Archiv für das Tag 'Jiracek'

2:0 in Kassel – Sieg ohne Sternchen

24. Juli 2015

Hessen Kassel-HSV

Zwei Tore im Auestadion für den HSV

Der Test beim KSV Hessen Kassel mag von den äußeren Umständen den Charakter des DFB-Pokalspiels bei Carl Zeiss Jena am 9. August vorempfunden haben – die Leistung des HSV, bei dem Ivo Ilicevic die Kapitänsbinde trug, sollte sich steigern. Mit 2:0 gewann die Elf von Bruno Labbadia am heutigen Abend. Immerhin ein Sieg im dritten Auftritt innerhalb der Harsewinkel-Woche – viel mehr positive Erkenntnisse dürften die Verantwortlichen nicht mitgenommen haben. Lasogga und Cleber erzielten die Treffer, Gregoritsch und Schipplock liefen erstmals im HSV-Trikot auf.

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Nur Lasogga trifft – HSV 1:1 gegen Bursaspor

22. Juli 2015

HSV-Bursaspor

Test in Harsewinkel: HSV – Bursaspor

Adrenalinschub für die HSV-Kicker in Harsewinkel. Statt der Nachmittags-Trainingseinheit gab’s einen Testkick gegen den türkischen Club Bursaspor, der über zwei Mal 35 Minuten angesetzt war. Am Ende geht die Partie 1:1 aus – für den HSV trifft Lasogga per Foulelfmeter. Durch das späte Gegentor haben sich die Hamburger ihre kleine Belohung für die intensive Trainingsarbeit in Ostwestfalen genommen. Außerdem gibt es zur Minute immer noch keine Entscheidung um Michael Gregoritsch. Der Österreicher soll aus Bochum kommen, nach wie vor. Auch heute hieß es, eine Einigung stehe unmittelbar bevor. Tatsächlich hatte ich nach Gesprächen heute morgen damit gerechnet, dass wir von den Vereinen die endgültige Vollzugsmeldung erhalten würden – aber noch immer ist es nicht fix. Hängepartie reloaded.

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0:2 in Bielefeld – erster Dämpfer für den HSV

18. Juli 2015

Matz ab in Bielefeld

Wie immer gut vertreten: Matz ab in der Bielefelder Schüco Arena

Eine Woche nach dem Titelchen beim Telekom-Cup kassierte der HSV seine erste Testspielniederlage der Saison-Vorbereitung. Zum Auftakt des Trainingslagers in Harsewinkel machte Trainer Bruno Labbadia mit seinem Team bei Arminia Bielefeld Station. Das Wetter war top, die Kulisse ebenfalls – aber auf dem Rasen blieb zu viel Stückwerk. Die Hamburger verloren verdient mit 0:2. Trotzdem gab es auch erfreuliche Nachrichten. Albin Ekdal ist endlich richtig da und hat seinen Vierjahresvertrag unterschrieben – und dann gab’s noch eine Personalie.

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Ekdal kommt , Spahic trifft – und Labbadia ist unzufrieden

15. Juli 2015

Emir Spahic feierte heute sein Debüt im HSV-Trikot - und traf dabei

Emir Spahic feierte heute sein Debüt im HSV-Trikot – und traf dabei. Foto: Witters

Man ist immer schnell dabei, sich auf das Neue zu stürzen. Es ist aufregend, weil noch unbekannt. Die Auswirkungen werden im Vorfeld bis zum
Maximum ausgeschmückt. Kurzum: Der geneigte HSV-Fan macht sich neue Hoffnung. Und das ist auch gut so. So soll es sein. Aber es geht auch anders. Denn ohne irgendeinem Neuen dieses HSV etwas absprechen zu wollen – der Blick für das Naheliegende muss auch bei uns Zuschauern wieder geschärft werden.

