Archiv für das Tag 'Keegan'

van der Vaarts leiser Abschied

12. Juni 2015

Während die Meldungen über Spielerwechsel in der Bundesliga nur so reintrudeln, gibt es vom HSV keinen Vollzug zu melden. Das ist nicht überraschend, und selbst die Personalie Süleyman Koc könnte sich noch einige Zeit hinziehen. Dessen Berater hat Druck gemacht und von einer grundsätzlichen Einigung mit dem HSV berichtet. Allerdings ist die Ablöse (zwischen 1,5 Millionen und 2 Millionen Euro) noch recht hoch. Nun also baut der Berater Druck auf den SC Paderborn auf, um von den Forderungen herunterzukommen. Ein nicht unübliches Spielchen, schließlich wollen alle Seiten Klarheit.
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“Den HSV einfach wieder ins Licht führen”

5. September 2014

Erfreulich an diesem Wochenende ist ja nicht nur das schöne Wetter, das es hoffentlich geben wird, sondern auch die Tatsache, dass der HSV nicht verlieren kann. Aufatmen ist angesagt, tief durchatmen und dazu ein ehrliches und voll durchgezogenes Aufatmen. Und dass der HSV mit einem Sieg in dieses Wochenende gegangen ist, das ist ja auch keine alltägliche Geschichte, aber man könnte sich dran gewöhnen. Okay, das 3:0 in Neumünster ist nicht die Welt, aber immerhin. Und da sich beim Test gegen den Regionalliga-Club auch einige „Neue“ gezeigt haben, wird die Sache noch ein wenig runder. Lars Pegelow war für den NDR 90,3 dabei und hat Stimmen von dieser Auswärtspartie mitgebracht.

 

Für Abendblatt-Blogs


So befand Trainer Mirko Slomka später: „Spielerisch war noch viel Luft nach oben, aber wir haben ja auch mit einer Mannschaft gespielt, die so noch nie zusammengespeilt hat, und die so auch nie wieder spielen wird. Aber es gab ein paar wichtige Aspekte. Wir haben 90 Minuten Matthias Ostrzolek gesehen, wir haben 90 Minuten Cleber gesehen, der, wie ich finde, einen sehr guten Eindruck gemacht hat. Er war sehr dynamisch, sehr kopfballstark, und ich habe auch das Gefühl, dass er eine Mannschaft mitreißen kann, obwohl er ja kaum ein Wort Deutsch spricht. Und wir haben auf der Sechser-Position einen Lewis Holtby gehabt, der in jeder Lage des Spiels Kontrolle hatte, anspielbereit war, unser Spiel auch schon ein bisschen geleitet und gelenkt hat. Das hat mir sehr gut gefallen. Und was mir auch gefallen hat ist die Tatsache, dass er immer nachgedrückt hat. Lewis mit seinem Team auch immer versucht, die zweiten Bälle zu erkämpfen, das war zuletzt ein großes Problem von uns gegen Paderborn.“

 

Was schon auffällig war: Lewis Holtby hat in seinem ersten Einsatz gleich versucht, Verantwortung zu übernehmen, er hat dirigiert und die Nebenleute gestellt. Slomka: „Er ist auch ein Typ, der das gerne macht, der gerne Verantwortung übernimmt, das ist auch ein Aspekt, warum wir ihn so gerne wollten, einen solchen Spieler brauchen wir im Zentrum des Platzes. Wir brauchten einen Spieler wie er es ist, der eine Mannschaft führen kann, der mit seiner Präsenz und seiner Klasse eine Mannschaft auch sinnvoll führen kann – er ist ein akzeptierter Spieler. Er versucht das von Anfang an so umzusetzen, auch im Training, gerade diese Elemente des Nachschiebens, des Nachdrückens, des Gewinns des zweiten Balles, die haben wir gegen Paderborn nicht gehabt, deswegen hat mir sein Spiel schon sehr gut gefallen.“

 

Lars fragte den Coach dann auch noch nach dem Torwart, der in einer Woche gegen Hannover 96 im HSV-Tor stehen soll, stehen könnte. Jaroslav Drobny oder Rene Adler? Mirko Slomka: „Dass Drobny gegen Neumünster spielen wird, das war vorher schon geplant, ansonsten würde ich an Ihrer Stelle insgesamt nicht so viel in diese Geschichte hineininterpretieren. Auch in meine Aussagen nicht. Wenn man 0:3 gegen Paderborn verliert, und das am zweiten Spieltag der Bundesliga, dann glaube ich muss man als Trainer einfach alles hinterfragen und alles noch einmal alles aufrollen, denn alle Spieler gehören dazu, denn auch drei Gegentore haben wir kassiert. Und deswegen ist es auch richtig, dass man dann noch einmal genau hinschaut. Drobo hätte heute sowieso gespielt, das hatte nichts mit der Torwart-Position am nächsten Sonntag in Hannover zu tun.“

 

Es ist ja wahrscheinlich auch ein kleiner (oder großer? Oder letzter?) Aufruf an alle, sich jetzt, an diesem wichtigen Punkt der Saison, auf das Wesentliche zu konzentrieren, richtig Gas zu geben, und zwar mit 100 Prozent. Wer jetzt noch nicht gemerkt hat, dass es um seinen Stammplatz geht, der hat die Entwicklung der letzten Wochen irgendwie falsch wahrgenommen. Da lobe ich mir doch Marcell Jansen, der zuletzt das Motto vorgab: „Gas geben und die Fresse halten.“ So wäre es wohl richtig. Jetzt scheint die Stunde der Neuen zu schlagen, daran sollten sich jetzt alle im Team orientieren, denn so wie zuletzt darf es ganz einfach nicht weitergehen.

 

Zu den Neuen gehört ja auch Lewis Holtby, auf den nicht nur die Verantwortlichen größte Hoffnungen setzen. Ich glaube ja auch, dass ihm die Rückkehr in die Bundesliga sehr, sehr gut tun wird, das ist seine Liga, hier wird er es allen zeigen können (auch wollen), was er wirklich kann. Ich glaube, dass er es hier in Deutschland besser kann als irgendwo anders auf der Welt. Dass der (frühere?) Nationalspieler gleich so präsent war im HSV-Spiel, das fiel angenehm auf, denn in der Tat hat der HSV davon kaum Spieler in seinem Team gehabt, die so etwas können und wollen. Holtby zu seinem ersten Auftritt: „Ich habe gleich gesagt, dass ich diese Führungsrolle auf dem Platz gerne übernehmen möchte. Ich möchte mich nicht verstecken, und das weiß der Trainer. In der Zusammenarbeit mit dem Trainer-Team hat das bisher sehr gut geklappt, ich hoffe, dass wir daran an den nächsten Tagen noch schrauben werden, dass wir das auch in der Bundesliga dann zeigen können.“

 

Das sah zum Anfang nicht nur gut aus, das war auch in den Augen von Lewis Holtby schon gut: „Wir haben gewonnen, wir haben zu null gespielt, und die Sonne scheint – alles ist bestens. Darauf können wir aufbauen.“ Muss ja auch. Auf was sonst? Denn bislang hat der HSV null Tore geschossen und nur einen Punkt auf der Habenseite. Spürt Holtby eine gewisse Verunsicherung in seinem neuen Team? Er sagt: „Natürlich können wir alle damit nicht zufrieden sein, aber für uns gilt jetzt, diesen Länderspielabschnitt dazu zu nutzen, die Köpfe frei zu bekommen, das wir nach vorne schauen, dass wir auch wieder auf die Siegerstraße kommen. Von daher müssen wir uns alle richtig auf die Brust klopfen und uns sagen, dass wir gerade im Derby gegen Hannover einfach eine Reaktion zeigen, Geschlossenheit zeigen. Und so wie es Didi Beiersdorfer gesagt hat, eine Identifikation abgeben, auch mit den Fans zusammen, mit jedem, der im Club involviert ist – dass wir einfach Hamburg wieder stolz machen. Und dass wir den Club, der ja riesig ist in Deutschland, einfach wieder ins Licht führen.“

 

Hey, das klingt aber mal gut. Hoffentlich gelingt dieses Vorhaben auch.

 

Dazu passt natürlich die Meldung, dass sich Pierre-Michel Lasogga im Testspiel gegen den VfR Neumünster nicht schwerer verletzt hat. Der 22-Jährige musste am Donnerstagabend in der Partie kurz vor der Pause wegen Knöchelproblemen ausgewechselt werden, es wurden schon schlimmste Vermutungen geäußert, aber am Freitag stand Lasogga dann doch schon wieder auf dem Platz. „Alles gut bei Lasogga. Er kämpft verbissen um jeden Ball“, twitterte der HSV und veröffentlichte zudem ein Video, das den Top-Torjäger gut gelaunt beim Fußball-Tennis zeigt. Also absolute Entwarnung. In diesem Fall.

Ansonsten haben Ivo Ilicevic, Rafael van der Vaart und Tolgay Arslan heute wieder individuell im Stadion trainiert. Und auf dem Rasen ließen sich heute Slobodan Rajkovic und Gojko Kacar mit Reha-Trainer Markus Günther blicken, auch bei diesen beiden Spielern geht es so langsam wieder bergauf.

 

Dann möchte ich noch einmal auf eine gute und große und tolle Sache hinweisen, die es an diesem Sonntag in unserer Stadt zu sehen gibt. Alles für einen guten Zweck:

 

Das Fußballfest am Millerntor feiert Jubiläum mit Weltmeistern von 1954, 1974 und 1990
Franz Beckenbauer, Jupp Heynckes und Michael Ballack entern Hamburg

 

„Uns Uwe“ Seeler, „Kaiser“ Franz Beckenbauer und „Capitano“ Michael Ballack – nur drei der ganz großen Mannschaftskapitäne, die Fußballgeschichte geschrieben haben und beim zehnten „Tag der Legenden“ dabei sind. Unter dem Motto „Die Kapitäne entern Hamburg“ stürmen an diesem Sonntag legendäre Spielführer und insgesamt rund 70 Fußballhelden aus drei Generationen das Stadion am Millerntor.

 

Für das Benefiz-Fußballfest von Reinhold Beckmanns Jugendinitiative NestWerk e.V. kehrt Jupp Heynckes zum ersten Mal nach dem Triple-Gewinn mit Bayern München auf die Trainerbank zurück. Co-Trainer ist Rainer Bonhof, ebenfalls Weltmeister 1974. Anstoß ist um 14.45 Uhr. Sport1 berichtet ab 11 Uhr bis 16.30 Uhr live. Bereits um 10.30 Uhr beginnt ein großes Familien-Unterhaltungsprogramm auf der „Actionmeile“ vor dem Stadion mit Showbühne, Mitmachangeboten sowie Imbiss- und Getränkeständen.

 

Zum zehnten Mal schnüren Dutzende frühere Bundesligaprofis ihre Fußballschuhe zugunsten von NestWerk e.V. Seit der Premiere im Jahr 2005 liefen 223 Legenden auf, darunter 23 Welt- und 36 Europameister. Vergangenes Jahr siegte „Team Hamburg“ gegen „Team Deutschland und den Rest der Welt“ mit 4-3 Toren.

 

Rund 1,75 Millionen Euro kamen bisher durch den „Tag der Legenden“ für die Jugendarbeit zusammen. Die vor 15 Jahren gegründete Initiative NestWerk e.V. fördert in benachteiligten Hamburger Stadtteilen Kinder und Jugendliche u.a. mit kostenfreien Sport- und Musikprojekten, die von Pädagogen und Sozialarbeitern betreut werden und Respekt, Fairness, Toleranz und Solidarität vermitteln. Vergangene Schirmherren waren u.a. Altkanzler Gerhard Schröder, CDU-Politikerin Ursula von der Leyen und im Vorjahr Michael Schumacher. Die Schirmherrschaft zum Jubiläum des legendären Matches übernimmt Franz Beckenbauer.

