Archiv für das Tag 'Götz'

Also dann, warten wir es ab…

25. August 2015

Gideon Jung gilt als Lichtblick in Sachen Talentförderung beim HSV

Während viele Talente gehen, gilt Gideon Jung aktuell als Lichtblick in Sachen Talentförderung beim HSV

Manche Tage gestalten sich sehr zäh. Insbesondere dann, wenn man viel warten muss. So, wie heute. Gefühlt 100 Telefonate, gefühlt tausende Fragen – und faktisch eine Antwort: „Warten wir es ab.“ Heute bedeutete das: Zuerst wartet man eigentlich nur noch auf die Vollzugsmeldungen (Demirbay, Jiracek, Gouaida), dann erhofft man sich parallel oder zumindest im Anschluss an die Abgänge neue Infos bezüglich neuer Spieler. Aber nichts kommt. Im Gegenteil: Die vielen bisher genannten Optionen scheinen allesamt keine Rolle mehr zu spielen und werden dementiert. Heute auch der bei Inter Mailand spielende Spahir Taider (19). Allein dass überhaupt noch jemand kommen soll, bekommt man gesagt. Inoffiziell natürlich. Offiziell antwortete einzig Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer gestern – und das ausweichend. Man müsse abwarten. Was sonst….?! Den ganzen Beitrag lesen »

Rudnevs: Einmal Griechenland und zurück!

5. August 2015

Griechenland und kein Ende. Seit Monaten drehte sich die große europäische Politik um dieses Land. Die Dauergrinser Tsipras und Varoufakis waren fast minütlich im deutschen Fernsehen zu sehen – man hatte die Nase voll davon. Und nun kommt einer aus Griechenland – und grinst nicht. Das ist Artjoms Rudnevs. Der HSV-Stürmer, fast hätte ich HSV-Torjäger geschrieben, hatte sich einen Tag – gemeinsam mit seiner Frau – in Griechenland umgesehen, weil der Spitzenverein PAOK Saloniki gerufen hatte. Eigentlich hatte der Lette gar nicht vor, zu wechseln, aber hinfliegen und ansehen, das kann man ja mal. Gesagt, getan. Den ganzen Beitrag lesen »

Das warnende Beispiel Lasogga

25. Juli 2015

Lasogga

Hier freut sich Pierre Michel Lasogga (l.) noch über sein 1:0 in Kassel

Vor ein paar Tagen schon hat HSV-Trainer Bruno Labbadia seine Mannschaft in Harsewinkel zusammen getrommelt. Er hat ihnen gegen Mitte des Trainingslagers angekündigt, dass das Pensum in der Klosterpforte hoch bleiben würde – drei Einheiten pro Tag. Kein freier Nachmittag, wie sonst üblich. Dafür würden die Spieler ein freies Wochenende haben. Unklar ist, ob diese Ankündigung etwas zu tun hat mit Labbadias Unzufriedenheit, die sich nach dem 2:0 im abschließenden Test insbesondere gegen Pierre Michel Lasogga richtete. Aber dass ein Spieler wegen schlechter Leistung in einem Testspiel vorzeitig ausgewechselt wird – das ist schon außergewöhnlich.

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2:0 in Kassel – Sieg ohne Sternchen

24. Juli 2015

Hessen Kassel-HSV

Zwei Tore im Auestadion für den HSV

Der Test beim KSV Hessen Kassel mag von den äußeren Umständen den Charakter des DFB-Pokalspiels bei Carl Zeiss Jena am 9. August vorempfunden haben – die Leistung des HSV, bei dem Ivo Ilicevic die Kapitänsbinde trug, sollte sich steigern. Mit 2:0 gewann die Elf von Bruno Labbadia am heutigen Abend. Immerhin ein Sieg im dritten Auftritt innerhalb der Harsewinkel-Woche – viel mehr positive Erkenntnisse dürften die Verantwortlichen nicht mitgenommen haben. Lasogga und Cleber erzielten die Treffer, Gregoritsch und Schipplock liefen erstmals im HSV-Trikot auf.

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Mails von Euch – und ein offener Brief vom DFB

10. Juni 2015

Liebe Matz-abber!

