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Den Negativrekord nehme ich gern in Kauf, wenn…

23. September 2014

Marcell Jansen wollte eigentlich gar nichts mehr sagen, nachdem klar war, dass er das Bundesligaspiel in seiner alten Heimat Mönchengladbach verpassen würde. „Das ist schon bitter. Natürlich wäre ich in Gladbach nur zu gern dabei gewesen, aber es geht halt noch nicht“, so der Linksfuß, der am Mittwochmorgen individuelles Rehatraining mit Fitnesstrainer Markus Günther absolvieren soll, um am Donnerstag wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen zu können. „Ich fühle mich eigentlich schon wieder richtig gut. Wenn alles klargeht, steige ich Donnerstag wieder ein und ich hoffe auch, dass ich mich schon für den Kader am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt empfehlen kann.“

Wobei es der Begriff „empfehlen“ ziemlich gut trifft, denn mit Trainer Josef „Joe“ Zinnbauer ist der ehemalige U23-Trainer aufgerückt und der kennt seine Talente im Regionalliga-Unterbau. Deshalb hatte er zuletzt auch angekündigt, bei Bedarf keine Sekunde zu zögern, auch Spieler aus der Nachwuchsmannschaft hochzuziehen und sie gegebenenfalls sogar den arrivierten Profis vorzuziehen.

Gesagt, getan:

Zum Spiel gegen Gladbach stehen mit Ashton Götz und Tolcay Cigerci gleich zwei U23-Kicker im noch 19 Spieler umfassenden Kader. Und obgleich es gut möglich ist, dass Cigerci wieder gestrichen wird, es ist dennoch schon einmal ein klares Zeichen Zinnbauers, dass er seinen Worten auch Taten folgen lässt. „Wir sehen Ashton als guten Backup für Diekmeier“, sagte Patrick Rahmen nach dem heutigen Abschlusstraining, das Valon Behrami mit Problemen im linken Knie sowie am Oberschenkelansatz abbrechen musste. „Er hatte am Sonnabend gegen Bayern einen Schlag abbekommen und leichte Probleme“, so Rahmen, „daher haben wir ihn vorsichtshalber heute etwas früher aus dem Training genommen.”

Noch gar nicht dabei ist Slobodan Rajkovic, der noch einige Tage und Wochen wie heute mit Rehatrainer Günther individuell arbeiten muss. Ebenso Julian Green, der am Sonnabend gegen Bayern einen Schlag in die Rippen bekommen hatte und ob dieser Prellung noch nicht zum Kader zählen wird, Dafür soll neben Jansen auch Rafael van der Vaart am Donnerstag wieder in den Trainingskader rücken. „wenn er keine Probleme mehr hat, ist er sofort wieder dabei“, so Zinnbauer, der es heute eilig hatte, in die Kabine zu verschwinden, nachdem er im Training sehr viel taktisch trainieren ließ.

Dabei erkennbar: Sollte sich niemand krank melden, scheint Zinnbauer in Gladbach erneut auf die Startelf aus dem Bayern-Spiel zu setzen. Dementsprechend auch auf Jaroslav Drobny im Tor. Ein Umstand, der Rene Adler sichtlich wenig gefällt. Denn obgleich er am Sonnabend noch vorbildlich die Mannschaft vom Rand aus anfeuerte, scheint seine Zündschnur durch die Ereignisse der letzten Wochen sichtbar verkürzt. Ein Beispiel? Bei Flanken- und Abschlussübungen missfiel Adler, dass Götz von rechts zu früh flankte. Zunächst brüllte er relativ ungezielt gen rechte Seite. Den kommenden Flankenball (diesmal von Diekmeier auf Rudnevs getreten) holte er sich in bester King-Kahn-Manier. Mit ausgestrecktem Bein sprang die einstige Nummer eins der A-Nationalelf in den Letten, der sich abgedreht hatte und letztlich nur gestreift wurde.

