Beister steht am Scheideweg
17. März 2013
Die Enttäuschung ist auch am Tag danach immer noch riesig. Der HSV hatte gegen den FC Augsburg 19:6 Torschüsse, 9:3 Ecken, 64:34 Prozent Ballbesitz – und hat dennoch mit 0:1 verloren. Riesige Zahlen einer gigantischen Pleite. Niemals im Leben, das gebe ich zu, hätte ich gedacht, dass der HSV nur 14 Tage nach der 1:1-Pleite gegen den Tabellenletzten Fürth erneut daheim so versagen würde – und gegen den Drittletzten eine 0:1-Heimpleite kassiert. Niemals. Aber man lernt eben nie aus. Und die HSV-Spieler haben offenbar aus ihren Fehlern nichts gelernt. Darüber werde ich nun schreiben, aber zuvor sei – ganz wichtig – angemerkt, dass ich nichts davon erwähnen werde, dass der HSV zu dumm für Europa ist. Das wäre mir viel zu billig. Erstens ist Europa immer noch drin, zweitens würde sich erst danach herausstellen, ob der HSV wirklich nicht Europa kann – und drittens: Wer fragt denn die Spieler und die Trainer immer wieder nach Europa? Na? Wer? Und? Um solche Antworten zu bekommen – und dann auf alle einzuprügeln, dass sie was gesagt haben? Das ist mir wirklich viel, viel zu billig.
Ich habe noch am Sonnabend, aber auch schon an diesem Sonntag einige Gespräche mit HSV-Fans geführt. Frust pur war aus allen Unterhaltungen herauszuhören. Von „Skandal“ über „Frechheit“ bis hin zur „Arbeitsverweigerung“ war da zu hören. Ich kann nur noch einmal davon schreiben, was mir nach dem Spiel aufgefallen war: Die meisten Zuschauer schlichen völlig „bedröppelt“ und mit gesenkten Köpfen Richtung Heimat. Kaum einer schimpfte, kaum einer meckerte, kaum einer fuhr lautstark aus der Haut. Nach dieser deprimierenden HSV-Vorstellung herrschte das große Schweigen im Volkspark. So, wie ich es selten zuvor einmal erlebt habe. Die meisten Fans waren unfähig, etwas zu sagen. HSV-Fan Klaus H. aus Buxtehude erzählte mir: „In der S-Bahn hat keiner den Mund aufgemacht, alle waren mit ihren Gedanken beschäftigt: wieso? Sonst herrscht in den Bahnen, die von Stellingen Richtung Hauptbahnhof fahren, eine unheimlich laute Atmosphäre, diesmal war alles ganz anders. Beklemmend. Aber für mich absolut nachvollziehbar. Ich war total bedient.“
HSV-Dauerkarten-Inhaber Frank P. berichtete mir, dass der neben ihm sitzende Däne besonders sauer auf Maximilian Beister war. Der Däne befand: „Ich fahre stundenlang nach Hamburg, um mir so etwas anzusehen. Schon die ersten Szenen von Beister waren so emotionslos, so lustlos – als hätte er überhaupt keinen Bock, hier noch was zu reißen. Und dann dieser Tritt! Was denkt er sich dabei?“ In diese Kerbe schlug auch Klaus. H., der vorschlug: „Der Beister soll mal mit mir aus Buxtehude zu einem HSV-Spiel fahren. Erst mit Bus, dann mit Bahnen, dann wieder mit Bus. Das dauert lange, das ist auch nicht unbedingt immer so ganz lustig, aber man nimmt es als Fan eben auf sich. Wenn Beister aber so etwas mal mitmachen müsste und würde, dann wüsste er, dass man sich als Profi ganz anders zu benehmen hat. Frust hin, Frust her – das ist keine Entschuldigung.“
Was der Norderstedter Manfred L. zu Beister gesagt hat, ist bezeichnend genug: „Anstatt sich in der Pause aufzuwärmen, hat Beister sich Bälle geschnappt und sie unter dem Gejohle der Fans auf der Nordtribüne ins Tor geschnibbelt. Was ist das bloß für eine verheerende Einstellung? Da wird mir schlecht!“
Ich wollte zum Thema Beister an dieser Stelle eigentlich noch gar nichts schreiben (erst am Ende), aber nun ist es eben so: Ich habe fast alle Trainingseinheiten dieser Woche gesehen, Maximilian Beister ist mir deswegen aufgefallen, weil er auch da schon immer nur herumtrottete, nur trabte, lustlos am Geschehen teilnahm. Das kann, so denke ich, einmal passieren, vielleicht auch zweimal, aber dann muss es sich auch wieder haben.
