Archiv für das Tag 'Hilke'

. . . der muss zum Dino nach Hamburg!

10. Juni 2015

xxxxxxxxx

Erste DFB-Pokalrunde:
FC Carl-Zeiss Jena gegen den HSV
Barmbek-Uhlenhorst empfängt den Erstliga-Absteiger SC Freiburg
Bernd Hollerbachs Würzburger Kicker treffen auf Werder Bremen
und, so viel Zeit muss sein: St. Pauli gegen Borussia Mönchengladbach
gespielt wird am 7. oder 8. August

xxxxxxxxxxxx

Den ganzen Beitrag lesen »

Wie der Gang aufs Schafott

22. Mai 2015

Morgen endet die 52. Saison der Fußball-Bundesliga. Zum 52. Mal steht der HSV in der Endtabelle. Wir wissen ziemlich sicher, dass er allenfalls ein einziges Mal – nämlich im vergangenen Jahr – ähnlich schlecht dastand, wie er es morgen kurz vor halb sechs tun wird. Drei Mal war der HSV in den vergangenen 52 Jahren sogar an erster Stelle und wurde Deutscher Meister. Das ist lange her -und natürlich hat dieser Verein in den vergangenen Jahren alles dafür getan, falls dieses 52. Mal in Folge in der Bundesliga-Tabelle das vorerst letzte Mal sein wird. Weiß Gott hat er das.

Kennt Ihr das? Alle Welt fragt dich: Was glaubst du, wird das noch was? Ja, nein, vielleicht – die Antwort muss ebenso unklar bleiben wie unerheblich. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird an diesem 34. Spieltag irgendetwas passieren, was unerwartet ist. Als Favoriten gehen wohl der VfB Stuttgart nach zwei Heimsiegen in Folge ins Rennen und vielleicht auch Hannover 96, das nach dem 2:1 zuletzt in Augsburg Rückenwind bekommen haben dürfte. Aber vielleicht gilt das auch für die Freiburger nach ihrem Sieg gegen die Bayern. Oder profitiert am Ende der SC Paderborn, weil das Team von Andre Breitenreiter am wenigsten zu verlieren hat?

Am meisten zu verlieren hat der HSV. Er kann sein ganzes Selbstverständnis verlieren. Kein Dino mehr, keine ewige Uhr. Vielleicht auch keine vernünftige Perspektive. Denn nach heutigem Stand wäre das Rausposaunen des Ziels „sofortiger Wiederaufstieg“ unrealistisch. Dietmar Beiersdorfer und sein Team wären nicht nur für den ersten Abstieg der HSV-Geschichte verantwortlich, sondern sie hätten sich weitestgehend unmöglich gemacht, weil sie dies sogar mit dem teuersten HSV-Kader aller Zeiten „geschafft“ hätten.

Diese finanzielle Komponente würde dafür sorgen, dass sich der HSV strecken müsste, um das 10-Millionen-Euro-Loch zu stopfen, das für die Zweitliga-Lizenz offen ist. Ich gehe davon aus, und entsprechende Signale kommen aus dem Verein, dass dies gelingen würde. Freilich auf Kosten des Handlungsspielraumes für die Verstärkung der Mannschaft. Doch nachdem auch in dieser Saison Unsummen ausgegeben wurde für Spieler, die keine Mannschaft bilden konnten, muss der enge Gürtel kein zusätzlicher Nachteil sein.

Sollte es also schief gehen morgen – und ich sehe außer der Unberechenbarkeit der HSV-Mannschaft keinen rationalen Grund, warum es nicht schief gehen sollte -, dann beginnt ein neues Zeitalter. Nach allem, was wir in dieser Woche gehört haben, wird dieses neue Zeitalter mehr oder weniger mit den alten Figuren eingeläutet. Beiersdorfer an der Spitze, und auch Joachim Hilke und Frank Wettstein im Vorstand. Die sportliche Leitung mit Peter Knäbel und Bernhard Peters dürften weiter ihr Konzept verfolgen, das ja insbesondere eine mittelfristige Komponente hat.

Am vergangenen Wochenende war Matthias Sammer im aktuellen Sportstudio. Dort war sehr viel die Rede von Strategien und der Zusammenstellung einer Mannschaft. Sammer hat dort eine Kernaussage getroffen, die eins-zu-eins für den HSV gilt – wenn auch auf anderem Niveau. „Bei aller langfristigen Planung darf man nie das Tagesgeschäft aus den Augen verlieren.“

Und genau hier hat Beiersdorfer mit seinem Team den Kernfehler begangen – das Tagesgeschäft wurde vernachlässigt.

Insbesondere hat der Verein es versäumt, auf der Trainerposition konsequent auf einen starken Mann zu setzen. Mirko Slomka – von Anfang an unerwünscht und „enteiert“ durch Klaus-Michael Kühne. Joe Zinnbauer – er kam zunächst „bis auf weiteres“ (O-Ton Dietmar Beiersdorfer), hat es noch sehr gut gemacht, war doch aber immer nur der Platzhalter für Thomas Tuchel. Peter Knäbel – eine Verlegenheitslösung. Erst mit Bruno Labbadia kam ein richtiger Trainer. Vor dem 28. Spieltag auf dem letzten Platz. Hier wurde das Tagesgeschäft tatsächlich vernachlässigt.

Die Aufarbeitung der Saison bietet noch viele andere Perspektiven. Es gibt eine ganze Reihe weiterer „Schuldiger“ und Ungereimtheiten. Es gibt schlechte Startbedingungen und hausgemachte Fehler. Es gibt unerklärliche Transfer-Flops und – immer noch – einen üblen HSV-Virus der Selbstzufriedenheit, von dem sich die aktuelle Mannschaft nicht freimachen konnte.

Aber es gibt auch noch eine Chance: es gibt die Chance, dass sich morgen gegen Schalke das Blatt wendet. Der HSV ist noch im Spiel, so wie Frankfurt 1999 im Spiel war in einem der dramatischsten Abstiegs-Krimis aller Zeiten. Und so gehen wir alle in diesen Nachmittag in der Gewissheit, dass nichts unmöglich ist. Genauso groß ist die Gewissheit, dass Hoffnung beim HSV in den vergangenen Jahren noch immer enttäuscht wurde. Alles in allem eine merkwürdige Stimmungslage. Es ist wie der freiwillige Gang aufs Schafott.

Das Ding morgen wird der HSV nur mit positiven Emotionen bestehen können. Es muss ein Augsburg-Feeling ins Stadion kommen. Stimmung und Entschlossenheit vom ersten Schritt an. Wenn dieses Signal von unten kommt, dann werden die Tribünen einstimmen. Für dieses eine Spiel alles andere vergessen. Nicht mehr nachdenken, ob einen die Beine noch tragen, sondern einfach losrennen. Man nennt das: Glück erzwingen. So wie gegen Augsburg, so wie in Mainz, so wie gegen Freiburg.

Die allermeisten der 57.000 Zuschauer morgen im Stadion können nichts für die aktuelle Malaise. Sie leiden mit ihrem Verein, auch wenn sie sich noch so oft abgewendet haben. Sie haben den Abstieg nicht verdient. Hat der HSV ihn verdient? Sicher mehr als Paderborn oder Freiburg – aber die Fans im Stadion, sie haben den Abstieg nicht verdient!

Die Mannschaft des HSV ist heute nach einem Training um 17.03 Uhr aus Malente Richtung Hamburg gedüst. Im Elysee Hotel wird übernachtet – wie immer. Morgen nach einem Vormittag, dessen Stunden sich sicher hinziehen werden wie Kaugummi, geht’s dann irgendwann ins Stadion. Fans werden Spalier stehen und ihren Kickern zujubeln. Wie es in den Köpfen der Profis aussieht? Keiner kann es sagen. Richten sie sich noch einmal auf nach dem Stuttgart-Niederschlag? Völlig ungewiss. Der HSV verliert ja nicht nur sehr oft – er verliert oft auch viel mehr als nur ein Spiel. In Stuttgart hat er den Glauben verloren, den er sich in den Wochen zuvor mühsam aufgebaut hatte. Hat Malente jetzt gereicht, um diesen Glauben wiederzufinden? Hilft vielleicht der FC Schalke 04, der in Sachen Außendarstellung in dieser Woche auf HSV-Niveau war?

Es wird spannend morgen Nachmittag – und so wie wir unseren Verein kennen, wird es auch dramatisch.

So könnte sich der HSV retten: Adler – Westermann, Djourou, Rajkovic, Ostrzolek – Kacar, Jiracek – Stieber, Ilicevic, Olic – Lasogga

Dieter und Scholle begrüßen anschließend Ex-Profi Stefan Böger und Journalist Jan-Christian Müller zu „Matz-ab-live“.

Lars
18.10 Uhr

Die Hoffnung des HSV? Der liebe Gott und ein Wunder

17. Mai 2015

Das, was keiner will, ist eingetreten. Der HSV hat sein Schicksal nicht mehr in der eigenen Hand. Ebenso wie das eigene 1:2 beim VfB Stuttgart waren die Siege des SC Freiburg und Hannover 96 für diese Konstellation verantwortlich. Vielleicht wirft die Haltung der Bayern im Breisgau Fragen auf, aber am Ende bekommt der HSV, was er verdient. Und das ist nach diesem desaströsen Spiel in der Mercedes-Benz-Arena der vorletzte Tabellenplatz und die Gewissheit, dass nicht einmal ein Sieg am letzten Spieltag gegen Schalke den Klassenerhalt – oder wenigstens die Relegation – aus eigener Kraft sichern würde.