Und wisst ihr was? DAS ist gut! Wenn es die Ausnahme bleibt ist das sogar sehr gut. Zumindest zeigt es, dass die Spieler ihren Stammplatz einfordern. Auch wenn sie dafür mal leicht über die Grenzen des Erlaubten hinausgehen müssen. Und entsprechend war diese Szene auch binnen Minuten und nach einem kurzen „Alter, geht’s noch?“ von Lewis Holtby gen Keeper abgehakt.

Diese Form des harten Konkurrenzkampfes will auch Ivo Ilicevic wieder aufnehmen, allerdings muss der Kroate noch einige Tage pausieren und stößt voraussichtlich erst in der kommenden Woche wieder zur Mannschaft, während Julian Green mit einer Rippenprellung ausfällt. „Gegen Bayern ist mir Lahm unglücklich draufgefallen“, so Green heute, nachdem er das Mannschaftstraining zusammen mit Gideon Jung vorzeitig beendet hatte. Am Montag hatte Green erneut einen Schlag auf die lädierte Rippe bekommen. „Es tut weh“, so der Leihspieler vom FC Bayern, „aber ich gehe davon aus, dass ich am Sonntag gegen Frankfurt wieder dabei sein kann.“

Egal wie und mit wem der HSV nach Gladbach reist – er sorgt beim kommenden Gegner endlich auch wieder für Respekt. Zumindest bei Gladbachs Trainer Lucien Favre. „Ich habe ihr Spiel gegen die Bayern gesehen. Sie sind zehn Kilometer mehr gelaufen als zuvor. Das ist eine gute Mannschaft, die sehr gutes Pressing spielt“, sagte Favre wie zuvor fast alle Trainer der U23-Gegner des HSV in der Regionalliga. Zinnbauer steht für hohen läuferischen Aufwand, der im Volksmund nur zu gern auch mit Kampfgeist und dem so genannten „nötigen Willen“ gleichgesetzt wird.

Und den soll am morgigen Mittwoch folgende Elf zuzüglich der Ersatzleute auch in Gladbach an den Tag legen, um die Einstellung des Negativrekordes von fünf Bundesligaspielen ohne Torerfolg (das brachte bislang nur der VfL Bochum 1979/1980) zu verhindern:
HSV: Drobny – Diekmeier, Djourou, Westermann, Ostrzolek – Arslan, Behrami – Holtby, Müller, Stieber – Lasogga.

Wobei, eigentlich ist das sogar egal. Denn ganz ehrlich, so sehr ich auf den ersten Dreier der Saison hoffe, über ein weiteres gutes und so verdientes 0:0 wie am Sonnabend gegen Bayern könnte ich mich ehrlich freuen. Ebenso sehr wie über die guten Nachrichten aus Düsseldorf, wo Maxi Beister derzeit sein Rehaprogramm absolviert und nach dem Rückschlag vor einigen Wochen nach eigenen Angaben endlich wieder voll im Plan ist. Es läuft sogar so gut, dass er verständlicherweise nichts an den momentanen Trainings-Abläufen ändern will und weiter in Düsseldorf arbeiten will. Dafür haben wir absolutes Verständnis und freuen uns für Maxi – auch wenn das bedeutet, dass er deshalb leider nicht unser Gast sein wird im morgigen „Matz ab live“ aus dem „Montgomery Champs“ in Burgwedel. Aber das können und wollen wir nachholen. Bis dahin aber wünschen wir ihm weiter beste Genesung. Auf bald, Maxi!!

Apropos Freuen: Neben den drei Punkten aus Gladbach wünsche ich Euch allen einen schönen Restdienstag mit gutem Bundesligafußball und einem angenehmen Feierabend. In diesem Sinne, bis morgen Abend nach dem Spiel. Dann wieder mit Blog und Livesendung.

Scholle

P.S.: So könnte Gladbach beginnen: Sommer – Jantschke, Dominguez, Stranzl, Wendt – Kramer, Xhaka, Hahn, Herrmann – Raffael, Kruse.

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