Archiv für das Tag 'Happel'

Zinnbauer macht es wie Happel…

9. März 2015

Man wird das Thema gar nicht los. Und ehrlich gesagt freut mich das auch für Heiko Westermann. So sehr er sich immer als erster der Kritik stellen musste, so intensiv darf sein Wutausbruch vom Wochenende jetzt Gehör finden. Zumal dann, wenn es die Fans wenigstens zum Nachdenken anregt. Und ich habe das Gefühl, dass Westermann das erreicht hat. Überall werde ich darauf angesprochen, wenn es um den HSV geht. Und ehrlich gesagt habe ich sogar das Gefühl, dass Westermann mit diesem Ausbruch sich selbst entlastet und öffentlich für sich geworben hat. Denn er ist und bleibt mindestens bis Saisonende HSVer. Auf jeden Fall wäre es traurig und kontraproduktiv, wenn er als aktueller Spieler von den eigenen Fans mit Pfiffen bedacht würde.

 

Mehr Tamtam muss es dann aber auch nicht mehr sein. Mehr darf es auch nicht sein, denn am Sonnabend steht das Spiel bei der TSG Hoffenheim an. Es ist alles gesagt – jetzt kann es wieder um die wichtigen Dinge gehen, denn der HSV steht weiterhin mitten im Abstiegskampf. Auch in Hoffenheim muss der HSV wieder punkten. Denn so beachtlich der Punkt gegen Borussia Dortmund auch war, so notwendig sind weitere Punkte. Und leichter wird es gegen die angeschlagenen Hoffenheimer nach deren 1:3 bei Schalke 04 nicht. Die werden etwas gutmachen wollen, oder besser: sie müssen, nachdem sie durch Augsburgs zeitgleichen Überraschungserfolg gegen Wolfsburg den Anschluss ans internationale Geschäft verloren haben. Nein, bei allem Verständnis für Westermann muss das Thema jetzt abgeschlossen werden. Zumal es zum Zeitpunkt seiner Vertragsverlängerung oder seiner Abschiedsankündigung sowieso wieder hochkommt.

Bis dahin (und auch dann) gibt es vordringlichere Themen aus sportlicher Sicht. Denn der HSV hat gegen Dortmund das gezeigt, was er aktuell drauf hat und muss zweierlei konstatieren: DIESER Fußball ist momentan der einzig mögliche Weg zum Klassenerhalt. Kampf bis an die Grenze des Erlaubten (und drüber hinaus), defensiv Beton anrühren und hoffen, dass vorn einer reingeht. Irgendwie. Und zweitens: So DARF es nicht noch mal kommen. Es ist und bleibt das Versäumnis der Handelnden, dass der HSV diese Art Fußball spielen muss, weil das Personal nichts anderes hergibt und weil nur so das Minimalziel Klassenerhalt realistisch bleibt. Dieser Fußball kann sicher nicht der Anspruch des HSV und seiner verantwortlichen sein – aber nichts als dieser Fußball darf der Anspruch dieses HSV sein, weil er es momentan nicht besser kann.

 

Für den Klassenerhalt aber reichen Remis allein auf Sicht nicht, dafür muss auch mal gewonnen werden. In Hoffenheim ist das allemal nicht ausgeschlossen, trotz der traurigen HSV-Bilanz (ein Sieg, ein Remis, vier Niederlagen) in Sinsheim. Denn Hoffenheim ist und bleibt auch in dieser Saison ein Team, das jeden schlagen kann – das aber auch gegen wirklich jeden verlieren kann. Instabil. Nicht ganz so wie der HSV – aber auf sportlich höherem Niveau für die dort Verantwortlichen sicher ähnlich unbefriedigend.

 

Fünf Trainingseinheiten hat Zinnbauer Zeit, sich seine Startelf für die Auswärtspartie zu formen. Taktisch, das ist der große Vorteil am neuen System, besteht zwischen Heim- und Auswärtsspiel kein Unterschied mehr. So, wie es früher der große Ernst Happel hielt. Mit dem gravierenden Unterschied, dass der Österreicher den Gegner auch auswärts unter Druck setzen ließ und das Spiel dominierte, während Zinnbauer auswärts wie daheim Beton anrührt und dem Gegner das Spiel überlässt und sich auf Konter verlässt. Eine Viererabwehrkette samt Doppelsechs sorgt für defensive Stabilität, die zwei Außen kommen aus der defensive und sollen zusammen mit dem Zehner nach Ballgewinn den Konter schnell machen. Und die einzige Spitze ackert sich vorn einen ab und agiert als erster Abwehrspieler. Je nach gegnerischer Qualität mal mehr, mal weniger offensiv. Nicht schön – aber wie gesagt, mehr gibt der aktuelle Kader so nicht her.

 

Oder doch?

 

Immer wieder höre ich, dass die Rückkehr von Maxi Beister die Offensive stärken wird. Und das mag auch sein, da ein Nicolai Müller noch immer nicht annähernd das spielt, was man sich erwarten darf. Defensiv verdrückt sich der Ex-Mainzer zu oft, vermeidet Zweikämpfe. Und offensiv verliert er zu oft selbst einfache Bälle. Dass er seine zweifellos große Qualität, sein Tempo, erfolgreich nutzt – eine Rarität. Dennoch hatte er von Zinnbauer durchgehend das Vertrauen bekommen. Zum einen, weil er auf der Position aktuell konkurrenzlos war. Zum anderen, weil auch Zinnbauer darauf hoffte, dass Müller irgendwann diese eine Initialzündung hat, die ihn auf einen Schlag in die Form der vorangegangenen Saison hievt. Beide Hoffnungen blieben bislang unerfüllt.

 

Und daher kann der HSV-Trainer Herrn Gagelmann im Nachhinein doppelt dankbar sein: Zum einen, dass er Behrami nicht früh mit Rot vom Platz schickte und sperrte – zum anderen, dass Müller jetzt gelbgesperrt ist und er so gezwungen ist, den Formschwachen Rechtsaußen auszutauschen. Ob letztlich Maxi Beister dafür kommt oder Zinnbauer eine andere Idee hat – das lasse ich so früh in der Woche lieber dahingestellt. Neben dem U23-Talent Ahmet Arslan würden sich zudem auch die zuletzt ins zweite Glied geschobenen Ivo Ilicevic und Julian Green anbieten, trotz durchwachsener Leistungen für die U23. Aber gerade bei den Dreien sollte der Motivationsfaktor, es allen zeigen zu wollen, maximal sein. Und wichtig ist für mich, dass der Neue kaum weniger effektiv sein kann und Müller so vielleicht mal wieder das Gefühl bekommt, dass auch er austauschbar ist – sofern seine Leistung auch nach Absitzen der Sperre nicht stimmt.

Auf den Platz wollen sie: Pierre Michel Lasogga (l.) und Maxi Beister. Gegen Hoffenheim könnte es passieren.

Auf den Platz wollen sie: Pierre Michel Lasogga (l.) und Maxi Beister. Gegen Hoffenheim könnte es passieren.

 

 

Auf dem Weg zurück ins Team ist Pierre-Michel Lasogga. Der Angreifer hat letzte Woche wieder mit der Mannschaft trainiert und stand nach einem zweifelsfrei sehr ordentlichen Abschlusstraining auch gleich im Kader gegen Dortmund. Er könnte in die Spitze rücken und Olic dafür nach linksaußen, während Mohamed Gouaida, der für mich immer stabiler wird, auf rechts ausweichen könnte. Aber diese Lösung beinhaltet wahrscheinlich zu viel Umbauten für das grundsätzlich wacklige Gerüst dieses HSV.

 

Etwas weniger unwahrscheinlich ist dagegen eine Lösung mit Marcell Jansen, der am vergangenen Freitag noch leichte Probleme hatte und nichts riskieren wollte. Bis dahin hatte Zinnbauer den Linksfuß ausdrücklich gelobt und dessen Rückkehr in Aussicht gestellt. Dieses Wochenende gegen Hoffenheim will Jansen wieder voll fit dabei sein und könnte Gouaida ersetzen, den ich – wie oben erwähnt – momentan allerdings nicht rausnehmen würde und der auch auf rechts spielen kann. Egal wie, obgleich Zinnbauer sicher gern noch mal dieselbe Startelf aus dem BVB-Remis aufbieten würde – ich glaube, diese Gelbsperre kann auch als Chance verstanden werden, die wenig durchschlagkräftige Offensive zu stärken.

 

Stark war neben dem in meinen Augen besten Spieler des Spiels zuletzt auch Cléber. Der Brasilianer bestätigte die Eindrücke aus dem Training der Vorwoche und ist in der Form aus der Viererkette nicht wegzudenken. Spannend wird für mich, was passiert, wenn Johan Djourou wie erwartet am Donnerstag wieder voll einsteigen kann und sich auch für Sonnabend gesundmeldet. Dann heißt es zwei aus drei – und plötzlich wäre das Thema Westermann wieder aktueller denn je, womit sich der Kreis an dieser Stelle schließt.

 

Fakt ist: Der HSV hat aktuell wieder etwas Auswahl. In der Innenverteidigung drei für zwei, auf links hinten (Ostrzolek kehrt mit noch immer vier Gelben vorbelastet aus seiner Gelb-rot-Sperre zurück), vorne mit Beister, Rudnevs und Lasogga und in der Sechserposition mit Gojko Kacar noch einen dritten für ebenfalls nur zwei Positionen. Das Personal vervollständigt sich langsam wieder. Zudem kommt der HSV aus einem Positiverlebnis. Die Voraussetzungen für eine gute Trainingswoche sind gegeben. Und die beginnt morgen mit einer Doppeleinheit um zehn (ACHTUNG: nur Krafttraining im Gym im Umkleidetrakt) und um 15 Uhr dann auch auf dem Platz.

 

Bis dahin!

Scholle

 

Es weihnachtet noch immer sehr

26. Dezember 2013

Es passt nicht ganz zum festlichen Anlass, denn es weihnachtet ja noch immer sehr – aber was Wahrheit ist, das soll auch Wahrheit bleiben.

„Das tut mir leid, die Fans zahlen für eine solche Scheiße auch noch Geld.“

Mit diesem Spruch hat es Rene Adler in die ZDF-Sprüche-Sammlung der Hinrunde geschafft. Der Nationalkeeper, der diesen Satz nach dem 1:5-Debakel gegen Hoffenheim gesagt hatte, ist damit der einzige Hamburger, der in diesem „erlauchten“ Kreis aufgenommen worden ist – auch eine Ehre. Anderweitig sind HSV-Profis oder die „Rothosen“ allgemein ja kaum einmal ganz vorne zu finden. Mal abgesehen davon, dass der HSV in der Statistik „Rückpässe“ bereits nach nur 17 Spielen die Deutsche Meisterschaft errungen hat – keine andere Mannschaft kann in diesem Punkt den Hamburgern das Wasser reichen. Oder den Titel abspenstig machen. Ja, von dieser Hinrunde bleiben einmal mehr viele, viele „großartige“ Eindrücke.

Kurz vor dem Heiligabend hatten wir, die Hamburger Medien-Vertreter, ja noch die Weihnachtsfeier mit dem HSV. Vorstand, Trainer-Team und die Presse-Abteilung waren anwesend, und was mir jetzt gerade einfällt, was ich an dieser Stelle eigentlich gar nicht schreiben wollte, was aber nun doch raus muss: Ich habe bei meiner Rede, die ich als Dienstältester halten durfte (oder musste), ganz vergessen, mich im Namen der Kollegen bei der Presse-Abteilung um Medien-Direktor Jörn Wolf herum für die Zusammenarbeit in diesem Jahr zu bedanken. Das hole ich hiermit nach. In der Hoffnung, dass mir ein solcher Fauxpas im nächsten Jahr, so ich dann noch immer Dienstältester sein sollte, nicht wieder passiert.

