Archiv für das Tag 'Jarchow'

Es geht aufwärts. Sagt mir mein Gefühl!

17. Juli 2014

Der Alltag hat uns wieder – nach dieser traumhaften WM. Auch mich hat er wieder, mein Name ist Dieter Matz. Zuletzt hatte ich hier an dieser Stelle durch Abwesenheit geglänzt, aber diese Zeiten sind nun – hoffentlich – vorbei. Nach meinem Krankenhaus-Aufenthalt unmittelbar nach Pfingsten hatten mich die Ärzte für einige Zeit aus dem Verkehr gezogen, danach hatte ich eine Aufgabe übernommen, die ich – natürlich mit Genehmigung des Hamburger Abendblattes (Chefredaktion) – schon vor Monaten vertraglich abgeschlossen hatte. Ich war, gemeinsam mit anderen Herren, so auch der ehemalige Welttorhüter Sepp Maier, WM-Kommentator auf dem „Traumschiff“, der „MS Deutschland“. Die drei Ärzte, die mich während und nach der Krankheit betreuten, hatten mir ausdrücklich zu dieser Tour geraten und mir dafür grünes Licht gegeben. Heute kann ich auch sagen, dass mir diese Reise sehr gut getan hat, denn mir geht es fast schon wieder so gut wie früher, wenn ich nicht bei 100 Prozent bin, dann doch bei 99. Von der rechtsseitigen Gesichtslähmung ist nichts, oder fast nichts mehr zu sehen – es wird alles gut. Deswegen stehe ich auch ab sofort wieder „Matz ab“ zur Verfügung.

Bei der Gelegenheit möchte ich mich ausdrücklich noch einmal bei allen „Matz-abbern“ (darin eingeschlossen die Matz-abberinnen – klar!) bedanken, die mir in den vergangenen Wochen Genesungswünsche zukommen ließen. Nach der WM nahm es noch einmal wieder leicht zu – danke dafür, Ihr seid wirklich eine Wucht in Tüten, danke, danke, danke. Und ein zweifaches Dankeschön auch an „Scholle“ und Lars Pegelow, die den Blog während meiner Abwesenheit zu großartig betreut und hochgehalten haben. Danke.

Während der Zeit an Bord hatte ich meinen Computer bei mir, aber er hatte leider seinen Geist aufgegeben. Sonst hätte ich sicherlich etwas über diese Weltmeisterschaft geschrieben. Vor dem Turnier war ich restlos davon überzeugt, dass Deutschland am Ende nicht auf dem ersten Platz landen würde. Haus und Hof hätte ich verwettet, aber da kann man mal wieder sehen: keine Ahnung vom Fußball. Ich habe mich stets daran orientiert, dass der Bundestrainer bis auf den 36-jährigen Miroslav Klose, der zudem noch verletzt (oder angeschlagen) anreiste, keinen Stürmer mitgenommen hatte. Und ohne Stürmer? Wie sollte das klappen? Zudem fiel Marco Reus aus, den ich für den zurzeit besten deutschen Spieler halte. Nein, das mit Platz eins konnte in meinen Augen nichts werden.

Dass es dennoch geklappt hat, ist einmalig, sensationell, ein Traum. Und es ist auch absolut verdient. Deutschland hat von allen Teams die konstanteste Leistung gebracht. Ganz nahe dran waren die Niederländer, aber sie hatten sich in der Vorrunde wohl ein bisschen zu sehr verausgabt – allerdings fuhren sie ja ungeschlagen nach Hause! Das erste Halbfinale, Deutschland gegen Brasilien, bleibt natürlich ein absolutes Highlight – bis an mein Lebensende. Auf dem Traumschiff war im Kaisersaal der Teufel los, so etwas hatte dieses Schiff wohl noch nie erlebt. Und wir alle ja auch nicht. Mesut Özil stand in diesem Match vor dem 8:0, am Ende waren alle fassungslos ob des deutschen 7:1-Sieges in und über Brasilien. Dass das Finale dann eine so enge Nummer werden würde, das war mir schon klar. Aber das DFB-Team hat es dann trotzdem gepackt – herrlich! Mich hat die Viererkette begeistert, aus der Jerome Boateng an diesem Tag noch hervorstach. Der ehemalige Hamburger hat in diesem Endspiel wohl das Spiel seines Lebens gespielt – dickes Kompliment. Überragend aber war Bastian Schweinsteiger. Was dieser Mann einstecken musste, schon während dieser WM, dann aber auch im Finale, das war fast schon unmenschlich – aber er stand auch nach den härtesten Attacken immer wieder auf. Vorbildlich, einmalig! Eine solche Energie-Leistung habe ich überhaupt noch nie gesehen. Ich hoffe nur, dass der italienische Schiedsrichter sich diese 120 Minuten noch einige Male ansehen wird, um zu erkennen, wie falsch er in vielen Szenen lag. Ich hoffe es sehr.

