Archiv für das Tag 'Hinz und Kunzt'

Arnesen – nett, höflich und unverbindlich

2. Juni 2012

Diese Woche war ich im Osten. Erst Magdeburg, dann Leipzig. Weil ich es dort spannend finde. Nämlich zu sehen, wie sich der Osten entwickelt. Toll. Besonders Leipzig ist eindrucksvoll. Rein zufällig fand da auch das Länderspiel gegen Israel statt, und darauf werde ich auch noch kurz eingehen. Zuerst aber das Wichtigste – was ich „vor lauter Leipzig“ fast vergessen hätte:
Der Matz-abber “Altona” schrieb:

Heute erledigte ich wie immer meinen wöchentlichen Großeinkauf bei Penny in der Kieler Straße. Wie jeden Samstag wartete nach dem Einkauf der Hinz-und-Kunzt-Verkäufer neben dem Einkaufswagensammelplatz auf Käufer des Straßenmagazins. Ich gab ihm wie immer 50 Cent mit der Ausrede, dass ich das Magazin schon an anderer Stelle gekauft hätte. Der Verkäufer
entgegnete mir sofort, dass das unwahrscheinlich sei, da das aktuelle Magazin erst gestern erschienen sei und zudem diesmal übrigens 28 Seiten EM-Sonderbeilage enthielte.

Schlagfertig wie ich bin, wusste ich zu antworten, dass ich schon alles über die kommende Fußball-EM wüsste, da ich fast alle Sonderausgaben der Fußball-Presse im Zeitschriftenkiosk
Eppendorfer Weg gekauft hätte. Doch der Hinz-und Kunzt-Verkäufer gab sich noch nicht geschlagen und holte seine letzte Trumpfkarte aus dem Ärmel. „Die Ausgabe enthält auch einen zweiseitigen Artikel des bekannten Abendblatt-Sportreporters Dieter Matz”, warf er mir in der Hoffnung zu, dass ich den Namen schon einmal gehört hätte. Volltreffer. Na, da hatte er
einen gelandet.

„Ok”, meinte ich, „Sie haben mich überzeugt, ich nehme die Zeitung”. Er gab mir – korrekt wie er war, die 50 Cent zurück und ich gab ihm 2 Euro für das Magazin, dass zum Preis von 1,90 Euro angeboten wird.

Damit hatte der Verkäufer also statt 50 Cent 1,10 Euro verdient, denn von jedem verkauften Magazin dürfen die Hinz-und-Kunzt-Verkäufer einen Euro für sich behalten.

@Dieter, ich finde das einfach ganz große Klasse, dass Du Dich für sozial Schwächere engagierst. Deinen zweiseitigen Artikel habe ich natürlich gleich verschlungen, will aber nicht auf Details eingehen, vielleicht wird ja noch der eine oder andere Matz-abber neugierig und hat auch 1,90 Euro übrig. Nur soviel: Natürlich plaudert Dieter u. a. auch über den Spieler, der nach Meinung vieler Matz-abber Dieters Lieblingsspieler war . . . Ihr wisst schon, wen ich meine, oder?

Danke, lieber „Altona“, Du hast mich gerettet. Und auch ich werde mir dieses Heft von „Hinz und Kunzt“ – selbstverständlich – noch kaufen.

So, womit nun anfangen? Mit dem Erfreulichen? Genau, mit dem Erfreuliche. Der HSV verkauft Dauerkarten wie geschnitten Brot. Wahnsinn! Und großartig zugleich. Ich finde es einfach nur super, wie die HSV-Fans zum Verein, zu ihrer Raute, halten. Phänomenal! Ich hätte es nie gedacht, denn gegen Ende der vergangenen Saison blieben ja schon viele (Dauerkarten-)Plätze im Volkspark leer. Aus Protest gegen den Fußball, der dort geboten wurde. Ich kenne etliche Fans, die sich das nicht mehr antun wollten. Und nun das! Es ist unfassbar für mich, und nun hoffe ich, dass sich auch so mancher Logen-Inhaber doch noch auf seine heimliche und große Liebe besinnt – nämlich den HSV.

