Archiv für das Tag 'Jarchow'

Ich bin dann mal weg…

13. Januar 2015

So, obwohl ich es in der letzten Woche schon geschrieben hatte, jetzt noch mal: Ich bin in Hamburg und nicht in Dubai vor Ort dabei. Meine Infos vom Training erhalte ich von meinen geschätzten Kollegen vor Ort, insbesondere natürlich von meinem Abendblatt-Kollegen Kai Schiller. Ansonsten bleibt mir wie sonst auch das Telefon. Das nur, weil ich gestern mehrfach gefragt wurde. Ab Freitag ist dann Lars für uns live vor Ort und wird Euch mit frischen Infos erfreuen, während morgen und übermorgen Dieter wieder dabei ist. Ich mache zwangsläufig einige Tage frei und melde mich dann am 23. Januar wieder. Aber bis dahin haben wir noch den heutigen Blog vor uns. Ab geht’s…

…allerdings noch immer nicht für Pierre Michel Lasogga, der mal wieder mit Oberschenkelproblemen pausieren muss. Auch heute konnte der Angreifer, dessen Trainingspause vor einer Woche als „Vorsichtsmaßnahme“ tituliert wurde, wieder nicht mittrainieren. Ein Schelm, der Böses dabei denkt…

Zusammen mit Ronny Marcos (Zerrung) ging Lasogga nur Joggen und verpasste das Training ebenso wie Dennis Diekmeier, dessen Kniereizung heute per MRT noch einmal festgestellt wurde. Der Rechtsverteidiger wird einige Tage pausieren müssen. Ebenso wie Valon Behrami, der bis heute lediglich im Kraftraum arbeiten konnte, wie mir die Kollegen berichteten.

Richtig rasant ging es heute dennoch zur Sache. Nicht nur, dass Artjoms Rudnevs seinen 27. Geburtstag vor Ort feierte, sondern auch, weil die Spieler zum Ultimativen Sprinttest gebeten wurden.

Matthias Ostrzolek beim Sprinttest

Matthias Ostrzolek beim Sprinttest

In der angrenzenden Sporthalle des Nad Al Sheba Sports Complexes wurden die Werte über fünf, zehn und 30 Meter gemessen. Der Schnellste: Nicolai Müller, der sich knapp vor dem Geburtstagskind sowie Marcell Jansen durchsetzen konnte. Wie schnell René Adler war, konnte mir niemand sagen. Dafür stand der zuletzt oft kritisierte Keeper heute den Kollegen vor Ort Rede und Antwort.

Unmittelbar nach der Vertragsverlängerung von Jaroslav Drobny nicht der leichteste Zeitpunkt, nachdem er zuletzt geschwiegen hatte. Wobei Adler gut drauf zu sein scheint. Zumindest vermittelt er diesen Eindruck: „Ich bin fit, habe auch zuhause in meinem eigenen Gym gearbeitet. Auf den Vorbereitungsstart habe ich mich extrem gefreut. Die Bedingungen hier sind atemberaubend.“ Am Donnerstag wird Adler 30. Ob er irgendetwas ändern will? „Ich bin mit meinem Leben sehr zufrieden, auch wenn ich kein gutes Jahr hatte. So ist das manchmal im Sport.“

Professionellste Bedingungen für René Adler und Co. in Dubai.

Professionellste Bedingungen für René Adler und Co. in Dubai.

Sportlich. Aber auch erst einmal nur Worte von Adler, der sich als absoluter Teamplayer präsentiert. Und obwohl er als Nummer eins geholt und inzwischen nur noch die Nummer zwei ist, versucht er souverän zu bleiben. Kein böses Wort – obwohl ihn die Situation seit Wochen erkennbar belastet. Adler er respektiert die Entscheidungen des Trainers. „Die Mannschaft lebt doch vom Konkurrenzkampf. Wir kommen extrem gut klar, auch wenn natürlich jeder spielen will. Ich will dem Trainer Argumente liefern. So trainiere ich jeden Tag.“ Wie er die Vertragsverlängerung Drobnys aufgefasst hat? „Wenn ich Sportdirektor wäre, dann hätte ich es genauso gemacht. Drobo hat gut gespielt, jetzt hat er genauso lange Vertrag wie ich. Und das Trainingslager ist eine von vielen Chancen, einen Stammplatz zu erobern. Ich will durch Leistung überzeugen. Ich will von hinten Druck machen.“

Adler kennt es, bis an den Rand der Aufgabe getrieben zu sein. Gut 60 Wochen Verletzungspause in vier Jahren, dazu eine verpasste WM und den Verlust der Nummer eins in der Nationalelf an den inzwischen unumstrittenen Manuel Neuer – „da gab es nicht wenige Situationen, die hart waren“, so Adler damals. Und heute? Adler betont ruhig: „Natürlich ist es nicht einfach, es lässt mich nicht kalt. Aber es ist auch eine gute Erfahrung. Man muss auch mal so eine Phase durchgemacht haben.“ Aufgeben sei das letzte, was ihm vorschwebt: „Ich werde meine Karriere beenden, wenn ich das irgendwann sage. Davon bin ich aber sehr weit weg. Wichtig ist mir nur, dass ich selbst das irgendwann entscheiden werde.“

Nicht zuletzt die Vertragsverlängerung 35 Jahre alten Drobnys dürfte ein Zeichen des HSV gewesen sein, dass sie mit der aktuellen Nummer eins zufrieden sind. Adler selbst hatte zuletzt jedoch nie einen Zweifel daran aufkommen lassen, dass er in Hamburg bleiben werde und sich durchsetzen will. „Der HSV ist ein Verein, der mir am Herzen liegt. Nur weil es mal nicht so läuft, wie ich mir das gerade vorstelle, muss man ja nicht alles hinwerfen. Ich bin keiner, der dann auf beleidigte Leberwurst macht, auch wenn ich als Sportsmann natürlich spielen will.“

Adler zählt zweifellos zu den fleißigsten Profis. Das bestätigen fast alle Spieler, mit denen ich über ihn gesprochen habe. „Wenn einer wirklich immer als Erster im Gym ist und auch noch als Letzter trainiert, dann ist es zweifellos René“, hatte mir Marcell Jansen zuletzt erzählt. Dennoch die hohe Verletzungsanfälligkeit. Ob Adler irgendwas geändert habe? „Ich trainiere auch ein bisschen ökonomischer. Ich kann nicht mehr so trainieren wie ein 18- oder 20-Jähriger.“ Und das erwartet auch niemand von ihm. Im Gegenteil: Adler soll die Jungen führen. Zumal der HSV-Kader immer jünger wird. Oder besser: werden soll.

Hierbei gibt es aber leider noch nichts Neues. Krystian Bielik ist weiter ein ganz heißes Eisen. Und auch Drmic ist weiter Stürmer Nummer eins auf der Prioritäten-Liste des HSV, soll aber noch immer rund sechs Millionen Euro kosten. Knäbel betonte heute noch mal, dass er dennoch eine Chance sehe, den Schweizer von Bayer Leverkusen loszueisen. Und das, obwohl es auch weiterhin keinen konkreten Ansatz eines Spielerverkaufs gibt.

Ob ein Wechsel ins Ausland für Adler irgendwann noch mal eine Option sei? „Es wäre schon schön, irgendwann noch mal eine neue Sprache zu lernen. Aber es muss auch sportlich stimmen. Man sollte auch mal zufrieden sein mit dem, was man hat. In Spanien können doch die meisten Vereine außer die Top Drei gar nicht pünktlich die Gehälter zahlen. Da hätte ich keinen Bock drauf.“ Hat wohl keiner.

Wobei sich der HSV diesbezüglich wird erklären müssen. Am 25. Januar auf der Mitgliederversammlung wird der alte Vorstand ob der in den Bilanzen versenkten Campus-Millionen Stellung beziehen müssen. Spricht man mit den Verantwortlichen, werden schnell die Verantwortlichkeiten auf zwei Personen gelenkt: Carl Jarchow und Joachim Hilke. Und während Letztgenannter gerade zusammen mit Karl Gernandt in Dubai eingetroffen ist, um dort mit Hauptsponsor Emirates zu verhandeln, konnte ich Jarchow nicht erreichen, habe ihm aber auf Band gesprochen. Ich bin allerdings für morgen telefonisch mit Oliver Scheel verabredet und weiß aus der Vergangenheit, dass sich Jarchow auch diesen unangenehmen Fragen nicht entzieht.

In diesem Sinne, bis morgen. Dann hoffentlich mit Neuigkeiten zu bevorstehenden Transfers und mit ersten Antworten zu zurückliegenden Anleihe-Geschäften. Ich bin dann mal weg…

Scholle

Neujahr 2015 – der HSV steckt noch immer im Wendemanöver

1. Januar 2015

Ich wünsche Euch allen zunächst ein frohes neues Jahr 2015! Viel Gesundheit und Glück – und dass wir alle mal ganz zufrieden sein können mit unserem HSV.

Aber die Sache mit der Zufriedenheit ist nicht so ganz leicht herzustellen. Der HSV beginnt das Jahr 2015 im Vergleich zum Jahresbeginn 2014 mit einem komplett anderen Gesicht. Statt e.V. ist der Profi-Fußball-Bereich eine AG geworden. Statt Carl Jarchow sitzt nun Dietmar Beiersdorfer dem HSV als Vorstands-Chef vor. Es gibt den alten Aufsichtsrat nicht mehr, um den herum sich so viel Unruhe entwickelt hatte. Manfred Ertel war vor zwölf Monaten dessen Vorsitzender. Nun ist es Karl Gernandt im AG-Aufsichtsrat. Im sportlichen Bereich sind komplett neue Leute an der Führung. Statt Kreuzer/van Marwijk haben wir dort nun Peters/Knäbel/Zinnbauer.

Vom Campus liegt immer noch kein einziges Steinchen, der HSV ist finanziell nackt bis auf die Knochen. Klaus-Michael Kühne fungiert nach wie vor als Kreditgeber – er hat im Laufe des Jahres sein Darlehen von 8 auf 25 Millionen Euro erhöht. Im Sommer ist der HSV recht knapp am Lizenz-Entzug vorbeigeschrammt, und schon jetzt gelten alle wirtschaftlichen Planungen dem Ziel, ein enges Rennen wie zuletzt zu vermeiden. Mit dem Bitburger-Bier-Deal wurde vorab geleistet, was im Vorjahr mit adidas der Rettungsanker war.

Gaaanz langsam angekommen ist der Prozess beim HSV in der Bundesliga-Mannschaft. Das Fußballjahr 2013 beendete der HSV mit einer 2:3-Heimniederlage gegen Mainz (Tore: Calhanoglu, van der Vaart) mit 16 Punkten auf Rang 14. Nun gab es ein 0:0 auf Schalke, was bedeutet: Ebenfalls Platz 14, diesmal mit 17 Punkten. Von den elf Spielern in der Startaufstellung Ende 2013 sind Ende 2014 nur zwei übrig geblieben – Torwart Jaroslav Drobny und Innenverteidiger Johan Djourou.

Viele, viele Veränderungen also – aber der Tanker HSV steckt noch mitten im Wendemanöver und hat noch längst nicht Tempo aufgenommen für eine zügige Weiterfahrt in die richtige Richtung.

Noch immer sind die Verantwortlichen dabei, auf allen möglichen Ebenen Fehler der Vergangenheit zu begradigen, um nicht unnötigen Ballast mitzuschleppen. Dazu gehört der offene Arbeitsgerichts-Prozess mit Ex-Sportchef Oliver Kreuzer, aber dazu gehört in erster Linie die Anpassung des Profi-Kaders an die wirtschaftlichen Möglichkeiten. Dies hinzubekommen ist die Kernaufgabe des Jahres 2015. Kühne-Kredit, Bier-Vertrag – all das ist für die Katz, wenn der HSV Jahr um Jahr Gehälter bezahlt in der Größenordnung von Champions-League-Vereinen. Schon das Winter-Transferfenster, das sich diesmal bis zum 2. Februar erstreckt, soll hier Erfolge bringen. Dummerweise weiß ganz Fußball-Europa um die wirtschaftlichen Zwänge des HSV, was die Preise nachhaltig beeinflusst. Jüngstes Gerücht: Tolgay Arslan soll bei Inter Mailand auf der Beobachtungsliste stehen. Das berichtet der Internet-Dienst calciomercato in einer Silvester-Meldung. Arslan ist demnach eine Option für Trainer Roberto Mancini, wenn die Italiener den gewünschten Transfer von Lassana Diarra (zuletzt Lokomotive Moskau) nicht unter Dach und Fach bekommen.

Ebenfalls aus Italien kam in diesen Tagen die Meldung, der HSV sei am Schweizer Innenverteidiger Timm Klose vom VfL Wolfsburg dran. Wie ich gehört habe, kann diese Meldung allerdings vernachlässigt werden.

Wie auch immer: Arslan, Jansen, Adler, Ilicevic, Rajkovic und ein paar andere – die Liste der HSV-Profis, auf die der Verein bei entsprechendem Angebot reagieren würde, ist nicht ganz kurz. Ähnlich sieht es übrigens beim VfB Stuttgart aus. Auch die Schwaben haben ein halbes Dutzend Profis auf ihrer Liste, die sie gern veräußern würden.

Dass sich die Lage zu Jahresbeginn 2015 noch immer so kritisch darstellen würde, hätten viele HSV-Freunde am 25. Mai, dem Tag der beschlossenen Ausgliederung, nicht für möglich gehalten. Die Gleichung, die aufgemacht wurde, lautete damals: HSVPlus + Kühne + Beiersdorfer = Entschuldung + weitere Investoren.

So ist es nicht gekommen, und bis auf einen Punkt ist das wohl auch nicht überraschend. Die Überraschung im negativen Sinne ist, dass Klaus-Michael Kühne beim HSV nicht als Anteilseigner eingestiegen ist. Hieran bestand eigentlich kein Zweifel, bzw. es wurde insbesondere von Karl Gernandt der Eindruck erweckt, dass kein Zweifel an einem entsprechenden Engagement seines Geldgebers Kühne berechtigt sei. Gernandt hat sich jedoch vertan, und diese Fehleinschätzung schmerzt den HSV. Einerseits.

