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Ditmar Jakobs über seinen HSV

17. Dezember 2012

Okay, zuerst einmal entschuldige ich mich. Es war nicht richtig von mir, die Sechs-Stunden-Bahnfahrt-Erklärung des Trainers aus dem Zusammenhang zu reißen. Und es war falsch, dass ich nicht erkannt habe, wie Thorsten Fink das alles gemeint hat. Er hat ja gar nicht nach Ausreden gesucht. Wie bitter für mich. Ich habe mich wahrscheinlich davon blenden lassen, dass der HSV in Leverkusen ganz in Weiß gespielt hat. Das hätte mir auffallen müssen: Finks „Real Saar-Tiere“. Bestimmt hat sich der Coach nicht wirklich über die Sechs-Stunden-Bahnfahrt und die anschließende Fahrt ins Hotel aufgeregt. Ganz sicher sogar nicht. Er hat sich nur darüber lustig machen wollen – und ich Dummchen habe es in meiner beschränkten Wahrnehmung nicht bemerkt. Im Gegensatz zu euch. Ihr habt es gleich erkannt. Die meisten jedenfalls – so glaube ich den Kommentaren entnommen zu haben. Alle Achtung! Deshalb vielen Dank für die so zahlreichen Proteste und Belehrungen. Das ist dann auf jeden Fall schön zu wissen, dass die meisten „Matz-abber“ da ganz gewaltig aufpassen. Und es auch besser und vor allen Dingen viel richtiger wissen. Kompliment. Ein ganz dickes sogar!

Und dass ich die Zitate aus dem Zusammenhang gerissen habe – wie peinlich. Voll auf den Leim bin ich damit dem Coach, der nur einen Scherz machen wollte, gekrochen, voll. Und das tut mir nun wirklich Leid, sorry. Zumal ich die anderen Zeitungen in Hamburg (und selbst die Agenturen!) bestimmt auch dazu animiert habe, in den heutigen Ausgaben diese „Real Saar-Tiere“ ebenfalls nicht zu erkennen. Die haben doch alle auch den Thorsten Fink falsch verstanden (verstehen wollen!). Also, um das Thema abzuschließen: Entschuldigung, soll nicht wieder vorkommen. Ich werde – so gut es geht – wachsam sein, ob mir da etwas untergejubelt werden soll, was ich falsch verstanden haben könnte. Und die niveaulosen Reime aus dem Kinder-Kanal („Eine Zugfahrt, die ist lustig . . .“) nehme ich selbstverständlich auch mit dem größten Bedauern zurück. Betrachtet sie als nie geschrieben. Danke.

Für diejenigen User, die nicht im Besitz der Hamburger Bild-Ausgabe sind, möchte ich nur schnell noch erwähnen, dass HSV-Chef Carl-Edgar Jarchow zu dieser Sechs-Stunden-Bahnfahrt-Erklärung seines Trainers auch noch etwas gesagt hat. Wie geschrieben, das ist Original-Bild von Jarchow: „Wenn der Trainer der Meinung ist, wir sollten fliegen, dann soll er es rechtzeitig sagen. Dann werden wir uns darüber einigen.“ Jarchow weiter (in der Bild): „Ich habe nicht viel Verständnis dafür, dass man nach so einer Leistung solche Erklärungen sucht. Ich bin der Meinung, dass man mehr Einsatz und mehr Temperament auf dem Spielfeld erwarten kann. Egal, ob man drei, vier oder sechs Stunden angereist ist.“

Am Vortag. Erster Klasse!

Aber hallo. Habe ich den HSV-Chef etwa auch dazu animiert, den Trainer gründlich falsch zu verstehen? Bestimmt. Wie konnte ich nur? So hat Matz (ab) allein für die ganz dicke Luft im HSV gesorgt – ausgerechnet zu Weihnachten, dem Fest der Liebe. Mein Gott, ist mir das alles höchst peinlich.
Aber gut finde ich Jarchows Erklärungen auf und in jedem Fall. Das ist mal Klartext, jetzt weiß jeder, woran er ist. Auch ich. Danke. Übrigens: Ich fahre immer mit der U-Bahn zur Arbeit. Nicht ganz in der Ersten Klasse – weil es die in der U-Bahn nicht gibt. Aber manchmal eben auch mit (kleineren) Verspätungen, weil irgendeine Bahn vor uns liegen geblieben ist. Irgendetwas ist ja immer, um es mit Lotto King Karl zu sagen. Okay, meinen Texten sieht man dann die eine oder andere Bahnfahrt (mit Verspätung) auch schon mal an (oder sogar häufiger), aber vielleicht ändert sich das im hohen Alter ja auch noch. Die Hoffnung stirbt auch unter Bahnfahrern zuletzt – sagen jedenfalls die Schaffner. Und die Kontrolleure.

Übrigens: Wolfsburgs Manager Klaus Allofs weiß wovon er spricht. Er hat nach der 0:2-Niederlage seines Teams gegen Frankfurt gesagt: „Ironie kann man nur schwer transportieren . . .“ Na ja, der eine sagt es so, der andere eben so. Und dem einen gelingt Ironie etwas besser, dem anderen misslingt Ironie dafür umso gründlicher. Schicksal.

Nun aber endgültig weg von diesem Thema – kein Komma mehr dazu. Versprochen.

