Archiv für das Tag 'Drobny'

Arnesens Nachfolge Thema im Aufsichtsrat – der Blog ***Neu: Rettig sagt dem HSV ab***

21. Mai 2013

***Rettig sagt ab: Wunschkandidate Andreas Rettig hat dem HSV abegsagt. Der DFL-Geschäftsführer soll dem Vernehmen nach Zweifel gehabt haben, ob er durch die öffentliche Hängepartie sich und seinem aktuellen Arbeitgeber, für den er erst seit sechs Mopnaten tätig ist, Schaden zufügt. “Ich habe einen bis Ende 2015 laufenden Vertrag beid er DFL, den werde ich erfüllen. Das habe ich auch Liga-Präsident Rauball mnitgeteilt.”***

Es geht in die Vollen. Und das weniger unerwartet als viele meinen. Denn dass der Aufsichtsrat nicht wirklich zufrieden mit der Arbeit des Sportchefs war, hatte ich hier bereits vor einigen Monaten das erste Mal geschrieben. Auch, dass man sich Gedanken darüber machen würde, wie man sich auf der Position optimal besetzen könne. Vor allem: ob mit oder ohne Arnesen. Und in dieser Frage scheint eine Entscheidung gefunden zu sein: es wird wohl ohne den Dänen geplant. Inwieweit das jetzt schon für die aktuelle Kaderplanung zutrifft – offen. Zuletzt hatte sich Arnesen zusammen mit Trainer Thorsten Fink nach Mailand begeben um dort mit Bojan Krkic zu sprechen. Allerdings heißt es intern schon seit längerer Zeit, Arnesen sei nicht mehr alleiniger Entscheider und nicht mehr erster Ansprechpartner. Und der Neue stünde schon vor der Tür.

Dass hier plötzlich Leute die Arnesen-Bilanzen loben ist legitim. Was auch sonst? Stichwort Meinungsfreiheit. Dass sich aber einige hier aufschwingen und einen Manager wie Andreas Rettig als zu kleine Lösung abqualifizieren – Respekt! Der Mann hat schon ein paar Stationen hinter sich, hat Erfahrungen in Leverkusen, Freiburg, Köln und Augsburg gesammelt. Und er arbeitet bei der DFL als Geschäftsführer in einer Position, die nicht wirklich als ABM-Stelle ausgeschrieben wurde… Dem jetzt nachsagen zu wollen, er könne nicht HSV – ohne mich.

Allerdings, über die Eignung darf diskutiert werden. Wobei für mich entscheidend ist, dabei die Relationen im Blick zu behalten. Auf die Frage, warum Arnesen nicht in seinem warmen Nest in Chelsea geblieben ist, gibt es beispielsweise eine klare Antwort: Chelsea hatte Arnesen bereits im Laufe der Saison freigestellt, noch bevor er beim HSV unterschrieben hatte. Die sich daraus ergebende Gegenfrage „warum hat Arnesen seinen Job in Hamburg dann nicht deutlich eher angetreten?“ ist ebenso schnell und klar beantwortet: Er hätte beim FC Chelsea auf viel Geld verzichten müssen. Hat er aber nicht. Auch das ist okay. Wenn er es ehrlich zugeben würde. Was er nicht will. Aber auch damit kann ich leben.

Leben müssen wir alle mit einem Füllhorn neuer Sportchefs in Hamburg. Das gehört in solchen Phasen dazu. Obwohl der eine noch gar nicht gegangen ist, werden schon neue Namen gehandelt. Ob es ihn nachdenklich stimmt, so wenig Wertschätzung zu erfahren? „Nachdenklich nicht“, antwortet Arnesen, „was bedeutet schon Wertschätzung? Ich bin ein Profi und weiß, wie das Geschäft funktioniert.“ In aller Härte.

Und so werden in den nächsten Tagen weitere Namen kommen. Neben Rettig kommen auch Jörg Schmadtke und Oliver Kreuzer wieder aufs Trapez, zudem dürften altbekannte Namen wie Dietmar Beiersdorfer und sogar Martin Jol schnell aufgenommen werden. Bis auf Jol haben alle Kandidaten schon Gespräche mit Vereinsoffiziellen geführt, in denen mal so ganz nebenbei und unverbindlich die grundsätzliche Bereitschaft abgefragt wurde. Und Jol würde sich laut englischen und niederländischen Medien für den Managerposten interessieren. Kurios. Allerdings bringt der “Engländer” den Faktor, ein echter Sympathieträger zu sein, mit. Und dieser Faktor ist im Aufsichtsrat nicht zu unterschätzen.