Andererseits beweist Klaus-Michael Kühne mit seinen Interviews, in diesem Halbjahr erschienen in Abendblatt, Stern und Zeit, dass der HSV froh sein muss, ihn nicht als Anteilseigner zu haben. Was Dietmar Beiersdorfer versucht auszustrahlen – Verlässlichkeit, Geradlinigkeit, Konzepttreue, ruhige Hand, Vertrauen – das konterkariert Kühne immer wieder, auch wenn – und das habe ich hier in verschiedenen Blogs immer wieder betont – Kühne sich als Helfer in der Not (angebotene Bürgschaft in der Lizenzfrage im Mai) auch um den HSV verdient gemacht hat. Umso unverständlicher erscheint immer wieder sein Wankelmut, der offenbar keiner geraden Linie folgen mag. Und darunter leidet natürlich auch die Position von Karl Gernandt, der es „nicht mal“ fertig gebracht hat, „seinen“ Kühne an den HSV zu binden.

Weniger überraschend ist dagegen, dass bislang kein anderer HSV-Anteilseigner gefunden wurde. Die Unternehmensbewertung in Höhe von 330 Millionen Euro wird in der Wirtschaft mit Zweifeln betrachtet – nicht nur bei Klaus-Michael Kühne. Und vor allem: die Unsicherheit in der sportlichen Entwicklung, vielleicht sogar in der Liga-Zugehörigkeit, hält Firmen im Moment von zahlungskräftigem Investment ab. Es bleibt dabei: sportliche Entwicklung ist der Motor für den HSV. Stabilisiert sich die Mannschaft, wird der Club auch wieder attraktiver und der Markenwert wird sichtbar. Die Metropole Hamburg, der Status als letzter Dino, die Größe des Vereins – all das ist eine schlummernde Kraft des HSV, die geweckt werden will.

Vielleicht ist es in diesem Zusammenhang gar nicht schlecht, wenn die stets aus der Not geborene Zusammenarbeit zwischen dem HSV auf der einen und Kühne auf der anderen Seite nun eine klarere Basis hat. Kein „vielleicht Investor“ mehr. Kein „will einsteigen“ mehr. Die Fakten liegen auf dem Tisch.

Am 25. Januar wird Jens Meier mutmaßlich neuer Präsident des HSV e.V. Sollte zugleich der Antrag von Manfred Ertel angenommen werden, wonach der e.V.-Präsident automatisch Aufsichtsrats-Vorsitzender der HSV-AG werden soll (ein verständliches Bestreben, schließlich ist und bleibt der e.V. Mehrheitseigner der AG), dann steht – wie ich finde – auch die Position von Karl Gernandt auf gesünderen Füßen. Allein schon die theoretische Möglichkeit eines Interessenkonflikts birgt Unruhe-Potenzial. Beim FC Bayern beispielsweise, die einige Verwaltungsrats-Posten mit Vertretern ihrer Investoren besetzt haben, ist der Vorstands-Posten „in den Händen“ des FC Bayern geblieben – durch Karl Hopfner.

Besteht nun beim HSV weitgehende Einigkeit in allen HSV-Gremien, einen ähnlichen Weg einzuschlagen, dann muss damit auch kein Gesichtsverlust einher gehen für Karl Gernandt. Selbst wenn Gernandt, der rhetorisch stark und mit einer breiten Mehrheit ausgestattet starten konnte, an Strahlkraft verloren zu haben scheint. Man könnte eine veränderte Konstruktion jedenfalls als die Linderung einer Kinderkrankheit betrachten.

Ob damit dann am 31. Januar mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln eine erfolgreiche Rückrunde eingeläutet werden kann, ist offen. Trainer Joe Zinnbauer muss in den vier Trainingswochen bis dahin insbesondere an den Offensiv-Problemen des HSV arbeiten. Er wird dies bis zum Erbrechen tun, ganz sicher. Ein neuer Stürmer könnte dabei helfen, ganz klar, aber ein Allheilmittel ist auf dem Transfermarkt ganz sicher nicht zu bekommen. Ganz sicher nicht! Immerhin: aus den eigenen Reihen drängt der lange verletzte Maximilian Biester nach. Doch bei ihm sind nach dem Kreuzbandriss und den darauf folgenden Problemen in der Reha sowie insgesamt einem Jahr Fußball-Pause keine Wunder erwartet werden.

Wichtig wäre, wenn die Vorbereitungsarbeit schnell von Erfolgserlebnissen untermauert wird. Wird die Bundesliga-Rückrunde angepfiffen, und die Mannschaft fällt automatisch wieder in alte Verhaltensmuster und alte Ängste zurück, dann wird auch diese Rückrunde eine zähe Angelegenheit. 27, 31, 31, 36, 31, 30, 31, 34, 33, 35 – das sind die Punktezahlen des jeweiligen Tabellen-Sechzehnten der vergangenen Dekade. Das muss der HSV übertreffen, damit es nicht erneut zum Herzkasper-Showdown kommt. Ich traue Joe Zinnbauer und dem HSV zu, sich Abstand von den Abstiegsrängen zu erkämpfen, um in diesem Jahr im sicheren hinteren Mittelfeld einzulaufen.

Zinnbauer wird verstärkt darauf achten, welche Spieler er auf seinem Weg mitnehmen kann. Dass nun schon ein Sextett von U-23-Spielern mit ins Trainingslager fährt (Götz, Gouaida, Marcos, Brunst, Mende, A. Arslan), ist auch ein Beleg für seine Unzufriedenheit mit einigen Etablierten. Die Hierarchie wird umgebaut – mannschaftsintern ein komplizierter Prozess. Wie präsentiert sich Königstransfer Lasogga, eine der größten Enttäuschungen der Hinrunde? Gibt es ein Überraschungs-Comeback eines möglicherweise „Aussortierten“? Und dann auch hier: wird Zinnbauers Linie von einem Erfolgserlebnis, etwa schon gegen Köln, getragen?

Der HSV steht vor einem Jahr voller Fragezeichen. Aber er genießt auch Kredit. Nach wie vor schöpft der HSV Kraft aus der Führungsperson Dietmar Beiersdorfer, dessen Maßnahmen überwiegend auf große Akzeptanz stoßen. Dass nichts alle Transfers sitzen konnten, war doch klar. Dass nicht alle HSV-Plus-Hoffnungen sofort wahr werden würden, ist logisch gewesen. Nach einem halben Jahr HSV-AG ist der Verein weiter gekommen. Viel mehr, denke ich, war im Gesamtpaket kaum drin. Und auch heute in einem Jahr kann es sein, dass der HSV noch nicht dort angekommen ist, wo er gerne hin möchte.

Mir haben viele Heimspiele des HSV in der Hinrunde sogar ansatzweise Spaß gemacht. Da war Leben in der Bude. Mal abgesehen vom Stuttgart-Spiel kann ich mich auch an keinen Auftritt unter Joe Zinnbauer erinnern, an dessen Ende die Mannschaft mit Pfiffen verabschiedet wurde. Es werden junge Spieler eingebaut. Der gesamte Trainerstab, auch inklusive Zinnbauer-Vorgänger Mirko Slomka, hat an der katastrophalen Defensiv-Darbietung der Vorsaison gearbeitet. Auch am desolaten körperlichen Zustand vieler Profis. Es sind Veränderungen sichtbar, wenn auch noch längst nicht genügend.

Vielleicht müssen alle HSVer zu Beginn des neuen Jahres auch ein wenig froh sein, dass ihr Verein nicht mehr hinten dran hängt. Er hat den Anschluss an die hinteren Mannschaften hergestellt. Das war im Frühjahr 2014 wahrlich nicht selbstverständlich, als der HSV in allen Bereichen komplett am Boden lag und den unverdientesten Nichtabstieg der Bundesliga-Geschichte perfekt gemacht hat.

Dietmar Beiersdorfer hat vor zwei Wochen von einem „Pioniergeist“ gesprochen, den er im Verein spüre. Diesen Geist gilt es zu bewahren und auch nach außen deutlicher sichtbar zu machen. Es bleibt dabei: einen anderen Weg gibt es nicht, ist er auch noch so steinig und langsam. Es bleibt aber auch dabei: keinesfalls ist es ein Automatismus, dass der Weg am Ende ins Licht führt. Die handelnden Personen dürfen nicht erlahmen, müssen weiter durchgreifen und das Sanieren nicht vernachlässigen.

Lars
18.05 Uhr

Die Lage nach der Niederlage in Augsburg

30. November 2014

„Wir sind wieder ein Stück weitergekommen, auch wenn die Ergebnisse nicht passen. Aber die werden irgendwann kommen, da bin ich mir ganz sicher.“ Hat HSV-Trainer Joe Zinnbauer abends bei seinem zweiten Auftritt im ZDF-Sportstudio gesagt. Eine mutige Aussage, denn zu Buche stand und steht ja immerhin die 1:3-Niederlage in Augsburg. Im April 2013 gab es letztmalig in der Bundesliga zwei Siege in Folge, gegen Mainz und Düsseldorf. Seit dieser Zeit tritt der HSV kräftig auf der Stelle. „Ich kann mich selber nicht mehr hören, immer die gleiche Scheiße zu erzählen“, sagte Kapitän Rafael van der Vaart nach dem 13. Spiel dieser Saison. Der HSV hat bislang 27 Spieler eingesetzt, aber, das ist das große Dilemma, er hat immer noch keine Elf gefunden.

 


 

Immerhin hat mit Ronny Marcos, der von allen Spielern, die auf dem Augsburger Rasen standen, die meisten Kilometer abriss (über 13!), einmal mehr ein Talent aus der U23 sein Debüt gegeben. Nach Matti Steinmann, Ashton Götz, Mohamed Gouaida und Tolcay Cigerci bereits der fünfte Mann aus dem Nachwuchs – in meinen Augen der richtige Weg. Auch wenn dieser noch sehr, sehr steinig und mühsam wird. Aber ganz wichtig dabei: Zweifel, ob Joe Zinnbauer der richtige Trainer für den HSV sei, wischte Profi-Direktor Peter Knäbel heute kurz und schmerzlos vom Tisch: „Ich zweifle grundsätzlich nicht, wir bereiten uns auf das nächste Spiel genauso beharrlich vor wie auf das letzte Spiel.“ Sehr gut. Trotz der Tatsache, dass es unter Joe Zinnbauer in zehn Bundesliga-Spielen erst drei Siege gab. Alle wussten, dass diese HSV-Genesung nicht über Nacht funktionieren würde.

 

Bitter nur, dass jetzt Heiko Westermann ausfallen wird. Für „HW4“ ist die Hinrunde gelaufen, er zog sich in Augsburg in der 31. Minute eine schwerere Knie-Verletzung zu. Diagnose: Innenbandanriss im linken Knie. „Mit Heiko verlieren wir unseren stabilsten Spieler“, sagte Knäbel mit betretener Miene. Es gibt, leider, leider, etliche HSV-Fans, die das ganz anders sehen. Aber jedem seine Meinung, keine Frage – ich schließe mich deshalb Peter Knäbel an. Vorbehaltlos.

 

Obwohl es, da beißt die Maus keinen Faden ab, an allen Ecken und Enden kneift. Der HSV, das ist klar, sucht seine Formation, sucht noch nach dem Weg, dort unten raus zu kommen – und er probiert, experimentiert. Dazu gehören die jungen Leute aus der U23. Natürlich. Zinnbauer hatte es bei seinem Amtsantritt am 17. September gesagt, dass er „seinen“ Leuten die Chance geben wird – wenn die arrivierten Profis nicht so funktionieren, wie er es sich vorstellt und wünscht. Von der Club-Führung hat Joe Zinnbauer die Unterstützung – ganz offenbar. Peter Knäbel sagte heute: „Jeder Spieler kann jeden Tag seine Qualität und seine Bedeutung für den HSV beweisen. Am sinnvollsten macht er das, indem er die entsprechenden Zahlen liefert. Das heißt: Duelle gewinnen, Torschüsse nicht nur auf das Tor, sondern ins Tor, und indem er dabei ist, wenn der HSV gewinnt.“
Das ging wohl in erster Linie an Holtby und Lasogga. Die – etwas überraschend (?) – draußen blieben. Knäbel sagt generell: „Die Spieler, die von Joe Zinnbauer jetzt mal durchrotiert worden sind, haben die Entscheidung akzeptiert. Das ist eine Grundlage des Profi-Geschäfts. Kein Spieler hat bei einem solchen großen Kader eine Garantie, dass er spielt. Gegen Augsburg hat Joe Zinnbauer versucht, mehr Geschwindigkeit nach vorne rein zu bringen, das hat sich in den ersten 15 Minuten gerechnet, vom Resultat zur Halbzeit her war das auch in Ordnung.“

Trotz allem sollten sich die Herren Profis, die nun auf der Bank oder sogar nur zu Hause saßen, einmal hinterfragen, was sie besser machen könnten. Artjoms Rudnevs hat auf eine mehrfache Nichtberücksichtigung die richtige Antwort gegeben, jetzt sind die anderen „Jungs“ gefragt. Dazu gehören auch Zoltan Stieber, Ivo Ilicevic und Gojko Kacar – neben Holtby, Arslan und Lasogga.

 
Wobei die erste Halbzeit des HSV gut war. Dabei bleibe ich. Es war vielleicht die beste Halbzeit, die der HSV in dieser Saison gespielt hat. Vielleicht, darüber könnte man streiten. Dass es dann doch keinen Sieg gab, das lag wohl auch am schnellen 1:1 in der 49. Minute. Matthias Ostrzolek rutschte, als er zu spät gegen Djurdjc kam, in den Mann – Freistoß. Das war schon dumm. Dann segelte dieser Freistoß in den Fünfer, wo alle HSV-Spieler – nebst Johan Dhourou und Cleber) abtauchten. Einige Experten forderten rückblickend, dass Jarolsav Drobny hätte die Linie verlassen müssen, aber wie soll das gehen, wenn so viele Leute unmittelbar vor ihm stehen? Geht er raus und berührt einer der Vorderleute die Kugel, dann sieht er erst recht alt aus. Es war meiner Meinung nach ein Fehler, dass die HSV-Defensive so weit hinten stand, und es war natürlich falsch, sich nur abzuducken statt hoch zu springen. Und ich behaupte mal, wie wohl auch Knäbel: Mit Westermann da hinten drin wäre das nicht passiert.

