Archiv für das Tag 'Hunke'

Wieder Rote Zahlen – HSV schreibt zwei bis drei Millionen Euro Miese

1. Juni 2014

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Aktualisierte Meldungen ganz unten (DFB-Pokal, Lasogga, Doll)
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Mit unserer Serie über die Beurteilung einzelner Mannschaftsteile wollen wir heute mal einen Tag aussetzen. Dieter macht dann morgen weiter mit dem Mittelfeld. Genau eine Woche nach der geschichtsträchtigen Vereins-Versammlung in der Arena und eine Woche nach der faktischen AG-Gründung heute nun einige aktuelle Zwischenstände.

Karl Gernandt, der designierte Aufsichtsrats-Vorsitzende der Fußball AG, war ja offensiv vorgeprescht mit seiner Ankündigung, Dietmar Beiersdorfer zum neuen Vorstands-Vorsitzenden des HSV zu machen. „Daran lasse ich mich messen“, so Gernandt. Im Moment ist es noch nicht so weit. Carl Jarchow und Oliver Kreuzer führen sowieso noch die Geschäfte. Erste Transfers werden abgewickelt. Der alte Aufsichtsrat arbeitet diesbezüglich mit dem neuen zusammen, es kann ja nicht alles liegengelassen werden. Denn schon am 18. Juni beginnt die Vorbereitung auf die kommende Saison. Und Trainer Mirko Slomka hat sicherlich wenig Lust, erst ganz spät sein Team zusammen zu haben.

Wobei man sich schon ein bisschen wundert, woher der HSV plötzlich seine wirtschaftlichen Mittel hat. 1,2 Millionen Euro für Zoltan Stieber, zwei (gebotene) Millionen für Matthias Ostrzolek. Gar nicht mal wenig für den Pleite-Verein der Liga schlechthin. Natürlich wird sich auch noch einiges tun in Sachen Abgängen. Und mit Robert Tesche und Tomas Rincon sind ja auch schon zwei Spieler von der Pay-Roll verschwunden. Dennoch: wie schlecht es laufen kann auf dem Transfermarkt, hat die Transferperiode im vergangenen Sommer gezeigt. Aber ich will nicht unken, es soll ja alles besser werden.

Deshalb zurück zu Beiersdorfer. In der kommenden Woche, so ist es zu hören, sollen sich entscheidende Dinge tun. Beiersdorfer selbst bricht zu Gesprächen nach St. Petersburg auf, wo er mit den Entscheidungsträgern von Zenit über seine vorzeitige Freigabe verhandeln möchte. Gazprom, der russische Energie-Riese, sitzt mit am Tisch. Läuft alles glatt, diesen Zeitrahmen hat sich der neue Aufsichtsrat gesteckt, dann soll direkt nach Pfingsten die Entscheidung verkündet werden.

Karl Gernandt, designierter neuer Chef des AG-Aufsichtsrates, scheint bis dahin recht entspannt zu sein. Heute hat er sich die Entscheidung im Deutschen Springderby in Klein Flottbek vor Ort angeschaut. Morgen steigt er dann wieder voll ein am HSV-Verhandlungstisch. Mit dem aktuellen Aufsichtsrats-Vorsitzenden Jens Meier steht ein Gespräch an über die Übergabe der Geschäfte. Formal ist Meier mit seinen sieben Leuten an der Seite ja noch im Amt, bis die AG im Handelsregister eingetragen ist.

Entsprechende Unterlagen sind mittlerweile notariell beglaubigt. Sie liegen bei der Richterin des Registergerichts, also beim Amtsgericht in der Caffamacherreihe. Geht innerhalb von vier Wochen kein Einspruch ein gegen die Registrierung im Handelsregister, dann ist die HSV Fußball AG Ende Juni Tatsache.

Erst dann nimmt der neue Aufsichtsrat auch formell seine Arbeit auf und kann den neuen Vorstand bestimmen. Immer wieder gibt es diesbezüglich ja auch zweifelnde Stimmen. Hat sich Karl Gernandt schon zu weit nach vorn gewagt? Passt das überhaupt – Beiersdorfer mit Joachim Hilke als zweitem Mann?

Tatsächlich scheint es, sollte es so kommen, keine Liebesheirat zu werden – muss es aber auch nicht, wenn die Personalien am Ende im Sinn des HSV sind. Jedenfalls zeichnet es sich vorsichtig ab, so viel ist eine gute Woche vor der erhofften Bekanntgabe zu prognostizieren, dass die beiden die Favoriten auf die Vorstands-Ämter im neuen HSV sind. Aber diese Kuh ist noch nicht vom Eis.

Spannend zu sehen wird sein, wie es in der Ebene darunter aussehen wird. Sport-Direktor, Finanz-Direktor, Marketing-Direktor, Medien-Direktor – auch dieses Team sollte ja bis Ende Juni stehen, damit der Verein dann mit neuen Schwung und auch mit Sicherheit auf allen Schnittstellen in die Zukunft starten kann. Mal abgesehen davon, dass eine Aufwertung des Nachwuchsbereiches und ein verschärfter Blick auf die Arbeit in Ochsenzoll genauso dringend kommen muss, wie angekündigt wurde.

In der laufenden Woche kam ja auch noch die entscheidende Nachricht von der Deutschen Fußball Liga. Alle Vereine haben spätestens auf dem zweiten Bildungsweg die Lizenz für die kommende Saison erhalten. Dazu gehört auch der HSV, der nach dem ersten Anlauf noch Bedingungen zu erfüllen hatte. Weil dies ein Besorgnis erregender Vorgang war, der in der HSV-Vergangenheit kaum einmal vorkam, wurde viel spekuliert und weitreichend verhandelt. Von Fehlbeträgen zwischen zehn und 20 Millionen Euro war die Rede. Mit Klaus-Michael Kühne hatte sich ein Bürgschaft-Geber gefunden, der für zehn Millionen Euro gerade stehen wollte, sollte es eng werden. Weitere zwei Millionen Tilgungsaufschub hatte Kühne in Aussicht gestellt. Im Hintergrund hatte sich auch Jürgen Hunke bereit erklärt, zu bürgen – wenn auch nur für den Erstliga-Fall.

Am Ende musste der HSV keine der Bürgschaften in Anspruch nehmen – diese Informationen liegen uns mittlerweile vor. Demnach hatte die DFL für den Erstliga-Fall zunächst einen Fehlbetrag von 11,4 Millionen Euro beim HSV gesehen. Ein Großteil dieses Betrages führte zurück auf Worst-Case-Annahmen was das TV-Ranking angeht. Einige andere Bundesligisten hatten so oder ähnlich ebenfalls mit schlechten Planzahlen der DFL zu kämpfen, Werder Bremen hatte sogar offiziell Einspruch gegen den ungünstigen Lizenz-Vorbescheid eingelegt. Der HSV hat den Zahlen ebenfalls widersprochen, und damit inhaltlich Recht behalten.

Denn am Ende der Saison war der HSV mit Bundesliga-Platz 16 bei der DFL plötzlich nur noch mit 3,8 Millionen Euro „in der Kreide“. Diesen Betrag wies der Verein durch die Verlängerung des Ausrüster-Vertrages mit adidas, der ein Signing Fee von sechs Millionen Euro mit sich führte, nach. Das heißt: der HSV erhielt die Lizenz, ohne auf die Bürgschaft von Klaus-Michael Kühne angewiesen zu sein.

Was bedeutet das ganze nun für die Bilanz des Vereins in der abgelaufenen Saison? Drei Mal in Folge hatte der HSV tiefrote Zahlen geschrieben. Allein im TV-Ranking gingen dem Verein zuletzt sieben Millionen Euro flöten. Mit Platz 6 war kalkuliert worden, mit Platz 13 ging der HSV in dieser Rangliste aus der schlechtesten Saison der Geschichte heraus. Dagegen standen einige unerwartete Einnahmen, wie zum Beispiel das Viertelfinale im DFB-Pokal mit dem ausverkauften Haus gegen Bayern München. Über das Ergebnis des Spiels decken wir noch einmal den Mantel des Schweigens.

Aber auch andere Einnahmen kamen dazu, bzw. Minderausgaben. So „sparte“ sich der HSV ein halbes Jahr Gehalt für Maximilian Beister und einige Monate bei Slobodan Rajkovic. Beide fielen und fallen mit ihren Kreuzbandrissen aus. Die Berufsgenossenschaft übernahm das Gehalt.

Dagegen stehen nun wieder unerwartete Verpflichtungen wie die vielen und hohen Trainergehälter. Bert van Marwijk zum Beispiel ist bis heute nur freigestellt und hat im Prinzip Anspruch auf Gehalt beim HSV bis Juni 2015. An einer Auflösungsvereinbarung wird gearbeitet – dieser Faktor kann die Bilanz des noch laufenden wie des folgenden Geschäftsjahres beeinflussen.

Es gibt also noch einige Unbekannte, dennoch ist deutlich abzusehen, dass der Verein auch in dieser Saison mit Roten Zahlen abschließen wird. Dem Vernehmen nach liegt die Summe zwischen zwei und drei Millionen Euro. Nicht so schlimm wie in den Vorjahren, aber immer noch schlimm genug.

Der kroatische Nationaltrainer Niko Kovac hat heute seinen 23-Mann-Kader für die WM in Brasilien benannt. Dazu passt diese Meldung der dpa:

Mit den drei Bundesliga-Profis Mario Mandzukic vom deutschen Meister Bayern München sowie den Wolfsburgern Ivan Perisic und Ivica Olic nimmt Kroatien die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien in Angriff. Nach dem 2:1 (1:0) im Testspiel am Samstag in Osijek gegen Mali, in dem Perisic beide Treffer (15./64. Minute) erzielte, legte sich Nationaltrainer Niko Kovac auf seinen endgültigen 23er-Kader fest. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Ivo Ilicevic (Hamburger SV) sowie Niko Kranjcar und Ivan Strinic strich Kovac auch den zweiten HSV-Spieler Ivan Badelj (Muskelverletzung) aus seinen Überlegungen.

Bitter für Milan Badelj. Und die Liste der HSV-Profis an der Copacabana ist auf einen geschrumpft. Johann Djourou, der Schweizer Verteidiger. Eine traurige HSV-Bilanz am Ende einer traurigen Saison.

Heute Abend noch interessant: Die Auslosung im DFB-Pokal (18.50 Uhr in der ARD, Horst Hrubesch zieht die Lose) und das Test-Länderspiel Türkei (mit Hakan Calhanoglu) gegen den deutschen WM-Gruppengegner USA. Anpfiff in New Jersey 20 Uhr MEZ.

Für heute grüßt Euch Lars

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AKTUELLE MELDUNGEN:
1) Soeben hat Horst Hrubesch gezogen – der HSV tritt in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Zweitliga-Absteiger Energie Cottbus an. Die Spiele finden vom 15. bis 18. August statt.
2) Laut „Sky“ hat Stürmer Pierre Michel Lasogga dem HSV abgesagt. Demnach hätte der HSV zwar angekündigt, Lasogga ein Angebot zu unterbreiten, dies aber versäumt. Deswegen, so die Darstellung des Spielers, habe sich das Thema HSV für ihn erledigt.
3) Ein großer Glückwunsch geht nach Ungarn. Thomas Doll hat durch einen 2:0 gegen Paks FC mit seinem Verein Ferencvaros Budapest den neunten Sieg in Folge errungen und damit die Europa League erreicht. „Dolly“ wird in der ungarischen Hauptstadt seit Wochen gefeiert – für ihn ist das ein großartiger Erfolg!
4) Und ein weiterer Glückwunsch, diesmal zum Geburtstag, geht nach Berlin an unseren „Matz-ab-Rechtsanwalt“!