Was ich aber hauptsächlich von der Weihnachtsfeier schreiben wollte war dies: Irgendwann zu vorgerückter Stunde kamen wir auf Trainer zu sprechen. Trainer, die sich in Hamburg versucht haben. Davon gibt es ja enorm viele. Dass wir uns über diese Fußballlehrer unterhielten, lag vielleicht auch daran, dass Bert van Marwijk, der im Gegensatz zu seinem Kollegen und Landsmann Louis van Gaal kein „Feier-Biest“ sein soll, immer noch „da war“ – womit wir (fast) alle gar nicht gerechnet hatten. Der Niederländer hörte allerdings nicht zu, als wir an unserem Tisch (und auch am Nebentisch) über eine besondere Spezies von Menschen sprachen und diskutierten: „Wer war eigentlich der schlechteste HSV-Trainer in der Bundesliga-Geschichte?“

Nach einigen Minuten hatten wir „ihn“. Und es herrschte Einigkeit. Nachdem zuvor einige Namen „gehandelt“ wurden: Michael Oenning (3/11 – 9/11), Bruno Labbadia (7/09 – 4/10), Klaus Toppmöller (10/03 – 10/04), Kurt Jara (10/01 – 10/03), Egon Coordes (3/92 – 9/92) und Josip Skoblar (7/87 – 11/87), das waren die Kandidaten, aber „gekrönt“ wurde dann doch ein anderer: Rudi Gutendorf, vom 1. Juli 1977 bis 27. Oktober 1977 HSV-Trainer, weil Dr. Peter Krohn es so wollte. Nur einer von vielen, vielen Irrtümern. Mein persönlicher Tipp aber wäre Labbadia gewesen, das gebe ich zu. Jörn Wolf, den ich hiermit schon das zweite Mal erwähne (und er will es überhaupt nicht!), behauptet ja bis heute und bis übermorgen, dass ich deswegen auf Labbadia so schlecht zu sprechen bin, weil er mir seine Telefonnummer nicht gegeben hat – aber das ist Blödsinn. Labbadia war zwar der erste HSV-Coach seit Ernst Happel (von dem ich die Festnetz-Nummer aus seiner Wohnung im Lütjenmoor in Norderstedt hatte – er hatte sie mir gegeben), der mir die Handy-Nummer nicht gegeben hatte, aber das war mir wurscht, weil eine solche Aktion ganz einfach zu ihm passte.

Ich kam aus einem anderen, nein, zwei anderen Gründen nicht mit ihm klar. Erstens redete, redete, redete und redete er beim Training so viel, dass es denen drinnen und den draußen auf den Geist ging. Selbst bei minus sechs, sieben oder mehr Grad, es wurde geredet. Weil Labbadia alles ganz genau wusste – obwohl er Nationalspieler trainierte (Ze Roberto, Mladen Petric zum Beispiel), die wesentlich mehr erlebt hatten, als ihr Trainer. Es gab Spieler, die die Augen verdrehten – ob der Reden. Und die hinterher mit uns darüber sprachen (hinter der vorgehaltenen Hand), dass wir ja selbst sehen würden, was da läuft, was da nicht läuft, wie es eigentlich laufen müsste. Nein, die großen Reden des Bruno L. trieben mich an den Rand des Wahnsinns.

Und dann gab es da eine Geschichte, über die ich bisher geschwiegen habe – eine Art Nähkästchen. Viele von Euch werden sich an einen der wenigen großen Tage erinnern, die der HSV in den vergangenen Jahren doch hatte – tatsächlich. Das war am 23. August 2009, das Auswärtsspiel in Wolfsburg. Es war der vierte Spieltag der Saison, der HSV war immer noch ungeschlagen – und führte in Wolfsburg nach sieben Minuten durch Tore von Paolo Guerrero und Eljero Elia 2:0. Als es in Halbzeit zwei plötzlich 2:2 hieß, legte der HSV wieder zu und gewann nach Treffern von Mladen Petric und Romeo Castelen 4:2. Ganz Hamburg lag sich in den Armen. Das war Fußball! Das war endlich einmal wieder ein Spiel, in dem Super-Fußball geboten worden ist, und zwar vom HSV. Das war ein Wahnsinns-Spiel, das war Spitzenklasse.

Wir warteten danach in Ruhe und Freude im Presseraum des VfL auf die Pressekonferenz. Wow, dieses Spiel – traumhaft! Plötzlich stand – oh, schon wieder – dann Jörn Wolf neben mir und sagte: „Kommst du mal bitte mit, Bruno möchte dich sprechen.“ Oha, das musste ja ganz etwas Besonderes gewesen sein, wenn mich der HSV-Trainer nach einem solchen Titan-Spiel sprechen will. Vorbei an allen Ordnern (an denen ich sonst natürlich nie vorbeigekommen wäre) nahm mich der HSV-Mediendirektor mit bis vor die HSV-Kabine: „Warte kurz hier.“ Natürlich. Drinnen hörte ich fröhliche und laute Stimmen, die Freude über den Sieg und dieses tolle Spiel war bis draußen zu vernehmen – und zu spüren. Und dann kam er, Bruno Labbadia.

Und es haute mich um, was er von mir wollte: „Dieter, du hast heute einen Artikel über mich im Abendblatt gehabt, in dem du mich mit Felix Magath vergleichst. Schreibe so etwas nie wieder. Weil das Mist ist. Ich möchte nie mit Felix Magath verglichen werden, weil ich ein ganz anderer Typ bin. Also, klar? Nie wieder mit Felix Magath vergleichen.“

Wie bitte?

Aber klar, natürlich klar.

Ich war fassungslos. Das blieb so auf der Rückfahrt, das blieb so in den nächsten Tagen – im Prinzip hält das bis heute an. Da hat ein Trainer ein solches Erfolgserlebnis, da spielt die Mannschaft eines Mannes so guten Fußball, wie man ihn lange nicht mehr gesehen hatte – und dann hat dieser Trainer nur Minuten nach einem solchen Triumph nichts anderes zu tun, als zu sagen, dass er nie wieder mit Felix Magath verglichen werden wolle. Oha. Dieser Stachel muss wohl tief gesessen haben. Aber egal, ich kann so etwas bis heute nicht verstehen. Wenn Labbadia es mir in den folgenden Tagen gesagt hätte – alles okay, aber nur Minuten nach einem solchen Super-Auftritt, und selbst dann, wenn er nur jubelnde Spieler um sich herum hat . . . Mir fehlen die Worte. Immer noch. Aber so ist er.
Obwohl ich das Ganze nun auch nicht wieder so hochsterilisieren möchte . . .

Ganz anderes Thema. Lars hat ja schon aus der neuesten „supporter news“ zitiert, Ausgabe Dezember. Da geht es, wie zuletzt überwiegend, um die Strukturen des HSV. Diesen Pass möchte ich jetzt aber nicht aufnehmen, ich glaube ohnehin, dass wer jetzt nicht weiß, wie er sich am 19. Januar entscheiden muss, der wird es dann auch nicht wissen. Das wäre dann die Sache mit Hopfen und Malz . . . Nein, ich möchte mich mit zwei Artikeln von Ulie Liebnau auseinandersetzen. Beziehungsweise, ich möchte sie loben. Als ich das gelesen habe, dachte ich auf Anhieb: „Aber hallo, so etwas hast du ja in diesem Blatt noch nie gelesen.“ Das nie mag nicht stimmen, aber es kam auf jeden Fall sehr überraschend für mich. Und nochmals: Kompliment.

Auf Seite 51 geht es unter der Überschrift „Zurechtgerückt“ und „Scheinheilig. Die Dritte“ auch um die Strukturen, über die Ulie Liebnau in der sn-Ausgabe 74 geschrieben hatte: „Wir brauchen keine Strukturveränderungen und auch keine scheinheiligen, eitlen Selbstdarsteller!“ Das brachte, neben anderen, auch Jürgen Hunke auf den Plan, der darauf antwortete: „Wer mich richtig kennenlernt weiß, dass ich alles zum Wohle des Vereins mache.“

Daraufhin trafen sich Ulie Liebnau und Jürgen Hunke – und das Fazit nach diesem Treffen lautete (U. L.): „Ich habe Jürgen Hunke als Menschen kennengelernt, der sich in der Vergangenheit erfolgreich für den HSV eingesetzt hat und der sich auch heute noch hoch motiviert für das Wohl des Vereins engagiert. Dass seine dynamischen, wortreichen und immer auf Überzeugung ausgerichteten Auftritte auch Verwunderung, Widerstand und vielleicht auch Neid, erzeugen können, ist nachvollziehbar, ihn aber in die Gruppe der „scheinheiligen, eitlen Selbstdarsteller“ zu stecken, wird ihm nicht gerecht. Auf mich wirkte Jürgen Hunke authentisch.“

Das, lieber Ulie Liebnau, zeugt von menschlicher Klasse, das ist einfach nur gut. Trotz allem möchte ich mich noch einmal überrascht äußern, so etwas hätte ich in den „sn“ nicht erwartet. Ulie Liebnau schreibt dann noch weiter: (Nachtrag in Klammern: Mein Urteil über Jürgen Hunke habe ich revidiert. Offen bleibt für mich die Beurteilung derer, die sich zur Zeit um den HSV Sorgen machen und mit großem Einsatz öffentlich für eine radikale Struktur-Änderung einsetzen. Aber das ist ein anderes Thema.)

In der Tat.

Der Sinneswandel in Sachen Jürgen Hunke aber ist immer noch großartig. Hier wurde erst etwas in den Raum gestellt (vielleicht auch auf Jürgen Hunke bezogen, vielleicht), dann zog sich ein Mann (Jürgen Hunke) den Schuh an – und es wurde miteinander gesprochen. Ich wette, dass es den meisten Leuten, die teilweise so blindwütig auf Jürgen Hunke eindreschen und ihn ins Abseits stellen (teilweise sogar vernichten), nach einem persönlichen Gespräch (mit J. H.) ganz anders denken würden. So wie Ulie Liebnau jetzt. Dass Ulie Liebnau das so offen zugibt – hervorragend. Ganz, ganz stark. Ich jedenfalls, da bin ich auf der Linie von Liebnau, habe Jürgen Hunke schon vor Jahrzehnten so kennengelernt. Der Mann geht seinen Weg, der kennt mitunter auch nicht links und rechts – aber der HSV steht in seinem Fokus. Jürgen Hunke ist gewiss nicht einfach, aber er selbst hat es sich auch nie einfach gemacht. Er ging auch dann seinen Weg, wenn er genau wusste, dass es höchst unangenehm für ihn werden könnte. Das habe ich stets an ihm geschätzt – und werde es auch immer schätzen. Unabhängig einmal davon, ob er mit seinem Struktur-Veränderungs-Modell nun richtig liegt – oder nicht. Mir wäre in diesem Fall wohler, und mehr sage ich zu dieser Struktur-Vielfalt auch nicht, wenn sich HSVPlus und Hunke am Ende einigen und dann auch vereinigen könnten. Damit es nicht noch eine weitere Spaltung in und zu diesem Thema gibt, dann die könnte letztlich alles zunichte machen.

Und noch einmal Ulie Liebnau. Und auch dafür ein dickes Kompliment. Auf Seite 66 der „sn“-Dezember-Ausgabe schreibt er unter der Überschrift: „Scheiß Sankt Pauli?“, dass beim gemeinsamen Feiern mit der Mannschaft und den Fans der Nordtribüne (nach dem 3:1-Sieg über Hannover 96) auch jemand etwas nicht so sehr Freundliches gerufen hätte. Nämlich „Scheiß Sankt Pauli!“ Und dass die Nordtribüne zurückgebrüllt hätte: „Scheiß Sankt Pauli!“

Liebnau schließt seinen Kommentar wie folgt ab: „Nun gut, ich bin schon etwas älter als der Durchschnitt der Brüller und hab’ mal gelernt, dass bei Hunden der Kleinere den Großen ankläfft, nicht umgekehrt. Und darum frag ich euch HSV-Begeisterte: Habt ihr das nötig, den kleineren Hamburger Verein zu beleidigen?“

Wenn das keine Realsatire ist, und davon gehe ich in diesem Moment einmal aus, dann ist auch das klasse. Weil ein solcher (kleiner) Beitrag auch zum Nachdenken anregt. Was hat, das habe ich mich schon immer gefragt, Sankt Pauli bei einem HSV-Spiel zu suchen, wenn Sankt Pauli gar nicht beteiligt ist?

