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Der HSV verliert 0:1 und ist Letzter

24. September 2014

Es regnete junge Hunde – in Mönchengladbach, eigentlich ja Hamburger Wetter, doch der HSV verlor in Mönchengladbach mit 0:1. Das ist wieder einmal der letzte Platz, es läuft nach dem 0:0 gegen die Bayern immer noch nicht rund – natürlich nicht. Diese neue Mannschaft muss sich erst noch finden, aber der Druck wird zunehmen. Zumal der HSV auch nach dem fünften Spiel immer noch kein Tor erzielt hat – damit ist der Bundesliga-Negativ-Rekord des VfL Bochum aus den 70er-Jahren eingestellt. Leider, leider. Und noch ist nicht absehbar, wann dieses Dilemma behoben ist, der HSV wirkt im Spiel nach vorne zu brav, zu bieder, zu harmlos. Vor vier Tagen sah die Mannschaft von Joe Zinnbauer noch viel besser aus, aber auf den neuen Trainer wartet noch unheimlich viel Arbeit. So werden die Rothosen wohl doch noch eine längere Zeit in der Abstiegszone herumkrebsen. Und ob das am Sonntag in Hamburg gegen Eintracht Frankfurt besser wird? Oh, oh, darauf kann und muss nur gehofft werden, eine Begründung dafür gibt es nach dieser Vorstellung nicht. Da muss man realistisch sein. Ein Punkt, dazu 0:6 Tore – die Tabelle lügt nicht.

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Der HSV begann das Spiel im Stile einer Heim-Mannschaft. Die ersten 20 Minuten gehörte den Hanseaten – bis zum Strafraum der Borussen. Das sah richtig gut aus. Hinten wurde kompromisslos gespielt, sie standen gut in den Räumen, bei Ballbesitz wurde klug und schnell umgeschaltet – das konnte sich wahrlich sehenlassen. Nur ganz vorne, da passierte nichts – oder kaum etwas. Was nicht allein, da muss ich seiner Mama mal beipflichten, nicht allein an Pierre-Michel Lassoga lag. Natürlich ist der Bär körperlich noch lange nicht wieder da, wo er einst mal war, aber er bekommt, da muss man schon mal fair sein, auch kaum verwertbare Bälle da vorne. Verwertbar, darauf liegt die Betonung. Er ackert schon, aber wenn es darum geht, dass er „gefüttert“ wird, dann kommt nichts. Und wenn es Flanken gab, dann flogen sie über seinen Kopf hinweg zur andere Seite. Wie soll man da Tore schießen?

 

Nach 20 Minuten kam Mönchengladbach besser ins Spiel, nach 25 Minuten führten die Borussen. Es war (fast) die erste Möglichkeit, und der neben mir sitzende Benno Hafas sah das Unheil schon kommen: „Oh, oh, sie stehen jetzt viel zu hoch . . .“ Zoltan Stieber lief auf der linken Abwehrseite ein wenig der Musik hinterher, Matthias Ostrzolek rückte rein (gegen Raffael) – und dann kam der Hahn. Der hatte dann alle Zeit der Welt, um den Ball in die Mitte zu flanken, und das tat der ehemalige HSV-Spieler (in der Zweiten) auch mustergültig. Johan Djourou ließ den ehemaligen Hamburger Kruse (Vier- und Marschlande) aus den Augen, Pfosten, Nachschuss – Tor. Bitter. Eine „Hamburger Kombination“. Und wieder einmal hatte der HSV auswärts Lehrgeld bezahlt. Zu offen, zu konter-anfällig. Muss das sein? Warum wurde mit Mann und Maus gestürmt? Der HSV könnte doch auch mal ruhig und gelassen hinten stehen, statt ständig nach vorne zu spielen – oder? Aber das war in den vergangenen Jahren (und Monaten) nie die Hamburger Spielweise. Leider. Obwohl ja die neue Spielart, die Trainer Joe Zinnbauer „verordnet“ hat, ganz gut aussieht. Der HSV greift unheimlich früh an, attackiert schon am gegnerischen Strafraum, und der HSV spielt frisch nach vorne. Leider nur bis zum Strafraum. Zur Pause hieß es 0:1 – und der HSV näherte sich dem Uralt-Rekord des VfL Bochum (aus den 70er-Jahren), als die Westdeutschen in den ersten fünf Bundesliga-Spielen kein eigenes Tor zustand brachten. Dem HSV „fehlte“ nur noch eine Halbzeit . . .

 

Auch im zweiten Durchgang blieb der HSV dann – mehr oder weniger – harmlos. Die größte Möglichkeit hatte Djourou, der den Ball nach einem Holtby-Freistoß daneben köpfte – aus nur vier Metern. Allerdings bedrängt (64.). Größere Chancen hatten die Gladbacher. Kruse tauchte allein vor dem HSV-Tor auf, ließ sich aber noch von Djourou einholen – den Schuss pflückte sich Drobny. Danach schoss Raffael aus 16 Metern, doch der Tscheche konnte erneut abwehren. Und noch einmal Drobny: Tolgay Arslan wurde vom Ball mitten im Gesicht getroffen und ging k. o. zu Boden, plötzlich stand Raffael vier Meter vor dem Tor (spitzer Winkel), dazu völlig frei, doch der HSV-Keeper hielt großartig. Das war eine Hundertprozentige (69.).