Dass die Fifa bis zuletzt betonte, dass in Brasilien die besten Unparteiischen pfeifen, das ist schon krass. Während der WM sprach ich mit einem hohen deutschen Schiedsrichter-Funktionär, und der stellte fest: „In Brasilien pfeifen Leute, die bei uns nicht mal in der Dritten Liga zum Einsatz kommen würden . . .“ Sollte sich der allgewaltige Herr Blatter mal auf der Zunge zergehen lassen. Nein, das muss ich noch einmal loswerden, diese Unparteiischen waren das größte Übel dieses Turniers, da muss sich bis zur WM 2018 in Russland einiges ändern – hoffentlich setzen sich die Herren mal zusammen und ziehen ihre Lehren daraus. Dass ein Japaner das Eröffnungsspiel leiten darf, dort versagt und dann gleich in der Versenkung verschwindet, das muss nicht sein. Und genau deswegen müssen diese Fifa-Herren mal über sich selbst nachdenken. Es fehlt ja nur noch, dass dort Männer von den Malediven, Faröer, von den Fidschi-Inseln oder aus Liechtenstein pfeifen dürfen. Nur wegen der Vielfalt! So unprofessionell können doch selbst Schiedsrichter nicht denken, oder?

Was neu war an dieser WM? Ich würde es begrüßen, wenn die Spraydosen in der Bundesliga eingeführt werden würden. Es wird bei Freistößen viel zu viel geschummelt, so würde es besser gehen – wenn auch bestimmt immer noch nicht hundertprozentig. Oft schien es mir auch so, als würden die Schiedsrichter schon nach nur sieben Metern ihren Strich gezogen haben. Nun gut, das werden sie noch in den Griff bekommen. Und wer dagegen ist: Einige (deutsche) Unparteiische lehnten vor Jahren auch das Headset ab, heute haben es alle – und es funktioniert und hilft. Kurz zurück noch zum Spray. Einen Strich durch die Rechnung machten, ohne dass es bemerkt wurde, die beiden Elfenbeinküsten-Spieler Yaya Toure und Didier Drogba (im Spiel gegen Kolumbien?). Als der 23. Mann den Abstand abschritt, trampelten beide so lange auf dem Strich herum, bis er weg war – und dann wurde der Ball kurzerhand nach vorne gelegt. Es gibt also immer noch pfiffige Jungs, die sich zu helfen wissen . . . Wird natürlich auch in Zukunft (und der Bundesliga) so sein.

Ja, so richtig neu war das Flüstern der Trainer und der Spieler zwar nicht, während dieser WM, aber es war auffällig, wie sehr sich dieses Flüstern doch verbreitet hat. Wenn auf dem Rasen oder am Rande miteinander gesprochen wurde, dann meistens mit vorgehaltener Hand, damit keiner, der vor dem Fernseher sitzt und von den Lippen lesen kann, „mithören“ kann. Es könnte ja etwas von Bedeutung sein, und wenn das dann rauskäme, das wäre unter Umständen nicht im Sinne des Erfinders. Deswegen: immer Hand vor den Mund halten. Der Flüster-Erfinder ist für mich Jose Mourinho, und von dem Portugiesen haben es dann wohl die Spanier zuerst übernommen. Wird auch in der Bundesliga um sich greifen, davon bin ich überzeugt.