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Schlechte(r) Verlierer

27. Mai 2014

Es ist zumeist die Art und Weise sowie der Tonfall, der die Musik macht. Und so waren nicht wenige von den vergleichsweise versöhnlichen Worten Jürgen Hunkes zunächst überrascht. Der Verlierer der Strukturdebatte – so kann man ihn als selbst ernannten Anführer der Opposition in meinen Augen schon nennen – wirkte versöhnlich. Er ist enttäuscht über die Niederlage und das Votum, aber er geht mit der Mehrheitsentscheidung demokratisch um. Das allerdings scheinen noch nicht alle begriffen zu haben. Manfred Ertel ausgerechnet, der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende, veröffentliche nach einigen Austritten von enttäuschten Mitgliedern und Anhängern der alten Struktur gestern am späten Abend folgende Mitteilung auf seiner Facebookseite:

„Ach, Tamara, Danny, Zivi, Christian und all die anderen: Nicht immer ist die erste, emotionale Entscheidung die richtige. Wenn Ihr geht, einfach so, dann haben Kühne und der Sonnenkönig ein zweites Mal gewonnen. Und wir, die wir bleiben, zögern, vielleicht auch kämpfen, mit uns und dem AG-System, haben ein weiteres Mal verloren.
Wir dürfen denen unseren Verein nicht einfach zum Fraß vorwerfen. Den Triumpf kann und will ich denen nicht gönnen. Noch sind wir viele. Lasst uns zusammen halten und zusammen bleiben. Wir sind der HSV. Und wir bleiben es.“

Und weil ich mir sicher bin, dass Ertel die weitreichenden Folgen von Facebookeinträgen nach seinem Hoeneß-Debakel einschätzen kann, glaube ich, auch hier ein gewisses Kalkül zu erkennen, das das Ganze in meinen Augen noch perfider macht. Denn: Dass ausgerechnet der Mann, der in leitender Funktion mehr als maßgeblich am Niedergang dieses HSV in den letzten zwei Jahren beteiligt war, sich jetzt dazu berufen fühlt, zum „Kampf“ gegen den Wunsch von 86,9 Prozent aufzurufen, ist unfassbar. Der zweifelloos sehr intelligente Mann einer hochrangigen Politikerin sollte als Spiegel-Redakteur wissen, wie echte Demokratie funktioniert. Immerhin hat er sie immer als Aushängeschild eines mitgliederbestimmten Vereines hervorgehoben. Dass er sie nun, wo sie ihm und seinen Gleichgesinnten nicht nützt, aushebelt und verflucht – das zeigt, dass er selbst nicht daran glaubt. Und dass er dem Amt des Ratsvorsitzenden nicht gewachsen war, hat er selbst zugegeben und mit seinem mehr als überfälligen Rücktritt auch dokumentiert…

Bleibt nur zu hoffen, dass sich die verbliebenen Räte besser mit der neuen Situation anfreunden. Der Versammlungsleiter und Noch-Aufsichtsratsvorsitzende Jens Meier geht hierbei – auf andere Art Hunke ja auch – mit gutem Beispiel voran und reicht den neuen Räten die Hand. „Wir müssen jetzt das Votum möglichst schnell effizient umsetzen“, so Meier, „was so viel bedeutet, als dass wir schnellstmöglich aufeinander zugehen sollten und versuchen müssen, die Geschicke des Vereines auch im Sinne des selbigen zu leiten.“ Ob er zurücktritt? „Nein“, sagt Meier, wissend, dass der Verein auch bis zum 30. Juni einen Aufsichtsrat braucht, um handlungsfähig zu sein. Und eine vorzeitige Inthronisierung des neuen Rates ist satzungstechnisch nicht möglich.

Zoltan Stieber nach Hamburg folgen soll auch Matthias Ostrzolek. Der in Augsburg bis 2015 unter Vertrag stehende und auch von Hannover 96 umworbene Matthias Ostrzolek. Der Linksverteidiger ist sich dem Vernehmen nach mit dem HSV einig – allerdings auch mit dem kleinen HSV, wie man in Hannover verlauten lässt. Der ehemalige Champions-League-Sieger und Weltmeister Stefan Reuter, seines Zeichens Sportchef des FC Augsburg, sieht das alles anders. „Wir haben einen bis 2015 datierten Vertrag mit Matthias, und auf den pochen wir. Daher ist es herzlich egal, was der HSV will.“

Zuletzt wurde im Zuge der Transferpolitik im Zusammenhang mit dem HSV immer wieder von Doppelmoral gesprochen. Und grundsätzlich ist dieser Vorwurf sicher auch nicht von der Hand zu weisen. Allerdings ist es branchenüblich, an Spieler heranzutreten, die woanders noch Vertrag haben. Da ist der HSV nicht besser als alle anderen Bundesligisten. Der einzige Unterschied zwischen den Transfers ist das Verhalten der Spieler und der Berater. Während die einen (beim HSV z.B. Ostrzolek und Stieber) öffentlich ruhig bleiben und sich nicht einmischen, bis der Transfer entschieden ist, gibt es andere, die den Transfer unumgänglich machen wollen. Sie wollen ihn erzwingen. Calhanoglu ist da sicher das hier bekannteste Beispiel nach Rafael van der Vaart 2007. Und ganz ehrlich: Ich rege mich genauso sehr über Calhanoglus dummen Worte auf wie die meisten hier. Ich habe ihm auch nichts getan. Allerdings muss man auch eingestehen, dass Vereine nicht besser mit ihren Spielern umgehen. Wie sonst ist es zu erklären, das Spieler trotz laufender Verträge plötzlich aussortiert werden? Nein, es ist einfach das Geschäft in seiner hässlichen Form. Aber vollkommen üblich. Der eine will den Spieler loswerden, um einen Besseren zu holen. Der andere will seinen alten Verein loswerden, um zu einem besseren zu wechseln.

Damit müssen wir leben. Klar.

Allerdings dürfen sich die Fans sehr wohl über derartiges Gebaren ihrer Spieler und Offiziellen aufregen. Ganz ohne Doppelmoral. Denn sie sind die einzigen in diesem Business, denen man nichts vorwerfen kann (Pyro mal ausgenommen)…

Zudem, und das bestärkt mich in meiner Hoffnung auf Besserung, geben die neuen Räte schon ein sehr geschlossen starkes Bild ab, bevor sie eigentlich in Amt und Würden sind. Ok, die Traditionalisten sehen darin jetzt einen Widerspruch – der theoretisch auch da ist. Dennoch MÜSSEN die neuen Räte jetzt schon an den Stellschrauben mitdrehen, um die neue Saison nicht jetzt schon zu konterkarieren. Immerhin werden auch sie daran gemessen, inwieweit sich der HSV besser auf- und anstellt.

Von Oliver Kreuzer und Didi Beiersdorfer weiß ich, dass es schon einen inhaltlichen Austausch gab. Beiersdorfer, der (löblicherweise) weiterhin jede Aussage zum Thema HSV vermeidet, soll in den nächsten Tagen nach St. Petersburg fliegen, um vor Ort über seine Zukunft zu sprechen. Vorher wird es von ihm nichts geben. Darauf kann man sich verlassen. Denn Beiersdorfer ist dieses Vorgreifen auf (egal wie wahrscheinliche) Verhandlungsergebnisse suspekt. Zudem weiß ich, dass es abschreckend für Beiersdorfer ist, dass ihm jetzt hier in Hamburg Fotografen vor seiner Haustür auflauern, um ihn zu knipsen. Dabei wissen alle HSV-Reporter eigentlich, dass er seit tagen bereits in Hamburg bei seiner Familie ist und vor allem, wie er aussieht…

Ich hoffe, dass in St. Petersburg schnell Tatsachen geschaffen werden können und wir entsprechend hier in Hamburg einen neuen Ersten Vorsitzenden präsentiert bekommen, der sich in Zusammenarbeit mit den lobenswert kollegialen Noch-Vorständen an die Arbeit machen kann. Denn Zeit in Sachen Kaderumgestaltung ist wahrscheinlich das, was dieser HSV am wenigsten hat.

Scholle

Am Sonntag geht es NUR um den HSV!

22. Mai 2014

Herrschaftszeiten, was wird wieder geklappert in diesen Tagen. HSV-Allianz am Montag, HSV-Plus am Dienstag. Dazu am Mittwoch noch reichlich Kommentare – und wahrscheinlich wird das bis Sonnabend so bleiben. Und Sonntag schließlich, da geht es dann wirklich ans Eingemachte.

 

Mindestens 7.000 HSV-Mitglieder werden also im Stadion erwartet, wenn ab 11 Uhr darüber diskutiert wird, ob der HSV e.V. seine Fußball-Profi-Abteilung in eine AG umwandeln möchte oder nicht. Argumente dafür und dagegen sind in den vergangenen Monaten bis zum Erbarmen ausgetauscht worden. Die Positionen sollten eigentlich jedem bekannt sein, und doch ist nicht davon auszugehen, dass wir auf dieser Basis eine sachliche HSV-Debatte erleben werden.

 

Aber genau das wäre erforderlich, um anschließend – wie das Ergebnis auch ausgehen mag – einen befriedeten, der Zukunft zugewandten HSV zu haben, der ja jedem so wichtig ist. Aber alle Vertreter verschiedener Positionen werden sich auch daran messen lassen müssen, wie sie mit dem jeweiligen Andersdenkenden umgehen. Mit Argusaugen werden alle darauf achten, ob diese oder jene Meinungsäußerung einen sachlichen Hintergrund oder nur persönliche Motive hat. Mich beschleicht immer wieder das Gefühl – und das war in dieser Woche nach dem Wunder von Fürth nicht anders als in Monaten zuvor -, dass immer noch reichlich offene Rechnungen zu begleichen sind und dass allzu viele um ihren persönlichen Vorteil streiten, anstatt den HSV in den Mittelpunkt zu stellen.


Aktuelle Anlässe für diese Einschätzungen sind die beiden großen Pressekonferenzen der sich gegenüber stehenden Gruppen. Aus der Ecke der „HSV-Allianz“ unter der Federführung von Jürgen Hunke waren am Montag überkritische Kommentare zu hören in Richtung HSV-Plus. Damit meine ich nicht die inhaltliche Auseinandersetzung, und ich meine explizit auch nicht Hunke selbst, der – so finde ich – sich der Thematik sehr sachlich genähert hat. Man muss seine Position nicht für richtig halten, und natürlich steht Hunke bei vielen sowieso auf dem Index – dieses Image hat er sich in den vergangenen Jahren jedenfalls erworben. Aber die polemischen, teilweise persönlichen Angriffe von Rainer Ferslev oder Eugen Block gegen einzelne Personen sind in dieser Zeit einfach unangemessen.

 

 

 

Jetzt gerade tut Demut in allen Lagen gut. Der Verein ist aus was für Gründen auch immer in eine desaströse Lage gerutscht. Und in einer solchen Phase mit extremer Schwarz-Weiß-Malerei daherzukommen, nochmal einen obendrauf zu setzen mit Besserwisserei und persönlichen Attacken, bringt meiner Ansicht nach gar nichts. Es feuert nur die aufgeheizte Stimmung am Sonntag an, und die kann am Ende nicht im Sinne des HSV sein!

 

Vielleicht nützt es, um die eine oder andere Stimme mehr zu erhalten, aber irgendwelche Bekenntnisse in Richtung „Nur der HSV!“ möchte ich dann nicht mehr hören. Ein Pyrrhus-Sieg ist in Wahrheit kein Sieg.

 

Karl Gernandt, der designierte Aufsichtsrats-Vorsitzende nach HSV-Plus-Modell, war am Dienstag bedauerlicherweise auch nicht frei von überflüssigen Seitenhieben. Dass seine Analysen und Einschätzungen gesessen haben wie Peitschenhiebe, war für mich ziemlich klar. Gnadenlos hat er die Schwächen des aktuellen HSV e.V. aufgezeichnet. Vieles spricht für sein Konzept, Vieles spricht für Dietmar Beiersdorfer, Vieles spricht somit dafür, dass die HSV AG am Sonntagabend Wirklichkeit wird.

 

Aber es ist nach wie vor nicht im Sinne von HSV-Plus oder irgendeines anderen Sympathisanten des Clubs, dass am Ende in Sieger und Verlierer unterteilt wird. Wir sind hier nicht bei der Europawahl und schon gar nicht in der Ukraine. Es geht nicht um Regierung und Opposition. Es geht zwar ums Gewinnen, jeder will sich mit seiner Idee am Ende durchsetzen. Aber es geht nicht um die Vernichtung des Gegners. HSVer sind alle – HSV-Plus oder nicht.

 

So gesehen war die Präsentation von Karl Gernandt zwar bestechend, und der Mann würde den Aufsichtsrat des HSV enorm beleben. Aber: Bescheidenheit und Demut – auch von ihm wäre das angebracht. Sarkasmus hat der Mann in dieser Thematik doch gar nicht nötig, die Fakten sprechen für sich. Sein favorisierter Mann Dietmar Beiersdorfer hat zuletzt bei Red Bull Salzburg und Zenit St. Petersburg gearbeitet. Natürlich ist „Didi“ ein Top-Mann mit hoher HSV-Verbundenheit, doch in Hamburg erwartet ihn ein ganz anderes Aufgabenfeld. Ich würde mich viel wohler fühlen, wenn die Erwartungshaltung nicht gleich von Beginn an wieder ins Unermessliche gesteigert werden würde.

 

Gernandt, ein moderner, kompetenter neuer Aufsichtsrats-Boss, der mindestens auf europäischer Bühne spielt – dazu Dietmar Beiersdorfer, mit Herzblut und vereinigender Kraft, dazu der Erfahrung aus vielen Jahren als Fußball-Manager in verschiedenen Ländern – unter diesen Bedingungen gilt es, einen Neuanfang zu starten. Erstmal einen Neuanfang. Wieviele Schritt gegangen werden müssen, bis der HSV wieder da steht, wo viele ihn chronisch sehen, dass bleibt abzuwarten.