 

Bei Tor Nummer zwei sahen die Youngster Ashton Götz und vor allem Mohamed Gouaida nicht gut aus, aber auch die Innenverteidiger nicht. Hätten sie besser gestanden, hätte der letzte Mann dieser Kette, nämlich der Augsburger Bobadilla, nicht an den Ball kommen können. Und über Tor Nummer drei müssen wir nicht diskutieren – das war ein Witz-Elfmeter. Obwohl ich die ganze Nacht nicht darüber lachen konnte, und auch heute nicht. Heute morgen war ich beim Oberliga-Spiel Paloma gegen Germania Schnelsen (2:1), ich haben niemanden gefunden, der das sagte, was offenbar der „Ober-Guru“ Dr. Markus Merk sagte: „Das war ein klarer Elfmeter.“ Soll, ich wiederhole, soll Merk gesagt haben – ich habe es nicht gehört. Und wenn er es tatsächlich gesagt hat, dann kommen mir nur noch mehr Zweifel an dieser ganzen Schiedsrichterei. Wobei ich weiß, dass Merk bei seinen ehemaligen Kollegen ohnehin schon seit geraumer Zeit unten ist, weil er als „Ober-Ober-Schiedsrichter“ immer alles besser weiß (auf Sky), als die Kollegen, die auf dem Rasen stehen. Und da muss man eben mal sagen: „Das war ein klarer Elfmeter.“

 

Das war es natürlich nicht. Und ich finde es bitter, wenn man dann sagt: „Daran lag es nicht, dann hätte der HSV eben nur 1:2 verloren.“ Jeder Fußballer weiß aber doch, dass ein 1:2 schneller zu egalisieren ist, als ein 1:3. Und gerade die HSV-Spieler wissen es am besten. Bei 1:2 hätte doch noch die Chance bestanden, dass sich der gegnerische Torwart die Kugel wieder selbst in die Kiste schmeißt . . . Weil ein zweites HSV-Tor in einem Spiel? Das wäre ja ohnehin die Krönung der Auslese. Und man will ja auch gar nicht zu viel auf einmal verlangen.

 

Unabhängig von diesem Skandal-Elfmeter, den dieser Herr Doktor sich da zurechtpfiff, hat der HSV natürlich auch in Halbzeit zwei schlechter gespielt. Weil dieses 1:1 zu schnell kam. Mittelfeldspieler Valon Behrami fand deshalb in Augsburg mahnende und vor allem offene, ehrliche Worte nach dieser Niederlage: „Nach dem 1:1 in der zweiten Halbzeit war es wie immer, wir schalten ab, und zwar komplett, es passiert nichts mehr. Das ist die Verantwortung der älteren Spieler. Spieler wie ich, Rafael van der Vaart und Johan Djourou. Aber wir haben nichts gemacht, das ist unser Fehler. Das ist eine Frage des Charakters, das ist sicher. Das liegt an der Professionalität, aber die kann man nicht kaufen. Entweder hat man das, oder man hat es nicht.“

Über die Zufriedenheit, über die ja kürzlich auch Sport-Direktor Bernhard Peters gesprochen hatte, sagte Behrami: „Wenn man denkt, man hat etwas erreicht, wenn man zwölf Punkte nach zwölf Spielen hat, dann liegt man damit total falsch – wir haben nichts erreicht.“
Und zur aktuellen personellen Situation befand der Schweizer: „Die jungen Spieler kommen mit Spaß und Freude zu uns. Aber uns können auch die erfahrenen Spieler helfen. Die hatten wir heute auf der Bank, die haben Qualität, das sind wichtige Spieler für uns, wie Holtby, Lasogga und auch Arslan. Die jungen Spieler sind gut für die Konkurrenz, so muss jeder mehr machen im Training und im Spiel. Aber wir brauchen die Qualität dieser Spieler, obwohl es natürlich auch klar ist, dass das die Entscheidung des Trainers ist.“

 

Zur Lage mit den jungen Leuten fällt mir dabei noch ein Name ein, den ich an diesem Wochenende in der ARD-Sportschau vernahm. Beim Spiel Werder gegen Paderborn (4:0) spielte der 22.jährige Janek Sternberg von beginn an mit, und er spielte nicht nur mit, er gehörte mit zu den besten Bremern. Und Sternberg war ja auch mal einer, der die Raute auf der Brust trug. Auch hin und wieder bei den Profis. So kann es gehen.

 
Apropos junge Leute: Matti Steinmann, diesmal unser Mann bei „Matz ab live“, (neben seinem Teamkollegen Ahmet Arslan – nochmals vielen Dank), sah ja vor einer Woche beim Spiel in Norderstedt die Gelb-Rote Karte. Er ließ sich deshalb schnell am Meniskus operieren, versäumt daher wohl kein einziges Spiel, denn nun geht es in die Winterpause. Und danach ist Matti wieder fit. Ein “älterer Herr” dagegen wird wohl nicht so schnell fit: Rene Adler. Weil die Rückenprobleme des Nationaltorhüters (a.D.) nicht besser werden, fliegt Adler morgen nach München, um sich dort von Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt untersuchen zu lassen.
Unterdessen deutete Peter Knäbel an, dass der HSV den Vertrag mit Jaroslav Drobny demnächst verlängern wird. Gut so.

 

Ja, und dann ist inzwischen klar (und wohl auch bekannt), dass Carl-Edgar Jarchow als Präsident des HSV vom Mai an nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Für mich war das schon seit längerer Zeit klar, deswegen habe ich das nicht mehr als das ganz große Thema angesehen. Dass ich seinen Schritt durchaus bedauere, das will ich gerne bekennen, obwohl ich dafür natürlich von vielen Freunde um die Ohren bekomme. Ist egal. Jedem seine Meinung, ich schrieb es bereits. Und Jarchow hat vor allem den einen Fehler gemacht (zum Wohle des HSV), indem er nicht ausplauderte, was er für einen tollen Verein bei Amtsantritt vorgefunden hat. Dabei möchte ich es belassen, das allein wird wieder genügend Öl ins Feuer gießen – das wird für mehrere Tage reichen.

 

Ein erfreulicheres Thema ist das neue Uwe-Seeler-Buch, das unser geschätzter Abendblatt-Kollege Jens Meyer-Odewald geschrieben hat, das nun auch rechtzeitig zum Weihnachtsfest erschienen ist. Es ist ja auch in der rechten Spalte neben dem Matz-ab-Bericht zu sehen. Und ich habe es im neuesten Matz-ab-live auch entsprechend angepriesen. Dazu habe ich nun auch ein weihnachtliches Gewinnspiel vorbereitet. Drei Bücher „Uns Uwe – ein Hamburger mit Herz“ werde ich verlosen. Drei Bücher, von Uwe Seeler (so hoffe ich – ich bemühe mich) für den Gewinner namentlich signiert, und die ich von den ehemaligen Meisterspielern von 1960 auch unterschreiben lassen werde, gehen noch vor dem Fest an die Gewinner.

 

Die Frage, die ich stelle und die zu beantworten wäre, ist ganz einfach:

Für welchen Verein ist Uwe Seeler – neben dem HSV – noch auf Punktejagd gegangen?

Es können die Antworten (bis zum nächsten Sonntag) bei „Matz ab“ im Internet (per Email an: blog*at*matz-online.net) abgegeben werden, oder per Post:

Dieter Matz
Sportredaktion Hamburger Abendblatt
Axel-Springer-Platz 1
20355 Hamburg

 

Dann noch schnell dies und das:

Manfred aus Lünen schrieb mir kürzlich (und er trug es auch beim Matz-ab-Treffen persönlich vor!):

 

Dieter, ich möchte noch einmal an unser Gespräch wegen der Weitergabe der Mail-Adressen erinnern. Über das Abendblatt kann man bei Angabe der Postleitzahl erkennen, wie viele HSV-Mitglieder im Ort wohnen (bei uns sind es drei Mitglieder).
Die Anregung kam von Erhard W. (HSV57) aus Ölbronn, wir möchten so vielleicht Fahrgemeinschaften zu den Spielen zu organisieren.

Bitte rege es doch einmal im Blog an, der eine oder andere Matz-abber wird es lesen und sich die Adressen von den Mods geben lassen.

 

Dann gab es kürzlich schon ein Gewinnspiel bei uns, und da kam ein Gewinner aus Hille. Ich wusste nicht, wo dieses Hille liegt (ich kannte früher nur das BU-Brüderpaar Hansi und Fredy Hille) – aber der Matz-abber schrieb mir und klärte mich auf:

 

Hallo Herr Matz,
habe mich sehr über den Gewinn des Heftes von Oliver Wurm aus Ihrem Quiz gefreut. Ich will Ihnen gerne erklären wo Hille liegt.
Hille liegt etwa 20 km entfernt von Minden (Melitta Werke – GWD Minden) in Ostwestfalen.
Hille ist eine Handball-Hochburg und lieferte schon mehrere Nationalspieler.
Es seien nur drei Namen genannt:
Jimmy Waltke (erzielte bei der WM 1978 im Endspiel gegen die UDSSR in 193 Sekunden 3 entscheidene Tore vom 14:12 bis zum 16:12. Deutschland wurde bekanntlich mit 20:19 Weltmeister.

Rainer Niemeyer (Torwart) wurde ebenfalls 1978 Weltmeister.
Sein Sohn Arne Niemeyer spielte in der Saison 2008/2009 für den HSV Hamburg und spielt heute bei GWD Minden.

Frank von Behren, 167 Länderspiele für Deutschland
Vize-Europameister 2002 und Silbermedaille bei Olympia 2004.

Sie sehen, dass sich unser Dorf Hille nicht zu verstecken braucht.

Mit freundlichen Grüßen aus Hille, Helmut F.

 

Dann möchte ich schnell noch auf eine interessante Geschichte hinweisen. Im WDR und im NDR Fernsehen läuft heute wieder „Dittsche“ – sehenswert. Und um 23.35 Uhr geht es im NDR-Fernsehen um Fußball. Der Bericht heißt:

 

Flucht aus der Kurve

 

Die Entfremdung zwischen der Vereinsführung und einem Teil der Fans – in der Bundesliga keine Seltenheit mehr. Beim Hamburger SV sind etliche Anhänger ausgestiegen, nachdem im Sommer die Profiabteilung in eine AG ausgegliedert wurde. In Hannover besuchen Ultras und andere Gruppierungen seit Beginn dieser Saison die 96-Spiele nicht mehr, weil der Club in der vergangenen Spielzeit die Busanreise zum Derby nach Braunschweig angeordnet hatte. Nur wer im organisierten Konvoi mitfuhr, bekam seine Eintrittskarte. Die Situation ist verfahren, eine Lösung der Konflikte nicht in Sicht – dabei leidet die Stimmung im Stadion spürbar.
„Wir sind offen, mehr kann ich nicht anbieten. Wir sind da, wir laufen nicht weg“, sagte 96-Boss Martin Kind bei den Dreharbeiten zur „Sportclub Reportage“. Das sehen die Fanvertreter anders: „Herr Kind sagt immer so schön: Dialog ist keine Einbahnstraße. Doch er will sagen, wie es läuft und nicht.“ Sie fordern, dass sich Kind „dafür entschuldigt, dass den Auswärtsdauerkarteninhabern die Karten vorenthalten wurden“. Für den Unternehmer kommt das nicht in Frage: „Warum sollten wir uns entschuldigen? Bei allem Verständnis für Dinge, aber eine Entschuldigung ist nicht nötig.“
In Hamburg haben einige Fans im Juli einen neuen Verein gegründet, den HFC Falke, der mittlerweile 350 Mitglieder zählt. Mit dem HSV haben sie abgeschlossen: „Ich vergleiche mich manchmal mit einem Alkoholiker“, sagt Ex-Vorstandsmitglied Christian Reichert: „Ich bin auf Entzug, habe aber einen Vorteil: Meine Rückfallgefahr ist gering. Denn was ich am HSV geliebt habe, gibt es nicht mehr.“
HSV-Chef Dietmar Beiersdorfer würde die Aussteiger allerdings gerne zurückgewinnen: „Ich verstehe den HSV, den ich 1986 als Spieler kennengelernt habe, immer noch als den HSV wie er hier und heute ist, auch wenn es mit der AG und dem e.V. verschiedene Rechtsformen gibt.“ Auch Kind fehlt etwas: „Dieser harte Kern der Fans ist wichtig, weil sie f ür die Stimmung stehen und weil sie eine unglaubliche Loyalität zum Fußball, zu ihrer Marke haben“, sagt der 96- Präsident. Die Reaktion eines Fanvertreters ist indes bezeichnend und verdeutlicht die tiefe Kluft: „Loyalität zu einer Marke? Ich bin doch nicht Fan einer Marke, ich bin Fan eines Vereins!“

 
PS: An diesem Montag haben die Profis trainingsfrei.
 

So, das war es heute wieder mal in etwas längerer Form, ich wünsche trotz allem noch einen schönen ersten (Rest-)Advent. Und morgen einen großartigen Start und eine tolle und erfolgreiche Woche,

Dieter

 
18.28 Uhr

U 23 zieht die Hinrunde ungeschlagen durch

15. November 2014

Joe Zinnbauer hatte gestern nach dem 1:0 im Test gegen Eintracht Braunschweig angekündigt, verstärkt auf die Nachwuchsspieler aus der U 23 zu achten. Scholle hatte dies hier ausführlich aufgegriffen. Wie weit die Jugend wirklich ist, konnten 1.250 Zuschauer heute an der Hagenbeckstraße verfolgen. Die Partie musste wegen des großen Andrangs vor den Kassenhäuschen mit acht Minuten Verspätung erst begonnen werden.

U-23-Trainer Daniel Petrowsky setzte allein sechs Spieler ein, die tags zuvor auch einige Minuten mit den Profis gegen Braunschweig auf dem Rasen standen. Ronny Marcos in der Abwehr; Ahmet Arslan, Sven Mende und Mohamed Gouaida im Mittelfeld; Nils Brüning und Philipp Müller im Sturm. Anfangs lief alles nach Plan. Im Anschluss an einen Freistoß nutzte Francis Adomah, heute als Innenverteidiger eingesetzt, das folgende Durcheinander in der VfB-Deckung zum 1:0. Großer Jubel schon in der 8. Minute.

