Archiv für das Tag 'Hilke'

Der ganze Verein muss stabil werden . . .

24. Juli 2014

Beim HSV sitzt auch der zweite Anzug. Wahrscheinlich jedenfalls. Heute wurden die neuen Anzüge und Ausgeh-Klamotten anprobiert – ein großes deutsches Mode-Unternehmen weilte in der Gäste-Kabine im Volkspark und bat die Herren Profis auf den Laufsteg. Fein Fußball spielen und fein aussehen, das soll 2014 das Motto des „neuen“ HSV werden.

Auf der Transferliste 15/14/15, so meldete uns ein Matz-abber, steht Artjoms Rudnevs (noch?) als Zugang bei Hannover 96. Das aber ist (natürlich) falsch. Der Lette ist wieder in Hamburg vor Anker gegangen, und ich finde das auch gut so. In Niendorf hat Rudnevs (beim 6:0) zwar einige gute Chancen verballert, aber im Training mischt er wieder munter und wie ich meine auch recht gut mit. Und wenn ich gestern geschrieben habe, dass ein HSV-Sturm-Duo mit Nicklas Bendtner und Pierre-Michel Lasogga eines mit Brecher-Qualität wäre, dann wäre es mit Rudnevs/Lasogga ebenfalls. Beide gehen dorthin, wo es weh tut. Deshalb bin ich mal gespannt, wie der Weg des Torjägers (aus Lettland) nun verlaufen wird. Spürt er das Vertrauen des Trainers, dann könnte er durchaus an seine Form anknüpfen, die er in der Saison 2012/13 gezeigt hat, als er für den HSV zwölf Tore erzielte. Als er dann wie eine „heiße Kartoffel“ fallen gelassen worden ist, er nicht mehr zum Einsatz kam, da war es vorbei mit dem Tor-Zauber.

In Hannover traf Rudnevs dann wieder, jedenfalls zu Beginn des Leihgeschäftes, dann wurde es wieder ruhiger um den guten „Rudi“ – und 96 verzichtete auf eine Kaufoption. Aus gutem Grunde? Oder nur ein Irrtum? Rudnevs wird es uns zeigen. Und vielleicht ja auch den Hannoveranern. Beim heutigen Training traf „Rudi“ zweimal für sein Team, das den Trainings-Kick zwischen A und B mit 4:2 gewann. Einmal hob Artjoms Rudnevs den Ball gefühlvoll (!) über den herausstürzenden Rene Adler hinweg ins Netz, ein anderes Mal staubte er ab. Das siegreiche Team spielte mit Brunst; Jung, Djourou, Kacar, Jiracek; Arslan, Badelj; Stieber, Demirbay, Ilicevic; Rudnevs. Die beiden weiteren Tore schossen Zoltan Stieber und Ivo Ilicevic. Für das unterlegene Team traf Lasogga zweimal, es spielten: Adler; Diekmeier, Westermann, Tah, Jansen; Skjelbred, Nafiu; Zoua, van der Vaart, Steinmann und in der Spitze Lasogga.

Höhepunkt des Spiels waren aber nicht etwa die Tore, sondern ein ganz besonderer ältere Herr. Um 11.11 Uhr, also zur Narrenzeit, lief er als Flitzer auf den gepflegten Rasen, zeigte seine volle männliche Pracht und bot dem staunenden Publikum einige Pose aus dem Bodybuilding-Programm. „In Bayern“, so ein aus Berlin angereister Kollege, „da hätten die Ordner den Mann niedergestreckt und von der Polizei abführen lassen . . .“ In Hamburg aber nicht. Da plauderte ein netter Ordner mit dem Flitzer und „rief“ ihn so zur Ordnung auf. Er zog sich dann auch wieder seine Hose an, alles andere blieb blank! Ja, beim HSV gibt es nichts, was es nicht gibt.