Wir haben doch schon so manches Tief durchlitten, und wir sind doch alle immer wiedergekommen. Jetzt, wo es ja wirklich nicht mehr schlechter geht, jetzt sollten wir zusammenstehen und gemeinsam dafür sorgen, dass es wieder bergauf geht. Der Anfang ist von euch, ihr treuen Fans, gemacht, nun heißt es auf allen Ebenen nachzusetzen, damit der Aufschwung keine Utopie bleibt.

Und ich bin nicht als Nepper, Schlepper, Bauerfänger vom Herrn Jarchow eingekauft worden, das möchte ich mal betonen, es ist meine innerste Überzeugung, dass es nur so geht, wie ich es beschrieben habe. Anders wird das nichts.

Apropos Carl-Edgar Jarchow. Seit dem Interview, das ja am Mittwoch und Donnerstag hier veröffentlicht wurde, hatte ich keinen Kontakt mehr zum HSV-Klub-Chef. Ich hoffe mal, dass alles in Ordnung war, dass es von Jarchows Seite aus keine Beanstandungen gab. Wenn, dann werde ich es ja demnächst hören. Von den Beiträgen her war es ja wohl so, dass der Mittwoch gelobt und der Donnerstag eher zerrissen wurde. Damit kann ich leben – und der Herr Jarchow liest es ja ohnehin nicht, was in Foren anonym über ihn geschrieben wird. Ich kann nur jedem, wirklich jedem Matz-abber sagen, dass Carl-Edgar Jarchow dieses Interview ganz gelassen über sich ergehen ließ, und dass er in jeder Lage auch absolut souverän war und blieb. Das habe ich schon ganz anders erlebt, deswegen von hier aus und an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank, Herr Jarchow. Und viel Glück und ein gutes Händchen für die nächste Saison. Könnten wir alle wohl ganz gut gebrauchen.

So, schnell noch zum Abstecher nach Leipzig. Es war nach langer Zeit das erste Länderspiel, das ich nur aus Jux und Dollerei besuchte, ohne arbeiten zu müssen. Was zur Folge hatte, dass ich nicht nur (gemeinsam mit Frau M.) ganz entspannt auf der Tribüne sitzen konnte, sondern auch mit vielen interessanten Leuten noch einige Worte wechseln durfte. Zum Beispiel mit gleich einigen Spielerberatern, die natürlich zahlreich vertreten waren. Und da hatte ich gleich eine ganze Batterie von Fragen, ist doch klar – so richtig privat ist man ja doch nie.

„Welche Leute kommen zum HSV? Ich möchte Namen wissen.“ Natürlich erhielt ich keine Auskunft. Da will sich niemand das Geschäft kaputtmachen lassen. Dennoch gab es einige Sachen, die mich erstaunten. Zum Beispiel fragte ich einen Herrn, was denn nun an Schalke und Rafael van der Vaart sei. Und die Antwort überraschte mich: „Schalke will zwar, aber meiner Meinung nach kann Schalke sich weder einen van der Vaart erlauben, noch einen Eljero Elia. Klappern gehört zum Handwerk, aber Schalke hat noch weniger Geld in der Kasse als der HSV . . .“ Da kam doch wieder ein wenig Hoffnung bei mir auf.

Und der HSV? Was macht der HSV? Ein Spielerberater: „Der HSV kommt nicht so recht in die Hufe. Und ich weiß nicht, woran das liegt? Sind die so unentschlossen, weil sie noch nicht wissen, welcher Spieler doch noch bleiben? Oder liegt es nur am fehlenden Geld, was ich nicht glaube? Ich weiß es nicht.“ Meine Frage, wie sich der Herr Arnesen denn so macht, wurde wie folgt beantwortet: „Er ist unglaublich nett und höflich, aber total unverbindlich. Er lässt sich nie in die Karten schauen.“ Und als das gesagt wurde, gesellte sich noch ein weiterer Spielerberater zu uns. Und der pflichtete seinem Kollegen sofort bei: „Wenn ich ihm einen Spieler anbiete, dann sagt er immer sofort: ‚Guter Mann, wirklich, das ist ein sehr guter Mann, ganz bestimmt . . .’ Aber mehr sagt er auch nicht. Und es kommt auch weiter nichts von ihm.“
Eben nett, höflich und total unverbindlich. Zum Wochenbeginn kehrt Frank Arnesen von seinem Kurz-Urlaub aus Spanien wieder zurück nach Hamburg, und dann wird er sicher weiter am HSV 2012 basteln. Wie es heißt, stehen die Vertragsverhandlungen von Marcell Jansen und Tolgay Arslan ganz oben auf dem Programmplan. Und weitere Verpflichtungen? Da gib es ja noch so viel Zeit . . .

