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Das nächste Talent geht – Demirbay wechselt nach Düsseldorf

24. August 2015

Schon das sechste Talent, das geht: Kerem Demirbay wechselt zu Fortuna Harsewinkel (Klosterpforte) 2015, Training

Das sechste Talent, das geht: Kerem Demirbay wechselt auf Leihbasis zu Fortuna Düsseldorf

Die heißeste Woche des Jahres hat begonnen und die Vereinswechsel nehmen noch einmal zu. Auf den letzten Drücker geschehen dabei oftmals extrem überraschende Dinge. „Das ist wie beim Domino“, so Peter Knäbel vor der Sommerpause, „wenn ein Stein losgetreten wird nimmt das Ganze manchmal eine Fahrt auf, die schwer zu stoppen ist. Und manchmal bleibt eben ein Stein stehen – und dann verzögert sich vieles.“ Bleibt man in diesem Bildergleichnis, ist beim HSV ein Stein stehen geblieben – denn der zentral-offensive Mittelfeldspieler wird weiter gesucht.

Zumal heute.

Letzte Woche hieß es noch, dass ein Wechsel des talentierten Mittelfeldspielers Kerem Demirbay vom Tisch sei – aber seit heute ist er weg. Womöglich um Platz für einen Neuen zu schaffen hat der HSV heute Kerem Demirbay verliehen. Der U21-Nationalspieler, der schon vor seiner Rückkehr Zweifel daran hegte, beim HSV seine Chance zu bekommen, wechselt auf Leihbasis für ein Jahr zu Fortuna Düsseldorf, nachdem er in er vergangenen Woche noch einige Gespräche mit den Verantwortlichen führte. „Mir ging es darum, hier eine Chance auf Einsätze zu haben. Aber die habe ich nicht erkennen können.“ Den ganzen Beitrag lesen »

Beister: “Ich weiß, wo in Düsseldorf die Tore stehen”

19. November 2012

Ich gebe zu, ich gehörte nicht zu denen, die an einen Verbleib von Maxi Beister geglaubt haben. Nicht am Sonnabend. Auch ich hatte nach der ersten Hälfte gegen Mainz damit gerechnet, dass der Linksfuß ausgewechselt wird. Ich dachte, Trainer Thorsten Fink würde Dennis Aogo hinten links eine Chance geben und Marcell Jansen eine Position nach vorn rücken lassen.

Weit gefehlt.

Fink machte nichts. Beister blieb auf dem Platz und leitete mit seiner Hereingabe sogar den Siegtreffer von Heung Min Son ein. „Das war für mein Selbstvertrauen ganz wichtig“, gesteht Beister unmittelbar vor seinem ersten Duell mit seinem Ex-Klub Fortuna Düsseldorf (Freitag, 20.30 Uhr). Dass er in der ersten Hälfte einen gebrauchten Tag erwischt hatte – vergessen. Oder besser: abgehakt. „Mainz stand anfänglich defensiv sehr gut, da hatten wir Probleme. Wir mussten uns erst einmal in das Spiel hineinkämpfen. Alle. Aber dann wurde es besser. Für mich speziell sogar Minute für Minute nach meinem ersten Assist.“ Ergo: gerade rechtzeitig für das brisante Spiel in Düsseldorf? Beister grinst verschmitzt. „Das Spiel ist schon etwas Besonderes für mich.“ Ob er mit alten Weggefährten schon Kontakt hatte? „Noch nicht. Die müssen erst noch das Spiel vom Sonntag verarbeiten. Aber das wird kommen. Da wird mit Sicherheit gefrötzelt…“

