Archiv für das Tag 'Jiracek'

HSV siegt 6:0 bei Scholles TSV Niendorf

22. Juli 2014

Wenn der große FC Bayern 1:1 beim MSV Duisburg spielen darf, dann darf der HSV auch mal ganz locker 6:0 beim Oberliga-Club TSV Niendorf gewinnen. Vor 2500 Zuschauern in der Sachsenweg-Arena gab Trainer Mirkos Slomka gleich zwei Mannschaften eine Chance, jeder von ihnen schaffte in 45 Minuten ein 3:0. Zum Schluss gingen alle zufrieden nach Hause, es gab viel Beifall – für den HSV und auch für die tapferen Niendorfer.

Der HSV begann in folgender Formation: Brunst-Zöllner; Steinmann, Djourou, Tah, Jansen; Kacar, Arslan; Zoua, van der Vaart, Ilicevic; Lasogga.

Der Torreigen begann in der 12. Minute. Rafael van der Vaart verwandelte einen 20-Meter-Freistoß (nach Foul an ihm) richtig gut – und humorlos. Ein Tor des Monats, absolut unhaltbar über die Mauer geschnippelt. Danach dauerte es bis zur 22. Minute, ehe Pierre-Michel Lasogga (der deutlich „windschnittiger“ geworden ist, soll heißen dünner) kurz und schmerzlos aus 20 Metern flach einschoss – ebenfalls unhaltbar. Zweimal lag danach – vor dem Halbzeitpfiff – noch ein weiteres HSV-Tor in der Luft. Einmal scheiterte Lasogga mit dem Versuch, den guten TSV-Schlussmann Torwart Rene Melzer zu umspielen, dann traf Ivo Ilicevic fast von der Torauslinie den Außenpfosten, und ein Kopfball von Jacques Zoua landete nach einem Van-der-Vaart-Freistoß am Pfosten (43.). Das dritte HSV-Tor fiel dann aber doch noch vor dem Seitenwechsel, Tolgay Arslan traf aus zehn Metern im Nachschuss (45.). Dennoch ein kleiner Unterschied zum Vorjahr. Damals hieß es an selber Stelle nach 45 Minuten 9:0 – Endstand 11:2 für den HSV. Insider sagen noch heute, dass der Niendorfer Manager „Scholle“ zur Pause in der HSV-Kabine gewesen ist, und um Gnade bei Trainer Fink gebeten hat. Wie gesagt, es wird erzählt, dürfte aber nur ein Gerücht sein – „Scholle“ hat es nie bestätigt.

Beim HSV, der natürlich nie in einem Bundesliga-Spiel in dieser Aufstellung auflaufen würde, stimmte oftmals die Abstimmung nicht. Wiederholt schüttelte Marcell Jansen den Kopf, weil er überlaufen wurde – und er auf eine Abseitsstellung des Niendorfers gehofft hatte.

Bei den Niendorfern fehlte leider der ehemalige HSV-Profi Alexander Laas, der eigentlich sein Abschiedsspiel bestreiten sollte, aber er war in seinem neuen Job, REWE-Filialleiter in Eppendorf (gemeinsam mit Holger Stanislawski), offenbar dann doch unabkömmlich. Dafür kam in der 70. Minute der ehemalige HSV-Profi Basti Reinhardt, der A-Jugend-Trainer der Niendorfer ist. Beim NTSV spielte im zweiten Durchgang, das sei nicht verschwiegen, auch der ehemalige Bundesliga-Profi Nico Patschinski mit.

Der HSV tauschte bis auf den Torwart zum zweiten Durchgang komplett aus, es spielten dann: Brunst-Zöllner; Diekmeier, Westermann, Jung, Jiracek; Skjelbred, Badelj; Nafiu, Demirbay, Stieber; Rudnevs.

Zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff traf Zugang Zoltan Stieber zum 4:0 – irgendwie ein Billard-Tor, bei dem der Ball eigentlich eher zur Mitte gepasst werden sollte, aber er fand abgeblockt und mehr aus Versehen den Weg ins Tornetz. Das 5:0 markierte der erblondete Artjoms Rudnevs, der zuvor einige Möglichkeiten ausgelassen oder vergeben hatte, als ihm Dennis Diekmeier, für mich der beste HSV-Spieler an diesem Nachmittag, den Ball quasi auf die Torlinie legte (73.). Da einzunetzen war keine Kunst mehr . . . Den Endstand markierte wiederum Rudnevs mit einem Kopfball aus sechs Metern (83.). Ein guter Abschluss des Niendorfer Fußball-Fest-Tages.