Ich bin seit 32 Jahren HSV-Reporter, ich muss aber gestehen, dass ich eine solche Einstellung, die sich über Tage, fast schon über Wochen erstreckt, von einem HSV-Profi noch nie erlebt habe. Es gab sicher mal einen Uli Stein, der keinen Bock mehr hatte, weil die Schiedsrichter anders entschieden hatten, als er es gerne gesehen hätte. Deswegen hat der HSV-Torwart schon gelegentlich „gemault“. Aber es hielt sich dennoch in Grenzen. Eine solche Fehl-Einstellung aber, wie sie Maximilian Beister an den Tag gelegt hat, habe ich nie kennengelernt.
Was mich erstaunt daran: Es gibt Mitspieler, die es sehr wohl bemerkt haben, das Beister vor lauter Frust etwas „kürzer getreten“ ist. Diese Kollegen haben mit ihrem jungen Stürmer gesprochen, um ihn wieder in die Spur zu bringen – es brachte nichts. Was mich nachdenklich stimmt: Wenn ich mich früher, als kleiner Verbands- und Landesliga-Spieler, nur zweimal im Training so lustlos gegeben hätte, dann wäre ich beim ersten Mal vom Trainer in die Kabine gejagt worden – und nach dem zweiten Mal hätte ich meine sieben Sachen packen müssen – und Ende Gelände. Thorsten Fink aber bringt den total frustrierten Maximilian Beister in der 68. Minute für Tomas Rincon. In meinen Augen ein schwerer Fehler.
Schon seit Wochen versteht Beister die Welt nicht mehr. Er wurde vom Trainer immer wieder gelobt, der Trainer sagte öffentlich, dass „Beister in einer hervorragenden Form“ ist, und zwar immer rund immer wieder wurde es gesagt, dann schießt Beister gegen Fürth das 1:1 und denkt offenbar: „Nun wird alles gut.“ Denkste! Wieder die Ersatzbank. Und da bin ich voll bei Thorsten Fink, denn: Artjoms Rudnevs und Heung Min Son haben die Tore für den HSV geschossen. Kein Trainer der Welt lässt einen Stürmer, der Tore schießt. Draußen, nur weil es einen dritten Stürmer gibt, der spielen will. Kein Trainer der Welt, das wiederhole ich gerne. Fink wollte mit seinem Lob, dass Beister in „hervorragender Form“ ist, für eine gewisse Beruhigung des Frustrierten sorgen, aber er hat damit – ganz offensichtlich – etwas ganz anderes erreicht. Beister fühlte sich zugleich bestätigt und links liegen gelassen. Da hätten offenbar andere Gespräche geführt werden müssen . . .
Und es hätte beizeiten eingegriffen werden müssen. Wenn ich an das Testspiel der HSV-Profis gegen die eigene Regionalliga-Mannschaft denke, das vor einigen Wochen stattfand. Es ist noch gar nicht so lange her – und hier nachzulesen. Da trat Beister gegen einen kleinen Nachwuchsmann des HSV so übel nach, dass der Sünder dafür in der Bundesliga mindestens sechs Wochen gesperrt worden wäre. Mindestens. Alle haben es gesehen – oder fast alle. Wenn das Trainergespann es nicht gesehen hat, dann hätten die, die am Rande standen und es gesehen haben, dem Trainergespann mal reinen Wein einschenken müssen. Damit der Trainer dann unter vier Augen mal Klartext spricht. Tenor: „So, mein lieber Maxi, geht es nicht, reiß dich zusammen.“ Dann folgte zuletzt der Test gegen Valerenga Oslo (2:3). Beister betrieb wieder Leistungsverweigerung. Thorsten Fink, auch darauf unmittelbar nach dem Spiel) angesprochen, sagte nur allgemein: „Die jungen Spieler müssen noch viel lernen . . .“ Stimmt. Aber einen Lernprozess kann man auch damit einläuten, dass man sich den einen oder anderen Spieler, in diesem Fall Beister, zu sich in die Kabine holt und ihm klar macht, dass es so nicht geht.