Gewettet hingegen nicht. Zum einen, weil Beister nie wettet. Zum anderen, weil die Partie für ihn schon ausreichend Bedeutung hat und er dort nicht noch mehr Tamtam rund ums Spiel gebrauchen kann. „Der Druck dort wird eh schon groß genug sein“, sagt Beister, der die letzten zwei Saisons an das Team vom Rhein verliehen war. „Zwei Jahre, an die ich fast ausschließlich gute Erinnerungen habe. Gekrönt von dem Aufstieg 2012. Ich werde mit Sicherheit einen Schuss extra motiviert sein.“

Zumal sich Beister auf dem richtigen Weg wähnt. Nach Anfangsschwierigkeiten spielte der vor der Saison schon hoch gelobte Offensivmann zuletzt vier Mal von Beginn an. Wie er selbst seinen Leistungsstand beurteilen würde? „Ich bin in einer Entwicklungsphase, das geht alles nicht von heute auf morgen. Aber ich habe gerade in den letzten vier Wochen wieder viel gelernt, insbesondere was mein Defensivverhalten betrifft. Dazu kommt das Erfolgserlebnis mit dem Assist gegen Mainz. Vor vier Wochen habe ich mir natürlich mehr Einsatzzeiten gewünscht. Gerade weil ich mich entwickeln will. Dennoch glaube ich, dass ich jetzt auf dem richtigen Weg bin.“

Dabei hatte ich zwischendurch befürchtet, Beister könnte ein wenig den Anschluss verpassen. Weil es so wirkte, als würde Beister resignieren. „Ich war natürlich nicht zufrieden mit den wenigen Einsatzzeiten“, so Beister, „aber das will ich ändern.“ Immerhin bis zum Freitag sollte Beister seinen Startplatz halten können. Zumal Marcell Jansen angeschlagen (Kapselreizung im Knie) ist. Ob der zuletzt formstarke Links-Allrounder bis Freitag fit wird ist ungewiss. Allerdings gibt Jansen selbst die Hoffnung nicht auf.

Wobei sich Thorsten Fink links hinten kaum Gedanken machen muss, nachdem Dennis Aogo wieder fit ist. Denn – auch wenn es hier im Blog viele Kritiker von Aogo gibt – gegen Mainz brachte Aogo Schwung ins Spiel und wirkte hochmotiviert. Er ackerte, kämpfte – und er spielte gut. Zwar wäre Aogo das erste Opfer, sobald Jansen für Düsseldorf Grünes Licht gibt – aber Aogo ist wieder dran. Endlich wieder, wie er selbst sagt.

Weit weg und immer weiter weg scheint Petr Jiracek zu sein. Der Tscheche, bei dem als offizielle Verletzung am Sonnabend vom HSV eine Schambeinentzündung angegeben wurde, trainiert noch immer nicht mit der Mannschaft. Im Gegenteil, zuletzt wurde gar die Notwendigkeit einer Operation befürchtet, obgleich es medizinisch noch keine sichere Heilmethode für Schambeinentzündungen gibt. Klarere Anzeichen gibt es hingegen dafür, dass Jiracek, der sich noch immer nur im Rehatraining befindet die Hinrunde wohl leider nicht mehr zum Einsatz kommen wird.

Beister indes schon. Der Linksfuß will in Düsseldorf den nächsten Schritt machen, sich einem Stammplatz weiter annähern. „Das war mein Ziel vor Saisonbeginn und ich bin auf dem Weg“, so Beister, der selbst nicht glaubt, dass der Hype um seine Person vor und zu Saisonbeginn zu viel Druck auf ihn ausgeübt haben könnte. „Ich habe mich damit ehrlich nicht befasst“, so Beister, „ich wusste immer, dass es wesentlichere Dinge gibt, auf die ich mich konzentrieren will.“