Es gibt beim HSV ja auch noch wichtigere Themen. Zum Beispiel das Thema „Verkauf“. Für Sportchef Frank Arnesen brechen nun harte Zeiten an, denn er muss dem HSV einige Profis „von der Backe schaffen“. Bei „Matz ab live“ am Sonnabend nach dem Leverkusen-Spiel wollte HSV-Chef Carl-Edgar Jarchow zwar nichts von dieser Summe wissen, die da im Raum steht, aber genannt wird immer, dass der HSV für 6,4 Millionen Euro verkaufen muss. Diese Summe soll offenbar aus dem Aufsichtsrat stammen. Und wir wissen ja, dass dort nicht ganz so viele Fußball-Experten sitzen. Ansonsten wüssten die Herren ganz sicher, dass diese Summe, diese 6,4 Millionen, wohl völlig illusorisch ist. Wer zahlt denn für einen HSV-Spieler, den der HSV loswerden will (und muss!), so viel Geld? Natürlich, es würde sich summieren, wenn dann vier, fünf oder sechs Profis gehen müssten (oder würden), aber 6,? Da habe ich habe wirklich meine Zweifel. Wenn aber Arnesen das tatsächlich schaffen sollte, dann ziehe ich den Hut vor dieser Leistung. Das wäre in meinen Augen dann „sensationell“ zu nennen. Wobei ich noch immer ganz fest davon ausgehe, dass nicht Spieler wie Rene Adler, Rafael van der Vaart oder Milan Badelj gehen sollen . . . Oder werden. Um den HSV finanziell über Wasser zu halten.

Wir werden es erleben. So wie wir nun diese Hinrunde erlebt haben. Eine durchwachsene Spielzeit bislang. Über die ich mit dem ehemaligen HSV-„Helden“ Ditmar Jakobs gesprochen habe. Der heute 59-jährige Versicherungs-Unternehmer kommt immer noch fleißig in den Volkspark, um seinen HSV spielen (und natürlich siegen) zu sehen, er ist also immer noch auf Ballhöhe und weiß genau, wovon er spricht. War „Jako“ zufrieden mit dem HSV? „Mit der Punktausbeute von 24 Zählern bin ich voll und ganz zufrieden, so hatte ich es erwartet. Und mit der Entwicklung der Mannschaft bin ich ebenfalls zufrieden, das hätte man zu Saisonbeginn nicht so vermuten können“, sagt Jakobs.

Im Sommer war der ehemalige Nationalspieler skeptischer, wie er zugibt: „Ich habe eine ganz schwierige Saison erwartet, aber die Transfers, die zuletzt getätigt wurden, die haben doch sehr geholfen. Dass Petr Jiracek und Rafael van der Vaart verpflichtet wurden, das hat dafür gesorgt, dass erheblicher Druck von der Mannschaft genommen worden ist. Durch diese beiden Spieler haben die anderen befreiter aufspielen können, die Neuen haben Verantwortung übernommen, die Verantwortung ist jetzt auf mehrere Schultern verteilt worden – und das tat dem Team sehr gut. Vor allem van der Vaart hat Verantwortung übernommen, und er kann damit sehr gut umgehen.“

Und wer ist für Ditmar Jakobs der HSV-Aufsteiger des ersten Halbjahres dieser Spielzeit? Er sagt: „Eindeutig Tolgay Arslan, er hat schon einen großen Sprung gemacht, hat sich schon sehr, sehr weiter und zum Positiven entwickelt. Obwohl ich ihn nicht als Shooting-Star bezeichnen würde, das wäre dann doch eine zu große Nummer für ihn“, so Jakobs. Und ein Dennis Diekmeier? Oder auch Michael Mancienne? Jakobs: „Das habe ich schon erwartet, schließlich haben sie schon ein paar Jahre im Profi-Fußball hinter sich, da darf man sich dann auch mal weiterentwickeln.“ Und was sagt der ehemalige HSV-Kapitän zu Heung Min Son? „Er hat auch einen großen Sprung nach vorne gemacht, ich sehe das positiv.“ Aber käme ein Wechsel zu einem großen europäischen Spitzen-Klub wie der FC Liverpool zum Beispiel nicht doch viel zu früh für den Südkoreaner? „Jako“: „Was heißt zu früh? Erinnert euch doch mal an den jungen Hasan Salihamidzic. Da haben doch damals alle gesagt, was der beim FC Bayern will? Der würde dort nie spielen. Und was war? Er wurde auf Anhieb Stammspieler. Vom ersten tag an. Zu früh gibt es nicht. Man wächst an der Aufgabe und an den Mitspielern.“ Aber wäre Son denn schon jetzt reif für die Premiere League? Ist er nicht doch zu zweikampfschwach, weil zu weich? Jakobs: „Was heißt denn nun schon wieder zu weich? Wenn er permanent dazwischenhauen würde, dann würde es doch gleich heißen er ist zu ungestüm. Er kann schon den Ball behaupten, aber ich sehe es auch so, dass ihm dann oftmals die Anspielstationen da vorne fehlen. Ein bisschen Unterstützung wäre für ihn schon wünschenswert.“

