Archiv für das Tag 'Hunke'

Werder heizt die Derby-Woche an!

24. Februar 2014

Derby-Woche im Norden! Das ewige Duell mit dem SV Werder steht vor der Tür. Es ist das 100. in der Bundesliga, und noch immer ist es möglich, dass es zunächst das letzte bleiben wird. Beide Teams stehen in der Nähe der Abstiegsränge – und ich lese die Tabelle so: gewinnt der HSV am Sonnabend im ausverkauften Weserstadion, steht er vor Werder. Ganz einfach!

In Bremen reden sie sich langsam schon heiß auf dieses Spiel. Trainer Robin Dutt sagte: „Ich bin froh, dass ich beim richtigen Nord-Verein angestellt bin.“ Cedrick Makiadi ergänzte: „Der HSV kommt mit breiter Brust, aber wir wollen die drei Punkte.“ In ganz Bremen werden derzeit Plakate geklebt: „1. März – 100. Derby – Scheiß-HSV!“ Klare Ansage aus Bremen, alles andere hätte überrascht.


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Beim HSV war heute mal wieder ein Montag in relativer Entspannung. Das gab es dieses Jahr noch gar nicht. Einige Profis haben sich trotz des trainingsfreien Tages am Stadion eingefunden, um in den Kraftraum zu gehen oder sich behandeln zu lassen. Rafael van der Vaart, Jaroslav Drobny, Zhi Gin Lam und Ivo Ilicevic nutzten das Angebot des Vereins. Gut für den HSV: Dennis Diekmeier ist nach überstandener Magen-Darm-Grippe heute schon wieder gelaufen. Er sollte in Bremen zur Verfügung stehen.

Ob er von Trainer Mirko Slomka auch eine Chance erhält, steht dann auf einem anderen Blatt. Natürlich ist er der gelernte Rechts-Verteidiger im Gegensatz zu Heiko Westermann, aber nach dem gelungenen Auftritt der gesamten Mannschaft ist es nicht ausgeschlossen, dass Coach Slomka keine Änderung vornehmen wird. So gut kennen wir den Mirko in Hamburg ja noch nicht, deswegen müssen wir uns überraschen lassen, wie er in Aufstellungsfragen denkt.

Das betrifft auch die Position des Spielgestalters. Lothar Matthäus hat ja kein gutes Haar gelassen an Rafael van der Vaart und ihn als „Zumutung“ für den HSV bezeichnet. Die Wortwahl ist sehr hart, wobei sich van der Vaart in seiner exponierten Rolle derartige Kritik gefallen lassen muss. Was ihn betrifft bleibt es aber bei der bekannten Beurteilung: Rafael van der Vaart ist kein Leader, der durch seine Persönlichkeit einer wankenden Mannschaft Halt verleiht. Das war er nie, wird er nie sein. Er blüht mit dem Team auf bzw. kann durch Einzelaktionen begeistern. Sieben Tore und sechs Assists in dieser Saison – ist diese Bilanz auch eine Zumutung? Mirko Slomka wird van der Vaart sicher bringen, sofern der Niederländer fit ist. Und dann gilt es für den „kleinen Engel“ wieder einmal, Kritikern entgegenzutreten – vielleicht schon in Bremen.

Nach einigen Wochen relativer Ruhe hat sich heute wieder Otto Rieckhoff zu Wort gemeldet mit seiner Initiative HSV-PLUS. Die entsprechende Veröffentlichung könnt Ihr unter www.hsv-plus.de nachlesen.

Aufhänger waren zum einen die sportliche Situation und der Hoffnungsschimmer, der durch das 3:0 gegen Borussia Dortmund entstanden ist. Zum anderen ist ja nun festgelegt worden, dass die entscheidende Vereins-Versammlung, auf der über HSV-PLUS abgestimmt wird, am 25. Mai abgehalten wird. Ausgerechnet am Jahrestag des Triumphs von Athen 1983.