Das heutige Trainings-Programm am Vormittag stand unter dem Motto „spielerisch“. Erst wurde sich aufgewärmt, dann wurde links ein Spielchen gemacht, dann rechts ein Spielchen. Immer vom Stadion aus gesehen. Muss ja (wohl) auch mal sein. Wobei es in diesen Spielchen schon einige Dinge gab, über die man nachdenken konnte. So spielte Gojko Kacar mal wieder auf der Position des Innenverteidigers. Da hatte er, es ist schon „Jahre“ her, einst sein besten Spiele für den HSV gemacht, weil er ja auch kopfballstark ist, aber er selbst beendete diese Serie, weil er sich als Mittelfeldspieler bessere oder beste Chancen für Einsätze in seiner Nationalmannschaft ausrechnete. Der Plan ging nicht auf, er scheiterte in Prinzip gleich zweimal, denn erstens spielte er beim HSV kaum noch einmal im Mittelfeld (er spielte bald gar nicht mehr), und zweitens rief auch sein Nationaltrainer nicht mehr bei ihm an. Und nun das Comeback als Innenverteidiger?

Johan Djourou hatte ja ziemlich öffentlich „gefordert“ (und musste dafür intern viel Kritik einstecken), dass der HSV auch nach den Abgängen von Michael Mancienne und Lasse Sobiech sowie der Kreuzband-Verletzung von Slobodan Rajkovic noch etwas auf dieser Position tun müsse – aber vielleicht tut es ja auch Gojko Kacar? Und man kann das Geld sparen – für eine andere Position. Zum Beispiel auf den Außenpositionen in der Viererkette? Da spielte heute wieder (oder immer noch) Petr Jiracek, und der hat ja nun schon mehrfach erklärt, dass er gerne und am liebsten im Mittelfeld spielen würde. Nun ist Fußball zwar kein Wunschkonzert, aber ich glaube auch, dass der Tscheche im Mittelfeld wohl am besten aufgehoben wäre.

Um noch einmal auf die Innenverteidigung zurück zu kommen: Jonathan Tah ist ein echter Bär geworden. Der hat körperlich in der Sommerpause zugelegt, hoffentlich (und das glaube ich!) nur Muskeln, aber das wird der Trainer bestimmt schon geklärt haben. Im vergangenen Sommer kehrte ja Rafael van der Vaart mit dem einen oder anderen Kilo zu viel vom Strandleben zurück. Dieses Gefühl (und es hat auch keiner darüber gesprochen) habe ich bei Tah nun wirklich nicht. Im Gegenteil, er gefällt mir so au0erordentlich gut, er ist eine echte Kante geworden und wird das auch so manchem gegnerischen Stürmer zeigen und unter Beweis stellen. Und wenn Tah wieder eine Konkurrenz zu Heiko Westermann und Johan Djourou darstellt (und ich glaube, dass das so ist!), dann könnte Kacar durchaus die Nummer vier im Bunde sein. Mal abwarten, was sich da hinten sonst noch so tun wird.

Vorne, ganz vorne oder etwas dahinter, wird sich in diesen Tagen etwas tun. Der Nürnberger Kiyotake geht zu Hannover 96, aber dafür wird wohl Nicolai Müller, 26-jähriger Flitzer von Mainz 05, nach Hamburg kommen. Er steht schon auf der Schwelle des HSV. Der Nationalspieler (zwei Länderspiele) ist 1,73 Meter groß und gilt als blitzschneller Stürmer, spielte vor seinem Engagement in Mainz bei der Spielvereinigung Greuther Fürth (2009 bis 2011). Wenn nicht alles schief läuft bei diesem Transfergeschäft, dann ist Müller der nächste HSVer – und das hätte dann auch schon was. Weil man mit einem Spielertypen wie ihm tatsächlich Tempo-Fußball spielen lassen kann. Und darauf legt Mirko Slomka offenbar ganz großen Wert – es ist auch in jedem Trainingsspielchen erkennbar, dass schon jetzt beim HSV schneller gespielt wird. Und wer als Trainingskiebitz ganz genau hinhört, der wird feststellen, dass sich auch die Spieler untereinander immer mehr fordern, denn da wird dem Kollegen durchaus oft zugerufen: „Tempo, Tempo.“ Und, das ist das Gute, ein jeder will sich daran halten – es geht schneller, es sieht schon ein wenig schneller aus.

