. Dezember 2013

Der letzte Spieltag vor Weihnachten bietet traditionell den Anlass für Wortspiele. So wollen sich die Mannschaften selbst den größten Wunsch erfüllen, mit einem Sieg ins Fest zu gehen. Eine schöne Bescherung soll es geben, und was den HSV speziell angeht, eine Versöhnung mit den Fans. Ich weiß nicht, ob es hier eine Entzweiung gibt, aber eine Entschädigung für die vielen schlechten Spiele im eigenen Haus hätten die Anhänger allemal verdient.

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Am Ende nimmt man das Gefühl eines Sieges (wie einer Niederlage) mit in die Weihnachtspause – und dieses Gefühl soll doch bitte positiv sein. Abgesehen davon, dass die Hamburger auf einen Dreier angewiesen sind, um 2014 nicht in Abstiegsnöten zu beginnen. Nationalspieler Marcell Jansen sprach deswegen von einer „Pflicht-Bescherung“ gegen Mainz. Noch so ein Wortspiel.

Überhaupt gehört Jansen ja zu den recht wenigen positiven Erscheinungen des HSV in diesem Jahr. Er steht für Zuverlässigkeit und hohe Qualität. Positiv besetzt sind im Team sicher auch die Nachwuchsspieler Hakan Calhanoglu, Jonathan Tah und auch Stürmer Pierre Michel Lasogga. Bei einigen anderen gibt es positive Ansätze, Badelj, Arslan, Beister, aber die Konstanz fehlt noch. Wohin das führt in dieser Saison? Marcell Jansen dazu: „Wir sollten jetzt den Ball flach halten und erst mal Mainz schlagen. Das ist eine ganz harte Aufgabe. Und dann müssen wir uns auf die Vorbereitung konzentrieren und vielleicht in der letzten Phase der Saison dann definieren, was unsere Ziele sind. Aber das Spiel gegen Mainz ist jetzt erstmal ganz, ganz wichtig.“

In der Weihnachtspause wird sich für Jansen vermutlich zum letzten Mal für einige Zeit die Gelegenheit bieten, sich zu erholen. Im Sommer steht ja die WM auf seinem Plan. „Bei mir ist es die ersten Tage über Weihnachten so, dass ich versuche, runterzukommen. Vom Kopf her auch mal andere Dinge zu sehen, um dann im Januar voll anzugreifen.“

Trainer Bert van Marwijk hat sich heute beim Abschlusstraining nicht in die Karten schauen lassen. Es gab kein Spielchen elf gegen elf, so dass es mutmaßlich bei den Eindrücken von gestern bleibt. Petr Jiracek steht vor einem Comeback in der Startelf, auch weil Tolgay Arslan in dieser Woche leicht angeschlagen nicht alles voll mitmachen konnte. Ansonsten kommt wohl Maximilian Beister wieder für Jacques Zoua ins Team, wenngleich sich die beiden gestern beim Trainingsspielchen in der A-Elf abwechselten.

„Ich hoffe, dass wir unseren Fans einen schönen Jahresabschluss bieten können“, sagte Torjäger Pierre Michel Lasogga vor der Partie gegen die Rheinhessen. „Mit einem Sieg im Rücken kann man noch lieber zur Familie fahren. Bei uns kommt die ganze Familie zusammen, das ist immer sehr schön. Und ich sehe zu, dass ich ein paar Sonnenstrahlen bekomme.“ Da kann man wenig hinzufügen – und es bleibt die Hoffnung, dass die Partie gegen Mainz sich anders gestaltet als die jüngste Heim-Katastrophe gegen den FC Augsburg vor zwei Wochen.

Die voraussichtliche Aufstellung für die Partie gegen Mainz: Drobny (nicht Adler) – Rincon, Tah, Djourou, Jansen – Badelj, Jiracek – Beister, van der Vaart, Calhanoglu – Lasogga.

Ich habe heute einen ziemlichen Schrecken bekommen. Der HSV hat seine Tagesordnung, sowie die Berichte und Bilanzen für die Mitgliederversammlung am 19. Januar veröffentlicht und auch alle Anträge und Begründungen herumgeschickt. Was für ein Batzen Papier! Auf 120 Seiten DIN-A-4 stehen alle möglichen Anträge, Begründungen zu Anträgen, Strukturmodelle des HSV. Dazu die Bilanzen und Berichte von Vorstand und Aufsichtsrat. Wie soll das alles am 19. Januar auf einer Versammlung besprochen werden? Okay, das ist vor allem ein organisatorisches Problem, es soll ja vielmehr um Inhalte gehen.