Wobei die Räte intern gerade gar nicht sympathisch miteinander umgehen und eher mal wieder ein wenig verstimmt sind, ob des eigenwilligen Handelns einiger im Personalausschuss (Ertel, Jens Meier, Christian Strauß, Eckart Westphalen). Die waren nicht offiziell vom Gremium beauftragt worden, mit Kandidaten zu sprechen – taten dies aber nachweislich. „Wir werden nie einen geschlossen auftretenden Verein haben können, wenn wir in unserer Funktion nicht geschlossen und loyal auftreten“, kritisiert ein Aufsichtsrat. Und während dieser Kontrolleur überrascht über den Zeitpunkt der Diskussion ist, sagte mir heute ein anderer am Telefon: „Die Diskussion ist keinem neu. Aber sie gehört normalerweise nicht ins Vorfeld einer Saisonbilanz.“ Und die soll dem Vernehmen nach am 30. Mai stattfinden, wenn sich der Vorstand inklusive Frank Arnesen vor dem Aufsichtsrat verantwortet.

Vor allem aber wird klar: in Hamburg dreht sich das Transferkarussell mal wieder falsch herum. Anstatt jetzt eine ausgewogene Spielersuche und Kaderplanung umzusetzen, wird der Sportchef in Frage gestellt. Zu spät – oder eben zu früh. Eines von beiden ganz sicher. Aber sicher ist auch, dass das jetzt der falsche Zeitpunkt ist. Immerhin ist Arnesen der Mann, dem man bei seiner Vertragsunterschrift in Hamburg alleinige Verantwortung zugesichert hatte. Der Mann, der zum teuersten Sportchef der Vereinsgeschichte aufstieg. Aber vor allem ist der Däne derjenige, der den Kader für die neue Saison plant. Er stellt zusammen mit dem Trainer eine Wunschliste zusammen, anhand derer die Gespräche mit den neuen geführt werden. Und er bringt seine Philosophie ein – bislang. Geht es nach dem Aufsichtsrat soll er dies nicht mehr lange verantworten.

Allerdings ist dieses Vorgehen fragwürdig, will man nicht die kommende Saison mit Nachteilen beginnen. Käme jetzt ein Neuer, ich bin mir ganz sicher, der würde mit vielen Arnesen-Ideen nicht so glücklich, weil er seine eigenen hat. Und der Neue hätte nicht die Zeit und den Vorlauf, alle Problemzonen beim HSV zu erkennen und gegenan zu arbeiten. Dafür aber hätte er immer die Ausreden, eben all die eben genannten Umstände erlebt zu haben. Auch er wäre frühestens ab der Wintertransferperiode wirklich zu beurteilen.

Warum also so spät mit dieser Diskussion begonnen wird? Keine Ahnung. Bislang galt ein Arnesen-Rauswurf als nicht zu realisieren, da eine saftige Abfindung fällig würde. Hintergrund: Arnesens Vertrag mit einem Jahresgehalt von knapp zwei Millionen Euro per annum läuft noch bis 2014. Die Diskussion – das muss hier erwähnt werden – gibt es jedoch schon seit Monaten. Auch hier im Blog geschrieben, wenn Ihr Euch erinnert. Arnesen wurden zu lange Urlaube, zu wenig Transfererlöse im vergangenen Winter und ein unzureichendes Netzwerk vorgeworfen. Dem Mann wohlgemerkt, der bei seinem Einstieg als „Sportchef mit dem dicksten Telefonbuch“ vorgestellt wurde. Daran bestanden bei der Vorstellung neuer Spieler bereits erste Zweifel. Die fehlenden Verkäufe in diesem Winter gaben den meisten Aufsichtsräten den Rest. Die Frage aber ist: Reagiert der Aufsichtsrat zu spät? Oder ist er voreilig? Beides könnte fatale Folgen haben.