Vier Namen noch aus dem heutigen Training, über die ich schnell noch schreiben möchte: Rene Adler stand wieder im Tor, und er machte auf mich nicht nur einen guten Eindruck, sondern auch einen sehr ehrgeizigen. Der Keeper fluchte laut, wenn vorne (beim ihm in der Truppe) eine Chance zu leichtfertig vergeben wurde – ein sehr gutes Zeichen (dieses Fluchen!). Dann ist auffällig, wie welch guter Frühform sich ein Dennis Diekmeier befindet. Großartig! Er ist blitzschnell, mutig in seinen Vorstößen und er flankt oft auch bilderbuchartig. Weiter so! Heiko Westermann wirkt auf mich schon jetzt topfit, er ist rank und schlank wie zu seinen besten Tagen, und fußballerisch scheint er – gegenüber der vergangenen Saison – reifer geworden zu sein, vielleicht auch nur gelassener. Er spielt oft sehr unaufgeregt – und macht dadurch einen fast schon souveränen Eindruck auf mich. Und dann mischt für mich auch Ivo Ilicevic so mit, wie er das vielleicht zu seinen besten Zeiten getan hat – wenn überhaupt. Er wirkt auf mich enorm unternehmungslustig, wagt Dribblings und spielt schneller als noch früher. Das alles zusammen macht auf mich weiterhin nur den besten Eindruck. Es wird, ganz sicher.

Muss ja auch. Der HSV muss sich ja wieder in die Herzen aller Hamburger, oder besser, aller HSVer, zurückkämpfen. In Sachen Logen und Zuschauern muss, das haben wir gestern gelernt, noch einiges passieren. Ich habe mit Vorstandsmitglied Joachim Hilke gesprochen, und der ist realistisch in dieser Sache. Er wird auch wissen, dass der HSV mit jenem Fußball, der den Club letztlich auf einen grandiosen 16. Tabellenplatz in der Bundesliga geführt und gespielt hat, kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Das war ja Fußball zum Abgewöhnen, und deshalb bleiben bislang Plätze und Logen leer. Aber bleibt das auch so?

Hilke sagt: „Von heute auf morgen wird das schwer, aber wir holen bestimmt viele Leute zurück, wenn wir geile Leistungen abliefern. Und genau dafür müssen wir alle super-hart arbeiten.“ Joachim Hilke gibt auch zu: „Wir stehen an dieser Stelle unter Druck, keine Frage, aber es ist kein Millionen-Schock.“ Und weiter: „Wir müssen stabil werden, der ganze Verein, und da habe ich den Eindruck, dass wir vorankommen. Wir werden besser. Und dann werden wir nicht super, aber stabiler. Das brauchen wir jetzt zuerst. Und wir kriegen schon Grund rein, davon bin ich überzeugt.“ Dann sagt Hilke auch noch: „Wir haben vielleicht alle ein wenig zu euphorisch gedacht, dass es nach dem 25. Mai alles viel schneller geht, da waren wir vielleicht auch ein wenig zu naiv, das zeigt uns die Realität, aber jetzt ruckelt es sich zusammen, ich bin da ganz optimistisch.“

Wie ich.

So, dann noch diese organisatorische Meldung:

Die diesjährige Saisoneröffnungsfeier des HSV findet am kommenden Wochenende im Rahmen des Telekom Cups statt. Am Sonnabend, den 26. Juli, wartet ab 14 Uhr auf Parkplatz weiß vor der Imtech Arena ein tolles Programm auf alle Anhänger und ihre Familien. Ein großer Telekom-Fanpark, die NDR2-Bühne mit vielen interessanten Gästen und Programmpunkten sowie zahlreiche HSV-Events bieten ein abwechslungsreiches Angebot für die großen und kleinen Fans. Und auch der parallel stattfindende HSV-Kids Day wird gemeinsam mit dem Telekom-Cup für einen perfekten Start in die neue Saison sorgen.