Erst einmal ist EM. Und da gibt es ja für Bundestrainer Jogi Löw noch viele, viel Probleme. Als ich da oben auf der Leipziger Tribüne saß, dachte ich auch unwillkürlich an den HSV. Nicht deshalb, weil mit Dennis Aogo der Hamburger im DFB-Aufgebot fehlt, sondern weil es ja eine Menge Fragezeichen gibt. Fragezeichen, die auch oft in Hamburg zu sehen und zu erleben waren. Mit Schweinsteiger, Götze, Klose und Mertesacker gibt es gleich vier „Wackelkandidaten“ im DFB-Kader, alle sind auf ihre Art ein „Überraschungs-Ei“, denn niemand weiß zum jetzigen Zeitpunkt, was sie wirklich bringen werden. Mich erinnert das alles auch ein wenig an die WM 1982 in Spanien. Okay, ist schon lange her, aber damals gab es mit Karl-Heinz Rummenigge auch einen angeschlagenen Spieler, der in jedem Spiel dabei war, aber höchsten bei 70 oder 80 Prozent. Trotz allem setzte Bundestrainer Jupp Derwall immer wieder auf den Münchner – sehr zum Ärger einer Mitspieler. Und auch zum Ärger viele Fans, die nämlich glaubten, dass Deutschland mit einem Spieler, der bei 100 Prozent gewesen wäre, noch besser gewesen wäre – als mit einem Rummenigge mit 70 oder 80 Prozent.

Und jetzt gibt es gleich vier Spieler im deutschen Aufgebot, die noch nach ihrer Form suchen – weil sie längere Zeit verletzt waren. Hat Löw zu viel gewagt? Ist er ein zu großes Risiko eingegangen? Zum Beispiel der „Fall“ Götze/Draxler. Löw hat Götze mitgenommen – ich hätte es umgekehrt gemacht. Oder Schweinsteiger? Wird er der neue „Rummenigge“?
Aber gut, wir werden es nun abwarten müssen, zu ändern ist jetzt ohnehin nichts mehr.

Dennoch erinnert mich diese Problematik auch in vielen Facetten an den HSV. Als zum Beispiel Armin Veh HSV-Trainer war, hatte er einst, so um die Weihnachtszeit, die Faxen dicke. Er kündigte für das nächste Spiel an: „Ab jetzt spielen nur die Spieler, die auch in der Lage sind, 90 Minuten zu laufen und zu kämpfen.“ Sollte heißen: Keine Rücksicht auf große Namen, die eventuell angeschlagen sind oder es waren, dafür junge, hungrige und frische Kräfte rein.

Veh hatte es öffentlich angekündigt, aber was helfen alle noch so guten Vorsätze, wenn die junge, hungrigen und frischen Kräfte dann doch nicht die Erwartungen des Trainers erfüllen? Wenn es keinen HSV-Erfolg gibt? Dann verfährt (und verfuhr) jeder HSV-Trainer doch lieber so: „Was stört mich mein Geschwätz von gestern . . .“ Dann werden eben doch die älteren, erfahrenen Kräfte gebracht, egal ob sie beim 100 oder nur bei 80 Prozent sind. Denn in der Öffentlichkeit wird auch jener (HSV-)Trainer zerrissen, der große Namen draußen lässt um dann mit den unbekannten Talenten zu verlieren. Da sind dann die Experten, die Fans und auch die Journalisten, das will ich gar nicht verhehlen, unerbittlich – dann hagelt es Kritik am Trainer.

So wie es einst Armin Veh gemacht (und angekündigt) hat, so gab es in der jüngeren Vergangenheit noch manchen HSV-Coach, dem auch irgendwann einmal die Hutschnur platzte – weil die Leistungen der Arrivierten nicht stimmten. Letztlich aber sind sie alle immer wieder zu ihren namhaften Spielern zurückgekehrt, was ganz offenbar das geringere Risiko ist.