Und gibt es eine Enttäuschung der Saison für Ditmar Jakobs? Eindeutig nein. Was aber sagt er zu Artjoms Rudnevs? „Ich habe immer gesagt, dass man ihm Zeit geben muss. Der wurde aus Polen geholt, und dann muss man ihm auch eine Eingewöhnungsphase zugestehen. Genau wie bei zum Beispiel Jacopo Sala oder Michael Mancienne.“ Dass mich Rudnevs körperlich ein wenig an den großen Horst Hrubesch erinnert, das wurde bei Ditmar Jakobs zum großen Lacherfolg: „Wie bitte? Das ist nicht dein Ernst, so etwas kannst du nicht behaupten. Rudnevs ist eine Kante? Also bitte!“ Aber Hrubesch, so sage ich, hat von Beginn an seine Top-Leistungen in Hamburg gebracht, obwohl er aus der Zweiten Liga (Rot-Weiß Essen) zum HSV gekommen war. Jakobs: „Hrubesch sprach auch Deutsch. Das hat die Sache vereinfacht, deswegen konnte er diese Leistungen auch bringen.“

Und was sagt „Jako“ zu Rene Adler? „Überragend! Er ist der Shooting-Star des HSV. Nach einer so schweren und langen Verletzung so schnell wieder auf Top-Niveau zu halten, das ist sensationell – das ist der Shooting-Star überhaupt. Viele sagen ja, dass Adler dem HSV mindestens acht Punkte gerettet hat, aber das ist mir egal. Egal wie viele es auch waren, er ist der ganz große Rückhalt des HSV. Deswegen ist er für mich die größte Überraschung, denn solche Leistungen habe ich nicht auf Anhieb zu erwarten.“

Was traut Ditmar Jakobs dem HSV in diese Saison noch zu? Viele träumen immer noch von Europa? Er sagt: „Das mit Europa ist völliger Quatsch. Ich sehe den HSV zwischen Platz acht und zwölf.“ Und wann geht es mal wieder nach oben? „Abwarten. Das hängt doch auch davon ab, ob diese Mannschaft nun zusammen bleiben wird, wer verkauft werden muss. Zeitlich lässt sich so etwas nie einengen. Immerhin haben sie ja in dieses Team mal richtig investiert, das war schon mal gut.“ Obwohl jetzt schon wieder einige in Hamburg Angst davor haben, dass zum Beispiel ein Milan Badelj schon gleich wieder von einem großen Verein weggeholt wird . . . Jakobs: „Ich muss doch als Klub wissen, was ich machen will. Wohin ich will. Will ich in die nationale Spitze? Will ich wieder international spielen? International ist eigentlich ein Muss für den HSV, bei dem Etat, bei den Kosten, die man hier hat. Deshalb muss man in den internationalen Wettbewerb. Schafft man das nicht, gibt es wieder vermehrt finanzielle Probleme, das muss man wissen. Also kann ich nicht diese Mannschaft schwächen, indem ich wieder Leistungsträger abgebe. Das muss in Hamburg irgendwie und irgendwann mal kapiert werden.“

Dann noch einmal zur Sechs-Stunden-Bahnfahrt nach Leverkusen. Wenn ich mich richtig erinnere, dann fuhr der HSV zu Jakobs-Zeiten oft mit dem Zug, auch sehr oft mit dem Bus. Richtig? Er sagt: „das stimmt. Als ich damals zu Zeiten von Branko Zebec zum HSV kam, fuhren wir oft vom Bahnhof Dammtor mit der Bahn, aber sehr oft auch mit dem Bus. Später sogar nur mit dem Bus in den Westen. Nur in den Süden wurde geflogen.“ Und erfolgreich war dieser HSV doch, wenn ich mich recht erinnere, auch ganz passabel, oder? Besonders mit dem Bus hat es freitags oft viel länger gedauert – wegen der Staus. Kann Ditmar Jakobs solche Erklärung, wie sie nun von Thorsten Fink kam, verstehen? Der einst eisenharte Vorstopper: „Ich weiß nicht, in welchem Zusammenhang das der Trainer gesagt hat. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass er es so gesagt hat. Aber man sollte generell mal sechs Stunden mit dem Bus fahren, danach dann sechs Stunden mit der Bahn – dann weiß man, dass sechs Stunden mit der Bahn Erholung ist. Im Zug kann sich jeder Spieler bewegen, sich die Füße vertreten . . . Aber ich kann mir, wie gesagt, nicht vorstellen, dass Thorsten Fink so etwas gesagt hat.“

Kein weiterer Kommentar dazu (von mir).

Aber ich habe da noch einen Brief, der an den HSV geschickt wurde. Vom OFC Matz ab. Sollte jeder wissen – und lesen:

Sehr geehrte Herren Jarchow, Arnesen, Hilke und Scheel,
liebe Nicole Fister,

im Namen aller Mitglieder unseres OFC HSV Matz ab bringen wir hiermit zum Ausdruck, dass wir jeglichen weiteren Stimmungsboykott und einen angedrohten Spieltagsboykott, wie es CFHH und PT 98 fordern, ablehnen.

Des Weiteren distanzieren wir uns mit Nachdruck von allen Aufrufen zur Gewalt, Pyro usw. die augenblicklich in diversen Internetforen und Netzwerken verbreitet werden.
Wir akzeptieren geschlossen sowohl unsere Stadionordnung als auch den Verhaltenskodex des HSV Supportes Club.
Auszug: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass unkontrolliertes Abbrennen pyrotechnischer Erzeugnisse bei Spielen des HSV gefährlich ist,den Verein (erhebliche) Strafen kostet und unvorhergesehene persönliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Es wird an alle HSVer appelliert, das Abbrennen zu unterlassen.