Doch der dauerte nicht lange an. Schon im Gegenzug gelang Andre Senger der Ausgleich (9.), wenige Minuten später fiel durch Markeineke gar das 1:2 (14.). Dieser Halbzeitstand war für den HSV noch schmeichelhaft, denn Lübecks bester, Andre Senger, traf noch einmal den Pfosten (27.). In der zweiten Halbzeit bissen sich die Petrowsky-Schützlinge lange vergebens die Zähne aus an der sicheren Gäste-Deckung. Bis eine sensationelle Kombination doch noch das Unentschieden und damit die Rettung der Serie brachte. Mohamed Gouaida spielte prächtig Doppelpass mit Ahmet Arslan und vollendete diese Aktion mit einem platzierten Schuss zum 2:2 (84.).

„Das war ein hartes Stück Arbeit“, sagte Kapitän Sven Mende. „Aber wir können natürlich auch ein bisschen stolz sein. Eine ganze Hinrunde ungeschlagen zu sein, hat noch niemand geschafft. Dennoch müssen wir für heute zufrieden sein, wenn wir kurz vor dem Schluss erst den Ausgleich schaffen. Wenn wir jetzt noch für die restlichen drei Spiele dieses Jahres konzentriert bleiben, sieht es gut aus für das neue Jahr.“ Am kommenden Sonntag tritt der HSV zunächst bei Eintracht Norderstedt an. Und in der Tat sieht es gut aus in der Tabelle: Aktuell zwölf Punkte Vorsprung sind eine sensationelle Bilanz (wobei Verfolger Werder Bremen morgen noch spielt). Da ist das Ziel natürlich, die Aufstiegsrunde zur 3. Liga zu erreichen, wo dann allerdings die Karten völlig neu gemischt werden.

So spielte der HSV: Brunst – Jordan (58. Derflinger), Jung, Adomah, Marcos – Arslan, Mende, Haut (77. Charrier), Gouaida – P. Müller, Brüning (68. Benkarit)
Tore: 1:0 Adomah (8.), 1:1 Senger (9.), 1:2 Marheineke (14.), 2:2 Gouaida (84.)
Zuschauer: 1.250

Zu einem anderen Thema. Am 25. Januar, genau acht Monate nach der historischen Mitgliederversammlung im Stadion, als die Ausgliederung der Profi-Fußball-Abteilung in eine AG beschlossen wurde, steigt die nächste große Sitzung des HSV. Es handelt sich um die erste ordentliche Mitgliederversammlung des „neuen“ HSV e.V. und um das Ende der bisherigen Übergangsregelung. Das betrifft vor allem die Besetzung des Präsidiums.

Bekanntlich sind aktuell Carl Jarchow (Präsident), Joachim Hilke (Vizepräsident) und Oliver Scheel (Schatzmeister) im Präsidium. Sie sind sozusagen das Überbleibsel aus dem alten Vereins-Vorstand vor der AG-Ausgliederung. Die Verträge von Jarchow und Hilke enden am 31. Mai kommenden Jahres. Oliver Scheel, ursprünglich von der Mitgliedschaft als deren expliziter Vertreter in den Vorstand gewählt, scheidet bereits Mitte Januar aus.

Hinter den Kulissen wird seit Monaten kräftig daran gewerkelt, ein neues e.V.-Präsidium auf die Beine zu stellen. Dafür verantwortlich ist der Beirat unter Leitung des Vorsitzenden Eckart Westphalen (er ist der Delegierte aus den Amateur-Abteilungen des HSV). Ferner sitzt ihm als Stellvertreter Andreas Peters (Vorsitzender des Ehrenrates) sowie Walter Koninski, Engelbert Wichelhausen (beide ebenfalls Mitglieder des Ehrenrates) sowie Sven Winkelmann (Förderer) zur Seite. Die fünf Herren hatten und haben die heikle Aufgabe, Kandidaten für den neuen Vorstand zu finden und letztlich der Mitgliederversammlung vorzuschlagen.

Genau genommen ist die Aufgabe schon in dem Punkt heikel geworden, als sich der Beirat auf das Wahl-Procedere einigen musste. Wie sich herausstellte, ist die neue e.V.-Satzung in einigen Punkten offenbar nicht eindeutig. Juristische Hilfe wurde in Anspruch genommen – und dies führte am Ende zu dem Ergebnis, das der Beirat auf der Internet-Seite des HSV vor einigen Tagen veröffentlichte.

Was das Verfahren am 25. Januar angeht, ist nun folgendes angedacht. Der Beirat schlägt ein Präsidium vor, also drei Personen, die er für die Geeignetsten hält. Es soll keinen Wahlkampf auf dieser Veranstaltung geben, sondern nur eine Vorstellung eines Präsidenten-, eines Vize-Präsidenten- und eines Schatzmeister-Bewerbers. Die Mitgliedschaft soll anschließend mit einfacher Mehrheit beschließen, ob der jeweilige Kandidat das Amt dann auch für drei Jahre antritt. Abgesehen davon, dass dieser Weg dann sehr dem des FC St. Pauli ähnelt, der ja morgen seinen spannenden Sitzungs-Tag hat, hatten die Satzungs-Väter des HSV eine konkrete Idee, die dahinter steckt. In den vergangenen Jahren ist der HSV nicht zuletzt deswegen immer wieder auf härteste Belastungsproben gestellt worden, weil ein unerträgliches Hauen und Stechen um Ämter die Vereins-Versammlungen und damit das Klima im Verein vergiftet hatte. Beispiele muss ich an dieser Stelle nicht aufführen. Eigentlich waren alle Veranstaltungen im CCH in den letzten 20 Jahren geprägt von verbalen Tiefschlägen, Beschimpfungen, Anfeindungen, Gepöbel. Unerträglich eben, und daher ist die Entscheidung, nur einen Kandidaten pro Amt vorzuschlagen, konsequent – und eben überdies rechtlich geboten.

Wünschenswert ist im Sinne der Befriedung des HSV und der Eindeutigkeit der Entscheidung, und auch, damit ein neues Präsidium mit möglichst großer Unterstützung ins neue Amt gehen kann, dass eine große Mehrheit für die neuen Leute gefunden wird. Aus diesem Grund kommt dem Beirat eine verantwortungsvolle Aufgabe zu, denn er muss den Kandidaten finden, der nicht nur der beste ist, sondern auch die höchste Akzeptanz in der Mitgliedschaft besitzen könnte – hier muss spekuliert werden.

Mit Namen hält sich der Beirat zurzeit zurück. Das wird in den kommenden Wochen sicher folgen, wenn die sondierenden Gespräche mit möglichen Kandidaten abgeschlossen sind. Dennoch sind drei Namen bereits als Tuschelthema in der Öffentlichkeit unterwegs, und ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass keiner der drei Namen bisher für Begeisterungsstürme gesorgt hat.

Nummer eins war Oliver Scheel, der dem Beirat proaktiv sein Interesse am Präsidentenamt mitgeteilt hat. Gleichzeitig betonte Scheel, dass er nur als hauptamtlicher Präsident zur Verfügung stehe. Diese Kern-Entscheidung hat der Beirat ja auch noch zu treffen – wird der Präsident angestellt oder ehrenamtlich (mit Aufwandsentschädigungen) bestellt? Intern wird die ehrenamtliche Variante bevorzugt, was allein schon die Kandidatur von Scheel ausschließen würde. Dass der gelernte Anwalt ohnehin ein Kandidat wäre, der aufgrund seiner kritischen Position zur AG-Ausgliederung umstritten ist, kommt dazu.

Die Namen zweier weiterer Längjähriger wabern im HSV-Raum. Otto Rieckhoff, der im letzten Vierteljahrhundert so ziemlich jedes Amt im HSV bekleidet hat, ist einer von ihnen. Carl Jarchow, von 2011 bis 2014 Vorstands-Vorsitzender des Vereins, ist der andere. Offizielle Kommentare gibt es aktuell von beiden nicht. Wobei sich Rieckhoff wahrscheinlich bei jedem Gespräch, dass er in den letzten Wochen geführt hat seit einer entsprechenden Veröffentlichung im Hamburger Abendblatt, eine Frage stellen lassen muss: „Warum willst Du das jetzt doch machen – du hattest doch am 25. Mai noch ganz deutlich gesagt, kein Amt im HSV anzustreben?“

Die Beantwortung dieser Frage und damit das Schließen einer Glaubwürdigkeitslücke wird Rieckhoffs Kernaufgabe sein, wenn er eine Chance besitzen will, im Januar als Präsident anzutreten. Carl Jarchow hatte sich in bisherigen Veröffentlichungen zu seiner möglichen Zukunft (entsprechende Aussagen liegen allerdings auch schon Monate zurück) ebenfalls bedeckt gehalten was seine persönliche Motivation auf Übernahme des Präsidenten-Amtes angeht. Nun ist er also wieder im Gespräch. Der Mann also, der als Haupt-Verantwortlicher steht für die drei katastrophalsten Jahre der Hamburger Bundesliga-Geschichte. Ist dies bereits das Ausschluss-Kriterium? Oder denken die Beiräte zurück an die Gründe, die den damaligen Aufsichtsrat 2011 bewogen hatten, Jarchow als Nachfolger für Bernd Hoffmann zu bestellen. Jarchow sollte den Verein befrieden, was ihm im ersten Schritt gelungen ist. Das Drama begann mit der Verlängerung seines Vertrages, als andere, nämlich strategische und richtungsweisende Entscheidungen anstanden, die – das wissen wir heute – im Zusammenhang mit personellen, wirtschaftlichen und sportlichen Fehlentscheidungen fast der gesamten HSV-Führungsriege im Beinahe-Untergang gipfelten.

Im Kern heißt die Frage also bei diesen drei Namen: hat einer von ihnen noch eine Chance verdient oder ist es auch im HSV-e.V.-Präsidium Zeit für ganz neue Leute? Das Anforderungsprofil, das der Beirat auf der oben genannten Internet-Seite herausgegeben hat, ist nicht eben klein. Ehrlich gesagt frage ich mich, ob nicht wirklich ein hauptamtlicher Präsident gefunden werden muss bei dem gewaltigen Umfang der anstehenden Aufgaben. Abgesehen von der großen Verantwortung der Aufgabe auch für die AG. Denn immer noch ist der e.V. der Mehrheitseigner der AG – und das wird sich auch nicht ändern. Darüber hinaus sitzt der e.V.-Präsident automatisch im Aufsichtsrat der AG, was ihm zusätzliches Gewicht verleiht.

So gesehen wäre eine von weiten Teilen der HSV-Vergangenheit unbelastete Persönlichkeit gut, die trotzdem einen hohen Bezug zum HSV besitzt und ein Standing in der Stadt ohnehin. Auch wenn die ganz laute Musik des HSV im Vorstand der AG gespielt wird – das Amt des e.V.-Präsidenten ist ein ganz entscheidendes für die Zukunft des gesamten Vereins.

Zum Ablauf am 25. Januar noch eine Schluss-Bemerkung. Natürlich ist es praktisch möglich, dass einer oder mehrere der vorgeschlagenen Kandidaten für eines der Ämter durchfallen. Was geschieht dann? Bleibt der e.V. führungslos? Das soll und muss natürlich vermieden werden, deswegen würde es so sein, dass noch auf derselben Veranstaltung ein zweiter Kandidat vorgestellt werden würde, über den dann ebenfalls noch an diesem Tag abgestimmt werden soll. Erst wenn der dann auch noch durchfällt – rein theoretisch – wäre eine weitere Vereins-Versammlung fällig.

Wir dürfen gespannt sein, wen der Beirat „ausgräbt“.

Morgen ist Scholle hier wieder am Ball. Das nächste Training der Profis steigt am Dienstag um 10 Uhr.

Lars

17.43 Uhr

Arslan droht auszufallen

7. November 2014

Eine kleine, entschuldigende Geste, ein „Sie haben ja Recht, passiert nicht wieder. Ich benutze wieder die Freisprecheinrichtung“ und er durfte weiterfahren. Wo jeder Normalo ordentlich Bußgeld erwarten dürfte und zudem einen Punkt in Flensburg, da erntet er ein verständnisvolles Nicken vom Herren Schutzbeauftragten: Roy Präger ist in Wolfsburg längst eine kleine Legende. Auch mit Handy am Ohr während des Autofahrens. Gut, nun kann man sagen, dass das in dem wunderschönen VW-Städtchen nicht allzu schwer ist, aber bei Präger kommt die ehrliche Verbundenheit hinzu. „Ich bin hier sowas von festgesetzt“, sagt der ehemalige HSV-Stürmer, „meine Familie lebt hier, meine Kinder wachsen hier auf – und ich habe hier meine Fußballkarriere so richtig begonnen. Der Aufstieg in die Bundesliga damals ist ein Erlebnis, das ich nie vergesse. Ebenso wenig wie den HSV.“ Und der kommt am Sonntag nach Wolfsburg in sein Wohnzimmer. „Punkte gibt’s hier zwar nicht“, lacht Präger, „aber ich freue mich auf meinen Ex-Klub.“

2:1 oder 3:1 – Präger will sich nicht festlegen, wie hoch der VfL gewinnt – aber er ist sich sicher, dass der HSV in der VW-Arena nichts zu bestellen hat. „Obwohl sie mir zuletzt besser gefallen. Es ist wieder eine Kultur in der Mannschaft zu erkennen. Sie fighten füreinander und haben mit Müller, Holtby und Lasogga auch einige gute Jungs dazubekommen. Didi hat einen Plan.“ Mit Didi ist natürlich der HSV-Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer gemeint, den Präger in Hamburg aktiv gerade eben verpasste. Als er im Juli 2002 zum VfL Wolfsburg zurückwechselte, kam Beiersdorfer zwei Monate später zum ersten Mal zum HSV. Dennoch kennt Präger den neuen HSV-Boss. Und er schätzt ihn. „Didi macht alles richtig. Er baut eine neue Mannschaft auf und braucht dafür eine Hierarchie. Dafür sind jetzt Leute wie Drobny, Westermann und van der Vaart beispielsweise wichtig. Und zugleich werden Jungs wie Holtby, Lasogga und Müller aufgebaut. An ihnen können sich dann in den nächsten Jahren die Neuen orientieren. Ich glaube, dass Didi den permanenten Wechsel in Hamburg stoppt. Denn in den letzten Jahren konnte da schon durch die unzähligen Wechsel auf den verschiedenen Positionen nichts entstehen. Junge Spieler mussten auf einen Schlag zu viel Last tragen. Und das wäre auch fast schief gegangen. Es gab einfach zu wenige Führungsspieler, weil alles Aufgebaute immer wieder eingerissen wurde.“

