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Magath unterschreibt beim FC Fulham! Der ruhige Freitag – oder nur die Ruhe vor dem Sturm?

14. Februar 2014

*******Eben noch #HSV, jetzt Premier League: Felix #Magath ist neuer Trainer beim FC Fulham*****

Heute war mal so gar nichts anders als sonst. Nichts außergewöhnlich. Nicht einmal der Aufsichtsrat – oder ist Ruhe doch etwas Außergewöhnliches? Egal wie, auch das Training war heute wie immer vor Auswärtsspielen wenig bis gar nicht spektakulär. Kreisspiel in verschiedenen Varianten und ein Zonen-Spiel mit Überzahl – und nach gut 75 Minuten war Feierabend. Die Spieler waren zumindest ein wenig in Bewegung und versammelten sich vor dem Ausgang und warteten, bis alle da waren, um dann von ihrem Trainer in die Kabine geschickt zu werden.

Die Sendung beginnt um 17:30 Uhr.

Von eben jenem Trainer, dem man öffentlich schon ein „Spiel auf Bewährung“ in Braunschweig angekündigt hat. „Für mich ist dieser Druck nicht schlimm. Ich kenne den, der gehört dazu“, versucht van Marwijk die Situation um ihn herum ein wenig zu deeskalieren. Und ich nehme ihm seine Ruhe auch ab. Nach sechs Niederlagen in der Bundesliga nacheinander, einem 0:5 im Pokal gegen Bayern und dem 17. Tabellenplatz mit der schlechtesten Punktequote aller HSV-Trainer musste die Diskussion um seinen Posten kommen. Das weiß und sagt auch van Marwijk, der zudem wissen dürfte, dass eine Abberufung gerade für ihn jetzt auch positive Aspekte bereithielte…


Dennoch will er kämpfen. Sagt van Marwijk selbst. Ihn interessiere nicht, ob um ihn herum neue Trainer für seinen Posten gehandelt werden. Nicht einmal, dass seine „Verbündete“ aus dem Vorstand, insbesondere Sportchef Oliver Kreuzer bereits Gespräche mit potenziellen Nachfolgern führen. Zum Beispiel Martin Jol, der Niederländer ist einer davon. Mirko Slomka ein weiterer. Der Hannoveraner soll seinerseits großes Interesse am Job in Hamburg haben – hatte er in den letzten Jahren eh immer mal wieder. Ich erinnere mich noch an den Abgang von Jol, in dessen Folge ich ein Interview mit Slomka hatte. Darin bekundete er sein Interesse am Trainerposten beim HSV, musste dann aber Bruno Labbadia den Vorzug lassen.

Slomka soll Kreuzer von einem Aufsichtsrat „sehr nahegelegt“ werden. Was in meinen Augen grundsätzlich eine Schwierigkeit darstellt. Zumindest jetzt. Denn immerhin ist es wiederholt der Eingriff der Aufsichtsrates ins operative Geschäft und zudem kommt das in einer Phase, in der Kreuzers berufliche Zukunft beim HSV von ebene jenen Räten abhängig ist, mit ner Menge bitteren Beigeschmackes rüber, um an dieser Stelle das Wort Erpressung zu vermeiden…

Nein, es ist eine völlig verkorkste Situation. Man spricht schon mit Nachfolgern von van Marwijk, würde ihn aber „zu 100 Prozent den Rücken stärken“, wenn er in Braunschweig gewinnt. Was für ein Quatsch. Am vergangene Sonntag hatte der Vorstand in der Aussprache vor den Kontrolleuren zwar bekräftigt, weiter an van Marwijk zu glauben. Allerdings formulierte Kreuzer an jenem Sonntag schon, dass eine Niederlage in Braunschweig gleichbedeutend mit der Demission van Marwijks wäre. Und so kommt mir diese ganze Diskussion zwischen dem Vorstand und den Aufsichtsräten wieder nur vor, als wäre es ein sinnloses Kräftemessen. Dass die bekannt gewordene und von den Beteiligten bestätigte Diskussion um van Marwijk allein schon die Ablösung des Trainers nach sich ziehen muss – egal. Nach dem Motto, „Warten wir das Braunschweig-Spiel noch ab. Wenn er da nach sechs Niederlagen in der Liga gewinnt, ist er trotz des Zweifels an ihm wieder der Beste für uns“ verpassen es alle, vom Vorstand bis zum letzten Rat (oder Rätin), die aktuelle Gefahr zu erkennen und zu handeln.

Und Dieter hätte da auch gleich eine Idee. Er würde sogar über seinen eigenen Schatten springen und jemanden empfehlen, mit dem er persönlich nicht besonders gut klarkam: Huub Stevens. Allerdings ist der bei PAOK Saloniki noch bis 2015 unter Vertrag und dem Vernehmen nach auch glücklich dort. Was Dieter zum Namen Thomas Doll übergehen ließ. Denn der steht zwar bei Ferencvaros Budapest unter Vertrag, würde den aber für seinen HSV sofort auflösen, wenn er gefragt würde. Das wiederum erscheint eher unwahrscheinlich – trotzdem Dieter mit einer Menge guter Argumente für Doll zu werben versteht. Vor allem die nachweislich für den HSV vorhandene Leidenschaft stellt Dieter raus – und ich gebe ihm Recht. Dennoch glaube ich nicht, dass Doll beim HSV von den Entscheidern als Lösung gesehen wird. Zumal dann nicht, wenn er aus seinem Vertrag herausgekauft werden müsste…

Denn das ist auch klar: dieser HSV will kein Geld ausgeben. Er will einfach nur gerettet werden. Ohne finanziellen Aufwand bitte…

Unmöglich? Tatsächlich nicht…

Felix Magath hatte vorgeschlagen, im Falle des Klassenerhaltes eine Erfolgsprämie von einer Million Euro zu bekommen und bis dahin ohne Bezahlung zu arbeiten. „Weil ich überzeugt davon bin, dass diese Mannschaft zu retten ist, dass das Potenzial da ist, um die Klasse zu halten“, so Magath, der zugleich aber einen Posten im Vorstand als Verantwortlicher für den sportlichen Bereich haben wollte. Zudem wollte er seinen Assistenten Bernd Hollerbach und sein Team mitbringen, wofür ihm der Aufsichtsrat allerdings nur „kleines Geld“ zugestehen wollte.