Umfrage: Hält der HSV die Klasse, und was, wenn nicht?

„Wir haben eine Ausgangslage, die sich drastisch verschlechtert hat“, stellte Trainer Bruno Labbadia klar. „Dabei war uns ja von Beginn an klar, dass wir bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt spielen würden. Allerdings haben wir uns die gute Position, die wir uns erarbeitet haben, kaputt gemacht.“ Und wie sie das gemacht haben. Gegen 15.45 Uhr stand der HSV mit eineinhalb Beinen in der Bundesliga, am Ende steht die Mannschaft mit eineinhalb Beinen im Unterhaus. „Es war ein Matchball, den wir vergeben haben“, setzte Vereinsboss Dietmar Beiersdorfer drauf. „Die Leistung war enttäuschend. Das war schwach und zu wenig.“ Weitere Analysen über die Hintergründe dieses Auftritts lieferten die Verantwortlichen nicht. Im Grunde war das auch schnell zu erkennen. Ich will mich auf wenige Dinge beschränken, die alle miteinander zu tun haben.

Das erste Mal hatte ich an diesem Nachmittag in Stuttgart ein ungutes Gefühl, als die HSV-Profis mit den T-Shirts zum Warmlaufen auf den Rasen marschierten. „Wir schaffen es!“ stand darauf. Allzu große Sicherheit, die Bekanntgabe einer Hoffnung als Tatsache, die die Spieler am Ende eingeholt hat. Ein Ergebnis sollte man erst nach vollbrachter Arbeit verkünden – nicht schon vorher. Besser haben es die Stuttgarter Fans gemacht, die ihre Mannschaft mit einem großen „Niemals-aufgeben“-Plakat begrüßt haben. DAS war das eigentliche Motto. Und der VfB hat es deutlich besser umgesetzt als der HSV.

Es war beängstigend mit anzusehen, wie der HSV nach 25 Minuten aufgehört hat, an dieser Partie teilzunehmen. Mit dem Stuttgarter Ausgleich, dessen Zustandekommen vielleicht glücklich war, erlahmte alles bei den Hamburgern. Rajkovic und Djourou fanden keine Anspielstationen mehr, weil sich alle Mittelfeldspieler verkrümelten. Wo war van der Vaart? Wo war Kacar? Was war mit den Flügeln Jansen und Ilicevic, die nicht zu sehen waren? Es war so viel Angst im Spiel, dass alle nur noch weggerannt sind.

Einige Spieler verdienen besondere Beachtung. Rafael van der Vaart zum Beispiel hat 90 Minuten nach einer Gelbe Karte gebettelt. Fouls, Geschimpfe, Nicklichkeiten. Immer wieder sprach Schiedsrichter Manuel Gräfe beschwichtigend mit ihm – aber in der Nachspielzeit konnte er nicht mehr anders. Nach einer weiteren Meckerei gab’s endlich die 10. Gelbe Karte und damit die Sperre gegen Schalke. Van der Vaart hat sich dazu gestern nicht mehr geäußert, aber das hatte schon schwer den Anschein, als ob er diese Verwarnung provoziert hätte. Ein schlimmes Verhalten.

Pierre Michel Lasogga durfte nach dem frühen Zusammenprall mit seinem Kollegen Ivica Olic bis zur 59. Minute weiterwurschteln. Der Bursche gehörte aber sofort ausgewechselt, er torkelte nur über den Rasen. Es war keine Kopfverletzung, sondern eine Schulterprellung, wie heute diagnostiziert wurde. Trotzdem: Bei Lasogga ging gar nichts, der HSV auch aus diesem Grund quasi eine Stunde lang nur zu zehnt. Bruno Labbadia versicherte heute nochmals, dass er seinen Angreifer immer wieder gefragt habe, ob es weitergehe. Lasogga sagte ja – eine Fehleinschätzung.

Am Ende fehlte der gesamten Mannschaft Spannkraft. Nichts war zu spüren von dem Willen, sich gegen den Abstieg zu stemmen. Die meisten Zweikämpfe gingen flöten, es war eine Selbstaufgabe. Das, was Bruno Labbadia mühsam an Streichhölzchen aufgebaut hatte in den vergangenen Wochen zu einem ansehnlichen Türmchen, fiel durch einen Windhauch zusammen. Es war nicht mehr als ein Windhauch, denn natürlich war auch Stuttgart zunächst total unsicher. Zwar stürmten sie in den ersten fünf Minuten, aber nach dem 0:1 durch Kacar schossen die Schwaben die einfachen Pässe ins Seitenaus oder die steilen Schläge ins Nirvana. Bis sie merkten, dass sie vom HSV nichts zu befürchten hatten. 10:1 Schüsse aufs Tor – so sah es am Ende aus. Die Partie hätte 5:1 ausgehen müssen, wenn Rene Adler nicht so viel gehalten hätte.

„Als wir gekommen sind, waren wir Tabellenletzter“, so Bruno Labbadia heute. „Da hätte niemand mehr einen Pfifferling auf uns gesetzt. Natürlich hatten wir nicht gedacht, dass wir diesen Rückschlag erleiden würden. Aber trotzdem haben wir noch eine Möglichkeit. Wir müssen nicht jammern, sondern an uns glauben. Wir müssen Schalke schlagen, und dann werden wir sehen, was passiert.“

Dietmar Beiersdorfer wurde heute mehrfach gefragt nach seinen Fehlern in dieser Saison. Die Ernennung von Peter Knäbel zum Cheftrainer zum Beispiel. Beiersdorfer wehrte all diese Fragen ab und verwies auf die nächste Woche, wenn die Saison vorbei ist. „Es ist unsere Aufgabe, im Management intern über alle Szenarien zu sprechen. Das tun wir schon länger. Aber unsere Aufgabe und unser Ziel ist es vorher, das Spiel gegen Schalke zu gewinnen und die Möglichkeiten zu haben, drin zu bleiben.“ Dies kann ich im Moment nachvollziehen. Beiersdorfer bringt es heute nichts, Selbstzerfleischung zu betreiben oder auch nur den nachvollziehbaren Wunsch der Öffentlichkeit nach Benennung der Schuldigen zu befriedigen. In den kommenden sechs Tagen geht es nur um das Schalke-Spiel.

Vielleicht geht es danach noch um die Relegationsspiele – das weiß der Fußballgott. Auf den wird es übrigens auch wieder ankommen. Dessen ist sich Zoltan Stieber sicher, der beim Blick auf die Konstellation keine anderen Ratschläge mehr hat: „Wir müssen alles geben gegen Schalke und gewinnen. Hoffen wir, dass der liebe Gott auch mit uns ist.“ Ähnlich formulierte es Rene Adler: „Wir haben jetzt noch ein Spiel und können die Tabelle auch lesen. Die Situation ist beschissen. Aber wir können es noch schaffen. Ich glaube, dass wir Schalke schlagen, und mit ein bisschen Hoffen und Bangen – vielleicht gibt es noch ein Wunder.“ Oder hat der HSV im vergangenen Jahr alles Glück der Welt aufgebraucht?

Und wie soll diese Truppe, die in Stuttgart offenkundig unter dem Druck zusammen gebrochen ist, den noch viel größeren Druck des kommenden Spiels meistern? Diese Frage ist nicht zu beantworten. Hoffnung gibt es nur, weil es in dieser Saison ab und an geklappt hat. Dietmar Beiersdorfer: „Wir haben schon mal ähnlichen Druck gehabt gegen Augsburg. Das war auch ‚letzte Ausfahrt Klassenerhalt‘. Das hat die Mannschaft hervorragend gemacht. Man muss das Positive sehen. Wenn man nicht dran glaubt, wird es auch nichts. Wir werden bis zum Schlusspfiff kämpfen. Das ist unsere Pflicht und unsere Leidenschaft.“ Na ja….

Als besondere Maßnahme prüft der Verein nun ein erneutes Trainingslager. Die Entscheidung, ob das kurzfristig zu realisieren ist, steht zur Stunde noch aus. Jedenfalls würde Labbadia nach dem trainingsfreien Montag ab Dienstag gern mit seinen Profis eine Luftveränderung vornehmen. Klar ist, dass es nicht erneut nach Rotenburg gehen wird, wo er den HSV bereits nach seinem Amtsantritt zusammengesammelt hatte.

Hoffnung hat übrigens auch Peter Knäbel – das sagte er gestern im ZDF-Sportstudio: „Die Relegation zu gewinnen, wäre für uns wahrscheinlich auch schon ein Erfolg. Wir haben es fast in eigener Hand. Bei den ganzen Entwicklungen dieses Spieltages sehen wir, dass es auch schnell mal in die andere Richtung gehen kann.“ Knäbel war heute übrigens zur Spielbeobachtung in Braunschweig, wo der mögliche Hamburger Relegationsgegner Karlsruher SC mit 2:0 gewann.

Und nun noch ein Wort mehr oder weniger in eigener Sache. Am vergangenen Mittwoch habe ich ein paar Absätze zu Carl Jarchow geschrieben, der aus dem HSV-Vorstand ausgeschieden ist. Die Pawlowsche Reaktion bei einigen Kommentaren hätte ich mir denken können. „Gefälligkeitsjournalismus“ hier – „die Presse ist Teil des Problems“ da.

Habe ich geschrieben, dass Jarchows Vertragsverlängerung 2012 ein Fehler war? Ja, das habe ich geschrieben. Habe ich geschrieben, dass Jarchow viele sportliche und wirtschaftliche Fehler begangen hat? Ja, das habe ich geschrieben. Habe ich geschrieben, dass der Verein nach seiner Amtszeit schlechter dastand als vorher? Komisch, das habe ich ja auch geschrieben.