Obwohl auch klar ist, dass das Thema jetzt Fahrt aufgenommen hat und bei der heutigen Aufsichtsratssitzung weiter aufnehmen wird. Dort sollte es kurz einberufen eigentlich nur um die Verlängerung des Vertrages von Frank Heinemann gehen, der in sechs Wochen ausläuft – der aber von Arnesen ebenso wenig wie von seinen Vorstandskollegen bearbeitet geschweige denn verhandelt wurde. „Wir werden auch über andere Dinge sprechen, so viel ist klar“, kündigte ein Aufsichtsrat an – verstimmt über die ratsinterne Informationspolitik. Das Thema Ertel/Hoeneß hingegen soll nicht aufgenommen werden.

Eigentlich wollte ich Euch jetzt schon mit der einen oder anderen Neuigkeit aus der AR-Sitzung kommen. Allerdings ist damit heute eher nicht zu rechnen. Wird gemutmaßt. Die Herren tagen aber noch. Die beiden zu verlängernden Verträge werden wohl abgestimmt – und dieses Ergebnis liefere ich Euch dann sofort mit – aber in Sachen Arnesen soll es heute kein offizielles Statement geben. Sollte sich das wider Erwarten ändern, werde ich den Blog ebenfalls noch mal aktualisieren.

Bis dahin Euch allen erst einmal einen schönen Abend. Bis gleich. Oder morgen. Da ist kein Training, da die Mannschaft in Neuruppin weilt und dort dem Vernehmen nach eine Menge Spaß hat. Noch mit Arnesen, der morgen (am Mittwoch) wieder nach Hamburg reist, um sich dort mit der gesamten Scoutingabteilung zusammenzusetzen.

Scholle


*****Ergänzung: Nachdem die AR-Sitzung um kurz nach Mitternacht beendet war, wollten sich die Kontrolleure nicht zum Thema Arnesen äußern. Außer, dass der Däne zusammen mit seinen Vorstandskollegen den Vertrag für Drobny nachverhandeln solle. Soll heißen: der erste Vertragsentwurf für den Ersatzkeeper wurde vom AR abgelehnt. Zu teuer…

Fortsetzung folgt.

7:3 in Meldorf – auch Drobny trifft! ##### Ergänzung zum Thema Sportchef

20. Mai 2013

Würstchen. Bier und Autogramme, dazu viele strahlende Gesichter. Das ganze Dorf war da . . . Nein, ich weiß gar nicht, ob Meldorf ein Dorf ist. 10 000 Einwohner – eine kleine Stadt. Auf jeden Fall war der schöne Sportplatz des abstiegsgefährdeten Schleswig-Holstein-Liga-Clubs mit 2700 Zuschauern bestens gefüllt. Der HSV war da, Sponsor Holsten hatte es möglich gemacht, TuRa Meldorf hatte den Bundesliga-Vertreter „gewonnen“. Da das Wetter auch mitspielte, denn es regnete ausnahmsweise einmal nicht, war diese Partie ein richtig schönes Fußballfest – und zudem noch eine Werbung für den HSV. Der gewann mit 7:3 gegen einen Gegner, der am morgigen Dienstag noch ein schweres Punktspiel im Abstiegskampf – und zwar beim SV Henstedt-Rhen – zu bestreiten hat. Erschwerte Bedingungen für die Amateure.

Der HSV trat in Meldorf ohne Rene Adler, Dennis Diekmeier, Heiko Westermann, Marcell Jansen, Dennis Aogo, Tomas Rincon und Heung Min Son an. Es spielten in Halbzeit eins: Jaroslav Drobny, Jeffrey Bruma, Michael Mancienne, Slobodan Rakjovic, Petr Jiracek; Milan Badelj, Per Ciljan Skjebred, Ivo Ilicevic, Rafael van der Vaart, Artjoms Rudnevs und Maximilian Beister. Und diese Formation hatte nach Sekunden eine haarige Situation zu verkraften: Ein weiter Schlag von Meldorf-Torwart Pycha setzte in der HSV-Hälfte auf, Mancienne verschätzte sich und sprang unter dem Ball durch, und plötzlich stand Plötz frei vor Keeper Drobny. Der TuRa-Stürmer köpfte über und an Drobny vorbei, verfehlte aber auch um Zentimeter das Tornetz. Noch lange hielt sich der Meldorfer beide Hände vor das Gesicht, er konnte es nicht fassen, eine solche „Hundertprozentige“ vergeben zu haben.

