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Rudnevs und Cleber nur auf der Tribüne!

18. Oktober 2014

Sie müssten an diesem Sonntag alle hellwach sein, die HSV-Profis, vor allem um 15.30 Uhr. Damit der Rhythmus stimmt, hat HSV-Trainer Joe Zinnbauer nun zweimal in Folge um 15.30 Uhr trainieren lassen, dann morgen der Anstoß um diese Zeit – und dann soll es rund gehen. Es bleibt ja nichts unversucht . . . Heute waren die Spieler alle zur rechten Zeit „heiß“. Besonders zu jenem Zeitpunkt, als gegen 16 Uhr das Abschluss-Spielchen begann. Meine Herren, war das laut. Da wurde sich angebrüllt, angeschrien, motiviert – so laut war es lange nicht mehr im Volkspark. Jeder war tatsächlich hellwach, und mittendrin – nicht nur dabei – war Joe Zinnbauer, der seine Mannschaft immer wieder antrieb. Schön zu sehen, schön zu hören. Hoffentlich geht das morgen genauso gut – hoffentlich.

 

„Zeigen, zeigen, zeigen.“ Oder: „Stellen.“ Und: „Positionen einnehmen!“ Dazu: „Schneller, schneller, schneller.“ Auch: „Nachschieben, nachschieben“, war zu hören. Zinnbauer trieb seine Mannen an, unaufhörlich. Aber er verteilte auch Lob, wenn es angebracht war. Gab es gute und schnelle Spielzüge, dann war der Coach verbal zur Stelle und verteilte Schmuse-Einheiten. Alles zu seiner Zeit – das macht der Trainer schon klasse. Und es ist in der Tat immer noch und immer wieder davon zu sprechen, dass jetzt im Volkspark ein ganz anderes Klima herrscht. Es muss nun – oder sollte – auch auf dem Rasen und dann morgen gegen Hoffenheim erkennbar sein. Gibt es den zweiten Sieg in Folge, den es so lange schon nicht mehr gegeben hat?

 

Auch heute ließ Zinnbauer in der Anfangsformation Rafael van der Vaart im zentralen Mittelfeld spielen. Rechts neben ihm Nicolai Müller, links neben dem Niederländer Lewis Holtby. Und vorne Pierre-Michel Lasogga. Auf der Doppel-Sechs Tolgay Arslan und Valon Behrami, in der Viererkette natürlich Dennis Diekmeier, Johan Djourou, Heiko Westermann und Matthias Ostrzolek, dahinter das heutige Geburtstagskind, Jaroslav Drobny. Der Tscheche wurde heute 35 Jahre jung – und musste an diesem Tag ganz schön hart ran. Torwarttrainer Stefan Wächter nahm keine Rücksicht auf den Geburtstag und scheuchte die Torhüter (Alexander Brunst und Johannes Kreidl) richtig nach allen Regeln der Kunst.

 

Drobny ist schon ein Phänomen. Er redet seit Jahren schon nicht mehr mit der Presse, aber trotz allem wird er von allen gemocht. Ich kenne niemanden, der einen „Rochus“ auf den HSV-Keeper hat, ganz im Gegenteil, sie schätzen ihn alle als großartigen Torwart, und ein feiner Kerl ist er ohnehin – trotz des großen Schweigens. Herzlichen Glückwunsch, „Jaro“. Und dazu morgen möglichst noch ein Spiel ohne Gegentor, das wäre es doch.

 

Um einen eventuell zusehenden Hoffenheim-Spion zu verwirren, änderte Joe Zinnbauer die Stamm-Formation nach einer Halbzeit. Marcell Jansen und Julian Green tauschten sich in die A-Elf, die dann van der Vaart und Lasogga verlassen mussten. Das aber dürfte wahrscheinlich nur deshalb geschehen sein, um sich nicht vorher schon in die Karten sehen zu lassen. Einen kleinen Schreck-Moment gab es dann noch gegen 16.13 Uhr, als Lasogga (nach einem Duell mit Johan Djourou?) plötzlich am Boden lag und vor Schmerzen mehrfach mit der Faust auf den Rasen schlug. Aber nach zwei Minuten ging es weiter – ohne Einschränkung, Einsatz morgen nicht gefährdet. So jedenfalls sah es beim Trainingsende um 16.40 Uhr aus.

 

Das B-Team spielte, um das schnell noch aufzuklären, mit Alexander Brunst; Ashton Götz, Gojko Kacar, Cleber, Slobodan Rajkovic; Matti Steinmann, Petr Jiracek; Valmir Nafiu, Zoltan Stieber, Marcell Jansen; Julian Green. Später dann die schon beschriebenen Wechsel. Ich lege mich aber nun fest: Rafael van der Vaart wird morgen in der Anfangsformation stehen. Ich gehe fest davon aus. Zum Abschluss des Spiels schoss – ganz nebenbei – Julian Green ein sehr schönes Tor – für das A-Team. Könnte er morgen am besten gleich wiederholen.