Ich lasse mir ungern das Wort im Mund herum drehen und insofern waren einige der Kommentare aus meiner Sicht reichlich daneben. Ich habe hier schon vor einigen Wochen ausführlich zur Campus-Peinlichkeit Stellung bezogen. Dieses Projekt wurde damals von Jarchow/Hilke angeschoben, und dass es primär eine Geld-Beschaffungsmaßnahme war – dieser Eindruck ist wohl kaum zu leugnen. Gut verpackt mit einem neuen Nachwuchsprojekt, zugegeben, aber die Umplanungsmaßnahmen, die durch Bernhard Peters und Co. vorgenommen wurden, zeigen, dass das ursprüngliche Konzept auch inhaltlich nicht durchgetaktet war. Inhaltlich – das war nicht die Priorität. Aber: Jarchow und alle anderen im HSV waren und sind dafür rechtlich nicht zu belangen gewesen. Das ist Stand heute Tatsache.

Diese Zusammenhänge, und dass Alexander Otto den Granden den Allerwertesten gerettet hat mit seiner 10-Millionen-Euro-Zuwendung, das wurde auch hier von Scholle, Dieter und mir thematisiert. Als ich geschrieben habe, dass Jarchow gut aus seiner HSV-Vorstands-Zeit herausgekommen ist, wurde das hier ebenfalls als Medien-Problem dargestellt. Nach der Devise: Ihr habt ihn aber auch schön in Frieden gelassen.

Wer bitteschön hat Carl Jarchow, der jahrelange Minus-Zahlen als Vorstands-Vorsitzender zu verantworten hatte, denn vor allem in Frieden gelassen? Das waren die HSV-Mitglieder selbst, von denen einige mich nun hier kritisiert haben. Jarchow hat nicht eine einzige kritische Nachfrage erhalten auf der Mitgliederversammlung im Januar. Da war nicht die Rede davon, dass der Verein reihenweise Rote Zahlen geschrieben hat und die Campus-Millionen versickert sind. Von der Frage, ob die einzelnen Vorstände denn überhaupt entlastet werden – auch Joachim Hilke hätte diese Frage treffen können – war ebenfalls nichts zu hören. Gar nichts.

Was mir wichtig ist und war bei der Betrachtung Jarchows und vieler anderen, deren Wirken für den HSV am Ende in einem negativen Licht stand: Sie alle wurden auch von bestimmten Leuten, namentlich vom Aufsichtsrat, eingesetzt. Wenn Jarchow gescheitert ist, dann ist auch der alte Aufsichtsrat gescheitert. Führungskräfte in Unternehmen haben EIN wesentliches Instrument zur Steuerung der ganzen Firma, und das ist die Personalauswahl. Ist also Jarchow gescheitert, dann spricht das gegen diejenigen, die ihn ins Amt gehoben haben. Analog heute: Zeigt sich, dass Dietmar Beiersdorfer, wie von Scholle am Montag geschrieben, eigentlich kein Vorstands-Vorsitzender ist, dann geht diese Kritik in erster Linie an das Gremium, das Beiersdorfer bestellt hat. Und schon wären wir bei Karl Gernandt und seinem Team.

Zurück zu Jarchow. Zu guter letzt wurde nämlich angezweifelt, dass Jarchow für die Ausgliederung war. War er aber. Nicht als jemand, der sie initiiert hätte oder angeschoben. Das waren andere – das war die Gruppe HSV-Plus um Otto Rieckhoff. Aber dass Jarchow dessen ungeachtet dafür war, ist einfach Fakt. Das haben mir alle möglichen Menschen aus dem Verein bestätigt. Vermutlich wird mir nun auch noch weiter vorgehalten, ich habe HSV-Plus nicht gewollt. Ich verweise höflich auf eine „Matz-ab-live“-Sendung vom September 2013. Hier habe ich deutlich gesagt, die Ausgliederung muss kommen. Zu diesem Zeitpunkt war HSV-Plus gerade ein paar Tage auf dem Markt. Dass ich diese Haltung anschließend nicht marktschreierisch vor mir hergetragen habe wie andere, liegt wohl daran, dass ich Journalist bin. Aber egal, ob jemand aus meiner Sicht schlechte Arbeit geleistet hat – Kritik unter der Gürtellinie wird es von mir nicht geben.

Im übrigen: Welche Gefälligkeit sollte ich wohl von Carl Jarchow erwarten, wenn er Vize-Präsident des Hamburger Fußball Verbandes ist? VIP-Karte fürs Oddset-Pokal-Endspiel?

Noch sechs Tage bis zum Schalke-Spiel.

Lars
18.00 Uhr

Drei Bewerbungsspiele für Zinnbauer

4. März 2015

Joe oder nicht Joe – das ist hier die Frage. Über den Trainer des HSV wird in diesen Tagen kräftig gestritten, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Namen anderer Trainer gespielt werden. Labbadia, Keller, Tuchel. Das ist nicht unnormal bei einem Verein, der den sportlichen Ansprüchen – vor allem seinen eigenen – nicht genügt, braucht aber nur dann Beachtung zu finden, wenn aus dem Verein selbst Hinweise über Unzufriedenheit mit dem Amtsinhaber kommen.

Zu Beginn der Arbeit von Joe Zinnbauer hat Vereinschef Dietmar Beiersdorfer mit dem Einschub, der Coach bleibe „bis auf Weiteres“, Spekulationen Tür und Tor geöffnet. Ein paar Wochen später erhielt Joe Zinnbauer dann eine Vertragsanpassung. Aus dem Trainer der U-23-Nachwuchsmannschaft wurde offiziell ein Bundesliga-Trainer. Darüber regten sich hinter den Kulissen auch wieder einige Experten auf, dabei ist es doch normal – und zwar nicht nur für einen Fußball-Trainer, sondern für jeden Angestellten irgendeines Unternehmens -, dass der Arbeitsvertrag sich auf das Tätigkeitsfeld bezieht, dass auch wirklich beackert wird.

Nun ist Joe Zinnbauer kein etablierter Profi-Coach. Es kam und kommt immer wieder zu Nachfragen nach seiner Perspektive beim HSV. Die Verantwortlichen mühen sich redlich, keine Trainerdebatte aufkommen zu lassen – und sich gleichzeitig nicht insoweit festzulegen, dass eine unbedachte Äußerung später mal auf sie zurückfallen könnte. Dass Bruno Labbadia, Thomas Tuchel und eventuell auch Jens Keller mal intern diskutiert wurden, muss da nicht stören. Umso überraschender diese Meldung heute, die sich auf einen Sport-Bild-Bericht bezieht:

Die Verantwortlichen des Hamburger SV wollen spätestens Anfang April die Entscheidung über die weitere Zusammenarbeit mit Trainer Josef Zinnbauer treffen. «Wir haben mit Joe in Dubai vereinbart, dass wir uns in der Länderspielpause zusammensetzen und seine Zukunft beim HSV über die Saison hinaus besprechen», sagte HSV-Fußballdirektor Peter Knäbel der «Sport Bild». (Mittwoch). «Planungssicherheit ist für beide Seiten wichtig.» Zinnbauers Vertrag beim Bundesliga-15. laufe bis 2016. Auch mit den langjährigen Führungsspielern Rafael van der Vaart, Heiko Westermann, und Marcell Jansen werde man ernste Gespräche führen, kündigte er an.

Für Abendblatt-Blogs


Mit anderen Worten: Zinnbauer hat zwar einen Vertrag bis 2016, es ist aber nicht einmal ausgemacht, dass er im Sommer 2015 noch Trainer bleibt – ansonsten müsste man sich Anfang April ja gar nicht zusammen setzen. Anders formuliert: Zinnbauer hat noch drei Spiele, um nachhaltig Werbung in eigener Sache zu betreiben. Dass der Coach hohe Wertschätzung bei Peter Knäbel & Co. besitzt, wurde zuletzt häufig öffentlich erklärt. Der Hinweis auf das anstehende Gespräch trägt allerdings nicht wirklich zur Vertrauensbildung bei. Natürlich ist Planungssicherheit wichtig, wie Peter Knäbel sagte. Aber besteht die nicht eigentlich schon in der momentanen Vertragslage? Hier ist es nun wirklich zu einem unbedachten Halbsatz gekommen, der den Manager des Vereins spätestens nach einer weiteren Niederlage – zum Beispiel in drei Tagen gegen Borussia Dortmund – einholen könnte.

Letztlich ist das Alltagsgeschäft schon schwierig genug. Gute Nachricht des heutigen Trainingstages: Auch Lewis Holtby ist wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, wenngleich er sieben Wochen nach seinem komplizierten Schlüsselbeinbruch noch nicht alle Übungen mitmachen durfte, in denen es um Körperkontakt ging. Aber immerhin. Dafür wurde Pierre Michel Lasogga auf dem Trainingsgrün weiterhin vergebens gesucht.

Die Frage vor dem Dortmund-Spiel ist nun: Wieviele der Gegenesen wird Joe Zinnbauer tatsächlich bringen? Cleber, Behrami und Jansen böten sich an. Nach dem Bayern-Desaster scheint Ronny Marcos sich hinten anstellen zu müssen, darüber hinaus ist Matthias Ostrzolek als linker Verteidiger gesperrt. Vieles deutet auf das Comeback von Marcell Jansen auf dieser Position hin. Ob es für Valon Behrami reicht, ist schwer abzusehen. Auch heute war der Schweizer dabei, trabte jedoch vor seinen Kollegen zurück in die Kabine. Offenbar eine Vorsichtsmaßnahme, nachdem Behrami gestern im Testkick gegen die eigene U 23 mitgemischt hatte. Dieter hat Behramis Leistung in diesem Test gestern sehr kritisch gesehen. Ich habe mich spontan an den Saisonbeginn erinnert. Behrami hat da mindestens eine Handvoll Spiele gebraucht, ehe er zu einem Stabilisator im Mittelfeld wurde. Er verlor Zweikämpfe, produzierte Fehlpässe. Und auch jetzt braucht er Zeit, um wieder reinzukommen. Doch: Zeit hat der HSV nicht mehr. Es sind nur noch elf Spiele.