Wie auch die Torlinientechnik. Mitunter war es grotesk, dass sie zum Einsatz kam, weil jeder gesehen hatte, dass der Ball nicht „drin“ war, insgesamt aber war es schon eine gute Sache. Und sollte auch in der Bundesliga zum Einsatz kommen – dürfen.

Die Trinkpause, die es gelegentlich gab, waren angeblich per Gerichtsbeschluss durchgesetzt worden, aber dafür hätte – bei diesen Temperaturen – auch der klare Menschenverstand sorgen müssen. Darauf wird die Bundesliga allerdings verzichten können. Neu war auch, dass ein „Beißer“ unterwegs war, auch den wollen wir in Deutschland nicht sehen. Dass ausgerechnet der FC Barcelona einen solchen Mann aufnimmt und Millionen an Liverpool überweist, das kann ich nicht recht glauben, aber die Spanier werden ihre Gründe haben. Bei mir ist Luis Suarez aber untendurch, das muss ich gestehen – er ist ja Wiederholungstäter. Irgendwann und zwischendurch hätte er mal lernen dürfen, dass es so nicht geht . . .

Entsetzt war ich über die Spielweise der Brasilianer, da ist ja nichts Verspieltes oder Raffiniertes oder Geniales mehr erkennbar, im Gegenteil. Da wird richtig schön und brutal zugetreten. Wenn Fußball-Deutschland stets als „Panzer“ dargestellt worden ist – darin haben uns die Brasilianer nun aber mal ganz salopp überholt. Mehr Panzer-Fußball ging ja gar nicht. Und wer es noch einmal ansehen möchte, dieses legendäre 7:1, der wird feststellen, dass die „Brasis“ allesamt auch tolle Schauspieler sind – so viele Schwalben wie in diesem einem Spiel, das geht ja gar nicht. Apropos: Gespannt bin ich zudem, wie sich die Bundesliga-Schiedsrichter künftig mit Arjen Robben aus der Affäre ziehen werden. Der Niederländer war vielleicht der beste Spieler des Turniers, aber seine Flugeinlagen waren auch sehenswert und sind zudem dramatisch in die Höhe gestiegen. Er landet vor allen Dingen immer auf allen Vieren, als würde er ein Fallschirmspringer sein. Ich hoffe, dass er sich das wieder abgewöhnt, oder dass die deutschen Unparteiischen solche Flugmanöver sofort durchschauen. Lieber einmal weiterspielen lassen, als einen Elfer zu geben, der keiner war.

So, zum Abschluss dieser WM noch ein Wort von mir zu den „Gauchos“. Was für ein Theater wird darum gemacht. In meinen Augen total überflüssig, denn damit sollten die Argentinier keineswegs beleidigt werden. Dieser Gesang „So gehen die Gauchos, die Gauchos gehen so . . .“ ist so alt wie der Fußball. Den haben wir vor 40 Jahren gesungen, über einen Gegner, den wir in einem wichtigen Spiel bezwungen hatten. Wer sich darüber aufregt, der hatte bislang herzlich wenig mit dem Fußball zu tun – und sollte es am besten auch jetzt ganz schnell wieder lassen. Böse jedenfalls, böse ist da nichts mit gemeint worden, ganz sicher nicht.

Um noch einmal auf Jerome Boateng zurück zu kommen. Ich finde es toll, dass wir einen so großen Spieler mal in Hamburg hatten. Er hat sich in München gewaltig verbessert, ist auch von der Statur her ein großes Kaliber geworden – ich bin total begeistert von ihm. Er hat sich enorm gemausert, und ich frage mich, ob er diesen Weg auch als Hamburger eingeschlagen hätte? Ich habe da meine Zweifel. Und ich hoffe zudem, dass ihm Jonathan Tah nacheifern wird – und will. Tah ist ein so großes Talent, hoffentlich wird es beim HSV auch richtig geschätzt und erkannt, und hoffentlich macht auch Tah selbst etwas aus sich, ohne darauf zu warten, dass es andere mit ihm tun. Wenn ihm das gelingt, könnte er Boateng tatsächlich folgen. Ich drücke dafür die Daumen.