Keine Angst, es wird heute auch noch einen „vernünftigen“ Blog-Beitrag geben. Weil der DFB-Präsident Wolfgang Niersbach heute mit einem „offenen Brief“ an alle Fußball-Anhänger gegangen ist, und weil die Zeitungen einen solchen langen Beitrag sicherlich nicht zu 100 Prozent abdrucken werden, versuche ich es einmal, diese Gedankengänge des Präsidenten näher zu bringen. Und zwar zu 100 Prozent.
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Nichts los im Volkspark – die Ruhe vor dem Sturm

9. Juni 2015

Die Transferperiode hat noch nicht einmal begonnen, und schon ist klar: Der HSV verpasst mal wieder einen gelungene Umbruch. So liest es sich zumindest größtenteils in den Kommentaren in verschiedenen Foren – nicht nur hier. Weil es heißt, Ivo Ilicevic soll einen neuen Vertrag bekommen. Einen leistungsbezogenen Einjahresvertrag, weil Trainer Bruno Labbadia die Chance sieht, dauerhaft von den zweifellos vorhandenen Qualitäten des Offensivspielers profitieren zu können. Vergessen die Verletzungsarie des heute 28-Jährigen, der seit seiner Unterschrift 2011 für den HSV 61 Spiele verpasste, das heißt jeweils 15 Spiele pro Saison im Schnitt. Verletzt.
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Hilfe! Labbadia will nichts ändern!

1. Mai 2015

Wenn am Sonntag gegen halb drei in der Mainzer Coface-Arena die Mannschaftsaufstellungen vor der Bundesliga-Partie von Mainz 05 gegen den HSV verteilt werden, dann wissen alle Hamburger Fans schon, ob’s was werden kann. Im Training hat sich auch heute angedeutet, dass Coach Bruno Labbadia die elf Spieler auf den Rasen lässt, die beim 3:2 gegen Augsburg in der Startelf standen. Wahrscheinlich weiß Labbadia nicht, dass statistisch alles gegen ihn spricht, wenn er dabei bleibt. In dieser Saison hat der HSV immer verloren, wenn der jeweilige Trainer einer Elf vertraute.

Allein vier Mal in dieser Saison ist eine unveränderte HSV-Formation in ein Stadion eingelaufen. Die eindeutige Bilanz: vier Niederlagen. So vertraute Trainer Mirko Slomka am 2. Spieltag gegen den SC Paderborn den Spielern, die in der Woche zuvor ein 0:0 zum Saison-Auftakt in Köln geholt hatten. Das Ergebnis war desaströs, der HSV ließ sich beim 0:3 gegen den Aufsteiger geradezu vorführen.

Joe Zinnbauer ist anschließend drei Mal gescheitert, wenn er versucht hatte, absolute Konstanz in die Mannschaft zu bekommen. Auf sein 0:0 zum Start gegen die Bayern folgte mit selber Elf ein 0:1 in Mönchengladbach. Später holte die Fighter-Truppe, die Leverkusen 1:0 niederrang, eine 0:2-Pleite in Wolfsburg ab. Und schlimm wurde es kurz vor Ende der Hinrunde. 0:0 in Freiburg – der Lohn für eine passable Leistung war Bewährung beim nächsten Heimspiel gegen Stuttgart – das Vertrauen des Trainers wurde mit einer schwachen Leistung und einer 0:1-Niederlage verspielt.

Und hier die komplette Liste der Startelf-Veränderungen in dieser Saison:

  • 1. Spieltag: 0:0 in Köln
  • 2. Spieltag: 0:3 gegen Paderborn (0 Veränderungen)
  • 3. Spieltag: 0:2 in Hannover (7)
  • Trainerwechsel Slomka / Zinnbauer
  • 4. Spieltag: 0:0 gegen die Bayern (2)
  • 5. Spieltag: 0:1 in Mönchengladbach (0)
  • 6. Spieltag: 1:2 gegen Frankfurt (1)
  • 7. Spieltag: 1:0 in Dortmund (2)
  • 8. Spieltag: 1:1 gegen Hoffenheim (2)
  • 9. Spieltag: 0:3 bei Hertha (2)
  • 10. Spieltag: 1:0 gegen Leverkusen (2)
  • 11. Spieltag: 0:2 in Wolfsburg (0)
  • 12. Spieltag: 2:0 gegen Bremen (1)
  • 13. Spieltag: 1:3 in Augsburg (3)
  • 14. Spieltag: 2:1 gegen Mainz (5)
  • 15. Spieltag: 0:0 in Freiburg (1)
  • 16. Spieltag: 0:1 gegen Stuttgart (0)
  • 17. Spieltag: 0:0 in Schalke (4)
  • 18. Spieltag: 0:2 gegen Köln (5)
  • 19. Spieltag: 3:0 in Paderborn (2)
  • 20. Spieltag: 2:1 gegen Hannover (1)
  • 21. Spieltag: 0:8 bei den Bayern (2)
  • 22. Spieltag: 1:1 gegen Mönchengladbach (7)
  • 23. Spieltag: 1:2 in Frankfurt (1)
  • 24. Spieltag: 0:0 gegen Dortmund (4)
  • 25. Spieltag: 0:3 in Hoffenheim (2)
  • 26. Spieltag: 0:1 gegen Hertha (4)
  • Trainerwechsel Zinnbauer / Knäbel
  • 27. Spieltag: 0:4 in Leverkusen (2)
  • 28. Spieltag: 0:2 gegen Wolfsburg (5)
  • Trainerwechsel Knäbel / Labbadia
  • 29. Spieltag: 0:1 in Bremen (2)
  • 30. Spieltag: 3:2 gegen Augsburg (3)