Dies muss überhaupt nicht als Kritik an dem Schweizer mit kosovarischen Wurzeln verstanden wissen. Es ist absolut normal. Und selbst gestandene HSV-Profis hatten in der Vergangenheit Probleme mit ihren ersten Spielen.- Daniel van Buyten war unbestritten einer der besten HSV-Verteidiger der vergangenen Dekade. Mindestens. Aber seine ersten fünf Spiele damals ab 2004: in jedem Spiel ging ein Gegentor auf seine Kappe. Übrigens auch beim legendären, weil verschobenen Pokalspiel in Paderborn. Und das Gegentor verursachte van Buyten ganz ohne Hilfe des „Unparteiischen“ Robert Hoyzer.

Sollte Behrami jedenfalls dennoch dabei sein gegen Dortmund – und an seiner Bedeutung fürs Team haben weder Trainer Zinnbauer noch Manager Knäbel einen Zweifel gelassen – dann könnte es Petr Jiracek treffen, der auf die Ersatzbank muss. Ein Weg zurück für Rafael van der Vaart erkenne ich im Moment nicht. In diesem Zusammenhang sei noch einmal nachgetragen, dass die Verantwortlichen von Sporting Kansas City inzwischen hoffnungsvolle Gespräche mit Rafael van der Vaart über einen Wechsel in die USA bestätigt haben.

Bleibt die Frage, ob Cleber oder Heiko Westermann für den verletzten Slobodan Rajkovic in die Innenverteidigung rückt. Den Trainingseindrücken folgend, könnte Westermann die Nase vorn haben. Eventuell kommt Dortmund für den Brasilianer Cleber noch eine Woche zu früh. Unter Umständen spielt es den Hamburgern in die Karten, dass Dortmunds Marco Reus nicht spielen kann. Das ist noch offen, nachdem der Nationalspieler gestern beim 2:0 im DFB-Pokal bei Dynamo Dresden angeschlagen ausgewechselt werden musste. Hier der aktuelle Reus-Stand:

Fußball-Nationalspieler Marco Reus hat sich im Pokal-Achtelfinalspiel von Borussia Dortmund beim Drittligisten Dynamo Dresden am Dienstagabend nur leicht verletzt. Es handele sich um einen «Pferdekuss» im Oberschenkel, erklärte BVB-Sprecher Sascha Fligge am Mittwoch. Die Verantwortlichen würden nun Tag für Tag schauen, wie sich der Bluterguss bei Reus entwickelt. Ob er im Bundesligaspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim Hamburger SV eingesetzt werden kann, ist noch nicht ganz klar.

Zum Schluss möchte ich Euch noch das Hamburger Abendblatt von morgen ans Herz legen. Kai Schiller hat dort ein hochinteressantes Interview geführt mit dem Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, Garrelt Duin, zugleich einem glühenden HSV-Fan. Duin beobachtet von Düsseldorf aus die Geschicke seines Vereins im hohen Norden und ist insbesondere mit der wirtschaftlichen Seite sehr unzufrieden. So ist er äußerst unglücklich mit der Rolle von Investor Klaus-Michael Kühne: „Sich nur auf Herrn Kühne zu verlassen, halte ich für sehr unklug. Niemand weiß doch, wann Herr Kühne sich mal wieder räuspert und mit einigen Bemerkungen wieder mal den ganzen Verein in Schutt und Asche legt. So eine Konstellation gibt es bei keinem anderen Club – und ich halte dies für extrem problematisch.“ Sehr kritisch sieht Wirtschaftspolitiker Duin auch die Campus-Anleihe, die – wie mittlerweile bekannt ist – komplett im laufenden Betrieb des HSV versickert ist. Der Campus-Bau kann nur durch eine Zehn-Millionen-Euro-Spende von Alexander Otto realsiert werden. „Wenn ein Unternehmen in der freien Wirtschaft mit den Geldern einer Anleihe derart umgehen würde, dann gäbe es sicherlich sehr viel größeren Ärger als es beim HSV bislang gab“, sagt Duin dazu.

Es ist ja auch wirklich erstaunlich, wie leicht die HSV-Mitglieder ihren Vorstand aus dieser Nummer herausgelassen haben. Keine weiteren Nachfragen auf der Mitgliederversammlung im Januar, keine Probleme mit der Entlastung. Der Wunsch nach Friede war zu groß. 17,5 Millionen Euro – dieser Betrag wurde mal eben aufgefressen, kein einziger Cent ging in den „Campus“. Rechtlich mag das in Ordnung sein, auch hat die Staatsanwaltschaft sich gegen die Aufnahme eines Verfahrens gegen den ehemaligen Vorstand ausgesprochen. Am Komplett-Versagen der Herren Jarchow und Hilke in erster Linie ändert das in diesem Punkt allerdings gar nichts. Aber, wie gesagt, mehr dazu morgen in dem kompletten Interview mit Garrelt Duin – aus einer sehr spannenden Perspektive, wie ich finde.

Übrigens stellt sich nach wie vor die Frage, wo denn eigentlich die Zahlen des HSV für das abgelaufene Jahr 2013/14 bleiben. Immer noch wird in der Öffentlichkeit mit der alten Zahl von 100 Millionen Euro Verbindlichkeiten hantiert, die sich auf den Stichtag 30. Juni 2013 bezieht. Wie hoch sind die Schulden zum 30. Juni 2014 gewesen? Etwa um die 120 Millionen? Der HSV-Vorstand ist hier in der Bringschuld, das verlangt das Aktienrecht.

******ERGÄNZUNG (23.30 Uhr). Inzwischen liegt die Konzernbilanz vor. Danke an “revolu” für den Hinweis. Demnach hat der HSV zum 30. Juni 2014 Verbindlichkeiten von 90,5 Millionen Euro, also weniger als die in den Raum gestellten 100 oder gar 120 Millionen. Auffällig bei den Zahlen: Der HSV hat sein Anlagevermögen (Vorjahr 36 Millionen aus Spielerwerten) drastisch auf 71,3 Millionen gesteigert durch die Neu-Einführung eines “Markenwertes” (41,2 Millionen), den es vorher nicht gab******

Morgen wird um 15.30 Uhr an der Arena trainiert.

Lars
18.20 Uhr

Arslan ist weg, noch kein Neuer da – Guerrero-Comeback unwahrscheinlich

26. Januar 2015

Dietmar Beiersdorfer hatte Grund zum feiern – und auch wieder nicht. Denn während der Vorstandsboss beim Boulevard ob der Millionenspritzen der HSV-Milliardäre Klaus Michael Kühne und Alexander Otto als „Dukaten-Didi“ Renaissance feiert, hat er sportlich noch lange nichts verbessert. Im Gegenteil. Bisher steht nur der Abgang von Tolgay Arslan zu Besiktas Istanbul (500000 Euro Ablöse und Beteiligung am Weiterverkauf) fest, den es nun doch zu Besiktas zieht. Und das, obwohl er bei Trabzonspor (Arsenal London war keine ernsthafte Option) dem Vernehmen nach bis zu drei Millionen Euro netto per annum hätte verdienen können. Via facebook verkündete er: „Ich freue mich, euch berichten zu können, dass ich einen Vertrag bei Besiktas Istanbul unterzeichnet habe. Letzten Endes konnte ich trotz verlockender Angebote nur auf mein Herz hören und das schlägt für Besiktas!!! Ich möchte mich aber vor allem auch bei dem HSV und seinen Fans für die unglaublichen Jahre mit vielen Höhen und Tiefen bedanken. Vielen Dank für eure Unterstützung – Hamburg ist und bleibt mein zu Hause und ich werde euch immer in meinem Herzen behalten!
Euer Tolgay“. Um 16.30 Uhr hob der defensive Mittelfeldspieler dann per Flieger gen Istanbul ab. Alles Gute Tolgay!

 

Arslan musste gehen, nachdem Trainer Joseph „Joe“ Zinnbauer unmissverständlich klar gemacht hatte, dass Arslan bei ihm nicht spielen würde. Einzig die Frage nach dem „Warum?“ wurde nie wirklich erklärt. Und auch Tolgay äußerte sich nicht. Dabei soll der junge Mittelfeldspieler im Zuge der Enttäuschung nur kurz nach Amtsübernahme Zinnbauers gemeckert haben. Dabei schimpfte Arslan dem Vernehmen über das neue System Zinnbauers, das ihn zum Reservisten degradierte. Pech für Arslan war in diesem Fall, dass im Nebenraum Cotrainer Patrick Rahmen saß und alles mit anhören konnte. Seither soll das Verhältnis Arslan/Zinnbauer nachhaltig beeinträchtigt gewesen sein – vorsichtig formuliert…

 

Wobei, glaubt man den schnellen italienischen Medien, hatte der HSV schon Ersatz, als es Arslan per Flieger in die Türkei zog. Gegen Mittag sollen sich demnach der HSV und Inter Mailand auf einen Wechsel des Serben Zdravko Kuzmanovic geeinigt haben. Das aber dementierte der HSV umgehend. Noch.

