Archiv für das Tag 'Ehm'

Von Niederländern und Holländern und . . .

15. Juni 2012

Geht es euch auch so? Irland schwirrt immer noch in meinem (Fußball-)Kopf herum. Waren die nicht klasse, diese Irländer (würde Rudi Völler sagen)? Nicht fußballerisch, sondern stimmungsmäßig. Der größte Gesangsverein der Welt. Mein Freund Bert Ehm sagt ja über dieses Spiel (nur 0:4 gegen Spanien): „Das war so, als ob eine Landesliga-Truppe gegen Spanien angetreten ist – das war kein Unterschied, das war ein Erdrutsch nach dem anderen.“ Stimmt. Aber diese Fans! Unfassbar. Und ich sage auch: Wenn Irland mit einem Torhüter spielen würden, dann müssten sie noch nicht nach Hause fahren. Aber es ist ja wie es ist. Diese Anhänger in Grün jedoch, die sind einfach eine Sensation. Irland hätte auch 0:12 verlieren können, aber selbst dann hätten die Fans noch gesungen. Und auch gefeiert – ganz klar. Die Fischer-Chöre sind dagegen ja nur die reinste Hinterhof-Combo. Nein, diese Iren, die da von der Insel gekommen sind, das sind echte EM-Helden. Und irgendwie musste ich unwillkürlich auch an die HSV-Fans (speziell der vergangenen Saison) denken, denn die lassen und ließen sich ja auch durch nichts, durch keine noch so bittere Pleite, durch kein noch so großes fußballerisches Desaster beirren. Die hielten tapfer zur Raute. So wie diese grandios singenden „Irländer“ nun auch zu ihrer Landesliga-Truppe – die mit einem Welttrainer (Trapattoni) auf Europa-Tournee ist. Note eins, setzen!

Wobei: Es gibt ja einen Iren, dem diese Gesänge tatsächlich ganz stark auf den Geist gingen. Der Sport-Informations-Dienst (SID) schreibt heute:

Die irischen Fußballfans haben mit ihren friedlich-fröhlichen Fanfesten bei der EM die Herzen der Menschen erobert, doch ausgerechnet Irlands Ikone Roy Keane sind die grünen Partys nach Niederlagen ein Dorn im Auge. „Ich denke, die Spieler und Fans müssen ihre Mentalität ändern. Lasst uns nicht gegenseitig verarschen, die Anhänger wollen ihr Team gewinnen sehen. Wir sind ein kleines Land, aber lasst uns hin und wieder nicht nur mit dem Rumgesinge zufrieden geben“, kritisierte der ehemalige Kapitän der irischen Nationalmannschaft.

Trotz der 0:4-Niederlage gegen Welt- und Europameister Spanien sowie dem vorzeitigen Vorrunden-K.o. hatten Zehntausende irischen Fans im Danziger Stadion nach dem Anpfiff noch minutenlang ihr Team und sich selbst gefeiert. Irlands Nationaltrainer Giovanni Trapattoni war überwältigt: „Unsere Fans standen immer hinter uns. Das dürfen die Spieler und ich nie vergessen.“

Auch international stieß die beeindruckende Leidensfähigkeit der Anhänger in Grün auf viel Bewunderung. „Wie kann man Irland nicht lieben?“, fragte die polnische Zeitung Gazeta Wyborcza Daily.

John Delaney, Chef des irischen Fußballverbandes FAI, konnte Keanes Kritik nichts abgewinnen. „Die bleibende Erinnerung aus diesem Spiel ist, wie viele Tausende irische Fans das Lied ’Fields of Athenry’ kurz vor und kurz nach dem Schlusspfiff gesungen haben“, sagte Delaney.

Die Iren fahren also nach Hause. Ähnlich wie Deutschland bei der EM 2000 in Belgien/Niederlande. Da ging damals ja nichts. Obwohl wir ja nicht die Schlechtesten waren. Dänemark, unser Gegner am Sonntag, verabschiedete sich ohne Tor und ohne Punkt aus den Benelux-Ländern. Ich komme da drauf, weil ich nach dem Turnier bei einem HSV-Freundschaftsspiel in Westerrade war. Die tapferen Amateure, die sind in „irischer Form“ präsentierten (sie verloren 0:11), hatten, rührig wie Amateure nun mal sind, eine ganz kleine, ziemlich wackelige Holztribüne gebaut, auf der vielleicht so 20 bis 30 Leute Platz fanden. Ich stand da auch, und mit mir Thomas Gravesen, der noch seinen EM-Urlaub genoss, und auch Stig Töfting, der im Schlepptau mit Gravesen nach Westerrade gekommen war.

Beide standen auf dieser Tribüne – und der Flachs blühte. Gravesen nahm mich, aus reinem Übermut, zwischendurch mal in den Schwitzkasten, sodass ich die Engel singen hörte. Der Mann hat (hatte?) Bärenkräfte. Und beide Dänen plauderten von einem EM-Erlebnis der besonderen Art. Null Tore, null Punkte. Das galt nicht für das Mannschaftshotel, denn: Die verrückten Dänen holten sich einen Ball, spielten erst im Zimmer gegeneinander, dann auch dem Hotelflur. Barfuß. Und schossen so Bilder und Vasen um und dumm. Nichts blieb mehr heil. Und das wurde natürlich besonders gefeiert. Was sich später herausstellte: alle Spieler, die daran beteiligt waren hatten Brandblasen unter ihren Füßen. Weil sie ja barfuß auf dem groben Teppich gedaddelt hatten. Gravesen sagte damals: „Wir haben unsere medizinische Abteilung dazu verdonnert, nichts dem Trainer zu sagen.“ Und zu den Blasen generell sagte er: „Wir ahnten, dass so etwas auf uns zukommen würde, aber wenn man erst einmal dabei ist, der Ball rollt, dann muss man das auch durchziehen . . . Scheiß auf Blasen.“ Null Tore, null Punkte eben.