So, ein ganz anderes Thema. Alle Jahre wieder – kommt der „Tag der Legenden“. An diesem 7. September bereits zum zehnten Mal. Herzlichen Glückwunsch an die Initiatoren Reinhold Beckmann, Christian Hinzpeter und Lou Richter. Sie haben einst im Jahre 1999 unter der Führung von ARD-Moderator Beckmann beschlossen, etwas für die Kinder und Jugendlichen zu tun. Es entstand der Verein und Jugendinitiative „NestWerk e. V.“, und im Jahr 2005 fand dann der erste Tag der Legenden am Millerntor statt. Seit dieser Zeit traten 223 Fußball-Legenden auf dem Kiez gegen den Ball, die Spieler brachten die Erfahrung von 47 081 Bundesliga-Spielen mit, alle ehemaligen Profis brachten es zusammen auf 4266 Länderspiele, 23 Weltmeister gaben sich hier die Ehre, 36 Europameister, 137 DFB-Pokalsieger und 190 Deutsche Meister. Diese Liste wird in diesem Jahr noch erweitert, denn es gibt einige „Neulinge“: Für das Team Deutschland spielen erstmalig Karl-Heiz „Charly“ Körbel, Arne Friedrich, Oka Nikolov, Christoph Metzelder und Carsten Jancker, im Team Hamburg werden der ehemalige St.-Pauli-Kapitän Fabian Boll und der frühere Nationalspieler Christian Rahn debütieren – und vielleicht noch der eine oder andere Spieler mehr.

„Was hat sich seit 15 Jahren an der Situation von NestWerk verändert“, fragte Moderator Lou Richter bei der Pressekonferenz zum zehnten „Tag der Legenden“ seinen „Boss“ Reinhold Beckmann, und der musste gestehen: „Die Grundsituation ist eigentlich die gleiche, aber es hat sich an manchen Ecken doch verschlimmert. Das merkt man, wenn man mit den Jugendlichen spricht. Da ist schon eine gewisse Perspektivlosigkeit vorhanden, man hört dann schon mal: ‚Da, wo ich aufwachse, wird sich sowieso nichts verändern.’ Und die Älteren sagen: ‚ Wir sind jetzt schon so lange bei Hartz vier etabliert, da bleiben wir auch dabei – uns hilft ja auch keiner aus der Situation herauszukommen.’ Das betrifft mache Stadtteile Hamburgs, und ich habe das Gefühl, dass sich eine ganze Familie eingerichtet auf die Situation, und das ist dann tatsächlich ein Problem.“ Beckmann über seine Arbeit und die große Aufgabe weiter: „Gerade wenn man dann auf immer mehr Schulabgänger ohne Abschluss trifft – da ist dann schon die Spur vorgegeben. Wir versuchen da Perspektiven zu schaffen, immer wieder auch Vorschläge zu machen. Man muss sich dafür Zeit nehmen, um den Jugendlichen die Ängste zu nehmen, dass da doch eine Chance besteht.“

172 000 Zuschauer sahen bislang die neun Auflagen des Legenden-Spiels, 1,75 Millionen Euro wurde seit 2005 eingespielt, im September soll die Zwei-Millionen-Marke geknackt werden. Viele fleißige Helfer sorgen mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit dafür, dass dieses Benefiz-Event tatsächlich funktioniert und sich somit in den Dienst einer wirklich guten Sache stellen kann. Es wird den Fans ein Fußball-Fest für die ganze Familie geboten, und alles ist für einen guten Zweck. Die Eintrittskarten kosten in diesem Jahr zwischen neun und 29 Euro, ermäßigt sechs bis 24 Euro. Die Tickets sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen zu kaufen, unter www.tagderlegenden.de und unter der Ticket-Hotline 0180 611 9011. Fast schon ein wenig sensationell: Bis jetzt sind – ohne Werbung – schon 7000 Karten im Vorverkauf abgesetzt worden – das Spiel am 7. September steuert wieder einmal auf „ausverkauft“ hin. Zumal diesmal die Nordtribüne des Millerntors nicht genutzt werden kann – wegen Umbaus.