 

Der HSV spielte mit: Drobny; Diekmeier (ab 90. Min. Götz), Djourou, Westermann, Ostrzolek; Behrami, Arslan (ab 79. Min. Rudnevs); Müller, Holtby, Stieber (ab 73. Min. Cigerci); Lasogga.

 

Die Einzelkritik:

Jaroslav Drobny bekam an diesem Abend nicht so viel zu tun, am 0:1 war er schuldlos. Rettete aber zweimal im Eins-gegen-eins-Spiel, zuerst gegen Kruse, dann zweimal gegen Raffael. Sehr gut.

 

Dennis Diekmeier raste rauf und runter, er biss und hatte den Willen, dass der HSV dieses Spiel in den Griff bekommt. Gute Vorstellung.

 

Johan Djourou wirkte nicht so souverän wie gegen die Bayern, beschwor einige brenzlige Situation hervor, weil er Unsicherheiten am Ball zeigte, und weil er im Stellungsspiel einige Schwächen offenbarte.

 

Heiko Westermann war auch nicht so gut wie gegen die Bayern, aber so gut kann man wohl auch nur höchst selten sein. Dennoch stand er meistens sicher und zeigte seine Kopfballstärke.

 

Matthias Ostrzolek hatte auf seiner (linken) Seite einige Schwierigkeiten, auch weil oft zwei Mann auf ihn zukamen. Dennoch muss er noch zulegen, besonders in Sachen Kopfballspiel, da verhält er sich noch zu oft wie ein Jugendspieler.

 

Valon Behrami eroberte wieder viele Bälle, räumte hinten auf und ab – nach vorne kam aber nicht so viel wie zuletzt (gegen den Rekordmeister). Dafür aber wieder den einen oder anderen Fehlpass.

 

Tolgay Arslan lag mit seinen Pässen diesmal zu oft daneben, bot kämpferisch insgesamt eine solide Partie; mir stand er gelegentlich ein wenig zu offensiv – statt auf der Sechs.

 

Nicolai Müller war leider kaum zu sehen.

 

Lewis Holtby hatte sehr viele gute Szenen in der ersten Halbzeit, dann baute er ein wenig ab. Dennoch: Was er im linken Fuß hat, das wird dem HSV noch kräftig helfen und voranbringen. Was zu loben ist: er geht zur Sache, scheut keinen Zweikampf, lässt sich auch nicht beiseite schubsen.

 

Zoltan Stieber hat mitunter gute Ansätze, aber er kam diesmal nicht darüber hinaus. Vor allem fehlt ihm – nach wie vor – die körperliche Robustheit, um sich im Duell eins gegen eins auch mal behaupten zu können.

 

Pierre-Michel Lasogga kämpfte, ackerte, wich oft auf die Flügel aus – nichts half. Dass er zudem nicht in Bestform ist – er wird es wissen. Die Frage ist, warum er so lange nicht in seine beste Verfassung kommt? Jetzt ist er doch schon einige Zeit wieder „voll“ dabei. Ein ganz großer HSVer hat mir kürzlich gesagt: „Jeden Tag nachmittags, wenn vormittags trainiert wurde, auf die Wiese, und dann ist er nach einer Woche fit – wetten dass . . ?“ Ich will nicht wetten.

 

Tolcay Cigeric (ab 73. Min, für Müller) kam vor Artjoms Rudnevs zum Zuge – für wen spricht das. Beziehungsweise für wen nicht? Ging neben Lasogga in die Spitze, hatte aber keine Szene mehr, weil er viel zu nervös wirkte. Schade.

 

Artjoms Rudnevs (ab 79. Min. für Arslan) kam für meine Begriffe etwas zu spät, er ist doch fit, er will doch etwas bewegen und bewirken – und er konnte es doch früher schon mal.

 

Ashton Götz (ab 90. Min. für Diekmeier) durfte noch seine Erstliga-Premiere feiern, aber mehr war dann auch nicht. Wieso auch, das ging schon zeit-technisch nicht.

 

 

So, jetzt ich wünsche Euch allen noch eine gute Nacht – und bedanke mich gleichzeitig ganz, ganz herzlich bei Euch für die vielen, vielen Glückwünsche (per sms, per mail und per Anruf) zu meinem Geburtstag. Es war wieder einmal überwältigend, danke, danke, danke. Auch für die vielen Grüße an Frau M. – sie hat sich ebenfalls sehr gefreut. Auf der Fahrt in unser „Heimspiel-Restaurant „Champs“ habe ich dann versucht, noch einige sms zu beantworten, es ist mir bei folgenden Herrschaften nicht gelungen- ich bitte um Nachsicht, melde mich aber noch: Peacock (Mann der ersten Stunde), P. Müller, Dembinski (alles klar für Sonntag), B. Jensen (wir sehen uns morgen – hoffentlich), Kutsche, Dirk G. und Thorle (beide während des Spiels).
Dieter

 

PS: Gleich sind wir natürlich wieder mit „Matz ab live“ auf Sendung. „Scholle“ und ich begrüßen wieder zwei Gäste, diesmal ist der HSV-Torwart Jürgen Stars und der „Matz-abber“ „Lars49“, der mit und in diesem Club noch einiges vorhat. Wir würden uns freuen, wenn Ihr wieder zahlreich – wie zuletzt immer – zusehen würdet.

22.00 Uhr

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