Als ich eben nachsah, wann dieses Spiel in Westerrade stattgefunden hat, blätterte ich durch das immer noch wirklich sehenswerte HSV-Buch von Axel Formeseyn („Unser HSV“) und blieb auf einer Seite der Saison 1999/2000 hängen. Da war, hättet ihr es noch gewusst, der HSV-Torhüter der HSV-Torjäger der Saison. Jörg Butt hatte neun Elfmeter verwandelt! Er lag damit gleichauf mit Roy Präger und Anthony Yeboah! Ich hatte das nicht mehr drauf – es ist doch auch eigentlich unglaublich, oder?

So, Themenwechsel. Die „deutsch-niederländische Freundschaft“. Der HSV hat ja schon einige Profis aus dem Nachbarland unter Vertrag gehabt. Und Trainer. Wobei Huub Stevens fuchsteufelswild werden konnte, wenn er als “Holländer” bezeichnet wurde. Dann wurde er nicht nur grantig, sondern böse und sauer – einige Male drehte er sich um und das Gespräch war beendet. Weil er darauf bestand: “Ich bin Niederländer, kein Holländer. Ich sage zu Ihnen ja auch nicht, dass Sie ein Bayer sind . . .” Ja, das ist Stevens. Und zu Hans van Breukelen gab es ja auch einige Reaktionen auf die gestrige Geschichte um und mit dem ehemaligen niederländischen Keeper. Dazu gab es zwei Mails an mich, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

„Moin Dieter,

ich hab mit Überraschung deine Ausführungen zu den „Aussagen” von Hans van Breukelen gelesen bzw. wozu diese dich verleitet haben. Ich hab den Artikel bei Sport Bild nicht gelesen. Aber bemerkenswerterweise wurde am 04.06.12 auf 11freunde.de ein Artikel von eben diesem Hans van Breukelen veröffentlicht. Überschrift:

„Ich bin verliebt in euch Deutsche”

Der Artikel ist in seiner ganzen Länge unter http://www.11freunde.de/artikel/hans-van-breukelen-ueber-die-rivalitaet-zwischen-deutschland-und-holland verfügbar. Aus dem Artikel kann ich ehrlich gesagt keinen „tief sitzenden Stachel” herauslesen.

Vielleicht bietet sich ja die Möglichkeit – wenn du überhaupt daran Interesse hast – deine „lieben Kollegen” von der Sport Bild zu fragen, wann und mit wem denn dieses Interview geführt wurde. Gerade vor dem Hintergrund seines Artikels halte ich deine Reaktion – auf „seine” Aussagen – für deutlich überzogen.

Ansonsten kann ich dir sagen, dass sich, soweit ich es – Mittwoch vor Ort in Kharkov! – mitbekommen habe, beide Fangruppen vorbildlich verhalten haben.

Hättest du im Übrigen einfach mal nach dem Namen “Hans van Breukelen” gegoogelt, wärst du auf den obigen Artikel sowie auf weitere aktuelle Interviews gestoßen, die deutlich keinen tief sitzenden Stachel erkennen lassen…

Beste Grüße, Michael S.“

Dazu dann auch noch die zweite Mail:

„Hallo Dieter,

ohne den Bericht in der Sportbild gelesen zu haben glaube ich, dass du Hans van Breukelen unrecht tust. Dass die Bild gerne mal ein wenig überzieht ist ja bekannt, im aktuellen 11 Freunde Magazin ist ein Bericht, geschrieben von Hans van Breukelen, den es sich durchaus lohnt einmal zu lesen. Hier ein paar Auszüge:
Zu seiner Begegnung mit Rudi Völler 1990

„Das war schon ein bisschen zu viel des guten. Hinterher, als ich die Bilder im Fernsehen sah, habe ich mich richtig geschämt und tue es bis heute.”

„Aber jetzt kommt eine Überraschung, also haltet euch fest: Ich bin verliebt in euch Deutsche! Da staunt ihr, was?”

Vielleicht führst du dir diesen Bericht einmal zu Gemüte.