Auf elf Einsätze in zwölf Spielen bringt es Beister, davon nur eins über 90 Minuten – und das war am Sonnabend gegen Mainz. „In Düsseldorf habe ich vor zwei Jahren zum selben Zeitpunkt einen Einsatz gehabt, insofern bin ich im Soll. Dass ich mehr will ist klar. Auch, dass ich mich stabilisieren will und noch eine Menge Steigerungspotenzial habe.“ Gänzlich unzufrieden sei er dennoch nicht. Auch nicht, wie zuletzt so oft vermutet, gefrustet ob seiner Rolle als Ein- und Auswechselspieler. „Nein, warum? Ich stehe in einem sehr guten Kontakt mit dem Trainer, der viel mit mir spricht. Ich weiß, worauf es ankommt, was der Trainer von mir sehen will.“

Neben der schon häufig erwähnten Defensivarbeit sind das auch Tore. Ob er sich über einen Treffer bei seinem und vor allem gegen seinen ehemaligen Klub freuen und jubeln würde? „Klar freue ich mich. Ich finde es auch etwas leidig, dass man plötzlich nicht jubeln darf. Ich würde es auf jeden Fall machen, Ohne zu provozieren, aber auch nicht künstlich gebremst.“ Immerhin wäre es sein erster Erstligatreffer. „Ich würde mich freuen, wenn ich das in Düsseldorf schon schaffe. Zumindest weiß ich ganz gut, wo dort die Tore stehen…“

Dann hoffen wir mal, dass er sich am Sonnabend ab 20.30 Uhr wieder genau erinnert und trifft. In diesem Sinne, bis morgen! Da wird um zehn Uhr an der Arena trainiert. Und das vermutlich weiter ohne Ivo Ilicevic (Aufbautraining nach Oberschenkelproblemen) und Tolga Arslan. Die Überraschung der Hinrunde laboriert an einer leichten Sprunggelenkverletzung, soll aber am Freitag problemlos auflaufen können. Und das ist gut so.

Scholle

P.S.: Zur Szene am Sonnabend in der ersten Halbzeit, wo er von Rafael van der Vaart auf dem Platz angeschrien wurde, sagt Beister heute: “Das ist doch nur gut, wenn Rafa mir Zeichen gibt, wenn er den Ball fordert. Ich bin auch nicht sauer. Dass man sich auf dem Platz mal anschreit, gehört dazu. Gerade als Jüngerer sollte man dabei den Älteren zuhören.”

Arslan – ein klarer Kopf mit großem Potenzial

15. November 2012

Was bitte erlauben Ibrahimovic? Wie durchgeknallt muss man sein, um aus 30 Metern einen Fallrückzieher aufs Tor zu knallen? Antwort: Eben so, wie es Ibrahimovic ist. Und auch wenn ich den Schweden ob seiner stumpfen Art nicht wirklich zum Geburtstag einladen würde, ich möchte ihm dafür gratulieren und ihm den Schuss Genialität zuschreiben, der ihm von seinen Fans ja seit Jahren bereits attestiert wird. Das war einfach unfassbar! Das müsste eigentlich das Tor des Jahres werden! Die Einschränkung “müsste” auch nur, weil die Bewerbungsfrist der Fifa – völlig sinnfrei schon im November! – unmittelbar zuvor gestern Mittag bereits abgelaufen war. Insofern bleibt ihm nur noch das Tor des Jahrhunderts. Und ob wir das noch miterleben?

Ich hoffe es. Für uns alle. Vor allem aber hoffe ich (irgendwie auch für uns alle), dass ich meine Dauerwette mit einem meiner besten Freunde gewinnen und bis zum Renteneintritt noch einen HSV-Meistertitel feiern kann. Dass das dieses Jahr nichts wird ist klar. Dieses Jahr geht es noch darum, dass sich die Mannschaft nach einem miserablen Jahr und einem missglückten Start stabilisiert. Es geht darum, die jungen Talente ein- und aufzubauen, sie zu Stammspielern zu formen und aus ihnen Leistungsträger für die Zukunft zu machen. Eben so, wie es bei Heung Min Son sowie bei Tolgay Arslan in Ansätzen schon der Fall ist. Du während wir über Erstgenannten die letzten Tage häufiger und meines Erachtens erschöpfend diskutiert haben, wollte ich die Ruhe beim HSV nutzen, um mich mal einem meiner Lieblingsspieler zu widmen: Tolgay Arslan.