Mit Blick auf diese EM bin ich sehr gespannt, ob Löw mit Schweinsteiger, Mertesacker, Götze und Klose mehr Glück haben wird. Wer meine Meinung dazu hören (oder lesen) will: ich glaube nicht, dass das alles gutgehen wird. Aber wenn „Scholle“ das jetzt liest, wird er wieder sauer sein – weil ich stets eher Pessimist als Optimist bin.

Nun bin ich für heute schon fast wieder am Ende. Sommerpause eben. Ich habe während meiner Abwesenheit in Hamburg etliche Zuschriften erhalten, die ich entweder beantworten muss, oder die ich zu einem Thema für „Matz ab“ machen kann, darauf werde ich morgen eingehen.

Eines muss ich noch aufklären: Beim letzten „Matz ab live“ hatte ich ja ein HSV-Trikot für denjenigen User ausgelobt, der am schnellsten errät, in welchem Trikot ich dort am Tisch saß. Zwei Leute hatten dann genau zur selben Minute erraten, aber einer hatte die Lösung „Hitzelsperger“ falsch geschrieben. Ich wollte mir etwas überlegen, doch dann hat „Wortspieler“ verzichtet. „Lorenzo vom Matterhorn“, der Gewinner, sollte (so er denn will) einmal Kontakt zum Moderatoren-Team aufnehmen, damit ich weiß, wohin das HSV-Trikot zu schicken ist. Es wäre auf jeden Fall sehr nett, wenn er es denn täte. Danke dafür schon einmal vorab.

19.14 Uhr

Hermann – gut drauf und bester Hoffnung

27. Mai 2012

Pfingsten, herrliches Wetter, die Länderspiele geraten schnell in Vergessenheit – und der HSV ist ganz weit weg. Ist ja auch Sommerpause. Trotz allem muss ich den HSV kurz noch einmal loben, denn wie die Damen und Herren das Spiel Brasilien gegen Dänemark „hinbekommen“ haben, das war klasse. Glückwunsch dazu, es geht doch. Obwohl ich sagen muss, ich habe zum Beispiel die Presse-Abteilung noch nie so flitzen und schuften gesehen, wie diesmal. Es hat sich aber ganz offenbar gelohnt, denn ich habe weder von brasilianischer Seite noch von dänischer Seite Beschwerden gesehen, gehört oder erlebt. Klappte fast alles reibungslos. Und wenn nicht, dann wurde es in aller Ruhe und ohne auszurasten geklärt. Der einzige Mann, der irgendwie etwas zu bemängeln hatte („Ist doch alles vom A. . . „) – das war ein Deutscher.

Lars Wegener von der HSV-Presse-Abteilung war denn auch sehr zufrieden. Lob gab es von den Südamerikanern und von den Dänen. Von denen wir übrigens alle lernen können, denn sie blieben in jeder Lage gelassen und entspannt. „Beide Teilnehmer dieses Spiels hatten nicht zu beklagen, weder Offizielle noch Journalisten – das hat ganz einfach nur Spaß gebracht“, sagt Wegener in seinem Resümee. Die Brasilianer lobten die gesamte Crew: „Wir haben selten ein so gut organisiertes Spiel miterlebt. Wir sind begeistert von der Stadt und von diesem Stadion.“ Das befanden auch die Dänen: „Es hat super gut geklappt, und dass 51 000 Zuschauer dabei waren, das ist sensationell. Und es war Werbung für diese tolle Arena und für Hamburg.“ In der kommenden Woche spielt Dänemark in Kopenhagen gegen Australien. Für diese Partie sind erst 15 000 Karten verkauft worden. Hamburg zieht. Lars Wegener sagt: „Es war ein voller Erfolg für den HSV, dieses Spiel durchgeführt zu haben – und Lob hört man ja immer gerne.“ Die Hamburger, die ich nach dem Spiel bislang traf, die waren ebenfalls sehr angetan von diesem 3:1-Erfolg der Brasilianer.

Einer, der nicht dabei war, das ist Hermann Rieger. „Hermann the german“ hatte seit Wochen einen Termin bei einem HSV-Fan-Klub in Schaumburg – und freute sich darauf. Auch wenn er die Brasilianer schon gerne mal aus der Nähe gesehen hätte. Aber wenn Hermann auf Achse ist, egal wohin, dann ist das ja ein gutes Zeichen, denn das zeigt ja, dass er voll auf der Höhe ist. „Es geht mir sehr gut, ich kann nicht klagen. Ich war gerade in der Klinik, und da wurde mir gesagt, dass ich nun weniger Tabletten nehmen muss. Sechs Stück weniger, das ist doch schon toll. Und Chemo brauche ich auch nicht mehr, meine Blutwerte sind absolut okay, ich gehe ohne Einschränkung durch den Tag“, sagt der Kultmasseur.