 

Nicht geleugnet – aber auch betont „nur Alternative“ ist Paolo Guerrero. Bislang zumindest. Wobei ich noch immer ein bekennender Fan seines Fußballs bin und glaube, dass der Peruaner genau der Typ Spieler ist, den der HSV für vorn sucht. Technisch stark kann kaum einer besser den Ball festmachen und verteilen als er. Allerdings würde es mich wundern, wenn Guerrero selbst kann sich vorstellen, wieder nach Deutschland zu wechseln. Allerdings würde ich mich wundern, wenn es der HSV schaffte, den 31-Jährigen finanziell glücklich zu machen, ohne sich zu verheben. Rund drei Millionen Euro im Jahr soll der 31-Jährige bei Corinthians kassieren. Und die Brasilianer wollen den ehemaligen HSVer unbedingt halten.

 

Aber wie dem auch sei, heute passiert eher nichts mehr. Zumindest kommt kein Neuer. Dennoch rechnen beim HSV intern alle fest damit, dass die benötigten Verstärkungen bis zum Transferende am 2. Februar kommen. Dass Dietmar Beiersdorfer den Wunschkandidaten Josip Drmic bereits mehr oder weniger abschreibt („Es würde mich sehr wundern, wenn er zu uns wechselt“) werte ich nicht als Aufgabe. Der HSV will und muss Bayer Leverkusen klar machen, dass sie die Entscheidung des Werksklubs nicht über Wohl und Wehe des HSV entscheidet, und dass der HSV Alternativen hat. Daher wird Guerrero, den Leverkusen übrigens mit der Begründung ablehnte, dass Drmic ja bleiben würde, nicht abgehakt – aber intern eben auch nur als B-Lösung betrachtet.

 

Immer erste Kategorie war David Jarolim. Menschlich wie sportlich war er ein Vorzeigeprofi. Heute war der Tscheche in Hamburg, um sich sportärztlich untersuchen zu lassen. Und der ehemalige Sechser nutzte die Gelegenheit, um noch einmal in eigener Sache für sein Abschiedsspiel am 28. März zu werben – obgleich das kaum nötig ist. Und er freut sich: „Natürlich hast du am Anfang immer Angst, dass die Leute es nicht annehmen. Umso mehr freue ich mich, dass jetzt so viele Tickets abgesetzt wurden. Es wird einer der emotionalsten Augenblicke, die ich je in diesem tollen Stadion erleben durfte.“

Anbei ein Videointerview mit Jarolim im (entschuldigt bitte!) unüblichen Hochformat…

Der Sportdirektor von Mlada Boleslav hat es geschafft, dass bereits mehr als 21000 Tickets abgesetzt sind. Als Fünftbeliebtester HSVer aller Zeiten wählten ihn die Leser der „BILD“ zuletzt. „Das fühlt sich gut an“, so Jarolim, dem der HSV immer wieder nahegelegt hatte, ihn im eigenen Nachwuchs unterbringen zu wollen. Als Trainer. „Ich werde das jetzt auch machen“, so Jarolim, „allerdings erst einmal bei uns im Klub. Ich bleibe Sportdirektor und werde zusätzlich die Woche die U19 von Boleslav trainieren, um erste Erfahrungen zu sammeln. Ich will meine Lizenzen erwerben – dann schaue ich weiter.“

 

 

Allerdings, einmal hier, kam Jaro nicht umhin, sich auch zum HSV zu äußern. „Ich glaube, dass der HSV die richtigen Leute auf den wichtigen Positionen hat und dass sie die Situation erkannt haben. Deshalb bin ich auch optimistisch. Es wird wieder eine schwierige Saison, aber sie wird nicht noch mal so schlimm wie die letzte Saison.“ Dass der HSV noch in dieser Wintertransferphase Verstärkung braucht – auch Jaro sieht es so. Obwohl er überlegt, etwas anderes zu sagen, gibt er zu: „Wenn die Möglichkeit besteht, jemanden zu bekommen, der helfen würde, dann sollte man es machen.“ Ob er Guerrero empfehlen würde? „Das kann ja nicht klappen – der hat doch Flugangst…“, scherzte Jarolim, um dann hinzuzufügen: „Paolo ist ein super Fußballer. Helfen könnte er immer.“

 

Womit ich noch einmal kurz auf die Mitgliederversammlung eingehen will. Die hat gezeigt, was eine Person des Vertrauens bewirken kann. Wobei es sicher mindestens zwei waren, die der Versammlung zu einem friedlichen Verlauf verholfen haben, wie wir ihn schon Ewigkeiten nicht mehr miterleben durften. Immerhin in einer finanziell und sportlich derart angespannten Situation – das war für mich dann doch überraschend. Aber nehmen wir die auf deutlich zu persönlicher Ebene geführten Reden von und gegen Manfred Ertel mal aus, war es letztlich ein sehr erfreulicher Sonntag. Die Verantwortlichen der Campus-Anleihe wurden zwar unter dem Eindruck der Zehn-Millionen-Spende von Alexander Otto unverdient wenig in die Verantwortung genommen – andererseits hätte es mehr als neuen Ärger dadurch auch nicht gegeben. Moralisch verheerend sind die Herren Jarchow, Hilke, Arnesen und Scheel rechtlich abgesichert – das Kleingedruckte macht’s möglich.

 

Dennoch war bei der Veranstaltung ein Hauch von Einigkeit zu spüren, die dieser Verein dringend benötigt. Und Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer ist das Gesicht der Neuausrichtung – zusammen mit Otto. Und Klaus Michael Kühne natürlich. Wobei die beiden Millionen-Unterstützer unterschiedlicher kaum sein könnten. Hier Otto, der bewusst zurückhaltend agiert und keine Anteile zeichnen sondern in letzter Instanz dem Amateursport helfen will. Und auf der anderen Seite Kühne – der Mann, der sein Darlehen lang und hart verhandelte, ehe er es in Anteile umwandelte und der gern öffentlichkeitswirksam sagt, was er denkt. Aber – in diesem Fall sollte man es nur so nehmen, wie es im Moment ist: als unfassbar große Hilfe für die Konsolidierung des HSV. Den Dank haben sich die beiden Milliardäre verdient.

 

In diesem Sinne, der Testspieler Innocent Emeghara wird nicht genommen, Ivo Ilicevic darf vorerst ebenso bei den Profis weiter mittrainieren, wie die U23-Youngster Philipp Müller, Ahmet Arslan und Nils Brüning (Marcos, Götz und Gouaida bleiben natürlich auch). Pierre Michel Lasogga ist wieder einsatzbereit, hat aber morgen frei, da kein Training ist.

 

Bis dahin, Scholle

 

P.S.: Angeblich ist Mpoku (Standard Lüttich) in Deutschland zu Verhandlungen. Und Inter Mailands Trainer Roberto Mancini soll sich nun doch gegen die Abgabe Kuzmanovics entschieden haben. Diese Gerüchte habe ich deshalb ins „P.S.“ gestellt, weil sie in fünf Minuten wieder überholt sein werden. Wetten dass…?

Friede, Freude, Eierkuchen – Meier gewählt. Und Beister rettet 1:1 gegen Odense

25. Januar 2015

Das war ein großer Tag für den HSV. Jetzt soll und wird Ruhe einkehren. So jedenfalls die Hoffnung vieler, vieler Mitglieder. Ob es so kommen wird, steht in den Sternen, aber was stirbt nicht auch beim HSV zuletzt? Jens Meier ist neuer Präsident des HSV e.V., Henning Kinkhorst ist neuer Vizepräsident und Dr. Ralph Hartmann ist der neue Schatzmeister des Clubs – es ist also angerichtet, diese Herren wurden für drei Jahre in ihre Ämter gewählt. Ein besonders schöner Tag für den HSV wurde es allerdings auch und vor allem durch Alexander Otto. Der ehemalige Aufsichtsrats-Chef spendet dem HSV 10 Millionen Euro für den Campus-Bau. Der Milliardär verkündete seine und diese Großzügigkeit während der Mitgliederversammlung und wurde spontan mit standing ovations gefeiert. „Wir sind sehr glücklich, dass Alexander Otto unser Campus-Projekt, das ja seit Sommer 2014 noch einmal komplett umgeplant wurde, so geduldig und mit großem Verständnis im Sinne unserer Neufokussierung auf den Sport begleitet hat“, sagte Dietmer Beiersdorfer und bedankte sich bei Otto herzlich und immer wieder. Wahrlich ein großartiger Tag für den HSV – und nach der finanziellen Hilfe von Investor Klaus-Michel Kühne ein weiterer Schritt, den Club der Rothosen weiter auf gesunde – oder gesündere – Beine zu stellen.

 

Der Campus-Baubeginn soll, so Alexander Otto, gegen Ende dieses Jahres starten und im Frühjahr 2017 soll dann das schnittige Gebäude bezugsfertig sein. Der Fußball-Gott möge dem HSV bei diesem Vorhaben beistehen – und die Planungen unterstützen.

 

„Ich freue mich, dass wir mit dem HSV-Campus gleich doppelten Nutzen stiften: Die Nachwuchsarbeit für die Profis wird dadurch deutlich verbessert, und gleichzeitig fördern wir darüber den HSV-Amateursport. Beides liegt mir besonders am Herzen. Ich bin überzeugt, dass die Weichen beim HSV mit der jetzigen sportlichen Leitung und dem Campus für eine erfolgreiche Zukunft gestellt sind“, sagte Alexander Otto, der der gefeierte Mann war.