Gruß Sven.“

Ich habe mir das Interview inzwischen durchgelesen – es ist gelungen. Und in der Tat, es ist kein Stachel mehr erkennbar. Ich werde aber die Kollegen der Sport Bild dennoch nicht fragen, denn ich bin nicht der Ober-Kontrolleur. Jeder macht seine Arbeit so, wie er es für richtig hält. Ich kann zu diesem Thema nur abschließend sagen: Ich habe oft Deutschland – Niederlande und Niederlande –Deutschland gesehen und miterlebt, es war meistens die Hölle. Sodass ich irgendwann in der Redaktion gesagt habe: „Sollte es irgendwann wieder mal Niederlande – Deutschland geben, so möchte ich bei diesem Spiel nur Innendienst machen . . .“ Das habe ich auch durchgezogen. Eisern. Vielleicht aber spielt auch ein Jugend-Erlebnis von mir eine große Rolle (im Unterbewusstsein). Mit der BU-Jugend, ich war 16 Jahre alt, fuhren wir mal zu einem riesigen Turnier in die Nähe von Amsterdam. Die Spiele war auf zweimal sieben, ahct oder neun Minuten angelegt. Uns pfiff im ersten Spiel ein Mann, der unser Opa hätte sein können. Auch er: Rundschnitt in Augenbrauenhöhe. Und der gute Mann brachte es fertig, in den ersten sieben Minuten drei Mann von uns vom Platz zu stellen. Für nichts. Ich würde es zugeben, wenn da etwas gewesen wäre, aber es gab nichts. Als „Opa“ dann im zweiten Durchgang den vierten Barmbeker vom Platz schickte (ich war, ganz seltsam, immer noch drauf!), da nahmen wir uns diesen Herren mal – mit Rudelbildung – zur Brust. Wörtlich genommen. Das Spiel wurde abgebrochen, das Turnier unterbrochen – weil wir uns auch, das muss ich zugeben, dann einfach total hirnrissig verhalten hatten. Eine Stunde lang wurde beraten, dann durften wir in diesem Turnier bleiben und weiter mitspielen (vielleicht erinnert sich ein hier mitlesender BU-Spieler von damals ja an diesen Skandal). Seit dieser Zeit aber habe ich eine ganz besondere Beziehung zu den Niederlanden gehabt . . .

Obwohl ich auch zugeben muss: Von dem erwähnten (im letzten Bericht) Qualifikationsspiel damals habe ich nichts gesehen. Die Schlachten in den Straßen von Rotterdam und rundum das Stadion sah ich in einem Polizei-Container, in dem alles haargenau auf zig Monitoren gezeigt wurde. Man konnte alles sehen und hören, was da ablief. Und ich saß bei einem niederländischen Polizisten, der mein Vater hätte sein können – und dieser Mann war so nett und liebenswürdig, der war einfach nur klasse. Den habe ich bis heute ins Herz geschlossen, obwohl ich ihn nie wieder gesehen und gesprochen habe. Aber es gibt natürlich auch solche Menschen – in beiden Ländern.

Anderes Thema. Auch diese Mail erhielt ich in diesen Tagen:

Hallo Dieter, hallo Scholle,

habe vor ca. 6 Monaten Euren Blog entdeckt, für mich hier in Bayern als in
der ferne lebender Hamburger und HSVer eine tolle Möglichkeit, mal wieder
mehr zu erfahren. Wobei mich vorher meine relative Unwissenheit zu den
aktuellen Vorgängen beim HSV doch hat ruhiger schlafen lassen.

Dies ist aber nicht der Grund warum ich schreibe. Vielmehr möchte ich
Euch kurz von einem E Jugend Turnier hier bei uns im tiefsten Oberbayern
(eigentlich schon eher Nordösterreich, 10 km von der Grenze entfernt :-) )
berichten, was mich doch sehr nachdenklich gemacht hat. Die Mannschaft
meines Sohnes (1. E Jugend ASV Großholzhausen) hatte sich für den
Inntalcup qualifiziert, ein relativ gut besetztes jährliches Turnier des
SV Nickelheim (minikleiner Dorfclub).

Meine Freude war riesengroß, als ich erfuhr, dass auch der HSV eine
Mannschaft schickt. Außerdem waren dabei:

1. FC Nürnberg, Karlsruher Sportclub, 1860 München, Rapid Wien, Ljubljana
(Slowenien), 1860 Rosenheim und 3 unserer Dorfvereine. Um es kurz zu
machen: Der HSV hat mit Müh und Not, unverdient und mit sehr viel Glück
einen 4. Platz erreicht. Karlsruhe, Nürnberg, 1860 München und Rapid Wien
waren so deutlich besser, wie ich es nicht erwartet hätte.

Bitte versteht mich nicht falsch, ich finde es toll, wenn die Jungs
aus Hamburg hier zum Kicken kommen und es geht in dieser Altersklasse um
viel mehr als nur gut Fußball zu spielen, aber bei dem Einzugsgebiet, das
der HSV hat und bei so einem Namen (da will doch jeder Hamburger Jung
hin!!), hätte ich so einen Unterschied nicht erwartet. Wenn man die
technischen Fähigkeiten und die Spielübersicht der Spieler der anderen
genannten Vereine sieht, so war der Unterschied doch eklatant. Und das
sind Vereine, die bis auf Nürnberg nicht so einen Namen und solche
Möglichkeiten wie der HSV haben.

Dies ist sicherlich nur eine subjektive Momentaufnahme einer Nachwuchsmannschaft (und die Jungs können wirklich nichts dafür), die mich aber in Bezug auf die Nachwuchsarbeit beim HSV doch nachdenklich stimmt.

Das war es, wovon ich Euch erzählen wollte, ist sicherlich nichts für den
Blog, da ich hier keinen von den jungen Spielern schlecht machen möchte.
Bin gespannt, wie es die erste Mannschaft am 6. Juli hier in Rosenheim bei
einem Gastspiel macht.