 

Im Moment mag niemand absehen, was mit dem Supporters-Club geschieht, wenn am Sonntag HSV-Plus kommt. Dazu seht Ihr übrigens nachher auch einen Bericht meines Kollegen Thorsten Vorbau im „NDR Hamburg Journal“ (19.30 Uhr, NDR Fernsehen). Aktuell ist ja von massenhaften Austritten die Rede, von der Abkehr vom HSV. HSV-Plus ist nicht damit gedient, wenn es am Ende so kommt. Klar, alle Zuschauer im Stadion könnten bei den Bundesliga-Spielen getrost auf Aktionen verzichten, bei denen es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei oder Ähnlichem kommt. Aber die Fanszene ist auch ein Gut, mit dem sich eine Fußball AG offensiv auseinander setzen müsste. Die ausgestreckte Hand ist besser als das kategorische Stoppschild.

 

Gleiches gilt für den Verlauf der Versammlung. Ich mutmaße, dass ein Großteil der anwesenden Mitglieder keine Lust hat, sich in stundenlangen Debatten um dieses oder jene umstrittene Detail von HSV-Plus zu verlieren. Sie wollen das Konzept durchwinken, das war schon auf der Versammlung im Januar zu spüren. Klar, mancher HSV-Gegner wird dazu neigen, aus taktischen Gründen Kleinkram auszuschlachten, um dem Konzept möglicherweise juristisch beizukommen und auf Zeit zu spielen. Das ist nicht förderlich. Aber es gibt auch echte HSVer, für die – ohne Bosheit und Postenschacherei – eine Welt zusammen bricht, wenn aus dem e.V. eine AG wird. Zu sentimental? Vielleicht. Aber das wäre noch lange kein Grund, diese Stimmen zu unterdrücken.

 

Einen Freifahrtschein sollten die HSV-Plus-Gegner daraus aber nicht für sich ablesen. Ihr altes e.V.-Konzept ist gescheitert. Der Wunsch nach Veränderung riesengroß und berechtigt. Krittelei an unwichtigen Detailfragen, persönliche Attacken gegen ach so böse Manager – das kann es nicht sein. Viel wird in diesen Tagen auch über die Versammlungsleitung diskutiert. Jens Meier, der Vorsitzende des Aufsichtsrates, übernimmt sie. Er hat sich öffentlich nie zu einer Seite bekannt, eine kritische Haltung zu HSV-Plus wird ihm jedoch zugeschrieben.

 

Ist er deswegen nicht geeignet als Versammlungsleiter? Laut Satzung steht ihm das Recht zu, diese Versammlung zu leiten. Manfred Ertel oder Udo Bandow haben das in der Vergangenheit auch schon gemacht. Ja, vielleicht wäre Meier besser beraten, wenn er keine Angriffsfläche bietet. Doch gerade dieses Bewusstsein könnte ja auch dafür sorgen, dass es erst recht ordentlich und ausgewogen abläuft. Meier ist gefordert, ganz klar, aber ihn im Vornherein schon zu verurteilen, ist unfair.

 

Was ist nun im Sinne des HSV? Eine sachliche, konstruktive Debatte ohne juristisches Nachspiel. Am Ende ein Erfolg von HSV-Plus, das ist inhaltlich notwendig, zumal ein Scheitern die ganz große Gefahr des totalen Stillstands mit sich bringt. Anschließend schnelle Bestellung der neuen Führungscrew, denn die Zeit drängt im Hinblick auf die kommende Saison.

 

Ich wünsche mir, dass der eine oder andere während der Veranstaltung zurück denkt an den vergangenen Sonntag in Fürth. Ich war dort im Stadion, konnte wie die meisten anderen die letzten Minuten kaum ertragen. Nachdem ich meine Arbeit dort erledigt hatte, bin ich in den Bereich des Mannschaftsbusses geraten. Dort standen Spieler, Betreuer, Funktionäre. Dort war eine solche Freude und Erleichterung zu spüren, dass der GAU verhindert wurde. Dort flossen Tränen, auch noch zwei Stunden nach dem Spiel. Dort tickte die Mini-Ewige-Uhr im Mannschaftsbus als Zeichen des Überlebens. Dort ging es nicht um HSV-Plus oder HSV-Allianz. Dort herrschte HSV-Gefühl.

 

Dieses Gefühl ist ein kraftvolles, und es steckt in diesem Verein, auch wenn der Verein bald AG heißen sollte. Jeder einzelne ist aufgerufen, die HSV-Seele – was auch immer das ist, da hat jeder eine andere Idee – mitzunehmen und zu behalten. Dietmar Beiersdorfer könnte, wenn er am Ende wirklich unterschreibt, ein erstklassiger Vertreter dieses HSV sein. Es geht am Sonntag nicht um den Verlust von irgendetwas. Es geht darum, den HSV wieder zu gewinnen, als Einheit, damit endlich Schluss ist mit den Grabenkriegen, die niemand mehr ertragen kann.

 

 

Das war jetzt mein Wort zum Sonntag.

Wir sehen uns im Stadion

Lars

 

„Danke an Augsburg und Hannover!“

4. Mai 2014

Welche Erleichterung doch eine 1:4-Niederlage auslösen kann…

 

Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka wurde durch die Niederlagen der Konkurrenz zum Sieger des Wochenendes im Kampf um den Klassenerhalt. „Wir müssen uns bei Hannover und Augsburg bedanken“, brachte es Verteidiger Heiko Westermann auf den Punkt. „Diese beiden Teams haben es uns ermöglicht, am kommenden Wochenende aus eigener Kraft den Klassenerhalt zu schaffen.“

 

Neue Hoffnung nach vier Niederlagen in Folge, in denen es 4:10 Tore gab – das gibt’s auch nur beim HSV! Aber die Fakten sprechen ja auch für Hamburg. Nein, genauer gesagt sprechen sie gegen die Konkurrenz. Wer solche Chancen liegen lässt wie Braunschweig und Nürnberg, der hat unter Umständen noch weniger den Klassenerhalt verdient als der HSV – und das will was heißen.

 

 


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Die exakte Aufarbeitung der Niederlage gegen den amtierenden Triple-Gewinner können wir uns an dieser Stelle schenken. In groben Zügen gilt zu konstatieren, dass der HSV gut gepresst hat, die Zweikämpfe angenommen hat, Bayern ärgern konnte – aber letztlich wegen der individuellen Bayern-Klasse chancenlos war.

 

27 Punkte hat der HSV auf dem Konto. Es ist in nahezu allen Bereichen die schlechteste Saison der Geschichte. Wenigste Siege, meiste Niederlagen, meiste Gegentore, schlechteste Heimbilanz, Auswärts-Niederlagenserie, zwei Trainer gefeuert, und und und.

 

Und trotzdem geht da noch was! „Wir gehen davon aus, dass Pierre Michel Lasogga in Mainz wieder mit von der Partie sein wird“, sagte Sportchef Oliver Kreuzer heute. Lasogga steht also ebenso wie Verteidiger Johann Djourou vor dem Comeback, und das würde dem HSV natürlich enorm helfen. Allein die Aussicht, endlich wieder einen Stürmer auf dem Platz zu haben, gab es seit Wochen nicht.

 

In der Vorbereitung auf die Partie in Mainz, das ja auch noch um die Qualifikation für die Europa League spielt, soll diesmal nichts Ungewöhnliches getan werden. Kein Trainingslager, kein zusätzlicher Geistheiler. Jetzt gilt die volle Konzentration einzig diesem Spiel. Hoffnungsschimmer waren gestern die kämpferischen Auftritte von Rafael van der Vaart und den anderen Offensivspielern, denen in punkto Einsatz kaum ein Vorwurf zu machen war. Ich finde, dass besonders Michael Mancienne in der Innenverteidigung ein ganz starkes Spiel gemacht hat. Der Engländer hat sich dazwischen gehauen, wo es nur ging, und den Bayern wehgetan. Er war ein Vorbild im Abstiegskampf.

 

Trainer Mirko Slomka hat den Sonntag überwiegend in Cottbus verbracht. Dort spielte Greuther Fürth, der mutmaßliche Tabellendritte der Zweiten Liga bei Energie, und siegte deutlich mit 6:0. Nach aktuellem Stand ist Greuther Fürth der Relegationsgegner des HSV. Co-Trainer Nestor El Maestro hat sich das 2:0 des Zweiten SC Paderborn in Aue angesehen. Der HSV will vorbereitet in die Relegation gehen, die am Donnerstag, den 15. Mai, um 20.30 Uhr zu Hause beginnen würde. Das Rückspiel ist für den Sonntag, 18. Mai, um 17 Uhr anberaumt.

 

Wie es am Ende auch ausgehen mag, anschließend wird abgerechnet. Und klar ist auch heute schon und im Grunde seit Monaten, dass all die Ereignisse der vergangenen Monate personelle Konsequenzen auf Führungsebene haben werden. Diese Aussage gilt ganz unabhängig vom Ausgang der Mitgliederversammlung am 25. Mai, auf der über die Ausgliederung in eine Fußball AG nach HSV-Plus-Vorbild entschieden wird.

 

Ich bin in den vergangenen Tagen wieder häufiger angesprochen worden auf meine Beurteilung von Sportchef Oliver Kreuzer, der zuletzt im Winter ja noch sehr gut weggekommen war. Neben dem Trainingsplatz, in Gesprächen kam dieses Thema immer wieder hoch, denn Kreuzer steht bei den meisten ja gewaltig auf dem Index.

 

Am Ende muss eine klare Entscheidung her – das Vorstandstrio Jarchow, Hilke, Kreuzer raus oder nicht – aber bis dahin kann man ja versuchen, differenziert auf diese Personen zu gucken.

 

Was Kreuzer angeht, kann ich natürlich meine Einschätzung vom Winter nach dieser Rückrunde so nicht aufrecht erhalten. Zu viel Schlechtes ist seither geschehen, zu viel auch bekannt geworden, was vor Monaten nicht bekannt war. Damit spiele ich insbesondere an auf die Vertragsdetails bei den Personalien Bert van Marwijk und Johann Djourou an, die den HSV Unsummen kosten. Aber auch andere Entscheidungen sind in die falsche Richtung gegangen. Stichworte: Ola John, Ouasim Bouy, Artjoms Rudnevs. Dagegen stehen allerdings auch die Vertragsverlängerungen von Jonathan Tah und Hakan Calhanoglu, die dem Verein perspektivisch aber mal ganz sicher sehr gut tun werden.

 

Ich sehe in Oliver Kreuzer trotzdem nicht den Hauptschuldigen für die aktuelle Misere. Er ist unter denkbar schlechten Rahmenbedingungen an die Elbe gekommen, die kein einziger anderer Sportchef in der Bundesliga zu erfüllen hatte. Kaum hatte er in Hamburg angeheuert, wurde ihm die Vorgabe mitgegeben, 15 Millionen Euro einzusparen. Dann gab es kurz darauf von Klaus-Michael Kühne gewaltig auf den Latz. In dieser Situation ist Kreuzer niemand zur Seite gesprungen, der ihm hätte zur Seite springen müssen. Kein Aufsichtsrat, kein Vorstandskollege. Kreuzer, der „Drittliga-Manager“, stand von Beginn an allein im Sturm, gebrandmarkt als Schwächling.

 

Hier beginnt allerdings auch sein Versäumnis. Kreuzer hat zu selten sportlich fragwürdige Entscheidungen verhindert. Und das hätte er tun müssen, denn es ist im Wesentlichen sein Verantwortungsbereich. Er hat die Philosophie aller aktuellen Vertragsabschlüsse beim HSV, die da heißt: es muss vor allem wirtschaftlich passen!, nach außen mitgetragen und sich eben nicht dagegen verwehrt. Er hat sich Zoua im Sommer und die genannten Niederländer im Winter quasi von den jeweiligen Trainern aufschwatzen lassen. Die Trainer sind inzwischen weg, somit trägt Kreuzer die alleinige Verantwortung. Kreuzer dazu heute im “Sport-1-Doppelpass”: “Natürlich übernehme ich total die Verantwortung für das, was in dieser Saison passiert ist. Ich habe einen Zweijahresvertrag und würde mich auch dann als Bestandteil des Vereins sehen, den geplanten Aufstieg wieder anzustreben!”

 

Was die Beurteilung von Carl Jarchow und Joachim Hilke angeht, mache ich es mir einfacher. Jarchow muss sich hier nur an den eigenen Vorgaben des Vorjahres messen – dann erübrigt sich eigentlich jeglicher weiterer Kommentar. Er hat gestern im „sportstudio“ schon glockenklar gesagt: „Wenn man solch eine Saison spielt und in solch einer Lage ist wie wir, muss man die Verantwortung tragen. Und dieser Verantwortung werden wir uns auch stellen.“ Im Grunde ist alles, was Jarchow als Zielvorgabe genannt hat, nicht eingetroffen. Dies Urteil muss er gemeinsam mit Hilke hinnehmen. Bei Hilke kommt hinzu, dass er im Winter die fatale Indonesien-Reise vorangetrieben hat. Sie ist auch gegen Widerstände aus dem sportlichen Bereich durchgedrückt worden mit den bekannten Folgen. Indonesien hat seinen Beitrag geleistet zur schlimmen HSV-Rückrunde. Schon Im Februar hatte der damals noch komplette Aufsichtsrat im Zusammenhang mit der von einigen geplanten Magath-Verpflichtung vorgesehen, Jarchow und Hilke abzulösen. An Kreuzer schieden sich die Geister, weil viele ihn wie ich als Täter und Opfer gleichermaßen sahen und sehen.