In dieser Statistik, die natürlich auch eine Spielerei ist (Verletzungen und Sperren finden keine Berücksichtigung) fallen zudem die beiden Ausschläge nach oben auf. Mirko Slomka hat bei seinem letzten Versuch, in Hamburg noch alles zu retten, Risiko gewählt. Nach dem 0:3 gegen Paderborn krempelte er das Team fast komplett um, was ihm anschließend in Hannover nicht den gewünschten Erfolg brachte. Ebenfalls sieben Änderungen nahm Joe Zinnbauer nach dem 0:8-Debakel bei den Bayern vor, was im nächsten Spiel wenigstens zu einem Teilerfolg führte.

Klar ist jedenfalls: Aufpassen, Herr Labbadia, ein und dieselbe Elf des HSV hat in dieser Saison noch nie in zwei Spielen hintereinander überzeugt.

Zum Alltag der Bundesliga-Mannschaft. Trainer Bruno Labbadia hat am Vormittag zur 90-Minütigen Einheit auf dem Rasen gebeten. Auch wenn das Training hinter den Planen stattfand, war doch deutlich zu hören, dass Labbadia immer wieder unterbrochen hat und geradezu penibel genau darauf achtete, dass seine taktischen Vorgaben erfüllt sein müssen. Verschieben, Löcher zulaufen, Räume ausfüllen. Da muss jeder Einzelne genau aufpassen, sonst stimmt das gesamte Gefüge nicht. Im Grunde ist diese Art von Training Taktik-Grundlage für eine Saison-Vorbereitung. Was dabei herauskommt, würde man als Labbadias Handschrift bezeichnen, so wie sie im Sommer 2009 deutlich wurde, als der Coach mit einer unzweifelhaft stärkeren HSV-Mannschaft Tabellenführer der Bundesliga wurde. Das ist übrigens keinem anderen Trainer in Hamburg nach ihm gelungen.

Was die Aufstellung angeht, müssen sich Valon Behrami nach seiner Rot-Sperre sowie Lewis Holtby nach seiner Gelb-Sperre weiter offenbar hinten anstellen. Ivo Ilicevic bleibt vermutlich im Team, wobei er meiner Auffassung nach ein erster Wackelkandidat wäre. Holtby über die linke Seite oder Marcell Jansen – das wären die Alternativen. Übrigens trainierte Maximilian Beister, über den in den vergangenen Wochen so viel geschrieben wurde, bei den Profis mit und darf sich Hoffnungen auf eine Kader-Nominierung machen. Das trifft zunächst nicht auf die jungen Ashton Götz, Mohamed Gouaida und Ronny Marcos zu, die gestern beim 1:2 der U 23 in Meppen auf dem Rasen standen und heute nur leicht ausliefen.

Nach dem Mannschaftstraining und den taktischen Spielen stand noch der Torabschluss auf dem Programm. Offenbar hat Labbadia vor, Mainz über deren rechte Abwehrseite zu knacken. Matthias Ostrzolek haute die (guten) Flanken rein, in der Mitte profilierten sich insbesondere Pierre Michel Lasogga und Heiko Westermann mit kernigen Abschlüssen. Knifflig wurde es nur einmal: Ivica Olic war im „Dreikampf“ mit zwei Gegenspielern am rechten Fuß getroffen worden und humpelte danach vom Trainingsplatz. „Ist aber kein Problem“, sagte Olic anschließend, so dass sein Einsatz in Mainz wohl nicht gefährdet ist.