 

Initiator Reinhold Beckmann: „2005 begann alles mit einer Idee und ein paar Wunschlegenden. Keiner ahnte, was daraus wird, und wer später alles ans Millerntor kommen würde: Beckenbauer, Seeler, Netzer, Breitner, Matthäus und, und, und. Ein besonderer Moment war die Teilnahme von Kevin Keegan 2011. Von der ersten Stunde an war das ein Ziel: Mighty Mouse am Millerntor.“

 

Ihr Debüt beim Match „Hamburg gegen Deutschland und den Rest der Welt“ geben u.a. Arne Friedrich (WM-Dritter 2006), Rekord-Bundesligaspieler Karl-Heinz „Charly“ Körbel, der Vize-Weltmeister von 2002, Carsten Jancker, Ex-HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer, Ghanas früherer Nationalspieler Hans Sarpei und der Holländer Frank Verlaat, früherer Werder-Bremen- und Stuttgart-Profi. Weiterhin stehen im „Team Deutschland“ u.a. die Weltmeister von 1990, Stefan Reuter, Thomas Berthold und Olaf Thon, sowie die Europameister von 1996, Jens Nowotny, Markus Babbel und Fredi Bobic.

 

Für „Team Hamburg“, betreut von Helmut Schulte, laufen zahlreiche HSV- und Pauli-Heroen auf. Erstmals dabei ist St.Pauli-Urgestein Fabian Boll, außerdem u.a. Rachid Azzouzi, Manfred Kaltz, Thomas von Heesen, Bernd Hollerbach, Thomas Meggle, Sergej Barbarez, Matthias Scherz, Thomas Doll, Otto Addo und André Trulsen.

 

Stadion-Moderatoren sind Lou Richter und Arnd Zeigler. Sport1 berichtet ab 11 Uhr bis 16.30 Uhr live. Am Abend feiern rund 600 Gäste wie Udo Lindenberg, Rafael van der Vaart und Partnerin Sabia, Monica Lierhaus oder Steffen Hallaschka die Benefiz-Gala “Nacht der Legenden”. Im Kiez-Theater “Schmidts Tivoli” treten dann Künstler wie Peter Maffay, die Rainbirds und Ina Müller zugunsten von NestWerk auf.

 

Um schnell noch einmal auf Reinhold Beckmann und Kevin Keegan zurück zu kommen. Die Mighty Mouse war 2011 begehrt wie sonst kaum einer. Schon im und vor dem Hotel herrschte ein Ausnahmezustand. Und ich brauchte unbedingt ein Interview, so war die Vorgabe der Chefs. Also machte ich mich an Vereins-Manager Bernd Wehmeyer ran, der ist der beste deutsche Freund von Keegan und hat immer mal wieder Kontakt mit ihm. Und Wehmeyer half in der Tat. Und wie. Total außergewöhnlich. Indem er Keegan von meinen Nöten erzählte – und der Brite machte ein besonderes Interview möglich. Eigentlich hatte er keine Minute mehr Spielraum dafür, aber er half trotzdem. Ich rief Bernd Wehmeyer während des Legenden-Spiels an, und er saß – was für ein Zufall (?) – genau dann auf der Spielerbank, als Keegan ausgewechselt wurde. Und Wehmeyer übergab sein Handy an Kevin Keegan, sodass ich mit ihm, der noch etwas außer Atem auf der Bank saß, doch noch sprechen konnte. Sensationell und unvergessen. So etwas wird es wohl nie wieder geben – jedenfalls mit Keegan nicht.

 

Ja, und dann möchte ich noch kurz auf den heutigen Matz-ab-Artikel im Hamburger Abendblatt (Seite zwei) zu schreiben kommen. Dazu habe ich mehrere Mails erhalten, eine davon war etwas Besonderes. Es schrieb mir dazu ein ehemaliger Tagesschau-Chefsprecher folgenden Beitrag (vielen, vielen Dank dafür!):

 

Sehr geehrter Dieter Matz,

mein Name ist Rumpelmerlin. Der deutet darauf hin, dass Vorfahren meinerseits in Zauberkreisen tätig waren. Eine von mir angestrebte Ahnenforschung hat nun ans Licht gebracht, was ich schon immer vermutete: Ein Vorfahre aus grauer Zeit war entweder der Zauberer von Oz oder Merlin oder dieser kleine griesgrämige Zwerg, den sie in germanischen Gefilden Rumpelstilzchen nennen. An letzteren glaube ich allerdings nicht, da meine Statur doch etwas wohlgeformter ist.
Wenn ich meine hellseherischen Fähigkeiten in Relation ziehe, scheinen meine Gene eher mit Merlin oder – noch weiter zurück in die Vergangenheit – mit der Pythia, also dem Orakel von Delphi, verwandt. So habe ich denn, um bei Ihrem Artikel zu bleiben, schon in der vergangenen Saison vorausgesagt, dass es der HSV schwer haben wird, die Liga zu halten. Dass er es letztendlich doch noch geschafft hat, lag an einem mir nicht bekannten Hexenmeister aus dem Osten, der an den Gehältern der Hamburger Kicker prozentual beteiligt ist. Sein bester und stärkster Öko-Zauberspruch wirkte gerade nochmal. Ob er das in der laufenden Saison ebenfalls erreichen wird, wage ich zu bezweifeln. Die bisherigen Ergebnisse beweisen, dass er als Magier der Schwarzen Kunst langsam seine Kräfte verliert.
Ich versuche nun aus Ihren lesenswerten Artikeln Kräfte zu sammeln, zu bündeln und zu deuten, die mir am Ende als Orakel von Lokstedt helfen sollen, diesen Club doch noch schwarzseherisch umzukrempeln und damit zu retten. Es liegt also auch an Ihnen, ob mir das schließlich gelingen kann.

Mit Abrakadabra-Grüßen
Ihre
Jopythia von Lokstedt

 

Wie gesagt, ein herzliches Dankeschön dafür. Und dann sei zum Schluss noch erwähnt, dass am Sonnabend und Sonntag beim HSV nicht trainiert wird. Aber dafür gibt es ja den „Tag der Legenden“ . . .

 

PS: Mit unserem letzten „Matz ab live“ nach dem Paderborn-Spiel hatten wir in den ersten fünf Minuten leichte (bis schwerere) Ton-Probleme. Deswegen sind die ersten fünf Minuten auch gekappt worden. Leider ist dabei auch die Vorstellung der beiden Gäste „verschütt“ gegangen. Da ich vielfach darauf angesprochen worden bin, wer diese Männer sind, möchte ich Manfred Lorenz und Bert Ehm kurz, ganz kurz vorstellen. Beide sind jenseits der 60, beide haben in Hamburg viele Amateur-Vereine trainiert, Lorenz war lange Zeit Co-Trainer von HSV-Trainer Ralf Schehr (Chef der Zweiten), und Bert Ehm ist der erfolgreichste Trainer der Nachkriegszeit in Hamburg, keiner hat mehr Meisterschaften und Aufstiege gefeiert, als er.

Leider auch über Bord gegangen ist mein Lob, mein spontanes Lob für „Scholle“, der hier (im Blog) vielfach hart angegriffen und attackiert worden ist, aber völlig zu Unrecht. „Scholle“ hat alle Neuzugänge des HSV gewusst und geschrieben, er lag in allen Fällen richtig, und dafür möchte ich mich bei ihm bedanken, wahrscheinlich im Namen all jener, die ihn nicht attackiert, sondern die ihm geglaubt haben.
„Scholle“, das war eine Super-Arbeit! Gratulation, Du hast „Matz ab“ immer weit nach vorne gebracht.

18.07 Uhr

“Dittsche”: “Adler ist ein reiner Titan!”

30. September 2012

„Wir sind alle sehr dankbar, dass unser Verein nicht zwei Wochen früher gegründet wurde . . .“ Bei seiner Begrüßungsansprache in der 02 World-Arena scherzte der HSV-Vorstandsvorsitzende Carl-Edgar Jarchow über die aktuelle Punktausbeute seines Klubs – denn vor einer Woche hatten viele Skeptiker noch befürchtet, dass der Klub ohne einen Punkt in die Feierlichkeiten zum 125. Geburtstag gehen würde. Dieses Horror-Szenario aber blieb dem HSV zum Glück erspart. Nach dem glücklichen 1:0-Sieg gegen Hannover 96 war „ganz Hamburg“ in Partylaune. Fast 12 000 Zuschauer waren nur ein, zwei Stunden nach dem zweiten „Dreier“ der Saison gekommen, um den Ehrentag des Bundesliga-Dinos zu feiern. Ganz sicher gab es spät in der Nacht, das will ich nicht verheimlichen, auch manche kritische Stimme, weil bestimmt nicht alles so rund gelaufen war, wie gedacht oder geplant. Es gab auch manche kritische Stimme, weil das Jubiläums-Programm nicht jedermanns Geschmack war – aber ich kann für mich sagen: Ein toller und gelungener Abend, es waren großartige Künstler dabei, die mir alle uneingeschränkt sehr gefallen haben. Die Geschmäcker sind eben verschieden.

Für mich war es wunderschön – und fast unglaublich, wie viele prominente HSV-Persönlichkeiten zu diesem Festtag mal wieder nach Hamburg gekommen waren. Das war ein Klassentreffen XXXL. Ganz, ganz hervorragend. Wo soll man anfangen, wo soll man aufhören? Als Uwe Seeler vorgestellt wurde, erhoben sich alle Gäste von ihren Sitzen. Und donnernden Beifall gab es, als „uns Uwe“ sagte: „Für mich ist der HSV schon immer alles – das war mein Leben: Erst Schule und Sport – das war der HSV. Nachher Beruf und Sport – das war auch der HSV. Und jetzt als Passiver auch der HSV. Der HSV wird immer der HSV bleiben und in meinem Herzen verankert sein.“

Die Spieler der Meistermannschaft von 1960, Horst Schnoor, Jochen Meinke, Klaus Neisner, Gert Dörfel und Franz Klepacz (der nicht spielte) waren zu diesen Feierlichkeiten gekommen, der schwer erkrankte Erwin Piechowiak fehlte. Ich hatte den Verteidiger noch am Vormittag getroffen, er ist am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen worden, es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Für dieses Fest aber wäre er noch nicht wieder fit gewesen.

Ansonsten waren die meisten Größe anwesend: Günter Netzer war da, Manfred Kaltz, Horst Hrubesch, Ditmar Jakobs, Holger Hieronymus, Thomas von Heesen, Wolfgang Rolff, Felix Magath, Dieter Schatzschneider, Benno Möhlmann, Hans-Jürgen „Dittschi“ Ripp, Helmut „Ratte“ Sandmann, Rolf Fritzsche, Jörg Butt, Uli Stein, Jimmy Hartwig, Bernd Wehmeyer, Jürgen Milewski, Michael Schröder, Richard Golz, Harry Bähre, Nico Hoogma, Erik Meijer, Harald Spörl, Carsten Kober, Mehdi Mahdavikia, Sergej Barbarez, Peter Lux, Tobias Homp, Stig Töfting, Thomas Doll, Rodolfo Cardoso (wurde er als Bruno Cardoso vorgestellt? Mir war fast so), Caspar Memering, Uwe Hain, Manfred Kastl, Borisa Djordjevic, Ralf Brunnecker und, und, und. Ich habe ganz sicher etliche HSV-Spieler vergessen zu erwähnen, aber es waren ganz einfach zu viele dabei. Ein traumhafter Abend für jeden HSVer.

Kleine aber nicht unbemerkte Begebenheit am Rande: Als in der Halle große und ganz große sowie verdienstvolle HSVer, die inzwischen verstorben sind, auf den Leinwänden gezeigt wurden, da gab es, als das Foto von Werner Hackmann aufleuchtete, viel und herzlichen Beifall. Welch eine große Geste für den Mann, der maßgeblich (neben Uwe Seeler) mitgeholfen hatte, aus dem kalten Volksparkstadion eine neue Arena zu bauen. Hackmanns Ehefrau Ulla war (mit ihrer Tochter) zu dieser Feier gekommen, sie registrierte den Applaus mit stiller Freude. Wie schön, das es im so coolen Profi-Sport auch noch eine solche Herzlichkeit gibt.

