Archiv für das Tag 'Heldt'

Selbst Aogo freut sich über HSVPlus – und Westermann hofft auf Schalke

22. Januar 2014

Das wird leider doch enger als gestern noch gehofft. Marcell Jansen konnte heute noch nicht mittrainieren und soll auch morgen noch nicht dabei sein. Frühestens am Freitag soll der Linksfuß, der wegen eines grippalen Infektes flach liegt, wieder einsteigen können. Wobei „frühestens“ in diesem fall auch „spätestens“ ist, denn sollte er Freitag doch nicht trainieren, würde er für Trainer Bert van Marwijks Planungen gegen Schalke am Sonntag keine Rolle mehr spielen.

Wieder dabei – wenn auch noch nicht hundertprozentig fit – ist Heiko Westermann. Ob er am Sonntag im Kader ist? „Ich weiß es nicht. Ich weiß wirklich noch gar nichts. Es ist nicht so, dass ich jetzt hier sagen kann ‚Ich kann spielen’. Aber okay, wir haben ja noch ein paar Tage.“ Vor allem im Kraftbereich müsse er noch zulegen. „Das ist wichtig. Auch für die Schnelligkeit. Da fehlt mir noch etwas.“ Am Freitag soll die endgültige Entscheidung fallen.

Dafür ist Westermann an sich optimistisch. Bouy und John hätten bereits gezeigt, dass sie „richtig Qualität“ haben. Und auch der vergangene Sonntag habe ihn positiv gestimmt. „Die Stimmung in den letzten Wochen, Monaten und teilweise sogar Jahren war ja nicht immer gut“, versucht Westermann es diplomatisch zu formulieren. Dafür sei die Entscheidung pro HSVPlus aus seiner Sicht richtig gewesen. Innerhalb der Mannschaft sei in den letzten Monaten sehr wohl über die Strukturreformen diskutiert worden. Und – bei der Aussicht auf mehr Geld nur logisch – mehrheitlich waren die Spieler offenbar für HSVPlus. Für die Rieckhoff-Initiative, die mit 79,4 Prozent durchgewinkt wurde. „Ich denke, das war eine sehr gute Entscheidung. Ich als Spieler, und wir als Mannschaft müssen vorsichtig sein, was wir sagen. Aber vielleicht gibt das uns allen noch mal einen Schub.“

Und den braucht die Mannschaft. Das weiß auch Westermann. „Wir haben in der Hinrunde sehr viel falsch gemacht. Und wir wissen, was wir falsch gemacht haben.“ Insbesondere defensiv müsse besser gearbeitet werden. „Wir haben viel zu viele Gegentore bekommen, müssen in der Abstimmung deutlich zulegen. Wenn wir das hinbekommen, sollten wir auch da unten rauskommen.“ So leicht, wie es sich anhört, sei das Ganze aber nicht. „Das wird ein richtig hartes Stück Arbeit“, warnt Westermann, der über nichts anderes sprechen will, als über den Abstiegskampf, wenn es um Ziele geht. „Solange wir nicht ganz, ganz weit weg sind von den Abstiegsplätzen, wird man von mir auch nichts anderes hören.“

Lange nichts zu hören war auch von den zu verkaufenden Spielern. Kacar, Rajkovic, Tesche und auch Mancienne, der für Sonntag durch die Ausfälle von Djourou und eventuell (hoffentlich nicht!) Westermann plötzlich wieder eine Rolle für die Startelf spielen könnte. Ob es in Sachen Verkäufe was Neues gibt? Nein. Alles beim Alten.

Bitter. Für alle Beteiligten.


Einen bitteren Beigeschmack hatte hier im Blog und auf unserer Facebookseite auch das skizzierte Szenario, dass in diesem Sommer zwei Mitgliederversammlungen stattfinden könnten. Ich habe deshalb heute mit Oliver Scheel telefoniert, der mir diese Sorge gleich nehmen konnte. Zumindest in teilen. Denn klar ist für den studierten Juristen, dass der Vorstand (entscheidet in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat über den Termin) das Thema Strukturreform „sicherlich nicht auf zwei verschiedene Veranstaltungen legen“ werde. Genügend Platz sei auch vorhanden, da die Veranstaltung in der Imtech-Arena (wenn sie bis dahin nicht schon Uwe-Seeler- oder, was mein Favorit wäre: Volksparkstadion heißt…) stattfinden wird. Und das auf jeden Fall bis zum 30. Juni, wobei schon für den Mai ein Termin angestrebt wird.

Bis dahin will auch Dennis Aogo wieder fit sein. Ohne sich unter Druck zu setzen. „Meine Gesundheit geht gut voran“, sagt der Linksfuß, der nach einem Kreuzbandriss im Rehatraining ist. Ob es in dieser Saison noch mal für ein Bundesligaspiel reicht, weiß Aogo nicht. Und er weiß auch noch nicht, wie es im Sommer weitergeht. Zumindest möchte er darüber nicht sprechen. Aogo meidet generell Interviews in seiner Verletztenphase. Allerdings wird er sich das Spiel am Sonntag nicht entgehen lassen. „Ich werde da sein, ganz klar. Das ist ein ganz besonderes Spiel für mich“, sagt der vom HSV verliehene Linksverteidiger. Gute drei Millionen Euro müssten die Schalker im Sommer zahlen, wenn sie Aogo verpflichten wollen – und dem Vernehmen nach ist das eine ernsthafte Option für S04-Manager Horst Heldt. Zumindest eröffnete Heldt Aogos Konkurrenten auf Links, Christian Fuchs, dass er den verein verlassen darf.

Und obwohl Aogo angibt, jetzt Schalker zu sein und so lange auch ausschließlich den Knappen die Daumen zu drücken, hängt ein großer Teil seines Fußballerherzens noch in Hamburg. Die Strukturdebatte jedenfalls hat Aogo mit großem Interesse verfolgt. „Absolut, weil es eine wichtige Entscheidung für den Verein wäre“, sagt Aogo. „Dass sich die Mitglieder für diese Veränderung entschieden haben, war die absolut richtige Entscheidung. Sie macht Hoffnung.“

Stimmt. Und weil heute ansonsten wirklich nicht viel los war – nicht mal im Aufsichtsrat – beschließe ich diesen Blog an dieser Stelle mit Aogos letztem Satz als Schlusswort. Und morgen geht’s schon weiter. Dann mit dem Trainer auf der Pressekonferenz.

Bis dahin,
Scholle

Nächste Einträge »