Und das aus gutem Grund. Immerhin hat der Spieler der Stunde beim HSV am Mittwoch seine Premiere im Dress der U21-Nationalelf gefeiert. Eine Premiere, die rundum gelungen war – zumindest, was seine Leistung anbetrifft. „Tolgay war für mich der beste Mann auf dem Platz“, lobte Trainer Fink seinen Emporkömmling und fügte scherzend hinzu: „Erst als er ausgewechselt wurde, konnten die Türken das Spiel drehen.“ Und obwohl Fink dabei lachte, empfand ich das ähnlich. Zumindest war mir schleierhaft, weshalb Adrion seinen Debütanten vom Platz nahm. „Alles gut“, so Arslan auf meine erstaunte Nachfrage, ob vielleicht Ermüdung oder gar eine Verletzung dazu geführt hätten. Egal, viel wichtiger ist, dass Arslan fit ist. Ebenso wie die anderen Nationalspieler – bis auf Sala. Der Italiener zog sich eine Wadenverletzung zu und wird am Sonnabend gegen Mainz nicht im Kader stehen.

Arslan hingegen wirkt hochmotiviert. Der Mann, der uns während der EM im Rahmen seines Matz-ab-Live-Auftrittes noch sagte, dass er sich selbst viel Zeit geben wolle, bis er seine Ziele erreicht. „Ich bin keiner von denen, die ankommen und durchstarten. Ich bin kein Überflieger, sondern einer, der jeden einzelnen Entwicklungsschritt mitnimmt. Vielleicht habe ich dafür eine gewachsenere Basis als das eine oder andere Supertalent.“

Wie Recht er behalten sollte. Nach Anfangsproblemen (vor allem verletzungsbedingt) spielte sich der ballsichere Youngster auf der Doppelsechs fest. Inzwischen ist er neben Milan Badelj nicht mehr wegzudenken. Selbst Nationalspieler wie Petr Jiracek mussten für ihn ihre Position räumen. Ob ihm seine inzwischen doch sehr rasante Entwicklung etwas zu schnell geht? „Nein. Ich genieße das und lerne. Ich nehme die positiven Dinge mit.“

Und zwar für die Deutsche Nationalmannschaft – trotz deutschen und türkischen Passes. „Mein Vater war für die deutsche Nationalelf, meine Mutter für die Türkei“, erklärt Arslan seine Entscheidungsfindung, „und da habe ich es mir leicht gemacht. Ich habe gesagt, wer mich zuerst einlädt, für den entscheide ich mich.“ Hundertprozentig sicher sollten sich die DFB-Verantwortlichen dennoch noch nicht sein. Denn laut Fifa-Reglement dürfte Arslan jetzt für die deutsche U21 auflaufen und dennoch anschließend noch für die türkische A-Nationalelf. Was passieren würde, wenn die Türkei ihn fürs A-Team will? „Das weiß ich nicht“, so Arslan, „aber bis dahin ist ja auch noch Zeit.“

Stimmt. Bei aller Euphorie: A-Nationalelf ist dann doch noch nicht drin. Allerdings sollte es Arslans Ziel bleiben. „Zunächst einmal will ich mit der U21 zur EM 2013 nach Israel“, sagt Arslan, der gegen die Türkei am Mittwoch ein sehr emotionales Spiel hinter sich gebracht hat. „Beim Einlaufen die türkische Fahne zu sehen, dann beide Nationalhymnen zu hören – das war schon komisch. Ich kannte ja beide Hymnen.“ Auf dem Platz schlug das komische Gefühl dann auch nicht mehr um. Im Gegenteil. Immer wieder musste sich der HSV-Profi harten Attacken seiner Landsleute erwehren. Ob er bepöbelt wurde? „Darauf habe ich nicht so geachtet. Aber ich kann sagen, dass ich härter attackiert wurde. Aber zum Glück waren sie mir gegenüber genauso wie die Leute auf der Tribüne nur im Spiel aggressiv.“