 

Was im Februar galt, muss im Mai nicht zwingend auch noch gelten. Aber wenn ich in die nahe Zukunft schaue, dann kann ich mir keine führende Rolle für einen der drei Genannten beim HSV mehr vorstellen. Was Oliver Kreuzer angeht könnte dennoch ein Amt im sportlichen Bereich in der zweiten Reihe möglich sein. Ein anderer Sport-Vorstand einer neuen AG trüge die Verantwortung mit Kreuzer in seinem Stab.

 

Ich denke, es ist kein Zufall, dass diejenigen potentiellen Sportchef-Kandidaten des HSV, die eine gefestigtere Position versprachen als Kreuzer sie verkörpert, aus eigenen Stücken abgesagt haben. Das galt vor einigen Jahren für Nico Hoogma, das galt für Jörg Schmadtke ebenso wie für Felix Magath. Ich meine jetzt nicht die sportliche Kompetenz, sondern die Durchsetzungskraft. Diese drei haben sich gedeihliches Arbeiten beim HSV nicht vorstellen können. Sie haben gemerkt, dass etwas ganz Grundsätzliches falsch läuft beim HSV, so dass sportliche Entwicklung nach den Vorstellungen eines „normalen“ sportlichen Leiters nicht umgesetzt werden können. So wie es jetzt mit Kreuzer gelaufen ist, werden die Absagen der drei im Nachhinein gerechtfertigt.

 

Man könnte sagen: so, wie der HSV vor einem Jahr gestrickt war und heute gestrickt ist, musste die Aufgabe Kreuzer über den Kopf wachsen.

 

Ein letztes Mal noch ein Wort zu Kreuzer. Auch und gerade hier in den Kommentaren wird er oft hart kritisiert für seine häufigen öffentlichen Auftritte. Ich finde, dass öffentliche Präsenz die Pflicht ist eines Sportchefs – gerade wenn sich andere in brenzligen Situationen wegducken. Und das haben einige in den vergangenen Monaten getan – Kreuzer am wenigsten, auch wenn er wusste, dass er dadurch zusätzliche Angriffsfläche riskiert.

 

Unrühmliche Begleiterscheinungen des Kicks gestern waren die Auseinandersetzungen zwischen Ultra-Fans des HSV und der Polizei. Die Scharmützel begannen bereits vor der Partie in der Nähe des S-Bahnhofs Stellingen, in Ottensen und am S-Bahnhof Eidelstedt. Bei ersten Handgreiflichkeiten wurde eine Polizistin verletzt. Die Polizei hat daraufhin etwa 25 Mitgliedern von „Poptown“ den Zugang zum Stadion verwehrt.

 

Entsprechend aufgeladen waren die übrigen „Fans“. Als dann im Stadion das bekannte Plakat ACAB („All Cops are Bastards“) aufgehängt wurde, platzte den Einsatzkräften der Geduldsfaden. Sie schritten in der Halbzeit ein, was weitere Auseinandersetzungen zur Folge hatte. Viel davon war im Fernsehen zu sehen – es kursieren auch einige Videos von Schlägereien hinter den Tribünen. Tränengas musste eingesetzt werden, die Polizei griff zu Schlagstöcken. Massenhaft Gegenstände wurden in Richtung der Polizisten geschleudert. Fahnenmasten, Bierbecher, sonstiges Zeugs.

 

Es sind sehr unerfreuliche Bilder, und natürlich kann man darüber streiten, ob die Polizei im Stadion wirklich in dieser Form gegen das Plakat vorgehen musste. Wahrscheinlich war das nicht schlau, aber die Verursacher dürfen hier nicht mit den Opfern verwechselt werden. Der HSV ist dabei, wieder ein massives Problem mit seiner Ultra-Szene zu bekommen. In den vergangenen Monaten ist immer mehr passiert, das zeigt sich nicht nur in regelmäßigen Abständen beim Pyro-Thema.

 

Hier ist ein Einschreiten von Seiten des Supporters-Clubs erscheint dringend notwendig. Die Aggression der Ultras in diesem Fall hatte nichts mit dem Fußball auf dem Rasen zu tun, das war offenkundig. Andere Aggression, finde ich, hat aber im Stadion und am Rande eines Fußballplatzes nichts zu suchen. Übrigens wurde im Laufe der Krawalle insgesamt sechsPolizisten leicht verletzt.

 

Soweit die Perspektive der Polizei. Der guten Ordnung halber die Stellungnahme des Supporters-Clubs:

 

Supporters Club und HSV Fanprojekt verurteilen Einsatz der Polizei

In der Halbzeit des Spiels unseres Hamburger Sport-Verein e.V. gegen den FC Bayern München kam es auf der Nordtribüne zu einem Polizeieinsatz, welcher aus Sicht des HSV Supporters Club und des HSV Fanprojekts absolut unverhältnismäßig war und zu verurteilen ist.

„Man muss sich Fragen, ob die Polizei aus den Vorfällen beim Champions-League Qualifikatiopnsspiel FC Schalke 04 – PAOK Saloniki überhaupt nichts gelernt hat”, so Christian Bieberstein, Abteilungsleiter der Abteilung Fördernde Mitglieder/Supporters Club.

Grund des Blocksturmes war ein provokantes Banner „ACAB” (all cops are bastards), der sich gegen die Polizei richtete.

Ein Banner als Grund zu nehmen, in einem vollen Stadion einen Block unter dem Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöckern zu stürmen, ist vollkommen inakzeptabel. Die In-Kaufnahme von Verletzten im dreistelligen Bereich, steht in keinem Verhältnis zu einer solchen Provokation.

Wir verlangen und erwarten eine umgehende und lückenlose Aufarbeitung des Einsatzes und verurteilen diesen abermals auf das Schärfste.

HSV Supporters Club und HSV Fanprojekt

 

Wenn der Bock zum Gärtner wird…..

 

Zum Schluss noch eine Information, die sich aus einem Interview vom Jürgen Hunke mit dem Deutschlandfunk ergeben hat. Aufsichtsrat Hunke hat sich dortheute  in einer langen Diskussions-Sendung zum HSV auch zur wirtschaftlichen Situation des Clubs geäußert. Er kennt alle Zahlen und hat versichert, dass der HSV die Lizenz für beide Ligen aus seiner Sicht erhalten werden. Und der erfolgreiche Unternehmer ging noch einen Schritt weiter. Im Notfall, so Hunke, stünde er auch bereit, um dem Verein mit seinem Geld über Liquiditätslücken zu helfen. Mit anderen Worten: steht dem HSV das Wasser nicht nur bis zum Hals sondern einige Zentimeter höher, würde Hunke wirtschaftlich helfen.

 

Noch ein paar Sommer-Infos: Der Vorbereitungsplan des  HSV auf die neue Saison steht. Am 18. Juni ist unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit Trainingsstart. Ende Juni fährt das Team für eine Woche ins erste Trainingslager nach Glücksburg in Schleswig-Holstein (22.6.-29.6.). Dort stehen zwei Freundschaftsspiele auf dem Programm, unter anderem gegen den ETSV Weiche. Vom 4. Bis 11. Juli fliegt der HSV definitiv nach China, und zwar nach Guangzohou im Südosten des Landes. Auch hier stehen zwei Spiele an. Bleibt der HSV erstklassig, dann ist anschließend eine Woche Pause, ehe der Telekom-Cup und eine weitere Trainingswoche in Österreich die Vorbereitung beschließen. Im Fall des Abstiegs entfällt die Trainingspause und es geht mit Volldampf auf den Zweitliga-Start am Wochenende 1. Bis 3. August.

 

Morgen ist trainingsfrei am Stadion, es geht weiter Dienstag um 10 Uhr – vielleicht ja dann mit Pierre Michel Lasogga.

 

Sportlicher Gruß von Lars

 

 

Werder heizt die Derby-Woche an!

24. Februar 2014

Derby-Woche im Norden! Das ewige Duell mit dem SV Werder steht vor der Tür. Es ist das 100. in der Bundesliga, und noch immer ist es möglich, dass es zunächst das letzte bleiben wird. Beide Teams stehen in der Nähe der Abstiegsränge – und ich lese die Tabelle so: gewinnt der HSV am Sonnabend im ausverkauften Weserstadion, steht er vor Werder. Ganz einfach!

In Bremen reden sie sich langsam schon heiß auf dieses Spiel. Trainer Robin Dutt sagte: „Ich bin froh, dass ich beim richtigen Nord-Verein angestellt bin.“ Cedrick Makiadi ergänzte: „Der HSV kommt mit breiter Brust, aber wir wollen die drei Punkte.“ In ganz Bremen werden derzeit Plakate geklebt: „1. März – 100. Derby – Scheiß-HSV!“ Klare Ansage aus Bremen, alles andere hätte überrascht.


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Beim HSV war heute mal wieder ein Montag in relativer Entspannung. Das gab es dieses Jahr noch gar nicht. Einige Profis haben sich trotz des trainingsfreien Tages am Stadion eingefunden, um in den Kraftraum zu gehen oder sich behandeln zu lassen. Rafael van der Vaart, Jaroslav Drobny, Zhi Gin Lam und Ivo Ilicevic nutzten das Angebot des Vereins. Gut für den HSV: Dennis Diekmeier ist nach überstandener Magen-Darm-Grippe heute schon wieder gelaufen. Er sollte in Bremen zur Verfügung stehen.

Ob er von Trainer Mirko Slomka auch eine Chance erhält, steht dann auf einem anderen Blatt. Natürlich ist er der gelernte Rechts-Verteidiger im Gegensatz zu Heiko Westermann, aber nach dem gelungenen Auftritt der gesamten Mannschaft ist es nicht ausgeschlossen, dass Coach Slomka keine Änderung vornehmen wird. So gut kennen wir den Mirko in Hamburg ja noch nicht, deswegen müssen wir uns überraschen lassen, wie er in Aufstellungsfragen denkt.

Das betrifft auch die Position des Spielgestalters. Lothar Matthäus hat ja kein gutes Haar gelassen an Rafael van der Vaart und ihn als „Zumutung“ für den HSV bezeichnet. Die Wortwahl ist sehr hart, wobei sich van der Vaart in seiner exponierten Rolle derartige Kritik gefallen lassen muss. Was ihn betrifft bleibt es aber bei der bekannten Beurteilung: Rafael van der Vaart ist kein Leader, der durch seine Persönlichkeit einer wankenden Mannschaft Halt verleiht. Das war er nie, wird er nie sein. Er blüht mit dem Team auf bzw. kann durch Einzelaktionen begeistern. Sieben Tore und sechs Assists in dieser Saison – ist diese Bilanz auch eine Zumutung? Mirko Slomka wird van der Vaart sicher bringen, sofern der Niederländer fit ist. Und dann gilt es für den „kleinen Engel“ wieder einmal, Kritikern entgegenzutreten – vielleicht schon in Bremen.

Nach einigen Wochen relativer Ruhe hat sich heute wieder Otto Rieckhoff zu Wort gemeldet mit seiner Initiative HSV-PLUS. Die entsprechende Veröffentlichung könnt Ihr unter www.hsv-plus.de nachlesen.

Aufhänger waren zum einen die sportliche Situation und der Hoffnungsschimmer, der durch das 3:0 gegen Borussia Dortmund entstanden ist. Zum anderen ist ja nun festgelegt worden, dass die entscheidende Vereins-Versammlung, auf der über HSV-PLUS abgestimmt wird, am 25. Mai abgehalten wird. Ausgerechnet am Jahrestag des Triumphs von Athen 1983.

„Wir werden auf jeden Fall am 26. Mai handlungsfähig sein“, verspricht Otto Rieckhoff für den Fall, dass sein Modell die nötigen 75 Prozent der Stimmen erhält. Das heißt: Schon am Tag der Versammlung soll – wenn HSV-PLUS beschlossen ist – ein neuer Aufsichtsrat gewählt werden. Im Hintergrund arbeitet Otto Rieckhoff mit seinem Team an der Umsetzung und auch an der personellen Planung, zu der er allerdings noch keine konkreten Angaben machen möchte.

Wie genau das Procedere eines kompletten Vereins-Umbaus hin zur Schaffung einer Fußball-AG funktionieren wird, ist ein Thema der Vorbereitung in den nächsten Monaten. „Uns schwebt auch eine Übergangsregelung in einigen Bereichen vor, die bis zu sechs Monate dauern soll“, erklärt Rieckhoff.

