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HSV bezwingt Groningen – klopft Arnesen doch noch mal bei Elm an?

20. Juli 2012

Der HSV hat gewonnen. Mit 2:1 gegen den FC Groningen. Dazu kommen 500000 Dollar Siegprämie, die mit einem Finalsieg am Sonntag gegen Gastgeber Suwon auf eine Million Dollar aufgestockt werden sollen. Soweit, so gut. Allerdings scheint sich der weitgehend feststehende Wechsel von Mittelfeldmann Milan Badelj weiter zu verschieben, da dessen abgebender Klub Dinamo Zagreb in der laufenden Champions-League-Quali nicht auf ihn verzichten will. Das Rückspiel gegen den bulgarischen Meister findet am kommenden Mittwoch statt, die weiteren Spiele (sofern Zagreb denn wie erwartet weiterkommt) wären am 31. Juli und 7. August. Und so lange will der HSV nicht warten. Insbesondere nicht Trainer Thorsten Fink.

Sportchef Frank Arnesen war wohl auch deshalb heute nicht zu erreichen. Was nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen sein muss. Im Gegenteil, es zeugt davon, dass der Däne viel zu tun hat, ergo: es passiert etwas. Und das muss es auch. Denn trotz des absolut verdienten Sieges und einer Überlegenheit über die gesamten 94 Minuten hinweg gegen Groningen hat das Spiel gezeigt, dass dem HSV im Angriff noch etwas fehlt. Denn während Rudnevs in den gerade mal 13 Minuten keine Szene hatte (haben konnte) und ihm etliche Bälle versprangen, enttäuschte Marcus Berg auf ganzer Strecke. Kaum verwunderlich, dass beide Tore beim 2:1-Sieg letztlich durch Standards fielen.

Nach der Führung durch Dennis Aogo per Foulelfmeter und dem zwischenzeitlichen Ausgleich sicherte zehn Minuten vor Schluss der kurz zuvor eingewechselte Ivo Ilicevic den Sieg mit einem herrlich direkt verwandelten Freistoß, den eigentlich auch der bei jeder Ballberührung von den 2000 Fans im 44000 Zuschauer fassenden Stadion mit Gekreische gefeiert wurde Heung Min Son gern geschossen hätte. „Son hatte mir vor dem Freistoß zugerufen, dass er sich gut fühlen würde. Aber ich fühlte mich auch gut und war mir sicher, dass ich ihn rein machen würde“, so Ilicevic glücklich.

Unglücklich endete die Partie für Zhi Gin Lam, der mit Verdacht auf Zerrung ausgewechselt werden musste. Denn, und das deutete sich in Österreich bereits an, der Rechtsfuß ist bislang die positive Überraschung der Vorbereitung. Sagt auch Fink: „Zhi Gin macht seine Sache derzeit richtig gut, er hat momentan ein wenig die Nase vorn“, so Fink, von Lam begeistert ist: „Er lernt sehr schnell und macht nur ganz wenige Fehler. Zhi Gin könnte die Überraschung dieser Vorbereitung werden.“ Mindestens so zufrieden wie mit Lam war Fink im Großen und Ganzen auch mit dem restlichen Spiel seiner Mannschaft. „Es war eine überzeugende Vorstellung“, sagte der Coach.

Zuvor war Klubboss Carl Jarchow seiner Zeit etwas voraus. Oder wusste er es schon? Auf jeden fall sagte Jarchow, dass der Badelj-Transfer so gut wie fix sei und dass neben einem weiteren Mittelfeldspieler auch noch für die Abwehr etwas gemacht werden soll. Und das schon aus Verletzungsgründen, nachdem jetzt bekannt wurde, dass Tomas Rincon mindestens noch sechs Wochen ausfällt. Rincon traurig: „Ich habe wieder Schmerzen gespürt. Wir haben zusammen entschieden, dass ich vorsichtshalber abreche.“ Die chronische Schienbeinentzündung begleitet den Mittelfeldspieler schon seit einigen Monaten. Nächsten Dienstag, nach der Rückkehr aus Südkorea soll sich der Mittelfeldkämpfer einer Kernspintomografie sowie einer Blutuntersuchung im UKE unterziehen, um genaueren Aufschluss über die Verletzung und vor allem über die weitere Behandlung zu bekommen. Die Frage, die sich dabei stellt, ist, ob die Entzündung konservativ oder mit Hilfe einer Operation behandelt wird. Aber sicher ist bereits jetzt, dass Rincon länger ausfällt, zumal er die komplette Vorbereitung verpasst. Wie wichtig die für sein Spiel ist, betont Rincon selbst. „Ich kann nur spielen, wenn ich auch richtig fit bin. Das ist wichtig für mein Spiel.“