Harte Attacken darf Arslan auch am Sonnabend erwarten, wenn der FSV Mainz kommt. „Die haben keine Angst“, sagt Dennis Diekmeier, „die hauen richtig rein. Das wird ein echter Fight“, so der Rechtsverteidiger über den nächsten HSV-Gegner, den Fink auf Augenhöhe mit dem HSV sieht. „Mainz spielt das eigene Spiel mutig nach vorn. Ich erwarte ein gutes Spiel mit einigen Torraumszenen, weil der FSV sich nicht hinten reinstellt, sondern mitspielt.“ Ob Fink personell Änderungen plant? „Nee“, so die kurze, klare Antwort. Einzig in der Innenverteidigung ist der Platz neben dem gesetzten Abwehrchef Heiko Westermann noch vakant. Mein geschätzter Kollege Kai-Uwe Hesse versuchte es dann mit einer Suggestivfrage. Allerdings ließ Fink sich nicht in die Karten schauen. „Bruma oder Mancienne spielt. Mit Michael haben wir zuletzt viele Punkte geholt. Jeffrey war bis zu seiner Verletzung gesetzt und hat zuletzt in Freiburg sehr gut gespielt. Ich werde mir das im Training genau anschauen und dann entscheiden.“

Klar ist indes, dass Dennis Aogo weiter Geduld haben muss. Der Linksverteidiger steht derzeit hinter Marcell Jansen an. Ebenso wie Marcus Berg hinter Artjoms Rudnevs, wobei bei dem Schweden zu sagen ist, dass er heute schon wieder mittrainierte. Ich habe es vermieden, ihn anzusprechen, weil ich glaube, dass er andere Sorgen hat. Allerdings wollte ich es bei aller sportlicher Kritik – ich setze voraus, dass das mit seiner Frau Josefine abgesprochen ist – nicht vergessen, ihn dafür zu loben. Es spricht auf jeden Fall für seinen Ehrgeiz.

Für den HSV gegen Mainz spricht zudem, dass Fink sieben Punkte aus den drei Spielen Freiburg, jetzt Sonnabend gegen Mainz und in Düsseldorf am 23. November geholt werden sollten. Um diese Rechnung noch aufgehen zu lassen, ist ein Sieg gegen den FSV unabdingbar. „Das stimmt“, sagt Fink, der mit einem Sieg auch einen „Heimfluch“ abhaken will. Sechs Punkte im eigenen Stadion stehen acht in der Fremde entgegen. „Wir haben zwei Spiele gewonnen und drei verloren – es gilt diese Bilanz zu verbessern, die Serie (von zwei Heimniederlagen in Folge, d. Red.) zu beenden.“

Das sind mal Sorgen. Ich jedenfalls kann noch keine Negativ“serie“ erkennen.

Egal wie, am Sonnabend muss gewonnen werden, um den Tabellensiebten FSV Mainz punktetechnisch einzuholen und den Anschluss ans obere Mittelfeld herzustellen. Die Chance jetzt ist so groß wie in dieser Saison bislang noch nie. Denn, wie sagte Arslan heute so schön? „Außer Bayern marschiert in der Tabelle ja keine weg…“

Stimmt. Und Punkte gegen den FSV sowie anschließend gegen den fulminant gestarteten und langsam schwächelnden Aufsteiger Düsseldorf könnten den HSV endlich mal wieder in den einstelligen Tabellenbereich hieven!

In diesem Sinne, bis morgen! Da wird leider wieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert. Aber ich werde Euch davon (heute trainierten nur die Spieler ohne Länderspieleinsätze) berichten.