Dass Ulie Liebnau dazu anregt, sich einmal zu hinterfragen, passt bestens in diese Tage – vor dem 19. Januar. Wir alle sollten uns einmal hinterfragen, ob dieses oder jenes (im Streit der Strukturen) nötig ist, nötig wird? Letztlich muss der Verein, unser HSV, eine demokratische Wahl (und nicht nur die eine, hoffentlich) überstehen, ohne Schaden zu nehmen, ohne auseinander zu brechen. Darüber sollten sich spätestens jetzt einmal alle Gedanken machen, die bislang ganz scharfe Geschütze aufgefahren haben.

Ich frage jeden, der in diese Richtung tendiert:

Habt Ihr das nötig?

So, nun werde ich mir in Ruhe den englischen Fußball ansehen, West Ham United (ohne Guy Demel) gegen Arsenal (mit Mertesacker und Özil) – ganz ohne Fußball geht es ja nicht . . .
Lasst das Weihnachtsfest schön, ruhig und stressfrei ausklingen, dann haben diese Tage ihren Sinn erfüllt.

16.15 Uhr

Rincon die erste Eins, Lasogga die zweite . . .

28. November 2013

Die Fotografen, die heute beim Abschlusstraining im Volkspark waren, die drücken und drücken und drücken immer wieder auf den Auslöser ihrer Kameras. Für sie war es fast schon wie Weihnachten (und Ostern auf einem Tag). Endlich einmal ein Training im Hellen! Wenn um 16 Uhr trainiert wird, ist es fast schon finster, aber heute um die Mittagszeit bemühte sich sogar für einige Sekunden die Sonne, kurz zu zeigen dass es sie noch gibt. Und weil es dann so hell war, dass es keine Beeinträchtigung für die Augen gab, so sahen die 40 HSV-Anhänger genau, was für morgen, im Freitagsspiel gegen und beim VfL Wolfsburg, von Trainer Bert van Marwijk geplant wird – die Öffentlichkeit war ja nicht ausgeschlossen, nichts war und nichts blieb geheim.
Matz_ab_ankuendigung_2230_Uhr
Es war mein allererstes Van-Marwijk-Training. Fans und Kollegen hatten mich vorher schon informiert: „Es ist ein Tag wie der andere: Aufwärmen, 17 gegen drei im Kreis spielen, Pass-Übungen – und Abschlussspielchen.“ So war es dann auch. Ganz genauso sogar. Wobei bei 17 gegen drei eine richtig gute Stimmung untereinander (die Spieler untereinander, nicht die Fans!) herrschte. Da kam Freude auf. Auf dem Rasen, auf den Rängen. So etwas registrieren Anhänger ja sehr gerne, denn herrscht ein gutes Klima auf dem Rasen, dann lassen sich oft auch Erfolge leichter einfahren. Mal abwarten, wie das morgen so wird . . .

Bert van Marwijk steht während des Trainings oft mit auf dem Rücken verschränkten Armen auf dem Rasen und verfolgt ganz genau das bunte Treiben. Ich glaube, dass ihm dabei nichts entgeht. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, als sei dort ein „Happel-Schüler“ unterwegs. Ernst Happel war früher genauso. Er redete nicht viel, er redete sogar kaum – das macht van Marwijk auch so. Und wenn Happel redete, dann waren seine Anweisungen nur kurz und knapp – und noch knapper. Wie bei van Marwijk. Der einzige Unterschied, den ich erkannte, ist der, dass Happel kurz und meistens zweimal pfiff. Und zwar aus den Zähnen, den Lippen und der Zunge heraus (wie auch immer er es machte – ich kann es bis heute nicht), während van Marwijk eine Trillerpfeife zwischen seine Zähne geklemmt hat. Das hört sich dann ein wenig lauter an, aber in beiden Fällen wird die Wirkung nicht verfehlt – die Spieler parieren. Und zur Stille um van Marwijk dachte ich mir so, dass die Spieler schon sehr genau hinhören müssen, um etwas zu verstehen – und das kann ja nicht schlecht sein. So sind sie immer höchst konzentriert bei der Sache.

Für Abendblatt-Blogs


Allerdings: keine Regel ohne Ausnahme. Heute hat Bert van Marwijk, so bestätigten es mir Kollegen, sehr viel geredet. Und zwar vor dem Abschlussspielchen. Da versammelte der Coach seine für morgen angedachte Mannschaft um sich und erklärte akribisch das (neue?) System. Das könnte durchaus ein 4:1:4:1 sein. Der Trainer würde somit seine Taktik ändern, und genau deshalb erklärte er alles auch sehr lange und sehr ausführlich. Wir fragten uns am Rande: „Warum nimmt er sich diese Zeit, wenn er in Wolfsburg nicht so spielen lassen würde? Er würde damit ja nur für eine gewisse Verunsicherung sorgen, wenn er heute so trainieren lassen würde, und morgen anders spielen würde.“ In dieser Formation hatte es dann auch Ivo Ilicevic erwischt, der in der B-Mannschaft spielen musste. Für ihn war Tolgay Arslan wieder im Team. Tomas Rincon war die erste Eins (von hinten), Pierre-Michel Lasogga die zweite Eins. Die erste Viererkette spielte so wie zuletzt, die zweite mit Maximilian Beister, Tolgay Arslan, Milan Badelj und Hakan Calhanoglu.

Diese Mannschaft „gewann“ die Partie gegen die Reservisten mit 1:0, das Tor erzielte – nach hervorragender Vorarbeit von Arslan – Badelj, der Jaroslav Drobny keine Abwehrchance ließ. Später wurden noch jeweils zwei Eckbälle und zwei Freistöße geübt, die stets Calhanoglu schoss (sehr gefährlich, wie ich fand, warum nicht im Spiel? Zuletzt gegen 96 war da nicht viel zu sehen!). Einen Freistoß ließ Drobny, von Heiko Westermann irritiert, abprallen, Lasogga staubte erfolgreich ab. Gegen Ende des Spiels irritierte dann Bert van Marwijk die Trainings-Kiebitze (und auch mich), denn er wechselte das System und zwei Spieler: „Ali“ Arslan ging zu den Reservisten, Ilicevic zur A-Truppe. Dann wurde so gespielt, wie zuletzt gegen Hannover.
Und wenn ich nun gefragt werden sollte, wie denn der HSV morgen in Wolfsburg spielen wird? Dann würde ich dennoch auf ein 4:1:4:1 tippen. Nur tippen, mehr nicht, festlegen werde ich mich nicht.

Auffällig für mich bei diesem Training, nur für mich; Artjoms Rudnevs hatte bei der Pass-Übung eine unheimlich breite Streuung bei seinen Pass-Versuchen, einige Male hatte ich so den Gedanken, als sei der Lette nicht so richtig bei der Sache – oder schon woanders? Ein wenig zu passiv schien mir auch Gojko Kacar, aber das mag daran liegen, dass ich erstens mehr von ihm erwarte, und dass ich mir zweitens auch mehr von ihm erhoffe. Aber da könnte ich wahrscheinlich noch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten, da wird wohl nicht mehr allzu viel passieren. Und für diesen Freitag ist das schon mal gänzlich ausgeschlossen, denn Kacar ist, wie Robert Tesche, gar nicht im Kader (wo sie gegen 96 noch waren). Dafür rückte natürlich Arslan wieder rein, und auch Petr Jiracek ist wieder mit von der Partie.

Das ist das Stichwort: Mit von der Partie waren im heutigen Abschlusstraining auch zwei Spieler der Zweiten: Dennis Bergmann (23) und der Finne Matias Ojala (18).Noch nicht mit dabei war Rafael van der Vaart, der aber im Volkspark weilte und für sich ein individuelles Training gewählt hatte. Sein Einsatz, das wurde ich heute bereits öfter gefragt, ist ausgeschlossen – natürlich, er ist ja auch nicht im Kader.

Mittendrin und nicht nur dabei ist dagegen Johan Djourou. Er ist wieder dabei. Sein zweiter Einsatz nach seiner Verletzungspause, und sein erstes Spiel in Wolfsburg. Mit Hannover hat der Innenverteidiger bislang nur einmal (in Hannover) gegen Wolfsburg gespielt – und gewonnen. Ein gutes Omen? Djourou sagt über den Gegner: „Der VfL ist eine sehr gute Mannschaft, das wird ein schweres Spiel für uns – obwohl es ja ohnehin keine einfachen Spiele in der Bundesliga gibt. Aber nach dem Sieg gegen Hannover haben wir frisches Selbstvertrauen, und deswegen haben wir auch eine gute Chance, in Wolfsburg ein gutes Spiel zu machen. Wenn wir eine gute Stabilität haben, dann könne wir dort sogar gewinnen.“ Wobei Johan Djourou nicht darauf baut, dass der gesperrte Diego beim VfL fehlen wird: „Wolfsburg hat nicht nur Diego, da gibt es viele sehr gute Spieler, sie werden den Ausfall des Brasilianers verkraften können. Zudem hat Diego auch zwei Wochen zuvor schon nicht für den VfL gespielt, und trotzdem hat er das Spiel gewonnen. Er ist sicher ein Super-Spieler, aber er allein ist nicht Wolfsburg.“

Djourou freut sich auf die 90 Minuten, auch auf die Derby-Stimmung: „Ein Nordderby ist immer etwas Spezielles, das war auch gegen 96 so, da war die Stimmung im Stadion sehr gut, das wird auch in Wolfsburg so sein. Das wird auch uns Spieler beflügeln.“ Was für den HSV nicht von Nachteil sein dürfte, denn unter Bert van Marwijk gab es bislang noch keine zwei Siege in Folge. Djourou: „Dann müssen wir es jetzt schaffen . . .“ Er könnte nicht nur als Abwehrmann dabei mithelfen, sondern auch als „Offensivkraft“. Bislang aber hat Johan Djourou noch kein Tor in der Bundesliga erzielt. Schafft er es ausgerechnet gegen seine Teamkollegen aus der Schweizer Nationalmannschaft? Torwart Diego Benaglio und Abwehrmann Ricardo Rodriguez sind ganz dicke Kumpels des HSV-Innenverteidigers, normal haben gibt es da per Handy mehrfach im Monat Kontakt – aber in dieser Woche schwiegen die Telefone. „Gegen Diego ein Tor zu schießen, das wäre bestimmt ein guter Anfang“, sagt der torlose Djourou, fügt aber hinzu: „Ich bin in erster Linie natürlich Verteidiger, und der Trainer sagt immer, dass das zuerst zu erledigen ist, nämlich keine Tore des Gegners zuzulassen. In meiner Jugend und auch bei Arsenal aber habe ich zuerst im Mittelfeld gespielt, als Sechser, und da habe ich durchaus Tore erzielt.“

Aber natürlich geht „Tore verhindern“ vor. Eindeutig. Und da hat Johan Djourou einen jungen Mann an seiner Seite, der erst 17 Jahre alt ist. Wie kommt er mit dem „Frischling“ klar? Djourou: „Er ist super, wir kommen prima miteinander klar, er ist ein Super-Talent. Aber wenn man so jung ist, dann freut man sich über Nebenleute, die einem helfen, dann braucht man sogar die Hilfe der erfahrenen Spieler. Die gebe ich ihm, und er nimmt sie an. Auch ich war ja mal so jung wie Jona, damals bei Arsenal, und da habe ich mich gefreut, wenn man mir geholfen hat.“ Djourou weiter: „Er ist ein Super-Junge, wir kommen von der Elfenbeinküste, das verbindet auch.“ Französisch ist die „Amtssprache“ dieser beiden HSV-Innenverteidiger, vornehmlich während des Spiels.