„Wir werden auf jeden Fall am 26. Mai handlungsfähig sein“, verspricht Otto Rieckhoff für den Fall, dass sein Modell die nötigen 75 Prozent der Stimmen erhält. Das heißt: Schon am Tag der Versammlung soll – wenn HSV-PLUS beschlossen ist – ein neuer Aufsichtsrat gewählt werden. Im Hintergrund arbeitet Otto Rieckhoff mit seinem Team an der Umsetzung und auch an der personellen Planung, zu der er allerdings noch keine konkreten Angaben machen möchte.

Wie genau das Procedere eines kompletten Vereins-Umbaus hin zur Schaffung einer Fußball-AG funktionieren wird, ist ein Thema der Vorbereitung in den nächsten Monaten. „Uns schwebt auch eine Übergangsregelung in einigen Bereichen vor, die bis zu sechs Monate dauern soll“, erklärt Rieckhoff.

Beschlossen ist, dass die Versammlung am 25. Mai eine ordentliche und keine außerordentliche sein wird. Das hat unter anderem den Vorteil, dass im Juni oder Juli nicht noch einmal eine derart große Veranstaltung abgehalten werden müsste. Etwas voreilig scheint allenfalls die Ankündigung von HSV-PLUS zu sein, dass der Ausgliederungsantrag nach Vorabsprache mit dem Vorstand schon fix als Tagesordnungspunkt eins abgehandelt werden muss. Erst im April wird die endgültige Tagesordnung stehen, und die Mitgliedschaft hat auf der Versammlung selbst – wie immer – das Recht, einzelne Punkte nach vorn oder nach hinten zu schieben. Wie auch immer: Im Laufe des 25. Mai werden wir alle Klarheit erhalten, wohin der Weg des HSV strukturell führt, erste personelle Entscheidungen werden auf den Weg gebracht (auch wenn HSV-PLUS scheitert, denn dann muss ja der „alte“ Aufsichtsrat neu gewählt werden).

Idealerweise steht an diesem Tag oder kurz danach der neue Vorstand der HSV Fußball AG, damit die Aufgaben der Zukunft ohne Verzögerung angegangen werden können. „Stallgeruch“ ist hier das Zauberwort. Die Namen Thomas von Heesen und Holger Hieronymus in einer Funktion beim HSV zu nennen, geht sicher über reine Spekulation hinaus.

Aber das ist ja auch genau das, was die überwiegende Zahl der HSVer will. Vereins-Verbundenheit, die über jeden Zweifel erhaben ist, kombiniert mit Kompetenz im Fußball-Geschäft. Die jeweilige Vita der genannten Herren ist bekannt. Ich weiß, dass es viele Skeptiker gibt, die die schwächeren Seiten dieser Lebensläufe betont. Hieronymus schon einmal gescheitert als Manager des HSV, zum Beispiel. von Heesen ohne große Erfolge in seiner gesamten Karriere nach dem aktieven Profi-Fußball. Mag sein, aber im Team gemeinsam für den Erfolg des HSV – das ist ein anderer Ansatz dieser HSV-Größen. Denn ds sind sie unbestritten.

Insbesondere auf wirtschaftlicher Ebene gibt es ja erhebliche Schwierigkeiten, die bedacht werden müssen. Bis zum 15. März muss der Verein seine Lizenzanträge für die erste und für die zweite Bundesliga bei der DFL einreichen. Erhebliche Mehrarbeit ist somit garantiert. Das betrifft vor allem den Fall, dass der HSV tatsächlich absteigt. Durch den Erfolg gegen Borussia Dortmund ist der Kreis derer, die dieses Schreckenszenario befürchten, sicher etwas kleiner geworden. Aber an der Verpflichtung, sich mit dem Thema zu beschäftigen, ändert das für die Vereinsführung nichts.

„Wir müssen hart arbeiten für unsere Sponsoren“, sagt Marketing-Vorstand Joachim Hilke. Wer sich in etwa vorstellen möchte, wie die Einnahme-Situation im Unterhaus aussehen würde, für den haben die Vermarkter beim HSV eine Faustregel. Etwa 40 Prozent Mindereinnahmen hätte der Verein in der zweiten Liga. Diese Zahl kann variieren, je nach Reaktion der Sponsoren, VIP- und Logenkunden des HSV. Es gibt Verträge, die eine Staffelzahlung je nach Ligen-Zugehörigkeit vorsehen, andere Vereinbarungen sind nur für die erste Bundesliga getroffen worden.