Wobei, wenn Antrag Nummer eins durchkommt, kann es ein kurzer HSV-Versammlungstag werden. Aufsichtsrat Eckart Westphalen hat nämlich beantragt, dass alle Entscheidungen um Umstrukturierungen des HSV in die zweite Jahreshälfte 2014 verschoben werden sollen. Bis dahin soll eine Kommission Kompromiss-Lösungen erarbeiten. Die Teilnehmer dieser Kommission setzen sich zusammen aus Vertretern der verschiedenen Veränderungs-Lager sowie Gremienvertretern des HSV. Westphalen sieht die Zeit noch nicht reif für einen neuen HSV.

Ich denke, dieser Vorschlag wird es allerdings schwer haben. Der gesamte HSV ist auf Erneuerung gepolt. Die Debatte um Ausgliederung ja oder nein und alles, was da dranhängt, beschäftigt den HSV landauf, landab seit Monaten. Eine Verschiebung wäre ein Rückschritt. Zumal Otto Rieckhoff ja für sein Modell „HSV-PLUS“ bereits einen Runden Tisch abgelehnt hat.

Antrag b) ist der von Wolfgang Müller-Michaelis. Er möchte aus dem HSV eine Stiftung machen. Dieses Konzept richtet sich vor allem an den Universalsportverein HSV, an seine Rolle in der Stadt. Das Konzept ist explizit weniger als ein Veränderungs-Modell für die Profi-Fußball-Abteilung des HSV angelegt.

Nächster Punkt ist das Strukturmodell „Tradition mit Zukunft“ von Jürgen Hunke. Er möchte im Rahmen der bestehenden Satzung größere Eigenständigkeit der Profi-Fußballer schaffen. Dafür hat er eine neue, schlankere Satzung entworfen. Sein Konzept mit den vielen Änderungsvorschlägen wird als Ganzes abgestimmt. Unter dem Slogan „Rote Karte für den Verkauf des HSV“ wendet sich Hunke ganz klar gegen eine Ausgliederung.

Das Modell „HSV-Reform“ von Johannes Liebnau, Christian Reichert, Jan Bartels und Marten Oetjens will ebenfalls Veränderungen innerhalb der bestehenden Satzung. Im Gegensatz zu Hunke aber nicht als Ganzes, sondern hier liegen sieben einzelne Anträge vor, über die einzeln abgestimmt werden soll.
Danach sind wir bei Punkt k) und dem Modell „HSV-PLUS“, das Wolfgang Klein, Thomas Krüger und Otto Rieckhoff eingebracht haben. Im Gegensatz zu den vorgenannten Satzungsänderungen, die eine Dreiviertelmehrheit benötigen, brauchen die zwei Anträge von „HSV-PLUS“ zunächst nur eine einfache Mehrheit. Antrag eins sieht vor, den Vorstand des HSV mit der Umsetzung und der Schaffung rechtlicher Voraussetzungen für „HSV-PLUS“ zu beauftragen. Im gleichen Atemzug beantragen die Vertreter dieses Modells, dass bis zum 30. Juni eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden soll, auf der dann endgültig – und mit einer nötigen Dreiviertelmehrheit- über „HSV-PLUS“ abgestimmt werden soll. Gleichzeitig liegt hier eine neue HSV-Satzung für den e.V. vor, der ja erhalten bleiben soll.

Unter den Punkten l) und m) kommen die Vertreter von „Rautenherz“ zu Wort. Auch sie wollen eine Ausgliederung der Profi- und Leistungsfußballer im HSV, allerdings nicht als AG, sondern als KG auf Aktien. Martin Rüssel, Rainer Ferslev und Dirk Wechsel stehen für „Rautenherz“. In ihrem zweiten, recht beachtlichen Antrag bauen sie vor: sollte weder „HSV-PLUS“ noch „Rautenherz“ die einfache Mehrheit zur Weiterverfolgung erhalten, dann möchten sie doch zumindest den Gedanken der Ausgliederung generell am Leben erhalten. Sie stellen deswegen einen „konzeptneutralen Ausgliederungsantrag“ – das heißt, der Vorstand soll unabhängig von den vorliegenden Modellen eine Ausgliederung vorantreiben.

Soweit zu den Struktur-Konzepten in aller Kürze.

Was den Bericht des Vorstands angeht, ist es nun offiziell. Der HSV hat in der abgelaufenen Saison ein Minus von 9,81 Millionen Euro erwirtschaftet. Ein schlechtes Ergebnis, das nur deswegen nicht noch schlechter geworden ist, weil der Verein kurz vor Toreschluss den Vertrag mit Vermarkter Sportfive verlängert hat. Die Aufwendungen für den Spielerkader sind trotz Sparvorgabe auf 44 Millionen Euro gestiegen, das Eigenkapital des Vereins nimmt deutlich ab. Alles in allem wahrlich ein schwaches Resultat des HSV unter seinem Vorsitzenden Carl Jarchow.

