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Jansen trifft zweimal für das A-Team!

8. November 2014

„Wir gewinnen! 2:0 für’n HSV, logisch. Ja ist doch logisch. Wer gegen Bayern 0:0 spielt, gegen Dortmund 1:0 gewinnt und gegen Leverkusen auch, der gewinnt doch auch in Wolfsburg. Vor Wolfsburg müssen wir nun wirklich keine Angst haben.“ Sagt wer? Das sagte mir heute vor dem Abschlusstraining im Volkspark „Helm-Peter“. Der Mann („Tschuldigung, da muss ich kurz mal dazwischen grätschen“) mit dem Bart. Und mit dem Fahrrad. Peter war einer von ganz wenigen Kiebitzen, die an diesem wunderbar sonnigen Tag den Weg zum HSV gefunden hatten. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde trainiert, aber ein bisschen sehen kann man ja immer. Und festgestellt wurde schnell, dass Tolgay Arslan nicht mit von der Partie ist. Der „Pferdekuss“, den er sich im Training eingefangen hat, ließ heute kein Training zu – und morgen auch keinen Einsatz in Wolfsburg.

 

Die Sendung beginnt um 17:30 Uhr.

 

Ebenfalls fehlen wird an diesem Sonntag der ehemalige Wolfsburger Petr Jiracek, der an einer Fußprellung leidet und heute nur mit Reha-Coach Markus Günther durch den Volkspark lief. Ansonsten alles an Bord (natürlich bis auf Rene Adler und Maximilian Beister). Also auch Valon Behrami, der das gesamte Programm ohne Einschränkung absolvieren konnte.
Es wurde heute leicht und locker trainiert, nach der Aufwärmphase wurden Spielzüge über die Außen-Positionen geübt, in der Mitte wurde die jeweilige Spitze angespielt, der Ball dann nach außen weitergeleitet, Flanke – Tor. So sollte es jedenfalls im Normalfall aussehen, sah es natürlich nicht immer. Ist ja klar.

 

Nach dieser Übung ging es auf jenen Platz, der schlecht einsehbar ist – da spielte dann die A-Elf gegen das B-Team. Dieses Match ging über zwei Halbzeiten und dauerte 20 Minuten, die Stamm-Formation gewann durch zwei Treffer von Marcell Jansen 2:0. Und nach dem Spielchen applaudierte Trainer Joe Zinnbauer seinen Mannen und sparte auch nicht mit Lob: „Das war gut, Jungs, das war gut, das sah gut aus.“ Hoffentlich ernten die HSV-Profis auch morgen so viel Beifall. Apropos: Den erntete heute Artjoms Rudnevs bei der ersten Übung, als er eine Flanke knallhart und technisch super verwandelte. Da klatschten und lobten viele Mitspieler den Letten. Beifall gab es dazu auch für Pierre-Michel Lasogga, der auch einige Male sehr schön verwandelte.

 

Um Rudnevs gab es später noch einige Sorgen, denn der Lette war von Johan Djourou gefoult und zu Boden befördert worden. „Rudi“ humpelte danach einige Sekunden länger, hielt dann aber bis zum Schluss tapfer durch – um dann doch mit einem leicht schmerzverzerrtem Gesicht in die Kabine zu humpeln. Mal sehen, wie sich diese Verletzung noch am Abend „entwickelt“; kommen die Muskeln zur Ruhe (und werden kälter), könnte das durchaus noch richtig schmerzhaft werden. Das sah wie bei einem „Pferdekuss“ aus.

 

Kurz noch einmal zu Rudnevs. Beim „Matz-ab“-Treffen vor einer Woche wurden wir ja (u. a.) gefragt, warum der gute „Rudi“ zuletzt zweimal nicht mal auf der Bank saß, also keine Berücksichtigung bei Trainer Joe Zinnbauer fand. Es soll so sein, dass Artjoms Rudnevs einfach nur schlechter als die Kollegen trainiert hat, dass er im Training große Abschlussschwächen offenbart hat, und dass er die Laufwege der Mannschaft noch nicht so „kapiert“ hat, wie die anderen Mitspieler. So langsam soll es „kommen“, heute allerdings war davon nicht allzu viel zu erkennen. Ich habe, das muss ich mal sagen, Rudnevs schon besser und effektiver gesehen und erlebt. Er könnte es sicher noch besser, als er es derzeit anbietet. Aber vielleicht wird es ja demnächst noch etwas – wo er doch so von seinen Fans über den Rasen getragen wird. Das muss doch mal auf fruchtbaren Boden fallen, diese Fan-Liebe.

 

Zum Abschluss des heutigen Trainings gab es dann „Feuer frei“. Es wurde nach Herzenslust geschossen, wer immer wollte, der durfte, und die drei Torhüter (Jaroslav Drobny, Alexander Brunst und Kevin Otremba) flogen nach allen Regeln der Torwart-Kunst, weil ihnen mitunter auch gleich zwei oder sogar drei Bälle um die Ohren sausten. Das sollte Spaß machen, und es machte allen offenbar viel Spaß. Da hatte jeder einmal oder auch mehrfach das Gefühl, es ja doch noch zu können. Wäre für morgen ja gar nicht so unwichtig, mal das eine oder andere Törchen zu erzielen. Bei bislang erst vier HSV-Buden . . .

 

Apropos vier Buden. So etwas wird es wohl nie wieder geben: Der HSV spielte am 3. März 2000 in Wolfsburg und „schaffte“ nach einem 4:1-Vorsprung nur ein 4:4. Das allein ist schon denkwürdig, aber dass es im selben Jahr, und zwar am 23. September, beim erneuten Aufeinandertreffen in der Autostadt erneut ein 4:4 gab, das ist für mich immer noch sensationell. Wie oft gibt es in der Bundesliga ein 4:4? Und dann gelingt dieses Resultat zweimal hintereinander. Das ist wie ein Sechser im Lotto. Und was würden die HSV-Fans dafür geben, wenn heutzutage mal wieder vier Tore für ihre Mannschaft fallen würden!

 

Nur mal so zur Erinnerung, weil es so schön war. Das erste 4:4 erreichte für den HSV folgende Spieler: Butt, Hoogma, Hertzsch, Panadic, Hollerbach, Kovac, Fischer, Cardoso (Ernst), Mahdavikia, Yeboah (Hashemian), Präger (Dembinski). Die Tore schossen Mahdavikia (zwei) und Cardoso (zwei). Das zweite 4:4 „erspielten“ folgende Herren: Butt, Fukal, Hoogma, Hertzsch, Hollerbach, Töfting (Sandmann), Kovac, Cardoso (Ketelaer), Mahdavikia, Barbarez, Präger (Kientz). Die HSV-Tore markierten Mahdavikia, Fukal, Cardoso und Präger, der heute ja wieder ein „Wolf“ ist. Trainer der ganzen Geschichte war Frank Pagelsdorf, der offenbar Gefallen an diesem Ergebnis hatte, denn zwischendurch gab es ja noch ein 4:4 – das legendäre gegen Juventus Turin (13. September).
Wie schön, ich muss es noch einmal sagen, wären mal wieder vier HSV-„Dinger“. Und wenn es morgen ein 4:4 geben sollte – auch damit könnte ich (jetzt noch) wunderbar leben.

 

Im Moment aber ist ja Tor-Armut angesagt. Was dann ja auch zu verkraften wäre, wenn es denn – wie in Dortmund und gegen Leverkusen – einen 1:0-Sieg geben würde. Oder auf jeden Fall keine Niederlage. Ich bin gespannt, wie sich die Mannschaft kämpferisch aus der Affäre ziehen wird. Ob sie sich wieder zu reinhängt, wie zuletzt gegen die Werks-Elf aus Leverkusen, oder ob sie „halblang“ macht – wie gegen die jetzt schwer kriselnden Berliner? Ich habe immer noch eine Aussage von
Rafael van der Vaart im Ohr, der nach dem Sieg gegen Bayer bei „Sky“ gesagt hat: „Es war nicht nur für mich persönlich eine Befreiung, sondern auch für die ganze Mannschaft. So zu kämpfen, war schon geil. Für uns war es wichtig, zu zeigen, dass wir hier die Chefs sind.“ In Wolfsburg sind sie morgen ganz sicher nicht die Chefs, aber kämpfen darf man auch als nur „kleiner Angestellter“. Denn sie alle, die „kleinen Angestellten“ haben eines gezeigt: das sie es können! Also, macht’s noch einmal, Jungs!

 

Der HSV wird morgen mit jener Formation antreten, die auch zuletzt gegen Leverkusen begann – und das ist ja auch etwas Besonderes. Zweimal in Folge mit demselben Team, das gab es lange nicht (wenn ich richtig erinnere) – und zwei Siege hintereinander erst recht nicht. Morgen würde sich mal wieder die Chance dazu bieten – also fangt damit an!

 

Von Erfolg zu Erfolg eilen derweil die Regionalliga-Spieler des HSV, die ihr schweres Auswärtsspiel am Freitag in Havelse mit 2:1 gewannen. Es ist ein unglaublicher Lauf, den diese Talente da hinlegen, 16 Spiele, 14 Siege, zwei Unentschieden zu Hause, 52:11 Tore, 44 Punkte! Sensationell! Die Tore an diesem Freitag schossen Matti Steinmann und Ahmet Arslan. Super, super, großartig – weiter so! Und herzliche Glückwünsche!

 

So, ich komme zum Quiz. Es ging um die hervorragenden Illustrierten unseres Kollegen Oliver Wurm, der mit jedem deutschen WM-Helden sprach und es zu Papier gebracht hat. „Olli“ wird dafür wahrscheinlich einen Preis gewinnen, er ist für eine größere Auszeichnung nominiert. Völlig berechtigt, ganz nebenbei. Diese drei Hefte sind wahrscheinlich schon bei ihren Gewinnern. Und da ich die Postkarten in der Redaktion gelassen habe, es heute aber aufklären will, versuche ich mich zu erinnern, wohin diese Illustrierten gingen: Einmal nach Hamburg, zu Herrn Joppe. Dann nach Hille (wo immer es auch liegt) zu Herrn, und den weiß ich nun wirklich nicht mehr genau, ich tippe auf Herrn Fendel. Wir aber auf jeden Fall noch nachgereicht, damit mir kein Schmu unterstellt wird. Und der dritte Gewinner ist Carsten Hahn aus Windbergen (weiß ich auch nicht, wo das liegt). Alle drei Gewinner sind mir nicht persönlich bekannt, aber diese drei Herren haben eines gemeinsam: Sie sind die einzigen Teilnehmer an diesem Quiz, die alle zwölf Namen richtig haben.

 

Zu erraten waren: Paul Scharner, Manfred Kaltz, Harry Bähre, Holger Hieronymus, Thomas Doll, Hermann Rieger, Uwe Seeler, Lotto King Karl, Sven Neuhaus, Horst Schnoor, Klaus Neisner und Hans-Jürgen „Dittschi“ Ripp.

 
Eine Sache muss ich in diesem Zusammenhang noch erwähnen. Es gab eine Mail, auf der auch einige richtige Namen standen – und ich finde, dieses „Werk“ sollte dann auch ruhig mal Erwähnung finden, auch wenn es nicht ganz richtig ist – aber immerhin zum Schmunzeln. Allerdings, das vergaß der Absender wohl, ohne Adresse. Also wenn er gewonnen hätte, dann hätte ihn dieses WM-Heft wohl kaum erreicht. Hier nun der Text dazu:
 

sorry, der nachfolgende text passtnicht auf eine postkarte…

Ein Gewinnspiel, ein Gewinnspiel:
Ich KALTZ im Kopf nicht aus.
Was BÄHRE „Matz ab” ohne ein Gewinnspiel.
Hoffentlich gewinnt nicht ein SCHARNERtan,
sondern ein Teilnehmer, der von Zero to “HIERO” aufsteigt.
Das wäre DOLL.
Es gibt ja mehrere Gewinner, aber die entscheidende Frage lautet:
Wer wird erster RIEGER beim Promi-Quiz…?
Es heißt zwar “Geben ist SEELER denn nehmen”,
aber Preise abstauben ist letztlich wie im “LODDO” zu gewinnen.
Davon kann man sich dann ein NEUHAUS bauen
oder aber die kleinen Wünsche des Alltags erfüllen.
Das ist wie beim Durchtrennen der Nabel-SCHNOOR –
ein echtes Glücksgefühl.
Man ist zudem beliebt wie die größten STARS,
die ja auch immer diese tollen “FUMMEL” tragen.

Mit sportlichen Grüßen
WORTSPIELER

 

So, am morgigen Sonntag gibt es nach dem Spiel wie immer die immer beliebter werdende (ich muss es einfach mal wieder loswerden) HSV-Talk-Runde „Matz ab live“, diesmal mit den Gästen Stefan Schnoor und Alexander Laas sowie eventuell einem Überraschungs-Gast. „Scholle“ und ich, wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr wieder mit von der Partie sein würdet.

 
Dann komme ich – sehr gerne übrigens – noch einmal auf das „Matz-ab“-Treffen vor einer Woche im „Anno 1887“ in Norderstedt zurück. Weil ich im Nachhinein gedacht habe, dass ich unseren „Mitstreiter“ Lars Pegelow zu wenig erwähnt habe – für einige „Neulinge“ auch nicht vorgestellt hatte. Sorry, mein Lars, das war ein Fauxpas der selten-blöden Art, ich entschuldige mich dafür. Du bist, das möchte ich sehr gerne hier erwähnen, eine sehr wertvolle Verstärkung für das „Matz-ab“-Team, Deine Texte sind immer sehr schön zu lesen und reichlich gefüllt mit Inhalt. Vielen Dank dafür. „Scholle“ hatte ich an diesem Abend gelobt, den Lars leider nicht, und deshalb hatte ich in dieser Woche doch reichlich Gewissensbisse.