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Wie wichtig eine funktionierende Hierarchie ist, weiß Präger noch aus seiner Zeit beim HSV. „Ich bin angekommen und hatte schon ein wenig gezeigt, dass ich was kann. Trotzdem musste ich mich hinter Leuten wie Hoogma, Butt, Hertzsch, Panadic und auch Yeboah anstellen. Und das war nicht nur okay – das war einer unserer Schlüssel zum Erfolg damals, der viele überraschte. Uns aber irgendwie nicht. Wir wussten, dass wir eine echte Einheit waren. Und wir wuchsen immer besser zusammen. Genau das hoffe ich beim neuen HSV.“ Denn nur so könne es funktionieren, sagt der einst so kampfstarke Angreifer (19 Tore in 97 Bundesligaspielen für den HSV). „Individuell sind ein paar gute Jungs dabei. Aber offensiv fehlt es. Ein van der Vaart ist sicher nicht mehr in seiner Topverfassung und braucht die Mannschaft hinter sich. Genau so, wie am vergangenen Wochenende gegen Leverkusen.“

Angesichts der beeindruckenden Offensivkraft des VfL Wolfsburg (Olic, Perisic, Dost, Bendtner, Hunt) hat Präger leicht Reden. Zumal mit Kevin de Bruyne aktuell ein offensiver Mittelfeldmann in Weltklasseform seine Angreifer versorgt wie kaum ein andere in der Bundesliga. „Offensiv sind wir im Moment ganz sicher eine Macht. Selbst hinter den Spitzen. Da ist Kevin de Bruyne im Moment unglaublich gut drauf. Er ist ein wesentlicher Faktor für unseren Erfolg.“ Ob er dem HSV-Abräumer Valon Behrami zutraut, die Schaltkreise des Belgiers einzudämmen? „Schwer. Das wird sehr, sehr schwer für Behrami. Ehrlich gesagt sehe ich den VfL hier wie fast überall noch im Vorteil.“

Wie auch sonst? Präger, der aktuell die Fußballschulen des VfL leitet, ist VfLer, kein Hamburger mehr. „Aber der HSV ist immer mein zweiter Blick. Ich habe mitgelitten als es nicht lief. Und ich freue mich darüber, dass jetzt wieder eine positive Entwicklung zu erkennen ist. Ehrlich, der HSV darf jedes Spiel gewinnen – wenn er gegen uns eine Ausnahme macht“, lacht Präger.

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Das allerdings hat der HSV nicht vor. Obgleich Zinnbauer gewohnt demütig an die Partie gegen die formstarken Niedersachsen herangeht. Beeindruckt von der zweiten Halbzeit, stapelte er tief. „Wolfsburg ist im Moment sicher mit das Beste, was man vor der Nase haben kann“, so der HSV-Trainer, „dort einen Punkt mitzunehmen, wäre schon eine super, super Sache.“ Ob nicht auch mehr drin ist? Zinnbauer bleibt vorsichtig: „Wir müssen gegenüber dem Leverkusen-Spiel noch mal eine Schippe drauflegen. Aber wir fahren auch nicht hin, um vier Dinger zu kassieren.“ Zinnbauer’sches Tiefstapeln – oder eben „Realität“, wie er es selbst nennt. Zuletzt hat es funktioniert, deshalb sehe ich hier mal lieber von jeder Kritik ab. Zumal Realismus nicht schaden muss, im Gegenteil.

Wie schnell einen die Wirklichkeit einholen kann hat Tolgay Arslan zuletzt miterleben müssen. Von einem Tag auf den anderen war er nur noch Ersatz und der Boulevard bejubelte mit van der Vaart und Holtby das „neue Traumduo“. Dass ihn Letztgenannter anschließend ausdrücklich lobte wird da nur ein schwacher Trost gewesen sein. Und heute? Heute war Arslan im Trainingsspiel mit dem grünen Hemd dem so genannten B-Team zugeordnet. Und als die Startelf aus dem Leverkusen-Spiel (mit den wieder genesenen Jansen, Djourou, Müller und Behrami) im Abschlussspiel auch mit dem Duo van der Vaart hinter Holtby zu gefallen wusste, war Arslan schon gar nicht mehr da. Dem Mittelfeldspieler schoss es bei einem Spielchen auf verkürztem Feld derart in den Oberschenkel, dass er abbrechen musste und in die Kabine gefahren wurde. Ob er in Wolfsburg dabei sein kann erscheint derzeit mehr als fraglich. Daher von dieser Stelle aus: Gute Besserung, Tolgay!

Ansonsten hat Zinnbauer fast den ganzen Kader zur Verfügung. Und es deutet sich eine Premiere an: Erstmals seit seinem Amtsantritt könnte Zinnbauer ein zweites Mal in Folge mit der identischen Startelf beginnen. „Stimmt“, sagt der HSV-Trainer, „bislang habe ich immer etwas verändert“ Heute im Abschlussspiel nicht. „Aber das hat nichts zu bedeuten“, sagt der HSV-Trainer, „meine endgültige Aufstellung lege ich tatsächlich immer erst in der Nacht vor dem Spiel endgültig fest. Und das werde ich diesmal sicher wieder so handhaben.“

Dennoch deutet vieles daraufhin, dass es zu dieser besagten Premiere kommt. Im Training heute ließ Zinnbauer das A-Team erneut Pressing spielen. Ob er für das Wolfsburg-Spiel die Flucht nach vorn antritt? „Klar ist, dass wir Wolfsburg keinen Millimeter mehr Spielraum lassen dürfen als Leverkusen. Eher noch weniger“, so der HSV-Coach. Das heißt: Auf die HSV-Profis kommt der zweite große Kampf zu. „Aber nicht nur“, so der HSV-Trainer, „denn wir wollen auch Fußball spielen. Die Mannschaft will es jetzt sofort, das ist klar. Aber wir müssen hier jeden Schritt gehen. Nach und nach. Dann kommen wir unserem Ziel, nämlich beides miteinander zu kombinieren, immer näher.“

Stimmt.

In diesem Sinne, morgen wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert und Dieter wird sich bei Euch melden. Ebenso am Sonntag, wo wir nach dem Spiel wieder live aus dem „Champs“ senden. Unsere Gäste diesmal sind zwei, die sich bei beiden vereinen bestens auskennen – deren Herzen aber für den richtigen Klub schlagen, für den HSV: Stefan Schnoor und Alexander Laas. Wir freuen uns darauf und ich hoffe, dass der HSV am Sonntag in Wolfsburg über sich hinauswächst. An jener Stelle, an der ich meine, mal das qualitativ hochwertigste Spiel des HSV in den letzten Jahren gesehen zu haben. Damals, beim 4:2 am 23. August 2009 unter Trainer Bruno Labbadia. Ich war live vor Ort, gewann anschließend das Tippspiel (4:2 tippte ich, weil alles andere weg war) und bekam dafür Holiday-Inn-Gutscheine für zwei. Mit dem Haken, dass diese nur im ähnlich wie Wolfsburg wunderdschönen Mannheim einzulösen waren und dementsprechend noch heute in einer Schublade mit vielen anderen Gutscheinen liegen…

Bis morgen,
Scholle

P.S.: Aktuell haben der HSV und Alexander Otto einige Workshops hinter sich, in denen das neue Bauprojekt Campus inhaltlich festgezurrt wurde. Von den einst für die Öffentlichkeit zugänglichen Bereichen ist fast nichts geblieben. Der Campus soll weniger kommerziell als für die Nachwuchsausbildung genutzt werden. Ob Otto letztlich die acht Millionen Euro Kosten tatsächlich übernimmt, ist noch offen, gilt aber als höchstwahrscheinlich. Und da ich Herrn Jarchow noch nicht erreichen konnte, kann ich Euch leider auch noch nichts zum Verbleib der 17,5 Millionen Euro Anleihe sagen, was nicht spekuliert wäre.

Bravo! Die U 23 begeistert weiter!

11. Oktober 2014

Aus aktuellem Anlass stelle ich heute nicht die Profis nach vorn, sondern den Nachwuchs. Heute Nachmittag hat die U 23 des HSV ihre Serie fortgesetzt. In der Regionalliga Nord gewann das Team von Trainer Daniel Petrowsky mit 4:1 gegen Hannover 96. Und es war zeitweise Fußball wie aus einem Guss. Am Anfang kamen die Niedersachsen, auch angetrieben von ihren zahlreichen Fans, zum ersten Treffer. Doch der HSV hielt dagegen. Glänzend, wie der Ausgleich durch Tolcay Cigerci von Philipp Müller vorbereitet wurde (Ich musste spontan an Scholles Blog vorgestern denken, als er von Müller geschrieben hat. Der Bursche hat echt was drauf.)! Wunderbar die Kombination vor dem 2:1 mit dem letzten Pass von Kapitän Sven Mende in die Mitte zum Torschützen Mohamed Gouaida! Und ebenso klasse die Vorarbeit von Ronny Marcos, die wieder Cigerci zum 3:1 nutzte!

Es gab begeisterten Beifall des Publikums. 1400 Zuschauer haben sich an diesem sonnigen Tag auf den Weg an die Hagenbeckstraße gemacht – und sie haben ihr Kommen ganz sicher nicht bereut. Spielfreude und Tempo waren in der Partie. Das war ohne Einschränkungen wirklich erste Sahne. Nach zwölf Saisonspielen steht die Mannschaft bei elf Siegen und einem Unentschieden, also 34 Punkten, an der Tabellenspitze. 38:9 Tore hat sie geschossen. Eine beeindruckende Bilanz, und von der Stärke des HSV-Nachwuchses hat sich auch Uwe Erkenbrecher überzeugen können. „Erke“ ist aktuell Trainer des VfR Neumünster, des nächsten HSV-Gegners. Dann müssen die Hamburger Jungs auswärts antreten.

Im Publikum staunte übrigens auch die gesamte HSV-Prominenz. Trainer Joe Zinnbauer kam mit dem Fahrrad, auch Sportdirektor Bernhard Peters und der Vereins-Boss Dietmar Beiersdorfer waren da.

So spielte der HSV II: Brunst – Götz, Kim, Jung, Marcos – A. Arslan, Mende, Steinmann (83. Jordan), Gouaida – Cigerci (74. Masek), P. Müller (67. Brüning)
Tore: 0:1 Ernst (7.), 1:1 Cigerci (14.), 2:1 Gouaida (35.), 3:1 Cigerci (38.), 4:1 Arslan (55.)

Die Bundesliga-Profis hatten zum Zeitpunkt des Spiels ihre Einheit am Volkspark bereits hinter sich. Etwa eineinhalb Stunden wurde hier bei besten Bedingungen geübt. Im Mittelpunkt standen Kleinfeldspiele. Und auffällig dabei nicht nur für mich: Rafael van der Vaart in sehr guter Spiellaune. Es macht den Eindruck, als ob ihm seine kleine verletzungsbedingte Zwangspause Frische zurückgegeben hat. Und durch diese Frische hat er Handlungsschnelligkeit zurück erlangt und einige feine Törchen geschossen, die man so ganz sicher von keinem anderen HSV-Spieler sehen würde. Die Spannung steigt vor dem Bundesliga-Duell mit Hoffenheim in der kommenden Woche. Die Spannung über Aufstellung und Leistung im Mittelfeld des HSV.

Nach dem Training mit dem Ball ging es für einige Zeit noch zum Laufen in den Volkspark. Mit dabei war dann auch Julian Green, der sich das Balltraining noch geschenkt hatte. Wenn nach den beiden trainingsfreien Tagen morgen und am Montag dann am Dienstag wieder trainiert wird, wird wohl auch Artjoms Rudnevs wieder dabei sein. Der Lette hat sich gestern Abend in der EM-Quali gegen Island (0:3) die Gelb-Rote Karte eingefangen und ist somit beim nächsten Spiel der Letten nicht spielberechtigt. Zum Zeitpunkt der Hinausstellung stand es übrigens noch 0:0 – in Unterzahl ging das Spiel dann verloren.

Für Abendblatt-Blogs


Eine Sache wollte ich schon immer mal ansprechen, sie ist in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder hochgepoppt. Seit geraumer Zeit werden wir ja überversorgt mit vielen Statistiken zu den Bundesliga-Spielen. Ganz besonders beliebt ist dabei immer wieder die Laufstatistik. Der HSV ist zu faul, läuft soundsoviele Kilometer weniger als der Gegner, ohne Laufen gewinnt man keine Spiele usw. Über bundesliga.de oder auch montags im kicker kann jeder Interessierte ganz viele Daten bekommen, die für viel Diskussionsstoff sorgen.

Ich möchte mich jetzt auf die Gesamt-Laufleistung beziehen, hier habe ich einen Zusammenhang festgestellt, der die vermeintlich klare erste Erkenntnis relativiert. Es steht nämlich diese Laufleistung eines Teams in der Regel in unmittelbarem Zusammenhang mit der Ballbesitz-Statistik. Ganz konkret bedeutet dies: Hat eine Mannschaft einen deutlich höheren Balbesitzanteil als der Gegner, dann hat der Gegner die höheren Laufwerte. Das ist logisch, denn ohne Ball muss man hinterherlaufen und verteidigen. Ab einem deutlichen Ballbesitz-Übergewicht von mindestens 60 Prozent gibt es fast nie ein Team, das gleichzeitig auch mehr läuft. Mit anderen Worten: Der Laufwert ist nicht in erster Linie ein Indiz für Fitness oder Einsatzbereitschaft eines Teams, sondern für die Spielanlage. Unter Coach Thorsten Fink, der seine Philosophie auf Ballbesitz ausgelegt hatte, besaß der HSV fast immer schlechtere Laufwerte als der Gegner. Jetzt mit Joe Zinnbauer ist das anders. Die Hamburger Mannschaft agiert mit Gegenpressing, ähnlich Borussia Dortmund, was von Haus aus sehr laufintensiv in der Verteidigung ist. Das Spiel nach vorn wird nicht breit gemacht (hoher Ballbesitz, geringe Bewegung), sondern geht in die Tiefe (niedriger Ballbesitz, da riskantes Spiel, und mehr Bewegung).