Heute sorgten im „Mannschafts-Hotel“ (auch schon zum zehnten Mal!) „Le Meridien“ an der Alster die ehemaligen Profis Thomas Berthold, Arne Friedrich, Fabian Boll, Thomas von Heesen und Karl-Heinz Körbel schon mal für eine Klasse-Stimmung, sie alle verbreiteten schon mal reichlich Vorfreude auf diesen Tag im September. Schirmherr der Veranstaltung diesmal soll Franz Beckenbauer werden (im vergangenen Jahr war es Michael Schumacher), und Beckmann erzählte, wie er den „Kaiser“ überreden konnte: „Franz, du bist in diesem Jahr dran, wir feiern ein Jubiläum – sonst rufe ich den Blatter an. Da hat er dann sofort zugesagt.“ Zudem wird Horst Eckel, der Weltmeister von 1954 dabei sein. Und natürlich Uwe Seeler, dazu noch Max Lorenz, Bernd Wehmeyer, Jimmy Hartwig, Jens Duve und, und, und. Ganz großes Kino!

Von den bisherigen neun Partien hat Hamburg sechs gewonnen, drei gingen verloren. Meistens war es knapp, denn das Torverhältnis lautet nur 37:34 für Hamburg. Torschützenkönig ist mit sieben Treffern Sergej Barbarez, auf Platz zwei liegt Martin Driller mit vier Toren. Trainer der Hamburger Mannschaft wird – wie immer – Helmut Schulte sein, Team Deutschland wird erstmalig von Jupp Heynckes gecoacht. Lou Richter bemerkte: „Sein erstes Spiel seit seinem Rücktritt bei den Bayern. Und an seiner Seite wird Rainer Bonhof als Assistent sitzen.“ Sie wollen und sollen eine Niederlage des deutschen Teams verhindern – zuletzt gewann Hamburg.

Thomas Berthold sagte rückblickend und auch vorausschauend: „Damals spielten mir die Hamburger etwas zu bissig. Und Thomas von Heesen hat ja schon wieder angekündigt, dass Hamburg wieder gewinnen will.“ Der ehemalige HSV-Kapitän: „Keine Angst, wir wollen das spielerisch lösen.“ Daraufhin Fabian Boll spontan: „Dann bin ich schon mal raus . . .“ Er hatte die Lacher auf seiner Seite. Auch als er, der Debütant, bekannte: „Thomas von Heesen hatte einst den Henkel-Pokal in den Händen, Thomas Berthold den Welt-Pokal – und ich den Oddset-Pokal. 2:1 gegen Halstenbek-Rellingen – immerhin.“ Wieder großes Gelächter. Und Lou Richter beendete die Vorstellung: „Uns steht ein Fußball-Feier-Tag aller erster Kajüte bevor.“

Kein Wunder, bei den Namen. Für Deutschland spielen: Oka Nikolov, Andreas Reinke, Claus Reitmaier, Markus Babbel, Berthold, Friedrich, Körbel, Metzelder, Christian Wörns, Thomas Helmer, Valerien Ismael, Stefan Reuter, Jens Nowotny, Michael Ballack, Tim Borowski, Maurizio Gaudino, Lothar Matthäus, Michael Schulz, Olaf Thon, Christian Ziege, Fredi Bobic, Stephane Chapuisat und Jancker, für Hamburg laufen auf: Richard Golz, Mathias Hain, Boll, Barbarez, Rahn, Driller, von Heesen, Bernd Hollerbach, Nico Hoogma, Patrick Owomoyela, Bastian Reinhardt, Stefan Schnoor, Stefan Studer, Andre Trulsen, Otto Addo, Rachid Azzouzi, Stefan Beinlich, Michel Dinzey, Manfred Kaltz, Thomas Meggle, Hasan Salihamidzic, Timo Schultz, Jörg Butt (im Sturm!), Thomas Doll, Marius Ebbers, Ivan Klasnic, Roy Präger und Matthias Scherz. Mehr geht doch kaum noch! Schiedsrichter werden Walter Eschweiler und Bernd Heynemann sein, moderiert wird das Spiel von Lou Richter.

Dieter

20.20 Uhr

Nächste Einträge »