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Westermanns Patzer entschied die Partie!

29. Oktober 2014

Der HSV ist raus aus dem Pokal – erwartungsgemäß. Die Bayern waren eine Nummer zu stark für den Tabellen-16. Aus Hamburg und gewannen verdient 3:1. Viele, viele Fans der Rothosen fragten sich aber nachher und auch schon zur Pause, wie es wohl gekommen wäre, wenn es länger 0:0 gestanden hätte? Ein schwerer Westermann-Patzer führte schon in der siebten Minuten zum 0:1, und damit waren die Weichen frühzeitig auf HSV-Niederlage gestellt. Vor 57 000 Zuschauer in der ausverkauften Arena aber wehrte sich der HSV tapfer, obwohl es personell noch einige Rückschläge gab. Erst fehlten Valon Behrami und Dennis Diekmeier, dann mussten auch noch Petr Jiracek und Johan Djourou verletzt vom Platz. Die Hoffnung bleibt, dass alle am Sonnabend gegen Leverkusen (15.30 Uhr Volkspark) wieder fit sind. Die Werks-Elf hat sich heute mit einem Sieg im Elfmeterschießen in Magdeburg auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert, sodass es dann ein spannendes Spiel werden könnte – das am Sonnabend. Heute war es leider schnell mit der Spannung vorbei, die Bayern spielten es mehr oder weniger lässig herunter und siegte souverän. Beste Hamburger waren Torwart Jaroslav Drobny und Mittelfeldrenner Lewis Holtby. Dass die Bayern-Fans zum Schluss „Absteiger, Absteiger“ skandierten, schmeckte vielen HSV-Anhängern naturgemäß nicht, aber der HSV kann sich nun voll und ganz auf die Bundesliga konzentrieren, es ist auf allen anderen Ebenen nun ausgetanzt. Das hat doch auch etwas Gutes.

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Das Spiel war schon entschieden, bevor alle Plätze in der Arena besetzt waren. Es gab viele freie Plätze, weil die Verkehrsleitung mal wieder eine Katastrophe war, aber das ist ein lediges Thema, darüber sollen sich andere Menschen die Köpfe zerbrechen. Das Spiel war entschieden, weil Heiko Westermann in der sieben Minute einen Katastrophe-Fehler machte. Eine viel zu kurze Rückgabe erlief sich Müller, der passte auf Lewandowski, der zunächst noch an dem auf der Linie stehenden Johan Djourou scheiterte, aber im zweiten versuch dann doch traf. Ich erhielt dann prompt eine sms, in der stand: „Lieber Dieter, ich habe zum ersten Mal seit langer Zeit ein HSV-Spiel nach sieben Minuten abgeschaltet. Ich bin kein Westermann, aber . . . Solange der HSV diese Spieler-Altlasten mit sich herumschleppt, wird das nichts mehr mit diesem Club, leider, leider . . .“

 

Ja, wer nach so kurzer Zeit gegen den FC Baeyrn zurückliegt, der darf eigentlich seine Sachen packen und gehen. Bestellen kann man da dann kaum noch etwas – und der HSV schon gar nicht. So sind die Verhältnisse nicht nur im Jahre 2014, aber so sind sie eben schon lange. Welten liegen dazwischen. Und wenn dann ein solches „Ding“ passiert, dann ist die Sache schnell, brutal und restlos erledigt. Da muss man nur eins und eins zusammenzählen.

 

Pech kam dann noch hinzu, denn bereits fürh musste Behrami-Ersatz Petr Jiracek verletzt vom Platz. Der Tscheche hatte seine Sache bis dahin richtig gut gemacht, aber die Knie-Schmerzen zwangen ihn zur Aufgabe. Hoffentlich ist es nichts Schlimmes . . . Das würde noch fehlen. Und hoffentlich kann Valon Behrami am Sonnabend wieder gegen Leverkusen auflaufen. Bei der Gelegenheit: Dennis Diekmeier will morgen (Donnerstag) zunächst mit Reha-Trainer Markus Günther ein Tänzchen wagen, und wenn das gut geht, dann trainiert er wieder mit den Kollegen.