Mit sportlichen Grüßen,

HSV Matz ab
OFC 13022

17.44 Uhr

Gremio Porto Alegre damals und heute

9. Dezember 2012

Nach der Arbeit kommt die Erholung. Die HSV-„Helden“ durften an diesem brasilianischen Sonntag einmal nach Herzenslust faulenzen. Sie hatten es sich verdient. Wie auch Trainer Thorsten Fink befand: „Das waren und sind ja einige Strapazen, deswegen dürfen und sollen sie nun auch die Freizeit genießen.“ Einige Profis schliefen bis kurz vor elf Uhr, erst dann liefen sie beim Frühstück ein. Aus dem geplanten Ausflug an den Strand allerdings wurde nichts, weil festgestellt wurde, dass kein Strand in der Nähe ist. Die Fahrt ans Meer hätte viel zu lange gedauert, deswegen wurde kurzerhand ein Hotel mit einem größeren Pool geentert – da ließ es sich dann auch leben. Und schwimmen. Natürlich. Mann gönnt sich ja sonst nichts. Abends stand dann noch ein Churrasco-Abend auf dem Speiseplan, das klingt nach lecker Fleisch (Steaks) satt.

In der Vorfreude auf dieses Essen erkundeten Vorstandsmitglied Oliver Scheel und die zwei Herren vom Aufsichtsrat, Manfred Ertel und Björn Floberg, am Nachmittag die Peripherie von Porto Alegre. Nicht nur ein bisschen Spaß muss sein, nein, auch ein bisschen Kultur.

Das klingt alles nicht nur nach Entspannung pur, es ist auch Entspannung pur. Nur für ein paar Stunden, denn morgen geht es mittags bereits wieder zurück nach Hamburg. Wo die Mannschaft in den Vormittagsstunden des Dienstags (geplant ist um acht Uhr) landen wird. Von Fuhlsbüttel aus geht es direkt in den Volkspark, wo ein kurzes Auslaufen auf dem Programm steht – am Mittwoch geht es dann ganz normal weiter mit Training – und dem Bundesliga-Alltag. Schließlich sind am Sonnabend (Anstoß 15.30 Uhr) in Leverkusen noch drei Punkte zu ergattern, Thorsten Fink wird also kurz vor dem Weihnachtsfest die Zügel noch einmal anziehen (müssen).

Ein wenig unerfreulich war sicher die Niederlage, erfreulich aber war für den HSV: Das Spiel gegen Gremio Porto Alegre, das mit 1:2 verloren ging, wurde ohne eine weitere Verletzung überstanden. Und trotz der Tatsache, dass die Spieler nach dem Schlusspfiff ungeduscht und total verschwitzt in den Bus steigen mussten (weil die Duschen des neuen Stadions versagten), gab es noch bei keinem Hamburger erste und auch ernste Anzeichen von einer Erkältung. So könnte, nein, so müsste es bleiben. Damit das Fußball-Jahr 2012 wenigstens halbwegs normal abgeschlossen werden kann.

Wobei ich doch ein wenig noch an den Rückflug denken muss. Am Sonnabend traf ich einen früheren Kollegen von mir, nämlich Peter Glauche. Der einst langjährige HSV-Reporter war ein Vor-Vorgänger von mir bei der Bild. Peter, ein Liebling von Ernst Happel (in der Tat!), war damals mit auf großer Tour, als der HSV im Weltpokal-Finale in Tokio auf Gremio Porto Alegre traf. Das war am 11. Dezember 1983, der HSV verlor bekanntlich mit 1:2 nach Verlängerung. Nach diesem Spiel aber herrschte total dicke Luft bei den Hamburgern, denn die beiden Neueinkäufe, Dieter Schatzschneider und Wolfram Wuttke, hatten sich durch ihre vollmundigen Auftritte und durch ihre Minus-Leistungen auf dem Rasen den Zorn aller Mitspieler zugezogen. Die Teamkollegen Uli Stein, Ditmar Jakobs und Jürgen Groh, jeder ein absoluter Siegertyp, sprachen im Hotelzimmer von Felix Magath mit dem Kapitän und baten ihn („Du musst jetzt eingreifen, die beiden Herren müssen dringend diszipliniert werden, so kann und darf es nicht weitergehen“), auf dem Rückflug ein Machtwort zu sprechen. So geschah es dann auch. Einhelliger Tenor der HSV-Spieler: „Das muss nun die Mannschaft ganz allein lösen.“

Als der Jumbo hoch über Indien flog, erhob sich Felix Magath von Sitz 27 A (das weiß Peter Glauche noch heute ganz genau) und ging von Mann zu Mann, um zu sagen: „Nehmt euch nach dem Auslaufen in Ochsenzoll nichts vor, wir werden ausführlich miteinander sprechen müssen.“ Nur Schatzschneider und Wuttke hörten etwas anderes: „Ihr könnt euch etwas vornehmen, ihr werdet nicht dabei sein, wenn wir alle miteinander sprechen.“ Harter Tobak – nach dem verlorenen Weltpokal-Finale. Die Luft brannte auch im Jumbo noch.