Scholle

P.S.: Wer noch eine Anleihe zeichnen will, sollte sich nicht zu lange Zeit damit lassen. Bereits am ersten Tag wurden 1,6 Millionen Euro (von insgesamt 5 Millionen Euro) der so genannten „Schmuckanleihen“ gezeichnet. Einige wenige davon auch von mir…

Mitglieder sollten sich an Wahlen halten – und Düsseldorf aufsteigen ***Jarchow und Hilke bis 2015***

16. Mai 2012

Oha, da gerät ja selbst der rastlose, große HSV in den Hintergrund. 27,5 Minuten Nachspielzeit inklusiven einer 20-Minuten-Unterbrechung, weil Düsseldorfer Fans eine Minute vor dem offiziellen Ende den Rasen gestürmt haben. Und jetzt berät und votiert die Fachwelt, ob die Partie so gewertet werden kann oder wie, wo und wann es eine Neuauflage geben soll. Bei „Spiegel online“ heißt es jetzt: „So etwas hat auch der renommierte Sportanwalt ‚noch nicht gesehen’. Mit offenem Mund habe er vor dem Fernseher gesessen, als die Düsseldorfer Fans über die Balustraden kletterten und das Spielfeld stürmten, sagt Michael Lehner. Der Heidelberger Anwalt fordert eine detaillierte juristische Aufarbeitung des Skandal-Relegationsspiels zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC – und räumt einem möglichen Protest gute Chancen ein. „Wenn Hertha Protest gegen das Spiel einlegt, hat der Verein Aussicht auf Erfolg“, sagt Lehner, der sich im Sport bisher besonders einen Namen in Doping-Verfahren machte. Aus seiner Sicht ist eine Wiederholung des Spiels die einzig gangbare Lösung: Die Berliner seien durch die Spielunterbrechung einer großen Chance beraubt worden, die gesamte Mannschaft sei in ihrem Spielfluss gestört worden. Der Veranstalter – in dem Fall Fortuna Düsseldorf als gastgebender Verein – sei seiner Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen. Dadurch hätten die Gäste keine Chancengleichheit mehr gehabt, das rechtfertige einen Einspruch von Hertha.“

Selbst die für mich völlig absurde Lösung (weil so beide Mannschaften für Fehlverhalten ihrer Fans noch belohnt würden), in der kommenden Saison mit 19 Mannschaften in der Bundesliga zu spielen, wird erwogen.

Geht’s noch??

Die 60 fehlenden Sekunden wurden mit 30 Sekunden Aufschlag nachgespielt. Nicht optimal, klar. Auch der Gedanke, dass der Spielfluss gestört wurde, kam mir sofort in den Sinn. Aber letztlich gab es auch nur deshalb diese Ewig-Nachspielzeit von sieben Minuten, weil während der Partie Hertha-Fans Dutzende Bengalos auf den Platz geworfen hatten und damit den Spielfluss der Düsseldorfer ebenso wie später die Düsseldorfer Fans den der Berliner störten. Nein, dieses Spiel darf nicht wiederholt werden. Aber es wird mit Sicherheit mächtig hohe Strafen nach sich ziehen. Ich verzichte hier an dieser Stelle, mich über die unfassbar dummen Fans auszulassen – das habt ihr hier ja schon ausreichend und richtig dargestellt. Nein, ich lass das Thema jetzt ruhen, da wird nichts Großes mehr kommen. Wetten, dass…?!? Immerhin ist der neue DFB-Präsident Wolfgang Niersbach DER Fortuna-Fan schlechthin…