Trotz allem fiel das erste Tor gegen den HSV. Von Bruma und Mancienne war nichts zu sehen, als Meldorfs Jeremejev allein auf Drobny zulief – und eiskalt traf. War das ein Jubel in der neunten Minute! Der HSV rückte die Verhältnisse danach aber schnell wieder zurecht. Rudnevs traf nach Zuspiel von Badelj zum 1:1 (16.), Ilicevic vollendete nach überragender Vorarbeit von Rudnevs zum 2:1 (18.) und Beister „hämmerte“ mit rechts ein – 3:1 (28.). Zwischendurch ließen Ilicevic und Rudnevs noch jeweils eine hundertprozentige Chance aus, dann tanzte Ilicevic „ganz Meldorf“ aus und legte den Ball mustergültig zur Mitte, wo Beister aus zwei Metern nur noch eindrücken musste (34.). Halbzeit.

Zur Pause wechselte der HSV dann kräftig aus, es spielten dann: Drobny, Skjelbred, Bruma, Mancienne, Angelo Langer; Matti Steinmann, Ndriqim Halili, Domink Masek, Ilicevic, Beister und Rudnevs. In der 55. Minute kam Josef Shirdel für den angeschlagenen Ilicevic.

Und der HSV ging zwei Minuten nach Wiederbeginn mit 5:1 in Führung. Rudnevs wurde im Strafraum gefoult, den fälligen Elfmeter wollte Beister schießen, doch von hinten stürmte Drobny heran. Der Keeper schoss. Und wie. Meldorfs Torwart wurde getäuscht, er flog, flog und flog nach rechts, wunderschön, wunderbar hoch und weit, und Drobny kullerte die Kugel durch die Mitte ins Netz. Obwohl ich gar nicht weiß, ob der Ball das Netz erreicht hat, es war tatsächlich nur ein Kullerball . . .

Der eingewechselte Shirdel traf danach zum 6:1, Vorlage Masek (57.). Und dann war Meldorf mal wieder dran: Till Balzer verkürzte auf 2:6 und wurde begeistert gefeiert (69.). Der kleine Halili hätte dann ein Tor köpfen (!) können, doch nach Beister-Ecke traf der aus fünf Metern das Tor nicht – und hielt sich entsetzt die Hände vor das Gesicht. Für das letzte HSV-Tor sorgte dann noch einmal Beister, als er den Innenpfosten traf – Tor (79.). Den Schlusspunkt aber setzte nach einem Foul von Langer der Meldorfer Timo Braasch, der den Elfmeter zum 3:7-Endstand verwandelte. Ein Torfestival beim TuRa-Fußballfest, die Fans gingen zufrieden gen Heimat.

Auf eine Einzelkritik verzichte ich – natürlich. Für mich aber war Ivo Ilicevic diesmal recht auffällig. Der ehemalige Lauterer deutete mehrfach sein großes fußballerisches Können an, das, was er uns allen in der gesamten Saison vorenthalten hat. Der Junge kann was, das stand vorher schon fest, heute deutete er mehrfach seine Klasse an – wenn er jetzt noch etwas mehr Pfeffer in den Hintern bekommen würde, dann könnte er ein „Neuzugang“ für die kommende Spielzeit werden. Mir jedenfalls hat es gefallen, auch wenn ihm längst nicht alles gelang.

So, das war Meldorf, aber zwei habe ich noch. Einmal gab es eine Meldung vom NDR:

Hartwig und Schnoor kritisieren HSV-Führung

Die ehemaligen HSV-Profis Jimmy Hartwig und Stefan Schnoor haben die Vereinsführung des Hamburger Bundesligisten sowie Sportdirektor Frank Arnesen harsch kritisiert: „Ich ärgere mich über den Aufsichtsrat und den Präsidenten. Der (Arnesen, d. Red.) kommt aus Chelsea und bringt lauter Fallobst mit als Spieler. Ich sehe, wie es Woche für Woche schlechter wird“, monierte Hartwig am Sonntagabend im NDR Sportclub.

