Schmadtke scheint der Favorit zu sein
24. Mai 2013
Der Neue ist noch nicht da. Immer noch nicht. Aber das wird schon noch, davon bin ich restlos überzeugt. Vielleicht ja schon am Sonntag. Neue Parolen aber sind zurzeit nicht im Umlauf, die Leute vom HSV-Aufsichtsrat sind (alle?) auf Tauchstation gegangen und haben sich vorher einen Maulkorb verpasst. Keiner will so recht raus mit der Sprache. Nach meinen Kenntnisse sind Dietmar Beiersdorfer und Felix Magath raus aus dem Rennen. Oliver Kreuzer hat gute Karten, Jörg Schmadtke noch bessere. Er scheint derzeit der Favorit zu sein. Derzeit. Für mich ist er der Mann, der im Moment die Nase vorn hat. Aber vielleicht gibt es ja sogar noch Mister X, der die besten Karten von allen hat. Wobei mir keine weiteren Alternativen genannt worden sind.
Ich hätte aber von mir aus noch drei Namen in den Ring zu werfen, die allesamt die Raute im Herzen tragen:
Kandidat Nummer eins:
Thomas von Heesen, den ich für einen überragenden, nein, für den Fußball-Fachmann überhaupt halte. Ich wünschte es wirklich einmal jedem, dass er sich mit dem früheren HSV-Kapitän mal über Fußball unterhalten könnte – ein jeder wäre, das kann ich garantieren, hinterher total von den Socken, was dieser Mann in Sachen Fußball drauf hat.
Kandidat Nummer zwei:
Nico Hoogma, der mit dem No-name-Club Heracles Almelo in den Niederlanden immer wieder überlebt – der ehemalige HSV-Kapitän kann es also, das hat er jetzt schon über Jahre bewiesen.
Kandidat Nummer drei:
Dann wäre da noch Richard Golz zu nennen. Der frühere HSV-Torwart arbeitet zurzeit (noch) beim HSV (Co-Trainer von Rodolfo Cardoso) und ist als – man höre und staune – Sportchef beim SC Freiburg im Gespräch. Beim SC Freiburg. Als Sportchef. Nicht beim HSV. Golz ist ein absolut schlauer und intelligenter Mann, hat sich neben dem Fußball stets weitergebildet, er kennt sich bestens aus im Profi-Geschäft – man müsste ihm nur mal eine Chance geben. Aber ich befürchte, dass er in Hamburg niemals auch nur den Hauch einer Chance bekommen wird. Der Prophet im eigenen Lande . . .
Es darf also noch ein wenig munter weiter gerätselt werden. Wobei ich beobachten werde, ob sich tatsächlich jeder Aufsichtsrat daran hält, zu schweigen. Ich kann es nicht glauben.
Wie ich immer noch nicht glauben, kann, was da in den letzten Tagen und Stunden über Scholle und mich hereingebrochen ist. Wobei es für meine Kolumne im heutigen Abendblatt auch viel Lob gab – aber das ist ja meistens so: Viele verdammen, was viele loben. Die erste SMS gab es heute um 8:29:53, und da hieß es: „Großartige Kolumne! Glückwunsch.“ Und sogar mein alter HA-Sportchef Hermann Rüping meldete sich bei mir. Um zu loben: „Dieter. Heute hat mir das Abendblatt mal wieder sehr viel Spaß gebracht, du hast eine großartige Kolumne geschrieben – genauso, wie du es geschrieben hat, ist es.“
Geschmäcker sind eben verschieden.
Aber wo sind eigentlich die „Matz-abber“, die nicht entsetzt sind, sondern die sich einfach nur mal ärgern, weil Matz und Scholle dafür verantwortlich gemacht wurden und werden, dass Frank Arnesen entlassen worden ist. Geht es eigentlich noch? Das ist doch nicht zu glauben, was da in die Welt gesetzt wird. Und dann soll man bei einer solchen gequirlten Schreibe noch ruhig bleiben? Den möchte ich sehen, der das schafft.
Aber gut, so ist wohl das Internet.