Der Trainerwechsel und seine Kosten sowie die schlechte sportliche Situation trüben die Bilanz überdies. In diesem Zusammenhang ist die Vertragsgestaltung für Bert van Marwijk aus meiner Sicht unverantwortlich. Sie ermöglicht dem Niederländer, für fünf Monate Arbeit vier Millionen Euro zu kassieren. Das geht gar nicht – aber weil sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat dieses Paket abgesegnet haben dürften, müssen die Mitglieder am 25. Mai als oberste Instanz hier insistieren.

Schlecht sieht es auch bei den Zahlen aus dem aktuellen Fernsehtopf aus. In der vergangenen Saison hat der HSV laut vorliegender Bilanz 24,7 Millionen Euro eingenommen für die „Verwertung medialer Rechte“. Der überwiegende Teil daraus bezieht sich auf die Fernsehgelder. Vor dieser Saison hatte der Verein mit 28,7 Millionen Euro Einnahme geplant – das entspricht Platz sechs in der Fernsehtabelle. Zwischenzeitlich wurde diese Annahme auf Rang zehn reduziert – sollte der HSV allerdings dort bleiben, wo er heute ist, stünde er in der Fünfjahresrangliste TV-Gelder nur an zwölfter Stelle. Einnahme: lediglich 22,4 Millionen Euro. Mit anderen Worten: gegenüber der ursprünglichen Planung ergäbe sich eine Mindereinnahme von sechs Millionen Euro. Das ist ärgerlich, denn in seiner Saison-Prognose hatte der HSV noch geschrieben: „Es wird von einer positiven Umsatzentwicklung ausgegangen, die unter anderem auch von höheren Erlösen aus der Verwertung medialer Rechte in der neuen Rechteperiode beeinflusst wird.“ So wird es nun wohl nicht kommen, wobei theoretisch auch noch eine positive Entwicklung möglich ist. So könnte der HSV in der TV-Fünfjahreswertung die davor platzierten Freiburg, Stuttgart und Nürnberg noch schlucken. Drei zusätzliche Millionen würde dies bringen. Die Webseite www.fernsehgelder.de gibt eine gute Übersicht der gesamten Staffelung.

Weil von den Spielern, die abgegeben werden sollten, nur ganz wenige wirklich gingen, ist auch das Gehaltsniveau nicht so stark reduziert worden wie gewünscht – abgesehen von fehlenden Ablösesummen. Immerhin: Aogo, Rudnevs, Skjelbred und Kacar stehen nicht mehr auf der Gehaltsliste des HSV. Die Ablöse für Aogo fällt rechnerisch allerdings erst ins kommende Jahr. Und die leicht rückläufigen Zuschauerzahlen in der Bundesliga stehen der hohen Einnahme für den DFB-Pokal gegen Bayern München entgegen.

Unterm Strich wird es ziemlich sicher ziemlich eng mit der Schwarzen Null – vorsichtig ausgedrückt. Und natürlich verengt das auch jetzt schon den Spielraum für die kommende Saison. Doch weiter voraus schauen will ich jetzt nicht. Es gibt zu viele Unbekannte in der Rechnung. Kühne ja oder nein, HSV-PLUS und so weiter.

Kleiner Hinweis am Ende für Schuh-Fetischisten: der Fußball-Schlappen von Hakan Calhanoglu wird auf www.stylekicker.de verlost. Kleiner Schönheitsfehler: es handelt sich nicht um das Schuhwerk, dass Hakan beim Sensations-Tor gegen Dortmund getragen hat, sondern beim 0:5 im Pokal gegen die Bayern…. Aber auch das Spiel hatte ja irgendwie Kult-Charakter.