Das hatte ich vor dieser WM auch im Falle Klose getan. Ich freue mich für ihn, ich freue mich sogar riesig und immer noch, dass er den WM-Rekord geknackt hat. Das in seinem Alter, mit 36 Jahren! Unglaublich, aber wahr, das ist ein ganz tolles Ding. Und dass er nach dem Finale – wie so viele, er aber auch – feuchte Augen bekommen hatte, das spricht dafür, wie sehr auch er sich über seine beiden Tore zum Rekord gefreut hat. Und das in Brasilien! Hut ab, Herr Klose, Hut ab! Was selbstverständlich auch für das gesamte Team und den Trainern gilt. Eine tolle Leistung. Und dass auch der frühere HSV-Stürmer Oliver Bierhoff bei der Siegesfeier in Berlin so oft gelobt wurde, fand ich sehr bemerkenswert. Der Manager der Nationalmannschaft kommt in der Öffentlichkeit, so denke ich, immer ein bisschen schlechter weg, aber nun gab es viel Anerkennung für ihn. Wie er das alles rund um dieses Turnier „gemanagt“ hat, das war schon klasse. Kompliment, Oliver!

So, das soll es dann auch gewesen sein mit der WM. Deutschland ist die Nummer eins in der Welt, und der HSV Nummer 16 in der Bundesliga. Aber nicht mehr lange. Es geht aufwärts. Sagt mir mein Gefühl. Okay, ich gebe zu, dass ich nun schon seit geraumer Zeit ein wenig draußen war beim HSV, aber das, was sich getan hat und noch tun wird, das halte ich für vielversprechend. Heute gesellten sich nun noch die 40 bis 50 Millionen Euro von Adidas dazu. Der Vertrag mit dem Sportartikel-Hersteller wurde schon vor etwas mehr als einem Monat verlängert und bringt dem HSV viel Geld ein. Glückwunsch zu diesem Deal! Zwei Jahre lief der Vertrag mit Adidas eigentlich noch, er wurde jetzt um acht Jahre verlängert, sodass der HSV nun die nächsten zehn Jahre in und mit den drei Streifen auflaufen wird. HSV-Vorstandsmitglied Carl-Edgar Jarchow wies darauf hin, dass Adidas den Vertrag zu einem Zeitpunkt verlängerte, als noch nicht feststand, ob der HSV weiterhin in der Ersten Bundesliga spielen würde. Das ist schon ein fast einzigartiges Vertrauen, was die Damen und Herren aus Herzogenaurach da in den HSV gesetzt haben. Dass das Geld im Moment nicht dabei unbedingt dabei hilft, neue Spieler zu kaufen, ist klar, diese Euro müssen noch anderweitig und auch kurzfristig beschafft werden, aber natürlich helfen diese Adidas-Millionen langfristig schon sehr.

Und wo ich gerade mit Carl-Edgar Jarchow gesprochen habe, da habe ich ihn gleich nach seiner Situation befragt. Er antwortete: „Es sind neue Zeiten im HSV angebrochen, manches muss sich noch zurechtruckeln. Ich kenne Dietmar Beiersdorfer schon seit vielen Jahren, ich freue mich wirklich, dass er jetzt wieder da ist.“ Zur sportlichen Lage befindet Jarchow: „Wir brauchen noch zwei, drei neue Spieler.“ Das sollte sich doch machen lassen. Dass Oliver Kreuzer dabei nicht mehr mithelfen darf (und soll), bedauert Carl Jarchow noch immer: „Ich habe immer gesagt, dass ich Kreuzers Arbeit geschätzt habe, aber ich akzeptiere diese Entscheidung.“ Eine Entscheidung, die im sportlichen Bereich getroffen wurde, denn Kreuzer war im neuen HSV nicht mehr im Vorstand, sondern arbeitete im sportlichen Bereich – und diesem steht Dietmar Beiersdorfer vor. „Und Dietmar gibt die Richtung vor, in die sich der HSV nun bewegt“, so Carl Jarchow.