Herzliche Grüße nach Hamburg, macht weiter so, Ihr seid Spitze, Gruß Frank.“

Dann gibt es heute noch einen Beitrag von der Deutschen Presse-Agentur (dpa), der ein wenig in unser Thema hineinspielt:

In Zeiten sozialer Netzwerke – und nicht zuletzt auch von Smartphones – spiegelt sich die Fußball-EM auch gewaltig bei Facebook wider. Dort wird wie wild geschrieben und verlinkt. Dabei kristallisieren sich verschiedene Arten von Leuten heraus. Der Versuch einer Kategorisierung in zehn Typen. Anspruch auf Vollständigkeit nicht erhoben, Überschneidungen nicht ausgeschlossen:

- Der Plattitüden-Poster: Schreibt Sätze wie „Die Spanier kochen auch nur mit Wasser“ oder „Das Runde muss ins Eckige“ oder „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Geht’s noch?

- Der Foto-Verlinker: Nimmt auf seinem Profil jeden Bilderwitz, jeden Cartoon zur EM mit. Egal, ob Angela Merkel gerade jubelt oder sich irgendeine Zeitung oder ein Blogger in der Welt „etwas Lustiges“ zum Thema ausgedacht hat: Hier ist es alle paar Minuten zu sehen.

- Der Ego-Typ: Veröffentlicht am liebsten Fotos von sich in Fan-Klamotten beim Feiern. Schrecklich eitel.

- Der Chronist: Erwähnt jedes Tor sekundenschnell (als ob irgendeiner, der sich für Fußball interessiert, das Spiel nur bei Facebook verfolgt und auf diesen Eintrag warten würde…)

- Der Hyper-Patriot: Bei ihm dreht sich alles nur um Deutschland, Deutschland, Deutschland.

- Der Facebook-Feuilletonist: Zitiert gerne aus „11 Freunde“, dem Heft zur Fußballkultur, oder dessen Ticker schlaue Sätze zu den verschiedenen Partien. Zu Ukraine-Schweden etwa: „In dem einen Land gibt es jede Menge tolle Blondinen, dafür ist das Bier teuer. In dem anderen ist das Bier billig, aber Blondinen landen im Knast.“

- Der Meta-Kommentierer: Schreibt am liebsten nicht übers Spiel, sondern das mediale Drumherum, also über Tonpannen im TV, ach so schlimme Kommentatoren und so weiter. Laaaaangweilig!

- Der Besoffene: Alle Einträge lesen sich so, als wäre der Autor – hicks! – nicht ganz nüchtern gewesen.

- Der Facebook-„Hooligan“: Lässt außer seiner Meinung nix gelten. Beschimpft alle anderen. Möchte man nicht live begegnen – und eigentlich auch nicht im Internet.

- Der Frustrierte: Lädt spontan zum „fußballfreien“ Grillen ein und wundert sich dann, wenn keiner zusagt, sondern stattdessen nur „Du spinnst wohl“-Kommentare und Absagen kommen.

Und auch der HSV kommt in der heutigen Agentur-Landschaft zu Wort – bei dapd:

„Mit 30 Teams in drei Zehnerstaffeln startet am 25. August die den B-Juniorinnen vorbehaltene Nachwuchs-Bundesliga in ihre Premieren-Saison. Die Teilnehmer haben sich sich über die Regionalverbände qualifiziert haben. Eine bundesweite Liga für A-Juniorinnen gibt es nicht, da entsprechend der Regeln des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ab 16 Jahren in Frauenteams gespielt wird. Aktueller Junioren-Meister ist die TSG Hoffenheim, die vor Wochenfrist Rekordmeister Turbine Potsdam mit 3:1 entthronen konnte.

Die neue Bundesliga der B-Juniorinnen:

Staffel West/Südwest: 1. FC Saarbrücken, SC Bad Neuenahr, Herforder SV, FCR Duisburg, VFL Bochum, SG Essen, FSV Gütersloh, Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen, 1. FC Köln.

Staffel Süd: SV Frauenbiburg, 1. FC Nürnberg, Bayern München, ETSV Würzburg, TSG Hoffenheim, VfL Sindelfingen, SC Freiburg, SV Albersweiler, Eintracht Frankfurt, 1. FFC Frankfurt.

Staffel Nord/Nordost: VfL Wolfsburg, Werder Bremen, Hamburger SV, SV Meppen, Holstein Kiel, Turbine Potsdam, Union Berlin, USV Jena, Magdeburger FFC, 1. FC Neubrandenburg.“

Und noch einmal nennt “dapd” den Namen HSV;

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Trainer Rodolfo Esteban Cardoso vom Regionalligisten Hamburger SV II wegen unsportlichen Betragens zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt. Dies gab der DFB in einer Pressemitteilung bekannt.

Der Ex-Bundesligaprofi hatte sich am 12. Mai im Spiel gegen den FC Energie Cottbus II unsportlich gegenüber dem Schiedsrichtergespann geäußert und war deshalb aus dem Innenraum verwiesen worden. Laut DFB haben der Verein beziehungsweise Cardoso dem Urteil zugestimmt.

Es trifft ja keinen Armen. Wen denn auch immer.

Übrigens: Was heißt Ausscheiden nach der Vorrunde auf Niederländisch?

HEIMROBBEN.

Das mache ich jetzt. Euch allen ein wunderschönes EM-Wochenende – und vor allem gutes Wetter.