Das Gegenteil musste DFB-Präsident Wolfgang Niersbach erfahren, der oft lautstark ausgepfiffen wurde. Dafür habe ich mich geschämt, gebe ich zu. An einem solchen Abend hätten die Fans, die schlecht auf den Deutschen Fußball-Bund zu sprechen sind, besser einmal geschwiegen . . . Ganz nebenbei kenne ich Niersbach schon ganz lange, er war einst ein Kollege (vom Sport-Informations-Dienst SID) und ist ein fabelhafter Mensch. Dazu auch noch ein absoluter Fußball-Experte, der in der ganzen Welt höchste Anerkennung genießt.
Schade, schade, dass es diese Pfiffe gab.

Nicht nur die Pfiffe waren störend, auch der Wechsel von einer Arena in die andere. Zum Einlass der After-Show-Party hatten die Organisatoren eine halbe (!) Tür geöffnet, die Schlange (der VIP’s) wurde lang und länger – mir taten vor allem die frierenden Frauen Leid. Und wer es dann in die Räumlichkeiten geschafft hatte, der war nicht nur geschafft, sondern auch überrascht. Weil Frau und Mann eigentlich keine Chance hatten, umzufallen. Wer irgendeine Schwäche gezeigt hätte, vielleicht ohnmächtig geworden wäre, der hätte keine Möglichkeit gehabt, zu Boden zu gehen. So übervoll war das. Da muss dem HSV irgendein Planungsfehler unterlaufen sein, da waren ganz sicher viel zu viele Gäste geladen worden – aber der Verein braucht eben jeden Euro. Das war massenweise Aufbauhilfe HSV. Aber man kann eben nicht alles haben . . .

Dafür war die Show in meinen Augen gelungen. Die drei Moderatoren Judith Rakers, Alexander Bommes und Johannes B. Kerner, dazu zeitweise Sylvie van der Vaart (sie soll gedacht haben, dass sie den ganzen Abend mitmoderieren sollte?), Carlo von Tiedemann und Dieter Thomas Heck, machten ihre Sache gut. Hamburgs Perle „Lotto King Karl“ hatten einen überragenden Auftritt, dazu der hervorragende Rea Garvay, auch Scooter (ebenfalls super!) war dabei und der einfach nur großartige Olli „Dittsche“ Dittrich, dazu auch Otto Waalkes (der nur langsam in Fahrt kam . . .) und der Kinderchor „Alsterspatzen“ (heißen sie so?). Nein, das alles hatte was und konnte sich sehen und hören lassen. Auch wenn die Show gegen Ende ein wenig an Stimmung einbüßte. Das Bubble-Footballspiel war absolut überflüssig.

Ganz zum Schluss wurde die von der „Bild“ (den Lesern) gewählte 125-Jahr-Mannschaft vorgestellt. Das sind folgende Spieler: Uli Stein, Jupp Posipal, Peter Nogly, Willi Schulz (er fehlte an diesem Abend), Manfred Kaltz, Ditmar Jakobs, Gert „Charly“ Dörfel, Uwe Seeler, Kevin Keegan (er fehlte leider auch – sehr), Karsten Bäron, Mehdi Mahdavikia, Thomas Doll, Thomas von Heesen, Felix Magath, Rafael van der Vaart, Horst Hrubesch, dazu Trainer Ernst Happel (für den Sohn Ernst junior aus Wien erschienen war) sowie Kult-Masseur Hermann Rieger, der an diesem Abend mehrfach stürmisch gefeiert wurde.

Der unumstrittene Star der gesamten Feierlichkeiten aber war ein anderer Mann: Rene Adler, der mit der gesamten Mannschaft zum Geburtstag gekommen war – samt Spielerfrauen (die sogar auch noch ihren Auftritt hatte). Der HSV-Torwart, der zuvor Hannover 96 an den Rande des Wahnsinns gebracht hatte, wurde geradezu enthusiastisch umjubelt und gefeiert. „Wenn Rene so weitermacht, dann wird er bald wieder in der Nationalmannschaft spielen“, prophezeite Uli Stein. Aber zu diesem Thema gab es kürzlich im Hamburger Abendblatt einen Artikel meines Kollegen Alexander Laux:

„Bundestrainer Joachim Löw macht Torhüter Rene Adler Hoffnungen auf ein Comeback in der Nationalmannschaft nach fast zweijähriger Pause. „Bei Rene Adler muss man jetzt mal nach seiner langen Verletzung abwarten. Aber auch ihn werden wir beobachten”, sagte Löw im Interview des Sportmagazins „Kicker”. Für die nächsten vier Länderspiele habe er sich aber auf Manuel Neuer, Marc-Andre ter Stegen und Ron-Robert Zieler festgelegt, während Bernd Leno die Rolle bei der U21 übernehmen soll.“

Löw müsste also, falls sich nicht noch ein Torhüter verletzten sollte (was niemand hofft!), im Hinblick auf die Spiele gegen Irland und Schweden wortbrüchig werden, und das ist kaum anzunehmen. Adler muss sich also noch ein wenig in Geduld üben – aber er wird ganz sicher bald wieder für Deutschland zwischen den Pfosten stehen. Ganz sicher. In dieser Form, in dieser Über-Form gibt es nämlich keinen besseren Torwächter, als ihn. Obwohl der HSV-Keeper absolut und total bescheiden bleibt – in all der Jubelarien: „Es ist ja mein Job, Bälle zu halten, das mache ich nur. Ich spiele ja nicht allein. Alle haben sich gegen Hannover den Arsch aufgerissen. Und ich mag solche heiß und hart umkämpften Siege viel lieber, als wenn man klar und deutlich gewinnt. Die Stimmung im Stadion war hervorragend.“

Eine ganz besondere Lob-Rede hielt an diesem Abend “Dittsche” auf den HSV-Helden zwischen den Pfosten: “Rene Adler ist ein reiner Titan – er ist der neue reine Torwart-Titan.” Und Torhüter-Legende Horst Schnoor befand: “Ich habe Rene kürzlich beim Abendblatt-Interview kennengelernt, er ist ein ganz feiner Kerl. Und als Torwart sowieso überragend, er wird bald wieder bei Jogi Löw sein.”

Solche Sätze sorgten für Super-Stimmung in der Halle natürlich auch. Besonders zu Beginn der Veranstaltung brodelte es auf den Rängen. Aber da schwebten ja auch alle Zuschauer noch auf Wolke sieben, denn sieben Punkte in einer Woche – die sorgten schon für eine besondere Befreiung.

Die gab es auch für Trainer Thorsten Fink: „Ich bin natürlich überglücklich, denn wir haben ja eine recht schwierige Zeit hinter uns.“ Der HSV-Coach lobte nach dem 1:0-Sieg nicht nur Adler, sondern auch den Kapitän: „Heiko Westermann hatte sich beim 2:2 in Mönchengladbach einen fünf Zentimeter langen Muskelfaserriss zugezogen, aber er wollte unbedingt spielen, und er hat gespielt und durchgehalten. Wie er das gemacht hat, das ist mir schleierhaft, aber der Heiko muss eine Art von Ur-Mensch sein. Wie er das trotz aller Schmerzen hingekriegt hat, mit welcher Leidenschaft er gespielt hat, das ist schon sensationell. Und deswegen habe ich ihn diesmal extra mal gelobt.“

Lob verdienten sich diesmal viele HSV-Spieler. Tolgay Arslan zum Beispiel, der ein riesiges Spiel gemacht hat. Fink über den neuen „Sechser“: „Tolgay hat gelernt, den Ball mal abzuspielen. Das muss er jetzt machen, wenn er neben Rafael van der Vaart spielt. Dieses Spiel tut ihm gut, er sieht nun auch, dass man mit ein, zwei Kontakten viel besser spielen kann, als wenn man zu viel dribbelt. Ich habe vorher auch nicht gedacht, dass er defensiv so gut arbeiten kann, aber er kann es, und deswegen bin ich sehr zufrieden mit ihm.“

Für mich etwas überraschend hatte Fink Petr Jiracek auf der Bank gelassen. Der Tscheche war in Frankfurt mit der Witz-Karte des Jahres (von Wolfgang Stark gegeben!) vom Platz gestellt worden, völlig zu Unrecht, und deswegen hatte ich eigentlich erwartet, dass er gleich wieder in der Anfangsformation stehen würde. Denkste. Fink setzte ein Zeichen. Für den Nachwuchs, für die Jungen, für die Talente. Auch das hat ein Lob verdient. Für Jiracek aber tat es mir Leid, denn ohne diese Rote Karte hätte ja wohl er immer noch gespielt . . . „Wenn ein Mann wie Arslan so gut einschlägt, dann sollte man nicht gleich wieder alles auseinander reißen. Es ist doch schön, dass wir mit Petr Jiracek noch einen so guten Mann auf der Bank hatten, dass wir noch so viele starke Spieler in der Hinterhand haben – aber Jiracek ist genau so wichtig für uns wie alle anderen Spieler.“

Zur Leistung von Rene Adler befand der Trainer: „In Mönchengladbach hat er so gehalten, wie er normal halten muss, diesmal hat er uns den Sieg festgehalten. Er hält im Moment top. Und er ist wichtig für die Mannschaft, denn er sagt mal was. Das ist auch wichtig, dass man nicht nur Spiele hat, die stumm wie Fische sind. Er redet mit seinen Vorderleute, er motiviert sie, und er scheißt sie auch manchmal an, wenn es sein muss. Rene ist ein großartiger Führungsspieler.“

Viel Lob vom Trainer erhielten auch die Fans: „Sie haben hier vier Wochen jeden Tag gearbeitet, das ist sensationell, auch deswegen freut mich der Sieg über Hannover besonders, denn sie hätten nichts anderes verdient. Ich habe hier einige Anhänger jeden Tag gesehen, die müssen Urlaub genommen haben, das nenne ich mal einen leidenschaftlichen Einsatz für den HSV.“

Aber das gilt wohl für viele HSVer an diesem Wochenende. Auf dem Rasen und nebenbei, dazu die vielen, vielen fleißigen Hände bei der Gala und danach – vielen Dank.

Ein Satz noch zu Rafael van der Vaart. Er spielte eine sehr gute erste Halbzeit (für mich), dann tauchte er gelegentlich ab. Die Kraft. Drei Spiele in einer Woche, dass war für ihn, der stets ein riesiges (Lauf-)Pensum erledigt, wohl zu viel. Fink über die „23“: „Rafael hat dem Spiel diesmal nicht seinen Stempel aufgedrückt, aber er fightet und geht immer voran.“ Und van der Vaart bekannte: „Das war kein gutes Spiel von uns, Hannover war spielerisch besser. Ab er das ist mir heute egal, es zählt nur der Sieg.“ Über den Fink sagte: „Es war ein dreckiger Sieg, aber auch muss man mal gewinnen können.“

Und zu Artjoms Rudnevs sei gesagt: Der Lette wird immer besser, auch wenn ihm noch lange nicht alles gelingt. Aber er trifft, und das haben einige Experten (des HSV) prophezeit. Macht er erst ein Tor, dann werden andere folgen. Stimmt. So darf der „Rudi“ weitermachen. Was man ihm aber auf jeden Fall attestieren muss: Rudnevs läuft viel, geht weite Wege, geht auch dorthin, wo es weh tut – deswegen ist er schon jetzt sehr wertvoll geworden.

Alles wird gut.

PS: Es gibt noch einen prächtigen Nachschlag in Sachen 125-Jahr-Feierlichkeiten: Der Fernsehsender “HH1″ überträgt am Montag von 20.15 Uhr an über 90 Minuten auch eine HSV-Geburtstags-Gala. An ihr werden viele namhafte HSV-Größen von einst teilnehmen, so sind dabei Horst Schnoor, Jochen Meinke, Thomas Doll und Richard Golz, Horst Hrubesch und Holger Hieronymus, dazu Klub-Chef Carl-Edgar Jarchow, Kult-Masseur Hermann Rieger und “Ober-Fan” Johannes “Jojo” Liebnau. Es wäre schön, wenn ihr einschalten würdet.