So soll der Campus, der zehn Millionen Euro kostet, aussehen

So soll der Campus, der zehn Millionen Euro kostet, aussehen

Und der den Beifall sichtlich genoss: „Es ist ja mal schön, wenn man eine solche Neuigkeit auch mal während einer Mitgliederversammlung verkünden kann. Diesen Tipp sollte man auch dem Herrn Kühne vielleicht mal geben, es fühlt sich jedenfalls sehr gut an.“ Otto stiftet die zehn Millionen an die HSV-Campus-gGmbH – also die gemeinnützige GmbH. Die vermietet das 4600-Quadratmeter-Gebäude für 500.000 Euro per annum an die HSV Fußball AG, und damit werden gemeinnützige Sportprojekte des HSV e.V. gefördert und unterstützt. Dem Beirat der gGmbH gehören u.a. Dietmar Beiersdorfer, Jens Meier und Alexander Otto an. Gesellschafter der HSV-Campus-gGmbH sind die HSV Fußball AG mit 75 Prozent und Alexander Otto mit 25 Prozent Anteilen. Zu den Geschäftsführern wurden Rando Aust, Vorstandsvorsitzender der Alexander Otto Sportstiftung, und Joachim Hilke, Vorstand der HSV Fußball AG, bestellt.

Der HSV-Campus von innen

Der HSV-Campus von innen

 

771 stimmberechtigte Mitglieder waren um 11.22 Uhr anwesend, nicht stimmberechtigt aber trotz allem 55 Minuten anwesend: die HSV-Profis. Mit viel Beifall begrüßt, mit ebenso vielem Applaus zum bevorstehenden Spiel gegen Odense verabschiedet. Mitten drin hechelte der etwas verspätete Aufsichtsrats-Chef Karl Gernandt in den Saal. Und hatten zu Beginn dieser MV noch zwei Herren darüber geklagt, dass der Ton zu rüde sei, so wurde es im Laufe des Nachmittags immer harmonischer.

 

Gleich zu Beginn wurde über einen Antrag des ehemaligen Aufsichtsrats-Bosses Manfred Ertel abgestimmt. Der hatte folgenden Antrag eingebracht: „Das Präsidium des HSV e.V. wird aufgefordert, alle erdenkliche Schritte zu ergreifen, dass der Vorsitz im Aufsichtsrat der HSV-Fußball-AG vom Präsidenten des HSV e.V. bekleidet wird. Dazu gehört insbesondere, einen entsprechenden Beschluss in der Hauptversammlung der Fußball AG herbeizuführen.“ Unabhängig davon, dass ein solcher Beschluss ohne rechtliche Gültigkeit geblieben wäre – der Antrag wurde mit überwältigender Mehrheit abgelehnt. Wobei ja auch Jens Meier vorher in diversen Interviews (zwei im Hamburger Abendblatt) angekündigt hatte, nicht Aufsichtsrats-Chef der AG werden zu wollen. Dieses Amt übt weiterhin Karl Gernandt aus, und wenn ich die Stimmung im Saael richtig deute, dann übt er dieses Amt zum Wohle der meisten Mitglieder aus.

 

Dann ging es nur noch erfreulich weiter. Carl-Edgar Jarchow hielt seine Abschiedsrede, er erhielt dafür Beifall im doppelten Sinne. Überwiegend mehr Applaus gab es dafür, dass er für den HSV gearbeitet hat, es gab aber auch Beifall dafür (hielt sich in Grenzen), dass er nun abtritt. Richtig viel Applaus gab es danach für Dietmar Beiersdorfer, der über seine bisherigen sieben Monate Auskunft gab. Der HSV ist ein Verein – stellte „Didi“ fest und schloss sich dann seinen Mitstreitern Bernhard Peters und Peter Knäbel an: „Wir sind mit unserer Arbeit immer noch ganz am Anfang.“ Natürlich. Über Nacht geht da nichts. Das wird nun auch das Präsidium des e.V. zu spüren bekommen. Beiersdorfer aber zeigte gute oder bessere Perspektiven auf: „Wir schwimmen immer noch nicht in Geld, aber wir haben die finanzielle Lage stabilisiert.“ Zur Stimmungslage innerhalb des Vereins befand der Club-Chef: „Es gibt bei uns jetzt nicht mehr die oder die, sondern nur noch einen HSV.“ Und: „Aus Alt und Neu wird zurzeit gerade eines: unser HSV!“ Zum Abschluss seiner Rede sagte Beiersdorfer auch: „Ich sehe den Einsatz und den Willen aller, für den HSV zu arbeiten. Das stimmt mich für die Rückrunde zuversichtlich.“

Zur sportlichen Seite hatte der „Didi“ vorher auch gesprochen. „Wir haben die Defensive stabiler hinbekommen, nur drei Vereine sind in dieser Spielzeit bislang besser als der HSV, und nur der FC Bayern hat bislang öfter zu null gespielt. Dafür muss ich aber auch zugeben, dass vorne viel zu oft die Null bei uns stand, aber daran arbeiten wir.“ Dafür erntete er Gelächter. Ernster wurde es beim Thema Trainer – und Entlassung. Beiersdorfer: „Wir mussten uns von Trainer Slomka trennen, denn es bestand weniger bis gar keine Hoffnung auf Besserung. Mit Trainer Joe Zinnbauer kam ein akribisch arbeitender Mann, der der Mannschaft Mentalität zurückgegeben hat, die eines HSV würdig ist.“

 

Wie gesagt: Friede, Freude, Eierkuchen bei diesem HSV. Der HSV spielt demnächst wieder im Volksparkstadion, und vielleicht wird es einem total verunsicherten, etwas bröckelnden oder leicht auseinandergebrochenen und unruhigen Club ja doch eines Tages noch gelingen, EIN HSV zu werden. An diesem 25. Januar 2015 wurde auf jeden Fall viel dafür getan – und es wurde nicht nur ein Schritt gemacht, das waren viele. So zufrieden, wie die meisten Mitglieder diesmal den CCH-Saal (2) verlassen haben, so zufrieden sind sie wohl seit Jahrzehnten nicht mehr nach Hause gegangen. Jetzt müsste es nur noch sportlich passen – aber das wird. So mein Bauchgefühl. Und während ich das schreibe, sitzt „Scholle“ im Volksparkstadion bei der Generalprobe, dem Spiel gegen Odense BK. Er darf von diesem Spiel keine Zwischenstände oder Ähnliches vermelden, das hat der HSV so bestimmt, deswegen müsst Ihr Euch noch ein wenig gedulden. Ob „Scholle“ dann den Bericht hier anfügt, oder einen neuen anlegt, das vermag ich aus dem CCH nicht zu sagen, ist ja aber auch unwichtig.

 

Um noch schnell auf die Wahlen zu kommen. Jens Meier wurde mit 84,5 Prozent gewählt, 15,5 Prozent waren gegen ihn, bei 32 Enthaltungen. Henning Kinkhorst wurde mit 82,6 Prozent gewählt, 17,4 Prozent waren gegen ihn, es gab 60 Enthaltungen. Und Dr. Ralph Hartmann erhielt 76,6 Prozent Ja-Stimmen, 23,4 Prozent waren gegen ihn, dazu gab es 73 Enthaltungen. Bei der Wahl des Delegierten der Fördernden Mitglieder in den Beirat wurde Patrick Ehlers gewählt. Jan Wendt wurde in einer Kampfabstimmung zum Vertreter der Amateure in den Beirat gewählt, das ehemalige Aufsichtsratsmitglied setzte sich mit 53,8 Prozent gegen das bisherige Beiratsmitglied Eckart Westphalen (46,2 Prozent) durch.

Der erste Präsident des neuen HSV e.V.: Jens Meier

Der erste Präsident des neuen HSV e.V.: Jens Meier

 

 

So, und nun könnte es dann demnächst sportlich werden – mit „Scholle“ und dem HSV gegen Odense.

 

So fühlen sich also Geisterspiele an. Null Zuschauer – zumindest keine Fans, sondern nur Vereinsverantwortliche auf der Tribüne. Jedes Wort auf dem Platz war zu hören, jeder Trainerkommentar bis auf die Tribüne wahrnehmbar. Einzig guter Fußball war kaum zu sehen. Und das lag nicht allein an der fehlenden Durchschlagskraft des HSV, der mit dem U23-Spieler Nils Brüning als einzige Spitze im 4-1-4-1-System anfing. Vielmehr war es der Tabellenzehnte (von zwölf) aus Dänemark, der den HSV kaum bis gar nicht zu fordern verstand – es sei denn, die HSV-Abwehr lud ein. Wie in der zweiten Minute, als der ansonsten vergleichsweise agile Zoltan Stieber den Ball unnötig in der eigenen Hälfte verlor und die Dänen frei zu Schuss kamen und nur den Pfosten trafen.

In der einseitigen Partie (Odense war über den Großteil des Spiels mit allen elf Spielern in der eigenen Hälfte) konnten die HSV-Profis schon mal erahnen, was am kommenden Sonnabend auf sie zukommt. Gegen die massierte Abwehr der Dänen fiel dem HSV dabei erneut nur sehr wenig ein. Bis auf Mohamed Gouaida in der vierten, Zoltan Stieber in der 44. Minute und zwei Fernschüssen Heiko Westermanns gab es keine Torszenen.

In der zweiten Hälfte brachte Zinnbauer dann Artjoms Rudnevs und den wieder nicht überzeugenden Innocent Emeghara. Gefährlich wurde es dennoch zunächst erneut durch Heiko Westermann – per Kopf nach einem Eckball Rafael van der Vaarts (48.). Und ebenfalls wieder durch individuelle Fehler. Diesmal war es Jaroslav Drobny, der auch für Köln gesetzt ist, der mit einem katastrophalen Fehlpass die Führung der Dänen einleitete. Mathias Peter Greve Petersen traf zum 1:0 für die Gäste.