17.02 Uhr

„Kämpferisch das schöne Gesicht gezeigt“

22. April 2012

Dieses Spiel passte wie die Faust aufs Auge zu dieser Seuchen-HSV-Saison. Spielerisch keine Offenbarung, und dann diese beiden Verletzungen. Zum Glück findet diese verkorkste Spielzeit ja bald ein Ende, es wird eine Erlösung sein – nur noch zweimal geht es um Punkte. Wird auch Zeit, ganz ehrlich. Nicht dabei sein wird dann Gojko Kacar, der wegen eines Knöchelbruchs und diverser Bandverletzung mindestens vier Monate ausfallen wird. Auch dieser herbe Rückschlag passt exakt zur Saison des HSV – und auch von Kacar, der eigentlich nie so richtig zu seiner Form fand. Gute Besserung von dieser Stelle aus! Nicht ganz so schwer hat es offenbar Torwart Jaroslav Drobny erwischt. Der Tscheche wurde noch nach dem Spiel in einem Nürnberger Krankenhaus untersucht, aber außer einer schweren Beckenprellung ist nichts festgestellt worden. Drobny flog mit der Mannschaft nach Hamburg, und Sportchef Frank Arnesen berichtete: „Nach dem ersten Bier ging es ihm schon besser, da war seine Laune schon wieder ganz okay, nach dem zweiten Bier dann noch etwas besser. Er will am Mittwoch wieder trainieren – und am Sonnabend gegen Mainz wieder im HSV-Tor stehen . . .“

Dazu HSV-Mannschaftsarzt Philip Catala-Lehnen: „Jeder normale Mensch würde mit einer solchen Verletzung 14 Tage im Bett liegen, aber Jaroslav nicht. Wenn er sagt, dass er spielen will, dann spielt er auch, dann ist ihm das nicht zu verbieten.“ Stimmt wohl, denn der 32-jährige Drobny „schleppt“ sich ja schon seit einigen Wochen mit diversen Verletzungen von Spiel zu Spiel ins Tor – eigentlich ein Wunder, dass er nicht schon mal eher ausgefallen ist.

Aber die Frage, ob Drobny nun gegen Mainz im Tor stehen wird – oder nicht, die wird ohnehin erst gegen Ende dieser Woche eine Antwort finden. Immerhin hat der HSV schon einen würdigen Vertreter gefunden, denn Sven Neuhaus hat seine Sache in seinem ersten Bundesliga-Spiel ja sehr gut gemacht. Ich gebe zu, dass ich arge Bedenken hatte, denn ich sah vor einigen Wochen das Testspiel des HSV gegen Kopenhagen. In diesem Spiel machte Neuhaus auf mich einen sehr, sehr unsicheren Eindruck, er segelte unter vielen Flanken der Dänen durch. „Mangelnde Spielpraxis“, so schrieb ich damals. Davon war in Nürnberg aber nichts mehr zu sehen.
Zudem muss klar festgestellt werden, dass Sven Neuhaus bei seinen Kollegen einen sehr guten Ruf genießt, weil er ein „Super-Typ“ ist. Und darüber hinaus genießt er das volle Vertrauen der Mannschaft. Dennis Diekmeier, der am Sonnabend bei uns („Matz ab live“) zu Gast war, lobte Neuhaus in den höchsten Tönen und schwärmte auch von den großartigen Paraden des Ersatzkeepers im Training.

Sven Neuhaus selbst war nach dem Spiel in Nürnberg die Ruhe selbst – wie eigentlich auch schon im Spiel. Er sagte: „Ich hatte ja nicht so viel zu tun, weil wir in der Defensive sehr gut standen. Im Moment, das muss ich sagen, fühlt sich das erste Bundesliga-Spiel noch nicht so euphorisch an, vielleicht kommt das erst im Nachhinein, wenn man die Karriere beendet hat. Vielleicht sagt man sich dann, dass man mal ein Bundesliga-Spiel gemacht – eventuell freut man sich dann auch nachträglich darüber. Aber im Moment ist es eben das Wichtigste, mit der Mannschaft das Ziel zu erreichen. Und da fehlt uns noch ein Schritt.“ Neuhaus sagte weiter: „Obwohl wir ja mit dem 1:1 in Nürnberg ein wichtiges Etappenziel schon erreicht haben, indem wir nicht mehr direkt absteigen können. Wir haben in einigen dreckigen Spielen bewiesen, dass wir einen guten Charakter in der Mannschaft haben, um in solchen Situationen zu bestehen, das hat sich in den letzten Wochen ausgezahlt.“

Zu seinem plötzlichen Auftritt in der Ersten Bundesliga, als er in der 23. Minute zwischen die Pfosten musste, sagte Sven Neuhaus: „Ich habe gesehen, wie ihn Pekhart erwischt hat. Es ist immer schwierig für einen Torwart, wenn er beide Arme in der Luft hat und nach dem Ball greift – dann ist er ungeschützt. So kam es zu diesem Körperkontakt. Drobny ist sehr hart im Nehmen, und wenn er sich einmal behandeln lässt, dann hat das schon etwas zu sagen. Deshalb habe ich dann auch schon mal vorsorglich meine Fußballstiefel angezogen.“ Und? Nervös gewesen? Neuhaus: „Ich habe ein gesundes Kribbeln im Bauch gespürt. So wie man es haben sollte, wenn man in der Bundesliga spielt. Ich war aber nicht besonders nervös, weil mir meine Mitspieler und mein Trainerteam immer das Gefühl vermittelt haben, dass sie mir vertrauen. Bei mir müssen die ersten Ballkontakte sitzen, dann bekomme ich auch die nötige Sicherheit.“