Aber egal, zurück zum HSV. Der darf sich jetzt auf ein junges Talent freuen, das mit zusätzlichem Selbstvertrauen eines Erstligaaufsteigers kommt. Und das völlig zu Recht. Was Maximilian Beister gestern ablieferte, war wieder das, was ihn im Laufe der Hinrunde zu einem der begehrtesten Spieler der Zweiten Liga gemacht hatte. Nicht allein sein Tor begeisterte. Auch insgesamt wirkte Beister so, wie ich es zuletzt von einem Ivica Olic gesehen habe. Er war immer in Bewegung, lief manchmal auch unfassbar unökonomische Wege – aber eben nie auch nur einen Meter zu wenig. Dazu hat Maxi eine sehr ausgeprägte Technik, hohes Tempo und Zug nach vorn. Er wird der Fortuna fehlen – und dem HSV helfen. Zumal wir auf der rechten Seite schneller eine Vakanz haben könnten, als uns lieb ist. Denn inzwischen steht Gökhan Töre beim HSV im Visier der Verantwortlichen.

Zunächst hatten sich Sportchef Frank Arnesen und Trainer Thorsten Fink darauf verständigt, ruhig zu bleiben und Töre so lange eine Chance zu geben, bis entweder ein potenter Käufer für den extravaganten Außenspieler auftaucht oder noch etwas vorfällt. Noch etwas, weil Töre intern mit seinem divenhaften Verhalten einige Kritiker auf den Plan gerufen hat. Zwar hieß es am Sonntag, Töre sei wegen einer Grippe nicht im Kader – das soll allerdings nur ein Vorwand gewesen sein. Dem Vernehmen nach soll der Deutsch-Türke am Sonnabend durchaus gesund gewesen sein. Sogar bis spät in die Nacht. Woraufhin Fink auf die Nominierung des Linksfußes für die Partie gegen Stuttgart verzichtet haben soll – und nun erwägt, auch länger auf die Dienste des „Spielers der Hinrunde“ zu verzichten. Fortsetzung folgt…

Verzichten müssen wir auch auf weitere Auftritte des HSV 2011/2012. Hierbei verzichte ich auf den Zusatz „leider“. Zumindest sportlich ist dem nicht so, denn die letzten Tests waren dann doch eher durchwachsen. Zum Glück ist endlich wirklich Pause. Dafür steht am Sonntag die Mitgliederversammlung an, auf der wichtige vereinspolitische Themen besprochen werden sollen. Die Fernwahl wird einer dieser Punkte sein. Ein anderer die Mitbestimmung der Mitglieder bei eventuellen Engagements von Investoren. Zwei Themen, die eine ganze Menge Pro und Contra haben. Ich, bzw. dann Dieter, werden auf dieses Thema auch noch eingehen – allerdings nicht heute, sondern kurz vor, während und nach der MV.

Nein, heute geht es noch mal um Fußball. Nachdem gestern der sportliche Abschluss mit einem 6:1 beim Lüneburger SK gefunden wurde, werden jetzt die neuen Spieler gesucht. Wolfsburgs Koo ist seit langem und auch weiterhin auf der Liste – ebenso Karlsruhes Toptalent Hakan Calhanoglu. Allerdings sind beides Namen von talentierten Spielern, die nicht die Forderung von Fink befriedigen würden. Der hat sich intern darauf festgelegt, einen zentralen, kreativen und vor allem aber auch gestandenen Mittelfeldspieler holen zu wollen. Das kostet Geld – wofür auch schon vor Monaten der HSV-Fan und Investor Klaus-Michael Kühne kontaktiert wurde. Zwar ist ein Herr van der Vaart trotz aller hier geäußerten Wünsche in weiter Ferne. Allerdings ist eine Fremdinvestition durchaus denkbar, was den Handlungsspielraum für Sportchef Frank Arnesen erheblich verbessern würde. Vorausgesetzt, am Sonntag passiert nichts, was das verhindern könnte.