Heute habe ich die Bundesliga-Studie der DFL 2015 in die Hände bekommen. Die Studie ist zwar bereits im Januar erschienen, doch sie enthält viele interessante Daten. Generell ist da von der wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung der gesamten Liga und auch der 2. Bundesliga die Rede. Und es wird deutlich, dass der HSV zu den Vereinen gehört, die die Statistik noch deutlich nach unten zerren. Vieles im wirtschaftlichen Konstrukt des HSV ist ungesund. In Relation viel zu hohe Personalkosten, eine viel zu niedrige Eigenkapitalquote (11,5 % gegenüber 35,3 % in der Bundesliga) – nur fünf von 18 Bundesligisten haben zuletzt Rote Zahlen geschrieben. Mit einem Minus von 6,6 Millionen Euro gehörte der HSV natürlich dazu. Aber darauf wollte ich nicht hinaus, das ist überwiegend bekannt, und nicht zuletzt durch den Einstieg zweier Aktionäre (Klaus-Michael Kühne und Helmut Bohnhorst) sowie der Campus-Spende von Alexander Otto werden sich die Zahlen zum 30.6.2015 deutlich verschieben. Dennoch: Der “Bundesliga-Report 2015” ist lesenswert, ich kann sie jedem empfehlen, der sich bis Sonntagnachmittag langweilt.

Morgen trainiert die Mannschaft noch einmal ohne Öffentlichkeit. Dieter hält Euch dann über das Tagesgeschehen auf dem Laufenden. Sonntag um 15.30 Uhr ist Anpfiff in Mainz – und in „Matz ab live“ begrüßen wir direkt anschließend Thomas von Heesen als Gast. Das solltet Ihr Euch vormerken.

Lars
18.15 Uhr

Das Gefühl der Deutschen Meisterschaft

30. April 2015

Wenn die Stimmung eines Trainers ein Gradmesser ist für die Atmosphäre im gesamten HSV, dann braucht sich niemand Sorgen zu machen um das Abschneiden des Teams von Bruno Labbadia am Sonntag in Mainz. Das 3:2 gegen den FC Augsburg war nicht nur punktemäßig ein Brustlöser, sondern auch atmosphärisch. Der Trainer kommt ungeheuer locker rüber, und vermittelt er seinen Spielern eine ähnliche Gelassenheit, dann sollte es grundsätzlich auch Anlass zu Optimismus geben für einen ordentlichen Auftritt in der Coface-Arena.

Einen Knackpunkt hat Labbadia, dessen Pressekonferenz ihr hier wie gewohnt und komplett sehen könnt, aber auch genannt. Der HSV-Coach erwähnte die Aussage von Rafael van der Vaart mitten in der Jubel-Welle vom vergangenen Sonnabend. „Ein Gefühl wie eine Deutsche Meisterschaft“ hat van der Vaart dort beschrieben. Und mit dieser Aussage kommt gleich zweierlei zum Ausdruck.

Zum einen beschrieb „Rafa“ damit die Bedeutung des Erfolgs, die er gespürt hat. Nach neun sieglosen Spielen muss den Hamburger Kickern ein Dreier in der Bundesliga wie die Erklimmung des Mount Everest, wie das Durchtauchen des Mariannen-Grabens oder die Umsegelung der Erde auf einem Surfbrett vorgekommen sein. Oder eben die Deutsche Meisterschaft. Eine unglaublich hohe Hürde wurde überwunden. Glückwunsch dazu.

Gleichzeitig wohnt in solch ungewöhnlich großen Leistungen, oder auch nur in der Empfindung dessen, auch schon der nächste Misserfolg inne. Dass der HSV in den vergangenen Jahren so unglaublich selten nach einem Sieg nachlegen konnte – ausnahmsweise im Februar mit den Siegen in Paderborn und gegen Hannover -, untermauert die Misserfolgsmentalität in Hamburg. Siege sind gar keine Selbstverständlichkeit mehr beim HSV, wie es Bruno Labbadia heute ausdrückte. Insofern ist in Hamburg nach einem Sieg zuletzt immer wieder eine Niederlage gefolgt. Keine Spannung, kein Druck, keine weitere Sehnsucht nach Erfolg, kein Sauerstoff mehr auf dem Gipfel des Mount Everest. Keiner von Labbadias Vorgängern hat diese Haltung ausmerzen können. Nun ist Labbadia dran. Vielleicht gelingt es ihm.