Am 1:1 von Didavi war er schuldlos. Und machtlos. Obwohl Neuhaus sagt: „Ich bin immer der Meinung, dass es keine unhaltbaren Bälle gibt. Aber in einer solchen Situation muss man auch ein wenig Glück haben und hoffen, dass einen der gegnerische Spieler anschießt.“ Den Gefallen tat ihm der junge Nürnberger aber nicht. Und auch deswegen ist der HSV noch nicht endgültig gerettet. Es fehlt noch ein Pünktchen. Sven Neuhaus: „Wir richten den Blick weiter auf das Wesentliche, wir werden nicht blauäugig sein. Es ist in der Bundesliga schon so viel passiert, deshalb werden wir weiterhin konzentriert zur Sache gehen.“ Mit einem Jaroslav Drobny im Tor? Oder doch mit Neuhaus? Der 34-jährige Debütant auf die Frage, ob er bereit für einen Auftritt im eigenen Stadion wäre: „In Hamburg vor 57 000 zu spielen, das ist ja nun wirklich keine Strafe – darauf würde ich mich freuen.“

Aber ob das wirklich eine Freude sein wird? Nicht der eventuelle Einsatz von Neuhaus, sondern das „Endspiel“ gegen Mainz? Ich weiß es nicht. Die Mainzer mit ihrem „närrischen“ Trainer sind immer ein sehr unangenehmer und unbequemer Spielpartner – nicht nur für den HSV. Aber, was die „Arbeit“ erleichtern könnte: der HSV braucht nur noch einen Punkt (wenn überhaupt – kommt ja auch auf den 1. FC Köln an). Und wer in Nürnberg einen Zähler holt, der müsste doch eigentlich auch zu Hause . . . Abwarten.

„Unser Minimal-Ziel in Nürnberg war ein Punkt“, sagt Trainer Thorsten Fink. Und er ergänzt: „Das war ein ganz wichtiger Punkt, aber es ist auch ein wenig ärgerlich, dass es nur ein Punkt wurde, denn es war hier mehr für uns drin. Aber nun werden wir im eigenen Stadion den letzten Schritt gehen. Wir waren ja darauf eingestellt, dass es bis zum letzten Spiel hart sein wird, deswegen bin ich jetzt auch nicht geschockt oder enttäuscht. Die Mannschaft hat das ordentlich gemacht, zumindest kämpferisch haben wir unser schönes Gesicht gezeigt. Trotz allem dürfen wir nicht nachlassen, wir müssen weiterhin kämpferisch bleiben.“

Über die 90 Minuten befand Thorsten Fink: „Wir konnten nicht locker in das Spiel gehen, nicht einfach drauf losgehen, sondern mussten den Kampf annehmen, gut stehen, die richtige Einstellung zeigen – und das alles haben wir auch gemacht. Damit bin ich zufrieden.“ Dann sagte Fink auch noch: „Ich bin überzeugt davon, dass wir am nächsten Wochenende den Klassenerhalt schaffen werden, dass wir das packen.“ Und dann – halb scherzend und mit einem Auge zwinkernd: „Wir scheinen zu Hause ja eine Macht zu werden, das haben die letzten Spiele gezeigt. Das stimmt mich optimistisch. Wir wollen das mit und für unsere Fans schaffen – und dann feiern, das ist unser Anreiz.“

Heute am Vormittag war Thorsten Fink ja noch im „Doppelpass“ von „Sport 1“, und da sagte der HSV-Coach . . .

… über den fast gesicherten Klassenerhalt:

„Klar ist, dass wir das nächste Heimspiel gewinnen wollen, um alles perfekt zu machen. Das sind wir auch unseren Fans schuldig, gerade weil wir in den Heimspielen ja auch immer so sehr enttäuscht haben. Mit diesem Sieg hätten wir die Klasse gesichert. Das war ja auch unser Ziel als ich gekommen bin, das war der Auftrag. Wir haben jetzt natürlich auch Höhen und Tiefen gehabt. Das Ergebnis gestern war gut, das Spiel war nicht so gut.“

Thorsten Fink . . .

… über die neue Philosophie in Hamburg:

„Wir wollen natürlich junge Leute holen, die sich mit dem Verein identifizieren. Wir wollen Spieler von unten hoch bringen. Das ist klar und sollte auch Teil unserer Philosophie sein. Wir holen jetzt Maximilan Beister zurück. Der kommt aus Hamburg. Der ist jung, der ist hungrig, der will Erfolg und will spielen. Das ist schon mal ein kleiner Schritt. Ich sage nicht, dass alles so toll war. Wir schauen ja nach vorne und schauen nicht allzu weit zurück. Das war vielleicht schlecht in der Vergangenheit, aber jetzt arbeiten wir – Frank Arnesen, Carl Jarchow, und ich als Trainer – zusammen.
Wir ziehen an einem Strang und halten zusammen. Ich glaube, dass da was in Zukunft entstehen kann. Man muss uns aber auch Zeit geben. […] Man kann jetzt nicht wieder alles ändern. Wir wollen schon natürlich den ein oder anderen älteren Spieler abgeben. […] Wir wollen den Kader kleiner und konzentrierter machen, sodass wir da wirklich Klasse haben. […] Wir werden jetzt sicherlich nicht jeden Spieler holen können, den wir wollen. Wir müssen sehr genau hinschauen, haben aber auch eine Scouting-Abteilung, die sehr agil ist. Ich denke, dass wir eine gute Mannschaft hinkriegen. Trotzdem werden wir keine großen Sprünge machen können.“

Und Thorsten Fink sagte. . . .