Über seine Zeit bei Arsenal London plauderte Johan Djourou auch noch ein wenig, er hat dort mit den größten Stars trainiert, gespielt, hat von ihnen gelernt – wie zum Beispiel Thierry Henry, Patrick Vieira, Ashley Cole oder Armand Traore. Und zu jener Londoner Mannschaft gehörte damals auch Jens Lehmann, deutscher Nationaltorwart. Djourou: „Er war klasse, er tat der Mannschaft sehr gut – er ist ein Verrückter im positiven Sinne. Lehmann war wichtig, denn du kannst in einem Team nicht nur nette Leute haben, du musst auch den einen oder anderen Verrückten haben, und das war Lehmann. Positiv verrückt, wirklich nur positiv verrückt. Nein, ganz ehrlich, Lehmann ist ein positiver Typ, ein Super-Typ.“

Und wer übernimmt eigentlich beim HSV den Part des „Positiv-Verrückten“? Wenn es doch nicht nur „nette Leute“ in einem Team geben sollte? Da darf sich wohl jeder (Fan) einen Spieler ausgucken. Obwohl mir die Wahl schon schwer fiele . . .

Ganz anderes Thema. Die Mitgliederversammlung am 19. Januar. Da es von Tag zu Tag mehr die Befürchtung gibt, dass die angemietete Halle (im CCH) wegen des hohen Mitglieder-Andrangs nicht ausreichen könnte, somit die MV dann geplatzt wäre, sind nun Bestrebungen im Gange, Nägel mit Köpfen zu machen. Der Vorstand will sich per Umfrage darüber schlau machen und informieren, welches Mitglied am 19. Januar auch tatsächlich kommt. Dazu wird (wahrscheinlich) eine Befragung gestartet. Wahrscheinlich deswegen in Klammern, weil es auch noch Bestrebungen innerhalb des Clubs gibt, diese Befragung zu verhindern. So kurios es auch klingen mag. Aber es gibt wohl den Verdacht dabei, dass HSV-Mitglieder, die bislang nichts von der Versammlung wussten, damit dann aufmerksam gemacht werden könnten – und dann auch tatsächlich zur Versammlung kommen. Das wäre wahrscheinlich für eine Seite (der umkämpften und nicht umkämpften neuen Strukturen) nicht so förderlich. Warum auch immer, da darf sich getrost jeder selbst seinen Reim drauf machen. Ohnehin gibt es das Gerücht im HSV, dass eine bestimmte Gruppe innerhalb des Clubs mit juristischen Spitzfindigkeiten noch versuchen, den Termin vom 19. Januar zu kippen (als die Versammlung zu verhindern und nicht stattfinden zu lassen). Man darf gespannt sein, wie sich das weiter entwickelt.

So, dann noch schnell in eigener Sache: An diesem Freitag findet nicht nur das Spiel in Wolfsburg statt, sondern auch wieder „Matz ab live“ aus dem Restaurant „Champs“ (Schnelsen-Burgwedel). Die Sendung beginnt kurz nach dem Schlusspfiff in Wolfsburg, Gäste sind diesmal der ehemalige HSV-Profi (und heutige Sport1-Mitarbeiter) Stefan Schnoor sowie Christian Pletz, der erste „Matz-ab“-Mann an meiner Seite, bevor „Scholle“ einstieg. Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr wieder einschalten würdet – nach dem Hannover-Spiel sah das wieder mal ganz prächtig aus. Stefan Schnoor hat heute, an diesem Donnerstag, mit dem HA-Kollegen Andreas Hardt gesprochen und dabei bezüglich des brisanten HSV-Themas „Struktur-Änderungen“ gesagt: „Man kann einen Bundesliga-Club nicht wie einen Kaninchenzüchter-Verein führen – deswegen bin ich für die Initiative HSVPlus.“

Diese Aussage passt natürlich optimal auf die nun folgende Meldung:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
die Initiative HSVPlus möchte Sie mit dieser Pressemitteilung darüber informieren, dass sich heute die Herren Cord Wöhlke, Geschäftsführer von Budnikowsky, und Thomas Krüger, Fachanwalt für Steuerrecht, unserer Initiative als Unterstützer angeschlossen haben.
Mit Herrn Wöhlke hat sich ein weiterer wirtschaftlicher Fachmann der Freien Hansestadt Hamburg gefunden, der die Ziele der Initiative unterstützt und zugleich darauf hinweist, dass sowohl Budni als auch andere Unternehmen über ein Engagement beim Hamburger Sportverein nachdenken, wenn HSVPlus umgesetzt wird. Herr Wöhlke hat in einem Interview gesagt: „Hamburger Unternehmen warten ab, ob sich der HSV maßgeblich verändert.“
Thomas Krüger zeigt sich für die Arbeit an den durch HSVPlus neu geschaffenen Satzungen verantwortlich, die den Mitgliedern und Fans des HSV zeitnah vorgelegt werden.

PS: Für das Pokalspiel am kommenden Dienstag gegen den 1. FC Köln gibt es nur noch 1500 Eintrittskarten, wer also live dabei sein möchte, der sollte sich möglichst schnell entscheiden.

18.46 Uhr

Jetzt läuft alles auf Lasogga hinaus

29. August 2013

Von Anspannung (noch) keine Spur. Thorsten Fink wirkt gelassen, fröhlich und einfach nur bestens gelaunt. Zwei Tage vor dem so wichtigen Spiel gegen Eintracht Braunschweig, in dem der HSV seinen ersten Dreier einfahren muss (!), ist der Trainer ganz locker drauf. Äußerlich jedenfalls. Wie es innerlich um ihn steht, das kann ein Außenstehender nur vermuten, aber ob das dann so zutrifft, ist auch noch die Frage. Fink aber wird wissen, was in Hamburg los sein sollte, wenn seine Mannschaft am Sonnabend gegen den Aufsteiger nicht gewinnen sollte. Dann wäre die Stimmung an der Elbe in etwa so, wie nach dem 1:5 gegen Hoffenheim – nur noch viel schlimmer. Der HSV steht an diesem Wochenende vor einem richtungsweisenden Spiel, denn die Niedersachsen krebsen ja bis jetzt sieg- und punktlos am Tabellenende herum. Aber vielleicht ist die Finksche Methode ja genau die richtige: Frisch, forsch, fröhlich, frei – so muss die Partie gegen die Eintracht angegangen werden, die Frankfurter haben es zuletzt trotz der Reisestrapazen in der Europa League prächtig vorgemacht. Immer schön locker bleiben – und gewinnen.

In Sachen Rafael van der Vaart ist heute etwas in Bewegung gekommen. Ich meine allerdings nicht das tolle Interview mit seiner Lebensgefährtin Sabia, das heute in der Bild zu lesen ist – das ist wirklich sensationell. Ein verdienstvoller HSVer hat mich heute angerufen und mir darüber sein Leid geklagt: „Unmöglich, so etwas hätte der van der Vaart doch verhindern müssen . . . Und früher hätte ein solches Interview auch Folgen gehabt, da hätte der Trainer den Spieler nach Hause geschickt und gesagt: Räume in deinem Privatleben auf, wenn da alles in Ordnung ist, kannst du wiederkommen . . .“ So hat es Ernst Happel einst mit Manfred Kaltz gemacht, als es bei dem HSV-Rekordspieler mal private Ungereimtheiten gegeben hat. Aber heute ist alles wie heute . . .

Schön zu wissen aber, wie das so bei Prominenten läuft. Erst packt der Franzose aus, dann die einstmals beste Freundin, vielleicht sind demnächst noch die sämtlich anderen Liebhaber bereit, einige pikante und schlüpfrige Details an die Öffentlichkeit zu bringen – würde ich allemal besser lesen können, als irgendwelche HSV-Negativ-Erlebnisse. „Gib mir davon, gib mir mehr davon, etwas mehr als vorher, das vertrag ich schon . . .“ So hieß es einmal in einem Lied (Schlager?). Rolf Zukowski und seine „Freundinnen“ (heißt eigentlich Freunde, aber Freundinnen passt so viel besser) haben das wohl mal gesungen. Schön, einfach nur schön. Und ich frage mich, wie das wohl auf die Mitspieler von „Rafa“ wirkt? Ob die so etwas gerne lesen? Oder sich nur amüsieren? Oder entsetzt sind? Oder nicht mehr an das Gute im Menschen glauben?

Egal, Sonnabend geht es gegen Braunschweig. Etwas wichtiger als Sabia und die ganze Fremdgeherei. Obwohl, wie gesagt, ich kann mich davon gar nicht lösen, es hat schon was. Aber hallo. Man, und nun zurück zum Bundesliga-Alltag, Schluss mit lustig. Obwohl . . . Nein, Matz, reißen Sie sich zusammen. Jetzt aber sofort und ohne Umschweife zum HSV. Immer den direkten Weg zum Tor. So wie es die Sylvie immer gemacht . . . Nein, nun wirklich zum Fußball.

Rafael van der Vaart, der heute – für ich jedenfalls – kaum etwas sagte, keinerlei Regung zeigte, nicht das kleinste Lächeln auf den Lippen hatte (wen wundert es?), hat seine Oberschenkel-Probleme offensichtlich auskuriert, er trainierte heute mit – und Thorsten Fink sagte schon vorher: „Er trainiert, also gehe ich davon aus, dass er auch am Sonnabend dabei ist.“ Auf dem Rasen natürlich, gegen die Braunschweiger Eintracht. Nicht dabei sein werden, so wie es heute aussieht, Johan Djourou und Ivo Ilicevic, die zwar wieder im Training stehen, eigentlich fit wirken, die natürlich aber viel Nachholbedarf haben. „Es wäre nicht gerecht den Mitspielern gegenüber“, sagt Thorsten Fink, der ohnehin schon die Qual der Wahl hat. Auf der Sechs sollen Tolgay Arslan und Milan Badelj bleiben, aber der Coach spekuliert (oder ließ uns spekulieren) auch noch mit Petr Jiracek. Der Tscheche hat in der Woche gute Trainingsleistungen gezeigt, und er gab auch beim Testspiel in Heide mächtig Gas, war spritzig, griffig und giftig. Gut möglich, nein, sehr gut möglich, dass „Jira“ auf der linken Seite zum Zuge kommen wird. Nur für wen, das ist hier die Frage?

Drei Möglichkeiten sind denkbar: Im Sturmzentrum verliert Artjoms Rudnevs seinen Platz an Jacques Zoua, denn der Kameruner soll ein guter Strafraum-Stürmer sein, der Lette dagegen braucht eher Platz für sein etwas unorthodoxes und ungestümes Spiel. Oder Jiracek kommt für Zoua, obwohl das nach der zweiten Halbzeit des Hertha-Spiels eigentlich nicht denkbar ist, denn da hat Zoua gut gespielt und war einer der auffälligsten Hamburger. Oder Zoua kommt für Maximilian Beister, der für sein Spiel ja auch einiges an Platz braucht, Platz, den es gegen die sicher (?) defensiv eingestellten Braunschweiger wohl kaum geben dürfte.

Im heutigen Training (Beginn 16 Uhr) hatte Thorsten Fink dann eine ganz besondere Variante auf Lager: Van der Vaart spielte rechts, links Maximilian Beister, zentral in der Spitze Jacques Zoua, in der Mitte dahinter Petr Jiracek, auf den beiden Sechsern Tolgay Arslan und Milan Badelj. Das ist mal etwas ganz Neues. Später änderte Fink dann gravierend: Arslan, Zoua und van der Vaart in die B-Mannschaft, Kerem Demirbay, Hakan Calhanoglu und Tomas Rincon im A-Team. Das sollte den anwesenden Spion aus Braunschweig aber wohl ein bisschen verwirren.

