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Newcastle baggert immer noch an Lasogga

19. Januar 2015

Auf dem Trainingsplatz wurde Pierre-Michel Lasogga auch heute nicht gesehen. Ebenso wie alle schon gestern gegen Astana (0:0) geschonten Spieler war der Stürmer auch heute nicht gesund genug für eine lockere Einheit mit dem Rest der Truppe. Was am heutigen Montag auch nicht dramatisch war. Das Training war kurz, es nieselte die ganze Zeit, und nach ein paar lockeren Spielchen war auch schon wieder Feierabend. Zumindest sichtbar auf dem Rasen. In den Fitnessbereichen wurde kräftig individuell weiter gearbeitet.

Lasogga ist aber trotzdem immer wieder das Diskussions-Thema. Aktueller Anlass ist das Interesse von Newcastle United am HSV-Torjäger der vergangenen Saison. Das ist sogar soweit gegangen, dass den HSV-Verantwortlichen zuletzt konkretes Interesse aus England angezeigt wurde. Der Gedanke ist ja auch nicht von der Hand zu weisen, schließlich hatte es Lasogga selbst immer wieder als seinen Fußball-Traum bezeichnet, auf der Insel zu kicken.

In der aktuellen Transferperiode, das allerdings sind die momentanen Informationen, wird sich in dieser Hinsicht nichts tun. So unbefriedigend Lasoggas Hinrunde für den HSV und garantiert auch für den Spieler selbst lief, so gering ist das Hamburger Interesse, den ohnehin schon dünn besetzten Sturm weiter auszudünnen. Erst recht, wenn keine Verstärkung unterschrieben hat. Und das ist der Stand der Dinge: Lasogga wird nicht abgegeben, stattdessen arbeitet Manager Peter Knäbel (ich weiß: offiziell heißt er „Direktor Profi-Fußball“, aber der Begriff ist mir zu sperrig) weiter an der Verpflichtung von Josip Drmic von Bayer Leverkusen.

Heute bekam die Debatte um Drmic eine interessante Wendung. Wie die Kollegen von der „Sport-Bild“ herausgefunden haben, hat sich Bayer Leverkusen – Drmic‘ aktueller Verein – in London nach Roberto Soldado (Tottenham Hotspur) erkundigt. Der Plan könnte nun logischerweise sein: Soldado zu Bayer, dann kann Drmic zum HSV. Dass ein entsprechender Hamburger Wunsch besteht, gab Peter Knäbel unumwunden zu. „Wir haben ihn noch nicht abgeschrieben“, so Knäbel. „Wir haben mit ihm auch schon so weit, dass wir gekonnt hätten. Aber da ist ja immer auch noch der Arbeitgeber.“ Also Bayer Leverkusen. Knäbel erwartet nun, dass sich die Entscheidung hinzieht, möglicherweise bis zum Ende der Transferperiode, das diesmal wegen des Wochenendes 31. Januar/1. Februar auf Montag, den 2. Februar gelegt wurde. Knäbel: „Wenn ich wüsste, was wann passiert, wäre ich ein guter Prophet.“

Allerdings verriet Peter Knäbel anlässlich eines Journalisten-Tages mit einheimischen Reportern im Mannschaftshotel „Meydan“ auch, dass er nicht alles auf die Karte Drmic setzen kann. Gerade im Winter seien Transfers oftmals schwierig zu realisieren. „Preiswert und verfügbar, das sind entscheidende Kriterien“, so Knäbel. „Und wenn es schwierig wird, muss man halt weitergucken.“ Andere Kandidaten von der Güte eines Josip Drmic sind aber sicher auf dem Markt kaum zu ergattern.

Dass Innocent Emeghara nicht unbedingt in das Anforderungsprofil passt, ist an dieser Stelle bereits angedeutet worden. Mit Ende des Trainingslagers wird dem Schweizer Stürmer mitgeteilt, ob ihn der HSV halten möchte oder nicht. Durch die Blume kündigte Knäbel eher einen negativen Bescheid an. „Er hat einige Zeit nicht mehr auf diesem Niveau trainiert, das sieht man“, so Knäbel. „Aber wenn man 20 bis 25 Trainingseinheiten hat, dann können wir schon erkennen, über welche Qualitäten ein Spieler verfügt. Insofern ist es auch nur fair, wenn wir nach dem Trainingslager eine Entscheidung fällen.“

Generell möchte Knäbel nach der Vorbereitungsphase einen Kader von etwa 28 Spielern haben, mit denen er in die Rückrunde geht. Das heißt, dass nicht nur Emeghara auf dem Prüfstein steht, sondern auch einige andere, die hier in Dubai dabei sind. Mit der Entscheidung, Ivo Ilicevic zu Hause zu lassen, ist in dieser Personalie eine deutliche Weiche gestellt worden. Und da gibt es auch kein Zurück mehr: „Wir haben ihm rechtzeitig angekündigt, dass es lohnenswert wäre, etwas zu suchen.“ Knäbel hat allerdings noch immer kein Angebot auf dem Tisch liegen, das ihm der Kroate oder dessen Berater Volker Struth weitergereicht hätten. Im Moment hält sich Ilicevic bei der U 23 in Hamburg fit und ebenso im Athleticum des UKE. Ob es eine Option ist, dass Ilicevic – wenn er keinen Verein findet – die Rückrunde bei der U 23 des HSV verbringt? Knäbel: „Das Thema mache ich gar nicht erst auf. Ich denke, es wäre immer noch am besten, wenn er einen Verein finden würde.“ Und zwar einen anderen als den HSV.