Ich würde wetten: Wenn wir uns die kommenden Bundesliga-Statistiken unter diesen Kriterien anschauen, dann wird der Zusammenhang sichtbar. Ich schreibe dies, weil es mir oft schlicht zu einfach ist, die Kilometer-Leistung gleichzusetzen mit der eingebrachten Energie der Mannschaft. Ich finde zum Beispiel, dass der HSV hohen Aufwand (bei ganz geringem Ertrag) im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt betrieben hat – am Ende stand ein lächerlich geringer Laufwert von 112 Kilometern. Aussagekräftiger finde ich schon die Statistik der angezogenen Sprints, weil sie auch zeigt, wie intensiv Druck ausgeübt wird auf den Gegner.

Am Ende ist natürlich vieles Glaubenssache – letztlich denke ich, dass Fußball-Statistiken häufig nicht so viel über ein Spiel sagen wie im Basketball oder Baseball.

Zu einem anderen Thema. Was ist eigentlich aus den Ermittlungsverfahren und Strafanträgen geworden, die Klaus Meetz in die Wege geleitet hat? Im Sommer war der ehemalige Volleyball-Star des HSV in aller Munde. Im Hintergrund werden verschiedene Verfahren weitergeführt. Zum einen ist da der Strafantrag, den Meetz gegen den “alten” HSV-Vorstand beantragt hat – der Vorwurf lautete Veruntreuung der Millionen-Anleihe, die im Zusammenhang mit dem Nachwuchs-Konzept “Campus” aufgelegt wurde. Das Ermittlungsverfahren wurde mittlerweile eingestellt. Warum, Herr Meetz, ist die Sache für Sie aber noch nicht erledigt?

Gegen den offensichtlich als “Gefälligkeit” erlassenen, abwegigen Einstellungsbescheid der Staatsanwaltschaft Hamburg vom 11.09.2014 habe ich am 30.09.2014 form- und fristgerecht das gebotene Rechtsmittel „Beschwerde” eingelegt. Dieses Verfahren ist bei der Generalstaatsanwaltschaft anhängig. Gegen die unterzeichnende Oberstaatsanwältin Gräwe habe ich gleichzeitig, da offensichtlich keine “ernsthaften” Ermittlungen vorgenommen wurden, wegen der von ihr offensichtlich begangenen strafbaren Handlungen (Rechtsbeugung, Strafvereitelung im Amt und Begünstigung) Strafanzeige gestellt. Insoweit verweise ich auf den Inhalt meines Ihnen vorliegenden Schreibens vom 30.09.2014, in dem nochmals die strafbaren Handlungen der Herren Jarchow, Kreuzer, Hilke und Scheel und der dem HSV entstandene und noch entstehende Schaden (17,5 Mio. € zweckentfremdete “Campus-Anleihe”, zzgl. Zinsen und Rückzahlung!) nachgewiesen worden ist.

Die Schreiben liegen uns tatsächlich vor. Was den ablehnenden Bescheid der Staatsanwaltschaft angeht, wird dies insbesondere damit begründet, dass kein Geschädigter vorliege. Das heißt: nach Ansicht der Staatsanwaltschaft sei nach wie vor gesichert, dass die Anlagen-Zeichner ihr Geld zurückbekommen, wenn sie es wünschen. Und Meetz reicht diese Begründung eben nicht aus.

Zweites großes Thema ist die Ausgliederung der Profi-Fußball-Abteilung
in eine AG. Auch hier laufen bzw. liefen Strafanträge gegen Richter des Amtsgerichts, darüber hinaus strebt Meetz nach wie vor an, die Ausgliederung anzufechten. Auch hier gab es bisher durch die Bank ablehnende Briefe der Gerichts – mit welchem Ziel gehen Sie weiterhin dagegen an?

Vorbemerkung:
Es gab bisher keinen einzigen ablehnenden Bescheid eines Gerichts. Am 14.08.2014 habe ich die gegen die Richter des Vereins- und Handelsregisters
gerichtete Strafanzeige ergänzt und sie aus gegebener Veranlassung begründet gegen die Justizsenatorin Schiedeck, den Amtsgerichtspräsidenten Rzadtki und den ersten Bürgermeister Scholz erweitert. Gegen den offensichtlich ebenfalls als “Gefälligkeit” erlassenen, abwegigen Bescheid der Staatsanwaltschaft Hamburg vom 04.09.2014, mit dem die “Aufnahme von Ermittlungen” abgelehnt (!) worden ist (obgleich mir mit Schreiben vom 14.07.2014 die Einleitung des Ermittlungsverfahrens mitgeteilt worden war und die Akten des Vereins- und Handelsregisters von der Staatsanwaltschaft angeblich beigezogen worden sind!) habe ich form- und fristgerecht das gebotene Rechtsmittel “Beschwerde” eingelegt. Dieses Verfahren ist bei der Generalstaatsanwaltschaft anhängig. Gegen die unterzeichnende Staatsanwältin Wichmann habe ich gleichzeitig, wegen der von ihr offensichtlich begangenen strafbaren Handlungen (Rechtsbeugung, Strafvereitelung im Amt und Begünstigung) Strafanzeige gestellt. Mit Schreiben vom 26.09.2014 wurde mir von der Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass “das Ermittlungsverfahren gegen Wichmann unter o.a. Aktenzeichen geführt wird.” – 3404 Js 358/14. Insoweit verweise ich auf den Inhalt meines Ihnen vorliegenden Schreibens vom 19.09.2014, indem nochmals die strafbaren Handlungen der Beschuldigten begründet nachgewiesen worden sind. Mein simples Ziel ist es, in den Vorgängen die Einhaltung rechtsstaatlicher Normen zu erreichen und in der Folge, die “meinem” HSV entstandenen Schäden von deren Verursachern ersetzen zu lassen.

Dies für Euch einmal als Zwischenstand. Mit Sicherheit werden sich die Verfahren noch hinziehen. Klaus Meetz hat angekündigt, notfalls bis vor das Oberlandesgericht ziehen zu wollen.

Für heute einen schönen Länderspielabend!
Lars 18.14 Uhr

0:2 – der “neue” HSV verliert weiter

14. September 2014

Der HSV bleibt unten hängen. Drittes Spiel, weiter nur ein Punkt und kein geschossenes Tor, auch in Hannover gab es nichts zu holen, es gab trotz bester Möglichkeiten eine 0:2-Niederlage. Trainer Mirko Slomka hatte zu diesem Spiel den „neuen HSV“ aufgeboten, doch er spielte zu Beginn ängstlich, ohne Selbstvertrauen und ohne Herz, sodass Hannover 96 schnell zu einer 2:0-Führung kam. Danach gestaltete der HSV das Spiel zwar offen, aber wenn man kein Tor macht, kann man eben auch nichts holen. So ist das im Fußball. Da zählt die schönste Schönspielerei nichts. Bitter für Trainer Mirko Slomka, der nun in der Bundesliga eine erschütternde Bilanz mit dem HSV vorweisen muss: Drei Siege, drei Unentschieden, zehn Niederlagen. Daran wird sich der erfolgslose Coach in den nächsten Tagen messen lassen müssen. Und nun geht es am Sonnabend gegen den großen FC Bayern. Ist nur zu hoffen, dass der Rekordmeister noch nicht so gut in Form ist. Und vielleicht weiter ohne Robben spielen muss. Der HSV ist jetzt, das ist höchst, höchst traurig – Tabellenletzter. Bitter, bitter.


 

Bevor ich zum Spiel komme, möchte ich auch an dieser Stelle meine herzlichsten Glückwünsche an Günter Netzer senden. Der ehemalige HSV-Manager, der damals, als er in Hamburg arbeitete, sogar mal mit in meinem alten, klapprigen VW-Käfer fuhr, feiert heute seinen 70. Geburtstag. Hoffentlich hat er nichts vom HSV und dem Ergebnis aus Hannover erfahren, das würde ihn sonst um Jahre altern lassen. Für mich ist Netzer die Nummer eins im deutschen Fußball, wenn es darum geht, Vorträge zu halten. Ich hänge an seinen Lippen, wenn er etwas sagt, er ist der Größte in dieser Beziehung für mich – und er wird hoffentlich noch mindestens 30 Jahre über den Fußball referieren können. Nebenbei ist er auch ein ganz feiner Mensch, auch wenn er im Fernsehen mitunter unnahbar wirkt, der Mann ist klasse und hat Klasse. Herzlichen Glückwunsch, Günter Netzer.

 

Dann zum Spiel in Hannover. Der HSV, der aus Hamburg, startete denkbar schlecht und schlapp. Schon nach wenigen Sekunden hätte 96 in Führung gehen können, als Joselu seinem Bewacher Cleber davon geeilt war, den Ball aber nicht nur an Jaroslav Drobny, sondern auch am HSV-Tor vorbeischoss. Ja, Drobny im HSV-Tor, das war eine Überraschung, obwohl ich es seit zwei Tagen schon angekündigt hatte. Im Champs aber, wo wir gleich mit „Matz ab live“ auf Sendung sind, wurde das bei den HSV-Fans doch mit einem dicken und großen Staunen aufgenommen. Trainer Mirko Slomka hatte es doch gewagt. Alle Achtung. Dazu gehört Mut, wie ich finde. Da macht er acht Wochen Vorbereitung auf diese Saison, und zwar mit Rene Adler als Stammtorhüter, und dann wird zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Truppe beweisen muss, der Torhüter gewechselt. Das trägt nicht unbedingt zur Ruhe in der Truppe bei.

 

In der ersten Viertelstunde war der HSV noch gar nicht richtig auf dem Platz. Da bettelte der „alte HSV“, der mit sieben neuen Spielern und einem neuen Keeper angetreten war, förmlich um das 0:1. Und das ließ auch nicht lange auf sich warten. Obwohl der HSV zunächst vor dem Führungstor stand: Zoltan Stieber flankte von halblinks auf Pierre-Michel Lasogga, der nahm den Ball volley, traf aber nicht voll, die Kugel sprang aus Aufsetzer weit am 96-Gehäuse vorbei.

 

Dann das 1:0 der Niedersachsen. Joselu „daddelt“ am Strafraumeck herum, legt zurück auf Albornoz, der flankt, und in der Mitte ist Matthias Ostrzolek im Luftduell mit Andreasen hoffnungslos unterlegen – der Kopfball ist unhaltbar (13.). Drei Minuten später die beste Szene von Julian Green. Flanke von rechts, in der Mitte steigt Pierre-Michel Lasogga hoch, wird hart bedrängt, köpft – aber vorbei. Es hätte Eckstoß geben müssen, aber das hat das Schiedsrichter-Gespann nicht gesehen. In der 20. Minute hätte es 1:1 stehen müssen, ja müssen. Bei der Klasse, die Lewis Holtby hat. Der Neuzugang kommt am Strafraum aus 16 Metern zum Schuss – aber daneben. Besser macht es Hannover. In der 23. MInure setzt sich links im HSV-Strafraum gegen Johan Djourou und Holtby durch, gibt den Ball zur Mitte, und dort stochert Sobiech die Kugel über die Linie – ein unglückliches Gegentor für den HSV, aber es zählt – natürlich.

 

Erst nach diesem Tor begann sich der HSV wirklich zu wehren. Und während sich auf der Tribüne die HSV-Herren Carl-Edgar Jarchow, Joachim Hilke, Dietmar Beiersdorfer und Bernhard Peters noch die Wunden leckten, hätte der HSV auf dem Rasen verkürzen können. Nach einer flachen Eingabe von Nicolai Müller grätschte Lasogga am Ball vorbei, der lauernde Green kommt zum Schuss, doch der wird abgeblockt. Schade, schade. Ein 1:2 zu Pause hätte sich sicherlich besser gemacht . . .

 

Zum Wiederanpfiff kam Artjoms Rudnevs, der sich schon während der ersten Halbzeit warngelaufen hatte (und dabei den Fans aus beiden Lagern zugewinkt hatte), für Julian Green, der blass und fast wirkungslos geblieben war. Und dann hätte es auch 1:2 heißen müssen – wieder einmal, oder erneut. Abschlag von Drobny, der kommt durch, bis in den Strafraum der Niedersachsen – und dann steht Müller völlig frei. Aber so etwas von frei. Und schießt die Kugel aus elf, zwölf Meter am Tor vorbei. Wahnsinn! Unfassbar. Das hätte der Anschlusstreffer sein müssen. Aber so ist der Fußball.

 

In der 63. Minute fischt Drobny einen 28-Meter-Schuss von Schulz aus dem Winkel, dann hätte es wieder 1:2 stehen können. Stieber flankt von links, Rudnevs läuft in diesen Ball, frei vor nationaltorwart Zieler – überweg. Der HSV hätte schon den Ausgleich haben können, geht aber zu leichtfertig mit den Chancen um. Und kommt noch mehr Pech hinzu: Hannovers Marcelo, der eigentlich shcon in Halbzeit eins die Gelbe Karte gesehen hatte, sieht noch einmal Gelb (69.). Aber Schiedsrichter Schmidt weist alle Proteste zurück, er will einem anderen Hannoveraner zuvor Gelb gegeben haben. Da bin ich aber mal gespannt, wie sich diese Szene im Nachhinein auflöst.

 

Zum Schluss spielt der „neue HSV“ auf Augenhöhe mit den Niedersachsen, aber leider bleibt es bei diesem Resultat. Tragisch, denn da war – nach schwachem Beginn – sicherlich mehr drin.

 

Der HSV spielte mit Drobny; Diekmeier, Djourou, Cleber, Ostrzolek (60. Min. Jiracek); Behrami (78. Min. Arslan), Holtby; Green (46. Min. Rudnevs), Nicolai Müller, Stieber; Lasogga.

 

Die Einzelkritik:

 

Jaroslav Drobny konnte meiner Meinung nach nichts an den Gegentoren machen, ansonsten zeigte er eine gute und fehlerfreie Leistung. An ihm lag es nicht.

 

Dennis Diekmeier wirkte giftig und unternehmungslustig, er hatte seine Seite eigentlich ganz gut unter Kontrolle, über links ging bei 96 nicht viel.

 

Johan Djourou begann ein wenig fahrig, aber fing sich schnell und spielte souverän.

 

Cleber war für das erste Mal ein Gewinn für diese Mannschaft, auch wenn ihm sicherlich nicht alles auf Anhieb gelang. Aber das war auch nicht zu erwarten. Er spielte dennoch gut.