Und ich mache zunächst mal mit dem Aktuellen weiter, bevor ich auf die Stürmer-Suche komme:

„Ich erwarte, dass wir gewinnen, aber ich erwarte trotz allem auch ein schweres Spiel für uns. Ich habe die Braunschweiger bei der 1:2-Niederlage in Dortmund gesehen, da stand die Eintracht defensiv sehr, sehr stark. Deswegen erwarte ich, sollten wir nicht gleich zu Beginn ein Tor machen, auch ein Spiel, in dem wir Geduld brauchen, in dem wir auf einen Fehler des Gegners warten müssen. Die Fehler muss man aber erzwingen, immer wieder Druck machen, schnell spielen, die zweiten Bälle bekommen – wir dürfen den Braunschweigern eigentlich keine Luft zum Atmen lassen. Das ist unser Ziel. Wir müssen die drei Punkte einfahren, die sind in dieser Phase sehr, sehr wichtig für uns.“ Dann sorgte Thorsten Fink noch für Erheiterung, als er wieder einmal (das kann er wie kein Zweiter) einen Spruch vom Stapel ließ: „Aufgeben ist nicht unsere Stärke.“ Auf die Frage, woher er den hat, sagte der Coach: „Ich glaube von Holsten . . .“ Prost!

Vor ein paar Wochen fand in Hamburg der Nordcup statt, damals traf der HSV im „Halbfinale“ auf Eintracht Braunschweig und schaffte innerhalb eine Stunde nur ein 0:0. Ich fragte Thorsten Fink, ob dieses Spiel heute noch eine Rolle spielen würde? Der Trainer: „Das spielt keine große Rolle mehr, damals hat die Eintracht auch noch ganz anders gespielt. Ein ganz anderer Spielaufbau, einige personelle Veränderungen in der Mannschaft – deswegen spielt dieses 0:0 keine Rolle. Man hat aber seinerzeit schon gesehen, dass die Eintracht sehr gut stand – das wird eine harte Nuss für uns.“ Zumal die Braunschweiger, die damals nach vorne relativ harmlos waren, inzwischen zwei Hochkaräter wieder an Bord hat: Torjäger Domi Kumbela (29) feierte zuletzt gegen Frankfurt nach langer Verletzungspause ein 20-minütiges Comeback, und der aus Leverkusen ausgeliehene (und heimgekehrte) Karim Bellarabi (23), der gegen die Hessen nur auf der Bank saß, könnte gegen den HSV seine erste Chance von Beginn an bekommen. Das würde die Eintracht schon stärker und auch ein wenig unberechenbarer machen. Fink: „Trotz allem, wir müssen die Eintracht schlagen.“ Natürlich. Obwohl: Das war das Motto auch gegen Hoffenheim, und dann gab es ein denkwürdiges 1:5 . . .

Davon allerdings will niemand mehr – total verständlich – etwas wissen. Deswegen verteilt Thorsten Fink auch ein generelles Lob an seine Mannen, die sich in dieser Woche (bislang) sehr gut bewegt haben: „Das Training war sehr positiv, ich war davon sehr angetan, alle haben sich sehr gut bewegt. Die Spieler haben eine Trotzreaktion auf die letzten beiden Niederlagen gezeigt, nun hoffe ich, dass sie das am Sonnabend auch mit rüberbringen können. Die Spieler machten auf mich einen trotzigen Eindruck, sie wollen, sie wissen, dass sie noch alles in ihren Händen haben, die Saison ist noch am Anfang –wir haben unsere Ziele noch vor Augen, und diese können wir auch immer noch erreichen. Trotzdem wissen wir auch, dass es besser werden muss – und dazu haben wir am Sonnabend eine riesige Chance, um damit zu beginnen.“

Wie man das am besten macht, das verriet Tolgay Arslan heute schon mal: „Wir müssen geduldig bleiben. Wir wissen, dass wir der Favorit sind in diesem Spiel, wir wissen auch, dass wir mehr Qualität haben als der Gegner, dennoch müssen wir mit Köpfchen spielen, müssen, wie gesagt, Geduld zeigen. Und wenn man dann die Chancen nutzt, dann bin ich davon überzeugt, dass wir auch gewinnen werden.“ Ganz einfach – eigentlich. Arslan weiter: „Wir dürfen den Gegner aber auch nicht klein reden, wir müssen konzentriert unsere Aufgaben erfüllen. Wir müssen kämpfen, müssen laufen, wir dürfen nicht die Nerven verlieren, wenn es lange 0:0 steht – wir dürfen aber nicht von der ersten Minute mit Vollgas anlaufen, dann wären wir nach einer halben Stunde platt.“ Auch das klingt logisch.

Kurz noch zu einer Personalie: Slobodan Rajkovic hat heute nicht trainiert, er fehlte wegen einer Fußprellung.

So, nun aber zum neuen Stürmer. Eren Derdiyok ist out, Pierre-Michel Lasogga von Hertha BSC ist in – und wird wohl kommen. Noch sind einige Details zu klären, aber Sportchef Oliver Kreuzer gab sich zuversichtlich. Lasogga, U-21-Nationalspieler, soll allerdings nicht gekauft, sondern nur ausgeliehen werden. Der 1,87 Meter bullige Stürmer, Stiefsohn von Oliver Reck, ist 21 Jahre alt, hat aber schon einige Vereine hinter sich: Schalke 04, Rot-Weiß Essen, Wattenscheid 09, VfL Wolfsburg, Leverkusen, Wolfsburg und 2010 dann Hertha BSC. Er hatte sich zu Saisonbeginn das Außenband im Knöchel gerissen, wäre jetzt aber soweit, dass er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen könnte. Morgen könnte der Vertrag perfekt gemacht werden.

„Er ist ein interessanter Spieler, er steht aber im Moment in Berlin etwas hintenan, weil Ramos gesetzt ist, dahinter steht Sandro Wagner, dann wäre da auch noch ein Ronny. Lasogga ist auf dem Markt, er ist interessant für uns, er ist ein Mann, der dorthin geht, wo es weh tut, er ist unerschrocken, spielt extrem körperbetont und ist kopfballstark“, sagt Oliver Kreuzer über den Kandidaten.

In Sachen Verkauf könnte sich am Freitag (morgen) auch noch etwas tun, allerdings hat Robert Tesche das Angebot des FC St. Pauli abgelehnt. Er sieht sich als Erstliga-Spieler – obwohl es kein Angebot für ihn aus der Ersten Liga gibt. Kreuzer: „Ich kann das nicht so richtig verstehen, denn wenn der Markt es im Moment nicht her gibt, dann muss man vielleicht auch mal einen Schritt zurück machen, um dann wieder in den Markt zu kommen. Und St. Pauli ist doch ein Kult-Verein, da könnte man sich doch wieder ins Gespräch bringen . . .“

Das wird alles noch höchst spannend.

So, dann hat „Scholle“ mit Dennis Aogo gesprochen, und zwar seit der Nationalspieler zu Schalke 04 gewechselt ist. Nachfolgend das Interview mit einem „Abtrünnigen“, dem ich immer noch eine Träne hinterher weine. Ich drücke Dennis Aogo die Daumen, dass ihm dieser Tapetenwechsel so richtig gut tun wird, dass seine Karriere wieder steil nach oben verlaufen wird.

Zu Dennis Aogo hat sich heute auch Thorsten Fink noch kurz geäußert, das hier nun schnell vorweg: „Ich wünsche Dennis bei Schalke 04 alles Gute. Er ist sicherlich ein sehr guter Fußballer, aber wir sind der Meinung, dass er im Moment eine Luftveränderung brauchte, um vielleicht mal aus dem Bequemen herauszukommen. Menschlich und fußballerisch aber ist er ein sehr guter Junge.“

Hier nun „Scholles“ Interview:

MA: Dennis, seit wann war klar, dass Du wechseln würdest?
Aogo: Das ist schwer zu sagen. Richtig fix war es am Dienstagabend. Aber ich hatte mir schon seit einigen Tagen meine Gedanken gemacht.

MA: Okay, dann anders gefragt: Wann war Dir klar, dass Du den HSV verlassen solltest?
Aogo: Das wurde mir früh angedeutet. Allerdings hatte ich mir tatsächlich keine konkreten Gedanken gemacht, weil ich an die Lösung in Hamburg geglaubt hatte. Ich wollte nicht weg, fühlte mich in Hamburg wohl. Etwas so Besonderes aufzugeben, geht nicht auf einmal. Aber letztlich ging es nicht anders. Aufgrund der Geschehnisse der letzten Wochen habe ich aber auch selbst die Entscheidung getroffen.

MA: Und dann kam der Dauerfrager Horst Heldt um die Ecke…
Aogo: Ja, das Angebot kam zum richtigen Moment. Ich wollte ja nicht einfach nur weg, sondern dann auch eine sportlich sinnvolle Entscheidung treffen. Ich glaube, das ist mir gelungen.

MA: Was hat Dich vom FC Schalke überzeugt? Die Hartnäckigkeit des Sportchefs, der Dich einst als VfB-Manager schon nach Stuttgart lotsen wollte?
Aogo: Das natürlich auch. Es ist schon beeindruckend, wenn Dich jemand so lange verfolgt und offensichtlich schätzt. Es ist schon wichtig, dass man hin und wieder doch mal die Anerkennung für seine Leistung erfährt. Das hat mich schon sehr gefreut. Aber letztlich hat auch das Gesamtpaket entschieden. Und das stimmt auf Schalke.

MA: Zunächst auf Leihbasis bis zum Ende der Saison. Gibt’s anschließend ein Zurück?
Aogo: Oha, ich gebe den HSV ja nicht einfach so auf, klar. Aber darüber jetzt schon zu sprechen ist schwer. In einem Jahr kann sehr viel passieren, da können sich viele Voraussetzungen verschieben. Ich bin jetzt beim FC Schalke und konzentriere mich auf mein Spiel. Punkt.

MA: Weil Du noch auf die WM-Teilnahme hoffst?
Aogo: Darum geht’s jetzt nicht. Ich will hier jetzt erst einmal Fuß fassen, mich einleben und die Mannschaft kennenlernen. Aber jeder Spieler freut sich sicherlich, wenn er international spielt. Vor allem, wenn er dann auch noch Champions League spielen kann. Ich mich auch.

MA: Welche Rolle hat die Mallorca-Posse gespielt?
Aogo: Darüber will ich nicht mehr sprechen. Ich will hier nichts Schlechtes über den HSV sagen.

MA: Keine Enttäuschung? Oder war Finks Aussage, Du könntest nicht hinten links spielen der gewisse Tropfen, der das Fass hat überlaufen lassen?
Aogo: Was soll ich sage? Niemand freut sich über solche Aussagen. Nicht nachdem man fünf Jahre auf eben jener Position gespielt hat. Es ist aber nicht die Aussage, auch nicht die Suspendierung allein – es gab einfach einige Dinge in der letzten Woche, die anders hätten laufen können. Da ging es mehr um die Art und Weise als um die Inhalte. Das macht mich auf der einen Seite traurig – andererseits aber hege ich keinen Groll. Warum auch? HSV und Hamburg ist und bleibt für mich besonders, dafür war das Gesamte für mich zu schön. Ich bin dem HSV für die sensationell schönen fünf Jahre sehr, sehr dankbar und weiß, dass ich das, was ich bin, durch den HSV geworden bin.

PS: Morgen ist das Abschlusstraining im Volkspark – wie immer – nicht öffentlich.