Erst kürzlich zeigte sich Hermann Rieger in Hamburg von seiner besten Seite – bei Lotto King Karl im Stadtpark. Da tanzte Hermann mit einer meisterschale auf der Bühne herum. Später sagte er: „Diese Auftritte sind der Wahnsinn, das ist Gänsehaut pur, dafür danke ich Lotto sehr.“ Am 23. Juni spielt Lotto bei der Kieler Woche auf, Hermann wird auch dann wieder mit von der Partie sein.

Die schlechte, die schlimme Saison des HSV hat Hermann Rieger fast schon verdrängt: „Es ist alles höchst unglücklich für uns gelaufen. Der Umbruch musste kommen, aber es gingen viele erfahrene Leute, es kamen junge Spieler die zu unerfahren waren. Dazu der harte Start mit Dortmund und den Bayern, als das nicht lief, geriet man schnell unten rein – und dann ist das auch eine Sache der Nerven.“

Hermann wird darauf oft angesprochen. Auch bei seinen Besuchen in den Fan-Klubs. „Ich sage da schon, wie ich das gesehen habe, da rede ich nicht um den heißen Brei herum. Ich denke aber auch, dass jetzt alles nur besser werden kann, auch besser werden muss“, sagt er und fügt hoffnungsvoll hinzu: „Das, was sich bis jetzt getan hat, das hört sich doch schon wieder gut an. Es wird bergauf gehen, davon bin ich fest überzeugt.“ Dann sagt er aber auch: „Noch eine solche Saison wie die nun abgelaufene machen die Fans auch nicht mehr mit. Wie sie im vergangenen Jahr zu ihrem HSV standen, wie sie immer da waren, wie sie alles für die Raute gegeben haben, das war sensationell. Eine solche Treue gibt es bei anderen Abstiegskandidaten nicht, so etwas ist einmalig. Dafür danke ich diesen Super-Fans.“

Mit etwas Besorgnis blickt er dagegen auf die Mitgliederversammlung zurück, die zuletzt in der Arena durchgeführt wurde. Hermann: „So turbulent hatte ich mir das alles nicht vorgestellt. Das Klima war nicht gut, das hat mich absolut überrascht, da waren viele verdienstvolle Mitglieder doch schon erschüttert – auch ich.“ Obwohl der Rieger Hermann auch Gutes fand: „Die Saison war schlecht, dem Verein geht es nicht gut, deswegen waren die ehrlichen und klaren Worte, die dort gesprochen wurden, zum Beispiel von Aufsichtsrats-Chef Ernst-Otto Rieckhoff, auch durchaus angebracht. Nur wenn man Klartext spricht, kann man auch die Missstände beseitigen.“ Dann auch zu diesem Punkt noch eine kleine Ergänzung: „Ich hoffe sehr, dass sich bald alle in diesem Verein wieder zusammenraufen werden, es kann doch nicht angehen, dass da gegeneinander geschossen wird. Nur wenn wir uns alle einig sind, kann es auch wieder Erfolge für den HSV geben. Bitte denkt nicht an euch, sondern den HSV.“

Das wäre schon enorm hilfreich. Der HSV befindet sich in einer ganz entscheidenden Phase. Hermann Rieger: „Erst wenn die Verantwortlichen wieder alles im Griff haben, und ich denke, dass sie auf einem sehr guten Weg sind, und wenn sich dann wieder sportliche Erfolge für den HSV einstellen, dann wird es Ruhe geben, und dann wird der HSV auch wieder daran denken können, wieder zur alten Stärke zurückfinden zu können. Es geht, das ist eine alte Weisheit, alles viel, viel leichter, wenn man Erfolg hat. Aber dafür muss man auch was tun.“

Die Chefs arbeiten im Moment daran. Und Hermann sagt: „Ich bin nicht nur guter Hoffnung, ich vertraue auch Trainer Thorsten Fink und Sportchef Frank Arnesen, dass sie das Richtige tun werden. Auch wenn ich natürlich weiß, dass der HSV finanziell nicht auf Rosen gebettet ist. Ist doch klar, früher waren wir fast jedes Jahr in Europa unterwegs, jetzt nicht mehr – das Geld fehlt. Aber dann muss man eben nicht mit Geld einkaufen, sondern mit Auge. Das machen andere Vereine, die auch nur wenig Geld haben, ja auch. Und dann muss man sich eben Mühe geben, dass es keine Fehleinkäufe mehr gibt, die kann man sich jetzt nicht mehr erlauben. Spieler, die jetzt geholt werden, die sollten schon hundertprozentig passen.“

Wäre nicht schlecht.