Und so geht es tatsächlich nicht. Nicht nur beim HSV nicht, sondern auch in allen kleinen Amateurmannschaften nicht.
Wir haben an diesem Sonntag in der Redaktion über den „Fall Beister“ gesprochen. Dabei sagte ein HSV-Fan und –Mitglied: „Ich habe trotz allem ein gewisses Verständnis für Beister. Den hat man zurück zum HSV geholt, hat um ihn gekämpft, hat ihm mit großen Worten eine tolle Erstliga-Karriere in Hamburg aufgezeichnet – und hat ihn dann doch nicht aufgestellt. Es spielte erst ein Marcus Berg, dann ein Artjoms Rudnevs. Von Beister war nichts zu sehen. Es hieß in dieser Zeit, dass er noch viel lernen müsse, dass der Sprung von Liga zwei in Liga eins zu groß sei, um ihn auf Anhieb zu schaffen. So wurde Beister immer wieder vertröstet. Obwohl ich denke, man hätte ihn viel eher mal ins kalte Wasser schmeißen müssen. Es hätte sich bezahlt gemacht, so denke ich.“
Ich denke so nicht. Beister hatte im ersten halben Jahr lange zu kämpfen, und er selbst hat es uns (Journalisten) auch einige Male gesagt, dass er es nachvollziehen könne, dass er noch draußen sitzt. Damals zeigte er durchaus Verständnis für den Trainer. Doch die Geduld ist ihm in diesem Jahr abhanden gekommen. Jetzt wollte er von den üblichen Vertröstungen nichts mehr wissen, jetzt wollte er endlich auf den Acker – und Tore machen. Doch da hatte er das Pech, dass es da nun schon zwei gab, die das in die Tat umsetzten, was Beister nur vorhatte: Tore machen. Sein Pech.
Aber darf man sich als Profi trotz dieses Pechs so hängen lassen? Nein. Was sollte denn ein Per Ciljan Skjebred machen? Rein, raus, rein, raus – sein Schicksal beim HSV. Und gegen Stuttgart (1:0) wurde dem Norweger bescheinigt, einer der besten Spieler auf dem Acker gewesen zu sein, vielleicht sogar der beste Mann auf dem Platz – und trotzdem: Skjelbred fehlte gegen Augsburg. Völlig. Und was bitte soll dieser Skjelbred nun mit seinem Frust machen? Um sich treten? Kopf hängen lassen? Dienst nach Vorschrift machen? Sich krankschreiben lassen? Oder sich zu Hause einsperren?
Und was bitte soll ein Jaroslav Drobny machen? Der tschechische Nationaltorwart (!) kommt an Rene Adler nicht vorbei. Und deshalb stellt sich dieser Drobny nun beim Training ins Tor – und hält nur jene Bälle, die auf Mann kommen. Lang macht er sich nicht mehr, in den Matsch wirft er sich erst recht nicht – er kommt doch an Adler nicht vorbei. Was soll das also? Sich deswegen einen Hintern aufreißen, nur weil man Ersatzkeeper beim HSV ist? Und dann noch Torwart Nummer drei: Sven Neuhaus. Der kommt in Zukunft nur noch zweimal die Woche zum Training – hat doch sowieso keinen Zweck mehr. Adler spielt, Drobny sitzt auf der Bank, warum soll man sich da noch anstrengen und mir das eine oder andere Bein ausreißen? Pustekuchen!“
Ja, und dann kann ich nur sagen: Alle drei Spieler, die ich hier nun – fiktiv – beschrieben habe, die reißen sich – sorry, wenn ich das so krass schreibe – in jedem Training den Arsch auf. Immer. Vorbildlich. Und genau deswegen kann ich diese laswche Einstellung, die Maximilian Beister zuletzt an den Tag gelegt hat, nicht tolerieren. Der große Felix Magath hat mir immer (privat) gesagt, wenn ich ihm mit gewissen Vorhaltungen kam: „Ein Profi hat zu funktionieren, er verdient sehr gutes Geld. Will er nicht funktionieren, dann soll er seinen Profi-Vertrag zurückgeben und irgendwo in einer dritten Herren spielen. So einfach ist das.“
Das klingt zwar hart, trifft aber im Grunde genommen den Kern.