Weil Wuttke bei jedem Zweikampf so hoch wie beim Stabhochsprung gehüpft war, um ja nicht vom Gegner getroffen zu werden. Der Dribbelkünstler hatte – nicht nur in Tokio – total körperlos gespielt, war jedem Duell aus dem Wege gegangen. Und Schatzschneider, so steht es in dem überragenden Buch von Axel Formeseyn („Unser HSV“, Seite 349), war gegen Gremio gar nicht erst zum Einsatz gekommen. Weil der Stürmer, der von Fortuna Köln gekommen war, Schmerzen im Oberschenkel verspürte. Ernst Happel aber bestand auf einen Einsatz, deshalb wurde der Oberschenkel behandelt und bandagiert – doch „Schatz“ entschied eigenhändig: „Der Verband kommt wieder ab, ich spiele nicht.“ Im AF-Buch steht dann die Aussage des HSV-Stürmers: „Als Happel das fünf Minuten vor dem Anpfiff erfuhr, explodierte er vor der versammelten Truppe und gab mir den Gnadenstoß. Er machte mich so klein, dass ich aufrechten Ganges den japanische Zuschauern locker durch die Beine hätte laufen können . . .“ Und der Unmut der Teamkollegen prasselte erst danach auf ihn (und „Wutti“) ein.

Von dieser „Palastrevolution“ beim HSV hatten natürlich auch die Medien schon im Vorfeld der Landung etwas mitbekommen, dementsprechend war der Empfang in Fuhlsbüttel. Selten zuvor war eine so große Schar von Journalisten auf dem Flughafen, um zu erfahren, was passiert ist, wie es nun mit Wuttke und Schatzschneider weitergehen wird. Uli Stein hatte sich Wolfram Wuttke zwischenzeitlich schon mal unter vier Augen „vorgeknöpft“ und ihm gesagt: „Ich möchte es einmal erleben, dass du dorthin gehst, wo es auch weh tut . . .“ Der Keeper hat es nicht mehr erlebt.

Köpfe rollten aber nach diesem Tokio-Trip nicht niemand wurde „geopfert“. Es war lediglich ein Selbstreinigungs-Prozess, der die beiden oft vorlauten und stets auch großspurigen Profis ein wenig auf den Teppich zurück bringen sollte. Was allerdings nur vorübergehend half. Schatzscheider und Wuttke konnten leistungsmäßig nicht mehr zulegen, und sie bekamen auch keinen Fuß in diese Mannschaft, die ja bekanntlich Horst Hrubesch verloren hatte (weil man ihn in Hamburg nicht mehr so recht wollte). Es muss aber festgehalten werden, dass die einstige HSV-Meistertruppe nach dem Gremio-Spiel zerbröckelt war, fortan war beim HSV nichts mehr so, wie es zu glorreichen Zeiten einmal war. Was sicher auch damit zu tun hatte, dass der „Chef“, nämlich Hrubesch, nicht mehr dabei war.

„Das war eine ganz heiße Phase in der Vereinsgeschichte des HSV“, sagt Peter Glauche heute. Er war 1983 in Athen beim 1:0-Sieg gegen Juventus dabei, hat noch heute zu fast allen HSV-Profis von damals Kontakt, ist mit Manfred Kaltz befreundet – und ist heute (und schon lange) Mitgesellschafter der PR-Agentur MasterMedia. Der ehemalige Bild-Reporter weiß auch, wie sehr sich Ernst Happel über diese Reise geärgert hatte: „Er wollte diesen Cup unbedingt gewinnen, aber leider zogen nicht alle Spieler so mit, wie es der Trainer vorgab. Das hat den Trainer schwer enttäuscht. Heute wird ein solches Weltpokal-Finale ganz sicher ernster genommen, als es damals der Fall war.“

Mag sein, aber von einem solchen Endspiel mag in Hamburg ja ohnehin niemand mehr ernsthaft träumen. Die Zeiten sind vorbei.

Übrigens: Nach dem Spiel in Tokio folgten bis zum Jahresende noch ein Freundschaftsspiel in Malaysia (gegen die Nationalmannschaft des Landes), ein Spiel in Aberdeen und am 28. und 30. Dezember (!) ein internationales Turnier in Athen mit Spielen gegen AEK Athen (3:2 für den HSV) und Olympiakos Piräus (6:5 n. Elferschießen für den HSV). Viel gereist wurde also schon damals, und das waren ganz sicher auch nicht wenige Strapazen. Und am dritten Januar, am fünften und am siebten Januar standen drei Testspiele in Frankreich (gegen Cannes/Nizza, Marseille und Toulon) auf dem Fahrplan.

Was mir nach dem Brasilien-Trip noch bleibt: Dieter Schatzschneider hat zu seiner HSV-Zeit ja schon vor einigen Jahren bekannt, dass ihm damals die rechte Einstellung gefehlt habe. Er gab auch zu, dass er seinen Mund schon zu Beginn seiner Hamburger Zeit viel zu voll genommen hatte. Eine späte Einsicht, zu der ich trotz allem positiv stehe, weil dieses Geständnis lobenswert ist. Obwohl der HSV, das weiß ich schon, davon natürlich nichts mehr hatte (und gehabt hat) – außer den Millionen, die für Schatzschneider und Wuttke aufgebracht werden mussten und die natürlich ein Loch in die Kasse gerissen hatten. Der Anfang vom Ende (der HSV-Glanzzeiten)?