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Bandow will „Beiersdorfers Handschrift“ +++Breaking: Behrami bis 2018 in Watford+++

11. Juli 2015

Schöne Grüße aus dem Flieger. Am Nachmittag ist die HSV-Mannschaft per Charterflugzeug aus der Schweiz, genauer gesagt vom Flughafen in St. Gallen, aufgebrochen Richtung Düsseldorf. Von unterwegs sendeten Lewis Holtby, Nicolai Müller, Pierre Michael Lasogga und Ivica Olic einen fröhlichen Twitter-Gruß. Der erste Teil der Vorbereitung ist vorbei – und morgen steht also der erste öffentliche Gradmesser an für den HSV beim Telekom-Cup. Im Anschluss daran, dies müsst Ihr Euch bitte schon einmal vormerken, läuft wieder ein „Matz ab live“ – diesmal mit Joachim Dipner vom Hamburger Fußball Verband, der auch mit dabei war im Schweizer Trainingslager, sowie Trainer-Legende Bert Ehm. Los geht es gegen 19.30 Uhr, also nach Ende des Vierer-Turniers.

Natürlich kann man in Mönchengladbach keine Standortbestimmung erwarten. Das hat Bruno Labbadia schon nach wenigen Tagen im Trainingslager deutlich gemacht, und diese Aussage gilt nach wie vor – und sie gilt für alle teilnehmenden Teams: „Bei uns sind einige Spieler erst seit wenigen Tagen im Training und kommen mit unterschiedlicher Fitness. Es ist ein schönes Forum, um sich einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, aber es ist noch lange hin bis zum Bundesligastart.“

Wie es auch kommen mag und welche Transfers sich noch ergeben – der ehemalige Aufsichtsrats-Vorsitzende Udo Bandow erwartet ein anderes Auftreten vom HSV als in der abgelaufenen Saison. „Der auch von mir mit großen Erwartungen wiedergewonnene Dietmar Beiersdorfer konnte kurzfristig nicht an die erfolgreichen Verpflich­tungen, die wir in unserer gemeinsamen Zeit seit 2002 hatten, anknüpfen“, sagt Bandow rückblickend. Der 83 Jahre alte Banker war vor 13 Jahren einer der großen Befürworter des Einstiegs von Dietmar Beiersdorfer, und er hat auch 2014 im Hintergrund Gespräche geführt, damit Beiersdorfer zurückkommen konnte.

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Ungewohnt bescheidene Töne im Volksparkstadion

1. Juli 2015

Dietmar Beiersdorfer

Da hatten sich die beiden aber mal was vorgenommen. Ehrlich und authentisch sollte es sein. Und das wurde es auch. Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer und sein Trainer Bruno Labbadia referierten zum Trainingsauftakt über den Stand der Dinge. Und bis auf die bevorstehende Verpflichtung von Gotoku Sakai konnten sie noch nicht vieles in Sachen Personal berichten, was optimistisch stimmt. Im Gegenteil. Den ganzen Beitrag lesen »

Auf der Suche nach dem neuen Herzstück

7. Juni 2015

Champions-League-Finale in Berlin. 75.000 im Stadion, halb Spanien und halb Italien vor den Fernsehgeräten. Es geht um den höchsten Titel in Europa. Am Ende gewinnt der Favorit, freut sich ekstatisch, und der gemeine Hamburger sitzt auf dem Sofa vor der Glotze und denkt sich nur: Regt Euch doch nicht so auf, seid doch nicht so nervös – es ist doch nur Champions League.

Ja, was ist das alles im Vergleich zum Drama in Karlsruhe. Zweifelsohne eine andere Fußballwelt. Den ganzen Beitrag lesen »

Jarolim betet für den HSV: “Wir packen das!”

31. Mai 2015

Mit 19 Spielern reiste der HSV heute Abend nach Karlsruhe. Für den Fall, dass doch noch einer ausfällt, nachdem zuletzt Petr Jiracek (Knie), Ivica Olic (Rücken). Pierre Michel Lasogga (irgendwie alles ein bisschen) und Ivo Ilicevic (Adduktoren) angeschlagen waren und heute im Abschlusstraining mitwirken konnten. Daumen hoch hieß es anschließend bei Ilicevic, der zwar vorzeitig in die Kabine ging – allerdings aus reiner Vorsicht. Ebenso bei Olic, der zunächst als 50:50-Kandidat galt, jetzt aber grünes Licht gab. „Das ist super. Ivi ist mit seiner Art immer einer, der entscheiden kann“, freut sich auch Ivica-Freund und Ex-HSVer David Jarolim aus der Ferne, ehe er entscheidend einschränkt: „Wenn er fit ist.“