Dass „Maxi“ Beister bei seinem Abgang (vom Platz) seinem Mitspieler Jeffrey Bruma einen Vogel zeigte (weil es der Niederländer wagte, ein paar passende Takte mit dem erzürnten Rot-Sünder zu wechseln), ist nur symptomatisch. Und dass die Fans, die ihn in der Pause (wegen der „Schnibbelei“) schon gefeiert haben, ihn noch nach der Roten Karte mit Sprechchören hypen, ist auch nur eine fatale Fehlleistung. Da wird ein Spieler zu einem Helden gemacht, der es nicht verdient hat. So jedenfalls nicht.
Trainer Fink hat über Beister gesagt: „Maxi hat sich mit seinen Aktionen erst einmal nah hinten manövriert. Weil Marcus Berg fehlte, hatte ich keine andere Möglichkeit.“ Ihn spielen zu lassen – meinte Fink. Der weiter sagte: „Maxi hätte einen Denkzettel verdient gehabt, er hat gegen Augsburg an seine Leistungen in dieser Woche angeknüpft . . .“
An seine Fehlleistungen, hätte es heißen müssen.
Was nun zu machen wäre? Jetzt sollten Trainer und Vereinsführung, ich meine auch, der Berater eindringlich mit Maximilian Beister sprechen. Sie alle müssen ihm dringend raten, dass er sein divenhaftes Verhalten ab sofort ablegt. Ansonsten würde er sich nämlich nur selber im Wege stehen – und seine Karriere in eine Sackgasse lenken. Es wäre schade drum. Trotz aller Defizite, die er zuletzt offenbart hat. Noch aber ist es für einen Wendepunkt in seiner Karriere nicht zu spät. Und er sollte sich endlich einmal einsichtig zeigen.
So, das wäre es, was ich zum „Fall Beister“ zu sagen hätte. Diese Eskalation hätte vermieden werden können, wenn dem Spieler rechtzeitig beschieden worden wäre, wo seine Grenzen sind.
Es muss aber auch trotz allem noch über diese schlimme 0:1-Nummer von Sonnabend geschrieben und diskutiert werden. Diese Pleite daran fest zu machen, dass ein erkrankt fehlender Rafael van der Vaart eben nicht zu ersetzen ist, wäre mir ebenfalls viel zu einfach. Obwohl der Niederländer (fiel wegen Fiebers und einer Magen- und Darmgrippe aus), der in diesem Jahr noch weit von seiner Bestform entfernt ist, natürlich sehr gefehlt hat – keine Frage. Aber auch mit dem „kleinen Engel“ hatte es ja zuvor auch dieses kümmerliche 1:1 gegen Fürth gegeben – oder?
Thorsten Fink zu seinem prominentesten Ausfall: „Ohne ihn haben die Überraschungsmomente im Spiel gefehlt, derjenige, der den entscheidenden Pass spielen kann. Das merkt man dann schon. Aber wir haben eigentlich gute Spieler, die ihn ersetzen sollten, aber heute haben viele ihr Niveau nicht erreicht.“ Der Trainer allgemein zur Leistung seiner Mannschaft: „Wir haben die erste Viertelstunde klar verschlafen. Wir haben den Gegner aufgebaut. Und wir haben nicht die Qualität, um konstante Leistungen abzurufen.“ Dann fügte er kurz an: „Noch nicht.“ Fink bekannte dann auch noch: „Das war heute ein Rückschritt, Trainer und Mannschaft haben nun viel zu erarbeiten – und einiges auch zu reden.“
Passen dazu der Kommentar von FCA-Trainer Markus Weinzierl: „Das war ein Spiel in eine Richtung. Wir haben mit Glück und Leidenschaft gewonnen.“
Eine Aussage, die auch zu denken geben könnte.