Aber der HSV reagierte. In der 65. Minute wechselte Zinnbauer mit Green, Lasogga und Beister drei frische Offensivkräfte ein. Und das hatte Wirkung. Eine gute Viertelstunde vor Schluss zog Comebacker Maxi Beister einfach mal aus 25 Metern ab – und traf zum 1:1.

Torschütze Maximilian Beister (l.) zeigte erneut, dass schon bald wieder mit ihm zu rechnen ist

Torschütze Maximilian Beister (l.) zeigte erneut, dass schon bald wieder mit ihm zu rechnen ist

Wobei Odenses Keeper bei dem Flachschuss in die Tormitte keine gute Figur machte. Und hätte Lasogga in der 81. Minute nicht nur den Innenpfosten getroffen – der HSV wäre tatsächlich als Sieger vom Platz gegangen. So aber bleib es beim eher enttäuschenden 1:1 gegen alles andere als starke Dänen bei der Erkenntnis, dass der HSV noch eine Menge Arbeit vor sich hat – zumal sich personell derzeit nichts tut. Tolgay Arslan steht vor der Wahl, zu Besiktas oder (tendenziell eher zu) Trabzonspor zu wechseln, kann sich aber noch nicht entscheiden. Bei Jospip Drmic kommt aktuell keine Bewegung rein (Beiersdorfer: „Seine Verpflichtung wird sehr schwer“), ebenso wenig bei Zdravko Kuzmanovic. Der Serbe stand bei Inter Mailands 0:1-Niederlage gegen Torino sogar noch in der Startelf.

Fakt ist, dass es der HSV in der Bundesliga mit deutlich schwereren Kalibern zu tun bekommen wird als heute. Obgleich Zinnbauer die Frage in den Raum stellte: „Vielleicht waren die aber nicht nur schwach, sondern wir ganz ordentlich…“ Eine Frage, die auf den zweiten Abschnitt bezogen zutreffend ist. Dennoch weiß auch Zinnbauer, dass das Kernproblem, die fehlende Torgefahr, noch nicht behoben ist. „Wir brauchen mehr Torgefahr.“

Auf Maxi Beister, der davon trotz seines körperlichen Defizites noch am meisten ausstrahlt, wird sich Zinnbauer noch nicht stützen können. Obgleich ihn die Situation überlegen lässt. „Maxi fehlt noch etwas. Wir müssen schon überlegen, ob er für den Kader in Frage kommt.“ Bei Pierre Michel Lasogga – neben Biester der zweite positive Aspekt des Spiels – stellt sich diese Frage nicht. „Er wird im Kader sein gegen Köln. Wir werden unter der Woche dosiert mit ihm umgehen, ihn sehr konzentriert trainieren lassen. Aber er ist dabei. Wenn auch noch nicht über 90 Minuten.“

Überzeugend war heute der Auftritt von Heiko Westermann auf der Sechs. „Er hat das defensiv gewohnt gut gelöst und auch offensiv gute Szenen gehabt“, lobte Zinnbauer, der überlegt, Westermann auch gegen Köln auf die Sechs zu stellen. Zumindest für den Fall, dass bis dahin kein neuer Sechser verpflichtet werden kann. Zinnbauer: „Ich plane mit den Spielern die ich jetzt habe.“

Nicht mehr dabei sein werden Testspieler Emeghara und Ivo Ilicevic. Mit beiden wird sich Zinnbauer am Montag unterhalten und ihnen seine Entscheidung mitteilen. Genau so, wie er es heute mit Rene Adler gemacht hatte. „Ich habe mit ihm gesprochen und ihm gesagt, dass Drobo vorn ist. Er hat es sehr gut aufgenommen, die Entscheidung akzeptiert. Wir, Torwarttrainer Stefan Wächter und ich, sehen, dass Drobo seinen Vorsprung gehalten hat. Aber auch, dass ich Rene sehr gut eingefügt hat, sehr präsent ist.“

In diesem Sinne, bis morgen. Dieter und ich verabschieden uns an dieser Stelle bis morgen, wo um zehn Uhr an der Arena trainiert wird.

 

Bis dahin,

Scholle

 

HSV (1.Hz.): Drobny – Götz, Djourou, Cléber, Marcos – Westermann – Müller, van der Vaart, Stieber, Gouaida – Brüning.

2.Hz.: Drobny – Jansen, Djourou (65. Kacar), Rajkovic, Ostrzolek – Westermann (65. Mende) – Müller (65. Beister), van der Vaart (65. Green), Stieber (65. Lasogga), Emeghara – Rudnevs.

 

PS: Bei der Gelegenheit: Vielen Dank für die Teilnehmer am Matz-ab-Abend vom Sonnabend. Es war wieder einmal toll und großartig und harmonisch, es hat allen viel Spaß gemacht – und das möchte ich hiermit noch kurz würdigen. In der Hoffnung, dass Ihr alle wieder gut nach Hause gekommen seid, verbleibe ich mit den freundlichsten Grüßen (und wünsche allen einen guten Start in die neue Woche!),
Dieter

 

16.23 Uhr

Lars Pegelow zieht Trainingslager-Bilanz

Beiersdorfer: “Ein sehr guter Tag für den HSV”

22. Januar 2015

Um 23.16 Uhr hatte die Presseabteilung am Mittwochabend geladen, um 9.30 des heutigen Donnerstages waren die Journalistenkollegen und ich vor Ort. Per Mannschaftsbus wurden wir in den nahegelegenen Volkspark gefahren. Dort angekommen, ließ sich erahnen, was folgen würde. Eine alte Sitzreihe des ehemaligen Volksparkstadions sowie eine Traditionsfahne des HSV bildeten den Rahmen der feierlichen Verkündung von Aufsichtsratsboss Karl Gernandt (siehe Videos). Denn Klaus-Michael Kühne hat sich nun doch dazu entschlossen, einen großen Teil seines 25-Millionen-Darlehens für den HSV umzuwandeln in Vereinsanteile. 18,75 Millionen Euro gehen somit auf den HSV über, im Gegenzug erhält der Speditionsmilliardär 7,5 Prozent an der HSV AG. Zudem, und das war die emotional zweifellos deutlich schönere Nachricht, zahlt Kühne dem HSV ab Juli 2015 für die kommenden vier Jahre jeweils vier Millionen Euro, um die Imtech-Arena in „Volksparkstadion“ um- oder besser: zurückzutaufen. Eine Idee, die seit Monaten über die Flure des HSV schwebte – und die jetzt endlich umgesetzt wird.


Dass sich die Anwesenden, von Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer über seinen Vize Joachim Hilke bis hin zu Aufsichtsratsboss und Kühne-Attaché Karl Gernandt über alle Maßen erfreut äußerten – logisch. Denn die Tatsache, dass nicht mehr 25 Millionen zurückgezahlt werden müssen, sondern „nur noch“ 6,25 Millionen – und die bis 2019 in Raten, gibt dem HSV neuen Handlungsspielraum.

Fussball

Oder nicht?

Beiersdorfer: Es bedeutet, dass wir versuchen, die Konsolidierung des Klubs weiter voranschreiten zu lassen. Es tut uns gut bilanziell, Eigenkapital aufzustocken durch die Umwandlung. Wir sparen uns zudem erhebliche Zinsen. Das hat natürlich auch Ausschlag auf die Lizenzierung. Es hat aber keine wirklichen oder große Auswirkungen auf Spielertransfers. Die Eigenkapitalquote verbessert sich dadurch und wir haben eine verbesserte Gesprächsgrundlage mit den Banken, wenn es um Veränderungen in unserer Infrastruktur geht. Und das hilft.“

Karl Gernandt indes zeigte sich zuversichtlich, dass der HSV im aktuellen Transferfenster jetzt leichter tätig werden kann. Zumal er sagte: „Es gibt einen möglichen Investor, der mir gestern in einem sehr guten Gespräch gesagt hat, dass er sich sehr ernsthaft mit einem Einstieg beim HSV beschäftigt.“ Wer das ist, blieb natürlich verschlossen. Obwohl Gernandt, sichtlich euphorisiert und in Plauderlaune, auf den Wunschstürmer Josip Drmic angesprochen sagte: „Wir können ihn uns leisten und jetzt muss man sehen, ob man mit dem anderen Verein einig wird.“ Dietmar Beiersdorfer ergänzte bei dem Neujahrsempfang in der Hanse-Lounge vor rund 150 Gästen: „Das wir Interesse an dem Spieler haben, ist nicht neu. Leverkusen ist auch bereit ihn abzugeben, wenn sie Ersatz finden. Wir müssen geduldig sein.“ Immerhin sei in diesem Transferfenster – Dortmunds Kampl mal ausgenommen – noch kein großer Transfer über die Bühne gegangen. „Der Markt ist noch ruhig, kann aber ganz plötzlich und ganz schnell in Wallung kommen. Oftmals ist es so, dass ein Transfer mehrere Transfers auslöst, das ist wie beim Domino.“

Spielerisch erklärt, was technisch schwer umzusetzen zu sein scheint. Denn Leverkusens Sprecher der Geschäftsführung, Michael Scha(n)de. Zumal Beiersdorfer andeutete, dass sich durch die Verletzung Lewis Holtbys eine weitere personelle Baustelle aufgetan hat. „Er hat einen komplizierteren Trümmerbruch in der Schulter. Das kann dauern. Wir rechnen mit zehn Wochen bis drei Monaten.“ Ob daher für den zentral-offensiven Bereich noch nach einem Spieler geschaut wird? Beiersdorfer, der auch beim Neujahrsempfang wiederholt bestätigte, die Kühne-Gelder für die Konsolidierung zu nehmen und nicht in Spieler zu stecken, überlegt kurz, dann lächelt er verschmitzt und umgeht eine klare Antwort: „Wir haben den Markt im Blick.“ Abzuwarten sei zudem, so der Vorstandsboss des HSV, was mit Tolgay Arslan passiert. Während der Podiumsdiskussion beim Empfang summte sein Handy wiederholt. „Das wird damit zu tun haben“, so Beiersdorfer, der mit einem Ergebnis binnen der nächsten Tage rechnet. „Zwei Tage“, um seine Wortwahl genau wiederzugeben.