Denn das war der Kroate zuletzt nicht. Gegen Karlsruhe im Hinspiel sah man ihm an, dass ihn die Rückenbeschwerden in der Beweglichkeit einschränkten. „Aber selbst wenn er nicht von Beginn an spielt, ist er einer, der bei einer Führung zum Beispiel als einzige Spitze die Abwehr des Gegners so beschäftigt, dass das wiederum die eigene Defensive entlastet. Kein Gegner kann ruhig das eigene Spiel aufbauen, wenn gegenüber so ein Ivi rumläuft.“ Telefoniert habe Jarolim mit seinem Kumpel extra nicht. „Ich habe mit Drobny gesprochen – aber auch nur vor dem ersten Relegationsspiel. Danach sollen sich alle voll auf die Relegationsspiele konzentrieren.“

 

Ob er das Hinspiel gesehen hat? „Ja, aber nur am TV, da ich mich parallel noch auf meine Aufnahmeprüfung zum Fußballlehrer vorbereiten muss. Ich hatte aber meinen Vater und meinen Bruder vor Ort – und wir haben seeeehr viel telefoniert.“ Weil sie so erschrocken waren? „So ungefähr. Mein Vater hatte den HSV länger nicht gesehen und war erstaunt über die vorsichtige Spielweise“, so Jarolim junior. Wie er selbst das Spiel gesehen hat? „Das Ergebnis ist völlig okay – weil es besser als das Spiel war. Und es bedeutet, dass du auswärts einen Treffer erzielen musst. Genau das hättest Du aber auch machen müssen, wenn Du im Hinspiel 0:0 gespielt hättest.“

 

Und obwohl Jarolim anzumerken ist, dass er enttäuscht war vom Hinspiel, kommt in dem Mittelfeldspieler sofort der HSV-Kapitän durch, der er einst mal war. „Relegation ist mächtig Druck, da geht fast alles über die mentale Stärke. Und ich bin mir sicher: Karlsruhe wird im Rückspiel mehr machen als in Hamburg. Sie werden uns mehr Räume bieten, weil sie zu Hause spielen und ihre große Chance wittern. Und wenn wir es schaffen, die Mischung aus defensiver Stabilität und schnellem Umschalten hinzubekommen – dann packen wir es.“ Wir wohlgemerkt. Wie der HSV aber mit dem vorhandenen Personal schnell umschalten soll, weiß auch Jarolim nicht wirklich. Stattdessen konstruiert er sich selbst ein wenig Hoffnung: „Mit Diekmeier kommt ein schneller Mann wieder rein, der nach vorn Dampf machen kann. Zusammen mit Ivo Ilicevic, den ich im Hinspiel übrigens echt gut fand.“

 

Am Montagmorgen wird Jarolim in ein Kloster gehen und für den HSV beten. Und das, obgleich er gar nicht besonders gläubig ist. Aber wenn er schon nicht selbst als Glücksbringer vor Ort sein könne – dann wolle er zumindest im Geiste dabei sein. „Ich mache alles für dieses eine Spiel. Es ist ein richtiges Finale. Ein Spiel, in dem wirklich alles scheißegal ist – außer der Sieg.“ Auch die Aufstellung?

David Jarolim Fussball Abschiedsspiel David Jarolim, HSV All-Stars - Jarolim Dream-Team

David Jarolim
setzt auf seinen HSV: “E wird schwer – aber wir schaffen es!”

Heute im Training agierte die A-Elf mit Diaz und van der Vaart zentral-defensiv, während davor Ilicevic, Holtby und Stieber agierten. „Warum eigentlich Jiracek oder van der Vaart? Ich könnte mir sogar vorstellen, dass van der Vaart neben Jiracek eine sehr gute Alternative wäre“, so Jarolim, der seinen Landsmann betreffend hinzufügt: „Petr muss natürlich fit sein – aber dann ist er eine echte Variante. Petr hat in seiner Karriere schon genug schwere Spiele gespielt und kennt den Druck. Und er hat Biss. Petr will immer, der kann einfach nicht verlieren. Und diese Mentalität muss morgen von der ersten Sekunde an zu sehen sein. Und das vor allem auch bis zur letzten Sekunde. Wir müssen morgen ackern, was der Körper hergibt. Danach ist genug Zeit für alle, um auszuruhen.“ Außer für die Nationalspieler, die zu ihren Teams fliegen müssen – sage ich und bekomme sofort die Quittung: „Aber auch das darf nichts zählen. Gar nichts!“, raunzt mich Jarolim an. Wobei – inhaltlich hat er Recht. Daher belasse ich es dabei. Zu einem Ergebnis-Tipp wollte sich Jaro dann auch nicht hinreißen lassen. Außer, dass der HSV die Klasse hält. „Scheiß drauf wie – aber das klappt!“