Und das ist auch gut so. Beiersdorfer wird hier, wenn er es noch nicht getan hat, für die nötige Aufbruchsstimmung sorgen. Er wird darüber wachen, dass hier in Zukunft auf allen Gebieten professioneller gearbeitet wird. Und er wird wissen, dass dem Club ein harter und beschwerlicher Weg bevorsteht, der nicht über Nacht zu einem glücklichen Ende führen wird. Es wird dauern, keine Frage, aber ich denke trotz allem, dass es schon im Sommer 2015 deutliche Tendenzen einer Aufwärtsentwicklung zu konstatieren geben wird.

Noch ein kleines Thema am Rande, über das sich zuletzt einige Fans Gedanken gemacht habe: Hat der Berater von Hakan Calhanoglu bei der Vertragsverlängerung im Februar (die ja jetzt null und nichtig ist) eventuell ein hohes Berater-Honorar abgegriffen – und darf er es eventuell behalten? Was einige schon vermuteten. Das ist aber nicht der Fall. Die Berater von heute erhalten ihr Honorar pro gespielter Saison, und da hatte sich ja im Februar nichts geändert, die Saison lief ja zu diesem Zeitpunkt noch einige Monate. Deswegen hat der HSV kein Geld an den Berater gezahlt, es stand und steht ihm nichts zu. Auch das ist ja ein gutes Zeichen.

Und davon gibt es meiner Meinung nach einige in diesen Tagen. Beim HSV haben wohl die meisten begriffen, dass mehr getan werden muss, als das in der Vergangenheit der Fall war. Vor allem hat es auch Trainer Mirko Slomka erkannt, dass jener HSV, den er im Frühjahr übernommen hatte, nicht konkurrenzfähig war – weil zu schlecht trainiert. Hinter vorgehaltener Hand gibt das inzwischen fast jeder HSV-Profi zu, deswegen werte ich das mal als Aufbruch zu besseren Tagen. Diese Mannschaft wäre, wenn sie „vernünftig“ und professionell trainiert wird, immer in der Lage, mindestens einen Mittelfeldplatz zu belegen. Wenn aber die Kraft (und Kondition) nur für 30 Minuten reichen, darf sich niemand beschweren, dass es nur gegen den Abstieg geht. Aber wie gesagt, das ist inzwischen jedem im HSV klar.

Ich hoffe auch, dass Rafael van der Vaart zu diesen Leuten gehört, die wissen, dass es nur mit harter Arbeit wieder nach oben geht. Van der Vaart ist 31 Jahre alt, er wäre fast mit der niederländischen Nationalmannschaft nach Brasilien gereist, er ist immer noch ein hervorragender Fußballer, er ist eigentlich immer noch der beste Mann im HSV, und er hat einen guten Namen, den er zuletzt ein wenig verspielt hat. Das wird er wissen. Und er wird wissen, dass er zulegen muss. Deutschlands Ehrenspielführer Uwe Seeler hat bei „Sky“ auf die Frage geantwortet, ob er Hoffnung habe, dass Rafael van der Vaart noch einmal beim HSV durchstarten wird: „Hoffnung habe ich immer, die stirbt zuletzt. Rafael van der Vaart weiß selbst, dass er noch ein bisschen zulegen muss, weil von ihm einigen verlangt wird.“ Und weiter: „Ich hoffe, dass er sich fit macht und die Saison in guter Verfassung angeht.“

Ein bisschen ist ein bisschen untertrieben, ansonsten bin ich ganz bei Uwe Seeler. Van der Vaart hat sein Privatleben im Griff, er kann sich auf die sportliche Seite seines Lebens konzentrieren, also muss er – so einfach ist das jetzt – Gas geben. Und Mirko Slomka muss und wird ihm dabei helfen. Und der Trainer wird hoffentlich nicht allzu viele Extrawürstchen auf diesem sicherlich steinigen Weg zulassen. So etwas darf es im Interesse des HSV einfach nicht mehr geben. Jetzt müssen alle, wirklich alle an einem Strang ziehen, jetzt müssen alle bereit sein, an die Schmerzgrenze zu gehen, denn noch einmal wird es nicht so viel Glück geben. Wie hatten es mir viele HSV-Fans nach der Relegation noch geschrieben? „Dieser Club hat nunmehr sein Glück für die nächsten fünf Spielzeiten bereits aufgebraucht.“ Stimmt.