17.43 Uhr

Jakobs und die zwei Strohhalme

27. August 2012

Heute mal wieder mit einer etwas anderen Eröffnung:

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Jetzt ist Fall X eingetreten, vor dem ich mich immer gefürchtet habe: Der alte Matz sieht nun ganz, ganz alt aus. Betrifft die letzte Meldung dieses Beitrages, ich löse es auch am Ende auf. Sorry.
Ergänzt um 23.33 Uhr
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Werder Bremen setzt wohl schon im Nordderby am kommenden Sonnabend (15.30 Uhr) gegen den HSV auf die Torjägerqualitäten seines neuen Stürmers Joseph Akpala. „Wir müssen uns auf dem Platz noch ein wenig besser kennenlernen. Aber ich habe keine Bedenken, dass das schnell gehen wird“, sagte Trainer Thomas Schaaf bei der offiziellen Vorstellung des Nigerianers. Akpala hat die besondere Bedeutung der Partie bereits verinnerlicht. „Ich weiß um die Brisanz. Für uns und die Fans ist es das Spiel des Jahres“, sagte der 26-Jährige. Akpala war für eine Ablösesumme in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro vom belgischen Vizemeister FC Brügge nach Bremen gewechselt und hatte bei den Hanseaten einen Vertrag bis zum 30. Juni 2016 unterschrieben.

Das ist eine Meldung der Agentur dapd. Von Artjoms Rudnevs würde ich so etwas auch gerne gelesen haben – oder auch gerne lesen. Aber bei dem einen Stürmer braucht es eben ein wenig Zeit, und bei dem anderen eben ein wenig weniger. Auch wenn der, bei dem weniger Zeit benötigt wird, ein wenig billiger war – runde 700 000 Euro nur, aber immerhin. Dennoch gehe ich davon aus, dass da am Sonnabend im Weserstadion auf jeder Seite ein neuer Torjäger spielen wird. Akpala bei den Grünen, Rudnevs bei den Rothosen.

Über den Letten sprach ich übrigens heute mit „Altmeister“ Ditmar Jakobs. Der ehemalige HSV-Kapitän bittet in diesem „Fall“ auch um Geduld: „Man muss jedem eine Eingewöhnungszeit einräumen. Der gibt im Moment alles. Und es ist ja auch alles für ihn neu, er muss das erst einmal alles kennenlernen.“ Aber darf man für 3,2 Millionen Euro nicht doch erwarten, dass ein Stürmer, der die Nummer eins im HSV-Angriff werden sollte (und noch immer werden soll), sich etwas, wenigstens etwas schneller entwickelt? Jakobs: „Für die 3,2 Millionen kann der Junge ja nichts. Den nun als Sündenbock abzustempeln, das ist das Blödeste was es überhaupt gibt. Er ist doch beobachtet worden von den HSV-Scouts, und die haben es für gut gehalten, ihn für diese Summe zu verpflichten. Er ist bemüht, er spielt so gut wie er kann – und wir müssen mal abwarten, wie es weitergeht mit ihm. Der Junge ist auf jeden Fall ein guter Charakter, und ich rate jedem, ihn nicht zu schnell zu verdammen. Selbst bei einem Wechsel innerhalb Deutschlands brauchen die meisten Spieler ihre Eingewöhnungszeit, also ist es für einen Mann, der aus dem Ausland kommt, wahrscheinlich noch viel schwerer, hier sofort Fuß zu fassen.“

Ditmar Jakobs hat in der vergangenen Woche vor zu hohen Erwartungen an den HSV gewarnt, sagte auch: „Die Mannschaft hat eher an Qualität verloren . . .“ Recht hat er damit, jedenfalls in meinen Augen, aber willkommen ist eine solche leichte, seichte und vorsichtige Kritik innerhalb des Vereins nicht. Obwohl ich mir wünschte, dass noch mehr „Ehemalige“ sich so bemerkbar machen würden, um so dem HSV mal die Augen zu öffnen. „Jako“ aber sagt dazu: „Wenn wir etwas zur Lage des Klubs gesagt haben, dann hieß es doch von den Verantwortlichen immer nur: ‚Was wollen die Alten? Die sollen uns in Ruhe lassen.’ Dabei sind wir doch nicht schadenfroh, wir wünschen dem HSV doch nichts Schlechtes – wir wollen doch nur, dass der HSV in der Bundesliga bleibt.“

Und? Bleibt er? Ditmar Jakobs sagt: „Das sollte geschafft werden. Ich gehe jedenfalls davon aus. Aber ich bin kein Wahrsager. Immerhin ist der HSV in der vergangenen Saison drin geblieben, was bei dieser Heimbilanz eigentlich ein Wunder war – bei nur drei Heimsiegen. Jeder, der so wenig Punkte zu Hause einfährt, der wäre mit Pauken und Trompeten abgegangen – aber wir sind drin geblieben. Aber ob das noch einmal so funktioniert? Man sollte das Glück nicht zu lange strapazieren.“

Aber wie soll das gehen? Mit dieser Mannschaft, die gegen die schwachen Nürnberger verlor, wird das garantiert nichts. Ditmar Jakobs aber klammert sich an zwei Strohhalme: „Man kann nur hoffen, dass Milan Badelj und Petr Jiracek sofort einschlagen. Das ist jedenfalls meine große Hoffnung, dass diese beiden Spieler sofort bei 100 Prozent sind. Und so vielleicht den einen oder anderen Mitspieler mitreißen. Denn wenn man die nächsten vier Spiele des HSV sieht, dann weiß man, dass das nicht leicht wird – um es mal diplomatisch zu sagen. Was nützt es aber, jetzt noch auf die Mannschaft einzuprügeln, so wie es jetzt viele machen? Wir müssen hoffen und abwarten, wie sich das entwickelt.“

Mehr bleibt uns allen nicht.