 

Na dann, ich vertrete ja auch die Meinung, dass der HSV es erneut knapp schafft, und dass erneut am Ende niemand weiß, warum er es geschafft hat. Alles andere macht auch keinen Spaß…

 

Apropos, den Spaß hatte die Mannschaft heute im Training – aber sie wich schnell der Anspannung. Labbadia versammelte die Mannschaft um sich herum und hielt eine längere Ansprache. Zu Beginn, in der Mitte und am Ende des Trainings wurde viel gesprochen. Und wer sich die Bilder ansieht, wie die 19 Mann (Adler, Brunst, Beister, Cleber, Diaz, Diekmeier, Djourou, Gouaida, Holtby, Ilicevic, Jiracek, Lasogga, Marcos, Müller, Olic, Ostrzolek, Rajkovic, Stieber, van der Vaart) am Flughafen eincheckt, der kann erkennen, dass die Spieler die Bedeutung des Rückspiels schon spüren. „Egal wie lange man dabei ist“, so Jarolim, „in so einem Spiel produziert dein Körper Adrenalin ohne Ende. Da merkst du den einen oder anderen Schmerz nicht – da kannst du laufen ohne Ende. Oder aber du kommst nicht ins Spiel und verkrampfst immer mehr. Und ich kann mir vorstellen, dass der KSC das erste Mal den Druck spürt, so nah dran zu sein und doch noch alles verspielen zu können. Sie waren so kurz vor dem 2:0 im Hinspiel, hätten gewinnen können und es damit schon fast entschieden. Und dennoch haben sie es nicht geschafft. Sie haben sogar noch das 1:1 kassiert. Wie schon in der Saison, wo man auch direkt hätte hochgehen können. Insofern haben wir vielleicht sogar einen kleinen Vorteil mit den erfahrenen Spielern im Team. Aber dieser Vorteil zahlt sich nur aus, wenn wir ihn uns mit 110, nein: mit 150 Prozent Einsatz erarbeiten und von Beginn an allen klarmachen, dass da eine andere Mannschaft als im Hinspiel auf dem Platz steht.“ Zumindest personell wird es auf jeden Fall so kommen müssen nach den Sperren für Westermann und Kacar, die zwar mitgeflogen sind – aber fast noch mehr leiden als die einsetzbaren Spieler. Kacar zu meinen Kollegen der Mopo: „Ich weiß gar nicht, wie ich das überleben soll.“

Dabei ist die Antwort genauso simpel wie schwer umzusetzen: Mit einem Sieg oder einem Sieg oder einem höheren Remis als 1:1.

 

In diesem Sinne, bis morgen. ich muss zugeben, dass sich meine Müdigkeit in eine gewisse Anspannung gewandelt hat. Aber das war in der letzten Saison auch so. Damals hatte ich allerdings ein deutlich schlechteres Gefühl als heute. Das habe ich auch Jaro gesagt und den zweiten Raunzer abgekommen: „Gefühle sind schön“, Jarolim, „aber nur zu Hause. Okay, cool kann eigentlich keiner bleiben. Nicht mal ich aus der Entfernung. Ich habe schon im Hinspiel gezittert, wie als Spieler nie. Als Spieler konnte ich die Anspannung meistens sehr gut in positive Energie umwandeln. Und glaub mir, das geht unseren Jungs morgen nicht anders. Morgen ist der größere Wille allein entscheidend. Und ich weiß, dass Bruno Labbadia allen Spielern genau das mehr als deutlich machen wird.“ Jarolims Erfolgsformel: „Ich glaube, dass wir körperlich auch im Hinspiel am Ende etwas mehr zuzulegen hatten. Wenn wir das diesmal gleich von Beginn an zeigen, Labbadia die richtigen Worte findet und mein Gebet greift – dann klappt das!“

 

Na dann, mir ist es mehr als recht. Mir ist tatsächlich alles recht, was legal ist und zum Klassenerhalt reicht. In diesem Sinne. Bis morgen!