PS PS: Am Montag ist trainingsfrei. Sie haben es sich verdient.

16.31 Uhr

Dennis Aogo fällt mindestens 14 Tage aus

12. September 2012

Im Volkspark ist „die Hölle los“. Es gibt keine Ferien mehr, und dennoch gibt es beim HSV-Training täglich mehr Fans. Das Stichwort dafür ist wohl Rafael van der Vaart. Alle lieben „ihren Raffa“, alle wollen ein Autogramm oder ein Foto mit ihm. Doch allmählich wird es ernsthafter, denn demnächst geht es ja um Bundesliga-Punkte: Sonntag in Frankfurt. Und vor diesem so wichtigen Spiel, das ja die Wende einläuten soll, gibt es durchaus einige Sorgen beim HSV. Fest steht, dass Dennis Aogo ausfallen wird. Der Verteidiger hat ein Infekt verschleppt und soll nun 14 Tage total aus dem Verkehr gezogen – und so wieder „aufgepäppelt werden“. Das heißt, dass der Nationalspieler auch für die Partien gegen Dortmund und Mönchengladbach ausfallen wird. Darüber hinaus zittert der HSV auch noch um seinen neuen Mittelfeldspieler Milan Badelj, der erst am Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen soll. Wenn er morgen dabei ist und die Einheit ohne Schmerzen absolvieren kann, dann sieht es wohl gut aus – aber erst einmal heißt es abwarten.

Um noch einmal auf Dennis Aogo zurückzukommen. Als ich am Dienstag Österreich gegen Deutschland gesehen habe, da dachte ich immer an den HSV-Abwehrspieler. Weil ich Dortmunds Schmelzer im deutschen Team hinten links schwimmen sah. 90 Minuten. Ich dachte so bei mir: „So schlecht habe ich Aogo nie gesehen, wie diesmal BVB-Schmelzer.“ Und ich dachte bei mir weiter: „Wie die Fans der Borussia jetzt wohl über ihren Spieler herfallen? Die müssen ihn doch jetzt vernichten, oder? Bei einer solchen Minus-Leistung? In Hamburg jedenfalls hätten die HSV-Fans Dennis Aogo auf ihre ganz spezielle und ganz eigene Art kritisiert. Wenn man damit ausgekommen wäre . . . Mit kritisiert – meine ich.“

So wie es im heutigen Training aussah, wird wohl Zhi Gin Lam für Aogo verteidigen. Eine kleine Chance auf einen Einsatz hat vielleicht auch Dennis Diekmeier, er später auch „hinten links“ getestet wurde. Auf der rechten Abwehrseite wird, so sah es heute aus, der Niederländer Jeffrey Bruma bleiben.

Ganz vorne gibt es beim HSV auch noch eine – wie ich finde – spannende Frage zu klären. Stürmt der Lette Artjoms Rudnevs, der noch nicht am heutigen Training teilnahm, oder doch Heung Min Son? Der Südkoreaner wurde heute auf jeden Fall auf dieser Position (in der gedachten Stamm-Formation) eingesetzt. Und es würde für mich auch Sinn machen, Son dort einmal einzusetzen, denn er ist schnell und spielstark, und er weiß auch, wo das Tor des Gegners steht. Das konnte er bei seinen Spielen auf der rechten Außenbahn nicht zeigen. Fast nie sogar.

Aber vielleicht wird jetzt, wo der HSV „mit dem kleinen Engel in der Tasche“ spielt, ja alles besser. Die Vorzeichen stehen nicht schlecht, denn im Volkspark ist eine gewisse Aufbruchstimmung unübersehbar. Dank van der Vaart. Er reißt alle mit, er sorgt für neue Hoffnungen bei den Fans, er ist ihr Strohhalm. Das sehen wohl auch die neuen Teamkollegen so. Kapitän Heiko Westermann sagt zur Lage: „Man merkt, dass der Spaß und die Freude wieder zurück sind, dass jeder wieder Lust hat, dabei zu sein, die Stimmung ist jetzt gut. Und wir wissen, dass wir nun eine schlagfertige Truppe haben, und dass es nun darum geht, Punkte einzufahren.“ Noch allerdings steht bei Punkten eine Null, und auch bei den geschossenen Toren: Null.

Dennoch scheinen die negativen Vorzeichen bei kaum einem Fan noch eine Rolle zu spielen. Mit „Raffa“ beginnt eine neue HSV-Zeit, jetzt geht es erst richtig los. Westermann dazu: „Wir haben jetzt drei neue Spieler in unseren Reihen, gestandene Profis, die schon Erfahrungen gesammelt haben. Das merkt man. Allein wenn ‚Raffa’ auf dem Platz steht, das merkt man. Er zieht besonders die jüngeren Spieler mit, nimmt ihnen viel Druck ab. Und auch uns älteren Spielern tut er gut, das ist keine Frage.“

Nach der 0:2-Niederlage in Bremen wurde nicht mehr lange und groß über den erneuten Misserfolg des HSV gesprochen, denn es ging danach nur um van der Vaart. Das war ganz sicher gut für die Fink-Truppe, die so nicht groß mit dem verpatzten Saisonstart konfrontiert, sondern durch den „Star-Einkauf“ ein wenig aus der Schusslinie genommen wurde. Westermann: „Klar nimmt er enorm viel Zug von uns weg. Er zieht enorm viel zu sich hin, und das ist für eine junge Mannschaft auf jeden Fall sehr gut. Und er kann mit dem Rummel, der um ihn herum ist, bestens umgehen, die Stationen Real Madrid und Tottenham haben ihn da sicher abgeklärter gemacht. Die Lasten in unserer Mannschaft sind jetzt auf jeden Fall auf mehreren Schultern verteilt, und das ist gut.“

Gegen Bremen hat der HSV eine gute erste Halbzeit gespielt, hatte im Tempo zugelegt, hatte schneller und ideenreicher nach vorne gespielt. Dann sorgten die individuellen Fehler für die verdiente Niederlage. Trotz allem sollten die ersten guten 45 Minuten für Selbstvertrauen sorgen, denn die Mannschaft hat da gezeigt, dass sie es kann – dass sie es könnte. Und da noch ohne van der Vaart. Und mit einem Milan Badelj, der zur Pause verletzt raus musste, und mit einem Petr Jiracek, der bereits nach zehn Minuten schwer angeschlagen war, dennoch aber bis zum Ende durchhielt. Bei sicherlich nur 70 oder 80 Prozent. All das sollte Mut für Frankfurt machen.

Auch wenn der Aufsteiger mit zwei Siegen sehr gut in die Saison gestartet ist. Heiko Westermann: „Die Eintracht wird ganz sicher selbstbewusst gegen uns auftreten, aber sie ist nicht unschlagbar.“ Und genau das muss der HSV am Sonntag (Anstoß 17.30 Uhr) beweisen.

So, und nun zu einem ebenfalls wichtigen Thema. Geld. Bei „Matz ab“ gab und gibt es immer mehr HSV-Fans, die dem Klub finanziell unter die Arme greifen wollen. Es wurde ja schon vorgeschlagen, dass wir ein „Matz-ab-Konto“ eröffnen, um dort Geld zu sammeln – aber das ist keine Lösung. Ich sprach heute über dieses Thema mit dem HSV-Vorstandsmitglied Joachim Hilke, und der machte folgende Aussagen: „Wir bauen doch jetzt den HSV-Campus, und das ist die Zukunft des HSV. Weil damit die Nachwuchsarbeit untermauert wird. Damit wird eine langfristige Basis geschaffen, um dieses Nachwuchs-Thema auf Dauer erfolgreich zu machen. Und die Chance der Mitglieder und der Fans, für jeden, der den HSV mag, ist die, eine Anleihe zu kaufen.“

Da gibt es zweierlei Projekte. Hilke: „Es gibt die Global-Anleihe, die legen Sie sich in Ihr Bank-Depot. Die kauft man sich einfach über eine Bank. 125 Euro ist die kleinste Anleihe, das geht dann hoch bis 1887 Euro. Wie auch immer, es wird Leute geben, die für 10 000 Euro zeichnen. Bei einer Global-Urkunde gibt es automatisch eine Verzinsung.“ Die zweite Variante klingt ebenfalls sehr spannend. Hilke: „Das ist die Schmuck-Urkunde. Die sieht sehr schick aus, die kann man sich rahmen und an die Wand hängen, und dann schneidet man sich jedes Jahr einen Zins-Coupon ab, und den löst man dann ein und bekommt so sein Geld zurück.“ Der Clou daran: Man muss diesen Zins-Coupon nicht abschneiden, man kann diese Schmuck-Urkunde auch ganz lassen – und dann hat man dem HSV dieses Geld gespendet.
Diese (beiden) Anleihen laufen sieben Jahre; bei der Global-Urkunde gibt es jedes Jahr automatisch sechs Prozent auf das eingesetzte Kapital. Und nach sieben Jahren gibt man die Global-Urkunde zurück und man erhält das eingesetzte Kapital zurück.
Joachim Hilke: „Wer also dem HSV Geld spenden möchte, der sollte es über diese Anleihe machen, genau dafür ist das doch geplant. Dadurch, dass das Geld von außen, von den Mitgliedern und Fans kommt, wird der HSV doch entlastet und kann sein Geld für andere Dinge ausgeben.“

Am 29. September, dem 125. Geburtstag des HSV, beginnt der Verkauf der Campus-Anleihe. Und wie kann man diese zeichnen? Joachim Hilke: „Über die Bank, bei der man sein Konto hat – zum Beispiel. Die Anleihe bekommt eine Wertpapier-Kennnummer, eine so genannte WKN. Oder man geht in den HSV-Fan-Shop, oder man zeichnet sie im Internet unter www.Anleihe-HSV.de. Ganz normal, so als wenn man sich ein Buch kaufen möchte.“

Okay, diese ganze Aktion hat natürlich nichts (oder nur ganz, ganz am Rande) mit der Idee von Klaus-Michael Kühne zu tun – aber, so denke ich, sie hilft dem HSV enorm. Und deswegen halte ich von dieser Lösung auch am meisten. Wer also spenden will, der tut mit dieser Campus-Anleihe schon mal Gutes für den HSV.

Dann noch kurz eine ganz andere Sache. Panini. Es gibt da ja das spezielle HSV-Panini-Album, und das ist ein großer Erfolg. „Unser“ Oliver Wurm, den die meisten von euch aus dem „Sport1-Doppelpass“ und auch von „Matz-ab-live“ kennen (und lieber Kollege von mir) hat dazu geschrieben:

“Das Album wird begeistert aufgenommen. Die Startauflage von 500.000 Tütchen (2,5 Mio Bilder) war nach zehn Tagen vergriffen. So schnell wie bei dieser Kollektion haben wir noch nie nachgedruckt. Nicht mal beim ersten Album „Hamburg sammelt Hamburg”.

Ab Donnerstag sind 500.000 neue Sammeltütchen im Markt! Druckfrisch. Die Botschaft, die wir gerne vermitteln würden: Jetzt einsteigen! HSV-Album jetzt schon Kult! Sammelspaß für alle HSV-Fans von 9-90. Auch Rafael van der Vaart ist bereits mit einem Sticker im Album. Der kleine Engel ist einer von 24 Glitzerstickern und klebt auf der Sammelwelt „Hamburger Weltauswahl” neben Stars wie Kevin Keegan, Sergej Barbarez und David Jarolim. Klar: Schon jetzt ist die Nr. 180 (van der Vaart) einer der begehrtesten Sticker im Album.