Beschlossen ist, dass die Versammlung am 25. Mai eine ordentliche und keine außerordentliche sein wird. Das hat unter anderem den Vorteil, dass im Juni oder Juli nicht noch einmal eine derart große Veranstaltung abgehalten werden müsste. Etwas voreilig scheint allenfalls die Ankündigung von HSV-PLUS zu sein, dass der Ausgliederungsantrag nach Vorabsprache mit dem Vorstand schon fix als Tagesordnungspunkt eins abgehandelt werden muss. Erst im April wird die endgültige Tagesordnung stehen, und die Mitgliedschaft hat auf der Versammlung selbst – wie immer – das Recht, einzelne Punkte nach vorn oder nach hinten zu schieben. Wie auch immer: Im Laufe des 25. Mai werden wir alle Klarheit erhalten, wohin der Weg des HSV strukturell führt, erste personelle Entscheidungen werden auf den Weg gebracht (auch wenn HSV-PLUS scheitert, denn dann muss ja der „alte“ Aufsichtsrat neu gewählt werden).

Idealerweise steht an diesem Tag oder kurz danach der neue Vorstand der HSV Fußball AG, damit die Aufgaben der Zukunft ohne Verzögerung angegangen werden können. „Stallgeruch“ ist hier das Zauberwort. Die Namen Thomas von Heesen und Holger Hieronymus in einer Funktion beim HSV zu nennen, geht sicher über reine Spekulation hinaus.

Aber das ist ja auch genau das, was die überwiegende Zahl der HSVer will. Vereins-Verbundenheit, die über jeden Zweifel erhaben ist, kombiniert mit Kompetenz im Fußball-Geschäft. Die jeweilige Vita der genannten Herren ist bekannt. Ich weiß, dass es viele Skeptiker gibt, die die schwächeren Seiten dieser Lebensläufe betont. Hieronymus schon einmal gescheitert als Manager des HSV, zum Beispiel. von Heesen ohne große Erfolge in seiner gesamten Karriere nach dem aktieven Profi-Fußball. Mag sein, aber im Team gemeinsam für den Erfolg des HSV – das ist ein anderer Ansatz dieser HSV-Größen. Denn ds sind sie unbestritten.

Insbesondere auf wirtschaftlicher Ebene gibt es ja erhebliche Schwierigkeiten, die bedacht werden müssen. Bis zum 15. März muss der Verein seine Lizenzanträge für die erste und für die zweite Bundesliga bei der DFL einreichen. Erhebliche Mehrarbeit ist somit garantiert. Das betrifft vor allem den Fall, dass der HSV tatsächlich absteigt. Durch den Erfolg gegen Borussia Dortmund ist der Kreis derer, die dieses Schreckenszenario befürchten, sicher etwas kleiner geworden. Aber an der Verpflichtung, sich mit dem Thema zu beschäftigen, ändert das für die Vereinsführung nichts.

„Wir müssen hart arbeiten für unsere Sponsoren“, sagt Marketing-Vorstand Joachim Hilke. Wer sich in etwa vorstellen möchte, wie die Einnahme-Situation im Unterhaus aussehen würde, für den haben die Vermarkter beim HSV eine Faustregel. Etwa 40 Prozent Mindereinnahmen hätte der Verein in der zweiten Liga. Diese Zahl kann variieren, je nach Reaktion der Sponsoren, VIP- und Logenkunden des HSV. Es gibt Verträge, die eine Staffelzahlung je nach Ligen-Zugehörigkeit vorsehen, andere Vereinbarungen sind nur für die erste Bundesliga getroffen worden.

Der Trainerwechsel und seine Kosten sowie die schlechte sportliche Situation trüben die Bilanz überdies. In diesem Zusammenhang ist die Vertragsgestaltung für Bert van Marwijk aus meiner Sicht unverantwortlich. Sie ermöglicht dem Niederländer, für fünf Monate Arbeit vier Millionen Euro zu kassieren. Das geht gar nicht – aber weil sowohl Vorstand als auch Aufsichtsrat dieses Paket abgesegnet haben dürften, müssen die Mitglieder am 25. Mai als oberste Instanz hier insistieren.

Schlecht sieht es auch bei den Zahlen aus dem aktuellen Fernsehtopf aus. In der vergangenen Saison hat der HSV laut vorliegender Bilanz 24,7 Millionen Euro eingenommen für die „Verwertung medialer Rechte“. Der überwiegende Teil daraus bezieht sich auf die Fernsehgelder. Vor dieser Saison hatte der Verein mit 28,7 Millionen Euro Einnahme geplant – das entspricht Platz sechs in der Fernsehtabelle. Zwischenzeitlich wurde diese Annahme auf Rang zehn reduziert – sollte der HSV allerdings dort bleiben, wo er heute ist, stünde er in der Fünfjahresrangliste TV-Gelder nur an zwölfter Stelle. Einnahme: lediglich 22,4 Millionen Euro. Mit anderen Worten: gegenüber der ursprünglichen Planung ergäbe sich eine Mindereinnahme von sechs Millionen Euro. Das ist ärgerlich, denn in seiner Saison-Prognose hatte der HSV noch geschrieben: „Es wird von einer positiven Umsatzentwicklung ausgegangen, die unter anderem auch von höheren Erlösen aus der Verwertung medialer Rechte in der neuen Rechteperiode beeinflusst wird.“ So wird es nun wohl nicht kommen, wobei theoretisch auch noch eine positive Entwicklung möglich ist. So könnte der HSV in der TV-Fünfjahreswertung die davor platzierten Freiburg, Stuttgart und Nürnberg noch schlucken. Drei zusätzliche Millionen würde dies bringen. Die Webseite www.fernsehgelder.de gibt eine gute Übersicht der gesamten Staffelung.

Weil von den Spielern, die abgegeben werden sollten, nur ganz wenige wirklich gingen, ist auch das Gehaltsniveau nicht so stark reduziert worden wie gewünscht – abgesehen von fehlenden Ablösesummen. Immerhin: Aogo, Rudnevs, Skjelbred und Kacar stehen nicht mehr auf der Gehaltsliste des HSV. Die Ablöse für Aogo fällt rechnerisch allerdings erst ins kommende Jahr. Und die leicht rückläufigen Zuschauerzahlen in der Bundesliga stehen der hohen Einnahme für den DFB-Pokal gegen Bayern München entgegen.

Unterm Strich wird es ziemlich sicher ziemlich eng mit der Schwarzen Null – vorsichtig ausgedrückt. Und natürlich verengt das auch jetzt schon den Spielraum für die kommende Saison. Doch weiter voraus schauen will ich jetzt nicht. Es gibt zu viele Unbekannte in der Rechnung. Kühne ja oder nein, HSV-PLUS und so weiter.

Kleiner Hinweis am Ende für Schuh-Fetischisten: der Fußball-Schlappen von Hakan Calhanoglu wird auf www.stylekicker.de verlost. Kleiner Schönheitsfehler: es handelt sich nicht um das Schuhwerk, dass Hakan beim Sensations-Tor gegen Dortmund getragen hat, sondern beim 0:5 im Pokal gegen die Bayern…. Aber auch das Spiel hatte ja irgendwie Kult-Charakter.

Zu schlechter letzt die Hohlheit des Wochenendes (sid):

Während der Schweigeminute für den verstorbenen Kult-Masseur Hermann Rieger vom Fußball-Bundesligisten Hamburger SV vor der Partie gegen Borussia Dortmund (3:0) ist es am Samstag offenbar zu einem Zwischenfall gekommen. In der stillen Andacht habe ein Mann aus dem Fanblock des BVB «Sieg Heil» gerufen. Das berichtete Spiegel online. Der Mann wurde daraufhin von Ordnungskräften des Stadions verwiesen. Bei der Aufnahme seiner Personalien soll der Mann den Vorfall bedauert und von einer Dummheit gesprochen haben. Es wurde Strafanzeige erstattet. Der mutmaßliche Täter war offenbar alkoholisiert. Dem Mann droht neben dem juristischen Ärger zudem ein bundesweites Stadionverbot.

Morgen ist wieder eine Doppel-Trainingseinheit angesetzt. Mirko Slomka macht keine Pause – um 10 und um 15 Uhr geht es rund am Stadion.

Und noch zwei TV-Hinweise für den Abend: gleich sitzt Jürgen Hunke auf dem roten Sofa bei DAS! Im NDR-Fernsehen, und Jens Meier, der Vorsitzende des Aufsichtsrates, schließt seine Medien-Tage mit einem Besuch bei „rasant“ auf Hamburg 1 ab.

Bis nächstes Mal
Lars

Kurze Ergänzung, ich hoffe Lars verzeiht es mir (DM):

>
> Lieber Dieter, lieber Scholle!
>
> Ich bin ein junger Leser (15) eures Blogs und verfolge ihn regelmäßig. Eure Beiträge sind (meistens) echt erste Sahne und sprechen vielen HSV-Fans aus dem Gewissen!
>
> Ich habe hier ein Gedicht für euch, welches herrlich zu dem HSV generell und speziell zum Spiel HSV gegen Dortmund passt. Es ist von einem Freund von mir und wir sind beide HSV-Fans fürs ein Leben lang!
>
> Hier das Gedicht:
> _______________________________
>
> “Und wieder ist es nun soweit
> Die Hamburgflagge steht bereit
> Samstagmittag, Bundesliga
> Bin schon jetzt im Fussballfieber.
>
> Heut zu Gast der BVB
> Ich weiß schon jetzt gleich tut es weh
> Denn Hamburg spielt seit langen Zeiten
> Unter seinen Möglichkeiten.
>
> Mein Herz schlägt schwarz, weiß und blau
> Mein Herz schlägt für den HSV
> Auch wenn wir noch so grottig spielen
> Werd’ ich niemals anders fühlen.
>
> Doch die Hoffnung stirbt zuletzt
> Denn es zählt das hier und jetzt
> Nach den ersten zehn Minuten:
> Mein Herz beginnt schon jetzt zu bluten
>
> Dortmund ist uns überlegen
> Kann mich vor Spannung nicht bewegen
> Doch zur Pause steht’s zum Glück
> 1:0 für uns, verrückt.
>
> Der Trainerwechsel scheint’s zu bringen
> Doch ich muss nun um Fassung ringen
> 2:0 Tor durch Lasogga
> Das ist unser Dortmundschocker.
>
> Calhanoglu kurz vor Schluss
> Mit einem megageilen Schuss
> 3:0 durch Freistoßtor
> Wir rücken auf Platz 16 vor.
>
> Nach diesem hochverdienten Sieg
> Träum’ ich von der Champions League
> Der Abstieg ist kein Thema mehr
> Ich bin heut glücklich und zwar sehr.
>
> Mein Herz schlägt schwarz, weiß und blau
> Mein Herz schlägt NUR FÜR DEN HSV.
>
> Gez. Tilo Moos (Künstlername)

Vielen Dank, Thilo, man kaann erkennen, dass Ihr sehr große HSV-Fans seid.

Und kurz noch in eigener Sache:

Sehr geehrter Herr Ditschi Ripp,

Sie haben natürlich Recht, ich durfte mich nicht bei den vielen Fans, die um Hermann Rieger so beeindruckend getrauert haben, bedanken, das ist natürlich einzig der Familie von Hermann Rieger vorbehalten, es tut mir leid, dass ich hier vorgeprescht bin, das war wirklich eine große und unpassende Anmaßung – ich nehme hiermit alles zurück.

Die Sorgen der Anderen

3. Februar 2014

Tausende haben gestern bei „Sky“ und der Sendung „0800“ angerufen, um über den HSV zu plaudern, nur wenige sind dran gekommen – aber die Zahl war schon immens und beeindrucken. Das Thema HSV in Abstiegsnot schient die ganze Republik zu beschäftigen, und darüber hinaus auch weltweit. Die Zahlen derer, die sich die allergrößten Sorgen machen, steigt nicht nur täglich, ich habe das Gefühl, sie steigt stündlich. Was in meinem Postfach und auf dem Handy los ist, das habe ich in dieser Form noch nie erlebt, wobei die meisten „Matz-abber“ schon aufgegeben haben – weil das, was der HSV als Erstliga-Fußball anbietet, einfach nicht ausreichend ist. Wie schon der Kapitän selbst zugab . . .


Version für iPhone und iPad

Viele, viele Ehemalige und Fußball-Prominenz aus dem Lande schickten mit eine SMS oder riefen mich an, zu 99 Prozent wird gefordert, dass die Führung endlich einmal Härte zeigen und durchgreifen soll. Auch der ehemalige HSV-Profi Franz Beckenbauer bezog bei „Sky“ Stellung zum Abstiegskandidaten aus Hamburg, der Kaiser sagte: „Im Kopf müssen sie frei werden, Fußball spielen können sie. Vielleicht kapieren sie es jetzt. Ich kann mir den HSV nicht in der 2. Liga vorstellen. Deswegen muss alles getan werden. Das darf nicht passieren, dass sie in die 2. Liga absteigen.“

Bei „Matz ab“ rauschte es auch im Karton, Beiträge über Beiträge, sie alle sorgen sich um ihren Club. Die Moderatoren haben mir ein paar Mails geschickt, die ich nun gerne für die veröffentlichen möchte, die sonst nichts lesen. So aber kann jeder für sich (ein weiteres Mal) überprüfen, wo er steht, ob seine Meinung mit einigen (oder vielen) deckungsgleich ist.