 

(Ein deutlich angespannter) Scholle

 

P.S.: Für das morgige Matz ab live nach dem Spiel haben wir uns einen Gast eingeladen, der schon mal an entscheidender Stelle als Glücksbringer fungierte. Insofern haben auch wir unsere Hausaufgaben erledigt…

P.P.S.: Die “Chosen few” haben sich heute offiziell als Gruppierung aufgelöst. Einen Tag vor dem wichtigen Relegationsspiel. Und so sehr ich ihr Engagement auch loben könnte – der Zeitpunkt der Bekanntmachung hätte dümmer nicht gewählt werden können. Schade – im doppelten Sinne…

Personalsorgen – na und…?!

30. Mai 2015

Bruno Labbadia lachte viel und feuerte seine Jungs beim Fußball-Tennis an (Siegerteam: Holtby, van der Vaart, Diekmeier). Der HSV-Trainer will sich nichts anmerken lassen, und doch erkennt man genau, was in ihm los ist: Labbadia macht sich Sorgen um sein Personal. Ivo Ilicevic pausierte heute sogar mit leichten Adduktorenproblemen, die eigentlich ein Training nicht zwingend ausschließen. Aber es wird in Watte gepackt, wer angeschlagen ist. Der HSV geht kein Risiko mehr ein, nachdem auf der Zielgeraden immer mehr Spieler wegbrechen.

 

Zum einen sind sie gesperrt – wie Gojko Kacar (5. Gelbe) und Heiko Westermann (10. Gelbe). Zum anderen sind sie verletzt wie Valon Behrami (Knie), Artjoms Rudnevs (Adduktoren) und Marcell Jansen (muskuläre Probleme), die allesamt noch immer nicht mit der Mannschaft trainieren können. Zudem ist neben Ilicevic auch weiter unklar, ob Petr Jiracek (Knie), Pierre Michel Lasogga (Schulter) und Ivica Olic nach seinem Allergieschock wieder vollkommen fit werden bis Montagabend. Letztgenannter war am Freitagabend ins Krankenhaus eingeliefert und am Sonnabend wieder entlassen worden. „Wir müssen schauen, was sich bis Montag ergibt“, so Labbadia, der im heutigen Training ausschließlich auf aktive Regeneration setzte.

Viel machen kann man in den letzten Tagen sowieso nicht mehr. Was jetzt nicht drin ist, bekommt man auch nicht mehr rein. Und fit genug war der HSV, ich meine sogar, der HSV hätte in den letzten 20 Minuten deutlich mehr Kraft gehabt als der KSC, dem der im Hinspiel beste Zweikämpfer (mit den meisten Ballaktionen seines Teams) fehlen wird: Dominic Peitz. Übrigens ebenfalls wegen einer Gelbsperre.

 

Beim HSV rückt auf jeden Fall Dennis Diekmeier für Westermann auf die Rechtsverteidigerposition. „Wir müssen jetzt nicht mehr groß nachdenken, was alles hätte sein können“, so Diekmeier, „wir müssen uns auch keine Gedanken darüber machen, wer gegen den KSC spielt. Wir haben jetzt nur dieses eine Spiel, das alles verändern wird. Und unsere Aufgabe ist mehr als eindeutig: nur der Klassenerhalt zählt. Wie und mit wem wir den schaffen – das ist mir jedenfalls absolut schnuppe.“

 

Stimmt. Absolut sogar. Und dennoch wird heiß diskutiert, ob im Zentrum Rafael van der Vaart neben Marcelo Diaz auflaufen soll oder ob es doch eher der etwas defensivstärkere Jiracek sein sollte, sofern dieser bis dahin komplett fit ist. Gar nicht diskutiert wird offenbar die interessante Variante, die mir mein sympathischer Sky-Kollege und Fußballexperte Sven Töllner heute vorschlug: Warum nicht mit einer Sechs spielen, also mit einem echten Abräumer. „Cléber Reis könnte das doch“, so Tölles Idee, die ich zunächst sehr charmant fand, da ich noch immer davon überzeugt bin, dass der HSV mit der Doppelsechs gegen einen Gegner wie Karlsruhe eine Position verschenkt.