Alben und Sticker gibt es an über 1700 Verkaufsstellen in und um Hamburg. In allen HSV-Fanshops. Über den Supporter-Club. Und online unter: www.juststickit.de/shop.
Auch auf der HSV-Geschäftsstelle wird wie verrückt gesammelt. Direktor Dirk Mansen plant, ein voll geklebtes Album ins HSV-Museum zu stellen.”

PS: An diesem Donnerstag wird um 10 Uhr im Volkspark geübt.

19.13 Uhr

“Maxi” Beister im Stile von Jordi Alba . . .

3. Juli 2012

Dem HSV gehen die Zuschauer aus. Aber nur beim Training. Und nur im Vergleich zu gestern. Zum Auftakt waren mehr als 1000 Fans in den Volkspark gepilgert, heute waren es um die 300 bis 400 Kiebitze, die den zweiten Tag erleben wollten. Für die Spieler zwar etwas weniger „Arbeit“, aber immer noch genug: Autogramme schreiben. Sportlich lässt es Trainer Thorsten Fink noch relativ „harmlos“ angehen, soll heißen, dass so richtig Schweißtreibendes noch nicht dabei ist. Noch nicht. Gestern noch hatte Fink ja davon gesprochen, dass es schon bald zur Sachen gehen wird: „Qualität soll ja von Qual kommen . . .“ Im Moment aber hält sich diese Qual noch in Grenzen. Was auch noch absolut verständlich ist, denn das erste Punktspiel findet erst am 25. Oder 26. August statt. Viel Zeit bis dahin, sich in Form zu bringen, viel, viel Zeit.

Das Programm heute im Volkspark: 20 Minuten Zirkeltraining auf dem neuen Platz. Dann 15 Minuten Pass-Übungen, 15 Minuten „sieben gegen drei“, es folgte ein Spielchen über zweimal zehn Minuten. Da spielte eine Truppe (X) mit Sven Neuhaus, Dennis Diekmeier, Muhamed Besic, Janek Sternberg, Dennis Aogo; Jacopo Sala, Matti Steinmann; Macauley Chrisantus, Marcell Jansen; Marcus Berg. Team zwei (Y) spielte mit Rene Adler (Tom Mickel), Michael Mancienne, Zhi Gin Lam, Per Ciljan Skjelbred, Heiko Westermann, Christian Nörgaard, Robert Tesche, Heung-Min Son, Tolgay Arslan, Maximilian Beister, Artjoms Rudnevs. Team Y gewann das Ding 1:0, mit einem „spanischen“ Tor. Son schickte den an ihn in rasender Jordi-Alba-Manier vorbeisprintenden Beister, der legte – frei vor Mickel aufkreuzend – den Ball quer zu Rudnevs, der die Kugel nur noch einnetzen musste.

Nicht nur bei diesem Tor war Tempo drin, auch ansonsten war alles mit „Musik“. Es ging zur Sache, da will sich offenbar schon jetzt jeder beim Trainer zeigen. Im Gegensatz zu gestern (hörte ich von den Kollegen) zeigte Rudnevs, der von den Kollegen offenbar „Rudi“ gerufen und genannt wird, heute keine so herausragende Leistung. Dafür zeigte sich heute „Heimkehrer“ Chrisantus, der von seinen Kollegen „Mecky“ gerufen wird, etwas mehr als noch gestern. Vielleicht hat es ja ein interessierter Verein beobachtet, denn ich denke, dass sich der Stürmer erneut nach einem Klub umsehen muss, der ihn ausleihen will.

Interessant das Trainingsende. „Maxi“ Beister schnappte sich (aus eigenem Antrieb) einen Ball und schoss ihn fast eine Viertelstunde lang immer wieder gegen eine Mauer, von der die Kugel natürlich prompt zurücksprang. Dann war stoppen angesagt, oder das Leder so zu verarbeiten, dass man es spielen kann. Und an einem Tor schoss Dennis Aogo gegen Tom Mickel Freistöße aus 16 bis 20 Metern. Und wie der Nationalspieler sie schoss! Mickel weiß heute beim Einschlafen ein Lied davon zu singen, ganz sicher, denn fast jeder zweite Schuss (okay, fast jeder dritte) landete im oberen linken oder oberen rechten Torwinkel. Das animierte die bis dahin im Gras liegenden Son und Arslan nach zehn Minuten, ebenfalls zu schießen. Freistöße und Elfmeter. Mickel flogen die Bälle nur so um die Ohren. Was ich ganz nett fand: Co-Trainer Frank Heinemann betätigte sich, was er natürlich absolut nicht nötig hätte, als Ballholer (für die Bälle, die dann doch mal vorbeigeflogen waren). Nach 25 „Über-Minuten“ verließen dann auch die letzten Spieler um 17 Uhr den Trainingsrasen – und begaben sich in die Hände der Autogrammjäger.

So, und ansonsten stand der Tag heute ganz im Zechen des 125.Geburtstages des HSV, der ganz besonders begangen werden soll. Der Verein veröffentlichte dazu heute, was bislang geplant ist:

Am 29. September 2012 wird der Hamburger Sport-Verein 125 Jahre alt. Diesen besonderen Tag wird der HSV nicht nur mit einem Bundesliga-Heimspiel in der Imtech Arena gegen Hannover 96 feiern, sondern gemeinsam mit 13.000 Fans und dem Partner NDR auch im Rahmen einer großen rund dreistündigen Geburtstagsgala.

In der benachbarten O2-World werden die Moderatoren Johannes B. Kerner, Judith Rakers und Alexander Bommes durch den Abend führen, der ein Programm aus Show, Talk und Musik bereithält. Neben Künstlern wie Rea Garvey, Scooter, Otto, Olli Dittrich und dem Hamburger Urgestein Lotto King Karl, werden Stars aus Politik und Wirtschaft, Sport, Unterhaltung, Kultur und Helden der HSV-Geschichte von Uwe Seeler über Franz Beckenbauer bis hin zu Kevin Keegan dabei sein.

„Wir freuen uns sehr darauf, gemeinsam mit unseren Fans diese Jubiläums-Gala zu feiern, die den krönenden Abschluss unserer 125-Jahr-Feierlichkeiten bildet. Wir möchten das Beste aus 125 Jahren HSV präsentieren und unseren Fans tolle Unterhaltung bieten mit Comedy, Musik und interessanten Gesprächen”, so Carl Jarchow, Vorstandsvorsitzender des HSV.

Den Zuschauern ist durch den Bau einer speziell für den HSV designten CENTER-Stage optimale Sicht von allen Plätzen garantiert:


(Urheber: Hassler Made GmbH)

Hier werden u.a. die schönsten Tore der Vereinsgeschichte, die kultigsten Fans und die 125-Jahre-Elf präsentiert, und große Emotionen erlebt. Und auch rund um die O2-World wird es spannende Aktionen geben.

Karten für die Feier kosten zwischen 18,00 und 87,00 Euro. Der Vorverkauf für Mitglieder beginnt am Donnerstag, 5. Juli 2012, im Onlineshop auf www.hsv.de/tickets und im HSV Service Center. Am 12. Juli startet der freie Verkauf im Onlineshop, in den HSV Fanshops, im Service Center in der Imtech Arena und über die Telefonhotline 01805 – 478 478 (0,14 EUR/Min. aus dem Festnetz; Mobilfunk max.
0,42EUR/Min.).

Die Gala findet in Kooperation mit der NDR-Tochter Studio Hamburg statt und wird am 29. September 2012 im NDR ausgestrahlt. Ausführender Produzent ist Rolf Hellgardt von Riverside Entertainment: „Studio Hamburg und den Hamburger Sport-Verein vereinen bereits die Namen – die gemeinsame Wurzel ist die Hansestadt Hamburg. Es ist schön, gemeinsam ein Stück Hamburger Tradition zu feiern.”

„Es soll eine große und einmalige Feier werden, und so viele Fans und Mitglieder sollen daran teilnehmen. Wir wollen den hoffentlich 13 000 Zuschauern in der Halle und den vielen Zuschauern am Fernsehschirm die Gelegenheit geben, mit dem HSV zu feiern. Und wir möchten den HSV in seiner ganzen Vielfalt, also nicht nur mit dem Fußball, sondern auch mit den vielen anderen Sportarten näher erläutern und präsentieren“, sagte Carl Jarchow auch. Sein Vorstandskollege Joachim Hilke befand: „Wir haben noch einige Überraschungen mehr parat, aber zu einem Geburtstag gehören auch Überraschungen, und deswegen halten wir einige Dinge auch noch geheim. Dieser Abend soll auf jeden Fall ein ganz besonderer werden, so etwas wird es dann nicht noch einmal geben.“

Am 8. September spielt die Altliga im Rahmen der Feierlichkeiten in Fallingbostel gegen Ajax Amsterdam. „Zudem wird an jedes unserer über 70 000 Mitglieder eine Festschrift verschickt. Dieses Heft wird im Umfang aber sogar über 125 Seiten haben“, sagt Vorstandsmitglied Oliver Scheel.

Im Gegensatz zum 100. Geburtstag des HSV, der damals mit Udo Jürgens und der Pepe-Lienhard-Band in einem großen Hamburger Hotel feierlich begangen wurde und somit enorm viel Geld verschlang (es wird noch heute davon gesprochen, dass der HSV dafür sein letztes Hochhaus, das an der Rothenbaumchaussee stand, opfern und verkaufen musste . . .), will der traditionell (seit 25 Jahren) finanziell klamme HSV am liebsten noch Geld an diesem Event verdienen. Die auftretenden Künstler erhalten zwar Gage, aber diese Gagen sollen sich entgegen sonstigen Gepflogenheiten in Grenzen halten. Ein netter Zug.

PS: Weil es rund um diesen 29. September auch noch kleinere Feierlichkeiten geben wird, bin ich von dem Gedanken abgerückt, am 28. September ein „Matz-ab“-Treffen zu arrangieren. Darüber sollten wir dann doch noch einmal diskutieren, bevor es damit dann losgehen wird.

Am Mittwoch wird um 10 Uhr im Volkspark trainiert, wahrscheinlich übt dann aber nicht die gesamte Mannschaft, weil wieder Laktat-Tests angesetzt worden sind.

PS: Die Stadion-Uhr hat vorübergehend ihren Geist aufgegeben. Damit sie in Zukunft wieder fehlerfrei laufen wird, erhält sie in diesen Tagen ein neues Werk. Auf die nächsten 50 Jahre!

19.11 Uhr

Letzte Meldung vor Grenze (Tagesgrenze):
Basels Innenverteidiger David Abraham geht nun doch zum FC Getafe nach Spanien, kommt nicht zum HSV. Wer hatte etwas anderes erwartet?

Kevin Keegan der gefeierte Mann

4. September 2011

Der HSV kann ja doch noch gewinnen. In der Ersten Liga sogar. 3:0 bei Lok Leipzig. Die Frauen schafften damit im dritten Spiel den ersten Sieg. Das sollte den Männern Ansporn sein, in Bremen nun den nächsten Auswärtssieg folgen zu lassen . . . Nichts ist unmöglich. Wenn ich die Experten beim Training gehört habe, wenn ich Freunde und Bekannte treffe, wenn ich in den HSV hinein höre: Alle schließen einen Sieg in Bremen nicht aus. Mutig, mutig, diese Leute. Und irgendwie stimmt es ja doch: Die Zeit heilt alle Wunden. Und: Das Schlechte vergisst oder verdrängt der Mensch doch zuerst. Die letzte Bundesliga-Niederlage des HSV liegt ja auch schon einige Zeit zurück. 3:4 am 28. August gegen den 1. FC Köln. Jetzt haben wir schon September. Und einen weiteren Neuzugang mit Ivo Ilicevic, der allerdings erst am neunten Spieltag so richtig eingreifen darf, denn er wurde ja kürzlich erst für vier Spiele gesperrt. In Freiburg darf der Kroate dann erstmals in der Bundesliga für den HSV ran.