 

Die Münchner erzielten dann früh das 2:0, aber da der HSV fast geschlossen protestierte, sprach Schiedsrichter Marco Fritz vorsichtshalber mal mit seinem Mann an der Seite (Arno Blos), und der hatte dann doch erkannt, dass Torschütze Müller im Abseits war, als Alaba den Ball noch (aus Versehen?) berührte (20. Min.). Es lohnt sich also doch gelegentlich, mal zu protestieren. Hätte der HSV darauf verzichtet, dann hätte es Tor und Anstoß gegeben – alles ganz normal.

 

Glück hatte Johan Djourou, der neuerdings Glatze trägt (!), als er im Mittelkreis Ribery ganz böse umgrätschte – und nur Gelb dafür sah. Das sah schon übel aus. Der HSV wehrte sich, lief viel, kämpfte, aber nach vorne passiert ja wirklich, wirklich nicht viel. Pierre-Michel Lasogga schoss bereits in der vierten Minute auf das Bayern-Tor (aus 22 Metern, Neuer hielt mühelos), und Lasogga köpfte nach Holtby-Flanke aus elf Metern auf das Tor, aber in etwa auch elf Meter drüber (35.). Das war die Herrlichkeit, die der HSV „vorne“ zu bieten hatte. Vorne soll, wie schon seit Wochen, der liebe Fußball-Gott helfen, aber der hatte, wie ja auch die Hamburger Verkehrspolizei, schon rechtzeitig Feierabend gemacht.

 

In der 44. Minute hielt dann Jaroslav Drobny einen von Lahm abgefälschten Schuss aus drei Metern – mit der „Zwölf“. Der Tscheche ging kurz zu Boden (wie auch Djourou), wurde behandelt, biss dann die Zähne zusammen und stand wieder zwischen den Pfosten. Zum Glück. Dennoch fiel das 2:0. Vielleicht war Drobny doch noch nicht ganz auf der Höhe. Alaba schoss aus 30 Metern, der Ball flatterte und Drobny war zwar noch dran, konnte aber nichts mehr verhindern. Bitter. Und Halbzeit.

 

Der erste Höhepunkt der zweiten Halbzeit war dann ein kleiner (Betriebs-)Ausflug von Nationaltorwart Neuer, der fast bis an die Mittellinie lief und den Ball dann abspielte – unter dem Jubel fast alelr Zuschauer! Das war mal etwas. Und das war auch mal eine Geste – eine Hamburger Verneigung vor dem besten Torwart der Welt. Bei der Gelegenheit frage ich mich spontan, was wohl jene Bayern-Fans inzwischen sagen, die Neuer damals zum Teufel wünschten und ihn nicht in München haben wollten? Das wäre doch mal spannend zu klären, ob die immer noch gegen Neuer sind? Immerhin, für ihn hat es mich gefreut, dass das Hamburger Publikum ihn nicht ausgepfiffen hat.

 

Drei Minuten nach dem Neuer-Ding“ dann das 3:0. Ribery schoss aus 20 Metern, Djourou fälschte ab – Drobny war auf dem Weg in die rechte Ecke – drin der Fisch! Und damit auch die endgültige Entscheidung in der 55. Minute. Beim HSV gingen danach Tolgay Arslan und der angeschlagene Djourou vom Platz, für den Ersatz-Kapitän kam der „richtige“ Kapitän, nämlich Rafael van der Vaart. Aber was sollte er noch ausrichten?

 

Die Bayern wechselten danach auch noch einige Male, am Sonnabend kommt Dortmund, danach auch der AS Rom, da muss man Kräfte schonen. Es kam nicht mehr so drauf an, und es war sicher nur ein Schönheitsfehler, dass noch das Ehrentor für den HSV fiel (85.). Der eingewechselte Rafael van der Vaart flankte von rechts auf den zweiten Pfosten, und Lasogga stieg hoch und köpfte zum umjubelten 1:3 ein. Endlich ein HSV-Tor, dazu auch ein versöhnlicher Abschluss dieses Abends.

 

Dass zum Schluss ein Verrückter auf den Rasen lief und auf Ríbvery losging, das war das Schlechteste an diesem Abend. Pfiffe gegen den Franzosen, das ist ja noch hinzunehmen, aber so etwas, das geht gar nicht. Aber sicherlich wird es auch dafür Leute geben, die das beschönigen . . . Für mich nur eine Aktion zum Fremdschämen.