Als Sechser eine Alternative? Cléber Reis.

Als Sechser eine Alternative? Cléber Reis.

Aber so interessant ich die Idee auch finde, ich glaube, dass eine derart gravierende Umstellung vor einem derart wichtigen Spiel für Labbadia nicht infrage kommt. Und das ist sicherlich auch gut so. „Wir werden auf den letzten Metern nicht mehr groß was probieren“, hatte Labbadia vor dem Hinspiel gegen den KSC gesagt. Und auch diesmal wird er sich an seine Worte halten, glaube ich. Ob letztlich mit van der Vaart für Kacar oder mit Jiracek – offen.

Mehr als wahrscheinlich ist, dass der HSV in Karlsruhe nicht mit einem Gegner rechnen muss, der von der ersten Sekunde an volles Risiko geht. Im Gegenteil. Der KSC muss kein Tor schießen. Wobei ich gelesen habe, dass der KSC mit dem für Montag angesetzten Schiedsrichter Manuel Gräfe beide Heimspiele in dieser Saison verloren hat…

 

Aber im Ernst: Gegen den KSC darf der HSV mutiger spielen als im Hinspiel. Nein, er muss es sogar. Sollte Olic rechtzeitig fit werden, wird er als zweite Spitze zu Lasogga stoßen, der heute zumindest beim zweikampflosen Tennisfußball einen guten Eindruck hinterließ. Dahinter agierte im Hinspiel Lewis Holtby mehr schlecht als recht. Und ich hoffe, dass dieses Mal der einzige auch aus der zweiten Reihe torgefährliche Mittelfeldspieler kommt: Zoltan Stieber.

 

Noch nicht wieder bei 100 Prozent ist Maxi Beister, der sicherlich eine echte Alternative werden dürft, wenn Lasogga und/oder Olic ausfallen sollten. Dem Youngster fehlt nach wie vor die Spielpraxis. Ebenso wie zuletzt Nicolai Müller, der knapp vier Wochen wegen eines Knochenödems ausgefallen war. Beide sollen aber gegen Karlsruhe dabei sein – und beide haben das, was Lasogga und Olic nicht haben: Tempo. Sollte der HSV also wieder nicht in der Lage sein, sich in der Karlsruher Hälfte festzubeißen und mit Flanken auf Lasogga und Co. zu agieren, stünden Labbadia Alternativen bereit.

 

Apropos, beim KSC spielt eine Offensivkraft, die ich sehr gern in Hamburg sehen würde: Dimitrij Nazarov. Der flinke Rechtsfuß brillierte gegen den HSV mit seiner Technik und zeigte bei seinem Lattentreffer in der zweiten Hälfte, dass der 25-Jährige auch torgefährlich ist. Oliver Kreuzer hatte den Nationalspieler Aserbeidschans bereits massivst gelobt – und nicht zu viel versprochen. Und angesichts der Tatsache, dass der HSV mit Jansen und Ilicevic zwei Flügelspieler sowie mit van der Vaart einen nominellen Zehner verliert, finde ich Nazarov schon ob der finanziell sehr angespannten Lage beim HSV hochinteressant. Er hat zwar noch einen Vertrag bis 2016 – aber angesichts des aktuellen Marktwerts von 650000 Euro (Quelle: www.transfermarkt.de) noch eine Menge Potenzial – auf allen Ebenen.

 

Aber okay, das nur nebenbei. Wichtiger als Neue sind jetzt die, die fit sind und in Karlsruhe schaffen sollen, was gefühlt eine Mehrheit nicht mehr zu glauben scheint: den Klassenerhalt. Ich persönlich glaube daran, dass der HSV es schafft, so schwer es auch wird. Mehr gab es heute nicht – und mehr gibt es grundsätzlich eigentlich auch nicht mehr zu sagen. In diesem Sinne: Euch allen einen schönen DFB-Pokalabend. Und bis morgen.

 

Scholle

 

P.S.: Apropos Pokal: So sieht Public Viewing in Wolfsburg aus (Quelle “1887tv”), zumindest 90 Minuten vor Anpfiff:

Wolfsburg vor dem Pokalendspiel

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