Ich hatte unter der Woche die Gelegenheit mit Henning Vöpel, dem Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) zu sprechen. Er hat hat eine Theorie genannt, warum der HSV nun schon dauerhaft der Musik hinterher rennt. Seiner Ansicht nach ziehe der HSV seit Jahren seine Motivation aus dem Erhalt des Dino-Images. Also der Vermeidung eines Misserfolgs. Da, so Vöpel, ist überhaupt keine positive Motivation bei, etwa einen Titel zu holen oder wenigstens eine bestimmte Punktzahl zu erreichen. Zwar wird oft genug ein positives Ziel formuliert von der Vereins-Führung, aber gelebt, so Vöpel, werde doch nur der Dino und die Ewige Uhr, die um Gottes Willen nicht aufhören darf zu ticken.

Sicherlich ein guter Ansatz, hiermit müssen sich die Vereins-Vorderen dann am Anfang der nächsten Serie auseinander setzen. Im Moment könnte man zwar versuchen, ein positives Ziel auszugeben (Platz 15), doch im Kern geht’s aktuell leider auch wieder nur um die Vermeidung eines sportlichen GAUs, des Abstiegs in Liga zwei. Immerhin packt Labbadia das Ganze positiv an und vermutlich auch mit der ersten Elf, die auch gegen den FC Augsburg auf dem Rasen stand.

Ob diese Prognose bis zum Sonntag Bestand hat, werden die nächsten Trainingseinheiten zeigen. Valon Behrami und Lewis Holtby stehen nach ihren abgesessenen Sperren jedenfalls wieder zur Verfügung. Ob Labbadia sie berücksichtigt – fraglich. Ziemlich unwahrscheinlich ist, dass Marcelo Diaz in Mainz zum Einsatz kommt. Nach seiner Adduktorenverletzung deutet doch eher vieles auf ein Comeback im Freiburg-Spiel fünf Tage später hin.

Was die Gerüchteküche angeht, ist heute mal wieder mit dem Namen von Rafael van der Vaart gespielt worden. Und zwar im türkischen Internet-Portal „Fanatik“. Dort werden gleich eine ganze Reihe von angeblichen Interessenten genannt: Besiktas und Fenerbahce, Trabzonspor und Bursaspor. Niederländische Spieler haben durchaus Tradition am Bosporus, und tatsächlich könnte man sich ja einen Wechsel des „kleinen Engels“ zum Ausklang seiner Karriere vorstellen. Wobei bekannt ist, dass van der Vaart durchaus daran liegt, dass wegen seines Sohnes alles familienverträglich läuft. Wie auch immer: türkische Vereins, Clubs aus den USA, Katar oder natürlich Ajax – sie alle werden gespielt, solange der HSV-Kapitän nicht offiziell irgendwo vorgestellt wird.

Gestern hat Peter Knäbel auf Nachfrage ein paar Kommentare abgegeben zu den Planspielen mit den verliehenen Spielern, die im Sommer mutmaßlich zum HSV zurückkehren werden. Gemeinsam mit der unklaren Zukunft der beiden Innenverteidiger Heiko Westermann und Slobodan Rajkovic, deren Verträge Stand heute auslaufen, ergibt sich jetzt schon dieses Kader-Bild des HSV für die kommende Saison. Ganz wichtig: Wir reden hier über den Fall des Verbleibs in der Bundesliga. Bei einem Abstieg würden sich ganz andere Nöte ergeben, die heute nicht ernsthaft vorherzusehen sind. Also, das ist der HSV 2015/2016:

  • Tor: Adler (Vertrag bis 2017), Drobny (2017)
  • Rechter Verteidiger: Diekmeier (2016), Götz (2017)
  • Innenverteidiger: Tah (2018), Djourou (2016), Cleber (2018), Sobiech (2016)
  • Linker Verteidiger: Ostrzolek (2017), Marcos (2017)
  • Defensives/zentrales Mittelfeld: Behrami (2017), Diaz (2017), Demirbay (2017), Holtby (2018), Jiracek (2016)
  • Flügelstürmer: Müller (2018), Gouaida (2018), Stieber (2017), Beister (2016)
  • Angreifer: Lasogga (2019), Rudnevs (2016), Olic (2016), Zoua (2016)

Auf dieser Grundlage operiert Peter Knäbel zur Zeit gemeinsam mit dem Vereins-Vorsitzenden Dietmar Beiersdorfer. 23 Spieler – das geht erst einmal.

Allerdings sind verschiedene Sachen zu bedenken. Einige der 23 werden sicher nicht die allerhöchste Wertschätzung genießen bei Beiersdorfer/Knäbel/Labbadia. Ich kann mir schwer vorstellen, dass die Verantwortlichen mit den Ausgeliehenen Lasse Sobiech (FC St. Pauli) und Jacques Zoua (Erciyesspor) in die nächste Saison gehen möchten. Was die Innenverteidigerfrage angeht, hat der HSV das Heft des Handelns mehr oder weniger in eigenen Händen, die Optionen liegen auf dem Tisch. Westermann und Rajkovic sind mögliche Alternativen.