Beginnen möchte ich mit einer Analyse eines mir bekannten Users, der bewusst darauf verzichtete, genannt zu werden. Ich halte seinen Beitrag aber für extrem lesenswert – und wie gesagt, Name des Absenders ist mir bekannt. Er schrieb mir als Einleitung:

Es ist an der Zeit, das die Verantwortlichen medial endlich an den Pranger gestellt und aus den Positionen getrieben werden. Von alleine tun sie es ja nicht.

Versuch einer konsequenten, rücksichtslosen Analyse der Situation des HSV aus der Sicht eines Unternehmensberaters und wohlwollenden HSV-Fans.

Kurzfassung

Sportliche Situation

Desaströs. Mannschaft verunsichert, überschätzt, taktisch und physisch unzureichend trainiert, mental schwach, ohne Einstellung zu Beruf, Fans, Arbeitgeber. Egoistisch, ohne Teamspirit, ohne wirksame Hierarchie. Abstiegsangst, keine Erfolgsidee.

Trainerteam mit zu wenig Einfluss auf die wesentlichen Themen von Leistungsbereitschaft, Leistungsentwicklung, Teamorientierung, Fußballtaktik

Negativspirale seit mehreren Spielzeiten, geprägt durch mangelnde einheitliche Philosophie, zu viele Trainer- und Sportdirektorenentlassungen. Kein Aufbau eines Systems, einer Spielidee.

Wirre Ein- und Verkaufspolitik; keine erkennbare Linie bei der Zusammenstellung der Kader. Keine nachhaltige Transferpolitik, für den Verein ungünstige Vertragsgestaltungen.
Vernachlässigung des Nachwuchsbereichs mit der Folge sportlicher Talfahrt der U23 und zu vieler Jugendmannschaften.

Wirtschaftliche Situation

Bedenklich. Reserven aufgebraucht. Kosten des laufenden Geschäfts höher als dessen Einnahmen. Negatives Eigenkapital steigt unaufhörlich. Sparstrategien erforderlich, im Hinblick auf die sportliche Situation kontraproduktiv. Der Rest reicht für relevante Einsparungen nicht aus. Ein echtes Dilemma. Zudem: Mindestens bei Abstieg drohen Lizenzprobleme.

Vereinsverfassung

Aufsichtsorgan (AR) und Operatives Organ (Vorstand) arbeiten seit Jahren ohne ausreichenden Erfolg. Vielmehr beschäftigen sie sich streitig miteinander anstatt die Kräfte zugunsten des HSV zu bündeln. Reibungsverluste sind die Folge.
Unaufhörliche und unvertretbare Indiskretionen, gepaart mit unverständlichen und falschen Entscheidungen haben zu einem dramatischen Imageverlust geführt. Kollektive Verantwortungslosigkeit greift um sich, Schwarze Peter Spiele werden gespielt.
Eitelkeit, Egoismus und Selbstdarstellung sind wichtiger als Erfolg, positive Außendarstellung und Nachhaltigkeit. Das nennt man Missmanagement.

Grundlegende Initiativen zur Veränderung der Vereinssituation werden bekämpft, tiefe Risse durchziehen sowohl die Mitgliedschaft, die Gremien und die Fans. Initiativen, den Verein zu befrieden sind entweder kümmerlich, nicht ernst gemeint oder verlaufen im Sande. Die Pflege interner Feindschaften ist Teil der Vereinskultur, die sich im Übrigen durch, Seilschaften, Cliquen und Intrigen auszeichnet. Das Engagement aufrichtiger, ehrenwerter und am Verein interessierter Mitglieder wird entwertet.
Insbesondere die sog. Machtübernahme durch die Vertretung der nicht-aktiven Mitglieder und Fans hat dazu geführt, dass Separatinteressen die Oberhand gewonnen haben über die Vereinsinteressen und dass inkompetente Mitglieder an die Schalthebel der Vereinsmacht gekommen sind.
Es ist zu befürchten, dass sich die Machtfaktoren gegenseitig blockieren und die Aktivitäten stärker darauf gerichtet sind, als das Überleben des Vereins, insbesondere aber nicht nur in der 1. Liga, zu gewährleisten.
Insgesamt eine kranke Organisation!°
Schlussfolgerung

Es ist eine Radikalkur notwendig.

Bis auf wenige Ausnahmen sollten sofort alle Verantwortlichen der ersten Linie von ihren Ämtern und Positionen zurücktreten. Das gilt insbesondere für die Aufsichtsräte Ertel, Floberg, Eghbal, Erhardt, Hunke, Klüver, Strauss und Wulff. Möglicherweise können die (stellvertretenden) Vorsitzenden Meier, Westphalen und Sattelmair als Not-AR fungieren und die Vereinsrettung und seine Umgestaltung kooperativ begleiten.
Vorstandsvorsitzender Jarchow sollte sofort zurücktreten oder seines Amtes enthoben werden und die Verantwortung für die Talfahrt übernehmen. Das Gleiche gilt für Sportdirektor Kreuzer und Cheftrainer van Marwijk unter deren Führung die Situation verschlimmbessert wurde. Entweder wird ein neuer Cheftrainer für den Rest der Saison verpflichtet oder – besser – der Assistenztrainer Coeman mit der Aufgabe betraut.
Der von den Mitgliedern gewählte Vorstand Scheel kann im Amt bleiben bis eine neue Vereinsverfassung in Kraft tritt. Er sorgt für eine reibungslose Verwaltung im Übergang.
Die Führung des Vereins übernimmt übergangsweise der bisherige Marketingvorstand Hilke bis zur Einführung einer neuen Verfassung des Vereins, deren Einführung durch eine ao. MV im Mai/Juni 2014 beschlossen wird. Dann wird entweder HSVPLUS oder eine andere Verfassung beschlossen und eine neue Führung für den Verein und/oder seine ausgegliederte Kapitalgesellschaft bestellt. Er bestellt, leitet und überwacht ein Restrukturierungs- und Übergangsteam, das aus internen und externen Experten besteht.
Andere Maßnahmen als diese Radikalkur erscheinen nicht ausreichend. Es ist ein Notfall, Rettungsmaßnahmen sind sofort und konsequent erforderlich.

Aus dem Hessischen kamen folgende Zeilen:

Hallo Blogvater Dieter, lieber Scholle, verehrte Moderatoren,

bin der Andreas aus Wiesbaden, eingefleischter HSVer seit Jahren und seit der ersten Stunde ein Leser des MATZ AB Blogs. Schön, dass für auswärtige Fans ein solcher Service geboten wird.
Hauptsächlich aktiv bin ich im Rauern-Forum, einem unabhängigen Fan-Forum.

Heute möchte aber mit dieser ersten Mail an Dieter und seinem Team einen Gedanken aufbringen, vielleicht kann er in einem Blog aufgegriffen werden:

Wenn wir doch mal ehrlich sind, hat BvM eigentlich keine Zukunft mehr beim HSV. Denn welcher angeschlagene Trainer hat denn nach einem “Sack voll Kritik” noch die Kurve bekommen? Ich denke da vielleicht mit einem neidischen Blick an Markus Weinzierl vom FC Augsburg.

Aber ich möchte gleich zur Sache kommen: Auch wenn unser Vorstandsvorsitzender heute gesagt hat (oder gesagt haben soll), dass auch bei einer Pleite gegen Berlin BvM eine Jobgarantie hat, glaube ich nicht daran, dass er auch wirklich gegen die Bayern auf der Bank sitzt. Ich schätze, dass der HSV gegen Berlin verliert und dann ein neuer Trainer her muss.

Meine Favoriten wären ja Martin Jol und Mirko Slomka, wobei es Dinge gibt, die gegen sie sprechen: Martin Jol wird sicher JETZT zu teuer sein und ist Mirko Slomka ein Retter? Ich denke noch daran, wie er 2009 / 2010 die ersten sechs (!) Spiele mit Hannover verlor. Ihn könnte ich mir ab Sommer, mit HSV plus im Rücken, wenn es um einen Neustart geht, unabhängig in welcher Liga, beim HSV vorstellen. Und ich glaube, so ganz abgeneigt wäre er nicht.

Zur Zeit aber gibt es einen Mann, der den HSV sicher retten würde: Christian Groos. Derzeit frei. War schon fast im Herbst mit Nürnberg einig, aber wegen verschiedener, unbekannter Gründe, kam es zu keiner Einigung. Er startete damals mit dem VfB Stuttgart sensationell, holte Sieg um Sieg, erst unser Ruud mit seinem Doppelpack binnen vier Minuten brachten ihm die erste Niederlage bei.

Er ist hervorragend geschult, ein Taktikfuchs seinesgleichen, irre sympathisch und ein autoritärer Typ, wie es der HSV jetzt braucht.

Deshalb lieber Dieter und Scholle: Dies ist der Mann, der den HSV retten kann! Und wenn man ihn lässt: Retten wird! Und nur darum geht es!

Also: Gebt BvM noch dieses eine Spiel, aber dann holt bitte Christian Gross!

Nur der HSV!

Gruß aus Wiesbaden

Von „Raab“ kam:

Hallo Dieter,

also ich lese nun seit ein paar Jahren hier mit und dafür erstmal danke, an solche Infos würde ich hier in Südhessen wohl sonst kaum kommen. Ich bin jetzt kein über ober Fan ,aber wenn es sich einrichten lässt schaue ich mir die Spiele im TV an und gehe hin und wieder ins Stadion. Die Optionen hierfür sind gering, kommt eigentlich nur Frankfurt in Frage oder Mainz. In Frankfurt war ich schon des Öfteren, nach Mainz komme ich zum letzten Spieltag.

Einmal habe ich es auch nach Hamburg geschafft, war allerdings eine harte Busfahrt und am Ende 24h on Tour. Naja, jetzt aber zum Thema.

Ich selbst spiele Handball und finde Fußballer ohnehin als Weicheier. Aber,…ABER ich betreibe dies als Freizeitsport und nicht mehr. Meinen Job mache ich auch und zwar zu 100 %. Wäre ich nun Profisportler, hätte also mein Hobby zum Beruf…nunja das wärs wohl. Ich sehe hier nur noch 2 Möglichkeiten.

1. Diese Mannschaft hat einfach nicht die Qualität Bundesliga zu spielen, oder….
2. Sie bringt einfach nicht die Einstellung auf den Platz die sogar ich als Amateur erreiche.

Was mir als Sportler am Training immer am wenigsten Spaß macht ist das Training ohne Ball. Bei den HSV PROFIS scheint es aber egal… Am Montag turnen wir locker über den Platz spielen ein bisschen mit dem Ball umher und sehen gut aus ,weil wir eben keine Gegner im Training haben. Bringt keinen weiter. Was solls ,wir bekommen ja unsere Kohle.

Denen würde ich den Ball wegnehmen und ein paar Laufschuhe geben. Die sollten solange im Kreis laufen bis die Sohlen abgelaufen sind. Danach Medizinbälle umher werfen, oder Panzer schieben und dann das nächste Paar Schuhe ablaufen. Am nächsten Wochenende ,wenn wieder verloren wird, wissen ja alle was kommt. Fußball spielen muss, oder kann man denen nicht mehr beibringen, zumindest nicht auf Bundesliga Niveau. Jeden Tag im Training kotzen bis zum Anschlag. Keinen Ball. Die spielen ja von Woche zu Woche schlechter. Vielleicht hätten die dann nach einiger Zeit keine Lust mehr drauf und würden sich mal so richtig den Arsch auf dem Platz aufreißen. Sonst fährt der Zug ganz schnell ab und der HSV kann nächste Saison nach Darmstadt fahren, kann ich dann auch mit dem Bus hinfahren.
Gruß Raab

Diese nachstehenden Zeilen kamen von Paul S.:

Sehr geehrter Herr Matz,
es ist schon erschreckend mit welcher Leistung diese Elf die Spiele bestreitet. Da ist es immer leicht gesagt, wenn einige Fans den Sportdirektor als Drittligasportdirektor bezeichnen, andere gleich einen anderen Trainer wollen. Der Ok hat beim KSC gute Arbeit abgeliefert, den Erfolg der Mannschaft als Aufsteiger ist sichtbar. Was beim HSV schon seit vielen Jahren nicht mehr zusammenpasst ist der ganze Kader. Wenn man ein Spielgewinnen will, dann sollte die Mannschaft während des Spiels als eine verschworene Gemeinschaft auftreten. Das heißt, es müssen alle gemeinsam kämpfen, spielen und einer für den anderen laufen und rennen. Mit viel Glück sollte diese Mannschaft noch einmal den Klassenerhalt schaffen können. Aber am Ende der Saison sollte dann diese Mannschaft zerlegt werden. Es müssen Spieler ohne Rücksicht auf Rang und Namen aussortiert werden. Hoffentlich kommt HSV Plus durch. Dann kommt vermutlich auch Geld in die Kasse und zweitens werden dann in der Führung die Zügel auch angezogen.