Auch gegenüber unsere jungen „Mutter der Kompanie“, Eva/Hope. Sie fehlte an diesem Abend, hatte ihn aber vorher super organisiert, dafür auch an dieser Stelle und ganz offiziell herzlichen Dank für Deine großartige Hilfe, liebe Eva/Hope. Du bist in diesem Blog unersetzlich – und einfach nur toll!

 

PS: Zum „Matz-ab“-Treffen habe ich etliche Dankesschreiben (auch Fotos! Danke dafür, HSV-Lünen!) und –Anrufe erhalten, vielen dank dafür. Eine Zuschrift möchte ich schnell noch öffentlich machen, ich hoffe, dass ich das auch darf – aber sie hat mir deshalb so gut gefallen, weil sie das Niveau und die Stimmung an diesem Abend so gut widerspiegelt:

„Hallo Manfred,

kennen H. Matz und Herr Scholz eigentlich schon das schönste Garagentor in Nordrhein-Westfalen? Diese Bilder sind wirklich Klasse.
Morgen Abend schaue ich mir HSVII in Havelse an, von meiner Arbeitsstelle in Hannover ist dies nur ein Katzensprung entfernt. Am Sonntag bin ich mit Alnipe, Thomas Kerfin und Flashzbax in Wolfsburg.
Dank H. Matz kennen auch wir uns. Dadurch sind inzwischen schon richtige Freundschaften entstanden. Auch die “Nicht Plusser und Nicht Realos” sind HSVer. Deshalb halte ich Kontakte zu allen Fraktionen, u.a. Bob Dylan, Alnipe, usw., denn eines eint uns alle, die Liebe zu unserem HSV.

Gruß R.“

 

So, ich habe fertig. Ich wünsche Euch und Euren Lieben ein wunderschönes Wochenende, und dem HSV (damit uns allen) einen Auswärtssieg in Wolfsburg. Alles Gute!
Dieter

 

17.57 Uhr

Ilicevic oder Badelj? Oder am Ende doch Rudy?

22. August 2014

Gegen Mittag sollte er vorgestellt werden. Um 13.30 Uhr war er für das Abschlusstraining eingeplant. Und aus beidem wurde – nichts. Somit wird der neue Innenverteidiger des HSV auch nicht am Sonnabend in Köln mit dabei sein. Und das, obwohl sich der HSV mit dem abgebenden Klub Corinthians Sao Paulo einig ist und Cléber Janderson Pereira Reis den Medizincheck in Hamburg am Donnerstag bestanden hatte. Am Ende aber scheiterte die schnelle Integration in den Tagesablauf an einem Schriftstück der Brasilianer.

In Köln werden an seiner Stelle erneut Johan Djourou und Heiko Westermann in der Innenverteidigung beginnen. Letztgenannter hat nach einer für ihn schwierigen Vorbereitung inzwischen schon Bastian Reinhardts Spitznamen „Der Überleber“ übernommen. Ebenso wie der heutige Niendorfer, wurde auch Westermann Jahr für Jahr aus der Startelf verdrängt – um letztlich dann doch wieder zu spielen. „Ich mache mir darüber keine Gedanken mehr“, sagt Westermann, „weil ich es nur bedingt ändern kann. Meine Aufgabe ist auf dem Platz und darauf konzentriere ich mich.“ Dass mit Cléber ein neuer Mann geholt wurde störe ihn ebenso wenig. Es würde eh nichts bringen.

 

Nichts bringen – das ist heute ein gutes Stichwort. Denn als ich heute beim Trainingsplatz stand, erzählte mir eine junge Frau, dass vor einiger Zeit (im Juni) irgendwelche Idioten das Grab ihres viel zu früh verstorbenen Bruders geschändet hätten. Das allein ist schon dramatisch. Allerdings setzt die Tatsache, dass hier irgendwelche Idioten St.-Pauli-Aufkleber (St.Pauli-Fans gegen Rechts) auf den Grabstein auf dem HSV-Friedhof geklebt haben, dem Ganzen die Krone der Geschmacklosigkeit auf.

Ohne Worte.

Nachdem das Gröbste bereits abgekratzt war. Für diese Kriminellen fehlen mir die Worte…

Natürlich müssen das keine St.-Pauli-Fans gewesen sein. Aber egal wer das auch immer war, als erklärter Pazifist wäre ich geneigt, in diesem Fall eine Ausnahme zu machen. Was muss in den Hirnen solcher Leute los sein? Wie viel Hohlraum würde Gunther von Hagens bei diesen Kreaturen in den Köpfen wohl vorfinden? Wissen diese Idioten überhaupt, wie man selbständig atmet? Das und noch viele andere Fragen hätte ich, die alle in die eine selbe Richtung gingen. Aber lassen wir das. Es ist sinnlos.



Etwas gedacht hat sich dagegen heute Mirko Slomka bei seinem Abschlusstraining. 20 Akteure waren auf dem Platz – und Valmir Nafiu absolvierte ein Einzeltraining mit Markus Günther. Ergo: es wurde zehn gegen zehn gespielt. Eine Position in der vermeintlichen A-Elf blieb also offen. Adler – Diekmeier, Djourou, Westermann, Ostrzolek – Arslan, Behrami, van der Vaart, Jansen – Lasogga – das war die vermeintliche A-Elf, die das Abschlussspiel auch gewann und die Frage offen ließ, wer aus der B-Elf noch dazukommen wird, wenn es morgen darum geht, nach 2010 (damals 2:1 gegen schalke, 2x van Nistelrooy) mal wieder ein Auftaktspiel zu gewinnen.

Kandidaten gibt es für mich tatsächlich drei, wobei ich zwei in die engere Wahl nehmen will: Milan Badelj und Ivo Ilicevic. „Ich bin gesund, ich fühle mich gut“, sagte Ilicevic nach dem Training, „ich könnte spielen.“ Gleiches gilt für Milan Badelj, über dem noch immer der Schatten schwebt, letztlich doch noch verkauft zu werden. Gleiches gilt für meinen dritten Kandidaten: Artjoms Rudnevs, an dem Danzig bislang jedoch nur an einem Leihgeschäft Interesse bekundet hat.

Für Abendblatt-Blogs


Sollte Badelj ins Team rücken, würde Slomka Tolgay Arslan erneut auf der rechten Bahn spielen lassen. So, wie heute im Abschlusstraining. „Ich kann es nicht sagen“, so Arslan auf die Frage, ob er mit der rechten Außenbahn in Köln rechnen würde, „ich lasse mich überraschen und freue mich darüber, wenn ich beginnen kann.“ Verdient hätte er es sich nach seinem belebenden Kurzauftritt in Cottbus. Im Gegensatz zu Badelj, der in Cottbus ebenso wie Behrami fast nie ins Spiel fand. Möglich wäre aber auch, dass Slomka auf das Tempo von Rudnevs setzt und den Letten auf der rechten Bahn beginnen lässt. Wie zuletzt ab der zweiten Halbzeit in Cottbus.

Vorn beginnt auf jeden Fall Pierre Michel Lasogga, dem ich in Cottbus noch (erwartungsgemäß) Anpassungsprobleme attestiert hatte, der aber unter der Woche sehr gut trainiert hat. Lasogga ist unverzichtbar und hat im Laufe der Trainingswoche das gerechtfertigt, was Slomka über ihn sagt: „Seine Körperlichkeit, seine Präsenz und seine Torgefahr brauchen wir. Er ist für mich einer, der keinen langen Anlauf braucht – ihn werfe ich einfach rein.“ Ergo, im zweiten Pflichtspiel nach seiner Verletzungspause dürfte der Angreifer allemal akklimatisiert sein.

Und das muss er auch, denn mit dem 1. FC Köln trifft der HSV auf einen Gegner, der defensiv zuletzt sehr stabil stand. In den letzten 34 Zweitligaspielen kassierte die Mannschaft von Trainer gerade einmal 20 Gegentore kassiert. Und davon zehn Prozent im letzten Spiele gegen den FSV Frankfurt, als man bereits eine Woche zuvor mit der ganzen Stadt den Titel und den Aufstieg gefeiert hatte. „Defensiv ist Köln gewohnt stark“, mutmaßt Slomka, während Stöger die Offensive seiner Mannschaft anpreist. „Wenn es möglich ist, wollen wir aktiv sein. Wir haben die Spieler dafür, die eher die Qualität mit dem Ball haben. Wir werden versuchen, offensiver aufzutreten. Eckbälle und Standards werden wir vermeiden müssen. Das ist eine große Stärke der Hamburger.“ Wer beim 1. FC Köln anfängt, ließ Stöger, der im Pokalspiel am vergangenen Wochenende wild durchgewechselt hatte, offen. „Der Gegner muss ja nicht alles wissen.“

Doch, sollte er. Und der HSV versucht das auch. Wie ich die HSV-Spielanalysten (Matze, alles Gute…!) kenne, wissen sie auch nahezu alles und stellen die Mannschaft detailliert auf den euphorisierten Aufsteiger ein. Dabei bekommen die Spieler einzeln CDs von ihrem potenziellen Gegenspieler und etwaigen Stärken wie Schwächen. Insbesondere vor Angreifer Ujah warnte Slomka, womit ich wieder bei den Innenverteidigern bin, auf die es morgen maßgeblich ankommen wird. Denn in Köln wird es eine erste Tendenz geben, ob der HSV sein Defensivproblem (75 Gegentreffer in der abgelaufenen Saison) in Teilen oder gänzlich wegtrainieren konnte. Und das noch ohne Cléber. Und ohne Tah. Und ohne Kacar, den bis zu seiner Verletzung großen Gewinner der Vorbereitung.

In diesem Sinne, Daumen drücken! Es wird ein schwieriger Auftakt. Zum einen trifft man auf euphorisierte Aufsteiger, zum anderen weiß man noch nicht genau, wo man steht. Ob das anschließend besser zu benennen ist, weiß ich nicht. Aber wie immer wird es im Anschluss an das Spiel unser Matz ab live geben. Diesmal sind die beiden Ex-HSV-Profis und Fußballexperten Andreas Fischer und Stefan Schnoor zu Gast. Sendebeginn ist wie immer 15 Minuten nach Schlusspfiff. Ach ja, und dann noch im Abspann eine Ankündigung für alle, die vom HSV nicht genug kriegen können! Aber lest selbst…

Bis morgen!
Scholle

Jeden Montag kann man sich künftig ab 4 Uhr morgens über ikiosk.de oder über die ikiosk App das Sonderheft „HSV KOMPAKT“ herunterladen. Die Ausgabe mit jeweils zwölf Seiten startet jeweils mit den Berichten zum aktuellen Bundesliga-Spiel. Dann folgen die Artikel, die wir unter der Woche über den HSV gemacht haben.

Für treue Leser unseres HSV-Blogs „Matz ab“ gibt es noch einen besonderen Service. In gekürzter Form erscheinen auf einer Doppelseite die Kolumnen unserer Experten Dieter Matz, Marcus Scholz und Lars Pegelow. Jede „HSV KOMPAKT“-Ausgabe schließt mit einer historischen Seite, wo wir Triumphe und Dramen der langen HSV-Geschichte Revue passieren lassen.

„HSV KOMPAKT“ startet am kommenden Montag (25. August). Jede Ausgabe kostet nur 0,89 Cent im Einzelverkauf über ikiosk.de oder die ikiosk App (gibt es für iPhone, iPad (iOS) und für Geräte mit Googles Android). Natürlich kann man sich die zwölf Seiten einfach ausdrucken. Während der Winter- und der Sommerpause der Bundesliga erscheint „HSV KOMPAKT“ nicht.

Mit Raute – und Arslan auf der Sechs

5. April 2013

So, nun ist es nicht mehr lange hin, bis zum Anstoß der Partie gegen den SC Freiburg. Es wird spannend, es wird dramatisch – denn es steht für beide Mannschaften viel auf dem Spiel. Ich denke ja, dass es für den HSV um viel mehr geht, als nur um drei Punkte. Es geht darum, endlich wieder einmal in einem Heimspiel das beste, das vielleicht auch wahre Gesicht des HSV zu zeigen. Bitter nur, dass jetzt ausgerechnet die unbequemen Männer aus dem Breisgau kommen, mit diesem erst recht unangenehmen Trainer am Spielfeldrand. Der SC Freiburg, das ist vielleicht für jene unerschütterlichen Hamburger Optimisten interessant, hat seine letzten beiden Bundesliga-Spiele gegen den HSV im Volkspark (!) gewonnen. Einmal 2:0, einmal 3:1. Das schreibe ich nur, weil ich allein heute schon drei Männer getroffen habe, die mit etwas von „es wird schwer, aber der HSV wird 1:0 gewinnen“ erzählten. Auch ein 2:0 und ein 2:1 war dabei. Der HSV (und sein Anhang) sollte also gewarnt sein.