 

Der HSV spielte mit: Drobny; Götz, Djourou (69. Min. van der Vaart), Westermann, Ostrzolek; Arslan (61. Min. Kacar), Jiracek (17. Min. Steinmann); Müller, Holtby, Stieber; Lasogga.

 

Die Einzelkritik:

 

Jaroslav Drobny sah beim 0:2 nicht gut aus, aber das ist bei diesen Bällen keine Kunst und immer mal drin. Ansonsten hielt der Tscheche wirklich bärenstark und zeigte einige fast unglaubliche Weltklasse-Paraden und verhinderte somit eine Klatsche. Note eins.

 

Ashton Götz verdarb sich eine bessere Note als die Vier durch unheimlich viele Abspielfehler. Defensiv war er gar nicht so schlecht, aber an seinem Aufbauspiel muss er noch arbeiten.

 

Johan Djourou spielte sein „Ding“ solide herunter, bis er verletzt raus musste. Hoffentlich nichts Schlimmes.

 

Heiko Westermann verdarb sich dieses Spiel in der siebten Minute, und allen HSV-Fans ebenfalls. Das war leider ganz erschütternd. Und er muss sich fragen lassen, warum ihm so etwas passiert? Es ist ja meistens er, das ist schon so. Bei aller Liebe. Und da zählt dann eben auch nicht mehr, dass er sich danach tüchtig reinhängte und etliche Male gekonnt klärte – Patzer ist Patzer. Richard Golz wurde deswegen eins als „Quartals-Patzer“ bezeichnet . . .

 

Matthias Ostrzolek fiel nicht auf und fiel nicht ab.

 

Tolgay Arslan spielte so lala. Er könnte sicherlich viel mehr, aber er schafft es nicht, über den Punkt zu gehen, wo es nur eines noch gibt: VOLLGAS. Schade.

 

Petr Jiracek begann gut, schade dass er sich so früh verletzte, schade, schade.

 

Nicolai Müller war kaum zu sehen. Spielte er mit?

 

Lewis Holtby war der beste Hamburger Feldspieler. Er lief, er kämpfte, er hielt dagegen – es war eine Pracht. Mit zehn Holtbys im Feld hätte der HSV sicherlich noch die Verlängerung erreicht. Note eins.

 

Zoltan Stieber wollte gewiss, aber man sah ihn viel, viel zu selten.

 

Pierre-Michel Lasogga war fast der einzige Hamburger, der mal einen Schuss riskierte. Der Einzelkämpfer wurde dann zum Schluss noch belohnt – mit dem Kopfballtor zum 1:3.

 

Matti Steinmann (ab 17. Min. für Jiracek) machte richtig gut mit, alle Achtung. Da wird ein junges Talent gegen die Bayern „reingeschmissen“ und mischt so mit, als wäre das Normalste von der Welt. Kompliment, selbst wenn nicht alles gelang.

 

Gojko Kacar (ab 61. Min. für Arslan) machte seine Sache gut, abgeklärt, solide, unaufgeregt – das war okay.

 

Rafael van der Vaart (ab 69. Min. für Djourou) wurde auf das Feld geschickt, weil ihm damit Trainer Joe Zinnbauer Respekt erweisen wollte – eine sehr gute Maßnahme.

 

PS: Wir sind gleich wieder mit „Matz ab live“ zur Stelle „Scholle“ und ich haben wieder zwei Gäste bei uns, es sind diesmal zwei „Matz-abber“, und zwar „Scorpion“ und „Lars 49“. Wäre toll, wenn Ihr wieder so zahlreich einschalten würdet wie zuletzt – und auch wenn es spät werden wird.

 

PSPS: Bitte nicht vergessen: Am kommenden Freitag (31. Oktober) findet im HSV-Restaurant „Anno 1887“ (Leistungszentrum Ochsenzoll, Ulzburger Straße, Norderstedt) unser Matz-ab-Treffen statt, Beginn 19 Uhr. Mitzubringen wären an diesem Abend (vor dem Leverkusen-Spiel) gute oder auch beste Laune, denn es soll ein Treffen unter Freunden werden. Und keine Mitgliederversammlung!

 

22.44 Uhr

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