 

Am Rande dieses Tages war auch einiges los. Bereits um 15.05 Uhr kamen Reha-Coach Markus Günther und der angeschlagene Ivo Ilicevic aus der Kabine – mit zwei Bällen. Der ehemalige Lauterer trainierte dann bis 15.55 Uhr mit dem Ball – und das sah auch schon recht gut und flüssig aus. Lange kann es nicht mehr dauern . . . Und ebenfalls am Rande (von den Offiziellen sah diesmal Direktor Profi-Fußball, Peter Knäbel, zu) bewegten sich während des Abschluss-Spiels zwei andere Spieler: Artjoms Rudnevs und Kerim Carolus (unter der Anleitung von Markus Günther). Letzterer kommt aus der Zweiten, ist Abwehrmann und 20 Jahre alt. Dass er nicht am Spiel teilnahm, ist schon klar, etwas überraschender ist der Verzicht auf Rudnevs.

 

Schon gestern war der Lette „außen vor“, als gespielt wurde, heute wieder. Das ist ein Zeichen, das unübersehbar für ihn ist. Er muss wohl deutlich zulegen, er muss sich im Training mehr anbieten, viel mehr reinhängen. Dem guten „Rudi“ wird ja bescheinigt, dass er topfit sei, aber er macht nichts mehr draus. Er kann sich natürlich nur im Training zeigen und eventuell aufdrängen, aber das misslingt ihm – wenn er es denn will. Mir gefiel er schon im Spiel gegen die U23 nicht, das mit 3:0 gewonnen wurde. Rudnevs war in diesem Test quasi nicht zu sehen, und das wird Zinnbauer nicht entgangen sein. Nun will der Coach seinen „verhinderten“ Torjäger vielleicht ein wenig „kitzeln“ – oder auch nur aufwecken.

 

Im Kader für das morgige Spiel fehlt Rudnevs, das war keine Überraschung mehr. Es fehlen weiter Rajkovic, Steinmann und, man höre und staune, auch der Brasilianer Cleber. Oha, noch so ein Denkzettel. Vom Neuzugang kommt auch zu wenig, er muss ebenfalls viel besser werden. Dagegen ist Kacar mit im Kader, und Ashton Götz. Bravo! Der junge Mann aus der Zweiten spielt sich seit Wochen mehr und mehr in den Vordergrund – und irgendwann wird er in dieser Mannschaft stehen. Das steht für mich jetzt schon fest. Allerdings für wen? Das wüsste ich im Moment noch nicht, denn eines ist unübersehbar: Dennis Diekmeier befindet sich in sehr guter Verfassung und dürfte so schnell nicht aus der Mannschaft fliegen. Dazu besteht zurzeit keinerlei Veranlassung, muss man mal klar und deutlich sagen.

 

Erstaunlich, das muss ich auch schnell noch erwähnen, ist für mich, dass „Slobo“ Rajkovic nach seinem Kreuzbandriss schon wieder so gut mitmischt. Das hätte ich im Sommer noch nicht vermutet, da dachte ich eher, dass er erst im nächsten Jahr wieder zur Mannschaft stoßen würde – aber Rajkovic ist gut in Schuss, wirkt schlanker und beweglicher als noch vor seiner schweren Verletzung. Er dürfte schon bald eine vollwertige Alternative für Joe Zinnbauer sein. Es geht also auch personell wieder bergauf – hoffentlich auch in Sachen Punktekonto an diesem Sonntag.

 

So, das war der Sonnabend im Volkspark in groben Zügen. Morgen sind bei „Matz ab live“ zwei ehemalige Profis zu Gast. „Scholle“ und ich, wir freuen uns auf Bastian Reinhardt und den (verletzten) Mann aus der Zweiten, Fabio Morena. Und wir würden uns freuen, wenn Ihr wieder so zahlreich wie zuletzt immer „einschalten“ würdet. Und, man kann es nicht oft genug wiederholen, dann möchte ich noch einmal (aber nicht zum letzten Mal) an den Termin des nächsten „Matz-ab-Treffens“ erinnern: Am 31. Oktober (Freitag), am Tag vor dem Leverkusen-Spiel, treffen wir uns um 19 Uhr im HSV-Restaurant „Anno 1887“ in Norderstedt, HSV-Anlage Ochsenzoll.

 

PS: Tabellenletzter wird der HSV an diesem Wochenende nicht mehr – dieser Spieltag hat gezeigt, dass sich auch andere Mannschaften Klatschen in München abholen können, nicht nur der HSV!

 

18.14 Uhr

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