… über die möglichen Transfers von Dirk Kuyt und Rene Adler:

„Er (Dirk Kuyt Anm. d. Red.) ist ein riesen Spieler und würde uns schon verstärken. Da bin ich mir ganz sicher. Ich habe mit dem Spieler nicht geredet. Frank Arnesen hat mit dem Berater geredet, das weiß ich. Aber inwieweit da etwas fortgeschritten ist, kann ich wirklich nicht sagen. […] Es ist nicht klar, dass Adler kommt, sonst würden wir es ja bekannt gegeben. […] Wir haben ja gesagt, dass wir Interesse haben. Das will ich auch nicht dementieren. Wir haben aber auch einen guten Torwart. Jaroslav Drobny ist ein hervorragender Torwart, der auch für Teamwork steht. Das ist ein Aspekt, der mir sehr wichtig ist. Aber Rene Adler ist ablösefrei und ein Torwart im besten Fußballeralter.“

Das war der Auftritt des HSV-Trainers in München. Über den Drobny-Ersatz Sven Neuhaus urteilte der Trainer wie folgt: „Er war überhaupt nicht nervös, er hat eine gute Ausstrahlung gehabt. Man sieht ihm seine Erfahrung an, wir vertrauen ihm, er ist sehr sicher gewesen – dafür ist er ja da. Wir wissen, dass wir uns auf ihn verlassen können.“

Ist doch klar. Sonst wäre er doch gar nicht beim HSV . . .

Zufrieden zeigte sich in Nürnberg auch der Sportchef. „Es war ein gutes Wochenende für uns, denn wir können nicht mehr direkt absteigen. Wenn es sehr, sehr schlecht läuft für uns, dann müssen wir in die Relegation, aber wir haben jetzt in fünf Spielen acht Punkte geholt, wir haben gezeigt, dass wir die Situation angenommen haben. Wir haben in Nürnberg sicherlich kein gutes Spiel gezeigt, aber wir waren kämpferisch stark und haben diszipliniert gespielt – mit dem Resultat bin ich zufrieden“, sagte Frank Arnesen.

Der Däne plauderte dann auch noch über zwei mögliche Neuzugänge. Zu Rene Adler befand er: „Ich hoffe, dass der Transfer nun näher rückt – so wie unsere Rettung nun näher rückt. Das geht Hand in Hand.“ Und dann schwärmte Arnesen geradezu von Dirk Kuyt, der noch für den FC Liverpool spielt: „Er hat so viel Qualität, Mentalität und Erfahrung, dass er uns einen großen Schritt weiterbringen würde – er ist ein fantastischer Typ. Und ein Vorbild auf dem Platz und neben dem Platz, er gibt immer alles für die Mannschaft. Er wäre auf jeden Fall sehr wertvoll für unsere Mannschaft.“ Frank Arnesen sagte aber auch: „Es ist ein langer und beschwerlicher Weg, ihn zu bekommen. Ich habe mit seinem Berater gesprochen, die Bundesliga wäre interessant für ihn. Dirk Kuyt ist topfit – aber aus unserer Sicht ist das noch alles auf dem Niveau ‚Hoffen’. Auf jeden Fall hat der Berater nicht gesagt, dass Kuyt nicht interessiert wäre, zum HSV zu kommen. Aber wir sind auch nicht der einzige Verein, der Interesse an Kuyt zeigt . . .“

Bliebe aber auch noch eine kleine weitere – nicht ganz unwichtige – Frage zu klären: wer soll das bezahlen? Dazu Arnesen: „Klar, ein Dirk Kuyt ist teuer, man muss sehen, ob man das machen kann. Oder ob man es nicht machen kann. Ich werde es aber auf jeden Fall probieren.“

Das klingt doch gut. Und irgendwie auch viel besser, als ich es noch in der vergangenen Woche angenommen habe. Lassen wir uns mal überraschen.

Übrigens: Dass David Jarolim am Saisonende doch plötzlich bleiben könnte (weil Kacar jetzt länger fehlen wird), das ist so gut (oder schlecht) wie ausgeschlossen. Frank Arnesen sagte dazu im “Sportclub live” des NDR: “Die Situation ist unverändert. Ich habe entschieden und dazu stehe ich. Ich muss gucken, was wir können und ich brauche ganz klar Geld, um auch etwas Neues zu machen.“
Das Interview zum Nachhören gibt es in Kürze im Video auf ndr.de/sport

Themen-Wechsel:

Soeben hat Augsburg 1:1 gegen Schalke gespielt – obwohl sicher auch ein Sieg des Aufsteigers möglich gewesen wäre, denn er hatte die besseren Chancen. Zum Glück für den HSV blieb es aber bei der Punkteteilung. Wobei zu sagen ist, dass mit Sebastian Langkamp ein ehemaliger Hamburger das 1:0 für Augsburg geköpft hat. Langkamp war von 2007 bis 2008 beim HSV (kam damals vom FC Bayern II) . . .

Da graut mir irgendwie schon ein wenig vor dem nächsten Sonnabend, denn da kommt Eric-Maxim Choupo-Moting mit Mainz in den Volkspark . . .
Abwarten.