Wobei ich mich schon wundern muss, dass nur ein paar Tage nach dem 2:9-Desaster von München die Optimisten wieder wie die Pilze aus dem Boden schießen. Mein Kollege Florian Rebien (Mopo) hat mir verraten, dass der HSV nach all seinen großen und auch riesigen Klatschen nie das darauf folgende Bundesliga-Spiel gewonnen hat. Wenn ich das noch richtig erinnere, dann gab es danach sogar nur Niederlagen. Deshalb gilt es natürlich auch, gegen eine solche Statistik anzuspielen. Obwohl gerade das wohl das geringste Übel ist, mit dem die heutige HSV-Mannschaft zu kämpfen hat. Immerhin ist der HSV ja aber auch noch die Nummer eins im hohen Norden, und auch in dieser Beziehung steht einiges auf dem Spiel. Auch oder vor allem in der (Ab-)Rechnung mit Freiburg, denn die „Streicher“ haben in dieser Saison in Hannover, in Bremen und in Wolfsburg gewonnen. Siegen sie auch in Hamburg, dann sind sie die wahre Eins im Norden . . . Kleiner Scherz.

Nachdem ich in dieser Woche schon früh angefangen habe, über eine Aufstellung zu spekulieren, muss ich nun alles – oder auf jeden Fall einiges – zurücknehmen. Im Moment (16.20 Uhr) trainiert die Mannschaft neben der Arena, es wird auch ein Spielchen gemacht, doch Trainer Thorsten Fink hat die Mannschaft bunt durcheinander gewürfelt. Daran lässt sich nichts ablesen. Ich denke aber, dass für diesen Sonnabend folgende Aufstellung im Kopf des Trainers steckt:

Adler; Diekmeier, Mancienne, Westermann, Jansen; Arslan; Skjelbred, Aogo; van der Vaart; Son, Rudnevs.

Also wieder eine Änderung im System. Fink versucht es mit der Raute und lässt sowohl Tomas Rincon als auch Milan Badelj draußen – er bringt Tolgay Arslan, der in der Hinserie auf der Sechs voll überzeugt hat. Allerdings hat Arslan auf dieser Postion, so weit ich mich erinnern kann, noch nie allein gespielt. Man darf also gespannt sein. Etwas bedauerlich finde ich es, dass mein Versuch (oder war es doch eher ein Wunsch?) mit Petr Jiracek in der Startformation nicht aufgegangen ist. Schade, schade, ich hätte mir den Tschechen schon mal ganz gerne gegönnt, denn ihn haben wir alle ja noch nicht so richtig und wirklich gesehen. Ich habe den „Jira“ aber immer noch vor Augen, wie er bei der Europameisterschaft im Team der Tschechen alles und jeden in Grund und Boden gelaufen hat. Das müsste er doch auch (eigentlich) in Hamburg schaffen könne, oder? Vielleicht allerdings erst in der nächsten Saison . . . Was ich schon bedauerlich finden würde.

Aber gut, das ist, wie ein früherer bekannter Hamburger Nationalspieler einst immer gesagt hat, allein Sache des Bundestrainers. In diesem Falle des Vereins-Trainers, nämlich Thorsten Fink. Und der hat ja gestern sehr energisch gesagt, dass er das macht, was er für richtig hält – und nicht das, was andere von außen ihm einreden wollen. Gut so.

Andere (von außen) hätten ja wohl auch erwartet, dass der Coach seine Versager von München in dieser Woche so richtig schön und nach allen Regeln der Kunst „lang machen“ würde. Aber denkste. Fink ließ sogar weniger als sonst trainieren. Waren die Einheiten vorher meistens und mindestens 90 Minuten lang, so ging es diesmal höchstens 75 Minuten – oder auch nur eine Stunde. Marcell Jansen, darauf angesprochen, hat dazu gesagt: „Die Einheiten mögen kürzer als sonst gewesen sein, aber dafür waren sie intensiver.“

Nun gut, das kann man so sehen.

Um es gleich und auch noch einmal zu sagen: Thorsten Fink bleibt mein HSV-Trainer, soll HSV-Trainer bleiben – auch deshalb, weil ich endlich Kontinuität (so wie die Club-Führung) möchte. Fehler haben sämtliche Vorgänger von ihm auch reichlich gemacht, Fehler macht auch Fink reichlich – aber wer macht keine Fehler? Und die vielen Kritiker, die jetzt auf der Bildfläche erscheinen, die haben ja auch nichts zu kritisieren gehabt, als der HSV kürzlich schon mal auf einem Europa-Legaue-Platz rangierte. Und dorthin wurde die HSV-Mannschaft ja auch „nur“ von Thorsten Fink geführt. Und wer sagt denn, dass es der 14. Trainer in elf Jahren besser machen würde? Das haben wir doch alles in den vergangenen Jahren immer wieder geglaubt. Wenn ich nur allein daran erinnern darf, wie viele treue HSV-Fans mir damals, als Armin Veh entlassen worden war, Michael Oenning ans Herz gelegt hatten. Motto: „Das ist ein junger Mann wie Jürgen Klopp und Thomas Tuchel, der wird den HSV wieder zu neuem Leben erwecken . . .“ Und? Was war? Kann sich jemand daran erinnern? Nicht nur daran, wie es gelaufen ist, sondern daran, einen solchen Vorschlag gemacht zu haben?

Nein, es ist schon ein schlimmes Geschäft (geworden), diese Fußball-Bundesliga, und schön daran ist doch, dass kaum etwas planbar ist. Das können nur die Bayern, sie sind die Ausnahme.

Noch einmal kurz zum heutigen Abschlusstraining, das recht lebhaft war (von der Lautstärke her). Die Einheit dauerte (bis ekelhaft kaltem Wind) 60 Minuten, danach blieben Rene Adler und Sven Neuhaus noch mit Torwarttrainer Ronny Teuber auf dem Acker (nicht böse gemeint – an die HSV-Gärtner!), um Flanken zu üben. Was mir gefiel: Hielt Adler einen Kopfball oder Schuss von Neuhaus, so klatschten sie sich miteinander ab. Ein tolles Verhältnis und (Fast-)Konkurrenten. Am Rande des Platzes unterhielten sich Co-Trainer Frank Heinemann und Tolgay Arslan, auch Marcell Jansen stand dabei. Ob es da um die Raumaufteilung oder generell die Spielauffassung eines „Sechsers“ ging? Es blieb mir verborgen. Und auf der anderen Seite des Platzes übte Heung Min Son immer wieder seine gefährlichen Linksschüsse – Borussia Dortmund weiß ein Lied davon zu singen.

Heil sind heute alle geblieben, Thorsten Fink nimmt folgende Herren mit in den Kader (für das Freiburg-Spiel): Jaroslav Drobny, Jeffrey Bruma, Slobodan Rajkovic, Petr Jiracek, Milan Badelj, Tomas Rincon und Gojko Kacar. Gegenüber dem Spiel in München fehlen Jacopo Sala und Valmir Nafiu.

Ich wünsche dem HSV und allen seinen Anhängern einen erfolgreichen und erfreulichen Sonnabend – und insgesamt ein wunderschönes Wochenende. Vielleicht sogar mit Frühlingsgefühlen . . .

PS: Als der Freiburger Max Kruse, der einst bei Vier- und Marschlande kickte, noch bei einem Hamburger Nachbar kickte, da machte mich ein (in meinen Augen) großer HSVer schon darauf aufmerksam, dass der HSV doch bitte diesen sehr guten Spieler zu sich holen möge. Wäre ja eine Möglichkeit gewesen, nach dem Motto: „Warum in die Ferne schweifen, wenn der Gute ist so nah . . ?“ Das aber hat leider nicht geklappt. Kruse, früher als Knabe und Jugendlicher oft Zuschauer beim HSV, ging nach Freiburg – und wechselt nun im Sommer weiter nach Mönchengladbach. Dieser (in meinen Augen) große HSVer hat mir nun wieder geschrieben – eine sms. Da machte er darauf aufmerksam, dass am Millerntor wieder ein durchaus interessanter Mann spielt. Ein Stürmer diesmal. Und einer, der nur ausgeliehen ist (von Borussia Dortmund). Und ich wurde gefragt, ob der HSV wenigstens diesmal wach ist – interessiert ist, dran ist? Ich aber kann das nicht sagen. Ich weiß nicht, ob die Herren des HSV einen Daniel Ginczek für fähig halten, für den HSV Tore in der Ersten Bundesliga zu erzielen. Meine Vermutung allerdings ist nein. Ich glaube nicht, dass da der HSV schon mal drüber nachgedacht hat. Aber das ist, wie geschrieben, nur eine Vermutung. Der HSV wird dazu nichts sagen. Wie heißt es dann, wenn man danach fragt, immer so schön: „Über Spieler, die nicht bei uns unter Vertrag sind, reden wir grundsätzlich nicht.“ Ich jetzt in diesem speziellen Fall auch nicht mehr.

Und Freiburg ist mir ja auch allemal wichtiger.

PSPS: Am 12. April findet in der Raute/Museum eine Lesung mit dem bekannten und beliebten TV-Moderator Gerhard Delling (ARD) statt: „50 Jahre Bundesliga – wie ich sie erlebte.“ Der Abend beginnt um 18.30 Uhr, Einlass ist eine Stunde vorher – Karten kosten zehn Euro und sind im Museum und über die HSV-Shops erhältlich. Und wenn ich dafür einmal kurz Reklame machen darf: Es wird sich lohnen, dabei zu sein, denn Gerhard Delling hat erstens viel zu erzählen, und zweitens ist er ein äußerst humorvoller Mensch – das wird sicherlich ein toller Abend.

Und dann gibt es heute eine Post aus Indonesien. Von HSV-Fan Michael, der dort lebt. Diese Mail möchte ich gerne veröffentlichen, denn sie spiegelt das wider, was in diesen Zeiten viele HSV-Fans er- und durchleben müssen.
Und dem Michael auf diesem Wege vielen Dank. Sollte eine/einer von euch ihm schreiben wollen, so würde ich bei ihm anfragen, ob ich seine Adresse dann an den einen oder anderen Interessenten weitergeben darf.

Lieber Dieter,

eine absolute Premiere für mich. Noch nie habe ich einen Leserbrief geschrieben, aber irgendwie muss man mit Geschehenem ja fertig werden und daher richte ich mich an Sie mit einem Appell an alle HSV-Fans.

Bitte entschuldigen Sie, wenn ich dazu etwas weiter aushole. Ich bin 42 Jahre alt, zweifacher Familienvater und lebe seit über 12 Jahren in Indonesien. Da ich Lehrer bin und immer nur in den Sommerferien nach Deutschland kann, ist es lange her, dass ich das letzte Mal im Stadion war (beim 4:4 gegen Juve nebenbei bemerkt, kurz danach zog ich um). Allerdings kann ich die Spiele, die ich in den letzten 12 Jahren nicht in irgend einer Form live erlebt habe, noch an einer Hand abzählen. Anfangs auf dem Weltempfänger, dann im Liveticker, später im Internetradio, heute im Livestream oder über einen malayischen Satelit im Fernsehen. Ich bin selbst für den Mopo-Liveticker zum Testspiel gegen Altona 93 mitten in der Nacht aufgestanden…

Aber so einen Abend wie letzten Sonnabend habe ich in 35 Jahren HSV-Fan noch nicht erlebt (nicht mal bei den bitteren Niederlagen gegen Werder 2009!). Ich saß in einer deutschen Bar in der Innenstadt. Bei Anstoß waren noch gut 20 Leute da, 2 Bayern-Fans, ca. 10 Hamburger, der Rest neutral. Kurz vor Schluss saßen die Bayern-Fans mehr betrunken als freudentrunken am Tresen und diskutierten bereits über alles mögliche, nur nicht das Spiel. Der Rest war da schon lange auf dem Heimweg. Ich saß alleine vor der Großbildleinwand und habe bis zum Schlusspfiff ausgeharrt. Gerne würde ich jetzt sagen “aus Treue zum Verein” oder “weil man sein Team auch in schweren Stunden nicht im Stich lässt” (ich bin auch im Stadion noch nie frühzeitig gegangen, egal wie es stand!), aber diesmal war es wohl eher, weil ich wie versteinert da saß und den Hintern nicht hochbekommen hätte, selbst wenn ich es wollte. Enttäuschung, Wut, Unverständnis, es nicht fassen können… alle Gefühle auf einmal!

Ich habe die ganze Woche überlegt, was ich beim Spiel gegen Freiburg machen werde. Ich hatte mir Montag geschworen, dass ich erst wieder einen HSV-Spiel sehen werde, wenn sich die Jungs die Aufmerksamkeit, die man ihnen schenkt, auch verdienen. Nun ist Freitag und ich habe realisiert, dass dies Unsinn ist. Es geht ja weiter, muss weiter gehen! Ich werde auch am Samstag vor dem Fernseher oder Computer sitzen und das Spiel verfolgen – wie die letzten 35 Jahre. Wir können ja nicht den Betrieb einstellen, weder die Spieler noch die Fans. Vielleicht werde ich die nächsten Wochen nicht vor Freude aufspringen, sollte der HSV ein Tor schießen, dazu sitzt der Stachel der Enttäuschung zu tief, aber ich werde da sein. Es gibt ja doch keine Alternative, Hamburg wird immer meine Stadt bleiben, der HSV immer mein Verein.
Ich erwarte auch nicht viel am Samstag und in den letzten Spielen. Keine glanzvollen Siege, keinen Europa-League-Platz oder sonstiges. Und wenn wir am Sonnabend 2:4 gegen Freiburg verlieren, kann ich damit leben. Aber ich wünsche mir eine Mannschaft zu sehen, die sich den A… aufreißt, kämpft und alles gibt! Mit allem anderen kann ich leben – wenn sie sich nur nicht noch einmal willenlos in ihr Schicksal ergeben!