Wobei ich zur jetzigen Führungsetage absolutes Vertrauen habe – die Herren werden es richten, es wird wieder bergauf gehen mit dem HSV. Das habe ich auch auf dem Traumschiff immer gesagt, wenn ich nach den drei großen Hamburger Buchstaben gefragt worden bin. Bei dieser Gelegenheit: herzliche Grüße an die Wolfs nach Pulheim. Und auch nach St. Peter-Ording. Und noch einmal Traumschiff (sorry): Es waren neben Sepp Maier auch zwei Herren dabei, die beim „Wunder von Bern“ mitgespielt haben – als fußballspielende Schauspieler: Berni Klodt und Fritz Walter. Deswegen habe ich mich vorher noch mit der Herberger-Zeit beschäftigt – und bin dabei auf Sätze gestoßen, die der große Sepp einst so von sich gegeben hat. Nicht „der Ball ist rund“, oder „der nächste Gegner ist immer der schwerste“, oder „ein Spiel dauert 90 Minuten“. Herberger hat auch Dinge gesagt, die sich der HSV in Sachen Fitness ab sofort in die Kabine hängen sollte:

„Männer, wenn die anderen in eurem Verein dienstags und donnerstags trainieren, dann nehmt ihr noch den Montag, den Mittwoch und den Freitag dazu. Wenn die anderen an ihr Vergnügen denken, denkt ihr an eure Kondition. Wenn ihr es im Sport zu was bringen wollt, muß sich eure ganze Lebensweise danach richten. Es versteht sich wohl von selbst, daß Rauchen, Trinken und unvernünftiges Essen für einen angehenden Nationalspieler nicht in Betracht kommen.“

Und Sepp Herberger sagte auch:

„Höchstleistung im Sport und vergnügliches Leben sind wie Feuer und Wasser. Man kann nicht zwei Herren gleichermaßen dienen. Entweder – oder! Entweder das eine oder das andere. Beide zusammen vertragen sich nicht!“

Das klingt doch super, oder? Der alte Mann und der Ball – er hat es immer gewusst, was zählt.

Zum Abschluss noch etwas ganz Wichtiges!

Es geht um den letzten Beitrag von Lars Pegelow. Er hatte im letzten Absatz über das HSV-Ehrenmitglied Klaus Meetz geschrieben. Das rief nun den Volleyballer auf den Plan, der sich falsch zitiert fand und um Korrektur bat (etwas energischer). Es handelt sich dabei um folgende Sätze, die so richtig sein sollen:

„(…) – die Staatsanwaltschaft hat Meetz am 14.07.2014 das Aktenzeichen mitgeteilt, unter dem gegen die drei Richter das Ermittlungsverfahren wegen Rechtsbeugung geführt wird.
-

– 2 -

Diese Tatsache hat Meetz der Justizsenatorin Jana Schiedeck sowie dem Ersten Bürgermeister Olaf Scholz mitgeteilt und deren unverzügliches Eingreifen beim Vereins- und Handelsregister gefordert, damit seine
dort gestellten Anträge rechtsmängelfrei erledigt werden.

Darüber hinaus hat Meetz in diesem Zusammenhang Justizsenatorin Schiedeck und den Ersten Bürgermeister Scholz auf die seit September 2013 beiden mit 24 (!) Schreiben nachgewiesenen, von diversen Richtern des Arbeits- und Landes- Arbeitsgericht begangenen strafrechtlich relevanten Handlungen (Rechtsbeugung) nochmals darauf hingewiesen, dass in Kürze nunmehr deswegen die entsprechenden Strafanzeigen insoweit gegen die
benannten Richter gestellt werden – und zwar in diesem Zusammenhang auch gegen die Justizsenatorin und den Ersten Bürgermeister wegen deren „Strafvereitelung im Amt“ und in der Folge deren „Begünstigung“. (…)“

In der Hoffnung, dass damit nun alle Unklarheiten beseitigt worden sind, verbleibe ich mit den freundlichsten Grüßen – und wünsche Euch einen wunderschönen und sommerlichen Feierabend. Bis morgen.

Dieter

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