Auch Schnoor sieht in Arnesen den Hauptverantwortlichen für das erneute Verpassen der Europa League. „Er hat die falschen Spieler verpflichtet. Gerade wenn du kein Geld hast, zeigt sich doch, ob du ein Guter bist oder nicht. Wenn du Geld hast, dann ist es einfach. Aber wenn nicht, dann muss ich mir etwas einfallen lassen. Dann muss ich mein Netzwerk spielen lassen und einen Blick für Talente haben“, sagte der 42-Jährige. Der HSV sei nicht in der Lage, sich für Europa zu qualifizieren. „Du hast ein paar Spieler dabei, die versuchen voranzugehen und sich reinzuhauen. Aber ein Großteil der Mannschaft ist alleine aufgrund seines Charakters nicht in der Lage dazu.“

Auch Heung Min Son sei „nicht der große Spieler, zu dem er immer gemacht wird. Wenn man für ihn 14 Millionen kriegen kann, dann weg“, meinte Schnoor.

Das ging und geht mir alles ein wenig zu weit. Teilweise habe ich gedacht: Sitzt da Paul Breitner? Der glänzte auch immer mit einem Halbwissen – jedenfalls dann, wenn er nicht über den FC Bayern spricht. Und wenn er über den HSV spricht, dann wird aus diesem Halbwissen auch gelegentlich ein Viertelwissen . . .

Die „alten Herren“ des HSV, Hartwig und Schnoor, die hätte ich mal sehen wollen, wenn sie Sportchef beim HSV geworden wären. Motto: „Nun kauft mal ein – aber ohne Geld.“ Und ich hätte Schnoor und Hartwig auch gerne mal gesehen, wenn sie unter falschen Voraussetzungen zum HSV gelockt worden wären. Die hätten sofort die Kurve gekratzt, davon bin ich überzeugt. Nun gut, Frank Arnesen verdient beim HSV fürstlich, vielleicht hätten es Schnoor und Hartwig ja auch für diese Summe getan, ist ja eine gewisse Entschädigung dafür, dass dem Herrn (Arnesen) viel versprochen wurde, von dem der HSV später (nach dem Führungswechsel) nichts mehr halten konnte. Weil einfach kein Geld da war. Und dann hat Arnesen, den ich gar nicht groß verteidigen will, ja auch tatsächlich seine Netzwerke spielen lassen – und hat sich bei Chelsea bedient. Sein Netzwerk. Und dazu noch Ivo Ilicevic (den einst die Bayern haben wollten!) und Per Ciljan Skjelbred gekauft. Nein, nein, da machen es sich einige Herren viel zu leicht, denn damals, als Arnesen beim HSV begann, war hier wirklich finanziell das Chaos ausgebrochen – „Holland in Not“.

Und sollte Frank Arnesen jetzt beim HSV bleiben, was ich, da bin ich ehrlich, nicht so recht mehr glauben mag, denn es gibt Gerüchte, dass es hinter den Kulissen eifrig rumort (und schon nach einem Nachfolger gesucht wird! Sogar schon gesprochen wurde!), also wenn Arnesen bleibt, dann ist er jetzt und in diesem Sommer tatsächlich gefragt. Geld gibt es immer noch nicht, die Chelsea-Nummer funktioniert auch nicht mehr – jetzt kommt es darauf an, dass der Däne ein gewisses Improvisations-Talent besitzt, um tatsächlich aus Nichts Gold zu machen. Da wird man mal abwarten müssen. Und auch die Herren Schnoor und Hartwig werden es tun müssen: warten.
Und noch eines: Zum Thema Charakter (über das Stefan Schnoor sprach) hätte ich noch eine ganze Menge zu erzählen und zu schreiben, aber das werde ich zu einem späteren Zeitpunkt erledigen. Ganz sicher sogar. Als ich das beim NDR sah und hörte, hüpfte mein Herz vor Vergnügen. Oder war es doch eher der Zorn, der mein Herz hüpfen ließ?

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Beginn der Ergänzung, die kurz vor Mitternacht am Pfingsmontag vorgenommen wurde.

Das ist eine Ergänzung, die am späten Montag, kurz vor Mitternacht, zu dem Sportchef Thema vorgenommen wurde. Das Hamburger Abendblatt berichtet in seiner Dienstag-Ausgabe in einem groß angelegten Artikel über die Entwicklung in Sachen „HSV-Sportchef“. Autoren des Artikels sind Alexander Laux und Kai Schiller. Sie haben mir gestattet, Auszüge ihres Berichtes zu übernehmen.