Damit dürfte aber die Variante mit Westermann im zentral-defensiven Mittelfeld noch wahrscheinlicher werden, als sie es eh schon war. Ergo: Im Abwehrzentrum hat der HSV durch die Suspendierung von Slobodan Rajkovic zu wenig Leute. Dort bleiben nur noch Jeffrey Bruma und Michael Mancienne. Wobei, apropos Westermann und Rajkovic – der Mannschaftskapitän hat sich jetzt zum Vorfall geäußert und die Kommentare des Serben, dem bereits Angebote von interessierten Klubs vorliegen sollen, verurteilt. „Wir haben darüber gesprochen, distanzieren uns als Mannschaft, so Westermann gegenüber der „Bild“. „Es geht nicht, dass ein Spieler mit 23 Jahren die Klappe aufreißt. Er soll den Mund halten. Wenn man Mist baut, muss man mit Konsequenzen rechnen.“

Besonders gestört habe ihn, dass Rajkovic die ganze Mannschaft mit einbezieht, indem er mehreren Spielern den Wechselwillen attestiert hatte. „Wir sind mit dem größten Traditions-Verein in Deutschland fast abgestiegen. Zu so einem Zeitpunkt braucht man den Mund nicht aufzumachen“, so Westermann, der hinzufügte, dass er nie das Gefühl gehabt hätte, Rajkovic sei vom Trainer anderes behandelt worden als der Rest der Mannschaft.

Und, egal wie spät sie kommt, es ist eine Reaktion der Mannschaft. Und das finde ich völlig unabhängig vom Inhalt gut. Vielleicht ist es ja der Anfang einer sich entwickelnden Selbständigkeit innerhalb der Mannschaft, zeigt es doch, dass sie sich zumindest mit den Vorgängen beschäftigt. Ein Fortschritt eben, der sich auch an Jeffrey Bruma festmachen lässt. Hatte der Niederländer nach dem 6:0-Tespielsieg gegen den FC Suwon noch von einem 5:0 getwittert, hatte er diesmal das richtige Ergebnis mitbekommen…

In diesem Sinne, am Sonntag das Turnier gewinnen und anschließend einen neuen Innenverteidiger zusammen mit dem neuen Zehner präsentieren. Gestern wurde mir aus der Blogmitte berichtet, dass sich der HSV wieder intensiv um Rasmus Elm bemühen würde. Das wiederum wurde vom HSV in Südkorea dementiert. Ein solcher Transfer sei schon aus finanziellen Gründen nicht zu realisieren. Es sei denn, der HSV schafft es, sich mit Klaus Michael Kühne auszusöhnen und dieser übernimmt einen Teil der Finanzierung des absoluten Wunschspielers von Frank Arnesen. Das hätte doch was…

Ich wünsche Euch einen schönen Start ins Wochenende! Bis morgen,

Scholle

Die Statistik zum Spiel:
HSV: Adler – Lam (63. Diekmeier), Mancienne, Bruma, Aogo – Westermann, Skjelbred (68. Sala) – Son, Arslan, Jansen (ab 68. Ilicevic) – Berg (77. Rudnevs). Tore: 1:0 Aogo (15./Foulelfmeter), 1:1 Schet (28.), 2:1 Ilicevic (79.).

P.S.: Vielen Dank noch mal für den sensationellen Tipp mit dem Stream, der bei mir einwandfrei lief…!

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