Nein, die Causa Magath/HSV passte nicht – und das macht das ganze Theater in dieser Woche noch fataler. Ich bin leider fest davon überzeugt, dass die öffentliche Bloßstellung purer Ahnungslosigkeit dem Verein mächtig Schaden zugefügt hat. Neben dem Pokalspiel ist auch das erste Abstiegsendspiel in Braunschweig schon unnötig vorbelastet. Immerhin weiß doch inzwischen jeder, dass sowohl der Sportchef als auch der Trainer auf der Kippe stehen. Und wer da schon mal stand, hat es in den allermeisten Fällen auch nicht überlebt…

Wobei ich mich frage, ob der HSV einen Slomka günstig schießen kann? Ich glaube es eher nicht. Und bei Martin Jol noch weniger. Denn der Niederländer würde ebenfalls wie Magath seinen eigenen Trainerstab mitbringen wollen.

Aber okay, abwarten. Vielleicht ändert sich personell ja gar nichts.

Womit das Spiel in Braunschweig auch ein echter Charaktertest für die Mannschaft ist. Wie reagiert die Mannschaft? Kämpft sie um Punkte und somit auch für ihren Trainer? „Der Trainer ist wirklich gut, glaub mir das“, hatte mir Heiko Westermann nach dem 0:5 gegen Bayern versichert und sich samt seiner Kollegen in die Pflicht genommen: „Wir verteidigen nicht gut, setzen die Vorgaben des Trainers immer nur bis zu einem Punkt um, wo wir ein Negativerlebnis zu verkraften haben. Und da müssen wird drüberweg. Wir müssen mit allem, was uns zur Verfügung steht die Null verteidigen und vorne mindestens eins machen. Wir brauchen ein Erfolgserlebnis, um den Glauben an uns zurückzugewinnen.“

Stimmt.

Und wenn Heiko Westermann wirklich Recht hat, dürfte die Mannschaft am Sonnabend beim Tabellenletzten um ihr Leben rennen. So, wie es die Braunschweiger gemacht haben und ganz sicher auch gegen den HSV machen werden. Wer sich morgen zurücknimmt gehört aussortiert. So, wie es Gojko Kacar passiert ist. Der Serbe wurde gerade bis Saisonende nach Japan verliehen. Ohne Ablöse und mit einer Zuzahlung zum Gehalt seitens der Hamburger. Aber zurück zur aktuellen Mannschaft, die in Braunschweig zentral auf Milan Badelj verzichten muss. Rund drei Wochen fällt der Kroate mit einem Bänderanriss im Knöchel aus und. Tomas Rincon, der gegen die Bayern noch am besten war (wenn man das bei einer derartigen Vorführung überhaupt so sagen darf) wird voraussichtlich mit Tolgay Arslan die Doppelsechs bilden, sofern van Marwijk nicht von seinem 4-2-3-1-System abrückt. Davor sollen Hakan Calhanoglu, Rafael van der Vaart und Ivo Ilicevic wirbeln und Pierre Michel Lasogga mit Pässen füttern. „Alles gut, ich bin bereit“, sagte Lasogga nach dem Training. Ob er von beginn an spielt, wusste er allerdings auch noch nicht.
Gespannt bin ich bei der Viererkette. Zentral werden Tah und Westermann wieder spielen, da bin ich mir ziemlich sicher. Links wird Jansen schon allein ob fehlender Alternativen auflaufen und rechts – da hat van Marwijk die Entscheidung zwischen Zhi Gin Lam und Dennis Diekmeier zu treffen. Und ich persönlich glaube, dass der Niederländer wieder wechseln wird und Lam diesmal nur auf der Bank sitzt. Aber okay, noch ist das nicht mehr als reine Spekulation – womit wieder der Bogen hergestellt ist zum Thema Nummer eins dieser Tage. Die Trainerfrage. Als hätte der Klub nicht schon Sorgen genug…

Womit ich zum Ende des Blogs komme. Es war mal wieder eine extrem intensive, aufreibende Arbeitswoche mit und beim HSV. Und ehrlich gesagt fällt mir auch wirklich nicht mehr viel ein, was ich noch sagen kann. Im Gegenteil: Ich kann nur noch hoffen. Das ist zwar leider ziemlich unbegründet, aber eben alternativlos. Ich kann nur hoffen, dass der HSV das Spiel am Sonnabend gewinnt und anschließend die Trainerfrage abschließend klärt. Und wenn in diesem Thema endlich Ruhe eingekehrt sein sollte, sollten sich einige Herren in Vorstand und Aufsichtsrat überlegen, wie sie dem Verein mehr helfen – im Amt oder nur noch als Privatperson…

Meine Antwort darauf ist bekannt.

In diesem Sinne, gebt nicht auf! Glaubt weiter daran, dass es klappt und unterstützt die Mannschaft auch dann, wenn es mal so richtig schwer fällt. So, wie jetzt.

Bis morgen! Dann aus dem Champs und mit Matz ab live nach dem Spiel.

Scholle

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