Ich hoffe, es werden Sonnabend wieder 50.000 den Weg in den Volkspark einschlagen und unsere Mannschaft unterstützen! Jeder der Kinder hat wird mir vielleicht zustimmen – hat man nicht sein Kind immer dann am liebsten, wenn es eigentlich gerade einen Arschvoll verdient hätte? Und gerade die etwas eigenwilligen, schwierigen Kinder brauchen uns oft am meisten. Ist vielleicht beim HSV nicht anders…

In diesem Sinne auf ein Neues am Sonnabend.

Schwarz-weiß-blaue Grüße aus Jakarta,
Michael aus Indonesia

PSPSPS: Morgen wird um 18.30 Uhr im Volkspark gegen Freiburg gespielt, danach folgt die Internet-Übertragung von “Matz ab live” mit den Gästen Ernst-Otto Rieckhoff (ehemals Aufsichtsrats-Boss) und Carsten Kober, ehemaliger HSV-Bundesliga-Spieler (und “Matz-abber”). Wäre super, wenn ihr uns einschalten würdet – die vergangene 2:9-Sendung mit Sven Neuhaus und Andreas Fischer bescherte uns einen neuen fünfstelligen Einschaltrekord. Vielen Dank dafür!

17.49 Uhr

Nachwirkungen eines Erdrutsches

1. April 2013

Sorry, aber heute werdet ihr Geduld brauchen – ist etwas zu lang geworden.

In der Cafeteria des Springer-Hauses saßen heute, wie eigentlich immer am Wochenende, zwei rüstige Rentner – so um die 70. Ehemalige Fußballer. Einer offenbar, so habe ich mal am Rande aufgeschnappt, beim VfB Lübeck in der Oberliga Nord. Und worüber sprachen sie heute – ganz aufgeregt? Natürlich! Einer befand dann in gehobener Lautstärke: „Und ich sage dir, den jungen Burschen geht es heutzutage einfach zu gut. Einfach zu gut. Denen werden doch die Zuckerklümpchen nur so in den Hintern geblasen, jeden Tag. In Watte gepackt werden die, und zwar von allen. Vom Trainer, vom Club, von den Fans. Es wird langsam mal Zeit, gerade in den heute gewiss sehr schweren Zeiten, dass da mal ein Umdenken einsetzt.“ Ich habe mitgehört und mich jeglichen Kommentars enthalten. Wer weiß, wofür es gut war. Eines steht aber in jedem Falle fest: Der HSV bliebt das Gesprächsthema der Hamburger. Und bestimmt auch noch eine ganze Weile. Diese immer noch unfassbare 2:9-Pleite hat eine Welle der Emotionen ausgelöst.

Wobei ich gar nicht weiß, womit ich anfangen soll. Am besten so: Für das Abendblatt habe ich heute einen kleinen Bericht über das 2:9-Debakel vom 7. März 1964 geschrieben München 60 – HSV. Darüber sprach ich, ihr werdet ihn heute wohl in allen Zeitungen lesen, auch mit Gert „Charly“ Dörfel. Der Linksaußen hatte in diesem Spiel etwas getan, was ich am Sonnabend, bei diesem zweiten 2:9, so sehr vermisst habe: „Charly“ sagt: „Der Petar Radenkovic hatte als Torwart bereits vier Hamburger überlaufen, als er rechts außen über die Mittellinie dribbeln wollte. Da habe ich ihn einfach mal umgeschubst – der Torwart flog bis vor die erste Reihe der Tribüne. Da wollten die Fans mit ihren Regenschirmen auf mich los, um mich zu verprügeln.“ Dörfel hatte mal ein Zeichen gesetzt, setzen sollen. So richtig gefruchtet hatte es offenbar auch nicht, aber er war zunächst einmal seinen Frust los . . .

Eine solche Szene habe ich am Sonnabend nicht gesehen. Aber da ich sie noch immer drauf hatte, habe ich so etwas vermisst. Dieser HSV aber, der von 2013, ergab sich wie eine Lämmerherde – harmlos, armselig, brav und trottelig, in sein Schicksal.

Der Deutschen Presse-Agentur gegenüber hat sich heute auch der ehemalige Nationalspieler Willi Schulz zum 2:9 geäußert. Schulz befand: „Das ist ein Hieb, der ganz sicher nachhaltig sein wird. Solche Erlebnisse bleiben im Hinterkopf hängen.“ Gravierend sei, dass „nun in der Öffentlichkeit Hohn und Spott dazu“ komme, weiß Schulz, der 1967 mit dem HSV in Dortmund auch mal 0:7 verlor. Jetzt verbal auf die HSV-Spieler einzuschlagen, sei aber „völlig verkehrt“, so Schulz: „Die wissen, dass sie neun Dinger gekriegt und Mist gebaut haben. Nun gilt es, sie wieder aufzubauen.“

Und wenn ich schon mal bei „gestern“ bin, so sprach ich auch mit Meister-Torwart (von 1960) Horst Schnoor, der sich damals, am 7. März 1964, auch mal neun Dinger eingefangen hat. Ich sprach mit ihm aber über heute, über das zweite 2:9 – und er sagte: „Mir tut der Rene Adler enorm leid, er konnte ja nicht einen Treffer verhindern, die Vorderleute, die gar nicht da waren, haben ihn schön im Regen stehen lassen.“ Schnoor, der jedes Heimspiel des HSV live im Volkspark sieht, zur allgemeinen Lage: „Dieses Spiel war eine einzige Katastrophe. Und ich habe kaum Hoffnung, dass es wieder mal besser wird. Irgendwie sehe ich keinen Fortschritt.“ Um dann noch zu sagen: „Ich habe Nürnberg in Wolfsburg gesehen. Der Club lag schon 0:2 zurück – aber hat er aufgegeben? Nein, natürlich nicht. Die Nürnberger, und zwar alle Nürnberger, haben gekämpft wie die Löwen, das war Power pur, ganz großartig. Die haben sich gewehrt – und sich noch mit dem 2:2 belohnt. So etwas würde ich so gerne auch mal vom HSV sehen wollen – aber man sieht es nicht.“

Und dann, bevor ich zu den Aussagen des Vorstandsvorsitzenden komme, hatte ich auf der Fahrt in die Redaktion noch einen Anruf aus dem Süden. Darin wurde mir mitgeteilt, dass sich der Bayern-Fan „U-Boot“ wie folgt über den HSV geäußert hat: „Ich gehe seit über 30 Jahren zu den Heimspielen des FC Bayern, noch nie, wirklich, ich kann es sagen, noch nie gab es eine schlechtere Mannschaft hier zu sehen, wie dieser HSV. Der war schlechter als jede Zweitliga-Mannschaft, die hier mal im Pokal antreten musste. Dass eine Bundesliga-Mannschaft so schlecht spielen kann, hätte ich nicht für möglich gehalten – niemals.“

Ja, immer schön und tief rein, in die Wunde . . .

Kurz noch zur Sonntags-Runde von „Sky 90“ mit Moderator Patrick Wasserziehr. Da saßen ja auch HSV-Trainer Thorsten Fink (ein Kompliment, dass er sich dort hingequält hatte!), Lothar Matthäus und der großartige Unterhaltungskünstler (sowie dicker HSV-Fan) Olli „Dittsche“ Dittrich. Letztere Herren verteidigten Fink, und nachdem ich mal kurz per Telefon dazu geschaltet worden war, sagte der „Loddar“: „Ich sehe das nicht so wie der Kollege vom Hamburger Abendblatt. Der HSV hat doch in dieser Saison schon elf Siege errungen . . .“
Weil ich mich zuvor zum Thema „Charakter“ (Thorsten Fink bestätigte seinem Team „allgemein einen guten Charakter“) wie folgt geäußert hatte: „Es gibt Spieler wie Adler, Westermann, Aogo und van der Vaart, die haben einen guten Charakter, aber nicht alle sind so. Sonst hätte der HSV aus dem müden 1:1 gegen Fürth gelernt. Vor dem Augsburg-Spiel wurde eine Woche lang von den HSV-Spielern erzählt, sie hätten aus dem Fürth-Spiel ihre Lehren gezogen – und dann gab es doch nur eine peinliche 0:1-Heimpleite. Die hätte aber eine Mannschaft, in der alle Spieler einen guten Charakter haben, sicherlich vermieden. Weil sie sich einig gewesen wäre, was zu tun ist. Und vor allen Dingen: wie was zu tun ist. Gemeinsam.“

Wie gesagt, der „Loddar“ sah das etwas anders. Und Thorsten Fink, so glaube ich, sah das wie der „Loddar“ – das aber konnte ich nicht mehr hören, da mir das das Telefon aus der Sendung abgeschaltet worden war. Schicksal.

So, nun aber tatsächlich zu Carl-Edgar Jarchow. Der Club-Chef hat den Versagern von München mit Konsequenzen gedroht. „Aus diesem Spiel werden wir sicher unsere Schlüsse ziehen, die werden uns sicher auch beeinflussen bei dem Fazit am Ende der Saison“, erklärte der Vorstandsvorsitzende. Jarchow mit Ärger in der Stimme weiter: „Die Mannschaft hat total in sich versagt, und zwar alle zusammen. Eine Mannschaft, die schon nach fünf Minuten das Spiel in München aufgibt und in sich zusammenfällt, die hat total versagt. Ich finde es beschämend, wie die Mannschaft aufgetreten ist, ich kann mich dafür nur entschuldigen. Insbesondere bei jenen Fans, die die weite Reise nach München angetreten hatten, um uns dort zu unterstützen.“

Jarchow weiter: „Es bleibt festzuhalten, dass das, was in München passiert ist, einer Bundesliga-Mannschaft nicht würdig war, eines HSV nicht würdig war. Das ist ein Schaden, der uns noch eine Weile begleiten wird, unabhängig von den nächsten Spielen. Wir werden diese Niederlage intern knallhart ansprechen.“

Apropos knallhart: Die Mannschaft, die so sehr versagt hatte, musste am Sonntag danach trainieren, hatte aber heute, am Montag, frei. Jarchows Erklärung: „Wir haben eine Mannschaft, von der ungefähr 15 Leute in der letzten Woche für ihre Nationalmannschaften unterwegs waren. Da halten wir es auch aus anderen Gründen für vernünftig, dass am Montag mal kein Training ist. Dafür werden aber die restlichen Tage der Woche sehr gut ausgefüllt sein mit Training.“

Carl-Edgar Jarchow, der am Karfreitag 58 Jahre alt geworden ist (herzlichen Glückwunsch nachträglich!), hat bereits mit einigen Spielern gesprochen, morgen wird er es mit dem Mannschaftsrat tun. Grundsätzlich aber bleibt er seiner eher reservierten oder defensiven Linie treu: „Sich in dieser Situation groß aufzuspielen, als Wichtigtuer, das bringt nicht viel. Aber alle können sicher sein, dass wir den Spielern schon mit deutlichen Worten erklären werden, was wir von ihnen erwarten. Und ich werde ihnen auch deutlich machen, dass ich das, was ich da am Sonnabend gesehen habe, nicht so schnell vergessen werde.“

Und, Herr Jarchow, welche Konsequenzen schweben Ihnen nun vor?

Der HSV-Boss: „Welche Konsequenzen soll es während einer laufenden Saison schon geben, als die, dass man die Spieler erstens anspricht, sie zweitens trainieren lässt, und drittens personelle Aufstellungs-Varianten ausprobiert – am nächsten Sonnabend. Wir können die Mannschaft jetzt ja schwerlich entlassen, denn wir brauchen sie noch ein bisschen.“

Es werden Köpfe rollen, das scheint klar. Und es wird nicht der Trainer geopfert. Das ist auch klar. Carl-Edgar Jarchow stellt unmissverständlich klar: „Der Trainer muss nicht gehen, er wird nicht gehen, wir sind der Meinung, und zwar einhellig, dass wir mit Thorsten Fink weitermachen wollen – es gibt keine anderen Überlegungen.“

Und Spieler? Müssen Spieler gehen?

Carl-Edgar Jarchow: „Unsere finanziellen Mittel sind so, wie sie sind, das wird sich auch nicht entscheidend ändern. Aber wir haben natürlich schon Möglichkeiten uns zu unterhalten, mit wem wir weitermachen wollen, von welchem Spieler wollen wir uns trennen. Und das ist, das haben wir in München gesehen, eine Sache, die mit Mentalität zu tun hat. Und wir haben ja durchaus eine Mannschaft, in der viele Nationalspieler stehen. Drei davon saßen bei der deutschen Nationalmannschaft auf der Bank. Und von den Spielern erwarte ich, natürlich eine andere Reaktion, ein anderes Verhalten auf dem Platz, auch ein anderes Verhalten untereinander auf dem Platz – als ich, so meine ich, es auf dem Platz beobachtet zu haben. Nach fünf Minuten und mit dem 0:1 dann gleich auseinander zu fallen, das geht ganz einfach nicht.“

Dann habe ich eine ganz pikante Frage gewagt: „Herr Jarchow, bei den finanziellen Mitteln, die der HSV hat, denken Sie da darüber nach, noch einmal bei Herrn Kühne vorstellig zu werden?“
Carl-Edgar Jarchow: „Das ist im Moment gar kein Thema. Das wäre jetzt auch eine denkbar schlechte Woche dafür.“ Dann fügt Jarchow noch hinzu: „Wir werden da kreativ sein. Und ich denke ja auch nach wie vor, dass wir keine schlechte Mannschaft haben.“ Und: „Wir sind immer nur noch einen Punkt von Platz sechs entfernt. Wir können jetzt nicht die Federn strecken und sagen, dass die Saison gelaufen ist, und wir werden uns jetzt selbst zerlegen. Das werden wir nicht tun.“

Gott sei Dank.