Seite heute wieder da ist Lars Pegelow – zusammen mit der Mannschaft des HSV landen sie heute Abend um 19 Uhr in Fühlsbüttel. Vorher hatte er noch die letzten News zusammengetragen und verfasst. Ich verabschiede mich an dieser Stelle bis morgen. Es ist noch lange nichts gerettet – weder sportlich noch finanziell. Aber die Richtung stimmt zumindest. Das ist ein guter Tag für den HSV. Für die Vereinsführung zudem ein äußert glücklicher Zeitpunkt. Immerhin ist am Sonntag Mitgliederversammlung und Offenlegung der Bilanz…

In diesem Sinne, bis morgen!
Scholle

Und jetzt, viel Spaß bei Lars’ Text aus Dubai:

Ganz unabhängig von den Geschehnissen in Hamburg hat die Mannschaft heute ihr Trainingslager in Dubai beendet. Trainer Joe Zinnbauer ist mit vielen Eindrücken, aber auch mit einigen Problemen am Nachmittag Dubai-Zeit in den Emirates-Flieger gestiegen. War das nun ein gutes Trainingslager? Das wäre mit Sicherheit zu hoch gegriffen. Der Bundesliga-14. Steht vor einer ungewissen Rückrunde.

„Natürlich mache ich mir Gedanken, ob der eine oder andere Spieler zurückkommen kann“, sagte Zinnbauer nach dem Abpfiff des letzten Tests in Al Ain, der 0:2-Niederlage gegen Manchester City. „Aber ich gehe davon aus, dass uns bis auf Behrami und Holtby zum Rückrundenstart gegen Köln alle Spieler zur Verfügung stehen.“ Das mag sein, aber es bleibt doch dabei, dass viele Spieler entscheidende Vorbereitungstage verpasst haben, selbst wenn ihre jeweilige Verletzung nicht dramatisch war. So haben neben den genannten Spielern insbesondere Nicolai Müller und Pierre Michel Lasogga keine Testspielminute auf dem Buckel.

„Ich hoffe, dass sie ihren Rückstand schnell wieder aufholen können“, so Zinnbauer beim Abschlussgespräch im noblen Meydan-Hotel, dem „Raumschiff“ in der Wüste am Rand von Dubai. „Alle Verletzte haben auch in unseren Video-Sitzungen hart gearbeitet und ihre Einheiten im Reha-Bereich durchgezogen.“ Die Bedingungen waren für den Trainer „wunderbar und traumhaft“. Ohnehin hofft der HSV darauf, auch im kommenden Winter nach Dubai zurückzukehren.

Stichwort Video-Sitzungen. Zinnbauer hat hier sicher neue Maßstäbe beim HSV gesetzt. „Wir haben hier vor jedem Training Ausschnitte gezeigt“, so der Trainer. „Entweder aus Hinrunden-Spielen, aus den Testspielen hier oder auch aus dem Training. Wir filmen jede Einheit und weisen die Spieler dann darauf hin, was gut und schlecht war. Und woran wir dann in der nächsten Einheit arbeiten wollen.“ Klappt es dann, freut sich der Trainer. Klappt es nicht, und das haben wir hier auf dem Trainingsplatz in Dubai häufig genug gesehen, dann explodiert der Zinnbauer-Vulkan schon mal. „Wir haben hier nicht viel Zeit, deswegen muss man da manchmal aggressiver rangehen. Insgesamt setzen die Spieler das sehr gut um, was wir vorgeben. Aber es geht nicht innerhalb von zwei Wochen.“

Eine glasklare Prognose, ob und wie es weitergeht – vor allem in Sachen Toreschießen – das traut sich Zinnbauer noch nicht zu. „Ich habe den Eindruck, es geht besser auf dem Weg nach vorn. Aber du musst im Spiel Tore schießen, nicht nur im Training.“ Die letzten zwei Tests (auch vorher gegen Astana beim 0:0) blieb der HSV erneut ohne Treffer, wobei gegen Man City zumindest einige gute Chancen vorhanden waren. In diesem Zusammenhang hofft Zinnbauer händeringend auf Verstärkung für den Angriff. „Für beide Parteien wäre es besser, wenn der Knipser schon da wäre“, sagte der Trainer. „Kommt dann einer kurz vor dem Ende der Wechselfrist, werden oft gleich Wunderdinge erwartet. Aber es gibt noch keine Eingewöhnung und kein Einleben. Sportlich wie privat. Aber so ist das Geschäft im Winter…“

Eine endgültige Entscheidung über Innocent Emeghara steht dabei noch aus. Weil Manager Peter Knäbel bereits am Donnerstagmorgen nach Hamburg geflogen ist, wird hier wohl erst am Freitag Klarheit herrschen. „Es nützt mir nichts, wenn er erst in drei Monaten Leistung bringt“, sagte Zinnbauer über Emeghara vor dem Manchester-Spiel. Dort hatte der Stürmer gute und schlechte Szenen. Ob es reicht für ein Engagement in Hamburg? Zweifelhaft.

Generell hofft Zinnbauer, dass die Mannschaft auch von den Rahmenbedingungen viel mitgenommen hat in Dubai. „Der Verein stellt viel auf die Beine. Das sehen auch die Profis. Ich denke, viele waren überrascht über die Möglichkeiten hier. Und es herrscht ein Geist: So etwas wie mit dem Abstiegskampf im vergangenen Jahr wollen wir nicht mehr.

Wer sind die Gewinner? Zu ihnen zählt der Brasilianer Cleber („Er hat sich gut präsentiert“). Ebenso Slobodan Rajkovic, den Zinnbauer immer wieder lobte („Er ist sehr kompakt und hat den Vorteil, ein Linksfuß zu sein“). In der Innenverteidigung, in der Heiko Westermann der Trainingsrückstand nach überstandener Knieverletzung anzumerken ist, herrscht jedenfalls Konkurrenzdruck um den Platz neben Johan Djourou. „Es muss auch nicht immer dieselbe Formation spielen“, so Zinnbauer.

Große Sorgen sind auf der Sechser-Position entstanden. Hier kneift es, neben der Stürmer-Frage, mittlerweile am meisten. Behrami verletzt. Arslan (fast) verkauft. Holtby verletzt. Jiracek angeschlagen. Das sieht also gar nicht gut aus, und der Kapitän der U 23, Sven Mende, kann noch keine Stütze sein. „Er hat gut gespielt“, attestierte ihm Rafael van der Vaart zwar, aber seine Nervosität konnte Mende noch nicht ablegen. Er braucht Zeit. „Gojko Kacar könnte diese Position auch spielen“, erklärte Zinnbauer, „aber er sieht sich eher als Innenverteidiger. Da müssen wir ihn nochmal überzeugen.“ Bis auf Weiteres wird Zinnbauer mangels Alternativen jedenfalls auf ein 4-1-4-1-System setzen müssen – mit nur einem Sechser.

In der Torwartfrage hat sich nicht viel an der bisherigen Reihenfolge geändert. „Was hat sich Drobny denn zu Schulden kommen lassen?“, lautet die rhetorische Gegenfrage des Trainers. Allerdings möchte Zinnbauer auch seinen Torwart-Trainer Stefan Wächter in die endgültige Festlegung einbinden. Auf der anderen Seite zeigte sich Zinnbauer sehr zufrieden mit Rene Adler. „Ich will bei allen Reaktionen sehen, auch wenn sie nicht gesetzt sind. Adler weiß, was los ist, und er sucht seine Chance, hangelt sich hoch. Was gibt es für einen Trainer Schöneres, als zwei solche Torhüter zu haben?“

Verletzungen hin, offene Stürmerfrage her. Joe Zinnbauer zeichnet ein positives HSV-Bild. Die Mentalität ändere sich, beobachtet der Coach. „Ich kann einen Spieler verstehen, wenn er verärgert oder enttäuscht ist, sollte er nicht berücksichtigt werden. Aber das darf er dann im Training nicht durch Leistungsreduzierung zeigen, sondern im Gegenteil durch größeres Engagement.“ Und genau diese Entwicklung bahne sich an.

Unterstützt wird Zinnbauer von Kapitän van der Vaart, der die Mannschaft auf einem guten Weg sieht: „Es ist schwer zu sagen, was dann in der Rückrunde passiert. Aber fußballerisch sieht es besser aus, und das macht dann auch mehr Spaß.“ Was man gerade van der Vaart gegen Manchester anmerkte, er war der Dreh- und Angelpunkt des HSV. „Das war ein guter Test, auf den hatten wir alle Bock.“

Am Ende ist es so, wie der Belgier Vincent Kompany sagte, der Kapitän von ManCity – ehemals HSV-Profi. Nach der Partie in Al Ain meinte Kompany: „Ich glaube, der HSV braucht einfach nur Stabilität, dann gehört er unter die Top vier in Deutschland.“

Nächste Einträge »