Oder müsste?
Ja, es gibt sicher viele Dinge, die nach einem solchen „unanständigen“ 0:1 nerven, die auch weh tun. Besonders tut mir aber diese Bemerkung des Augsburger Torschützen Jan-Ingwer Callsen-Bracker weh: „Wir hätten noch drei Stunden weiterspielen können. Dann hätten wir trotzdem 1:0 gewonnen.“ Gemeint hat er damit das Unvermögen des HSV vor dem FCA-Tor.
„Wir haben das Spiel über die gesamte Zeit bestimmt und einmal geschlafen. Deshalb haben wir verloren“, kommentierte Nationaltorhüter René Adler die Pleite und ergänzte: „Wenn wir nicht 100 Prozent abrufen, dann reicht es nicht. Dann haben wir nicht die spielerische Klasse, um nach Europa zu kommen.“ Adler hatte dann auch noch etwas erkannt, was durchaus nachdenklich machen könnte: „Standards entscheiden im modernen Fußball nun mal ganz oft die Spiele. Wenn man da nicht aufpasst, dann liegt man schnell mal 0:1 zurück. Und dann stellt sich eine Mannschaft wie Augsburg hinten rein und verteidigt – und wir sind dann auch noch zu blöd, die Tore zu machen. So verliert man.“ Da ist ganz sicher etwas dran. Auch zum Thema „schwacher Schiedsrichter” (Tobias Welz), zu dem ich mich ja schon am Sonnabend geäußert habe, sagte Adler (im ZDF) noch: „Er hat eine klare Linie gefahren, und die war von Anfang an Scheiße.“
Dem habe ich nichts hinzuzufügen.
Aber zurück zum Wesentlichen. „Wenn man aus einem Meter das Tor nicht trifft, kann man das Spiel nicht gewinnen“, befand Marcell Jansen auch völlig richtig. Der ehemalige Nationalspieler wird nach seiner fünften Gelben Karte nun beim Auswärtsspiel in München fehlen. Zum Thema Europa fügte Jansen noch an: „Wir sollten kleinere Brötchen backen.“ Und mahnt eine Steigerung seiner Mannschaft an. „Ansonsten sollten wir nicht über irgendwelche Dinge sprechen.“ Rene Adler zu diesem brisanten Thema: „Wenn wir jetzt ausgeben, um Platz neun oder zehn zu spielen, dann kann ich Urlaub buchen . . .“
Die beiden vielleicht besten Chancen des HSV vergab diesmal der beste Torjäger. Artjoms Rudnevs verpasste zunächst eine Hereingabe von Jansen (28.) aus drei Metern, dann setzte er einen Kopfball nach Flanke von Dennis Aogo frei vor FCA-Torhüter Amsif neben den Kasten (40.). Das waren zwei dramatische Fehlleistungen. Aber warum soll nicht auch mal der Lette einen gebrauchten Tag haben? Der steht schließlich jedem mal zu . . .
So, ich bin am Ende. Nach dem 1:5 gegen Hannover 96h hatte Thorsten Fink den trainingsfreien Tag gestrichen und davon gesprochen, dass er die Zügel anziehen und dass er die Spieler direkter ansprechen werde. Genützt hat es wenig, denn danach gab es dieses kümmerliche 1:1 gegen Fürth. Wohl auch deswegen bleibt es diesmal so wie immer. Montags frei.
PS: Um versöhnlich zu enden – ich habe hier eine Mail, die ganz positiv für uns ist. Für „Matz ab“ und für die Gäste von „Matz ab live“, nämlich Axel Formeseyn und „el Presidente“, unser „Benno Hafas.“ An dieser Stelle noch einmal viele Dank an Axel und Benno für die Teilnahme an diesem Talk, und für die lebhafte Sendung mit unheimlich viel Klartext.