Und nun bin ich auf die Umstellungen für den kommenden Sonnabend gespannt. Michael Mancienne wird kommen, da bin ich mir vollkommen sicher. Und auch Petr Jiracek. Der Tscheche ist überfällig. Marcell Jansen sowieso. Aber dann? Dann hat es sich schon – in meinen Augen. Mehr Möglichkeiten gibt es für Fink nicht. Leider. Dabei könnte er von den Versagern von München bestimmt acht bis zehn draußen lassen . . .

So, und dann doch noch einmal ein bisschen Ironie und Häme, das muss nach einem 2:9 erlaubt sein:

Es ist übrigens nur ein Gerücht, dass die Grillwürste, die am 21. April (einen Tag nach dem Düsseldorf-Spiel), „Nürnberger“ von Uli Hoeneß gespendet sind. Es soll demnach auch nur ein Gerücht sein, dass Hoeneß den harmlosen Hamburgern zwei Güterwaggons voller „Bratwürste“ nach Hamburg schicken wollte, falls diesen harmlosen Hamburgern eine perfekte Vorbereitung der Bayern auf das Juve-Spiel gelingen würde. Das ist zwar fast gelungen, aber dennoch ist wohl ebenfalls unwahr, dass es die zwei Güterwaggons voller „Bratwürste“ nur deswegen nicht gibt, weil sich der HSV erdreistet hatte, zum Schluss doch noch zwei Tore zu köpfen. Das verunsichert jetzt doch ein wenig vor Turin.
Und noch ein kleines Gerücht – und wirklich nur ein Gerücht: Der HSV hat nach Eckbällen zwei Tore in München erzielt, da muss sich offenbar doch das harte Eckball-Training in der vergangenen Woche bezahlt gemacht haben.
Das aber stimmt nicht, ist auch kein vorgezogener Aprilscherz – es gab kein verschärftes Eckball-Training.

Um auch noch etwas für die Statistiker unter uns zu bringen:

Claudio Pizarro ist der sechste Vierfach-Torschütze des FC Bayern München in einem Bundesliga-Spiel. Der Peruaner war beim 9:2 des Fußball-Rekordmeisters am Sonnabend gegen den HSV erfolgreichster Torjäger auf dem Platz. Unerreicht bleiben aber die Müllers: Bayern-Legende Gerd Müller traf 14-mal im Vierer-Pack für die Bayern, Namensvetter Dieter Müller ist mit sechs Toren Bundesliga-Rekordschütze in einem Spiel. Die Rekordschützen in einem Bundesligaspiel:

Datum – Spieler – Team – Gegner – Tore

17.08.1977 Dieter Müller 1. FC Köln SV Werder Bremen 6

25.02.1984 Dieter Hoeneß Bayern München Eintracht Braunschweig 5
10.09.1976 Gerd Müller Bayern München Tennis Borussia Berlin 5
12.06.1976 Gerd Müller Bayern München Hertha BSC 5
05.05.1973 Gerd Müller Bayern München 1. FC Kaiserslautern 5
19.02.1972 Gerd Müller Bayern München Rot-Weiß Oberhausen 5

Alle Vierfach-Torschützen des FC Bayern:

30.03.2013 Claudio Pizarro Hamburger SV
10.09.2011 Mario Gomez SC Freiburg
17.08.2002 Giovane Elber DSC Arminia Bielefeld
17.06.1989 Roland Wohlfarth VfL Bochum
13.03.1984 Karl-Heinz Rummenigge Offenbacher Kickers
11.04.1981 Karl-Heinz Rummenigge MSV Duisburg
13.08.1977 Gerd Müller FC St. Pauli
23.04.1977 Gerd Müller Rot-Weiß Essen
30.10.1976 Gerd Müller Hamburger SV
08.09.1973 Gerd Müller FC Schalke 04
11.11.1972 Gerd Müller Hannover 96
27.11.1971 Gerd Müller Borussia Dortmund
30.04.1970 Gerd Müller Rot-Weiß Oberhausen
04.10.1969 Gerd Müller SV Werder Bremen
31.08.1968 Gerd Müller Hamburger SV
03.12.1966 Gerd Müller 1. FC Kaiserslautern.

Wobei mir dabei aufgefallen ist: Kein Verein wurde in dieser Liste, in diesen Listen, so oft genannt, wie der HSV. Zufall?

Dann gab (und gibt) es natürlich weiterhin unzählige Mails und Anrufe, die mich zum 2:9 erreichen. Hier eine besondere Zuschrift, nämlich die einer Dame. Oder, manche Frau möchte es so, die einer Frau.

Hallo Herr Matz,

wahrscheinlich waren Sie und auch Ihre Gäste gestern noch ziemlich
geschockt. Trotzdem kann ich nicht verstehen, warum nicht in erster
Linie thematisiert worden ist, wie es angehen kann, dass die Spieler
wiederholt – und diesmal kollektiv – nicht kompromisslos am Mann
verteidigen. Wird das vom Trainer vielleicht nicht konsequent genug
vermittelt und trainiert? Wird vielleicht zu viel Wert darauf gelegt,
dass hauptsächlich schön gespielt wird?

Wo das hinführt, sieht man ja auch schon bei der Nationalmannschaft.
Über das 4:4 gegen Schweden habe ich noch keine überzeugende Analyse
Vom Trainerstab gehört oder gelesen. Und wenn M. Neuer abenteuerliche
Ausflüge unternimmt und den gegnerischen Spielern mal zeigen will, wie
man Fußball spielt, und das Jogi noch verteidigt, wird die Mannschaft
wohl unter seiner Regie keinen Titel holen können, denn
Meisterschaften werden nun mal in der Verteidigung gewonnen! Jeder
Trainer weiß das, aber die jüngeren Trainer wollen in erster Linie
spielerisch überzeugen, egal ob sie die Spieler dazu haben oder nicht.
Das hat man ja schon bei Oenning gesehen. Immer schön weit aufrücken,
um anschließend mit Kontern vorgeführt zu werden.

Die HSV-Mannschaft könnte doch zunächst mal vorwiegend verteidigen, um
gelegentlich kontern zu können, denn schnelle Stürmer haben sie ja.
Stattdessen soll spielerisch nach vorn gespielt werden – bis der Ball
weg ist und dann brennt es regelmäßig im eigenen Strafraum, weil fast
keiner schnell genug nach hinten kommt.

Solange das Mittelfeld vom HSV nicht ausnahmslos mitverteidigt, wird
das nichts Vernünftiges mehr. Bei dem jetzigen Personal so aufzutreten
wie in München, grenzt schon an Größenwahn.
Ich vermisse einfach die taktischen Fähigkeiten vom Trainer.
Es ist sehr schade, dass der HSV nicht seinerzeit mal z.B. Herrn Favre
verpflichtet hat. Bei dem merkt man deutlich das blinde, also
einstudierte Verteidigungsspiel seiner Mannschaften. So etwas habe ich
in den letzten Jahren noch bei keiner Mannschaft des HSV gesehen. Das
muss doch aber die Basis sein, sonst passiert so etwas wie gestern.
Was nicht durch viel Training automatisiert wird, fällt bei größtem
Stress auseinander. Da ist dann nur noch Chaos im Kopf.

Vielleicht müsste mal ein deutsch sprechender italienischer Trainer
verpflichtet werden. Bierhoff hat mal erklärt, wie z. B. das
Abwehrverhalten beim AC Mailand trainiert wird (schon in frühester
Jugend übrigens). Dort hat er ja mal gespielt, wie Sie wissen. Seitdem
wundert mich nicht mehr, warum Deutschland bis heute „Angst“ vor
Italien hat.

Ich bin mal gespannt, wie Bayern gegen Juventus spielt.

Mit freundlichen Grüssen,

Regine H.

Vielen Dank für die Mail, war mal ganz interessant, wie es ein weiblicher HSV-Fan sieht. Zu unserer Matz-ab-live-Runde sei gesagt: Natürlich waren wir alle total geschockt – wer war das nicht. Und für ein 2:9 war Sven Neuhaus, ein aktueller HSV-Spieler, ganz sicher auch nicht der ideale Talkgast. Dennoch muss ich sagen, hat der Keeper seine Sache sehr, sehr gut gemacht (danke dafür noch einmal, Sven!) – wie auch Andreas Fischer (auch Dir noch einmal ein Dankeschön!). Ich glaube, dass wir schon gefragt haben, woran es lag, was falsch gemacht wurde. Wenn aber selbst Trainer Thorsten Fink kaum eine Erklärung dafür findet, dann spricht das für sich. Fink hat ja noch am tag danach festgestellt, dass auch nach dem 0:5-Rückstand weiter munter drauf los gespielt wurde. Vom HSV. Von seiner Mannschaft. Wenn er das feststellt, dann frage ich mich, wieso er es nicht geändert hat? Er, nur er hätte es doch können. Indem man drei Mal auf einmal auswechselt, indem man dem Kapitän zur Seite holt und die nötigen Anweisungen gibt, und, und, und. Wenn dann nichts passiert? Ja, dann weiß ich es auch nicht mehr. Dann aufgeben, Sachen packen und nach Hause fahren . . .

PS: Morgen, am Dienstag, wir um 10 Uhr und um 15 Uhr im Volkspark trainiert.

PSPS: Mit einem Raum für das „Matz-ab“-Treffen bin ich noch nicht weitergekommen. Dafür habe ich inzwischen aber bereits viele Mails mit Absagen für den 19. April erhalten. Deswegen, versteht es bitte nicht falsch, denke ich inzwischen, ob sich dieses Treffen überhaupt lohnt. Vielleicht könnten „Matz-abber“, die kommen würden, ja mal Laut geben. Ansonsten könnten wir uns, ohne eingeladene Gäste vom HSV, am 19. April ja auch ganz zwang- und formlos in einem Restaurant (wie zum Beispiel das 1887 in Norderstedt) treffen. Was haltet ihr davon?

18.21 Uhr

Aogo hinten links – Nafiu ist dabei

29. März 2013

So viel Pech – das tut schon weh. Petr Jiracek kann offenbar machen was er will, er kommt nicht auf die Beine. Nun sollte der Tscheche morgen gegen die Bayern in der HSV-Startformation stehen, doch daraus wird nichts. Jiracek fehlte beim heutigen Abschlusstraining, er lag zu Hause im Bette: Magen- und Darmgrippe. Das bedeutet für das Bayern-Spiel: Dennis Aogo muss, ob er will oder nicht, wieder hinten links verteidigen. Es gibt keine Alternative mehr. So bitter das auch für den Mittelfeldspieler ist. Aber im Sinne der Mannschaft ist es einfach zwingend erforderlich.
„Petr tut mir leid, das gibt es doch gar nicht, er wird vom Pech verfolgt“, sagte HSV-Sportchef Frank Arnesen heute. Der Däne war nach seinem Kurz-Urlaub wieder im Volkspark, wirkte entspannt, gut gelaunt, bestens erholt – und ist braungebrannt. Beneidenswert. Eine Woche Thailand und zwei Tage Dubai haben für viel Farbe gesorgt. Doch auch für ihn war damit Schluss mit lustig, er stand während des gesamten Trainings am Rande und dürfte dabei schwer gefroren haben. Widerlich, diese Temperaturen – hoffentlich hat sich kein Spieler etwas weggeholt.

Bevor ich zum heutigen Training komme: Ganz Deutschland scheint nur noch die M-Frage im Kopf zu haben. Werden die Bayern mit einem Sieg gegen den HSV schon an diesem Sonnabend Meister?

Dazu gab es über die Agenturen diverse Stücke, von denen ich zwei hier einmal veröffentlichen möchte. Einmal die „Meister-früh-Statistik“ von der Deutschen Presse-Agentur:

Der FC Bayern München kann am Sonnabend bereits sieben Spieltage vor Saisonende als frühester Meister in 50 Jahren Fußball-Bundesliga feststehen. Gewinnt der Tabellenführer die Partie der 27. Runde gegen den HSV und gibt Verfolger Borussia Dortmund beim VfB Stuttgart Punkte ab, ist der 23. Titelgewinn der Münchner vorzeitig perfekt. Der FC Bayern hält auch die bisherige Bestmarke: 1972/73 und 2002/03 durften die Münchner schon am 30. Spieltag die Meisterschaft feiern.