Wobei ich auch heute wieder erstaunlich viel Post zu einem bestimmten Thema bekommen habe. Den Medien wird darin vorgeworfen, den HSV nicht genügend zu unterstützen. Ein Thema, das ich gestern bereits anschnitt. Heute möchte ich einmal zwei „Fremde“ zu Wort kommen lassen. Für die „Welt“ schrieb Lars Wallrodt in seinem HSV-Bericht nach dem Nürnberg-Spiel:

Es ist unglaublich, wie sich dieser Traditionsverein in den vergangenen Jahren selbst zugrunde gerichtet hat. Unter Vorstandschef Bernd Hoffmann, der im März 2011 vom Hof gejagt wurde, war zumindest noch der Hauch von sportlichen Ambitionen zu spüren, auch wenn er dem Klub mit gewagten Finanzkonstrukten letztlich einen Bärendienst erwiesen hat und auch mit Dietmar Beiersdorfer einen fähigen Sportdirektor vergraulte. Doch seit Hoffmanns Weggang ist der Klub im freien Fall.

Vor kurzem sprach ich mit einem Bundesliga-Klubchef, dessen Name hier nichts zur Sache tut. Irgendwann kam die Sprache auch auf den HSV, was umgehend Kopfschütteln auslöste. „Was dort für ein Potenzial verschenkt wird, ist unglaublich”, sagte er, „in einer der reichsten Städte mit einem riesigen Einzugsgebiet. Und dann so ein Trauerspiel.“

Ja, es ist ein Trauerspiel. Sportchef Frank Arnesen, der 2011 mit reichlich Vorschusslorbeeren ins Amt gelobt wurde, sollte angeblich das dickste Adressbuch des europäischen Fußballs haben. Nur die Spieler, die er daraus hervorzaubert, taugen leider nichts. Mit Akteuren wie Michael Mancienne, Per Skjelbred, Jeffrey Bruma, Artjoms Rudnevs und Ivo Ilicev spielt man nun mal fast automatisch gegen den Abstieg.

Der zweite Kollege ist Jörg Marwedel, der für die „Süddeutsche“ schreibt und schon seit vielen Jahrzehnten (länger als ich!) HSV-Reporter ist (auch einst für das Hamburger Abendblatt), und der von mir sehr geschätzt ist. Er schrieb nun nach dem 0:1 gegen Nürnberg:

„ . . . ich werde nicht müde, an meine Mannschaft zu glauben, sagt der HSV-Trainer. Man könnte nun sagen, Thorsten Fink tritt offen für seine Vorsätze ein. Man könnte aber auch sagen, hier leidet ein Trainer – zusammen mit dem Sportchef Frank Arnesen – an sportivem Realitätsverlust. Ein Klub, der erfahrene Profis wie Paolo Guerrero, Mladen Petric und David Jarolim verliert, ohne adäquat Ersatz zu besorgen, kann nur schwer davon ausgehen, dass es besser wird. Da nützen weder Überlebenscamps in Schweden noch die von beiden stets wiederholte Erklärung, „der Kader sei gut, und: Wir können es viel besser“. So hat sich Arnesen am Samstag wieder vernehmen lassen.

Vielleicht deshalb vernehmen lassen, weil er schon mehr wusste. Bezüglich Badelj und bezüglich Jiracek. Letzterer hat heute für vier Jahre beim HSV unterschrieben, und alle sind hellauf begeistert von diesem Zugang. Auch in Wolfsburg erfährt der Tscheche nur Lob, sowohl von Felix Magath als auch von Co-Trainer Bernd Hollerbach. Dieser Einkauf verspricht also viel. Und da Badelj ebenfalls ein „Guter“ sein soll, verstärkt sich das HSV-Korsett so allmählich wohl doch noch. Rene Adler, Heiko Westermann, Dennis Aogo, Marcell Jansen, Milan Badelj und Petr Jiracek – das sind sechs Männer, die es nicht nur können, sondern auch wollen. Und wenn es ihnen gelingen sollte, die Teamkollegen mitzureißen, dann stünde der HSV doch gar nicht so schlecht da. Aber mal abwarten, wie sich das alles entwickelt. Wobei ich heute das Gerücht vernahm, dass sich Thorsten Fink eventuell dazu entschließt, Kapitän Westermann doch wieder nur als Innenverteidiger aufzustellen. Das hätte doch auch etwas – wenn dem so wäre.

Und wenn ich dazu noch einen Wunsch äußern dürfte – ich würde mich sehr freuen, wenn in den nächsten Spielen auch auf das Talent von Maximilian Beister gesetzt werden würde. Wenn ich mich recht erinnere, dann hat der HSV lange um den an Fortuna Düsseldorf ausgeliehenen Offensivspieler gekämpft. Natürlich hat Beister – wie Rudnevs – noch gewisse Eingewöhnungsprobleme, weil Liga eins etwas anderes als Liga zwei ist, aber er ist ein Talent, er will beißen, er ist manchmal (wie ein Fohlen) zu ungestüm, will zuviel auf einmal, aber er geht ab und er geht auch dorthin, wo es weh tut, er ist unberechenbar für Abwehrspieler. Und deswegen würde ich mich freuen, wenn Beister (trotz aller Defensivprobleme) mal in den nächsten das Vertrauen des Trainers erhielte. Ich glaube nämlich, dass es so gehen könnte.
Und noch eines: Wenn Marcus Berg gegen Nürnberg aufgestellt wurde, weil er zuvor ein Tor gegen den KSC erzielt hatte (so hat es der Trainer gesagt), dann hätte Beister doch eigentlich auch spielen müssen . . .