18.56 Uhr

Dr. Klein: „Es hat sich etwas verändert“

29. Juni 2013

Auch an diesem Wochenende wird wieder emsig gearbeitet, und zwar am neuen HSV. An den Strukturen, die stark veraltert sind und die dringend generalüberholt werden müss(t)en. Es werden Gespräche, Gespräche und nochmals Gespräche geführt, es werden Möglichkeiten zur Zusammenarbeit ausgelotet und es werden alte Freundschaften zum Wohle des HSV aktiviert. Und nicht nur Freundschaften. Genau das ist nämlich das Erfreuliche in diesen Tagen und Wochen. Weil es um die Sache geht, den HSV wieder auf stabilere Beine zu stellen, damit sich auch Erfolge wieder eines Tages einstellen können, werden sogar alte Feindschaften begraben. Ich weiß wovon ich spreche (und schreibe), habe aber versprochen, keine Namen zu nennen. Das aber, was sich derzeit hinter den Kulissen beim HSV abspielt, das stimmt mich absolut zuversichtlich – es werden nun endlich mal Nägel mit Köpfen gemacht. Die Herren Ernst-Otto Rieckhoff und Jürgen Hunke packen es an, jetzt sogar gemeinsam. Und dass sich nun der eine oder andere große HSVer auch persönlich zurücknimmt, weil es doch nur darum geht, dass der HSV so schnell wie möglich wieder in die Erfolgsspur zurückkehren kann und wird, das ist inzwischen schon ein riesiger Fortschritt.

Weiter so, ihr HSVer, und damit meine ich nicht nur die Großen des Clubs, sondern auch die „Kleinen“!

Mit einem ganz, ganz Großen habe ich diesbezüglich gesprochen, auch wenn der Herr auf den Namen Klein hört. Ich sprach mit Dr. Wolfgang Klein, dem in der HSV-Geschichte 25. Präsidenten der Rothosen. Unter der Führung des Rechtsanwaltes erlebte der HSV seine erfolgreichste Zeit, und eines kann ich ganz sicher sagen: Dr. Klein ist ebenfalls sehr darum bemüht, dass der HSV aufwacht und mehr aus seinen Möglichkeiten macht, die er in dieser Stadt und mit diesem Namen eigentlich hätte. „Ich plädiere schon seit mehr als zehn oder 15 Jahren für eine Umstrukturierung des HSV, das ist kein neues Thema für mich. Es war nur immer deshalb schwierig, weil es ja den Aspekt der Dreiviertel-Mehrheit im Club gab, deswegen gab es in den vergangenen Jahren auch kein Weiterkommen. Obwohl es ja versucht worden ist.“

Als dieses heiße Thema vor einigen Jahren vom damaligen HSV-Vorstand Bernd Hoffmann angefasst worden war, da arbeitete Dr. Klein auch in seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt daran mit, den HSV zu erneuern: „Ich habe den rechtlichen Bereich abgedeckt, habe den Mitgliedern erklärt, warum es so notwendig ist, aus den verkrusteten Strukturen auszusteigen.“ Die Zeit war damals wohl noch nicht reif. Obwohl Wolfgang Klein, der in seiner Leichtathletik-Karriere sechsmal Deutscher Weitsprungmeister geworden ist, durchaus optimistisch war, dass es die Dreiviertel-Mehrheit geben würde. Klein erinnert sich: „Ich habe das damals auch durch meine Zeit beim Deutschen Fußball-Bund sehr genau verfolgt, wie sich das alles entwickelt hat, bis hin zu der Erlaubnis, dass es bis zur Dritten Liga erlaubt ist, Kapitalgesellschaften zu gründen.“

Dr. Klein, der einst 15 Jahre lang die „Sportschau der Nordschau“ (NDR) moderiert hat, hat seine eigene Anschauung zu diesem brisanten Thema: „Ich denke, dass der DFB damals einen entscheidenden Fehler gemacht hat. Er hätte gleich sagen soll, dass die vereine ausgliedern müssen. Allein wegen der Übersichtlichkeit der wirtschaftlichen und steuerlichen Seite. Da wurde damals aber den Vereinen nur mitgeteilt, dass sie Satzungen so und so auszusehen hätten. Das war zwar ein kleiner Fortschritt, aber wenn damals schon beschlossen worden wäre, dass auszugliedern ist, dann wäre den Vereinen schon damals wesentlich mehr geholfen worden.“ Mit der Zeit haben die meisten Profi-Clubs von allein gehandelt, aber der HSV tat und tut sich als eine der wenigen Ausnahmen schwer damit.

Auch deshalb, weil viel zu viele Leute heute im HSV immer noch für ganz wichtig sind – und sich vor allen Dingen für enorm wichtig halten. Sie alle wollen mitreden, weil es doch „ihr“ HSV ist. Ich habe mal im Archiv nachgesehen, und da hat der ehemalige HSV-Präsident Klein (von 1979 bis 1987) vor einigen Jahren einmal gesagt: „Zu meiner Zeit war das damals anders beim HSV. Das waren Günter Netzer und ich, und das war es dann auch schon.“ Zwei Männer und ein erfolgreicher Trainer (Ernst Happel) – und der HSV gewann Titel und Meisterschaften. Jetzt allerdings, im Jahre 2013, sieht Wolfgang Klein gute bis beste Chancen, dass es ein Umdenken im HSV gibt: „Es hat sich im Verein etwas verändert. Wir sind heute ja viele, viele Mitglieder mehr, kein Vergleich mehr zu früher. Und ich denke, dass es da heute unter diesen HSVern sehr viele vernünftige Menschen gibt, dass das ein gesunder Durchschnitt der Bürger unserer Stadt und darüber hinaus ist. Die wollen doch alle, dass es dem HSV gut geht, sie wollen, dass dieser Verein von 1987, dieser Club mit der riesigen Tradition und vielen großen Erfolgen in den Geschichtsbüchern, dass dieser HSV gesund und erhalten bleibt.“

Wolfgang Klein hält es durchaus für möglich, den Universalsportverein HSV zu erhalten: „Man muss diesen Verein von den Risiken des bezahlten Fußballs trennen, um ihn dauerhaft erhalten zu können, und um gleichzeitig im Profi-Fußball durchaus europäische Ziele anzustreben. Das ist möglich. Da kann noch einer so viel erzählen wie er will, davon, so denke ich, ist mittlerweile auch eine Dreiviertel-Mehrheit im Verein zu überzeugen. Selbst dann, wenn ein Abteilungsleiter anderer Auffassung ist. Ich halte das für inzwischen möglich.“ Die Zeit ist reif. Ganz klar. Denke ich jetzt – und ich glaube, dass davon jetzt immer mehr und mehr ebenfalls überzeugt sind. Lange genug hat der Verein nichts mehr gewonnen, das sollte (fast) allen zu denken geben. Und wenn es so weitergehen würde, dann gäbe es auch in den nächsten Jahrzehnten keine Aussicht auf Besserung – und auf Titel.

Noch einmal zurück zum Universalsportverein. Klein sagt: „Es ist völlig richtig, dass man den HSV nicht mit dem FC Bayern vergleichen kann. In München wurde eine ganz andere Tendenz eingeschlagen. Die haben da nur einige wenige Abteilungen behalten und einige ganz aus dem Verein rausgeschmissen. Das kann man machen, aber ich stehe aber auf dem Standpunkt, dass man den Universalsportverein erhalten sollte. Und ich glaube auch, dass das die überwiegende Meinung innerhalb des HSV ist – man sollte alles unter einem Dach halten. Die Sicherstellung des Vereins und seiner Existenz, die steht für mich im Vordergrund, mit im Vordergrund, und das lässt sich rechtlich und steuerlich auch händeln. Ganz bestimmt.“ Wolfgang Klein weiter: „Man könnte den ganzen e. V. durch einen Teil der Mitglieds-Beiträge der Supporters eine Existenz vermitteln. Die Mitglieder treten ja nicht gleich aus, wenn der HSV mal in Abstiegsgefahr ist oder wenn er im unteren Drittel der Tabelle herumdümpelt. Die bleiben ja Mitglieder – und deshalb kann man so für den Verein eine ganz Menge tun.“

Um dann noch auf das Thema Steuer zu kommen. Dr. Klein sagt: „Steuerlich ist das kein Problem. Man kann jedem Gläubiger, auch den künftigen, denen sowieso, denn dann wäre es ja nur die AG oder eine Tochtergesellschaft, dass man denen sagen kann, dass sie die Mitglieder nicht persönlich in Anspruch nehmen, also habt ihr nichts dagegen, dass wir die Haftung mal beschränken auf die Kapitalgesellschaft, in der jetzt das Vermögen aber auch die Verbindlichkeiten sind. Aber das sind jetzt schon Einzelfragen im rechtlichen Bereich . . .“

Das sind aber auch Dinge, die dann zu klären wären, wenn es diese Umstrukturierungen tatsächlich geben sollte. Dr. Wolfgang Klein aber unterstützt diese Bestrebungen im vollen Umfang: „Auf jeden Fall. Jürgen Hunke hat, das weiß ich, immer noch Bedenken, dass die Dreiviertel-Mehrheit im HSV nicht erreicht werden kann, aber ich sage nein. Die Mitglieder haben es längst verstanden, dass die bisherige Struktur, was Hunke ja immer beklagt, nicht nur nicht effizient genug ist, sondern längst nicht mehr zeitgemäß ist. Seriosität, Kontinuität und Glaubwürdigkeit müssen erreicht werden, und dazu gehört eine seriöse Struktur, so ist das heute nun einmal.“ Dazu gehört natürlich auch Verlässlichkeit. Und in diesen Bereich spielt auch hinein, dass mit den gewählten Personen verlässlich zusammengearbeitet werden kann. Nicht dass jedes Jahr neue HSV-Führungspersonen auftauchen, die immer etwas anderes wollen und vorgeben.

Was bislang so viele HSV-Mitglieder an diesen Umstrukturierungen gestört hat, das war das Wort „Ausgliederung“. Es ist manchen zu hart, manchen zu entschieden – es tut so manchem schlichtweg weh. Wie würde Dr. Klein das nennen, was nun vorgenommen werden sollte – oder muss? „Es ist eine Ausgliederung, aber ich sage mal, dass es ja nicht mal eine Strukturreform ist, sondern für mich ist es eine Struktur-Bereinigung“, sagt Wolfgang Klein. Jetzt kommt es nur darauf an, Aufklärungsarbeit zu leisten. Die Mitglieder müssen genau darüber informiert werden, wie und was und warum etwas passieren soll. Wenn das geschieht, dann muss der Umschwung gelingen. Klein: „Das halte ich alles für erreichbar, ganz klar. Die Leute sind nicht mehr so naiv, dass man sie mit populistischen Sprüchen zurück- oder abhalten kann, für neue Strukturen zu sein. Die Leute haben doch längst gesehen, dass es so, wie der HSV jetzt aufgestellt ist, nicht geht.“ Klein weiter: „Man braucht eine klare Führung. Das will zum Beispiel auch jeder Wähler im politischen Bereich. Die Leute brauchen nicht nur eine Führung, die Leute wollen sie auch.“

Inzwischen wollen diese Leute auch vermehrt, dass sich kompetente Menschen, die eine Fußball-Vergangenheit haben, die sich im Profi-Geschäft bestens auskennen, und die auch möglichst eine Rauten- Vergangenheit haben, dass sich diese Experten für den HSV engagieren und sich einsetzen. Das Tandem Hunke/Rieckhoff hat schon mit etlichen dieser Herren gesprochen – und wird es weiterhin tun. Das sieht, das kann ich versprechen, schon sehr, sehr gut aus. Mein Traum ist es ja, dass zur nächsten Mitgliederversammlung (im Januar) möglichst acht, neun oder mehr Spieler der Europa-Pokal-Gewinner von 1983 erscheinen, um den Mitgliedern aus ihrer Warte zu schildern, dass es so wie zurzeit, einfach nicht weitergehen darf. Und einige dieser Herren arbeiten jetzt schon mit und werden auch sicher zur Versammlung kommen.