Die dpa dokumentiert die frühesten Titelentscheidungen in der Bundesliga:

Entscheidung am 30. Spieltag:

1972/73 Bayern München 6:0 gegen 1. FC Kaiserslautern
2002/03 Bayern München 2:0 beim VfL Wolfsburg

Entscheidung am 31. Spieltag:

1987/88 Werder Bremen 1:0 bei Eintracht Frankfurt
1998/99 Bayern München 1:1 gegen Hertha BSC
2004/05 Bayern München 4:0 beim 1. FC Kaiserslautern
2007/08 Bayern München 0:0 beim VfL Wolfsburg

Entscheidung am 32. Spieltag:

1963/64 1. FC Köln* 5:2 gegen Bor. Dortmund
Bundesliga damals mit 16 Vereinen – Entscheidung am 28. Spieltag

1968/69 Bayern München 5:1 gegen Kickers Offenbach
1986/87 Bayern München 2:2 gegen Bayer Uerdingen
1988/89 Bayern München 5:0 gegen Bayer Uerdingen
1989/90 Bayern München 1:0 gegen FC St. Pauli
2003/04 Werder Bremen 3:1 bei Bayern München
2010/11 Borussia Dortmund 2:0 gegen 1. FC Nürnberg
2011/12 Borussia Dortmund 2:0 gegen Bor. Mönchengladbach

Ja, und wenn ich geschrieben habe, dass sich „ganz Deutschland“ mit der M-Frage zu beschäftigen scheint, so schließt das natürlich auch den Freistaat Bayern mit ein. Dazu noch einmal die dpa:

Den Schampus will der FC Bayern auch im Falle des Meisterschaftsgewinns am Sonnabend nach dem Bundesliga-Spiel gegen den HSV beiseitelassen. „Wir müssen noch am Abend nach dem Spiel den Schalter umlegen und uns auf Juventus Turin konzentrieren“, forderte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger. Denn nur 72 Stunden nach dem möglichen 23. Titel in der Liga gegen den HSV warten schon die Italiener im Viertelfinale der Champions League.
„Das Spiel am Dienstag ist viel zu wichtig. Wir spielen gegen eine der besten Mannschaften Europas und haben noch viel vor“, sagte Schweinsteiger. Sollte Noch-Meister Borussia Dortmund am Sonnabend (15.30 Uhr) beim VfB Stuttgart nicht gewinnen, können die Münchner mit einem Sieg im Abendspiel gegen die Hanseaten schon nach dem 27. Spieltag alles klar machen. „Wir werden auf keinen Fall feiern, es wird nicht einmal ein Essen geben“, sagte Clubchef Karl-Heinz Rummenigge. „Wer früher Meister wird, hält länger durch.“
Vor dem Juve-Spiel wäre es allerdings ein „mentaler Vorteil“, wenn die Bayern die Meisterschaft schon im Sack hätten, sagte Xherdan Shaqiri. Allein: Wenn man die Chance hat, noch andere Titel zu holen, sollte man das Fußballspielen nicht einstellen. „Wir wollen nach mehr greifen – das ist Bayern Münchens würdig“, betonte Schweinsteiger.

Das sind Probleme. Jetzt müsste nur noch ein Bayer damit kommen, dass bislang noch kein Rathaus-Balkon angemietet werden konnte – für die große Meister-Sause . . . Das würde vielleicht ein wenig ablenken – vom HSV-Spiel. Den „Finken“ könnte es nur recht sein, zumal es aus München zu hören gab, dass Trainer Jupp Heynckes in Erwägung zieht, mit der B-Mannschaft auf Titeljagd (gegen den HSV) gehen zu wollen. Und dass dazu auch Franck Ribery eventuell wegen eines lädierten Zehs ausfallen könnte. Nur zu. Das alles könnte dem HSV durchaus in die Karten spielen.

Obwohl die Hanseaten natürlich auch ihre Probleme haben. Außer Jiracek. Denn Marcell Jansen fällt aus (5. Gelbe), Maximilian Beister ist noch fünf Spiele gesperrt, Marcus Berg fällt wegen einer Hüft-OP aus, Ivo Ilicevic kann seit vielen Wochen nicht mit dem Team trainieren, Zhi Gin Lam hat noch einen Trainingsrückstand aufzuarbeiten – personell ist der HSV nicht gerade in bester Verfassung. Zudem spukt ja auch noch die letzte 0:1-Heimpleite gegen Abstiegskandidat Augsburg in den Köpfen der Spieler herum . . . In einigen jedenfalls. Aber nicht bei Tomas Rincon, der heute interessanterweise sagte: „Es ist das letzte Spiel, unseren Auftritt gegen Augsburg, nun wieder gutmachen können.“ Gegen Bayern! Natürlich. Man gönnt sich ja sonst nichts. Dann macht man mal wieder gut. Ich bin gespannt. Schwer gespannt. Rincon sagt fest entschlossen: „Wir wollen die Bayern nicht zum Meister machen.“

Rincon hat – wie gleich viele HSV-Profis – auch zwei Länderspiele in den Knochen. Gegen Argentinien und gegen Kolumbien. Letzteres Spiel wurde 1:0 gewonnen, Rincon hätte fast ein Tor für Venezuela geschossen und gehörte zu den besten Spielern auf dem Rasen. Das war er auch heute im Training, ohne dass ich darauf schon näher eingehen möchte. Rincon senste aber voller Tatendrang (beim Spiel fünf gegen zwei) erst Tolgay Arslan um, danach auch noch Sven Neuhaus, später lag Rincon dann noch gemeinsam mit Marcell Jansen am Boden. Da war Feuer drin. Und von Müdigkeit nach der strapaziösen An- und Abreise aus Südamerika nichts zu spüren. „Popeye“ und die obligatorische Frage: „Wo steht das Klavier?“

Am Donnerstag war Tomas Rincon, der einen Temperatur-Unterschied von 30 Grad zu verkraften hat, in Hamburg gelandet, um 21.30 Uhr ging er ins Bett und schlief bis heute um zehn Uhr durch: „Ich bin fit für die Bayern.“ Und freut sich auf die Partie: „Gegen Bayern will doch jeder spielen, und in Venezuela wird dieses Spiel sogar live übertragen.“ Sicherlich noch ein Anreiz mehr, in München einen ordentlichen Schlag „reinzuhauen“.

Trainer Thorsten Fink hatte sich für das heutige Abschlussspielchen (über 16 mal 30 Meter Spielfläche) für folgende A-Mannschaft entschieden – und die wird auch morgen beginnen:
Adler; Diekmeier, Bruma, Westermann, Aogo; Rincon, Badelj; Skjelbred, Son; van der Vaart; Rudnevs. Dieses Team gewann auch den kleinen Kick zum Ende der Einheit mit 4:1 gegen die Reservisten. Zweimal traf Rafael van der Vaart (mit neuen, mit grünen „Buffern“), dann – gegen Ende – auch zweimal der bis dahin unsichtbar gebliebene Artjoms Rudnevs. Für das B-Team traf Jacopo Sala mit einem ganz feinen Schuss unter die Latte (zum 1:1). Sala? Sala? Da war doch mal was? Oder? Gegen die Bayern! Genau. Mach’s noch einmal, Sala!

Beim A-Team gefielen mir heute Jeffrey Bruma (wirkte sehr konzentriert – hoffentlich hält das an!), Dennis Diekmeier und Heung Min Son. Bei den Verlierern war (für mich) Slobodan Rajkovic der beste Mann. Der Kader für das Bayern-Spiel stellte sich fast wie von selbst zusammen, eine kleine Überraschung hatte Thorsten Fink aber dann doch noch parat. Der Coach nimmt Nachwuchsspieler Valmir Nafiu mit: „Damit wir in der Offensive zumindest eine Alternative haben.“

Dass Heung Min Son und nicht Tolgay Arslan links auflaufen wird, erklärte der Coach wie folgt: „Son ist doch gut drauf. Bei ihm habe ich ein gutes Gefühl. Tolgay hat mir auf der halbrechten und halblinken Seite noch nicht so gut gefallen, wie jetzt auf der Sechs – die er jetzt im Training wieder öfter spielt. Diese Position liegt ihm auch, deswegen sehe ich Tolgay eher auf der Sechs.“

Son kann, so Thorsten Fink, „aus der Tiefe kommen“. Und das soll er morgen auch versuchen. Zudem wurde heute geübt, vorne „drauf zu gehen“. Das sah ganz gut aus – gegen die eigenen Reservisten. Ob das dann auch gegen die „großen Bayern“ funktioniert, bleibt abzuwarten. Fink lobt den Gegner: „Die Bayern sind nach dem FC Barcelona die beste Mannschaft bei Ballbesitz. Sie sind ballsicher, haben eine gute Spieleröffnung, spielen taktisch klug und diszipliniert.“ Dann fügt Fink noch an: „Aber wir sind ja auch nicht ohne – schaun wir mal.“

Vielleicht auch noch ein Vorteil: Die Bayern denken vielleicht doch schon mehr an Juventus Turin . . .
Fink will aber nicht darüber nachdenken, er fordert von seinen Jungs: „Wir wollen unser Spiel machen, wie wir es gegen Dortmund gemacht haben, wir wollen unseren Spaß haben, wollen mutig nach vorne spielen, wollen uns nicht verstecken. Mutig nach vorne spielen und den Bayern zeigen, dass sie verwundbar sind – und wir wollen uns nicht hinten reinstellen. Das ist unser Spiel.“

Zum Schluss sagt Fink dann auch noch: „Jeder, der ins Stadion kommt, der soll sehen: da kommt der HSV. Mal gut, mal schlecht. Man soll aber sehen: das ist der HSV.“

Na, denn! Auf geht’s Buam!

So, dann noch zwei interne Dinge:

Wir sind auch morgen, kurz nach dem Spiel, wieder mit „Matz ab live“ auf Sendung, wir erwarten im „Block House“ Eidelstedt HSV-Torwart Sven Neuhaus und die HSV-Legende Andreas „Fischi“ Fischer. Übrigens: Es soll im Block House nun einen großen Fernseher geben.

Und dann noch kurz zum „Matz-ab“-Treffen am 19. April. Da gibt es doch einige unerwartete Schwierigkeiten. Die „Raute“ hat mir die folgenden Zeilen zugeschickt:

„Gerne begrüßen wir Sie und Ihre Gäste hier in unseren Räumlichkeiten.

Hierfür erstellen wir Ihnen gern ein Angebot über ein Buffet mit mehreren Komponenten zu einem Festpreis.

Leider besteht nicht die Möglichkeit eine Veranstaltung durchzuführen für 80-120 Personen mit einem á la cart Geschäft.“

Das bedeutet: Eine Veranstaltung, so, wie wir sie mal hatten, wird es in der Raute (die einen neuen Pächter hat) nicht mehr geben . Was machen wir nun? Akzeptieren wir ein Angebot der Raute, muss die Summe x dann auf jeden Teilnehmer „umgelegt“ werden. Allein da sehe ich große Schwierigkeiten auf uns (oder mich) zukommen. Wir denken an 80 bis 120 Teilnehmer, es kommen aber nur 30. Was dann? Wie groß ist die Bereitschaft überhaupt, an einem „Matz-ab“-Treffen teilzunehmen? Zumal es schon einige Absagen (bereits jetzt!) gegeben hat.

Was wäre, wenn wir uns in einem Lokal in Barmbek treffen würden, was wäre, wenn wir uns in Norderstedt träfen, was wäre, wenn wir es in Harburg (wie schon vorgeschlagen) durchführen würden? Es wäre toll, wenn ihr euch dazu einmal äußern würdet (bei den Mädels und Jungs – oder bei mir – die sich auch sonst um die Organisation verdient machen).

So, das war es nun erst einmal. Euch und euren Lieben ein schönes Osterfest, einen erfolgreichen HSV-Sonnabend – und überhaupt: alles Gute.

PS: Schon jetzt einmal an dieser Stelle vielen Dank für die Oster-Post, die e für Frau M. und für mich gab. Wir freuen uns sehr darüber – es ist einfach schön zu wissen, wie viele großartige Menschen sich hier bei Matz ab” gefunden haben. Danke!

18.38 Uhr

Adlers Appell für Neuer: “Er hat keine Häme verdient”

28. März 2013

Es war nicht viel drin. Der eine oder andere Nationalspieler war noch sichtlich müde, andere wurden geschont. Nicht so René Adler. Der Torhüter wirkte ausgeruht – wobei das ja fast logisch ist, immerhin musste er auch nicht spielen. Dennoch wirkte Adler verändert – im positiven Sinn. „Die Zeit bei der Nationalelf genieße ich jedes Mal“, so der Keeper, der sich binnen kürzester Zeit sensationell zur Nummer zwei hochgearbeitet hat – und von nicht wenigen schon für die eigentliche Nummer eins gehalten wird. Eine Diskussion, die Adler freut. Immerhin ehrt es ihn für seine hervorragenden Leistungen beim HSV. Dennoch ist der HSV-Keeper auch in dem Moment der Freude ein astreiner Sportsmann. Den verhängnisvollen Patzer von seinem direkten Konkurrenten in der Nationalelf jedenfalls hat ihn nicht gefreut. Im Gegenteil, insbesondere die unfairen Reaktionen des Nürnberger Publikums, das folgend fast jeden Ballkontakt Neuers hämisch bejubelte, missfiel Adler, der für seinen Konkurrenten in die Bresche spring: „Wir haben gegen Kasachstan ein gutes Spiel gemacht. Die haben verteidigt wie beim Handball. Da friert man als Torwart schon mal ein. Zumal so ein Fehler immer mal passieren kann. Ich empfinde absolut gar keine Schadenfreude, zumal ich weiß, wie schnell ich in einer solchen Situation sein kann. Aber entscheidend ist für mich: Wir spielen beide in einer Mannschaft. Und eigentlich zähle ich immer das heimische Publikum dazu.“

Dass er insgeheim hofft, bei der WM 2014 als Nummer eins im Tor zu stehen – selbstverständlich für Adler. „Ich bin aber auch realistisch und kenne meine Rolle. Manu und ich pushen uns im Training und haben als Sportler klare Ziele. Dadurch geben wir beide Vollgas und profitieren voneinander, weil uns jede Einheit weiterbringt.“ Wenn er sein Ziel also erreicht, in Brasilien als Nummer eins aufzulaufen, dann wolle er das ohne Schadenfreude und mit sportlich fairen Mitteln. Ausschließlich.