Was die Lage im Sturm angeht – und angesichts der Tatsache, dass dort nur Pierre Michel Lasogga einen langfristigen Vertrag besitzt -, sind Veränderungen wahrscheinlich. Lasogga und Olic sind klar, aber wenn Zoua wirklich nicht wiederkommt und der HSV einen Verein finden sollte für Artjoms Rudnevs (letzte Chance, eine Ablöse zu bekommen, in dieser Saison bei allen Trainer nur zweite bis dritte Wahl), dann ist hier noch eine Verstärkung vonnöten.

Mit seinen neun Mittelfeldspielern kann der HSV zunächst ganz gut auskommen. Lediglich Maxi Beister und Petr Jiracek haben Verträge, die bereits 2016 auslaufen. Beim Tschechen Jiracek kann der Verein recht gelassen abwarten, was sich ergibt – bei Beister steht wohl mal ein Grundsatzgespräch an. Seine Fähigkeiten sind unbestritten, ebenso seine Verbundenheit zum HSV. Ob topfit oder nicht – Berater hin oder her – Trainingsleistungen gut oder schlecht – all dies muss auf den Tisch und eine mittelfristige Perspektive besprochen werden. Ich würde mir wünschen, dass Beister länger an den HSV gebunden wird. In jedem Fall kann es sich der Club kaum erlauben, ihn im nächsten Jahr ablösefrei gehen zu lassen. Das wäre Verschwendung.

Johan Djourou ist im Moment der erfahrenste Innenverteidiger, der beim HSV in der kommenden Saison sicher unter Vertrag steht. Die Dominanz und die Klasse eines überdurchschnittlichen Bundesliga-Abwehrspielers hat er sicher nicht unter Beweis gestellt. Dennoch, zumal mit Tah und Cleber gerade zwei recht junge an seiner Seite stehen, müsste der HSV Djourous Zukunft auch demnächst in Angriff nehmen. Es sei denn, Knäbel und Co. entscheiden sich für Heiko Westermann als Stütze, ehe die nächste Generation verlässlich nachrückt.

Bei den Außenverteidigern ist der HSV soweit solide besetzt, wobei Ashton Götz und Ronny Marcos noch nicht die zuverlässigen Backups gewesen sind, die sie sein müssten. Ein flexibler Verteidiger zusätzlich würde dem HSV guttun. Und was die Torhüterfrage angeht, hat der Verein sicher kein Problem.

 

 

All diesen subjektiven Einschätzungen liegt die Frage zugrunde, wie der HSV in der nächsten Saison eine solide Basis legen kann für die Zukunft. Den meisten HSV-Anhängern und auch den Verantwortlichen und Spielern wäre ja schon mal geholfen, wenn eine normale durchschnittliche Spielzeit wie bei Eintracht Frankfurt oder Mainz 05 herausspringen würde. Selbst der 1. FC Köln hat es hinbekommen, ohne allzu große Erschütterungen durch die vergangenen Monate zu kommen.

Entscheidend für den Verlauf ist natürlich auch, was sich auf Führungsebene beim Bundesliga-Dino tut. Eine kritische Analyse für die Zeit nach Saisonende hat Peter Knäbel ja schon angedeutet. Hoffentlich stellen sich alle Verantwortlichen dieser kritischen Analyse.

Morgen und übermorgen trainiert die Mannschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Einige kicken heute noch bei der U 23 mit, die um 19 Uhr in Meppen antritt. Maximilian Beister ist heute nicht in der Regionalliga dabei – er darf sich also wieder Hoffnung machen auf eine Kader-Berücksichtigung bei Bruno Labbadia.

Lars
18.05 Uhr

Ohne Beister nach Bremen – zur großen Chance

18. April 2015

Es ist nicht die Saison des HSV. Für keinen Spieler – und für einen noch weniger: Maxi Beister. Ein Jahr pausierte er, Anfang 2015 kämpfte er sich zurück ins Training. Er schaffte das Comeback gleich im ersten Rückrundenspiel, wo er 18 Minuten vor Schluss eingewechselt wurde. Drei weitere Einwechslungen und insgesamt 64 Spielminuten in der Bundesliga stehen seither bei Beister zu Buche. Ein maßlos enttäuschender Wert, den er in Bremen aufbessern wollte – aber nicht wird. Denn Beister ist nicht einmal im Kader. Zusammen mit Ronny Marcos und Mohamed Gouaida soll er Spielpraxis bei der U23 sammeln, die am Sonntag um 14 Uhr gegen Neumünster ran muss. Gut für die U23 – bitter für Beister, der sich von dem Trainerwechsel sicher mehr erhofft hatte.