Einen großen Industriebetrieb kann man auch nicht von Laien managen lassen, die Führungsetage besteht auch aus Dipl.- Kaufleuten, Dipl-Ing.,
usw.. Die jetzt den Aufstand gegen HSV Plus führen wollen, denen muss man den Weitblick für die Entwicklung des Profifußballs absprechen. Mit Tradition können Kreisklassenvereine geführt werden, selbst diese Mannschaften haben schon Sponsoren. Zur neuen Spielzeit sollte beim HSV eine ganz andere Abwehr und ein besser besetztes Mittelfeld spielen. Mit dieser Abwehr ist das Ende des HSV bald da:

Es muss sich vieles im Verein von der Führung bis zur Mannschaft ändern, nur dann kann es wieder aufwärts gehen. Aber diese Aufgaben müssen wirkliche neue Fachleute übernehmen, keiner von denen die schon einmal eine Führungsaufgabe beim HSV ausgeführt haben, dann würde es im alten Stil weiter gehen. Dat hebt wi jümmers so mokt, dat mokt wi uk wieder so. Da können wir nur gute Nacht HSV sagen.

Paul S.

Von unserem „Matz-abber“ Mustang dieser Beitrag:

Die Mannschaft benötigt taktisch und mental stabilisierende Impulse von außen – es scheint, als ob BvM samt stab und OK sie nicht beitragen können – leider wahr
.
Wenn man ganz nüchtern bilanziert, haben die HSV-Verantwortlichen es letzte Woche versäumt, am Dienstag im Laufe des Tages ein intensives Videostudium und Fehleranalyse der Heimniederlage gegen Schalke und zur Vorbereitung auf die Kraichgauer durchzuführen, sowie Einzelgespräche gerade mit den Neuankömmlingen zu führen; und am Mittwoch Vormittag eine taktische Sonderschicht zum Thema Spieleröffnung und Aufbau anzusetzen.
BvM und OK sind sich uneins darüber gewesen. OK hat den Kardinalfehler begangen, Rudnevs abzugeben und steht auf verlorenem Posten. BvM, OK und auch VV CEJ wirken verbraucht und verbrannt in ihrer Rat-, Sprach- und Konzeptlosigkeit. Dass Rudnevs jetzt in zwei Partien hintereinander jeweils das 1 : 0 für seinen neuen Arbeitgeber erzielt, setzt der Fehlkalkulation dieses unglücklich planenden und unheilvollen Trios der für die Zukunft des HSV sportlich Verantwortlichen CEJ, OK und BvM die Krone auf. Wie konnten sie sich nur jemals eine solche Blöße geben? Wie konnte OK nicht auf Mindesteinsatzzeiten für Rudnevs bestehen?
.
Die Mannschaft benötigt Hilfsangebot durch das Trainer-Team und den SpoDi gleichermaßen. Der HSV muss verschiedene Systeme spielen können, um besser auf jeden noch kommenden Gegner vorbereitet zu werden, bzw. während eines Spiels die Taktik wechseln zu können; und ist traditionell mit zwei Stürmern und/oder der Doppel-6 besser gefahren. Es sind aber bisher offenbar keinerlei Anstrengungen unternommen worden, über das Standard-Repertoire des 4-2-3-1 das flache 4-4-2 einzustudieren oder meinetwegen am 4-4-2 mit Raute zu feilen. Es fehlt also an allen Ecken und Ende am taktischen Grundverständnis, obschon doch genügend Trainer-Personal beim HSV angestellt sind, solche Übungen sowie auch Einzeltraining vormittags gezielt durchzuziehen, so dass es bei der nachmittäglichen Belastung durch das Haupttraining unter Wettkampfbedingungen mit Rücksicht auf den Stundeplan des Gymnasiasten Tah bleiben kann.
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Die Erfolgslosigkeit von BvM und OK deuten darauf hin, dass es von der Kommunikation her weder in der Mannschaft noch zwischen den beiden richtig passt. Ich plädiere nach wie vor, kampfstärkere Spieler wie Kacar, Jiracek, Rajkovic und Rincon zu berücksichtigen, die heute wiederum nicht zum Einsatz gekommen sind – nicht einmal als Ersatzspieler von der Bank. Stattdessen hat man die gewohnt ineffektiven Arslan und Ilicevic reingeholt, deren Wirkung gleich verpuffte. Die Neuzugänge können es bestimmt noch nicht richten, dafür war die Eingewöhnungszeit viel zu kurz und offenbar hat man ja auch sich noch gar nicht mit ihnen intensiver befasst oder sie gar schon in die Mannschaft integriert. In der Not der Stunde wäre an eine kommissarische Übernahme des Trainings durch Felix Magath zu denken in der Hoffnung, dass er zusammen mit Holler als Co den Abstieg verhindern kann und gleichzeitig nicht der Totengräber von HSV+ wird. Mir fällt nicht mehr viel anderes an kurzfristigen Rettungsmaßnahmen
ein, denn Huub Stevens steht in Brot und Arbeit in Griechenland. Es sei denn, man möchte Martin Jol reaktivieren, der vom FC Fulham kürzlich freigestellt wurde und die Hamburger Verhältnisse bereits einigermaßen kennt.
Soweit ist es gekommen, leider!

Stefan W. schreibt:

Liebe Verantwortlichen beim HSV,

bitte zeigt Größe und gesteht euch ein, dass ihr diesem HSV nichts, aber auch rein gar nichts mehr anzubieten habt. Das wäre die einzige Chance, dass ihr so ehrlich zu euch und den Fans seid, und dieses einseht und entsprechend handelt. Allen Eltern, die ihre Familie so kaputt machen, würde man sagen: Holt euch Hilfe.
Und genau das solltet ihr auch: Holt euch Hilfe von HSV-positiv Gesinnten die noch ehrlich bereit sind zu helfen (auch wenn dieses sicherlich ständig weniger werden) und dieses auch können. Bitte, bevor es ganz zu spät ist. Es braucht jetzt kein langfristiges Konzept mehr, sondern Feuerwehrmaßnahmen für ein paar Monate. Danach brauchen wir HSV-Plus und dann ein langfristiges Konzept.

Von „Dosentoast“ kam dieser Beitrag:

Also eine Lizenz für die zweite Liga ist wohl eher unwahrscheinlich. Habe mir mal die Lizensierungsregeln der DFL angeschaut. In §8 ( von 13 Paragraphen ) ist die finanzielle Lizenz geregelt. Dieser Punkt macht 40% des Regelwerks aus. In der Anlage IX steht ausdrücklich, dass Anlagevermögen ( also die Arena ) NICHT mitgezählt wird. Der zweite große Aktivposten sind ja unsere Spieler. Aber die meisten dürften wohl keinen
Vertrag für die zweite Liga haben. Gehen die dann ablösefrei? Und die Spieler die bleiben, haben sicherlich zu hohe Gehälter für die zweite Liga. Wird man die dann überhaupt los? Nur mal eine Zahl. In dieser Saison erhält der HSV € 23,5 Mio aus den Fernsehgeldern. St. Pauli nur € 6,2 Mio.

Was ist mit den Sponsoren IMTECH und Emirates? ( beide wohl je € 6,0 Mio. pa. ) Bleiben die auch zu solchen Konditionen in der zweiten Liga? Wohl eher nicht. Vor dem Hintergrund, dass wir jährlich ca. 10,0 Mio Kreditrate fürs Stadion abzuzahlen haben und ja auch die bald fällig werdende € 17,0 Mio Fan-Anleihe ansparen müssen, erscheint mir eine Lizensierung mehr als unwahrscheinlich. Wie will man die € 2,8 Vorstandsgehälter denn überhaupt finanzieren? Ganz schlimm wird es, wenn sich unser großer Vorsitzender auf seine hanseatischen Werte berufen sollte und sagt: „Ich bin ein Ehrenmann und mein Wort gilt” und dann im März noch den versprochenen € 12,0 Mio-Bauauftrag für den Campus erteilt. Mit einer Lizenz an den HSV würde man auch all den Vereinen unrecht tun, die sich um ordentliche Finanzen bemühen. Ich glaube, der HSV geht gleich in die dritte Liga, spielt da eine Saison vor leeren Rängen und wird dann Insolvenzantrag stellen. Habt Ihr überhaupt eine Vorstellung wie hoch die Betriebskosten für die Arena sind? Und gegen einen Drittligisten bekommt man auch keine € 70,00 pro Ticket mehr. Das wird nicht funktionieren.
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Und das Schlimme daran? Was sollen dann die SC’ler tun? Einen neuen Verein suchen? Die will doch keiner mehr haben!! Ein klassisches Eigentor wegen Selbstüberschätzung.

„Randnotiz“ schreibt:

Der HSV ist ein Abziehbild der vergangenen Jahre. Es hat sich etwas angesammelt und die Faulgase kommen jetzt an die Oberfläche.
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Ich bin keiner der gegen Trainer schießt, aber die Teilnahmslosigkeit und Phrasendrescherei von BVM zeigt mir, dass er einen Job macht von dem er nicht mehr überzeugt ist und da er sich auch nichts mehr beweisen muss, ist es ihm auch egal, ob er entlassen wird oder nicht. Es hat keinen Einfluss auf seinen weiteren beruflichen Werdegang.
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Und genau diese abwartende Haltung der netten Worte spiegelt sich in der Spielweise des Teams wider.
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Mal wieder Ratlosigkeit und keiner ist da, der die Zügel in die Hand nimmt und den HSV anfängt zu führen. Jeder hofft, dass der andere diese Position übernimmt und handelt.
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Es fehlen Macher auf allen Ebenen.
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Beten! Beten! Beten, und hoffen, dass es irgendwie gutgeht.
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Natürlich habe ich auch die Schnauze voll, aber die, die das heute im Stadion gesungen haben, waren noch am 19. laut grölend aus dem Saal marschiert, weil sie alles so behalten wollen wie es ist. Ein Paradoxon.
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Ich habe die Schnauze voll und werde trotzdem dabei bleiben, weil der HSV (lieber rrose) eben kein Produkt für mich ist, der nach Einschmeißen einer Münze nach meiner Pfeife tanzt. Der HSV ist für mich Leidenschaft, Faszination und das gewisse etwas was ich eben nicht erklären kann. Einen Verein wie den HSV, der mich seit frühester Kindheit intensiv begleitet und einfach zu mir gehört, den lässt man (auch wenn man es am liebsten möchte) nicht einfach fallen.
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Hoffen das wir es schaffen und HSVPLUS endlich durchkommt und tatsächlich etwas grundlegend im HSV verändert. Mehr als dieser schwache Glaube bleibt mir aktuell nicht.
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Jeder der im HSV ein Produkt sieht, sollte sich ein anderes Projekt zulegen mit einer besseren Rendite.

PS: Am heutigen Abend ist Frank Rost zu Gast bei „HH1“ und der Sendung „Rasant“, die um 20.15 Uhr beginnt und dann mehrfach wiederholt wird, Moderator ist Uli Pingel.

Und an diesem Abend wird Euch dann „Scholle“ über das aktuelle Geschehen im und um den Volkspark herum informieren.

Nur der HSV!

****Aktualisiert****Das große Rieckhoff-Interview am Montag

20. Januar 2014

****AKTUALISIERUNG mit einigen interessanten Jarchow-Zitaten****

Liebe “Matz-abber”,

sorry, aber am Tag danach ist der Wurm bei uns drin. Aber wie! Ich hatte eben lang und breit geschrieben, warum wir noch nicht “auf Sendung” sind – wir, “Scholle” und ich, haben große, nein riesige Probleme mit unseren Laptops. “Scholle” hat heute ein “neues Ding” bekommen, er kommt damit gar nicht erst ins Internet, ich habe ein neues Programm erhalten, stellte meinen “Ersatz-Text” hier rein – und er war weg. Einfach weg! Unfassbar. Wir bemühen uns, noch etwas auf die Beine zu bringen, Ihr könnt unterdessen ein heute geführtes Interview mit Ernst-Otto Rieckhoff sehen.

Derweil ist bekannt geworden, dass der Aufsichtsrats-Boss Manfred Ertel bei der konstituierenden Sitzung nicht mehr als AR-Chef kandidieren, aber im Rat bleiben wird.

Zu derzeitigen HSV-Situation gibt es gleich bei “Rasant” auf “HH1″ eine Sendung mit HSV-Held Holger Hieronymus aus dem Rieckhoff-Team, sowie “Scholle” und Sky-Kollege Sven Töllner, Moderator ist Uli Pingel. Die Sendung beginnt um 20.15 Uhr und wird danach auch wiederholt.
So nun hoffe ich, dass der Text nicht gleich wieder weg ist . . .


Dieter hatte Glück: Der zweite Text ist nicht weg, womit ich mich spät, aber hoffentlich nicht zu spät bei Euch melde. Einen Tag nach der historischen Mitgliederversammelung bin ich noch immer positiv überrascht, wie geordnet die Veranstaltung war. Wobei an dieser Stelle auch dem Versammlungsleiter Dr. Peters ein großes Kompliment gebührt. Wobei, andererseits aber können sich viele Komplimente abholen. Axel Formeseyn für eine starke Rede, Jojo Liebnau für seine diplomatische Art mit einer Niederlage umzugehen, Manfred Ertel für seine Konsequenz – und natürlich dem Team um die Initiative HSVPlus. Und diese Glückwünsche gelten auch heute noch, morgen sicher auch – selbst übermorgen noch.