Die Mannschaft kehrte heute am Nachmittag mit zweistündiger Verspätung aus der Schweiz zurück. Wer das Spiel der Legenden sah, der wird sich wahrscheinlich gewundert haben, dass er Michael Oenning am Millerntor erblickte, aber das hatte seinen Grund, dass der Trainer einen Flug eher aus Zürich genommen hatte – um mit den Legenden spielen zu können.

Der Held bei diesem Spiel zwischen Hamburg und Deutschland war aber ein anderer HSVer: Kevin Keegan. Der Weltklasse-Mann wurde in diesen beiden Tagen an der Elbe überall und von jedem gefeiert, „Mighty Mouse“ ist immer noch ein netter, sympathischer und trotz seiner 1,68 Meter ein riesiger Mensch. Das Unglaubliche für mich aber war: Ich sollte das „Menschlich gesehen“ für das Abendblatt über den heute 60-jährigen Keegan schreiben, war als Berichterstatter nicht am Millerntor, brauchte aber noch einige Informationen. Nur wie? Da half ein HSV-Freund in der Not: Bernd Wehmeyer. Der HSV-Manager ging mit dem Handy am Ohr zur Spielerbank – und drückte es Kevin Keegan in die Hand. So konnte ich mit dem ehemaligen Weltstar während des Spiels (!) reden. Am Ende sagte er mir einwandfrei auf Deutsch: „Es war mir ein Vergnügen.“ Kurz danach wurde er sogar noch einmal vom Trainer-Trio Reimann-Schulte-Eichkorn eingewechselt. Hervorragend und einmalig zugleich. Und vielen Dank noch einmal an Bernd Wehmeyer für diese Klasse-Aktion.

Apropos Keegan: Frau M. war damals erstmalig im Volksparkstadion, weil sie ihn so klasse fand. Sie schickte mich auch einst mit unserem Hochzeitsfoto (!) nach Ochsenzoll, um darauf ein Autogramm von ihm zu holen. Und bei seinem Abschiedsspiel 1980 saß sie natürlich auch auf der Tribüne – und vergoss einige Tränchen . . . So war das damals.

Beim HSV heute richtet sich der Blick nun voll Richtung Bremen. Es wird einige personelle Änderungen geben, denn: Dennis Diekmeier hat es im Oberschenkel erwischt, und wie es heue aussieht, wird der Rechtsverteidiger wohl kaum zum Einsatz kommen können. Erster Ersatzmann dürfte Michael Mancienne sein, der diesen Posten schon in Luzern bekleidete. Der Engländer hatte gegen die nicht besonders sturmstarken Schweizer defensiv keinerlei Probleme, beschränkte sich aber auch nur auf die Abwehrarbeit. Die erledigte er unspektakulär und sicher, was im Hinblick auf das Werder-Spiel richtungsweisend sein könnte, denn vor Mancienne dürfte Gökhan Töre wieder einmal (auf der rechten Außenbahn) zum Einsatz kommen. Und der Deutsch-Türke hat defensiv ja noch nicht so alles im Griff. Trotzdem würde ich mich freuen, wenn er wieder mit von der Partie wäre, denn er ist für mich eine absolute Bereicherung für diesen (unseren) HSV.

Gegen Bremen dürfte auch Paolo Guerrero wieder fit sein. Der Peruaner kam in Luzern nicht zum Einsatz, weil er während des Hinfluges derart verkrampfte, dass er nicht spielen konnte. Seine Flugangst hat er offenbar noch immer nicht restlos besiegt.

Ein etwas anderes Problem hat Neuzugang Per Ciljan Skjelbred, der Norweger zog sich beim 2:2-Spiel in Luzern eine Fußverletzung (rechts) zu und droht für Bremen auszufallen.

Kommen wir zum Torwart. Tom Mickel hatte in Luzern eine Chance erhalten, sicherlich auch im Hinblick darauf, dass er für den Fall, dass ein Torwartwechsel unausbleiblich wird, seine Tauglichkeit unter Beweis stellt. Das konnte die Nummer zwei aber nicht beweisen. Beide Tore gingen auf sein Konto. Quintessenz: Jaroslav Drobny wird, so er diese Woche unverletzt übersteht, gegen Bremen im HSV-Tor stehen. Das hätte er aber nach meiner Überzeugung auch ohne die Mickel-Patzer getan, denn Trainer Michael Oenning hätte sicher wohl noch nicht zu einem Tausch zwischen der Nummer eins und der Nummer zwei entschieden. Hätte er es schon jetzt, nach nur vier Spielen und zwei krassen Fehlern getan, hätte er Drobny wohl für den Rest der Hinrunde (oder sogar der Saison) abhaken können. Ich glaube aber, dass der HSV Drobny im Lauf dieser Spielzeit noch dringend benötigen wird. Trotz der Fehler, die er schon gemacht hat, die dem HSV auch schon Punkte gekostet haben.

An Jaroslav Drobny aber kann jeder Fan und Experte sehen, wie schwer es ist, wenn man ein Jahr lang keine Spielpraxis hat sammeln können. Drobny hat schon in der Bundesliga bewiesen, welch guter Schlussmann er sein kann, wenn er erst wieder richtig im Rhythmus ist – und dazu auch das nötige Selbstvertrauen hat. Letzteres kommt hoffentlich dann, wenn der HSV seine Spiele wieder ein wenig erfolgreicher bestreiten kann.
Zum Beispiel in Bremen? Werder ohne Mertesacker? Da könnte doch tatsächlich etwas gehen, oder?

An diesem Montag ist kein Training im Volkspark, am Dienstag wird dann um 10 und um 15 Uhr geübt.

So, und wer nichts gesehen und gehört hat, hier der DAPD-Bericht vom Tag der Legenden:

Über 24 000 Zuschauer, Sonnenschein, viele Tore und noch mehr Fußball-Stars. Der 7. „Tag der Legenden“ im Millerntorstadion des FC St. Pauli wurde wieder zu einem Fest. Dass Team Deutschland die Auswahl Hamburgs mit 6:1 (4:0) schlug, war nur Nebensache, viel wichtiger war der gute Zweck. Wieder wurden über 200 000 Euro für das Projekt NestWerk eingespielt, das TV-Moderator Reinhold Beckmann bereits 1999 ins Leben gerufen hatte und Kindern und Jugendlichen aus sozial schwierigen Verhältnissen hilft.

Der Nachmittag auf dem Platz und der feierliche Abend versammelte zahlreiche Fußballhelden aus der Vergangenheit. Das Hamburger Team wurde von Ehrenspielführer Uwe Seeler angeführt, erstmals mischte auch Kevin Keegan mit, der zwischen 1977 und 1980 beim HSV spielte. „Es ist super, hier viele alte Freunde wiederzutreffen“, sagte der Engländer. Auch Größen wie Gert “Charly” Dörfel, Kultmasseur Hermann Rieger, Manfred Kaltz oder Rodolfo Cardoso waren wieder dabei. Besonders wurde auch Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski bei seiner Rückkehr nach St. Pauli gefeiert.

Für Deutschland spielte Torwart Jens Lehmann im Mittelfeld, die Fäden aber zog der ehemalige Bremer Johan Micoud. Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp steuerte sogar ein Tor bei. „Es hat Riesenspaß gemacht, eine ganz tolle Sache“, sagte Klopp, der erstmals bei der Veranstaltung auflief. Felix Magath saß als Trainer des deutschen Teams neben Udo Lattek auf der Bank. Als Schirmherr war Box-Weltmeister Wladimir Klitschko aktiv.

NestWerk ermöglicht Kindern und Jugendlichen das Sporttreiben in Schulsporthallen vor allem an Sonntagen und spätabends in der Woche. „Wir schauen Jahr für Jahr, wo wir in Problemstadtteilen helfen können“, sagt Beckmann.

17.53 Uhr

Vor dem Luzern-Spiel

3. September 2011

Kurz die Meldung, dass es heute noch einen Bericht vom Spiel in Luzern geben wird. Da der Anpfiff in der Schweiz erst um 20.15 Uhr erfolgt, wird es spät werden – aber so schnell wie möglich. In der Zwischenzeit können wir Hamburger ja vom gestrigen Abend träumen. Deutschland gegen Österreich. Das war Fußball. So etwas haben wir im Volkspark schon seit Jahren nicht mehr gesehen . . . Das war ein echter Leckerbissen, allein die Vorstellungen von Özil und Müller waren das Eintrittsgeld wert. Und wenn ich daran denke, dass sie auf Schalke diesen Özil einst vom Hof gejagt haben. Nun gut, Fehlentscheidungen gibt es in jedem Verein einmal – oder gelegentlich. Wir in Hamburg wissen ja, wovon wir sprechen.

Da ist nichts Aktuelles aus Luzern gibt, will ich schnell noch ein kleines Nähkästchen aufmachen. Januar oder Februar 1987 war es, als ich mit dem HSV in Luzern war, zu einem Hallenturnier des FC. Wir wohnten mit der Mannschaft im Hotel Chateau Guetsch, wunderschön gelegen hoch über dem Vierwaldstätter See. War nicht gerade billig, aber es wohnte sich toll dort. Mein Zimmernachbar in diesem kleinen Hotel (heute bestimmt vier oder fünf Sterne) war der große Ernst Happel.

Er sprach damals ja ganz frisch nicht mehr mit der Hamburger Presse, weil er zuvor bei einem Hallenturnier in Berlin „verraten“ worden war – die Freundin namens „rote Zora“. Happel sprach aber dennoch – inoffiziell. Ich kann mich genau daran erinnern, dass vor unseren Zimmer ein Tisch mit einigen Stühlen stand, da setzten wir uns in aller Ruhe hin und klönten wir unter vier Augen über Gott und die Welt. Und über seine Zukunft, denn es stand fest, dass er den HSV zum Saisonende verlassen würde.

Mit von der Luzerner Partie war damals HSV-Schatzmeister Helmuth Kallmann. Ein ganz, ganz netter Mensch, Hanseat durch und durch. Und der steckte mir an einem Abend, dass er sich um einen Happel-Nachfolger gekümmert habe. In Luzern. Mit-Starter bei diesem Hallenturnier war auch Dinamo Kiev. Trainiert von Waleri Lobanowski. Ein ganz, ganz großer Name im russischen Fußball (Lobanowski starb im Mai 2002). Das wäre ein Knüller gewesen, wenn der zum HSV gekommen wäre.

Ich schrieb natürlich von diesem Gespräch (Kallmann – Lobanowski) – und erntete kein Lob, sondern genau das Gegenteil. Der damalige Kicker-Chefredakteur Karl-Heinz Heimann war einer der besten Freunde von Lobanowski, und wenn einer etwas über den Nationaltrainer und den russischen Fußball wusste, dann war es Heimann. Und da durfte es nicht sein, dass der kleine Matz aus Hamburg eine solche Meldung einfach so mir nichts dir nichts „raushaut“.

Heimann drehte schon damals seinen Scheinwerfer (im Kicker), und er gab mir eine richtige Abreibung. Motto: „Da erdreistet sich ein kleiner Schreiberling, ein Schmierfink aus Hamburg, eine solche Meldung über Waleri Lobanowski zu veröffentlichen – und nichts, aber auch wirklich nichts ist dran an dieser Geschichte . . .“

Der Herr (Heimann) war ein wenig gekränkt.

Es durfte nicht sein, was aber Tatsache war. Ich hatte es von Kallmann aus erster Hand. Natürlich ist später nichts aus dieser Verpflichtung geworden, aber ein Gespräch (oder danach auch noch Gespräche) hatte es auf jeden Fall gegeben. Immerhin aber war ich so auch einmal im Scheinwerfer im Gespräch, was ja auch nicht jeder von sich behaupten kann (ist kein Selbstlob!).

Das jedenfalls ist meine Erinnerung an Luzern. Ich weiß allerdings nicht mehr, ob der HSV diese zweitägige Veranstaltung, die damals super organisiert worden war, gewonnen hat – aber mir ist fast so. Vielleicht kann das ja einer von Euch einmal ergründen. Oder ich versuche es morgen (am Sonntag) mal in der Redaktion. Würde mich schon interessieren. Zumal HSV-Erfolge ja immer rarer werden, aber das ist ein ganz anderes Thema.