Und das ist gut so. Zumal ich glaube, dass Adler eine gute Chance hat. Ob es für ihn ein besonderes Duelle in München sei, weil er als Nummer zwei im DFB-Kasten gegen die amtierende Nummer eins spielt? „Ich freue mich, darauf, nach der Pause wieder zu spielen, daraus ziehe ich meine Motivation. Ob es nun Nummer eins gegen Nummer zwei ist oder peng – das interessiert mich nicht, das motiviert mich nicht zusätzlich.“ Er sei auch so heiß genug.

Dennoch, um noch mal kurz auf die Pfiffe gegen Neuer einzugehen: ich finde, das ist eine Unart. Wobei Adler einen wichtigen Satz hatte, der mich aufhorchen ließ: „Wenn man Neuer sieht und was er für Deutschlands Nationalmannschaft in den letzten Jahren für großartige Leistungen abgeliefert hat, dann kann kein normaler Fan so reagieren.“ Und das stimmt. Das Gleiche hatten wir in Hamburg mit Heiko Westermann, der trotz vorbildlichen Einsatzes eine Zeitlang bitter vom Publikum für jeden Fehler abgestraft wurde. Diese Häme haben im Stadion nichts zu suchen. Da kommt man sich ja fast so vor, als sei man eine Zirkusattraktion, und man müsse immer aufs Neue einfach nur abliefern. Und den Leuten gefällt’s mal mehr, mal weniger. “ Womit Adler nicht ganz Unrecht hat. „Wir haben die Messlatte selbst sehr hoch gehängt“, sagt der Keeper – und meint damit wieder nicht den HSV sondern die Nationalelf, „trotzdem spielen wir für Deutschland und geben alles. Da sollte man statt Häme Unterstützung erwarten dürfen.“ Recht hat er.

Und vor allem hat er es auch gar nicht nötig, auf Neuers Patzer zu hoffen oder sich gar darüber zu freuen. Adler hat allemal das Potenzial, sportlich unverzichtbar für Löw zu werden. Das erging Neuer einst andersrum, als er den verletzten Adler ersetzte, sich dessen Nummer eins sicherte und sich seither als einer der besten Torhüter der Welt präsentierte. Daher, so gern ich Adler wieder als Nummer eins im DFB-Tor sehen würde, ich fühle mich als Fan der Deutschen Nationalmannschaft von Neuer auf der Torwartposition hervorragend vertreten. Meine Unterstützung hat. Genauso wie Adler, der vielleicht einfach nur ein wenig warten muss.

Bedingungslose Unterstützung wird der HSV am Sonnabendabend auch von Seiten der Dortmunder Fans haben. Die müssen gegen Stuttgart vorlegen und punkten – ansonsten könnte der FC Bayern gegen den HSV den Meistertitel perfekt machen. Das war unter der Woche Thema – und ist es für Adler nicht. „Ich schaue doch nicht darauf, ob die Meister werden können oder nicht. Ich konzentriere mich in dem Moment, in dem ich auf den Platz gehe, nur auf das eine Spiel. Und das will ich gewinnen. Auch in München.“ Wie das gelingen kann? „Auf jeden fall nur, wenn alle Spieler von uns ihr Optimum abrufen können. Sollten die Bayern das im selben Moment auch können, hätten sie individuell ganz sicher immer noch mehr Qualität.“ Allerdings, was sich geschrieben wieder etwas kleinlaut liest, meint Adler anders. Adler will nicht die Münchner Übermacht hervorheben, sondern realistisch die Situation einschätzen – ohne den Glauben an einen Sieg oder einfachen Punktgewinn aufzugeben. „Es ist nicht unser Ziel, nur gut zu spielen oder ein Unentschieden mitzunehmen. Nein, wir wollen da gewinnen. Aber dafür muss allen klar sein, dass jedes Tausendstel Prozent weniger das Vorhaben scheitern lassen würde. Deshalb betone ich das.“

Und auch hier gilt für mich: Gut so.

Manchmal fragt man sich bei Adler, ob er eine Rolle spielt oder wirklich so ist. Immerhin habe ich in seiner Zeit beim HSV bislang noch keinen Kommentar gehört, der sein Ziel verfehlte oder unüberlegt war. Und das, obwohl Adler durchaus deutlich seine Meinung vertritt. Auch in Sachen Zielsetzung hatte er es Rafael van der Vaart gleichgetan und die Europa League als Ziel ausgerufen, obwohl Trainer Thorsten Fink das nicht allzu gern hört. „Es ist noch immer unser Ziel“, sagt Adler und fügt hinzu: „Aber die Leute, insbesondere die Presse, darf unsere Zielsetzung, unseren Willen nicht gleich mit einem versprechen gleichsetzen. Aber es ist für uns als Mannschaft einfach gut, ein Ziel zu haben.“ Und das haben sie. Zuerst in München punkten und in der Endabrechnung auf einem internationalen Startplatz landen. Wenn man ein Ziel hat, darf man nicht zu feige sein, es auszusprechen. So oder so ähnlich hat es ein berühmter Fußballer kürzlich sehr trefflich formuliert.

Treffend die Startelf vorhersagen kann ich noch nicht – ich kann nur spekulieren. Im Training heute, das fast eine Stunde im Kabinentrakt stattfand, war logischerweise noch nichts zu erkennen. Aber das soll sich morgen ändern. Bis dahin will sich Fink einen Überblick verschafft haben, wer wie fit ist und spielen kann. Und das Ergebnis wird es im nicht öffentlichen Training am Freitag geben. „Da wird man sehen können, wie wir spielen“, so Fink. Und davon wird Euch Dieter sicher morgen nach dem Abschlusstraining mehr berichten können.

Apropos Dieter: Der arme wird jetzt knapp zwei Wochen am Stück durcharbeiten müssen, weil ich kommende Woche für fünf Tage weg bin. Meine bis dahin letzte Amtshandlung wird die „Matz ab live“-Sendung am Sonnabend im Block House Eidelstedt sein. Dort werden sich hoffentlich wieder zahlreich Blogger einfinden und mit uns zusammen den Coup in Bayern verfolgen. Und dort wird – passend zum heutigen Torwart-Blog – Sven Neuhaus nebst Andreas Fischer zu Gast sein. Ich freue mich darauf.

In diesem Sine, bis Sonnabend!

Scholle

P.S.: Auf www.hsv.de steht ein nettes Interview mit dem Ex-HSVer Jerome Boateng. Nur so als Tipp…

Mit Scharner gegen den SC Freiburg

8. November 2012

Die Entscheidung scheint gefallen. Weil der unter einer Erkältung leidende Michael Mancienne nicht rechtzeitig fit geworden ist, wird es einen neuen Innenverteidiger neben Heiko Westermann geben. Trainer Thorsten Fink ließ sich zwar noch ein klitzekleines Hintertürchen offen, aber es gehen alle Medienvertreter davon aus, dass Paul Scharner zu seinem ersten Start-Erlebnis beim HSV kommen wird. Für den Österreicher, so sagte es Fink, spricht die Erfahrung. Und zudem auch die Tatsache, dass er verbal besser drauf ist, denn er dirigiert und motiviert während des Spiels (und des Trainings) meistens recht lautstark Und das kann in dieser HSV-Mannschaft, in der außer Rene Adler und Kapitän Westermann kaum noch andere Spieler das Kommando ergreifen, durchaus von Vorteil sein. Ich hatte gestern ja noch geschrieben, dass ich Jeffrey Bruma statt Scharner spielen lassen würde, aber der Coach hat sich eben anders entschieden – und wird seine Gründe haben. Ich finde es aber immer leicht grenzwertig, wenn ein Spieler – wie jetzt Scharner – via „Bild“ verkündet – oder verkünden lässt: „Jetzt bin ich aber dran.“

Es dürfte aber ohnehin demnächst die Problemzone des HSV werden – diese Innenverteidigung, denn mit Westermann, Scharner, Mancienne, Bruma und dem begnadigten Slobodan Rajkovic gibt es gleich fünf Spieler für nur zwei Positionen. Ich bin gespannt, wie lange es dort ruhig bleibt – und wie letztlich Thorsten Fink entscheiden wird. N einem Punkt aber muss ich Fink zustimmen: Scharner hat zuletzt zweimal freiwillig für die Regionalliga-Mannschaft des HSV gespielt, gegen den VfB Lübeck und gegen Werder II. Damit hat der Österreicher einen Einsatz mehr auf dem Buckel – und damit also ein Spiel mehr Spielpraxis. Für mich wäre das zwar kein (großes) Kriterium gewesen, weil ich Bruma zuletzt gegen die Bremer ein wenig stärker gesehen habe (als Scharner), aber diese Meinung habe ich eben exklusiv und ist daher absolut unerheblich. Fink ist entscheidend.

Noch nicht entschieden ist das „linke“ Duell zwischen Marcell Jansen und Dennis Aogo. Lachender Dritter könnte in diesem Fall Maximilian Beister sein, der dann in der Mannschaft bleiben würde, wenn Jansen hinten links bleibt. Fink will diesen „Knoten“ sehr vorsichtig lösen, indem er Einzelgespräche führt. Es hängt aber wohl alles an Jansen, denn wenn er sich dazu durchringen könnte, eine Position nach vorne zu rücken, dann wäre der Fall (zu Gunsten von Aogo) geklärt. Eines steht aber jetzt schon fest, und Thorsten Fink hat es heute bereits verkündet: „Klar ist, dass Marcel Jansen auf jeden Fall in der Mannschaft bleiben wird.“ So oder so.

Bei der Gelegenheit: Das Training heute war kurz und schmerzlos – Termine, Termine, Termine. Der Coach musste ins Leistungszentrum Ochsenzoll, einige Spieler hatten andere Aufgaben zu erfüllen. Es wurde im Kreis gespielt – und dann aus allen Rohren geschossen und geköpft. Dabei kämpften drei Mannschaften voller Enthusiasmus um den Sieg (wer die meisten Treffer schaffte), die Stimmung war grandios, die Schüsse nicht unbedingt, denn Masseur (Physiotherapeut) Stefan Kliche musste auf dem Nebenplatz als Ballholer Schwerstarbeit verrichten. Wieder mit dabei war der am Dienstag gegen Werder II verletzt ausgeschiedene Gojko Kacar (hatte eine Knöchelprellung), der offensichtlich ohne jede Beeinträchtigung mitmachen konnte.

Auf einem Nebenplatz trainierten separat Co-Trainer Frank Heinemann mit Dennis Diekmeier, der nach einer halben Stunde in die Kabine ging. Ohne zu humpeln. Und frohen Mutes, denn er glaubt, dass er zuerst morgen (Freitag) beim Abschlusstraining mitmachen wird, und zweitens dass er auch in Freiburg in der Anfangsformation wird stehen können. Der Verteidiger sagte heute: „Ich habe nur mit links trainiert, um nichts zu riskieren, aber ich glaube, dass ich am Freitag wieder fit bin.“ Diekmeier hatte sich am Dienstag im Training eine Prellung auf dem rechten Spann zugezogen. Passiert war es, als der Abwehrspieler gemeinsam mit Rene Adler (nach einer Flanke) um den Ball kämpfte, beide wohl mit leicht gestreckten Beinen und mit vollstem Absatz. Als beide Spieler zusammenprallten, war der Ball der Hauptleidtragende, denn ihm ging die Luft und damit das Leben aus: geplatzt! Diekmeier: „Als ich dann abends zu hause war, schwoll der rechte Fuß gewaltig an, ich hatte schöne Schmerzen.“ Das soll aber, wie gesagt, am Freitag schon wieder vergessen sein.

Noch eine Änderung im HSV-Team wäre ja einem guten Spiel auch gewiss nicht sonderlich förderlich. Denn Freiburg wird schwer. Sehr schwer sogar – ganz sicher. Heiko Westermann sagte es heute noch einmal ausdrücklich: „Das wird ein verdammt schweres Spiel.“ Trotz allem: Thorsten Fink hatte sieben Punkte aus den nächsten drei Spielen (Freiburg, Mainz, Düsseldorf) gefordert. Und Westermann pflichtete ihm bei: „Gegen diese drei Mannschaften, gegen die wir nun spielen, muss das Ziel natürlich auch sein, sieben Punkte zu holen. Das ist doch ganz klar. Das sind Mannschaften, die eine ähnliche Punktzahl haben wie wir, mit denen wir uns auch messen müssen. Und da ist das optimal, ganz klar, sieben oder auch neun Punkte zu holen.“ Der Kapitän dann noch ergänzend: „Ob wir das erreichen, das werden wir sehen.“ Wir auch.

Heiko Westermann, der eventuell eine Einladung für das Länderspiel Niederlande gegen Deutschland (Mittwoch in Amsterdam) erhalten wird, befand über die Freiburg-Partie am Sonnabend noch: „Das wird eine richtungsweisende Partie, wie auch die anderen beiden danach. Dann werden wir wissen, ob wir im Niemandsland mitspielen, oder ob wir uns in den einstelligen Tabellenplätzen halten werden. In Freiburg geht es nun schon darum, ob wir uns in dem oberen Bereich festsetzen können.“ Wie schön es doch wäre . . .