Anbei die Programmpunkte der Saisoneröffnung auf der NDR Bühne:

14:00 Uhr Start
14:00 – 14:30 Uhr Musik vom DJ und Moderation
14:30 – 14:50 Uhr Auftritt Carsten Pape
14:50 – 15:00 Uhr Quiz mit tollen Preise (Trikots, Tickets für die ersten Spiele, Fanartikel)
15:00 – 15:30 Uhr Auftritt Zauberer – Kevin Köneke
15:30 – 15:45 Uhr Talk mit HSV-Offiziellen
15:45 – 15:55 Uhr Auftritt Fußball-Freestyler
15:55 – 16:00 Uhr Quiz mit tollen Preisen (Trikots, Tickets für die ersten Spiele, Fanartikel)
16:00 – 16:30 Uhr Spendenlauf / auf der Bühne Musik vom DJ
16:30 – 17:00 Uhr Vorstellung der Mannschaft 2014/15
17:00 – 17:05 Uhr Scheckübergabe Spendenlauf an SOS Kinderdorf
17:05 – 17:15 Uhr Auftritt Fußball-Freestyler
17:15 – 17:30 Uhr Modenschau mit Vorstellung der neuen Trikots
17:30 – 18:30 Uhr Musik vom DJ
18:30 Uhr Anstoß Telekom Cup

Sportlicher Höhepunkt ist der Telekom Cup, der am 26. und 27. Juli in der Imtech Arena stattfindet. Mit dem FC Bayern München, dem VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach sind gleich drei Top-Vereine der Bundesliga zu Gast, die in der kommenden Saison allesamt international vertreten sind und auch in der Liga zu den ambitioniertesten Teams zählen werden.

Der Spielplan:

Samstag, 26. Juli 2014
18:30 Uhr: Hamburger SV – VfL Wolfsburg
20:30 Uhr: FC Bayern München – Borussia Mönchengladbach

Sonntag, 27. Juli 2014
16:30 Uhr: Spiel um 3. Platz
18:15 Uhr: Endspiel

Gespielt wird mit verkürzten Halbzeiten von je 30 Minuten. Bei einem Unentschieden nach 60 Minuten gibt es keine Verlängerung. Den Sieger der Partie ermitteln beide Teams im Elfmeterschießen.

Und am Sonntag ist dann auch Lotto King Karl wieder dabei, der am Sonnabend noch in Österreich auf Tournee ist.

Dann noch dies:

Adidas präsentiert heute den offiziellen Spielball der Fußball-Bundesliga: Der „TORFABRIK” rollt auch in der Saison 2014/2015 durch die Stadien der beiden höchsten deutschen Spielklassen – zum ersten Mal basierend auf Design und Technologie von „Brazuca”, dem offiziellen Spielball der Fußball-Weltmeisterschaft 2014.

Und noch etwas Neues. Der HSV hat heute seine neuen Trikots vorgestellt. Das Heim-Jersey ähnelt, so fanden Kollegen heraus, dem Trikot von Paris St. Germain, das Auswärts-Hemd ist schwarz – mit niederländischem Orange abgesetzt. Weil der HSV schon immer gut mit Niederländern konnte. Ein Kollege von mir wollte heute gleich eines der guten Dinger kaufen, ging in den Fanshop im Stadion. Fünf Leute vor ihm in der Schlange, eine Kasse (von dreien) geöffnet. Der dritte Mann präsentierte beim Zahlen gefühlt 20 Rucksäcke – der Stau nahm zu. Es standen schnell 20 und mehr Leute da und wollten dem HSV etwas abkaufen. Der Kollege fragte, ob es denn möglich sei, dass eine weitere Kasse . . . Die Antwort: „Das ist nicht geplant.“ Muss ja auch nicht an einem Tag, an dem die neuen Trikots herauskommen. Zur Folge hatte diese eine HSV-Kasse, das einige Fans ihre Sachen, die sie zur Kasse trugen, wieder zurückhängten – und gingen. Natürlich kaufen sie ein anderes Mal, keine Frage, aber ob das geplant ist? Man weiß es nicht, man weiß es nicht.

Training morgen (Freitag) um 10 Uhr im Volkspark.

17.57 Uhr

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