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0:0 – weil Drobny einen Elfmeter hält

13. Dezember 2014

Immerhin nicht verloren. Der HSV entführt einen Punkt vom SC Freiburg – 0:0. Es traten einmal mehr die bekannten Offensiv-Schwächen des HSV auf, selten einmal lagen in diesen 90 Minuten HSV-Tore in der Luft. Trotz der Tatsache, dass Trainer Joe Zinnbauer auch diesmal wieder mit Lasogga und Rudnevs zwei Spitzen aufgeboten hatte. Glück für den HSV bereits nach Sekunden, als es Elfmeter für Freiburg gegeben hatte, Jaroslav Drobny aber den Schuss von Darida abwehren konnte. Es war die beste Tormöglichkeit der Freiburger. Der HSV, für den diesmal kaum ein Abstiegskonkurrent gespielt hat, muss nun am Dienstag im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart versuchen, mit einem Dreier weiter aus der Gefahrenzone zu kommen. Es bleibt spannend – und es bleibt weiter hart, dort unten!


 

Das Spiel begann mit einer unfassbaren Szene. Nach 20 Sekunden. Unglaublich. Ronny Marcos will einen Ball aus dem Strafraum schlagen, sieht nicht, wie von hinten der Freiburger Klaus hochspringt – Marcos senst Klaus um. Wobei der Sohn des ehemaligen HSV-Profis Fred Klaus nicht mehr wollte, als diesen Elfmeter. Und als er dann getroffen war, da telefonierten die Freiburger sofort nach dem Rettungshubschrauber. Es sah spektakulär aus, als Zuschauer musste man das Schlimmste befürchten, sogar das Ableben stand kurzfristig zur Diskussion. Apropos Diskussion: Schiedsrichter Wolfgang Stark unterhielt sich in seinem 300. Bundesliga-Spiel mit seinem Kollegen an der Linie, dann waren sich beide einig: Elfmeter. Einen schlechteren Auftakt kann sich keine Mannschaft wünschen – aber wenn man unten steht. Und wer jetzt ganz tief in der Materie steckt, der weiß, was WM-Held Andreas Brehme einst zu einer solchen Situation mal gesagt hat . . .

 

Wir haben ja gleich bei „Matz ab live“ zwei HSV-Größen bei uns, einer von beiden, wir lösen das gleich auf, sagte, während Klaus mit einer „Von-Mund-zu Mund-Beatmung“ ins Leben zurückgeholt wurde, und während Stark mit dem Linienmann plauderte, der HSV mit allem, was Beine hatte, protestierte: „Die sollen nicht lange diskutieren, er soll den Elfmeter halten – und gut ist.“ Kurios: Als die Mannschaften einliefen, wir alle den Schiedsrichter-Jubilar sahen, entfuhr es diesem ehemaligen HSVer: „Na, dann sehen wir ja heute – wie zuletzt in Augsburg – auch wieder einen schönen umstrittenen Elfmeter gegen den HSV . . .“ Er hatte es kaum ausgesprochen.

 

Jaroslav Drobny aber tat, wie ihm von unserem Tisch „befohlen“ er hielt den Strafstoß, den Darida zu schwach geschossen hatte. Und zu Marcos sei gesagt: Er hätte diesen Tritt vermeiden können, wenn er dem Ball entgegen gestiegen wäre – und weggeköpft hätte. Zur Ecke oder wohin auch immer. Warten auf einen solchen Ball, das ist immer verkehrt, in der Ersten Liga ohnehin. Aber das wird ihm Trainer Joe Zinnbauer sowieso noch erklären. Wenn er es nicht schon jetzt gemacht hat.

 

Nach diesem Elfmeter „berappelte“ sich der HSV schneller als die Hausherren, die mit Karim Guede einen ehemaligen Spieler der HSV-Zweiten im Sturm aufgeboten hatten. Guede war gegen den starken Cleber meistens zweiter Sieger. Und da es ansonsten kaum gute oder vielversprechende Angriffe der Breisgauer gab, verlebte Drobny nach der Schrecksekunde am Anfang einen relativ geruhsamen Nachmittag. Erstmalig wurde der Tscheche in der 50. Minute geprüft, als er einen Kopfball von Schmid überragend abwehrte.

 

Der HSV hatte das Spiel eigentlich im Griff, nach vorne hin aber tat er sich schwer. Wie immer in dieser Saison. Der erste Schuss des HSV auf das SCF-Tor erfolgte in der 27. Minute. Valon Behrami zog aus 22 Metern a, der Ball flog aber genau auf Torwart Bürki. Harmlos. Aber immerhin ein Versuch.

 

Kurz zuvor hatte der HSV einen Elfmeter reklamiert. Kempf war die Kugel an den Arm geflogen, aber einer unserer Gäste kommentierte es fair: „Wenn das Elfmeter ist, dann gibt es in jedem Spiel fünf.“

 

In der 30. Minute die zweite gute Offensiv-Aktion des HSV. Pierre-Michel Lasogga marschiert mit der Kugel ab, ballert dann aus 22 Metern in den Nachthimmel. Schade, schade, da war mehr möglich, denn neben ihm wäre Artjoms Rudnevs frei gewesen. Der Lette kurvte in der 35. Minute von links zur Mitte, zog aus 20 Metern ab, aber vorbei. Trotz allem: Im „Champs“ wo wir gleich mit „Matz ab live“ starten, erhoben sich einige HSV-Fans und klatschten begeistert Beifall. Warum nicht?
Halbzeit.