Ich melde mich nach dem Spiel in Luzern, bis dahin allen „Matz-abbern“ eine schöne Zeit. In der Sonne.

Und nicht vergessen:
Beim siebten „Tag der Legenden“ treffen an diesem Sonntag am Millerntor mehr als 70 Fußballhelden aus drei Generationen aufeinander. Beim „Showdown am Millerntor“ sind viele, viele Altstars dabei, neben anderen Jens Lehmann, Jürgen Klopp und Kevin Keegan. Es gibt noch Rest-Karten. Der Reinerlös des Benefizspiels kommt der von TV-Moderator Reinhold Beckmann 1999 gegründeten Jugendinitiative NestWerk e.V. zugute, die sich u. a. mit kostenlosen Sport- und Musikangeboten für Jugendliche in benachteiligten Hamburger Stadtteilen engagiert. Schirmherr ist in diesem Jahr Boxweltmeister Wladimir Klitschko.
Der NDR übertragt das Match live in seinem Fernsehprogramm (Beginn der Übertragung um 15 Uhr).

15.33 Uhr

Luzern wird ein echter Härtetest

2. September 2011

Stell Dir vor es ist Länderspiel, und keiner vom HSV ist dabei. Dabei hatte ich heute beim Vormittagstraining noch eine Sekunde lang ein wenig Hoffnung, weil Dennis Aogo fehlte. Auf meine Frage, warum der Abwehrspieler denn wohl fehlen würde, bekam ich zu hören: „Der wurde kurzfristig noch bei der Nationalmannschaft benötigt, Jogi Löw hat ihn nachnominiert.“ Hahaha. War natürlich ein Scherz. Aogo hatte einen freien Tag geschenkt bekommen, weil sein Bruder heute heiratet. Wie nett. Gefehlt haben diesmal auch noch Dennis Diekmeier, der ein wenig Oberschenkel-Probleme hat, auch Hanno Behrens war nicht anwesend: Adduktoren-Schmerzen. Geübt, um das noch zu sagen, wurde am Vormittag reichlich Passspiel, dann – fast hätte ich geschrieben bis zum Erbrechen – Aufbauspiel mit Abschluss, gegen Ende gab es noch ein kleines Spielchen.

Da waren Neuhaus, Westermann, Kacar, Bertram, Jarolim, Castelen, Jansen und Petric eine Truppe, sie spielten gegen Mickel, Guerrero, Sternberg, Tesche, Skjelbred, Berg, Zhi Gin Lam (aus der U 23) und Mancienne.

Und ansonsten? Das Nachmittags-Training wurde kurzfristig gestrichen. Und: Ich fühle mich nach nur einem Tag schon wieder toll von Euch aufgenommen. Als wäre ich nie im Urlaub gewesen. Hervorragend. Es ist alles wie immer. Wie schön. So macht „Matz ab“ doch Spaß. Vielen Dank für alles!

Um noch einmal auf meinen gestrigen Beitrag zurück zu kommen: Ich habe Blödsinn geschrieben. Wie immer. Ich habe Muhamed Besic bei Reha-Trainer Markus Günther gesehen (von Weitem sehr entfernt . . .), dabei war das gar nicht Besic, es war Neuzugang Sala. Den kannte ich ja noch nicht. Sorry. Dafür entschuldige ich mich, denn ich möchte ja nicht durch Falschmeldungen glänzen.

Und um noch einmal auf die deutsche Nationalmannschaft zu kommen. Das Buch von Philipp Lahm hat ja für reichlich Wirbel gesorgt, steht aber in vielen Bestseller-Listen auf Platz eins. Zweck erfüllt. Um es gleich zu sagen: Ich finde dieses Werk höchst überflüssig, halte es auch für völlig falsch, dass ein noch spielender Nati-Kapitän ein solches Buch verfasst, aber er ist eben ganz schlecht beraten. Hätte er Schneid gehabt, hätte er dieses Buch noch in letzter Sekunde stoppen lassen, Geld genug hätte er für eine solche Aktion ganz sicher gehabt. Nun gut, er hat es nicht getan. Was ich aber dazu sagen möchte: In einem Punkt muss ich Lahm zustimmen. Das Training der Nationalmannschaft war lange Jahre ein Witz.

Ich habe 1987 mein erstes Länderspiel für das Abendblatt gemacht, wer nachrechnen kann: Franz Beckenbauer war der Teamchef. Seit dieser Zeit habe ich mich immer gewundert, wie die Herren Nationalspieler trainieren. Lustig war es anzusehen. Darüber habe ich einmal im Fernsehen (Dropkick bei Eurosport, moderiert von Rudi Brückner) mit Karl-Heinz Riedle und, so glaube ich, Rudi Assauer, heiß diskutiert und gestritten. Riedle behauptete, dass bei der Nati so trainiert wird wie im Klub. Ich kam nicht dagegen an, behauptete aber das Gegenteil. Das sage ich rückblickend noch heute. In das Nati-Training kam erst System und so etwas wie Ernsthaftigkeit, als Jürgen Klinsmann und Joachim Löw den Laden übernommen hatten. Da konnte man dann Training sagen.

Ein Zeitzeuge dieser „Misere“ ist, so erinnere ich mich schwach, auch Werder-Trainer Thomas Schaaf, der früher das „lahme Training“ monierte. Und zwar in dieser Art: Spieler, die zur Nationalmannschaft fahren und nicht zum Einsatz kommen, die haben eine Art Urlaub verbracht. Sie haben weit weniger trainiert, wie jene Werder-Spieler, die in Bremen geblieben sind und hier trainieren mussten.
Deswegen hat Schaaf seine Spieler, die als Ersatz zur Nati reisten, auch nur höchst ungern ziehen lassen, denn sie haben beim DFB (zu früheren Zeiten) ganz einfach zu oft auf der faulen Haut gelegen. Aber, wie geschrieben, das hat sich in der Neuzeit (und seit Klinsmann/Löw) geändert. Musste ich aber trotz allem loswerden.

Zum Thema Nationalmannschaft wurde heute HSV-Kapitän Heiko Westermann befragt. Ob es wehtue, dass er wieder nicht dabei sei? Der Abwehrspieler ehrlich und rustikal: „Ist zwar Scheiße, dass ich nicht dazu gehöre, aber so ist es eben im Moment . . .“ Es liegt wohl auch an der schlechten Situation, in der sich der HSV derzeit befindet. Westermann weint aber nicht. Er hat keinen Kontakt zur Nati und zum Bundestrainer, sagt aber entschlossen: „Das ist auch nicht so wichtig. Wichtig ist, dass wir mit dem HSV die Kurve kriegen.“ Genau.

Statt heute gegen Österreich spielt Westermann morgen mit dem HSV in der Schweiz gegen den dortigen Überraschungs-Tabellenersten FC Luzern. „Und auf dieses Spiel freue ich mich total, diese 90 Minuten sind das Highlight für mich in der Länderspielpause. Das ist ein echter Test für uns, Luzern soll sehr gut drauf sein, hat nur drei Gegentore bislang kassiert, wir werden hart gefordert, jeder Spieler sollte das wie ein Bundesliga-Spiel ansehen und dementsprechend auch zur Sache gehen“, sagte Heiko Westermann. Und fügt hinzu: „Luzern ist auch eine schöne Stadt, das Stadion ist toll, es ist ausverkauft – das hört sich alles gut an.“ Und vielleicht überrascht der HSV ja auch wie die Luzerner, indem sie dort aufsteigende Form verraten und – mal nicht verlieren.

Kurz sagte Heiko Westermann auch noch seine Meinung zum Lahm-Buch: „Es hat mich überrascht, dass er damit auf den Markt kam, ich habe nichts davon gewusst. Grundsätzlich ist es so, dass es jeder selbst wissen muss, was er macht. Er wusste es wohl vorher, dass das nicht ohne Ärger abgehen würde. Ich bin kein Freund davon, wenn Leute beurteilt werden, ob nun Trainer oder Spieler. Aber wenn er mit den Reaktionen zurechtkommt, mit sich selbst ins Reine kommt, dann ist es für ihn eben okay.“

Zurück zum Länderspiel. Gut oder schlecht für den HSV, dass es diese Pause gibt? Ich persönlich finde sie nach wie vor gut, denn irgendwie scheint wieder ein wenig Ruhe in die Stadt (Hamburg) eingekehrt zu sein. Westermann sieht es ein kleines bisschen anders: „Ich fand es zuletzt so, dass wir nicht so schlecht drauf waren. Deswegen hätte ich es gut gefunden, wenn es gleich weitergegangen wäre. Mit einer solch miesen Punktzahl in eine Pause zu gehen, ist nämlich nicht so von Vorteil . . .“ Kann ich auch verstehen. Jeder Spieler ist ja bemüht, schlechte Spiele (oder den entstandenen Schaden) so schnell wie möglich zu beheben. Und das dauert nun immerhin 14 Tage . . .

Dann wartet Werder in Bremen. Ebenfalls eine harte Nuss. Ich hatte Werder in dieser Saison mit im Abstiegskampf erwartet, scheine mich aber (einmal mehr) getäuscht zu haben. Vielleicht jedoch wirkt sich ja der Weggang von Per Mertesacker doch noch nachteilig aus. Abwarten. Heiko Westermann geht aber eigentlich davon aus: „Sein Wechsel zum FC Arsenal ist sicher ein Vorteil für uns, aber trotz allem ist Werder mit bislang neun Punkten der Favorit. Wir müssen dieses Spiel aber – gemeinsam mit den Fans – als eine Chance aufnehmen. Wir können dieses Spiel gewinnen, warum sollten wir es nicht gewinnen? Wenn wir so auftreten wie gegen Köln, dann ist das möglich. Und mit einem Sieg hätten wir dann mit einem Schlag viel Sachen wieder gutmachen.“ Westermann weiter: „Wir haben sicher Respekt vor Werder, aber wir sollten keine Angst haben. Wir können da gewinnen, das ist klar – aber wir haben bislang kein Spiel gewonnen, haben erst einen Punkt. Mit einem Sieg hätten wir sicher auch das nötige Selbstvertrauen.“
Um das Feld von hinten aufzurollen?

Abwarten.

So, ich möchte heute noch einen Schlenker auf ein ganz besonderes Spiel machen:

Beim siebten „Tag der Legenden“ treffen an diesem Sonntag am Millerntor mehr als 70 Fußballhelden aus drei Generationen aufeinander. Beim „Showdown am Millerntor“ sind, neben anderen, Jens Lehmann, Jürgen Klopp und Kevin Keegan dabei. 23 000 Hamburger haben sich ihre Karten bereits im Vorverkauf gesichert, im Vorverkauf und an der Stadion-Tageskasse (geöffnet ab 9 Uhr) sind noch rund 1000 Stehplatzkarten erhältlich.

Der Reinerlös des Benefizspiels kommt der von TV-Moderator Reinhold Beckmann 1999 gegründeten Jugendinitiative NestWerk e.V. zugute, die sich u. a. mit kostenlosen Sport- und Musikangeboten für Jugendliche in benachteiligten Hamburger Stadtteilen engagiert. Schirmherr ist in diesem Jahr Boxweltmeister Wladimir Klitschko.

„Hamburg gegen Deutschland und den Rest der Welt“ heißt das Spiel, bei dem einige der erfolgreichsten deutschen Fußballer aller Zeiten antreten. Im „Team Deutschland“ sind u. a. Franz Beckenbauers „Helden von Rom“ – Andreas Brehme, Guido Buchwald und Olaf Thon – ebenso wie die 96er Europameister Markus Babbel, Fredi Bobic, Dieter Eilts und Thomas Helmer. Nach seinem überraschenden Kurz-Comeback bei Arsenal London in diesem Frühjahr betritt auch Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann erneut die große Fußballbühne. Auf eigenen Wunsch will er im Sturm spielen, u. a. an der Seite von Oliver Neuville. Erstmals läuft Meistertrainer Jürgen Klopp am Millerntor auf – unter der Regie von „Team Deutschland“-Coach Felix Magath, der gemeinsam mit Stefan Effenberg an der Seitenlinie stehen wird.