Übrigens: Hermann Rieger wohnt und lebt weiterhin in Alfstedt. Er hat jetzt eine Haushälterin an seiner Seite. Eine riesige Erleichterung für ihn. Kochen zum Beispiel ist nicht sein Ding: „Da bin ich ganz sicher kein Favorit drin . . .“ Aber so geht es eben Schritt für Schritt wieder bergauf mit unserem Hermann – er macht es dem HSV vor. Und eines Tages, diese Hoffnung hat er auch nicht aufgegeben, will er wieder zurück. Hamburg ist seine Stadt: „Hamburg wird immer mein Ziel sein, ich liebe Hamburg.“ Und? Was sagt er immer dann, wenn er von der Menge gefeiert wird (so wie zuletzt bei Lotto): „Ich liebe euch, ich liebeeeeeee euch!“

So wird es immer sein. Beidseitig.

Kurz noch in eigener Sache:

Bei „Matz ab live“ hatte ich ja – im Trikot der Nationalmannschaft – versprochen, dass derjenige, der am schnellsten errät, welcher Spieler dieses Trikot einst in einem Länderspiel getragen hat, ein HSV-Trikot von mir bekommen wird. Und nun gab es ein „Totes Rennen“. Damit konnte ja keiner rechnen. Das Moderatoren-Team schrieb mir dazu:

Also es war echt knapp.

„von matterhorn” und „wortspieler” haben BEIDE um 20:24 Uhr die richtige Lösung geschrieben. In derselben Minute.
Wortspieler war nur einige Sekunden schneller – aber: Matterhorn schrieb richtig „Thomas Hitzlsperger”, Wortspieler schrieb „Thomas Hitzelsberger”
(also mit „e” und „b”).

Wortspieler:
eingereicht am 26.05.2012 um 20:24
thomas hitzelsberger

Lorenzo von Matterhorn:
eingereicht am 26.05.2012 um 20:24
Letzter Versuch:
Thomas Hitzlsperger Confed Cup 2005

Nun musst du (Dieter) entscheiden.
Ist nur der eine richtig oder ist auch die falsche Schreibweise okay?

Ja, da werde ich mir etwas einfallen lassen müssen. Ich werde noch einmal in meinen Schrank in der Redaktion gucken müssen, um die Lage mit den Trikots zu sondieren. Ich werde mitteilen, wie ich mich entschieden hab.

Und dann gab es noch das. Eine private Zuschrift einer lieben „Matz-abberin“. Sie schrieb u. a. dies:

Im Blog stand neulich, dass Du eine Anregungen für die Sommerzeit für den Blog bekommen hast. Falls Du noch eine brauchst, wäre eine Idee ein “Wunschkonzert”, d.h. frag doch mal Deine Leser, worüber sie gerne mehr Infos hätten, damit Du sie ins Boot holst und Du diese vielleicht etwas maue Zeit gut füllen kannst, denn ich stelle mir das nicht leicht vor, in einer Zeit was zu schreiben, wo nicht viel passiert.

Richtig erkannt, gut erkannt, es gibt ja nicht immer etwas vom HSV. Wer also eine Idee hat, wer etwas wissen möchte, wer etwas anregen will – immer raus damit.
Mit Nähkästchen tue ich mich im Moment schwer, weil ich gerade für das Hamburger „Hinz und Kunzt“ einige Nähkästchen in der in dieser Woche erscheinenden EM-Beilage geschrieben habe. Es wäre ganz toll, wenn ihr euch dieses Heft (mit extra erhöhter Auflage) kaufen könntet, das Hamburger Straßenmagazin wird von obdach- und wohnungslosen Menschen auf der Straße verkauft. Ihr tut also ein gutes Werk.

18.25 Uhr