Zu schlechter letzt die Hohlheit des Wochenendes (sid):

Während der Schweigeminute für den verstorbenen Kult-Masseur Hermann Rieger vom Fußball-Bundesligisten Hamburger SV vor der Partie gegen Borussia Dortmund (3:0) ist es am Samstag offenbar zu einem Zwischenfall gekommen. In der stillen Andacht habe ein Mann aus dem Fanblock des BVB «Sieg Heil» gerufen. Das berichtete Spiegel online. Der Mann wurde daraufhin von Ordnungskräften des Stadions verwiesen. Bei der Aufnahme seiner Personalien soll der Mann den Vorfall bedauert und von einer Dummheit gesprochen haben. Es wurde Strafanzeige erstattet. Der mutmaßliche Täter war offenbar alkoholisiert. Dem Mann droht neben dem juristischen Ärger zudem ein bundesweites Stadionverbot.

Morgen ist wieder eine Doppel-Trainingseinheit angesetzt. Mirko Slomka macht keine Pause – um 10 und um 15 Uhr geht es rund am Stadion.

Und noch zwei TV-Hinweise für den Abend: gleich sitzt Jürgen Hunke auf dem roten Sofa bei DAS! Im NDR-Fernsehen, und Jens Meier, der Vorsitzende des Aufsichtsrates, schließt seine Medien-Tage mit einem Besuch bei „rasant“ auf Hamburg 1 ab.

Bis nächstes Mal
Lars

Kurze Ergänzung, ich hoffe Lars verzeiht es mir (DM):

>
> Lieber Dieter, lieber Scholle!
>
> Ich bin ein junger Leser (15) eures Blogs und verfolge ihn regelmäßig. Eure Beiträge sind (meistens) echt erste Sahne und sprechen vielen HSV-Fans aus dem Gewissen!
>
> Ich habe hier ein Gedicht für euch, welches herrlich zu dem HSV generell und speziell zum Spiel HSV gegen Dortmund passt. Es ist von einem Freund von mir und wir sind beide HSV-Fans fürs ein Leben lang!
>
> Hier das Gedicht:
> _______________________________
>
> “Und wieder ist es nun soweit
> Die Hamburgflagge steht bereit
> Samstagmittag, Bundesliga
> Bin schon jetzt im Fussballfieber.
>
> Heut zu Gast der BVB
> Ich weiß schon jetzt gleich tut es weh
> Denn Hamburg spielt seit langen Zeiten
> Unter seinen Möglichkeiten.
>
> Mein Herz schlägt schwarz, weiß und blau
> Mein Herz schlägt für den HSV
> Auch wenn wir noch so grottig spielen
> Werd’ ich niemals anders fühlen.
>
> Doch die Hoffnung stirbt zuletzt
> Denn es zählt das hier und jetzt
> Nach den ersten zehn Minuten:
> Mein Herz beginnt schon jetzt zu bluten
>
> Dortmund ist uns überlegen
> Kann mich vor Spannung nicht bewegen
> Doch zur Pause steht’s zum Glück
> 1:0 für uns, verrückt.
>
> Der Trainerwechsel scheint’s zu bringen
> Doch ich muss nun um Fassung ringen
> 2:0 Tor durch Lasogga
> Das ist unser Dortmundschocker.
>
> Calhanoglu kurz vor Schluss
> Mit einem megageilen Schuss
> 3:0 durch Freistoßtor
> Wir rücken auf Platz 16 vor.
>
> Nach diesem hochverdienten Sieg
> Träum’ ich von der Champions League
> Der Abstieg ist kein Thema mehr
> Ich bin heut glücklich und zwar sehr.
>
> Mein Herz schlägt schwarz, weiß und blau
> Mein Herz schlägt NUR FÜR DEN HSV.
>
> Gez. Tilo Moos (Künstlername)

Vielen Dank, Thilo, man kaann erkennen, dass Ihr sehr große HSV-Fans seid.

Und kurz noch in eigener Sache:

Sehr geehrter Herr Ditschi Ripp,

Sie haben natürlich Recht, ich durfte mich nicht bei den vielen Fans, die um Hermann Rieger so beeindruckend getrauert haben, bedanken, das ist natürlich einzig der Familie von Hermann Rieger vorbehalten, es tut mir leid, dass ich hier vorgeprescht bin, das war wirklich eine große und unpassende Anmaßung – ich nehme hiermit alles zurück.

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