Für das „Team Hamburg“ laufen zahlreiche HSV- und Pauli-Heroen auf. Neben Manfred Kaltz, Stefan Beinlich, Franz Gerber, Richard Golz, Bernd Hollerbach und Dirk Zander stehen u.a. auch HSV-Trainer Michael Oenning und St. Pauli-Coach André Schubert im Kader. Erstmals ist sogar HSV-Ikone Kevin Keegan am Millerntor dabei – der „Kleine“ wird eventuell der Größte sein.

Die Lokalmatadoren wollen ihre Erfolgsbilanz beim „Tag der Legenden“ weiter ausbauen: Im Vorjahr feierten 24 500 Zuschauer im ausverkauften Millerntor einen 3-2-Heimerfolg der Hamburger – und sorgten für einen neuen Besucherrekord.

Schiedsrichter des legendären Spiels sind in diesen Jahr Walter Eschweiler und Bernd Heynemann.

Rund um das Ballspektakel am Millerntor gibt es ein großes Familienprogramm mit Aktionen, Autogrammstunden und einer Showbühne. Die Stadion-Moderation übernimmt Lou Richter. In der Halbzeitpause wird Stefanie Heinzmann live auftreten.

Der NDR übertragt das Match live in seinem Fernsehprogramm (ab 15 Uhr). Abends wandelt sich der „Tag der Legenden“ zur glamourösen „Nacht der Legenden“: Im „Schmidts Tivoli“ auf dem Kiez treten Sonntagabend u.a. Olli Dittrich, Ralf Schmitz und Dick Brave and the Backbeats auf. Erwartet werden 600 geladene Gäste: Neben allen Fußball-Legenden kommen u.a. Prominente aus Sport und Kultur wie Wladimir Klitschko, Ina Müller, Johannes B. Kerner, Matthias Opdenhövel, Michael Stich, Frank Schätzing und Dieter Pfaff.

Auch wenn es das ungeliebte Millerntor ist – geht (bitte) hin zu diesem Spiel, denn es ist ja auch für einen guten Zweck.

16.21 Uhr

Keegan lobt, Skjelbred kommt, Pit ist verkauft

5. Juli 2011

Per Skjelbred (24) also. Der zentrale Mittelfeldspieler von Rosenborg Trondheim hat bereits den Medizincheck in der Hansestadt absolviert. Erfolgreich. Und er reist auch heute wieder ab. Denn: Auch wenn man dem Nationalspieler bei Rosenborg keine Steine in den Weg legen will, haben beide Klubs noch keine Einigung erzielt. Die Norweger wollen nach eigener Aussage erst einen Ersatz an Land ziehen. Zudem soll der einstige Gewinner einer Fußball-Casting-Show (er gewann damals eine Woche Probetraining beim FC Liverpool) erst noch die Qualifikation zur Champions League für die Norweger absolvieren. Als Ablösesumme sind 900000 Euro im Gespräch.

Dennoch dürfte nicht mehr viel schief gehen. Selbst auf der vereinseigenen Homepage Trondheims hat sich der sportliche Leiter der Norweger, Erik Hoftun, schon zu Wort gemeldet. „Wir verhandeln mit dem HSV“, sagt Hoftun, „und wir haben bereits angedeutet, dass wir nicht verkaufen wollen, bis wir einen Ersatz haben. Aber Per hat es verdient und beide Klubs sind sich einig, dass es eine tolle Chance für Per ist. Wir hoffen, dass er in ein par Jahren wieder zu uns zurückkommt.“

Beachtenswert ist insbesondere der Werdegang Skjelbreds. Nachdem er in der Probewoche beim FC Liverpool überzeugt hatte, bot ihm Liverpool einen Jugendvertrag an. Skjelbred lehnte ab und entschloss sich stattdessen für einen Profivertrag bei Rosenborg Trondheim. Dort debütierte er im Juni 2004 als Sechzehnjähriger, absolvierte aber ob der starken Konkurrenz im Mittelfeld lediglich ein weiteres Spiel. Ein Jahr später schaffte er es zum Stammspieler bei Rosenborg und brachte es bislang (hier variieren die Angaben allerdings) auf 12 Länderspiele für Norwegen.

Nichts mehr offen ist bei Jonathan Pitroipa. Am Sonntag war der Burkinabe gen Frankreich geflogen, um dort erfolgreich den Medizin-Check zu absolvieren. Am heutigen Mittwoch unterschrieb der pfeilschnelle Außenstürmer seinen neuen Vertrag bis 2013 plus Option auf ein weiteres Jahr. Dem HSV bleiben 3,5 Millionen Euro Ablöse zuzüglich einer Erfolgsprämie, sollte Rennes sich im Laufe der Saison wieder für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren. „Ich hatte eine tolle Zeit beim HSV“, sagt Pitroipa, „aber ich möchte auch immer spielen. Und das ist in Rennes vielleicht etwas wahrscheinlicher als in Hamburg.“ Immerhin drei Jahre lang hatte Pitroipa vergebens auf einen Stammplatz hingearbeitet. „Es waren drei identische Jahre. Ich habe gespielt – dann wieder nicht – und dann plötzlich doch wieder. Das war nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Und es war nicht das, was der HSV wollte. Deshalb ist die Trennung letztlich die beste Lösung für alle.“ Was Pitroipa unerwähnt ließ ist, dass der HSV mit ihm vorzeitig verlängern wollte, der Außenstürmer aber mit 2,5 Millionen Euro per annum einen deutlich zu hohen Betrag aufrief.

Immerhin kann der HSV so wieder investieren. In Skjelbred – aber womöglich in noch einen weiteren offensiven Spieler. Glaubt man meinen hochgeschätzten und eigentlich immer sehr gut informierten Bild-Kollegen, ist Arnesen noch immer um die Dienste des Schweizers Xherdan Shaqiri vom FC Basel bemüht. Allerdings hatte ich gehört, dass der 19-Jährige sowohl im Gehalt als auch in seinen sportlichen Vorstellungen mit der HSV-Philosophie nicht vereinbar sein soll. Shaqiri soll sogar das Angebot einen Europa-League-Teilnehmers abgelehnt haben, weil er zumindest Champions League spielen will.

Ansprüche, die eine Qualität voraussetzen, die Kevin Keegan in seinen besten Tagen als Aktiver beim HSV allemal hatte. Grund genug, „Mighty Mouse“ dafür zu ehren. Keegan hinterließ dafür heute seinen Fußabdruck im HSV-Museum für den „Walk of Fame“. Dabei war Keegan eigentlich nur nach Deutschland gekommen, um seinen leider noch kranken Freund und früheren Masseur Hermann Rieger zu besuchen. „Hermann war meine erste Bezugsperson, als ich mit 27 Jahren 1977 nach Hamburg kam. Er als Bayer konnte zwar kein Deutsch – das hab’ ich ihm später beigebracht – aber er ist zu mir immer nett gewesen, hat mir geholfen, wie er es mit jedem Menschen um sich herum getan hat. Hermann ist einfach ein besonderer Mensch.“ Worte, denen ich nichts hinzufügen kann und möchte.

Aber der ehemalige Deutsche Meister, der bis 1980 beim HSV spielte, hatte nicht nur für seinen besten Freund Hermann Rieger warme Worte, sondern auch für seinen ehemaligen Klub: „Der HSV hat ein ziemlich junges Team zusammengestellt. Ich wünsche der Mannschaft alles Glück der Welt und bin überzeigt, dass der Verein wieder an alte erfolgreiche Zeiten anknüpfen kann, wenn man hier Geduld hat.“ Das gelte auch für die beiden Neuzugänge Jeffrey Bruma und Michael Mancienne (steigt voraussichtlich morgen ins Training ein). „Die beiden kenne ich vom FC Chelsea. Zwei absolute Glücksgriffe für den HSV. Beide Spieler haben ihr Talent bereits nachgewiesen und machen mit dem HSV den nächsten Step. Sie kommen vom großen FC Chelsea – und sind beim großen HSV. Das ist auch kein zu großer Schritt. Und wenn die Fans, die naturgemäß Erfolg erwarten dürfen, sie sich entwickeln lassen und motivieren, werden sie zwei Verstärkungen bekommen.“

Keegan, der selbst keine Lust mehr auf ein Amt im Profifußball hat („Für mich gibt es inzwischen wichtigere Dinge im Leben“) und sich nur noch als ESPN-TV-Experte an den Wochenenden verdingt, ist gespannt. Er glaubt, dass die Verjüngung der richtige Weg ist, warnt aber auch: „Die Erwartungshaltung in Hamburg ist immer sehr groß. Nur wenn nach außen zu erkennen ist, dass die Mannschaft eine Entwicklung nimmt, reißt sie die Anhänger mit. Und darauf wird es ankommen.“

Worte, die Uli Stein, der sich seinerseits mit seinem Fußabdruck verewigte, nur unterstreichen kann. „Die Vorbereitung zählt nichts, auch nicht ein 1:5 gegen Wolfsburg. Vielmehr muss man abwarten, wie schnell die Mannschaft zusammenwächst. Denn der Saisonstart hat es in sich.“ An der Zusammenstellung des Kaders hat Stein nichts zu kritisieren. Im Gegenteil: „In den letzten Jahren hat man immer viele Stars geholt, ist aber nie eine Mannschaft geworden. Jetzt muss man eine gesunde Mischung finden aus jungen Spielern und dem Korsett erfahrener Profis, die den Rest führen. Und davon hat der Klub noch genügend.“ Zwar kenne er den neuen offensiven Mittelfeldspieler des HSV aus Norwegen auch noch nicht, „aber so ist auch die Erwartungshaltung nicht so hoch. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: der HSV gehört unter die ersten Sechs. Jedes Jahr. Aber als Fan verzeihst du der Mannschaft Fehler eher, wenn Du siehst, dass da gewillte Junge Spieler auf dem Platz alles geben und sich entwickeln. Und dafür ist es beim HSV vielleicht genau der richtige Zeitpunkt.“

Ebenso wie für Jaroslav Drobny, den der ehemalige Deutsche Meister mit dem HSV für einen würdigen Rost-Nachfolger hält. „Drobny ist ein Top-Mann, ein guter Torwart. Ich habe nie verstanden, weshalb der HSV vor der letzten Saison Rost hatte und damals trotzdem noch Drobny holte. Aber jetzt ist Drobny allemal in der Lage, in die Fußstapfen von Rost zu treten und ein Teil des erfahrenen Korsetts zu sein.“

In diesem Sinne, wenn so viele Ex-Weltklassespieler und Deutsche Meister so positiv gestimmt sind, muss doch was dran sein. Oder?

Scholle
19.40 Uhr

P.S.: Kleine Anekdote noch vom Keegan-Besuch: Im Sommer 2008 schien ein Wechsel Skjelbreds zu Newcastle United bereits sicher. Hätte damals nicht der damalige Newcastle-Manager – Kevin Keegan – einen Tag vor Ablauf des Transferfensters das Angebot zurückgezogen. „Daran erinnere ich mich nicht“, sagte Keegan heute. Erst als ihn norwegische Kameraleute auf den 24-Jährigen ansprachen, schien er sich zumindest an den Spieler zu erinnern. „Der HSV ist eine große Möglichkeit für ihn. Er ist 24, ein großes Talent – und der HSV ein Riesenklub. Allein die vielen Zuschauer werden ihn schon motivieren und eine tolle Entwicklung nehmen lassen.“

P.P.S.: Training ist morgen um 8.30 Uhr (wahrscheinlich nur Laufen) und um elf Uhr auf dem Platz. Am Abend um 18.30 Uhr spielen die Oenninger dann im Plambeck-Stadion in Norderstedt gegen eine Polizeiauswahl aus Hamburg und Schleswig-Holstein.

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