Hier aber nun die Mail dazu:
Moin Herr Matz und Herr „Scholle”.
Als erstes teile ich ihnen mit, das die Verständigung mit den Kopfmikrofonen super klappt.
Das wieder ein tolles Video mit tollen Gästen. Ich möchte mich nur zu einem Satz äußern den Axel Formeseyn gesagt hat: Er wüscht sich mehr Herzblut beim HSV, beim Vorstand angefangen bis runter zum letzten Spieler !Da hat er zu 199 % recht. Das ist das Wenigste was ein HSV-Fan und was ich als uralt HSV- Fan ( was ich schon seit Jahren vermisse!) verlangen kann.Mit blau- weiß- schwarzen Grüßen ihr fast neuer „Matz- abber“ Klaus W. aus Bocholt.
Am Abend gab es noch diese Mitteilung des NDR, die ich für ganz interessant halte. Deswegen diese nun auch noch dran gehängt:
Europa spaltet HSV-Profis und Fink
Europa ja, nein oder doch eher vielleicht? Die HSV-Profis und Trainer Thorsten Fink sind sich offenbar in der Frage der Saisonziele zumindest in der Außendarstellung nicht immer einig. „Ich kann es nicht mehr hören. Ich bin nicht im Kindergarten, ich bin ein erwachsener Mann. Wenn mir verboten wird, das Wort „Europa“ in den Mund zu nehmen, dann fange ich an zu lachen“, ärgerte sich Torhüter Rene Adler nach dem 0:1 gegen Augsburg am Sonnabend im Gespräch mit dem NDR Sportclub. „Wir sollen doch Ziele haben. So schaffen wir es nicht, das ist auch klar. Aber wenn jeder Woche für Woche an seine Leistungsspitze kommt, dann können wir nach Europa, dann bleiben wir da stehen. Mehr haben wir nicht gesagt, da stehe ich nach wie vor dazu“, betonte der 28-Jährige und ergänzte: „Wenn wir ausgeben, um Platz neun oder zehn zu spielen, dann kann ich jetzt buchen und in den Urlaub fahren.“
Zuletzt hatte sich bereits HSV-Star Rafael van der Vaart Finks Kritik eingehandelt, weil er für die Hamburger das Ziel Europa League ausgegeben hatte. „Wenn man etwas will, muss man es auch aussprechen“, meinte der Niederländer. Fink widersprach dem am Sonnabend allerdings erneut: „Spieler lassen sich schnell mal zu so einer Aussage hinreißen. Aber die Spieler sind nicht der Trainer. Ich glaube, dass die Mannschaft Ziele hat. Aber ich muss sie jedes Mal runterholen und sagen, dass wir uns auf das nächste Spiel konzentrieren müssen. Dafür ist ein Trainer da“, unterstrich der Coach. Der HSV wolle seine Ziele nicht verändern und weiter „von Spiel zu Spiel schauen“.
Die O-Töne finden Sie in Kürze im Video auf NDR.de/sport. Mehr zum Thema am Sonntag im Sportclub ab 22.45 Uhr.
Und dann noch eine Mitteilung in eigener Sache. Morgen findet im Hotel “Le Royal Meridien” der “Oddset-Talk” des Hamburger Fußball-Verbandes statt. Die Gäste dieser Veranstaltung wurden eingeladen, die Veranstaltung ist ausgebucht. Die hochkarätigen Talkgäste sind Horst Hrubesch (DFB), Jörg Daniel (DFB), Uwe Jahn (HFV) und Joachim Philipkowski (St. Pauli). Es geht um das Thema: “Gestern noch in Windeln – heute schon Fußball-Profi?!” Es geht um den ausgebrochenen Jugendwahn im deutschen Fußball.
Diese Talkrunde wird heute im und vom Hamburger-Abendblatt-Internet live von 19.30 Uhr an übertragen.
17.32 Uhr