Auch ich hätte Beister gern in Bremen dabei gehabt. Und ich kann die Begründung, dass der Offensivmann Spielpraxis sammeln soll ebenso verstehen, wie ich sie den HSV-Verantwortlichen vorhalte. Denn dieses ständige, planlose Hin- und Her-Geschiebe zwischen den Mannschaften ist absurd.

Nicht einmal im Kader: Maxi Beister

Nicht einmal im Kader fürs Derby: Maxi Beister

Schlimmer noch: So wurde verpasst, eine zusätzliche Kraft für den Saisonendspurt zu aktivieren. Beister wurde nicht ausreichend gefördert, nicht spielfit bekommen. Ein Fehler sondergleichen, aber eben auch nur ein Versäumnis seiner Vorgänger, das Labbadia am Ende ausbaden muss. Und ich befürchte gar, dass diese Saison und dieser Umgang miteinander am Ende noch schlimmere Folgen haben können. So, wie zuletzt über Abgänge der ausgeliehenen Talente Tah und Demirbay spekuliert wurde und wird, dürfte auch über Beister zu sprechen sein. Zumindest ist Beister, der sich zu seiner Situation nicht äußern will, die Unzufriedenheit anzusehen.

Statt Beister ist am Sonntag Artjoms Rudnevs wieder dabei. Der Lette steht nach zuletzt drei Nichtnominierungen und insgesamt fünf Spielen ohne Einsatzzeit zumindest erst einmal ebenso wie Ivo Ilicevic im vorläufigen 19-Mann-Kader, wo noch ein Spieler gestrichen werden muss. Wer das am Ende sein wird, ist offen. Dabei sind auf jeden Fall Adler, Drobny, Westermann, Götz, Cleber, Rajkovic, Ostrzolek, Jansen, Kacar, Jiracek, Behrami, Holtby, Ilicevic, van der Vaart, Müller, Stieber, Olic, Lasogga, Rudnevs.

Und egal wer am Ende auf dem Platz stehen wird, er hat die große Chance, den HSV wieder an die Konkurrenz heran- und dank der heutigen Ergebnisse sogar vorbeizuschieben. Stuttgart veliert in Augsburg,  Paderborn ist bei starken Dortmundern 3:0 unterlegen gewesen und hat dabei bis auf kurze Strecken der ersten Hälfte nie gezeigt, weshalb sie nicht absteigen werden. Im Gegenteil: Das Spiel der Breitenreiter-Equipe war so hoffnungslos schlecht wie die zweite Halbzeit des HSV gegen Wolfsburg. Dass heute auch Hannover mit 4:0 in Leverkusen unterging – es dürfte zumindest personell Folgen haben. Denn wenn ich meinen Hannover-Kollegen glauben darf, dann wird der bei Mannschaft wie Vorstand geschätzte und beliebte Trainer Tayfun Korkut jetzt doch gehen müssen.

Heute haben bislang alle für den HSV gespielt. Auch der SC Freiburg vergeigt sein Heimspiel gegen Mainz, womit ich nicht gerechnet – worauf ich aber gehofft hatte. Das bedeutet, dass die Mannschaft von neu- und Alt-Trainer Bruno Labbadia morgen die große Chance hat, sich tabellarisch mit einem Sieg wieder bis auf einen Punkt an Platz 14 heranzuspielen und nebenbei in dem prestigeträchtigen Nordderby eine Menge Selbstvertrauen für die letzten fünf Spiele zu tanken.

Wie Labbadia spielen lässt, ist offen. Heute wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Imtech-Arena trainiert. Und ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass Labbadia morgen nicht wenigstens eine überraschende Personalie aufbietet. Im Training deutete bis heute alles auf Adler – Westermann, Cléber, Rajkovic, Ostrzolek – Behrami, Holtby – Stieber, van der Vaart, Olic – Lasogga. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass Labbadia versucht hat, Nicolai Müller ein wenig zu ködern und dessen Reaktion auf die vermeintliche Nichtnominierung abgewartet hat. Abetr egal wie, jetzt geht es also darum, dass der HSV die Vorlagen der Konkurrenz nutzt und endlich auch mal selbst für sich spielt. Mit neuem Trainer, altem Personal aber dennoch neuem Elan? Labbadia hofft es. Wir hoffen es.