So, dann habe ich heute noch zwei Beiträge von „Matz-abbern“, die mir die Moderatoren ans Herz gelegt haben.

Von „HSVHamburg“ kam zum Thema Trainer:

Viele HSV-Trainerentlassungen kommen nicht überraschend:
Der HSV hat früher Trainer wie Klötzer, Zebec und vor allem Happel gehabt und spielte damals finanziell und sportlich auf einer Höhe mit Bayern. Ende der 70er bis zur Mitte der 80er sogar klarer u. langfristiger auf einer Höhe als der BVB bis dato.
+
Ein Erfolgsmerkmal waren die Trainer!
+
1987 trennten sich dann die Wege vom HSV und FC Bayern! Der HSV holte damals NOCH-Lehrling Magath, die „UNBEKANNTE” Skoblar, Willi Reimann, Schock, ewig-Verlie Toppmöller, Pagelsdorf, Cordes, Jara, Doll und wie sie alle hießen. Viele von denen trainieren gar nicht mehr oder eben Oberliga bis Verbandsliga-Teams!
+
Bayern hollte ab dieser Zeit bis heute Leute wie Lattek, Heynckes, Trappatoni, einen gereiften Magath, van Gaal, Hitzfeld und jetzt neuerlich Heynckes usw. Mit König Otto kamen sie immerhin bis ins Uefa-Cup Endspiel (gewannen diesen mit Beckenbauer als Trainer auch) und standen auf Platz 2!!!
+
Mit Klinsmann u. Lerby holten sie ähnliche Kandidaten, wie der HSV sie ab 1987 mehrheitlich holte und hatten keinen Erfolg bzw. blamierten sich sogar zeitweise!
+
Ich bin mir sicher, hätte der HSV nach 1987 Leute wie Lattek, Heynckes etc. geholt, hätten wir auch weiterhin den einen oder anderen Titel geholt und zumindest auf Augenhöhe mit Bayern, Dortmund und Brämen gespielt.
+
Die Frage ist eigentlich, warum holte der HSV nach 1987 bis auf Stevens eigentlich keine international anerkannten Trainer mehr?

Und von „Ainu” kam diese Kritik:

Ein großes Dankeschön an die Gremien und sog. Fans des HSV!

Ihr seid die besten Gastgeber in der Bundesliga! Jeder Bundesligaklub kommt gerne nach Hamburg, denn es spielt sich einfach viel schöner gegen eine Mannschaft, die eigentlich keine Fans hat, sondern nur zufällige Besucher, die die Mannschaft des HSV auspfeifen – und das mit sehr viel Enthusiasmus und Engagement.

Es ist für jede Gastmannschaft einfach toll, miterleben zu dürfen, wie der Kapitän Westermann bereits nach nur einem Fehlpass oder ein Spieler, der eingewechselt wird, wie z.B. Robert Tesche, gnadenlos ausgepfiffen werden. Das nenne ich wirkliche Gastfreundschaft! Bitte liebe Pseudo-Fans, macht weiter so! Das demotiviert
die Mannschaft des HSV kolossal und ist das schönste Gastgeschenk für die Gäste.

Zum Schluss noch eine ganz erfreuliche Nachricht – für David Jarolim und seine vielen Fans. Der Tscheche hat einen neuen Arbeitgeber gefunden. Der Dauerläufer, auf den der HSV (leider, leider) nicht mehr setzte, spielt künftig in Frankreich erstklassig – und zwar beim FC Evian Thonon Gaillard (am Wochenende 1:1 gegen Olympique Lyon). Gratulation, „Jaro“, auch im Namen vieler „Matz-abber“, wir wünschen Dir alles Gute und viel Erfolg in der neuen Heimat, bleib schön gesund und fit – und wenn Du nach Deiner aktiven Karriere dann wieder nach Hamburg kommen würdest, dann würden sich viele, viele HSV-Fans sehr freuen. Hau rein!

18.03 Uhr
PS: Am Dienstag wird im Volkspark um 10 und um 16 Uhr trainiert.

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So, nun zur Ergänzung. Ich war bei David Jarolim offenbar ein wenig zu optimistisch. Der Wechsel zum FC Evian ist noch nicht perfekt. Eigentlich sollte heute alles klar gehen, medizinische Untersuchung, Unterschrift – fertig. Als ich um 18 Uhr noch nichts von “Jaro” gehört habe, ihn auch mehrfach nicht erreichen konnte, ich aber zur Gala des Hamburger Amateurfußballs ins Hotel Grand Elysee musste (weil ich in der Jury für den Ian-Karan-Integrations-Preis sitze), bin ich davon ausgegangen: alles klar. Weil auch “uns Jaro” ganz optimistisch war. Aber denkste. Um 22.33 Uhr kam die sms: Es ist noch nichts perfekt.
Ja, so kann es gehen. Warten wir also auf den Dienstag, “Scholle” wird dann berichten. Ich gehe nach wie vor davon aus, dass es zu einer Einigung zwischen David Jarolim, der in Frankreich weilt, und dem Klub kommen wird. Aber was soll ich jetzt auch schon anderes sagen . . ? Sorry, sorry, sorry.
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