Aber dann geht es wieder los.

Holger Hieronymus hat es heute bei “rasant” schön formuliert, “ab dann tritt alles, was nicht Fußball ist, in den Hintergrund”. Worte, die ich ihm abnehme. Wahre Worte.

Dass hinter der Fassade weiter Wahlkampf betrieben wird ist logisch. Vielleicht sogar noch intensiver als vorher, wenn man beispielsweise den Ankündigungen von Jürgen Hunke glauben darf. Aber ich kann nur hoffen, dass der Wahlkampf keine wichtigen Entscheidungen beeinflusst, soll heißen, dass sich bei aller Rivalität der Strukturvertreter alle Beteiligten klar darüber sind, wie schlecht man sportlich noch dasteht und dass es für den Klassenerhalt unablässlich ist, dass alle wenigstens in dieser einen Thematik eng zusammenarbeiten. Auch der Aufsichtsrat, der sich in der kommenden Woche trifft, um über die Nachfolge Ertels zu besprechen und zu lösen. Dem Vernehmen nach ist Jens Meier der große Favorit auf den Posten.

Weiter im Amt und dazu noch mit einem klaren Bekenntnis ist Carl Jarchow, den meine Kollegen Kai Schiller und Alexander Laux heute zum Interview getroffen haben. Ein paar Auszüge aus dem interessanten Gespräch gibts hier als Blogabschluss vorab. In diesem Sinne, gute Nacht und bis morgen, Scholle

Abendblatt: Was bedeuten diese beeindruckenden 79,4 Prozent für HSVPlus nach einer Nacht des Drüberschlafens?

Jarchow: Es war die größte Mitgliederversammlung der HSV-Geschichte und eine überwältigende Mehrheit der Mitglieder von 79,4 Prozent hat sich für ein Konzept entschieden, das wir als Vorstand nun umzusetzen haben. Das ist ein sehr demokratischer Vorgang, den ich natürlich auch begrüße.

Es gab viele Gewinner, aber auch lautstarke Verlierer. Gibt es nicht doch eine Zerrissenheit im Verein?

Jarchow: Einen wirklichen Riss kann ich nicht erkennen. Es gehört zur Demokratie, dass es auch Unterlegene gibt. Und es ist doch ganz klar, dass es auf deren Seite auch Enttäuschungen und Befürchtungen gibt. Deswegen empfinde ich es auch als eine meiner Aufgaben, diese Enttäuschten auf unserem weiteren Weg mitzunehmen.

Wie sieht dieser Weg aus?

Jarchow: Selbstverständlich werden wir uns nun zeitnah darum kümmern, die entsprechenden Fachleute mit der Aufbereitung von HSVPlus zu beauftragen. Zunächst geht es nur um die Erststellung der Ausgliederungsdokumentation. Das ist kein Hexenwerk, aber man muss das Schritt für Schritt abarbeiten.

Der Antrag auf Fernwahl verfehlte am Sonntag die erforderliche Dreiviertelmehrheit. Bedauern Sie das?

Jarchow: Ich bin kein großer Anhänger von Fernwahlen. Im Prinzip war ich immer gegen Fernwahl, weil ich immer der Meinung war, dass ein Verein wie der HSV wichtige Entscheidungen in der Mitgliederversammlung verabschieden sollte. Das Einzige, was ich mir hätte vorstellen können, wäre bei einzelnen, sehr wichtigen Entscheidungen eine Briefwahl ähnlich wie bei der Bundestagswahl einzuführen.

Den Rest des sehr interessanten Gesprächs könnt Ihr in der Dienstagsausgabe des Hamburger Abendblattes lesen. Viel Spaß dabei! Training ist übrigens um 15.30 Uhr

So, nun bin ich (DM) total verzweifelt. Was hat der Internet-Gott gegen uns? Mein Text, der dritte, war auch wieder verschwunden. Unerklärlich. Es tauchten nur fünf Zeilen auf, das war es. Nun ist es mir aber doch noch gelungen, etwas zu retten – und das folgt nun noch.
Nein, ganz, ganz bitter ein solcher (Internet-)Tag.

Der dritte Versuch an diesem Montag. „So is Lebbe“, würde der „Stepi“ sagen. Aber das war schon ein bitteres Erlebnis – Text weg. Weil ich, um besonders schnell zu sein, direkt in den Blog geschrieben habe – und weg. Dann sitzt man wie ein Häuflein Elend vor dem Computer und versteht die Welt nicht mehr. Vielleicht wäre noch etwas zu retten gewesen, aber „Scholle“ war auf dem Weg in die Sendung „Rasant“, und von den Moderatoren war keiner erreichbar, weil sie bis um 21 Uhr einen Termin hatten. Ja, und dann kam das, was nicht hätte passieren dürfen. Solche Tage muss ich, der keinerlei Ahnung von solchen „Rettungsversuchen“ im Internet hat, nicht so oft haben. Das muss ich gestehen. Hoffentlich wird der Dienstag etwas angenehmer – obwohl dann „Scholle“ dran ist. Und der konnte heute nicht einmal ins Internet, weil sein Laptop neu ist und irgendetwas seinen Dienst nicht so tat, wie es hätte sein müssen. Dienstag wird er es wieder tun müssen, sonst ab in die Alster mit dem neuen „Ding“.

Ihr lieben „Matz-abber“, zunächst möchte ich Euch danken. Danken dafür, dass Ihr Euch an diesem vergangenen Sonntag so oft bei uns gemeldet habt, und dass Ihr Euch so oft ganz herzlich für diesen „Matz-ab“-Blog bedankt habt. Das tat uns so gut, ich bin beeindruckt und überwältigt, das muss ich gestehen, vielen, vielen Dank dafür. Ganz großartig war aber auch, wie viele HSV-Mitglieder sich an diesem 19. Januar 2014 auf den Weg nach Hamburg und ins CCH gemacht haben. Ich hoffe sehr, dass Ihr alle, die aus dem Süden, Westen und Osten der Republik angereist waren, gesund und auch pünktlich wieder zu Hause gelandet seid. Unglaublich und zugleich sensationell, welche riesigen Strapazen Ihr auch Euch genommen habt, um an diesem Tag dabei zu sein, wenn der HSV seine Zukunft neu gestaltet. Das war einfach nur hervorragend! Deswegen finde ich es doppelt und dreifach schade, dass Ihr nicht auch an Ort und Stelle schon belohnt worden seid: Fernwahl. Das war bitter, zweimal so knapp zu verlieren – und dann den Jubel der „Sieger“ hören und ertragen zu müssen. Welch ein Sieg? Und warum wurde ein so „erschütternder“ Sieg so enthusiastisch von der „Gegenseite“ gefeiert? Erleichterung? Angst? Schadenfreude?

Ich habe einige, ich denke sogar viele, von jenen HSV-Mitgliedern kennengelernt, die am Sonntag aus der Ferne angereist waren. Sie kamen nicht bequem aus Meiendorf, Blankenese, Langenhorn oder Lüneburg, sondern auch aus Zwickau (herzliche Grüße!), aus Bad Hersfeld, aus Forst, aus Darmstadt, aus Düsseldorf, sogar aus Italien und, und, und. Es stimmt mich traurig, dass es für diese HSVer nur ein Erfolgserlebnis gegeben hatte, wenn natürlich auch das größte und beste. Leider, leider aber muss ja festgestellt werden, dass es durchaus HSV-Mitglieder gibt, die mit vielen anderen HSV-Mitgliedern keine gemeinsame Sache machen wollen, und dass diese „besonderen“ HSV-Mitglieder schlicht und einfach nur Angst davor haben, dass eine Brief- oder Fern-Wahl dafür sorgen könnte, dass sie „ihren HSV“ total aus den Händen verlieren könnten. Mein Kommentar dazu: Zeichen der Zeit nicht erkannt.

Wie auch der HSV-Aufsichtsrat. Aus diesem Gremium wurde ja nur gegen „HSVplus“ um Ernst-Otto Rieckhoff „geschossen“. Dieses Konzept musste und sollte, so diese Räte, verhindert werden. Monatelang wurde versucht, gegen „HSVplus“ zu kämpfen, und dann dieses Ergebnis: 79,4 Prozent für Rieckhoff und Co. Ob dieser Aufsichtsrat inzwischen schon gemerkt und gerechnet hat, dass er nur für 20,6 Prozent der HSV-Mitglieder gekämpft hat? Da setzt sich das oberste Gremium des HSV so lange und so vehement für eine Minderheit ein. Zeichen der Zeit nicht erkannt, klarer Fall. Und dass dieser Aufsichtsrat an diesem Sonntag – und ganz zuletzt – dann auch keine Entlastung erhalten hat, das passte zu dieser trostlosen Vorstellung nur haargenau. Noch ein dicker Denkzettel. Aber ob all diese Denkzettel ausreichen? Da habe ich meine allergrößten Zweifel. Irgendwie wird an dieser (eigentlich entscheidenden) Stelle im Verein nichts gemerkt . . . Schade.

Dass sich der Aufsichtsrats-Boss Manfred Ertel bei der konstituierenden Sitzung (kommende Woche) des Kontroll-Gremiums nicht zur Wiederwahl als AR-Chef stellt, das war schon vorher vermutet worden, dass er Mitglied des Rates bleiben will, ist dagegen schon äußerst bemerkenswert. Zeichen der Zeit . . . Die hatte der Herr Ertel offenbar schon vor der Versammlung erkannt, er will seinen Rückzug schon einige Tage zuvor beschlossen und nur noch nicht verkündet haben . . .

Die Zeichen der Zeit hatte zum Glück noch der Vorstand erkannt. Wobei vor allem Joachim Hilke zu nennen ist, der ohne Rücksicht auf sein Amt und seine Position seine Sicht der Dinge schilderte. Schonungslos, kompromisslos, ehrlich. Ich weiß nicht, die wievielte Jahreshauptversammlung des HSV es für mich war, aber ich weiß eines: Ganz, ganz selten hat mich eine Rede mehr beeindruckt und begeistert, als dieser Hilke-Vortrag. Der enthielt alles, was es zur derzeitigen Situation des Clubs zu sagen gibt und gab, alles. Und ich werde so schnell nicht vergessen, mit welchen ungläubigen Blicken auf dem Podium diese Rede verfolgt wurde. So mancher Mund ging vor Erstaunen nicht mehr zu . . . Joachim Hilke und auch Vorstands-Chef Carl-Edgar Jarchow, die monatelang zu etwaigen Struktur-Änderungen geschwiegen hatten, die hatten sie erkannt – die Zeichen der Zeit. Dankeschön.

Ich danke auch den „Ehemaligen“, die gemeinsame und gute Sache mit Ernst-Otto Rieckhoff machen. Dass Horst Hrubesch (aus der Nähe von Uelzen), Ditmar Jakobs, Holger Hieronymus und Thomas von Heesen anwesend waren, das war ein richtiges und wichtiges Zeichen. Meine ganze Hoffnung liegt auf den Schultern der 83er-Helden, die mit ihrem Sachverstand dafür sorgen werden, dass sich die Fehlentscheidungen im HSV minimieren. Ganz sicher wird es so sein, und nun hat der Club die Gelegenheit dazu bekommen, dass es endlich so wird. Der HSV wird endlich und wirklich ein „richtiger“ Fußball-Profi-Verein, davon bin ich seit dem 19. Januar 2014 restlos überzeugt.

Zum Schluss möchte ich noch zwei besondere Dinge hervorheben. Ihr werdet, sofern Ihr es noch nicht gesehen und gelesen habt, hier ein ausführliches Interview mit Ernst-Otto Rieckhoff sehen können. Darin spricht der Sieger vom Sonntag über die Zukunft des Clubs, über seine Zukunft und darüber, wie es nun weitergeht mit „HSVplus“. Es ist sicher sehenswert.

Und dann möchte ich doch noch schnell einmal sportlich werden. Ein kurzer Rückblick auf das Basel-Spiel sei mir gestattet, denn ich frage mich, ob ich eine Sache richtig deute, ob ich sie richtig wahrgenommen habe. Als in der 64. Minute (so glaube ich) Heiko Westermann eingewechselt wurde, da brandete lauter Beifall auf, besonders aus dem Norden. Habe ich das richtig gehört, deute ich das richtig- oder ist das nur Wunschdenken? Es wäre in meinen Augen auch ein richtiges und ein richtig gutes Zeichen, wenn nun auch der letzte HSV-Fan erkennen würde, dass es nichts bringt, einen „eigenen“ Spieler auszupfeifen. Es wäre wunderbar, wenn ich tatsächlich „richtig“ gehört und wahrgenommen hätte. Wenn dem so ist, dann danke ich auch dafür ganz, ganz herzlich. Weiter so.

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