Und noch ein „Ehemaliger“ spielte an diesem Wochenende eine Rolle:
Besart Berisha. Der frühere Bundesliga-Profi des HSV (und albanische Nationalspieler) ist mit seinem Club Brisbane Roar australischer Fußball-Meister geworden. Im Endspiel der A-League gegen Perth Glory gewann Brisbane am Sonntag dank zweier später Tore des ehemaligen Hamburgers (und Bielefelders) Berisha (84. und 90. per Foulelfmeter) mit 2:1.

So, ganz zum Schluss noch einmal in eigener Sache: „Matz ab live“

Wir stecken mit diesem Internet-Format noch in den Anfängen, noch in den Kinderschuhen, und selbstverständlich gibt es noch diverse Schwächen und Unebenheiten. Keiner von uns aber hatte erwartet, dass wir wie „Kai aus der Kiste“ kommen und in den „Charts“ an und auf die Nummer eins schießen. Gut Ding will Weile haben. Wir wollen den HSV im Gespräch halten, und dafür werden wir alle hart und akribisch weiter an dieser Talkrunde arbeiten. Damit wir irgendwann einmal sagen können: „Nun ist es gut, nun steht die Sendung optimal – nun sind wir da, wo wir sein wollten.“

Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ich hoffe, dass ihr die Geduld aufbringen könnt – wir werden es. Und wir werden auch nach dieser Saison weiterhin „auf Sendung“ sein. Einmal pro Woche schwebt uns vor, dazu brauchen wir auch eure Hilfe, denn es soll über den HSV, unseren HSV, euren HSV – mit euch gesprochen werden. Ich stelle mir das ganz spannend vor – ihr hoffentlich auch. Vielleicht gibt ja schon mal der eine oder andere „Matz-abber“ ein kleines Zeichen, ob er dann (gegebenenfalls) mit von der Partie sein würde.

Bei der Gelegenheit bedanken wir uns, Scholle und ich, noch einmal bei Lotto King Karl, dass er bei der ersten Sendung (dem ersten Versuch!) mit von der Partie war, und dass nun mit Dennis Diekmeier auch schon der erste aktuelle HSV-Profi seine Visitenkarte bei uns abgegeben hat. Das war klasse, das war riesig! Von beiden. Vielen Dank dafür, super, super. Beide Herren werden in die „Geschichte“ von „Matz ab live“ eingehen – wie natürlich auch die drei anderen Herren, die bislang unsere Gäste waren: Carsten Kober, Bert Ehm und Manfred Lorenz.
Vielleicht werden wir eines fernen Tages sagen (und schwärmen) können: „Weißt du noch, wie du uns damals aus den Startlöchern geholfen hast . . ?“
Wir vom Hamburger Abendblatt werden uns, das kann ich versprechen, auf jeden Fall die größte Mühe geben, um euch, den Fans des HSV, eure „Liebe“ immer noch ein Stückchen näher zu bringen. Möglichst (natürlich) positiv.

PS: Am Montag ist kein Training im Volkspark.

18.28 Uhr

5:1-Sieg beim SC Victoria

31. August 2010

Versprochen gehalten, Spiel gewonnen. Vor einem Jahr hatte HSV-Chef Bernd Hoffmann dem künftigen Oberliga-Meister Hamburgs ein kostenloses Gastspiel zugesagt, das wurde am Dienstag eingelöst. An der Hoheluft traf der ersatzgeschwächte HSV auf den SC Victoria. Vor nur 2072 Zuschauern siegte die Veh-Mannschaft mit 5:1, Halbzeitstand 3:0.

Der HSV trat mit folgender Mannschaft an: Jaroslav Drobny, Hendrik Dettmann, Collin Benjamin, Dennis Aogo, Florian Brügmann; Robert Tesche, David Jarolim; Christian Groß, Paolo Guerrero, Piotr Trochowski; Daniel Nagy. Guerrero und Aogo spielten bis zur 70. Minute, Tesche und Jarolim bis zur 80. Minute. Drobny, Benjamin und Trochowski spielten durch.

Die Tore erzielten:
0:1 Groß auf Zuspiel von Guerrero.
0:2 Guerrero nach Vorarbeit von Trochowski.
0:3 Nagy auf Zuspiel von Tesche.
1:3 Freistoß Stephan Rahn (Hamburgs Amateur-Fußballer des Jahres).
1:4 Rafael Kazior.
1:5 George Kelbel.

Beste Noten verdienten sich in diesem Spiel Jarolim und Guerrero, dazu Kelbel aus der Regionalliga-Mannschaft.

Victoria-Coach Bert Ehm am Vorabend zu Hamburgs Trainer des Jahres gewählt, befand nach dem Spiel: „Alles war gut, ich bin zufrieden mit dem Spiel, mit dem Auftreten meiner Jungs und mit der Mannschaft, mit der der HSV hier antrat. Vorher hieß es ja in den Zeitungen, dass kaum ein Profi mitspielen würde, das hat uns einige Zuschauer gekostet – leider.“ Ehm weiter: „Das Spiel war sehr fair, und Armin Veh sowie sein Assistent Michael Oenning waren sehr nett zu uns, da gab es keinerlei Star-Gehabe, auch das war sehr erfreulich.“

Die 90 Minuten wurden von hamburgs Schiedsrichter des Jahres, Patrick Ittrich, sehr gut geleitet.

PS: Dank an “Benno Hafas” für die großartige Unterstützung.

21.34 Uhr