Mehr gibt es an diesem Sonnabend nicht zu sagen, außer, dass ich nicht nachvollziehen kann, weshalb ich hier dazu aufgefordert wurde, einen Spieler wie Valon Behrami in Ruhe zu lassen. Und das auch noch von den Leuten, die sonst immer so für „schonungslose Analysen und knallharte Kritik“ plädieren. Wahnsinn! Zumal die Personalie Behrami tatsächlich eine ist, die der Mannschaft in sportlicher Topform ganz sicher helfen kann – die sie aber auch runterziehen kann, wenn sich der Schweizer weiterhin so gegenüber seinen Kollegen verhält, wie er es zuletzt tat. Aber okay, dazu muss ich ja nichts mehr schreiben. Es gibt hier ja sogar einen netten Blogger, der im Nachhinein immer schon alles vorher gewusst hat und der sowieso alles weiß und jeden kennt. Er wird Euch dann sicher auch davon berichten können ;-)).

Aber noch mal ohne Spaß und im Ernst: Ich für meinen Teil sehe in der Personalie Behrami einen echten Schlüsselreiz für die ganze Mannschaft. Wenn Labbadia den Schweizer noch mal einfangen konnte – Okay! Dann könnte Behrami tatsächlich mit seinen Defensivqualitäten ein Schlüsselspieler für den Erfolg werden, ganz klar. Dass der Nationalspieler über das dafür nötige Potenzial verfügt habe ich nicht anzweifeln wollen. Und niemand freut sich am Ende mehr als ich, wenn Behrami 100 Prozent bringt und der HSV gewinnt. Aber, und darauf deutete viel hin, sollte Labbadia den Schweizer noch nicht richtig gepackt haben, wird es schwer. Wobei das natürlich auch für zuletzt enttäuschenden van der Vaart, Holtby, Olic und Lasogga sowie noch mehr für Müller im Falle seiner Nominierung gilt.

Und dafür ist das Spiel in Bremen zu wichtig. Dieses Nordderby kann tatsächlich ein unfassbarer Startschuss werden. Per sofort für die Tabelle und auf Sicht natürlich auch fürs Selbstvertrauen. Pierre Michel Lasogga hat im Vorfeld ebenso wie Rafael van der Vaart vom Trainer sprichwörtlich noch einmal die Hand gereicht bekommen. Hinten wird Slobodan Rajkovic wie gewohnt mit 120 Prozent verteidigen, was zu verteidigen ist. Und wenn ich die Worte des Trainers unter der Woche richtig gedeutet habe, wird er den Spielern ihre jeweilige Kernkompetenz klarmachen – und dementsprechend ausschließlich selbige einfordern. Soll heißen: Hinten bekommt Cléber (wie zuletzt übrigens auch ausdrücklich von Knäbel) Daddelverbot. Klare Kante – nicht mehr, nicht weniger. Davor soll Behrami als Abfangjäger alle Energie darauf verschwenden, Werders Mittelfeldspiel zu zerstören und den Ball nach Ballgewinn sofort an einen der versierteren Passgeber (Holtby, van der Vaart, Stieber) abzugeben. „Ich habe den Spielern gesagt, was ich von jedem einzelnen erwarte“, so Labbadia unter der Woche. Hoffen wir mal, dass die Mannschaft es besser verstanden hat als zuletzt gegen den VfL.

Mehr gibt es eigentlich vor so einem wichtigen Derby nicht mehr zu sagen. Jetzt heißt es: Machen – nicht reden. Und ich hoffe darauf, dass die Mannschaft den Forderungen Labbadias nach „Geschlossenheit“ Rechnung trägt und seine Fans mit einer couragierten Leistung und bestenfalls drei Punkten belohnt. Am besten mit einem Ballgewinn Behramis den Konter über Holtby und van der Vaart einleiten, den Ball über Olic auf links zu Lasogga in den 16er bringen, der daraus das entscheidende Tor macht… Obwohl, wie sie gewinnen, ist mir ehrlich gesagt sch…egal. Wenn sie denn gewinnen auch, mit wem sie das schaffen. Hauptsache, sie tun’s.

In diesem Sinne, alle Mann an Bord. Ich bin dabei. Morgen nach dem Spiel sind übrigens Edelfan und HSV-Gönner Andreas Maske, Unternehmer und Erfinder des “Uwe-Seeler-Fußes”, sowie Ex-HSV-Angreifer Andreas Merkle bei „Matz ab live“ zu Gast. Bis dahin,

Scholle

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