Darüber hinaus gibt es erneut kritische Kommentare der Rechnungsprüfer, die – das hat schon fast Tradition – nicht alle Unterlagen bekommen haben, die sie angefordert haben. Interessant ist eine Einlassung, die sich auf die gescheiterte Ausgliederung, die Bernd Hoffmann 2005 nicht durchsetzen konnte, bezieht. Danach hatten sich nämlich Vorstand und Aufsichtsrat darauf verständigt, etwaige erneute Ausgliederungs-Bestrebungen auf jeden Fall erst mit den Mitgliedern abzustimmen. Insofern ist auch nachvollziehbar, dass der aktuelle Vorstand – entgegen einer ersten Ankündigung – gar nicht rechtliche Voraussetzungen des „HSV-PLUS“-Modells prüfen durfte, insbesondere wenn damit finanzielle Aufwendungen verbunden gewesen wären.

Schließlich gibt es noch Anträge zu Brief- und Fernwahl und einige Bemerkungen zum Protokoll der Mitgliederversammlung vom Sommer. Hier tauchen kritische Kommentare Richtung Aufsichtsrat wieder auf – dieses Thema ist ja hier bei „Matz ab“ heißdiskutiert worden. Jedenfalls haben Jörg Debatin, Konstantin Rogalla, Reinhard Hupfer und Bernd Günther ihre Wortbeiträge nachträglich angemeldet.

Vorhin kam diese Meldung rein, sie betrifft einen ehemaligen HSV-Profi:

Der frühere Bundesliga-Torschützenkönig Ailton beendet seine Fußball-Karriere. Laut bild.de verkündete der 40 Jahre alte Brasilianer seinen Entschluss am Freitag. Ailton spielte zuletzt bei Hassia Bingen in der Landesliga Südwest. Er kam auf 219 Bundesliga-Partien, in denen er 106 Treffer erzielte.

Seine erfolgreichste Zeit erlebte Ailton von 1998 bis 2004 bei Werder Bremen. Mit den Hanseaten wurde er 2004 deutsche Meister und zweimal DFB-Pokalsieger (1999, 2004). Im Meisterschafts-Jahr wurde der Südamerikaner auch Bundesliga-Torschützenkönig und Fußballer des Jahres in Deutschland. Beim FC Schalke 04 blieb er nur die Saison 2004/2005. In der Rückrunde 2006 war Ailton ohne großen Erfolg beim Hamburger SV noch aktiv.

Anschließend blieb er nie mehr sehr lange bei einem Club. Er spielte unter anderem in der Türkei, Serbien, der Schweiz und China. Für Hassia Bingen war Ailton seit 2012 auf Torejagd. In der Bundesliga war er neben seinen Toren immer auch für seine Sprüche bekannt, die er in gebrochenem Deutsch abließ. In den vergangenen Jahren trat er auch im Fernsehen auf. Unter anderem machte er im Januar 2012 im RTL-Dschungelcamp mit.

Außerdem zwei Daten für alle Reisewütigen: der HSV hat die Anstoßzeiten seiner Testspiele im Trainingslager in Abu Dhabi bekannt gegeben. Die erste Partie findet am Freitag, den 10. Januar, um 21.30 Uhr Ortszeit (18.30 Uhr deutsche Zeit) gegen Vitesse Arnheim aus den Niederlanden statt. Am Dienstag, den 14. Januar, trifft der HSV um 19.30 Uhr Ortszeit auf Quairat Almaty aus Kasachstan.

Und die DFL hat die Bundesliga-Spieltage 22 bis 28 genau terminiert:
Sbd., 22.2., 18.30 Uhr: HSV-Dortmund
Sbd., 1.3., 15.30 Uhr: Bremen-HSV
Sbd., 8.3., 15.30 Uhr: HSV-Frankfurt
So., 16.3., 15.30 Uhr: HSV-Nürnberg
Sbd., 22.3.,15.30 Uhr: Stuttgart-HSV
Mi., 26.3., 20 Uhr: HSV-Freiburg
So., 30.3., 15.30 Uhr: Mönchengladbach-HSV

Morgen geht es hier nach dem Spiel direkt weiter mit „Matz ab live“. Dieter und Scholle begrüßen den früheren HSV-Kapitän Peter „Eiche“ Nogly. Einer der ganz Großen des HSV.

Einen schönen Abend für Euch
Lars

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Korrektur Aufstellung: Natürlich Drobny im Tor, nicht Adler. Sorry!
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