Es beginnt mit:

. . . was Arnesen zu jenem Zeitpunkt noch nicht wusste: er selbst ist offenbar der prominentester Streichkandidat des HSV. Wie das Abendblatt erfuhr, wird hinter den Kulissen bereits seit Wochen über eine vorzeitige Trennung des Managers debattiert. Innerhalb des Aufsichtsrats, der formell für die Bestellung und Absetzung des Vorstands zuständig ist, hat es bereits mehrere inoffizielle Gesprächsrunden zu der wohl wichtigsten Personalentscheidung des Sommers gegeben.

Weiter heißt es:

Der Personalausschuss (Manfred Ertel, Jens Meier, Christian Strauß und Eckart Westphalen) hat bereits mehrere Gespräche mit potenziellen Nachfolgern geführt.

Und:

. . . Dabei ist Arnesen auch innerhalb des Vorstands nicht unumstritten. Der Hauptvorwurf: Das Preis-Leistungs-Verhältnis beim teuersten Sportchef aller Zeiten habe nie gestimmt. So müsse man Arnesen zwar den Top-Transfer René Adlers hoch anrechnen. Gleichzeitig sei der Skandinavier, der 1,8 Millionen Euro verdient, aber für eine Reihe von Transferflops verantwortlich.

Gegen Ende des Artikels heißt es:

. . . Nun deutet alles darauf hin, dass Arnesen selbst einem Umbruch an der Spitze zum Opfer fällt. Aufsichtsratschef Ertel wollte die Vorgänge hinter den Kulissen zwar nicht kommentieren („Zu Gerüchten äußere ich mich nicht“), seine Gespräche mit mehreren Nachfolge-Kandidaten wollte er allerdings auch nicht dementieren. Wie das Abendblatt erfuhr gibt es derzeit drei Hauptkandidaten, von denen DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig der klare Favorit sein soll.

Was sagt der Sportchef dazu? Der Däne:

„Unser Mediendirektor Jörn Wolf hat mir morgens erstmals von all den Gerüchten berichtet“, sagte Arnesen am Montagabend dem Abendblatt, „vom Aufsichtrat hat dagegen niemand mit mir gesprochen.“

Wie gesagt, das sind lediglich einige Ausschnitte aus einem großen und umfangreichen Bericht. Ich danke den beiden Kollegen, dass sie mir gestattet haben, darüber schon vorab in „Matz ab“ zu informieren.
Bereits in meinem Bericht vom Meldorf-Spiel hatte ich ja schon kurz über den „Fall Arnesen“ geschrieben, dass es gewisse Gerüchte gibt. Die gibt es in der Tat schon eine geraume Zeit, ich habe davon schon vor mehr als 14 Tagen erfahren. Seit dieser Zeit habe ich gehört, dass auch der frühere HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer (jetzt Zenit St. Petersburg) erneut vom HSV angesprochen worden sein soll. Niemand allerdings wird das bestätigen.
Zur Personalie Andreas Rettig kann ich nur sagen: Sollte der DFL-Geschäftsführer (Nachfolger von Holger Hieronymus) tatsächlich die Nummer eins sein, so kann ich dem Aufsichtsrat und dem HSV nur gratulieren. Eine perfekte Wahl. Ich halte Rettig für einen erstklassigen Mann, er ist kein „Traumtänzer“, er stand stets mit beiden Beinen auf der Erde und hat in seinen bisherigen Bundesliga-Stationen gelernt, aus wenig viel zu machen. Ich jedenfalls würde Andreas Rettig mit offenen Armen beim HSV in Empfang nehmen.

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Ende der Ergänzung kurz vor Mitternacht am Montag.

So, dann gibt es noch die HSV-Tour nach Neuruppin. Wenige Tage nach dem Ende der Bundesliga-Saison 2012/2013 wird der HSV von morgen an (Dienstag) bis zum 24. Mai in das Resort Mark Brandenburg nach Neuruppin reisen. Dort wird der Bundesliga-Siebte um Trainer Thorsten Fink und Rafael van der Vaart herum an einer Teambuilding-Maßnahme des Resort Mark Brandenburg teilnehmen. Und am Donnerstag, den 23. Mai, findet dann auch um 19 Uhr ein Testspiel im Neuruppiner Volksparkstadion gegen den Sechstligisten und Lokalmatador MSV Neuruppin statt.
„Mit dem HSV hat nun erstmals auch ein Fußball-Erstligist das erstklassige Teambuilding-Angebot unseres Hauses für sich entdeckt“, freut sich Martina Jeschke, Hoteldirektorin des Resort Mark Brandenburg.