Von Anfang an in Freiburg dabei sein wird wieder Artjoms Rudnevs, der zuletzt gegen die Bayern aus taktischen Erwägungen geopfert und auf die Bank gesetzt worden war. Und nicht nur dabei, sondern voll mittendrin – ist Rafael van der Vaart. Der heute, das sollten alle auswärtigen „Matz-abber“ auch wissen, in der „Bild Hamburg“ selbstkritisch gesagt hat: „Ich bin erst bei Bild-Note vier“. Hut ab, „Rafa“, so viel Selbstkritik ist absolut unüblich, aber ich finde das klasse. Und nachahmenswert. Vielleicht nimmt sich das ja auch demnächst so manch anderer HSV-Profi zu Herzen, gibt zu, dass er noch hinter den Erwartungen stecken geblieben ist – und gibt auch gleichzeitig mächtig Gas, um für Besserung zu sorgen. Das wäre doch mal wegweisend – in die richtige Richtung.

Gegen Freiburg, das muss ich noch einmal loswerden, sind von allen Spielern 100 Prozent gefordert. Nur so ginge es – mit einem Auswärtssieg. Denn die namenlosen Freiburger werden heiß sein, wie werden brenne, darauf kann und darf sich jeder Hamburger einstellen. Mir haben die bisherigen Auftritte dieser Streich-Truppe gehörigen Respekt abgenötigt. Und im DFB-Pokal sind die Freiburger, die sich zuletzt beim souveränen Zweitliga-Tabellenführer Eintracht Braunschweig ebenso souverän behauptet hatten (und 2:0 gewannen), auch noch vertreten – da hat sich schon sehr viel getan und entwickelt. Und wenn der HSV zuletzt in Fürth und in Augsburg (jeweils denkbar knapp) gewann – in Freiburg wartet ein besseres Kaliber, dort wird es ungleich schwerer. Davon darf jeder getrost ausgehen.

Dazu passt übrigens folgende dpa-Meldung aus Freiburg:

Der SC Freiburg will seinen Erfolgstrend auch gegen den Hamburger SV bestätigen. Nachdem der Fußball-Bundesligist nur eines seiner letzten fünf Pflichtspiele verloren hat, geht er das Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) entsprechend optimistisch an. Dennoch warnte SC-Trainer Christian Streich am Donnerstag vor dem HSV, auch wenn die Hanseaten zuletzt beim 0:3 gegen den FC Bayern München chancenlos waren. „Die sind selbstbewusst, und das können sie auch sein. Hamburg hat eine kompakte Mannschaft, in der sich jede Menge Nationalspieler tummeln“, erklärte Streich.
Der 47-Jährige betonte ausführlich die Qualitäten der Gäste: „Für mich galt der Hamburger SV auch zu Saisonbeginn nicht als Abstiegskandidat.“ Inzwischen sei die Elf von Coach Thorsten Fink auch dank der Nachverpflichtung von Rafael van der Vaart „vielleicht sogar ein Europa-League-Kandidat. Durch die Verstärkungen, die sie geholt haben, sind sie außergewöhnlich besetzt.“
Mit René Adler hätten die Gäste zudem einen „Ausnahmetorhüter“. Auch kämen nun in der Offensive die Fähigkeiten von Heung-Min Son besser zum Tragen, da Hamburg im Mittelfeld mit Milan Badelj und van der Vaart Leute mit außergewöhnlicher Qualität habe. Streich erwartet daher „ein wahnsinnig schwieriges Spiel“ und hofft, „dass wir richtig dagegenhalten und Hamburg schlagen können“. Seine Mannschaft trete „mit einer großen Überzeugung“ auf, sagte Streich weiter.
Familienintern ist die Partie allerdings nicht ganz konfliktfrei, denn Streichs Vater ist langjähriger HSV-Fan. „Inzwischen ist er aber auch ein bisschen SC-Fan“, sagte Streich Junior. Er freut sich am Samstag auf ein besonderes Wiedersehen mit Dennis Aogo. Den Hamburger Außenverteidiger bildete er einst als Jugendtrainer an der Freiburger Fußballschule aus. „Toll, was Dennis für eine Entwicklung gemacht hat, gegen viele Widerstände“, erklärte Streich.
Verzichten muss er gegen den Bundesliga-Dino auf Matthias Ginter (muskuläre Probleme im Rücken) und Ergänzungsspieler Immanuel Höhn (Riss des Syndesmosebands im Sprunggelenk). Ginter wird in der kommenden Woche auch nicht zur U 19-Nationalmannschaft reisen. Fraglich ist laut Streich zudem, ob Mittelfeldspieler Johannes Flum (grippaler Infekt) zur Verfügung steht. Jan Rosenthal, der zuletzt beim 1:1 in Mönchengladbach nach längerer Pause überraschend sein Comeback feierte, sei „eine Option“ für die Startelf.

Egal wie das Spiel am Sonnabend ausgehen wird, wir werden nach dem Schlusspfiff wieder aus dem Restaurant „Champs“ in Schnelsen (Burgwedel) mit „Matz ab live“ auf Sendung sein. Einen Gast haben wir bereits für diesen Nachmittag gewinnen können, die HSV-Fans werden sich ganz sicher auf den ehemaligen Profi Andreas Fischer freuen.

PS: Morgen findet das Abschlusstraining des HSV wieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

PSPS: Zum Schluss noch eine Erklärung, warum zum Beispiel heute Rafael van der Vaart relativ schnell aus dem Volkspark verschwand:

Am Donnerstag war HSV-Spieler Rafael van der Vaart im Kinder-Hospiz Sternenbrücke zu Gast, um dort die Weihnachtszeit einzuläuten. Gemeinsam mit Ute Nerge, der Leiterin des Hospizes, schmückte er einen Tannenbaum und sammelte die ersten Weihnachtswünsche der Kinder ein. Diese werden im Rahmen der alljährlich stattfinden Hamburger Weg Weihnachtsaktion erfüllt – die Übergabe der Geschenke erfolgt am 13. Dezember beim Hamburger Weg Weihnachtstag, bei dem auch alle Profispieler des HSV persönlich anwesend sind.

„Weihnachten ist etwas ganz Besonderes, vor allem für Kinder. Der geschmückte Tannenbaum erinnert einen, dass es gar nicht mehr so lang hin ist bis zum Fest. Und ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass die Kinder aus dem Hospiz am Weihnachtstag viele tolle Geschenke unter dem Baum finden”, so van der Vaart.

Ein erstes Vorweihnachtsgeschenk hat der HSV-Spieler am Donnerstag schon mitgebracht: Tickets für das Spiel des HSV gegen die TSG Hoffenheim am 7. Dezember – eine Überraschung nicht nur für die Kinder, sondern auch für deren Familien.

„Wir sind dankbar und sehr gerührt, dass die wunderbare Wunschbaumaktion des Hamburger Wegs nun schon seit fünf Jahren Herzenswünsche unserer kleinen und großen Gäste erfüllt und vor allem natürlich, dass der HSV und die tollen Fußballfans auch unabhängig von der Weihnachtszeit so eng an unserer Seite sind. Zu sehen, wie sich Menschen, die sportlich und beweglich sind, an die Seite von Kindern und Jugendlichen stellen, die das nicht können, ist ein großes Geschenk für die Familien und uns”, freut sich Nerge.

Gemeinsam mit allen Hamburgern möchte der HSV in dieser Saison das Förderprojekt des Hamburger Wegs „Kinder-Hospiz Sternenbrücke” unter der Schirmherrschaft des HSV-Vorstandsvorsitzenden Carl Jarchow unterstützen. Mit jedem Ticketkauf für ein Heimspiel des Hamburger Sport-Vereins kann zusätzlich ein Euro für das Kinder-Hospiz gespendet werden. Die gesammelte Summe fließt zu hundert Prozent in das Projekt, mit dem ein Spielzimmer neu gestaltet werden soll. Wer sein Ticket schon gekauft hat, kann trotzdem helfen:

Förderverein Kinder-Hospiz Sternenbrücke: Hamburger Sparkasse, BLZ 200 505 50, Kto. 1261148561, Betreff: Der Hamburger Weg

Der Hamburger Weg und das Kinder-Hospiz Sternenbrücke sagen danke.

18.22 Uhr

Mach’s noch einmal, Mladen!

11. April 2010

Zwei Szenen des HSV dürften in den letzten Tagen durch die Fernsehsender der europäischen Nationen gegeistert sein: Der Flaschenwurf von Paolo Guerrero und das herrliche Fallrückziehertor von Mladen Petric. Guerrero könnte es sogar weltweit geschafft haben, aber viel schöner ist ja doch dieser Super-Treffer von Petric. Mach’s noch einmal, Mladen! Bestens wäre es ja, wenn das schon heute, beim Auswärtsspiel des HSV in Bochum, passieren würde.

Heute um 21.45 wird es beim Hamburger Fernsehsender HH1 eine Diskussion um den Flaschenwurf geben. Ich werde mir dabei erlauben Partei für den Peruaner zu ergreifen. Der Gesprächsleiter der Sender ist der stellvertretende Chefredakteur des Hamburger Abendblatts, Karl Günther Barth, und der sprach mich nach dem Petric-Tor in Lüttich an: „Ist jetzt nicht die Zeit gekommen, über die Renaissance des Fallrückzieher-Tores zu schreiben?“ Irgendwie schon.

Die Frage, die ich mir sofort stellte: Wann hat ein HSV-Spieler eigentlich zum letzten Mal mit einem Fallrückzieher ein Tor erzielt? Und ich lag mit Sicherheit hundertprozentig falsch, als ich gedanklich um Jahre zurück musste. Mir fiel dann ein Fallrückzieher-Tor von Dietmar Beiersdorfer ein. Das fiel am 7. Oktober 1989, im Heimspiel gegen den 1, FC Nürnberg. Es lief die 90. Minute, es stand vor 11 000 Zuschauern, die sich total langweilten, 0:0, als es vor dem Tor der „Clubberer“ doch noch einmal turbulent wurde. Ich habe in der Erinnerung (stimmt es?), dass der Ball gegen die Torlatte an den Rand des Fünfmeterraumes prallt, und dort stand der aufgerückte Innenverteidiger Beiersdorfer und entschloss sich zu einem Fallrückzieher. Es sah nicht so aus wie bei Uwe Seeler oder Klaus Fischer, aber es war ein Fallrückzieher. Und daraus wurde doch noch der 1:0-Sieg des HSV. Im Tor damals übrigens, so meine ich, Andreas Köpke, der danach vor Frust am Pfosten herum knabberte.

Dann ist mir aus der neueren Zeit auch ein Fallrückzieher-Tor von Roy Präger in vager Erinnerung. Ich weiß nicht mehr, wann und gegen wen (Eiche Nogly?), ich meine mich nur daran zu erinnern, dass der gute Roy den Ball mit dem Schienbein einnetzte. Vielleicht könnt Ihr mich ja besser ins Bild setzten? Wisst Ihr noch andere Fallrückzieher-Tore eines HSV-Spielers?

Allerdings, so spektakulär dürfte keines mehr gewesen sein, als der Treffer vom 4. Juni 1960. Es ging im Volksparkstadion im Gruppenspiel gegen Westfalia Herne um die Deutsche Meisterschaft. Es segelte ein Flanke in den Strafraum der Westdeutschen, Uwe Seeler und Torwart Hans Tilkowski bemühte sich, an die Kugel zu kommen, der Ball prallte, während beide Spieler zu Boden gingen, hoch in die Luft – und „uns Uwe“ schnellte plötzlich blitzschnell hoch und schoss den Ball per Fallrückzieher ins Tor. Dieser Treffer wurde noch Jahre später stets als „Jahrhundert-Tor“ bezeichnet. Und der HSV wurde auch dank dieses Treffers später Deutscher Meister 1960, mit einem 3:2-Erfolg über den 1. FC Köln.

Also, ich hoffe, dass Ihr mir in Sachen Fallrückzieher-Toren von HSV-Spielern auf die Sprünge helfen könnt. Bei der Gelegenheit möchte ich auch zum ersten Mal darauf hinweisen, dass wir demnächst einen sehr guten Vorschlag von „HK Hans“ aufgreifen werden. Hans, der sich immer Gedanken um „Matz ab“ macht (vielen Dank dafür), hat den Vorschlag gemacht, dass aus unserer, aus Eurer Mitte, Geschichten und Geschichtchen für die Sommerpause hier an dieser Stelle veröffentlicht werden. Es gibt so viele und so hervorragende Autoren unter uns (wenn ich nur, ein kleines oder großartiges Beispiel, an die herrliche Weihnachts-Geschichte des „Trappers Doc Seitenberg“ denke!), die es verdient hätten, hier besonders herausgestellt zu werden. Packt es an. Unter dem Stichwort „Sommer-Geschichte“ könnt Ihr Eure ganz spezielle HSV- und Fußball-Geschichte an mich schicken, und zwar an die Internet-Adresse des Gewinnspiels. Bitte, bitte, nicht vergessen, das Stichwort „Sommer-Geschichte“ hinzu zu fügen, sonst könnte eventuell eine sehr lesenswerte Geschichte übersehen werden (weil beim Gewinnspiel stets sehr, sehr viele User mitmachen).

So, nun wünsche ich Euch allen einen erfolgreichen Fußball-Nachmittag mit dem HSV und dem 2:1-Sieg in Bochum.

Nur der HSV!

12.02 Uhr