Besser wäre es ja noch, dass sie gleich gewählt werden würden. Zum Beispiel für einen neuen Aufsichtsrat, in dem es dann jede Menge Fußball-Kompetenz geben würde. Dr. Klein zu diesem Thema: „Beim HSV ist doch die Unmöglichkeit gegeben, dass sich hier vernünftige Kandidaten, die wir gerne hätten, die dem HSV auch weiterhelfen würden, dass wir die gar nicht ansprechen dürfen, denn: Die sollen dann noch durch mehrere Vorstellungsrunden gehen, in kleinen Kreisen, von den Supporters oder zum Beispiel auch von den Senioren organisiert, um dann in eine Mitgliederversammlung mit der Unsicherheit zu gehen, ob man überhaupt gewählt wird? Das kann doch wohl nicht wahr sein, das ist doch ein Ding der Unmöglichkeit.“ Eugen Block oder zum Beispiel auch „Büdi“ Blunck wissen da aus Erfahrung zu berichten, wie man sich als „Nicht-Gewählter“ fühlt. Dr. Wolfgang Klein weiter: „Beim HSV wird man gewählt, indem man entweder charmant Döntjes aus seiner Jugend erzählt, oder man erzählt Witze oder man zieht eine Badehose an . . . Das ist doch höchst peinlich für den Verein – und ganz Deutschland lacht über den HSV.“

Aber auch das scheint einigen Hardlinern schon lange egal zu sein. Einige HSVer wollen weg von jeglichem Kommerz, selbst auf die Gefahr hin, dass der Club nur noch in Liga drei oder sogar noch tiefer spielt. Sogar auf Grand könnte, wenn es nach ihnen ginge, der HSV um Bezirksliga-Punkte kämpfen. Die Hauptsache für diese Leute ist: weg vom Kommerz. Dr. Wolfgang Klein dazu: „Dann sollen die paar Mitglieder, die diese Meinung vertreten, aus dem HSV austreten und einen eigenen Verein gründen. Aber nicht den Gesamt-Verein strapazieren, wo 90 Prozent der Mitglieder anderer Ansicht sind. Wenn solche Leute Minderheiten vertreten wollen, dann sollen sie das – aber bitte in einem anderen Verein. Dann ist der HSV nicht das richtige Spielfeld für diese Leute.“

Beim Thema „Ausgliederung“ orientieren sich die „Gegner“ kurioserweise auch immer häufiger an einen ungeliebten Nachbarn. Seit Werder Bremen ausgegliedert hat, ging es sportlich bergab. Was entgegnet Wolfgang Klein diesen HSV-Mitgliedern? Er sagt: „Das hat ja nichts direkt mit der Ausgliederung zu tun. Eines ist ja auch klar, das will ich gar nicht bestreiten, das ist doch in jedem Unternehmen so: Selbst wenn es die richtigen Strukturen hat, hängt der Erfolg immer noch maßgeblich von den handelnden Personen ab. Die Wahrscheinlichkeit einer Qualitätsverbesserung ist aber natürlich viel größer und wahrscheinlicher, wenn ich wenigstens die vernünftigen Strukturen habe. Aber ich bekomme diese Leute ja gar nicht erst, die bereit wären, etwas für den HSV zu tun, weil die Strukturen eben so veraltet sind.“ Und nicht nur hinderlich wirken, sondern auch abschreckend.

Man kann es drehen und wenden wie man will, immer wieder landet man bei diesen Strukturen – fast aus dem Mittelalter. Deswegen ist nun endgültig die Zeit zum Umdenken gekommen. Aufwachen und etwas tun, und wenn es nur das ist, dass man den Umstrukturierungs-Gedanken seine Unterstützung versichert. Spätestens dann, wenn es im Januar gefragt ist.
Dranbleiben!

PS: Am Montag wird um 10 und um 15 Uhr im Volkspark trainiert. In Sachen Neuerwerbungen und Verkäufen hat sich an diesem Sonnabend bislang nichts getan.

18.14 Uhr

Glückwunsch, ihr Helden von 1983!

25. Mai 2013

Und es begab sich zu jener Zeit, als Borussia Dortmund seinen Trainer Jürgen Röber vor die Tür setzen wollte. Fußball-Deutschland schrieb damals das Jahr 2007, es lief der dritte Monat des Jahres. Der frühere HSV-Profi Thomas von Heesen verhandelte geheim und total im Verborgenen mit Hans-Joachim Watzke, dem BVB-Macher. Beide Herren wurden sich einig, die Borussia setzte einen Vertrag auf, den Watzke unterschrieb und den von Heesen noch heute in seiner Schreibtischschublade zu liegen hat. Der frühere Hamburger hätte nur unterschreiben müssen, dann wäre er BVB-Trainer geworden, aber er wollte noch ein, zwei Tage abwarten. Und las dann zu seinem Entsetzen, dass das Geheimtreffen zwischen ihm und Watzke in aller Ausführlichkeit in der „Bild“ stand. Da von Heesen nichts verraten hatte (das wusste er hundertprozentig!), konnte das nur von der „anderen Seite“ gekommen sein – und Thomas von Heesen sagte der Dortmunder Borussia ab. Weil er einen solchen Vertrauensmissbrauch nicht ganz so gut ertragen konnte. Thomas Doll wurde dann vom BVB geholt – auch ein Hamburger.
Warum ich das aber schreibe? Wer nun schon eins und eins zusammenzählen kann, der weiß jetzt schon mal Bescheid.

Und es begab sich zu jener Zeit, als der HSV auf Sportchef-Suche war. Fußball-Deutschland schrieb das Jahr 2013, es lief (und läuft) gerade der fünfte Monat im Jahr. Da traf sich der HSV – ganz, ganz geheim – im Flughafen-Hotel mit zwei seiner aussichtsreichen Sportchef-Kandidaten, nämlich Oliver Kreuzer und Jörg Schmadtke. Und diese beiden Herren erlebten auch etwas höchst Seltsames. Zu ihren Geheimtreffen waren auch zwei Reporter von „Bild“ „geladen“ worden. Natürlich nicht von Kreuzer, auch nicht von Schmadtke. Diese beiden Herren hatten geglaubt, dass ein Geheimtreffen auch geheim verlaufen würde. „Bild“ aber war dabei. Gut recherchiert, die Herren. Wobei gleich zwei „Bild“-Herren in einem Hotel warteten. Das war schon ein Volltreffer. Und ich als Kollege kann den „Bild“-Kollegen nur gratulieren, sie haben wieder einmal eine Super-Nase bewiesen – und gehabt. Glückwunsch dazu. Soll nun aber niemand damit kommen, dass dieses Geheimtreffen auf irgendeine Art und Weise vom HSV, vermutlich sogar vom Aufsichtsrat, verraten worden ist. So war es bestimmt nicht. Ich frage mich allerdings, ob sich nun der „Fall von Heesen“ wiederholt? Charakterstarke Menschen mit Prinzipien würde wahrscheinlich denken, dass dieses Geheimtreffen verraten worden ist, und wenn sie dann, diese charakterstarken Menschen, noch viel mehr Charakter haben, dann verzichten sie wie einst Thomas von Heesen darauf, die Nachfolge von Frank Arnesen anzutreten. Ich bin mal gespannt, wie sich das noch entwickeln wird, wie stark die Charaktere der Herren Kandidaten sind . . .

Ansonsten wird heute, am Sonnabend, wohl nichts passieren – in Sachen Sportchef. Fußball-Deutschland denkt und lebt heute englisch. Da ich schon mehrfach gefragt worden bin, was ich bei Bayern – Dortmund tippe, will ich damit nicht hinterm Berg halten. Ich würde mich sehr über einen BVB-Sieg freuen, vor allen Dingen für Jürgen Klopp, dessen größter Fan ich bin, aber ich tippe auf einen lockeren 4:0-Sieg der Münchner. Die werden so abgezockt sein, dass sie schneller und besser Herr ihrer Nerven werden. Denke ich jedenfalls. Mal abwarten.

Heute vor 30 Jahren hat ja auch der Außenseiter gewonnen. Zum Glück. Das war fantastisch, dieser 1:0-Erfolg des HSV in Athen über Juventus Turin. Natürlich war das fantastisch, was denn sonst? Stein, Kaltz, Hieronymus, Jakobs, Wehmeyer, Groh, Rolff, Milewski, Magath, Hrubesch, Bastrup und von Heesen (kam in der 56. Minute für den verletzten Bastrup) werden auf ewig die HSV-Helden sein, und das 1:0 von Felix Magath hat sich längst für immer in die Köpfe von Millionen Fußball-Fans „eingebrannt“. Eine herrliche Zeit. Der HSV ganz oben in Europa.

Dass der HSV danach noch zwei Bundesliga-Spiele zu bestreiten hatte, nur drei Tage nach dem Triumph von Athen im Volkspark gegen Dortmund anzutreten hatte, das ist wahrscheinlich nicht mehr jedem HSV-Fan gegenwärtig. Die Borussia vom Borsigplatz wurde mit 5:0 besiegt (zweimal Horst Hrubesch, Jürgen Milewski und zwei Elfmetertore von Manfred Kaltz sorgten für diesen Erfolg), und dann ging es auf Schalke, wo der HSV durch Tore von Hrubesch und Wolfgang Rolff 2:1 gewann und Deutscher Meister wurde. Dank des besseren Torverhältnisses vor Werder Bremen. Irritiert war und bin ich immer noch, dass Ernst Happel, der Meistertrainer, damals sagte: „Die Meisterschaft bedeutet mir mehr als der Europapokal.“

Mir wäre heute beides lieber, aber das steht auf einem anderen Stück Papier.

Als im Sommer 1983 dann Horst Hrubesch den HSV verlassen musste (Standard Lüttich), begann der Abstieg dieser großartigen Mannschaft. Das „Kopfball-Ungeheuer“ war der Kopf dieses Teams, er hatte alle und alles im Griff, als er ging, entstand ein Vakuum, dass nie zu schließen war. Leider. Zumal die „Ersatzleute“, die dann verpflichtet worden waren, nämlich Dieter Schatzschneider und Wolfram Wuttke, sich bedauerlicherweise nur als „Rohrkrepierer“ erwiesen.

Abschließend sei gesagt: Herzlichen Glückwunsch, ihr Helden von 1983, ihr habt den Namen HSV noch größer und populärer gemacht, ihr habt das größte Stück Vereinsgeschichte geschrieben – und dafür danke ich euch immer wieder.

Ich weiß ja, dass der eine oder andere Held hier mitliest (sogar die Kommentare!), wenn er Zeit hat, wenn er auf Reisen ist und im Hotelzimmer im Bett liegt. Dann wird „Matz ab“ gelesen. Vielleicht ja auch heute. Gestern sagte mir auf jeden Fall (vielleicht hat es ja jemand beobachtet, als wir uns im Block House trafen?) ein Held von 1983: „Dieter, Du müsstest eigentlich das Verdienstkreuz Erster Klasse und am Bande erhalten, weil du . . .“ Aber den Rest schenke ich mir lieber.

Bei der Gelegenheit: Vielen Dank jenen Usern, die mir privat wieder viele, viele Mails zukommen ließen. Einige haben sich die allergrößte Mühe gegeben und haben viel mehr geschrieben, als ich es mit den längsten „Matz-ab“-Berichten jemals getan habe – danke. Da steckt viel Arbeit drin. Ich weiß das sehr zu schätzen, auch wenn ich (gelegentlich auch Scholle) darin durchaus mal nach allen Regeln der Kunst und nach Strich und Faden „vernichtet“ werde. Egal, die Mühe, die sich einige machen, die ist schon bemerkenswert.

Ein netter Zeitgenosse endet in seiner Mail an mich (er schickte es anonym über das Abendblatt) wie folgt:

Neiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin, natüüürlich nicht, du Witzfigur.
Armselig ist das. Einfach nur armselig.