 

Matthias Ostrzolek blieb den Beweis noch schuldig, dass er eine Verstärkung ist – oder wird. Muss noch präsenter werden, und stärker in den Zweikämpfen.

 

Valon Behrami blieb diesmal vieles schuldig, leistete sich auch im zweiten Durchgang viele Fehlpässe. Er kann es besser – hoffentlich passt er sich nicht schon jetzt dem „HSV-Niveau“ an!

 

Lewis Holtby wollte sicherlich, hatte auch viele Szenen mit dem Ball, aber er blieb trotz allem ohne große Wirkung. Er wird aber ganz sicher noch kommen, ganz sicher.

 

Zoltan Stieber war quirlig und aktiv, gegen Ende der Partie ließ er aber ein wenig nach. Dennoch keine schlechte Partie.

 

Nicolai Müller hatte die Chance zum 1:2, vergab sie – was irgendwie zu seinem Spiel an diesem Tag passte. Ich glaube ja auch, dass er auf einem Flügel besser aufgehoben wäre, als in der Mitte. Aber das habe ich vielleicht ja auch exklusiv.

 

Julian Green müsste sich körperlich viel mehr einbringen, so ist er zu harmlos. Er hatte allerhöchstens eine Szene, die gefallen konnte, ansonsten war er kaum zu sehen und wirkte wie ein Fremdkörper.

 

Pierre-Michel Lasogga schien nach 25 Minuten angeschlagen, er humpelte leicht, aber er biss sich durch. Besser als zuletzt, aber immer noch weit von Bestform entfernt. Aber er hat eben keine Vorbereitung gehabt . . .

 

Artjoms Rudnevs vergab eine gute Möglichkeit, ackerte enorm, das kann man ihm nicht vorwerfen, aber er muss sein Tor machen, dann wäre alles gut – so ist nichts gut. Köpfte in der 90. Minute noch gegen die Latte.

 

Petr Jiracek (ab 60. Min. für Ostrzolek) machte seinen Job auffälliger und besser als Vorgänger Ostrzolek.

 

Tolgay Arslan (ab 78. Min. für Behrami) kam spät und konnte nichts mehr ändern.

 

Dann eben am Sonnabend gegen den FC Bayern . . .

 

So, wir sind nun gleich mit „Matz ab live“ auf Sendung, „Scholle“, der frischgebackene Papa, ist dabei, und unsere Gäste sind der Co-Trainer der Zweiten, Soner Uysal (ehemals HSV-Profi) und der Kapitän der Regionalliga-Mannschaft, Sven Mende. Wäre toll, wenn Ihr einschalten würdet. Trotz des Ergebnisses von heute. Oder gerade deshalb?

19.28 Uhr

Van der Vaart und Jansen fallen sicher aus – Nicolai Müller wackelt

11. September 2014

Der geneigte HSV-Fan musste heute beim Training schon mal zum Fernglas greifen. Mirko Slomka, der Trainer, hatte den Anfang der Vormittags-Einheit auf den hinteren Trainingsplatz verlegt, so dass es einige Minuten dauerte, ehe alle Spieler identifiziert werden konnten. Dabei gibt es doch so viele spannende Fragen: Ist Nicolai Müller fit? Ist Jansen wirklich verletzt? Was macht van der Vaart? Welcher Torwart steht im A-Team – Drobny oder Adler?

Für Abendblatt-Blogs



Im Laufe der 80 Minuten wurden ganz konkrete Antworten gegeben – aber besser sieht die Personalsituation nicht eben aus. So steht auf jeden Fall fest, dass Marcell Jansen einige Wochen fehlen wird. Der linke Verteidiger hat einen Muskelfaserriss erlitten. Damit ist unzweifelhaft, was wohl auch ohne die Verletzung so gekommen wäre: Matthias Ostrzolek wird am Sonntag in Hannover sein Startelf-Debüt für den HSV geben.

„Ich will natürlich endlich anfangen“, sagte Ostrzolek heute im Anschluss ans Training. Er strahlte richtig – und im Gegensatz zu manch anderer Einheit in den vergangenen Wochen wirkte er auch auf dem Platz spritziger und unternehmungslustiger. „Ich möchte Stabilität und Power ins Team bringen“, so Ostrzolek. „Was ich im letzten Jahr in Augsburg gezeigt habe, will ich auch hier zeigen.“ Dass im Nordduell nicht nur er, sondern auch der eine oder andere Neue mehr auf dem Rasen stehen wird, beunruhigt Ostrzolek nach eigener Aussage nicht: „Jeder von uns spielt seit 20 Jahren Fußball. Außerdem haben wir die Länderspielpause nutzen können, um uns einzuspielen – das sollte schon passen.“


Ostrzolek also optimistisch – und Trainer Slomka ließ seine neue A-Elf dann auch gleich gegen die vermeintliche B-Elf antreten. Bei allem Vorbehalt, denn es war eine Spielform, in der in der Abwehr nicht alles erlaubt war und ein spezielles Überzahlspiel einstudiert werden sollten, zeigte sich folgende Stamm-Mannschaft:

Drobny – Diekmeier, Djourou, Cleber, Ostrzolek – Behrami, Holtby – Ilicevic, van der Vaart, Stieber – Lasogga.

Diese Mannschaft erreichte ein 2:2 gegen die Reservisten:

Adler – Götz, Dongsu, Westermann, Jiracek – Arslan, Steinmann – Nafiu, P. Müller, Green – Rudnevs.

Die Tore für den Stamm erzielten van der Vaart und Lasogga, die Gegentreffer steuerten Green und Rudnevs bei. Wie gesagt, dieses Spiel und die Aufstellung sind nicht überzubewerten. Und zwar aus mehreren Gründen.

Dass Jaroslav Drobny heute im Kasten der vermeintlichen Hannover-Elf stand, muss keineswegs Symbolcharakter haben. Nach den Aussagen von Mirko Slomka im Anschluss an den Test gegen Neumünster vergangene Woche (3:0) gehe ich auch eher davon aus, dass Rene Adler weiter im HSV-Tor stehen wird.

Dazu kommt, dass Rafael van der Vaart gleich nach diesem Trainingsspiel in die Kabine gegangen ist und den Abschluss der Einheit nicht mehr mitmachen konnte. Zunächst war „nur“ von Wadenproblemen die Rede – mittlerweile ist klar, dass der Kapitän wieder zwei Wochen fehlen wird wegen einer Muskelverletzung. Und zwar genau an der Stelle, die ihn schon in der Partie gegen den SC Paderborn zur Auswechslung gezwungen hat.

Nun bietet sich also erneut eine Chance für den Rest des HSV zu zeigen, dass es auch ohne „Rafa” geht. Am Dienstag beim Walk of Fame hat Ex-Keeper Horst Schnoor dieses Thema witzigerweise angeschnitten, ohne ahnen zu können, dass der Mittelfeld-Stratege nun wirklich ausfallen würde. Er wurde angesprochen auf die Torwartfrage und sagte nur kurz und bündig: „Wir haben kein Torwartproblem. Warum spricht man nicht über andere Spieler – zum Beispiel van der Vaart?” Nun fehlt van der Vaart also in Hannover – vielleicht gelingt dem HSV ohne ihn der erste Sieg seit anno dazumal.

Den Namen von Nicolai Müller habe Ihr vielleicht bei den Mannschaftsaufstellungen vermisst. Der Flügelstürmer hat heute erneut nicht am Mannschaftstraining teilgenommen. Stattdessen absolvierte er sein individuelles Programm und lief am Ende mit Gojko Kacar Runden um die Trainingswiese, während sich die anderen im Spiel duellierten. Das sah denn natürlich noch nicht so aus, als ob seine hartnäckigen Adduktoren-Probleme endlich verschwunden wären. Anschließend signalisierte er jedoch, dass seine heutige Zurückhaltung geplant war, er am Freitag mit der Mannschaft aufs Feld kommen wolle und somit für Hannover alles möglich sei. Abwarten.

Nach dem Training haben wir mit dem Schweizer Johann Djourou gesprochen. Dort ging es auch um die Person von Trainer Slomka, der nach dem schlechten Saisonstart unter Druck gerät. „Er hat die Mannschaft unter Kontrolle und ist ein Supertrainer. Natürlich geht es immer schnell um den Trainer. Aber wir sind erst am Anfang der Saison. Wir haben in den letzten Wochen gut gearbeitet. Ich habe den Eindruck, dass es im Moment schon besser geht. Wir brauchen Punkte, das gibt Vertrauen, und dann geht alles besser.“

Soweit die Theorie. Aber der Schweizer Nationalspieler weiß auch, dass ihn und den HSV bei den 96ern eine heiße Partie erwartet: „Es wird nicht einfach in Hannover. Aber außer unserem guten Training haben wir auch viel geredet. Wir müssen wissen: Fußball ist auch Kampf! Diese Mentalität brauchen wir. Es reicht nicht, einfach nur gut Fußball spielen zu wollen.“ Ohnehin ist Djourou der Überzeugung, dass der HSV aus der vergangenen Saison viel Erfahrung mitgenommen und dazu jetzt eben neue Leute im Kader hat. Ergo: „Wir sind stärker.“

Wie sieht Djourou die Verstärkungen im einzelnen? „Holtby ist ein sehr guter Spieler, das sieht man sofort. Green ist sehr schnell und sehr stark. Auch Cleber Reis ist ein guter Spieler, wobei ich im Training jetzt erst einmal mit ihm zusammen gespielt haben, aber er ist gut am Mann. Für Matze (Ostrzolek) ist es auch eine gute Chance, sich jetzt zu beweisen. Und Nicolai Müller ist ein Superspieler. Er wird ganz wichtig für uns werden, wenn er fit ist. Wir brauchen gute Spieler, brauchen neuen Willen und müssen nach vorn gucken.“

Null Tore, erst ein Punkt, vorletzter Platz nach zwei Spielen. Djourou fasst zusammen: „Wir dürfen jetzt noch nicht alles zu dramatisch sehen, sondern müssen positiv bleiben.“

Wir haben hier in den vergangenen Monaten stets genau darauf geblickt, was mit der neuen HSV AG geschieht. Natürlich gibt es auch noch den HSV e.V. – und hier kommt offenbar Fahrt in künftige Personalplanungen. Oliver Scheel, bis vor kurzen noch HSV-Vorstand für Mitgliederbelange, hat seinen Hut in den Ring geworfen. Gestern hat er dem Beirat erklärt, dass er für das Amt des neuen e.V.-Präsidenten zur Verfügung steht.

Der Beirat ist ja der alte Aufsichtsrat (dem im übrigen mittlerweile Eckart Westphalen vorsteht und nicht mehr Jens Meier) und insofern zuständig für die Kontrolle des e.V.-Präsidiums. Vor diesem Gremium also hat Oliver Scheel gesprochen, der ja selbst nach der Ausgliederung des Profi-Fußball-Bereichs in eine AG vom alten HSV-Vorstand ins e.V.-Präsidium gewechselt ist. Im Januar auf der nächsten Mitgliederversammlung wird das neue e.V.-Präsidium gewählt.

„Ich möchte meine Arbeit dem Verein anbieten“, sagt Scheel zu seiner bevorstehenden Kandidatur. „Ich will jetzt nicht einfach gehen. In den vergangenen Jahren habe ich in vielen verschiedenen Funktionen beim HSV gearbeitet. Nach der Ausgliederung und mit ein wenig Abstand bin ich zu dem Entschluss gekommen, nun für das Amt des Präsidenten anzutreten.“ In der Satzung ist die Frage, ob der e.V.-Präsident als bezahltes oder unbezahltes Amt geführt wird, offen gelassen. Scheel tritt nur für einen bezahlten Posten an, das macht er auch deutlich. Der Arbeitsumfang gibt eine rein ehrenamtliche Tätigkeit nicht her, glaubt Scheel.

Ob es andere Kandidaten geben wird, ist zur Stunde noch nicht bekannt. Carl Jarchow, dessen Vertrag als AG-Vorstand im kommenden Jahr ausläuft, hatte zuletzt immer ausgeschlossen, als e.V-Präsident zu kandidieren.

Zu einem anderen Thema. Bei uns ist noch eine Frage eingetroffen aus dem Südwesten des Landes:

Hi liebes Matz-ab-Team, danke für den Blog. Ich komme aus Saarbrücken und bekomme aus Hamburg nicht so viel mit. Könntet ihr mal erwähnen, was die Hamburger Bewerbung für Olympia mit dem Volkspark vor hat?
Hoffentlich auf Bundeskosten sanieren!
LG aus dem Saarland
Aljosha

Grüße zurück nach Saarbrücken – das mit der Komplett-Sanierung steht komischerweise nicht im Olympia-Konzept, aber doch ist der HSV betroffen bzw. eingebunden in die Planungen der Stadt Hamburg. Und zwar im Wesentlichen durch zweierlei: zum einen, wie zu erwarten, mit der imtech-Arena, in der Olympische Fußball-Spiele stattfinden sollen – insbesondere auch die Finals.

Weil das gesamte Turnier der Frauen und Männer nicht in einer Arena ausgetragen werden kann, sollen weitere Standorte eingebunden werden (Bremen, Wolfsburg, Rostock, Hannover, Braunschweig), so dass Olympische Fußball-Turnier ein Norddeutsches werden wird.

Zum Zweiten ist der Bau eines weiteren Stadions geplant mit einer Kapazität von 10.000 Plätzen, in dem Rugby gespielt werden soll. Anschließend soll dieses kleine Stadion weitergenutzt werden als Amateur-Fußball-Stadion – so steht es im offiziellen Bewerbungs-Konzept. Das heißt: Die U 23 des HSV könnte eine neue Heimat erlangen. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass andere Sportarten dort stattfinden können. American Football etwa, oder vielleicht sogar (mit Kunstrasen) größere Hockey-Veranstaltungen.

Wo genau dieses Stadion stehen könnte, ist noch nicht besprochen. Auf einem oder mehreren der geplanten neuen Trainingsplätze des HSV (die zum „Campus“-Projekt gehören sollen) nun nicht unbedingt – der Verein benötigt ja schließlich seine sieben Trainingsrasen. Das haben der AG-Vorsitzende Dietmar Beiersdorfer und Sport-Direktor Bernhard Peters ja gerade erst ausgearbeitet. Dennoch denke ich, dass eine Lösung in dieser Frage eher ein kleines Problem auf dem Weg Hamburgs zur Austragung Olympischer Spiele sein dürfte…

Wie auch immer – das ganze ist Zukunftsmusik. Die kompletten Bewerbungskonzepte Hamburgs und von Berlin sind übrigens auf der Internetseite des Deutschen Olympischen Sport Bundes (DOSB) veröffentlicht.