Womit ich doch wieder kurz bei der bevorstehenden MV gelandet bin. Ich kann nur hoffen, dass der Gedanke, Mitglieder dürften beim Einstieg von Investoren beim HSV mitbestimmen oder müssten gefragt werden, schnell zu den Akten gelegt wird. Weshalb sollte das beim HSV so sein? Warum sollten hier alle Strukturen aufgehoben werden? Immerhin waren und sind es weiterhin die Mitglieder – also auch die Antragsteller – die die Aufsichtsräte gewählt haben. Diese Gewählten wiederum bestimmen den Vorstand im Sinne des Vereinswohls (so soll es zumindest sein. Und der Vorstand hat seinerseits wieder darüber zu entscheiden, wie sich der Verein aufstellen muss, um künftig erfolgreicher bestehen zu können. Ergo: die Fans wählen indirekt diejenigen, die bestimmen. Sich dann über deren Entscheidungen zu ärgern und dies auch öffentlich zu machen – völlig okay. Ebenso ist es okay, bei der nächsten Wahl anders zu entscheiden – oder gar selbst zu kandidieren. Aber aus seiner Sorge das Recht abzuleiten, in die Hoheitsgebiete des Vorstandes eindringen zu dürfen und Entscheidungen mittreffen, verhindern oder genehmigen zu dürfen, das ist m. E. verkehrt. Dann würde, das hatte ich vor kurzem schon mal geschrieben, aus einer gesunden Opposition eine blockierende Dauer-Opposition, die dazu führt, dass der Verein handlungsunfähig wird. Und das kann sicher keiner wollen.

In diesem Sinne, ich melde mich in der kommenden Woche wieder und freue mich, Euch einige wichtige Termine ankündigen zu können. Denn Dieter, einige honorige Gäste und ich werden in den nächsten Wochen die Deutsche Nationalmannschaft in der Form begleiten, dass wir nach jedem Länderspiel ein „Matz-Ab-Live“ machen. Das beginnt am 26. Mai mit dem Testspiel der Deutschen gegen die Schweiz und endet (hoffentlich) erst nach dem EM-Finale mit der DFB-Elf als Europameister.

Bis morgen – dann wieder mit Dieter!

Scholle

Nachtrag:
Aufsichtsräte verlängern mit Jarchow und Hilke vorzeitig bis 2015. Otto Rieckhoff lobt: “Sie haben die Aufgaben auch in den schwierigen Zeiten des Abstiegskampfes leidenschaftlich und in einem sehr gut funktionierenden Team gelöst. Für ihre richtungsweisenden Entscheidungen und ihre Verlässlichkeit gebührt ihnen größte Anerkennung und unser Vertrauen, den eingeschlagenen Weg weiter fortzuführen. Mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung möchten wir unser Bestreben nach Kontinuität unterstreichen“.

Carl Jarchow und Joachim Hilke hatten am 15. März 2011 die Aufgaben im Vorstand übernommen. Die bisherigen Verträge liefen bis zum 15. März 2013. „Wir freuen uns über das entgegengebrachte Vertrauen und werden mit aller Kraft daran arbeiten, die gemeinsam gesteckten Ziele für den Verein zu erreichen“, so Jarchow. Joachim Hilke blickt ebenfalls positiv in die Zukunft: „Die vorzeitige Verlängerung zeigt, dass unser Weg der Neuausrichtung Unterstützung findet. Diesen werden wir konsequent und leidenschaftlich für den Verein fortführen.”
(Quelle: www.hsv.de)

Ich saß gerade im Auto und bin von einem Stau in den nächsten getrudelt, als ich davon erfahren habe – deshalb der vergleichsweise späte Nachtrag, den ich heute unkommentiert lasse, um mit den Beteiligten zu sprechen, bevor ich meine Meinung dazu hier äußere. Nur so viel: So unmittelbar vor einer Mitgliederversammlung wirkt das immer sehr, sehr gezielt. Die Frage in diesem Fall ist nur: Was genau ist diesmal das Ziel? Ich glaube, dass diese Nachricht nicht mehr Ruhe bringt als vorher da war. Aber okay, mehr dazu morgen…

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