Mit diesen interessanten, lieben, netten, höflichen, freundschaftlichen, versöhnlichen und natürlich nur gut gemeinten Buchstaben möchte ich heute dann auch enden. Danke, wie geschrieben, danke für alles und an alle. Ich schließe diesen netten Mitmenschen und natürlich alle „Matz-abber“ mit in mein heutiges Gute-Nacht-Gebet ein, ich liebe euch alle – ihr seid schon klasse. Eine Klasse für sich!
Bevor ich dieses Gute-Nacht-Gebet aber sprechen werde, gibt es noch einen heißen Fußball-Abend in und aus London, und zu diesem fußballerischen Höhepunkt wünsche ich euch und euren Lieben viel, viel Spaß und Freude – vertragt euch, auch wenn der „Falsche“ gewinnt, habt euch lieb, das Leben ist viel zu kurz, um sich ständig zu ärgern. Ganz sicher: Irgendwann kommt ein jeder mal an diesen Punkt, wo er so denkt. Und sich dabei fragt: Warum war ich damals nur so . . ?
Lasst mal wieder Ruhe einkehren.

PS: „Scholle“ hatte endlich einmal wieder eine angenehme Nacht, denn sein TSV Niendorf hat am letzten Spieltag die Rettung und den Klassenerhalt in der Oberliga Hamburg geschafft. Glückwunsch, Digger! Ein wenig traurig bin ich, dass der USC Paloma nun doch noch baden ging – denn die Vormittags-Grandspiele an der Brucknerstraße werde ich nun vermissen. Hoffentlich hören die blauen Tauben nicht auf zu fliegen, denn dann müssten sie doch im nächsten Jahr wieder da sein – oder?

15.59 Uhr

Gremio Porto Alegre damals und heute

9. Dezember 2012

Nach der Arbeit kommt die Erholung. Die HSV-„Helden“ durften an diesem brasilianischen Sonntag einmal nach Herzenslust faulenzen. Sie hatten es sich verdient. Wie auch Trainer Thorsten Fink befand: „Das waren und sind ja einige Strapazen, deswegen dürfen und sollen sie nun auch die Freizeit genießen.“ Einige Profis schliefen bis kurz vor elf Uhr, erst dann liefen sie beim Frühstück ein. Aus dem geplanten Ausflug an den Strand allerdings wurde nichts, weil festgestellt wurde, dass kein Strand in der Nähe ist. Die Fahrt ans Meer hätte viel zu lange gedauert, deswegen wurde kurzerhand ein Hotel mit einem größeren Pool geentert – da ließ es sich dann auch leben. Und schwimmen. Natürlich. Mann gönnt sich ja sonst nichts. Abends stand dann noch ein Churrasco-Abend auf dem Speiseplan, das klingt nach lecker Fleisch (Steaks) satt.

In der Vorfreude auf dieses Essen erkundeten Vorstandsmitglied Oliver Scheel und die zwei Herren vom Aufsichtsrat, Manfred Ertel und Björn Floberg, am Nachmittag die Peripherie von Porto Alegre. Nicht nur ein bisschen Spaß muss sein, nein, auch ein bisschen Kultur.

Das klingt alles nicht nur nach Entspannung pur, es ist auch Entspannung pur. Nur für ein paar Stunden, denn morgen geht es mittags bereits wieder zurück nach Hamburg. Wo die Mannschaft in den Vormittagsstunden des Dienstags (geplant ist um acht Uhr) landen wird. Von Fuhlsbüttel aus geht es direkt in den Volkspark, wo ein kurzes Auslaufen auf dem Programm steht – am Mittwoch geht es dann ganz normal weiter mit Training – und dem Bundesliga-Alltag. Schließlich sind am Sonnabend (Anstoß 15.30 Uhr) in Leverkusen noch drei Punkte zu ergattern, Thorsten Fink wird also kurz vor dem Weihnachtsfest die Zügel noch einmal anziehen (müssen).

Ein wenig unerfreulich war sicher die Niederlage, erfreulich aber war für den HSV: Das Spiel gegen Gremio Porto Alegre, das mit 1:2 verloren ging, wurde ohne eine weitere Verletzung überstanden. Und trotz der Tatsache, dass die Spieler nach dem Schlusspfiff ungeduscht und total verschwitzt in den Bus steigen mussten (weil die Duschen des neuen Stadions versagten), gab es noch bei keinem Hamburger erste und auch ernste Anzeichen von einer Erkältung. So könnte, nein, so müsste es bleiben. Damit das Fußball-Jahr 2012 wenigstens halbwegs normal abgeschlossen werden kann.

Wobei ich doch ein wenig noch an den Rückflug denken muss. Am Sonnabend traf ich einen früheren Kollegen von mir, nämlich Peter Glauche. Der einst langjährige HSV-Reporter war ein Vor-Vorgänger von mir bei der Bild. Peter, ein Liebling von Ernst Happel (in der Tat!), war damals mit auf großer Tour, als der HSV im Weltpokal-Finale in Tokio auf Gremio Porto Alegre traf. Das war am 11. Dezember 1983, der HSV verlor bekanntlich mit 1:2 nach Verlängerung. Nach diesem Spiel aber herrschte total dicke Luft bei den Hamburgern, denn die beiden Neueinkäufe, Dieter Schatzschneider und Wolfram Wuttke, hatten sich durch ihre vollmundigen Auftritte und durch ihre Minus-Leistungen auf dem Rasen den Zorn aller Mitspieler zugezogen. Die Teamkollegen Uli Stein, Ditmar Jakobs und Jürgen Groh, jeder ein absoluter Siegertyp, sprachen im Hotelzimmer von Felix Magath mit dem Kapitän und baten ihn („Du musst jetzt eingreifen, die beiden Herren müssen dringend diszipliniert werden, so kann und darf es nicht weitergehen“), auf dem Rückflug ein Machtwort zu sprechen. So geschah es dann auch. Einhelliger Tenor der HSV-Spieler: „Das muss nun die Mannschaft ganz allein lösen.“

Als der Jumbo hoch über Indien flog, erhob sich Felix Magath von Sitz 27 A (das weiß Peter Glauche noch heute ganz genau) und ging von Mann zu Mann, um zu sagen: „Nehmt euch nach dem Auslaufen in Ochsenzoll nichts vor, wir werden ausführlich miteinander sprechen müssen.“ Nur Schatzschneider und Wuttke hörten etwas anderes: „Ihr könnt euch etwas vornehmen, ihr werdet nicht dabei sein, wenn wir alle miteinander sprechen.“ Harter Tobak – nach dem verlorenen Weltpokal-Finale. Die Luft brannte auch im Jumbo noch.

Weil Wuttke bei jedem Zweikampf so hoch wie beim Stabhochsprung gehüpft war, um ja nicht vom Gegner getroffen zu werden. Der Dribbelkünstler hatte – nicht nur in Tokio – total körperlos gespielt, war jedem Duell aus dem Wege gegangen. Und Schatzschneider, so steht es in dem überragenden Buch von Axel Formeseyn („Unser HSV“, Seite 349), war gegen Gremio gar nicht erst zum Einsatz gekommen. Weil der Stürmer, der von Fortuna Köln gekommen war, Schmerzen im Oberschenkel verspürte. Ernst Happel aber bestand auf einen Einsatz, deshalb wurde der Oberschenkel behandelt und bandagiert – doch „Schatz“ entschied eigenhändig: „Der Verband kommt wieder ab, ich spiele nicht.“ Im AF-Buch steht dann die Aussage des HSV-Stürmers: „Als Happel das fünf Minuten vor dem Anpfiff erfuhr, explodierte er vor der versammelten Truppe und gab mir den Gnadenstoß. Er machte mich so klein, dass ich aufrechten Ganges den japanische Zuschauern locker durch die Beine hätte laufen können . . .“ Und der Unmut der Teamkollegen prasselte erst danach auf ihn (und „Wutti“) ein.

Von dieser „Palastrevolution“ beim HSV hatten natürlich auch die Medien schon im Vorfeld der Landung etwas mitbekommen, dementsprechend war der Empfang in Fuhlsbüttel. Selten zuvor war eine so große Schar von Journalisten auf dem Flughafen, um zu erfahren, was passiert ist, wie es nun mit Wuttke und Schatzschneider weitergehen wird. Uli Stein hatte sich Wolfram Wuttke zwischenzeitlich schon mal unter vier Augen „vorgeknöpft“ und ihm gesagt: „Ich möchte es einmal erleben, dass du dorthin gehst, wo es auch weh tut . . .“ Der Keeper hat es nicht mehr erlebt.

Köpfe rollten aber nach diesem Tokio-Trip nicht niemand wurde „geopfert“. Es war lediglich ein Selbstreinigungs-Prozess, der die beiden oft vorlauten und stets auch großspurigen Profis ein wenig auf den Teppich zurück bringen sollte. Was allerdings nur vorübergehend half. Schatzscheider und Wuttke konnten leistungsmäßig nicht mehr zulegen, und sie bekamen auch keinen Fuß in diese Mannschaft, die ja bekanntlich Horst Hrubesch verloren hatte (weil man ihn in Hamburg nicht mehr so recht wollte). Es muss aber festgehalten werden, dass die einstige HSV-Meistertruppe nach dem Gremio-Spiel zerbröckelt war, fortan war beim HSV nichts mehr so, wie es zu glorreichen Zeiten einmal war. Was sicher auch damit zu tun hatte, dass der „Chef“, nämlich Hrubesch, nicht mehr dabei war.

„Das war eine ganz heiße Phase in der Vereinsgeschichte des HSV“, sagt Peter Glauche heute. Er war 1983 in Athen beim 1:0-Sieg gegen Juventus dabei, hat noch heute zu fast allen HSV-Profis von damals Kontakt, ist mit Manfred Kaltz befreundet – und ist heute (und schon lange) Mitgesellschafter der PR-Agentur MasterMedia. Der ehemalige Bild-Reporter weiß auch, wie sehr sich Ernst Happel über diese Reise geärgert hatte: „Er wollte diesen Cup unbedingt gewinnen, aber leider zogen nicht alle Spieler so mit, wie es der Trainer vorgab. Das hat den Trainer schwer enttäuscht. Heute wird ein solches Weltpokal-Finale ganz sicher ernster genommen, als es damals der Fall war.“

Mag sein, aber von einem solchen Endspiel mag in Hamburg ja ohnehin niemand mehr ernsthaft träumen. Die Zeiten sind vorbei.

Übrigens: Nach dem Spiel in Tokio folgten bis zum Jahresende noch ein Freundschaftsspiel in Malaysia (gegen die Nationalmannschaft des Landes), ein Spiel in Aberdeen und am 28. und 30. Dezember (!) ein internationales Turnier in Athen mit Spielen gegen AEK Athen (3:2 für den HSV) und Olympiakos Piräus (6:5 n. Elferschießen für den HSV). Viel gereist wurde also schon damals, und das waren ganz sicher auch nicht wenige Strapazen. Und am dritten Januar, am fünften und am siebten Januar standen drei Testspiele in Frankreich (gegen Cannes/Nizza, Marseille und Toulon) auf dem Fahrplan.

Was mir nach dem Brasilien-Trip noch bleibt: Dieter Schatzschneider hat zu seiner HSV-Zeit ja schon vor einigen Jahren bekannt, dass ihm damals die rechte Einstellung gefehlt habe. Er gab auch zu, dass er seinen Mund schon zu Beginn seiner Hamburger Zeit viel zu voll genommen hatte. Eine späte Einsicht, zu der ich trotz allem positiv stehe, weil dieses Geständnis lobenswert ist. Obwohl der HSV, das weiß ich schon, davon natürlich nichts mehr hatte (und gehabt hat) – außer den Millionen, die für Schatzschneider und Wuttke aufgebracht werden mussten und die natürlich ein Loch in die Kasse gerissen hatten. Der Anfang vom Ende (der HSV-Glanzzeiten)?

17.43 Uhr

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