Und noch kurz zu meinem Artikel in der heutigen Abendblatt-Ausgabe. Dazu kann ich nur sagen: Ich habe meine Vorstellungen von einem Sportchef zu Papier gebracht. So, genau so wünschte ich mir den neuen Mann – egal wie er heißt. Was allerdings nicht heißen soll, dass Frank Arnesen genau das Gegenteil von alledem, was ich mir von dem Neuen wünsche und vorstelle, gewesen ist. Wenn der Däne so gewesen wäre, dann war er so gut oder so mittelprächtig, wie alle seine Vorgänger zuvor. Jeder von ihnen hat seine Stärken und Schwächen gehabt, jeder von ihnen hat mit Sicherheit auch einige Dinge gehabt und gemacht, die ich jetzt so gerne beim Arnesen-Nachfolger sehen würde. Aber jeder hat eben nicht die 100 Prozent gehabt, die ich mir nun, gestern, heute und morgen, wünsche. Der eine hat es vor Jahren oder Monaten vielleicht auf 60 Prozent gebracht, der andere auf 70, noch ein anderer auf 80. Ich aber möchte jetzt einen engagierten Mann haben, der rund um die Uhr alles für diesen angeschlagenen HSV gibt – 100 Prozent. Mehr nicht. Dass Frank Arnesen sicherlich Fehler gemacht hat, die ich auch angeschnitten habe, versteht sich wohl von selbst. Sonst wäre ganz sicher keine Trennung erfolgt. Wobei ich gerne noch einmal allen, die ihren Verstand noch beisammen haben, zurufen möchte:
Matz und Scholz haben Arnesen nicht entlassen, sie, Matz und Scholz, waren weder eingeweiht noch in irgendeiner anderen Art involviert. Ich hoffe, dass das nun auch fast alle verstanden haben. Was ja einige „Matz-abber“ auch schon vorher verstanden hatten, denn sie haben ja entsprechend gepostet. Vielen Dank dafür.
Bei der Gelegenheit kann ich noch mit folgender erfreulichen Meldung für jene User aufwarten, die im Moment – aus welchen Gründen auch immer (kann sogar nichts mit dem HSV zutun haben) enttäuscht sind, die ihre Köpfe hängen lassen. Sie alle werden nun – von null auf 100 in einer Sekunde – die Arme in die Luft reißen und mindestens ein kurzes Lächeln über ich vergrämtes Gesicht schicken können – und sogar Sportchef-Suche Sportchef-Suche sein lassen:
Ich, Dieter Matz, werde „Matz ab“ im Herbst verlassen.
Am 24. September 2013 werde ich 65 Jahre jung, dann werde ich in Rente gehen. Diese Entscheidung hat nichts mit dem augenblicklichen Wirbel um meine Entlassungs-Zutaten im Fall Arnesen zu tun, die Entscheidung resultiert auch nicht aus (m)einer gewissen Beleidigung heraus, sondern diese Entscheidung wurde schon vor einigen Wochen getroffen. Es waren sogar ein, zwei, drei „Matz-abber“ schon damals eingeweiht, zum Glück für mich, ansonsten könnte ich es kaum widerlegen, dass ich NICHT beleidigt bin . . .
Ihr dürft – oder müsst – euch also noch gute vier Monate über mich (und eventuell mit mir) ärgern, dann aber müsste von Oktober an eine gewisse Neu- oder Um-Orientierung stattfinden. Wobei der „Matz-ab“-Blog im Hamburger Abendblatt aber bestehen bleibt. Es geht also weiter, nur in anderer Besetzung. Nur die aktuelle Sportchef-Suche und die Fahndung nach neuen Spielern wird noch ein wenig mit und von mir begleitet – für „Matz ab“.
So, falls es noch nicht alle mitbekommen haben. Felix Magath hat sich heute bei Facebook geäußert. Und zwar wie folgt:
Liebe Facebook-Freunde und Fans,
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herzlichen Dank an dieser Stelle vielen HSV-Fans für Grüße und Wünsche wie natürlich eure Erinnerungen an Athen 1983. Zu HSV-Themen habe ich heute in einem Radio-Interview auf NDR 2 etwas gesagt, für euch möchte ich dies gern wiederholen, nicht alle werden die Sendung verfolgt oder den Sender verfügbar haben.
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Seit längerem sehe auch ich mit Sorge auf unseren HSV. Denn meiner Ansicht nach scheint mir die Diskussion etwas zu kurz gesprungen, wenn man darüber redet, der HSV bräuchte einen neuen Sportdirektor. Ich glaube, der HSV wäre gut beraten, wenn er nicht nur einen neuen Sportdirektor sucht, sondern sich auch Gedanken machen würde über seine Ausrichtung. Was will der Verein und wohin will der Verein überhaupt, welches Niveau möchte er erreichen?
Ich denke, da muss man beim HSV an deutlich mehr arbeiten als nur an einem neuen Sportdirektor. Selber hatte ich auch Gespräche mit Verantwortlichen, aber ich habe beim HSV keinesfalls Verhandlungen geführt.
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Unten findet ihr den Link zu meinem vollständigen Interview.
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Aus dem Urlaub sende ich euch sehr herzliche Grüße, wünsche euch und euren Familien ein schönes Wochenende und natürlich allen ein tolles Champions League-Finale.
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Bis bald,
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Euer Felix Magathhttp://www.magath.net
17.59 Uhr