Der guten Vollständigkeit halber hier noch eine Meldung:

SID – Trainer Bert van Marwijk hat sein kurzes und erfolgloses Engagement beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV im Nachhinein bedauert und als Fehler bezeichnet «Da ging vieles drunter und drüber, so etwas habe ich noch nie erlebt. Die Konzentration auf den Fußball war fast nicht möglich», sagte der Niederländer der Bild-Zeitung. Die Hanseaten hatten den 62-Jährigen im September vergangenen Jahres als Nachfolger von Thorsten Fink verpflichtet. Nach nur drei Siegen aus 15 Spielen wurde der Coach im Februar 2014 bereits wieder beurlaubt und durch Mirko Slomka ersetzt. Mittlerweile arbeitet van Marwijk als TV-Experte beim niederländischen Fernsehen.

Hat er recht, der Bert van Marwijk? Klar hat er recht. Aber: Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein – heißt es schon in der Bibel. Oder auf van Marwijk übertragen: Ein bisschen weniger Selbstgerechtigkeit, dazu ein demütiger Blick auf das eigene und durch den HSV um einige Millionen Euro gefüllte Konto (wo war die Gegenleistung?) wäre ein besserer Schritt gewesen, als diese Aussagen in der „Bild“ zu platzieren.

Morgen ist wieder Training um 10 Uhr. Dieter wird Euch über alles auf dem Laufenden halten.

Lars

18.22 Uhr

Herzlich willkommen, lieber Mats!

10. September 2014

Mats ab! Aus ganz besonderem Grund heute etwas früher. Mats ab!

Jawoll, Mats ab! Mit „s“. Unser „Scholle“ ist heute zum dritten Mal Papa geworden, dazu ihm und der Mutter Sandra alles, alles Gute. Und dem neuen Erdenbürger „Mats Niklas“ möchte ich zurufen: „Viel Erfolg und viel Spaß auf dieser Welt, hau rein, mein Junge, werde ein Super-Fußballer und setze Dich durch in oder auf dieser doch manchmal auch ungemütlichen und ungerechten Kugel. Und werde natürlich HSV-Fan, wie Dein Papa.“ Der teilte übrigens mit, dass es Mutter und Knabe gut gehe – Mats kam heute um 11.33 Uhr zur Welt, fast eine Punktlandung, denn der 9. September war der Stichtag, der Neu-HSVer wog bei seiner Ankunft 3760 Gramm, verteilt auf 53 Zentimeter.
Also, der jungen Familien noch einmal einen ganz besonders herzlichen Glückwunsch, und die „Matz-ab“-Gemeinde sollte heute mal zu einer etwas anderen Feier aufgelegt sein – Prost!

 

Zum Fußball-Alltag:

Das ist leider ein wenig untergegangen, was ich sehr, sehr schade finde: Bei der Feier und der Erweiterung des HSV „Walk of fame“, 2005 erfunden und seitdem organisiert und finanziert vom rührigen Unternehmer Andreas Maske, hielt der Kapitän der HSV-Meistermannschaft von 1960, Jochen Meinke, eine brillante Rede für den posthum geehrten Erwin Seeler. Das Besondere an dieser Rede: Meinke, im HA-Video versehentlich als „Meine“ vorgestellt (sorry!), sprach „freihändig“. Das heißt, ohne jede Unterstützung durch ein Manuskript oder einem Zettel. Frisch, frei und fromm von der Leber weg, der 83-jährige ist immer noch in Weltklasse-Form. Unglaublich, und er erntete für diesen Auftritt nicht nur viel Beifall, sondern Schulterklopfer und von allen Seiten höchstes Lob. Was Jochen Meinke – bescheiden wie er ist – immer weit wegschob von sich: „Ich habe nur das erzählt, was ich mit Erwin Seeler und der gesamten Familie erlebt habe, ich wohnte doch um die Ecke. Und wenn ich ehrlich bin, dann wollte ich noch so viel mehr erzählen, aber ich habe das denn doch weggelassen.“

 


Wie gesagt, sehr schade. Denn für mich, und sicher nicht nur für mich, war dieser Meinke-Auftritt aber ein besonderes Erlebnis und wird es immer bleiben. Weil er einzigartig ist.

 

Die Stimmung ist und soll auch nach Auskunft der Promis in diesem Jahr wieder super gewesen sein. Der frühere Aufsichtsrats-Chef Udo Bandow lobte: „So harmonisch und stimmungsvoll war es lange nicht mehr, das war eine der schönsten HSV-Versammlungen der vergangenen Jahre.“
Von den „alten Herren“ waren Willi Schulz, Horst Schnoor (mit Ehefrau Gerda), Erwin Piechowiak (mit Ehefrau Mienchen), Klaus Neisner, Harry Bähre, Vereins-Manager Bernd Wehmeyer, Aufsichtsratsmitglied Peter Nogly und der heutige Marketing-Mitarbeiter Sven Neuhaus gekommen, ferner die HSV-Größen Carl-Edgar Jarchow, Oliver Scheel, Dieter Horchler und viele, viele mehr. Zudem natürlich Uwe Seeler (mit Ehefrau Ilka und den Töchtern mit Schwiegersöhnen!), der die Ehrung für seinen Papa „old Erwin“ entgegennahm, und Laudator Rudi Kargus, der seinen Vorgänger und Freund Arkoc Özcan ehrte. Holger Hieronymus ist nun ebenfalls neu verewigt, und auch Bernd Hollerbach, der leider absagen musste, da er daheim in Würzburg an einer schweren Magen-und-Darm-Grippe leidet. Gefehlt hat, neben anderen, diesmal Dr. Peter Krohn. Das Wetter war wohl zu schlecht, denn vorher hatte es lange kräftig geschüttet . . .
Für alle HSVer, die anwesend waren, das muss erwähnt werden, gab es erfreulicherweise keine Diskussion darüber, ob sich hier nun die HSV-AG oder der HSV e.V. getroffen hat – es ging einzig und allein um den HSV. Wie schön. Am Rande sei noch bemerkt, dass sogar zwei Bremer bei der Zeremonie dabei waren: Max Lorenz, seit Jahrzehnten ein ganz, ganz dicker Freund von Uwe Seeler, und der frühere Verteidiger Dieter Zembski, der von der Feier wusste und zufällig (Arbeit) in der Nähe war.

 

Erfreulich an diesem Tag:

Eine Trainer-Diskussion gab es am Rande der Veranstaltung nicht. Die meisten vertraten diese Auffassung: „Wie oft hat der HSV in den letzten Jahren schon den Trainer gewechselt? Das ist doch schon nicht mehr zu zählen. Gebracht hat es nie etwas – nie. Das sollten sich einmal alle überlegen. Es hat dem HSV nur immer viel Geld gekostet. Jetzt sollten die Spieler mal etwas dafür leisten, dass es dem HSV wieder besser geht. Und da ist dann auch der Club gefordert, der sollte endlich mal etwas weniger hohe Gehälter zahlen, dafür ordentliche Prämien, wenn tatsächlich etwas erreicht worden ist. Und zudem sollte nun endlich damit angefangen werden, auf den Nachwuchs zu setzen – die U23 hat ja einen erstaunlichen Weg eingeschlagen.“ Das war so oder so ähnlich an allen Ecken und an den meisten Tischen zu hören.

 

Natürlich waren auch die Kollegen aus der Medienbranche zugegen. Es wurden viele, viele Interviews geführt – das hat Tradition. Am Abend sah und hörte ich dann:
„Der Trainer braucht keine Leute die ihm sagen, wen er aufstellen soll . . .“ Das sagte Holger Hieronymus beim TV-Sender „Hamburg1“. Das war offenbar eine Antwort darauf, dass zuvor in einer Hamburger Zeitung zu lesen gewesen war, dass es aus dem Aufsichtsrat Tipps für Mirko Slomka gegeben hatte, dass nun die „Neuen“ gegen Hannover spielen sollten und müssten. Aber wie bereits geschrieben, es wurde dann keine Trainer-Diskussion vom Zaume gebrochen . . .

 

Zum Sportlichen, und da gibt es aus meiner Sicht recht Erfreuliches zu berichten.
Während die Mannschaft heute frei bekommen hat (nicht weil „Scholle“ Papa geworden ist!), trainierten einige zuletzt angeschlagene Spieler, um doch noch rechtzeitig für das Hannover-Spiel am Sonntag fit zu werden. Rafael van der Vaart ging mit Reha-Trainer Markus Günther zu einer Sonderschicht auf den Platz, Ivo Ilicevic arbeitete im Kraftraum. Auch Slobodan Rajkovic (nach Kreuzbandriss) und Gojko Kacar (nach Außenbandanriss im Knie) schufteten weiter für ein Comeback, Neuzugang Nikolai Müller sowie der erkältete Marcell Jansen fanden sich zur Pflege ein. Dafür, dass das ein freier Tag war, war doch relativ viel im Volkspark los – was mir ausnahmslos gut, nein sehr gut gefällt.

 

Dann las ich heute im Hamburger Abendblatt:
„Dennis Diekmeier lebt seinen Traum“. Und in den verschiedenen Video-Texten eine Aussage von Bundestrainer Joachim „Jogi“ Löw, der über die schlechte Defensive seiner Mannschaft befand: „Wir können uns leider noch keinen Philipp Lahm aus dem Hut zaubern. Die jungen Verteidiger sind sicher talentiert, aber sie brauchen noch ein wenig Zeit, um sich zu verbessern, das wird wohl dauern bis zur nächsten WM. . . .“ Aber dann. Oder: und dann?

 

Das wäre doch genug Ansporn für Dennis Diekmeier. Von dem nach dem Paderborn-Spiel ein großer HSVer mir gegenüber gesagt hat: „Diekmeier war der einzige Hamburger, der auf mich einen absolut fitten Eindruck gemacht hat. Der beackert die rechte Seite fast allein, rast 80 Meter rauf und 80 Meter runter, und das immer wieder. Der scheint mir wirklich voll im Saft zu stehen, vielleicht so wie gut noch nie . . .“

 

Kann schon sein. Aber zu einem Nationalspieler gehört dann doch ein wenig mehr. Unter anderem auch, dass man eine gewisse Defensivstärke besitzt, dass man zweikampfstark ist, dass man weiß, wie man sich in bestimmten Situationen zu verhalten hat, dazu gehört ferner auch eine gewisse Kopfballstärke. All das ist zu erlernen. Wir hatten beim HSV einst einen talentierten Spieler wie Christian Rahn. Der wurde sogar Nationalspieler (unter Rudi Völler). Aber „Rahner“ hatte ähnliche Schwächen wie Diekmeier nun. Ich empfahl Rahn damals, sich privat einen Trainer zu nehmen, damit er sich verbessert, aber es geschah nichts. Und der HSV-Profi hatte schnell seine Nationalmannschafts-Karriere beendet – und dann auch seine Erstliga-Karriere. Schade drum. Rahn war talentiert, hatte einen sensationellen linken Fuß, konnte gut flanken und super schießen. Nur nach hinten war er verbesserungsfähig, doch weder er noch irgendeiner beim HSV haben daran gearbeitet. Ich sage und behaupte noch heute: „Eine verschenkte Profi-Karriere.“

Heute würde ich auch Dennis Diekmeier einen Privat-Trainer empfehlen, wenn der HSV-Abwehrspieler noch etwas werden will. Und die Chance, dass er noch etwas werden könnte, ist ja so groß wie nie. Nur wird beim HSV wurde daran so gut wie nie gearbeitet, und ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass daran noch einmal explizit gearbeitet wird. Vormittags Training mit der Mannschaft, nachmittags mit einem Trainer (und vielleicht sogar einem „Gegenspieler“, der die Zweikämpfe führt!) auf den Acker. Des wäre ein Anfang. Diekmeier würde sich defensiv bestimmt verbessern, wenn sein Auge, sein Kopfball- und sein Stellungsspiel geschult werden würde.

 

Aber da Individual-Training in der Bundesliga und für die Trainer kaum ein Thema ist, sollte er nun selbst handeln – wenn er noch die ganz große Karriere starten will. Ich kann nur daran erinnern, dass zwei mir bekannte Profis einst „eigenhändig“ Privat-Trainer engagiert – und davon absolut profitiert haben. Dennis Diekmeier wird im Oktober 25 Jahre alt, noch würden ihm alle Türen offen stehen, aber er sollte jetzt wissen, dass er ziemlich bald damit anfangen müsste, etwas für sich zu tun. Andere werden es nicht für ihn erledigen. Die sind alle viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, so ist das im heutigen Profi-Geschäft.

 

So, bevor ich zum Ende komme, schnell noch einmal der Hinweis in eigener Sache:

Jeden Montag kann man sich künftig ab 4 Uhr morgens über ikiosk.de oder über die ikiosk App das Sonderheft „HSV KOMPAKT“ herunterladen. Die Ausgabe mit jeweils zwölf Seiten startet jeweils mit den Berichten zum aktuellen Bundesliga-Spiel. Dann folgen die Artikel, die wir unter der Woche über den HSV veröffentlicht haben.

Für treue Leser unseres HSV-Blogs „Matz ab“ gibt es noch einen besonderen Service. In gekürzter Form erscheinen auf einer Doppelseite die Kolumnen unserer Experten Dieter Matz, Marcus Scholz und Lars Pegelow. Jede „HSV KOMPAKT“-Ausgabe schließt mit einer historischen Seite, wo wir Triumphe und Dramen der langen HSV-Geschichte Revue passieren lassen.

„HSV KOMPAKT“ kostet nur 0,89 Cent pro Ausgabe im Einzelverkauf über ikiosk.de oder die ikiosk App (gibt es für iPhone, iPad (iOS) und für Geräte mit Googles Android). Natürlich kann man sich die zwölf Seiten einfach ausdrucken. Während der Winter- und der Sommerpause der Bundesliga erscheint „HSV KOMPAKT“ nicht.

 

PS: Morgen, am Donnerstag, wird beim HSV wieder im Volkspark trainiert, und zwar um 10 Uhr.

 

17.05 Uhr

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