 

Die Freiburger kamen besser aus der Kabine. Der HSV fand nach vorne kaum noch statt. Elfmeter oder nicht Elfmeter hieß es dann in der 58. Minute. Dennis Diekmeier flankte von rechts, Kempf spritzte dazwischen und bekam den Ball an den rechten Arm. Der HSV protestierte, aber Wolfgang Strak blieb stark – kein Elfmeter. Und dann doch einmal der HSV. Über rechts. Nicolai Müller wollte den Ball von rechts (am Fünfmeterraum) zur Mitte befördern, Kempf wieder dazwischen – und plötzlich tanzte der Ball auf der Freiburger Latte. Aber er fiel eben nicht ins Tor (63.). Pech.

 

Bei den Freiburgern kam für den ehemaligen HSVer Guede der ehemalige HSVer Schahin. Aber besser wurde der Sport-Club nicht, im Gegenteil, der HSV kam wieder zurück ins Spiel, gestaltete das Geschehen offen.

Aufregend wurde es nur noch einmal, als der Linienrichter ein klares Abseits des Freiburgers Zulechner übersah. Unfassbar. Es gab Eckstoß, dabei stand der Mann aus Freiburg auf der Torauslinie. Drobny war auch nach dem Eckstoß nicht zu beruhigen. Wohl aber nach dem Schlusspfiff.

 

Der HSV spielte mit: Drobny; Diekmeier, Djourou, Cleber , Marcos; Behrami; van der Vaart (ab 65. Min. Jiracek); Müller (ab 71. Min. Gouaida), Holtby; Lasogga (90.+2 Stieber), Rudnevs.

 

Die Einzelkritik:

 

Jaroslav Drobny bot wieder eine ruhe und erstklassige Leistung.

 

Dennis Diekmeier war viel unterwegs, hatte viele gute Szenen – Note drei.

 

Johan Djourou war der beste Abwehrmann, an ihm kam keiner vorbei. Note zwei.

 

Cleber bot wieder eine sehr gute Leistung, er ist die Entdeckung kurz vor dem Jahreswechsel – Note zwei.

 

Ronny Marcos verursachte erst den Elfmeter, dann beschäftigte er sich wohl zu lange damit. Etliche Fehlpässe, und auch einige Probleme mit Klaus.

 

Valon Behrami opferte sich im Dienste der Mannschaft auf, er schmiss sich in alles hinein, was nach Freiburger Angriff aussah. Note drei.

 

Rafael van der Vaart lief wieder viel, fand aber spielerisch nicht in die Partie. Er kann es besser. In der 65. Minute früh raus.

 

Nicolai Müller wollte, aber er fand eigentlich kaum einmal statt. In der 71. Minute ausgewechselt – da muss mehr kommen.

 

Lewis Holtby ist als Spätstarter bekannt, diesmal aber fand er nie so richtig zu seinem Spiel. Da muss ebenfalls viel mehr kommen. Trat in der 93. Minute am Ball vorbei, als ein Tor möglich gewesen wäre.

 

Artjoms Rudnevs bemühte sich, aber der Knoten wollte diesmal nicht platzen.

 

Pierre-Michel Lasogga siehe Rudnevs. In der Nachspielzeit raus.

 

Petr Jiracek (ab 65. Min. für van der Vaart) war auf Anhieb „drin“, er ist auf dem Weg zu seiner früheren Form – die er vor dem HSV hatte.

 

Mohamed Gouaida (ab. 71. Min. für Müller) mischte noch gut mit.

 

Zoltan Stieber (ab 90.+2 für Lasogga) ließ noch einige Sekunden von der Uhr runterlaufen.

 

PS: Wir sind gleich wieder aus unserem Auswärtsspiel-Heimspiel-Restaurant „Champs“ (Holsteiner Chaussee, Schnelsen/Burgwedel) mit „Matz ab live“ zur Stelle. „Scholle“ und ich freuen uns auf Euch, wir werden dann natürlich über das Spiel in Freiburg sprechen. Unsere Gäste sind Nationalspieler Marcell Jansen, der nach einer Verletzung um den Anschluss kämpft, und „Altmeister“ Carsten Kober, der Mann, der in Hamburg die Grätsche hoffähig gemacht hat.

 

PSPS: Noch eine kleine Anmerkung muss ich loswerden. Und zwar zum Uwe-Seeler-Gewinnspiel-Buch. Ich bin immer noch total begeistert, wie viele „Matz-abber“ teilgenommen haben – und dass ich so viele wunderbare Postkarten erhalten habe. Überragend dabei die Uwe-Seeler-Karte von Guido aus Sinzig. Vielen, vielen Dank für alle, das muss ich ganz einfach noch einmal schreiben, die daran teilgenommen haben – toll, einfach nur toll. Ich wünsche Euch und Euren Lieben weiterhin eine schöne Vorweihnachtszeit und einen stressfreien dritten Advent.

 

17.32 Uhr

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