Tolgay Arslan ist zwar hier in Dubai mit dem HSV am Start, aber die Zeichen stehen unverändert auf Trennung. Ein Angebot ist den Hamburger Verantwortlichen bereits auf den Tisch geflattert, war aber für den HSV keine Diskussionsgrundlage. Wahrscheinlich wird nach der Rückkehr nach Hamburg am Donnerstag Fahrt aufgenommen. Favorit für die Zukunft Arslans ist nach wie vor Besiktas Istanbul. „Wenn es sich konkretisiert, dann wahrscheinlich nach dem Trainingslager“, bestätigte Peter Knäbel den Zeitrahmen.

Um die Liste der „üblichen Verdächtigen“ abgearbeitet zu haben hier die Wasserstand-Aussage von Marcell Jansen, der ja auch immer mit einem anderen Verein, vornehmlich Benfica Lissabon, in Verbindung gebracht wurde: „Ich bin sehr gerne Spieler des HSV. Es gibt nach wie vor keinen konkreten Kontakt zu einem anderen Verein. Wenn einer unbedingt möchte, könnte sich vielleicht etwas ändern. Aber wenn nicht, dann freue ich mich – wie die vergangenen sechseinhalb Jahre auch, HSV-Spieler zu sein!“

So, und nun noch die unerfreulichste Nachricht des Tages. Das DFB-Sportgericht hat den HSV mit einer Geldstrafe von 55.000 Euro belegt:

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den Bundesligisten Hamburger SV im Einzelrichterverfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen eines Falles von nicht ausreichendem Ordnungsdienst in Tateinheit mit einem unsportlichen Verhalten eines Anhängers und wegen dreier Fälle eines unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger, begangen durch vier rechtlich selbständige Handlungen, mit einer Geldstrafe in Höhe von 55.000 Euro belegt.
In der Nachspielzeit des Bundesligaspiels gegen den FC Bayern München am 29. Oktober 2014 lief ein Zuschauer aus dem Hamburger Fanbereich in Richtung des Münchner Spielers Franck Ribéry, schlug mit einem Schal in seine Richtung und traf ihn leicht im Gesichts- und Schulterbereich. Zudem zeigte er ihm den ausgestreckten Mittelfinger. Er wurde vom Ordnungsdienst in Gewahrsam genommen und vom Spielfeld geführt.
In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit des Bundesligaheimspiels gegen Bayer Leverkusen am 1. November 2014 wurden während eines Spielunterbrechung mehrere Feuerzeuge aus dem Hamburger Zuschauerblock in Richtung Leverkusener Spieler auf das Spielfeld geworfen.
Beim Einlaufen der Mannschaften vor dem Bundesligaspiel beim VfL Wolfsburg am 9. November 2014 wurden im Hamburger Zuschauerbereich mehrere Bengalische Feuer abgebrannt.
In der 60. Minute des Heimspiels gegen den 1. FSV Mainz 05 am 7. Dezember 2014 wurde im Zuschauerbereich mehrmals irritierend mit einer Pfeife gepfiffen.
Der Verein hat dem Urteil zugestimmt, das Urteil ist damit rechtskräftig.

Trainer Joe Zinnbauer hatte heute netten Besuch eines alten Hamburger Bekannten. Jens Paeßlack, früherer Stürmer und Fußball-Globetrotter (als gebürtiger Hamburger kickte er für den SV Lurup, später beim TSV Pansdorf und dem VfB Lübeck, aber auch in Zypern, Schottland, Island und bei hiesigen Zwetligisten) schaute auf ein Pläuschchen vorbei. Paeßlack lebt in Dubai und hat hier zuletzt eine Fußballschule betrieben.

Morgen ist wieder übliches Trainingsprogramm in Dubai mit mehreren Einheiten täglich. Hier das kurze Round-Up der Angeschlagenen:
Pierre-Michel Lasogga (Oberschenkel) arbeitet im Grundlagen-Ausdauerbereich, es gibt noch keinen Termin für seine Rückkehr ins Mannschaftstraining. Das Köln-Spiel ist aber noch nicht abgeschrieben.
Valon Behrami (Knie) setzt nach seiner OP die Reha fort.
Dennis Diekmeier (Oberschenkel) hat es etwas überraschend getroffen. Die Muskelbeschwerden sind aber nicht zu schlimm, er hat aber noch Probleme beim Laufen.
Nicolai Müller (Oberschenkel) wurde als Vorsichtsmaßnahme geschont zuletzt. Er könnte zügig ins Training zurückkehren.
Matthias Ostrzolek (Bänderdehnung) wird in Dubai wohl nicht wieder mit der Mannschaft trainieren.
Gideon Jung (Knie) hat eine leichte Knieprellung, schnelle Rückkehr wahrscheinlich.
Lewis Holtby (Schlüsselbein) ist bekannt, Pause für zehn Wochen.

Der HSV hofft, dass sich diese Liste schnell wieder reduziert. Gearbeitet wird daran auf Hochtouren, so viel steht mal fest, denn mit Markus Günther und Sebastian Grützner sind diesmal sogar zwei Reha-Trainer im Trainingslager dabei.

Bis morgen aus Dubai
Lars
18.21 Uhr

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