16.15 Uhr

Frankfurt wird nervös . . .

17. Mai 2013

Spannend wird es auf jeden Fall. Vielleicht sogar dramatisch. Und wenn es in Hamburg und Frankfurt lange Zeit 0:0 steht, dann wird mit jeder Minute mehr eine ganz besondere Atmosphäre in beiden Stadien herrschen. Dann gibt es eventuell ein Herzschlag-Finale. Und geht es nach dem Computer der Sport-Bild, dann wird an diesem Sonnabend ganz – oder auf jeden Fall fast ganz – Hamburg jubeln. Wer sich erinnert: Vor Wochen, Ende März, hatte die Sport-Bild die letzten Bundesliga-Spieltag tippen lassen. Von Udo Lattek und von Experten aus dem Wettbüros. Und vom eigenen Computer, Der SB-Computer hatte den HSV zwar letztlich auf Rang zehn einlaufen lassen (sich also „leicht“ geirrt), aber immerhin hat er für morgen folgende Spielausgänge getippt: Eintracht Frankfurt – VfL Wolfsburg 2:3, HSV – Bayer Leverkusen 3:1. Was will der Hamburger mehr?

Übrigens: Die Experten von Tipico haben den HSV auf Rang sechs einlaufen lassen, die von Bwin sogar auf Platz fünf. Letzteres kann nicht mehr geschehen, aber die Herren hatten eben Vertrauen in den HSV. Anders als Udo Lattek, der den HSV auf Rang zwölf enden sah. Knapp daneben ist auch vorbei, aber der gute Udo kennt sich eben auch etwas besser beim FC Bayern aus . . .

Die stehen hier und heute aber nicht zur Diskussion. Leverkusen muss morgen erst einmal besiegt werden, und dann muss gehofft werden, dass die Wolfsburger ihre gute Auswärtsform durch einen erneuten Dreier (diesmal in Frankfurt) unterstreichen. Unmöglich ist das alles doch nicht. Der VfL ist mit 25 Auswärtspunkten die drittbeste Auswärtsmannschaft der Liga – hinter Bayern und Dortmund. Das ist doch etwas, das Mut machen müsste, ihr Hamburger. Und mit Leverkusen kommt eine Mannschaft in den Volkspark, die auswärts nur einen Punkt mehr geholt hat, als der HSV in der Fremde. Dass der HSV gegenüber der Werkself daheim nur 26 Zähler geholt hat, Bayer dagegen 39 – das verschweigen wir dann doch besser.

Egal aber was die Statistiken auch immer sagen, die Tagesform und vielleicht auch ein Hauch Glück entscheiden darüber, ob der HSV doch noch Europa packen wird. Die Hamburger sind heiß, das war heute beim Abschlusstraining zu spüren. Da wurde konzentriert gearbeitet – gepaart mit Spaß. Erst eine habe Stunde das obligatorische Kreisspielchen (drei Stationen), dann wurde immer zu dritt über fünf Meter gesprintet. Wobei die Spieler ganz genau darauf achteten, wer diesen Sprint gewonnen hat. Da wurde teilweise um Zentimeter gefeilscht. Dann gab es ein Abschlussspielchen, in dem die beiden Mannschaften bunt durcheinander gewürfelt wurden. Ein Team spielte mit Drobny, Westermann, Rajkovic, Rincon, Badelj, Co-Trainer Heinemann, Ilicevic, Sala, Skjelbred und Rudnevs, das andere Team mit Adler, Bruma, Jansen, Mancienne, Diekmeier, Aogo, van der Vaart, Jiracek, Son und Beister. Heung Min Son traf zuerst gegen Rene Adler, dann Maximilian Beister. Wie das Match (auf einem Viertel des Platzes) endete, das entzieht sich allerdings meiner Kenntnis, denn die nebenan trainierende „Zweite“ verließ den Rasen, und ich wollte unbedingt noch mit Andre Panadic sprechen. Der ehemalige HSV-Spieler (101 Spiele, fünf Tore als Innenverteidiger) ist im Moment mit seinem Sohn Mateo in Hamburg, „Panas“ Sohnemann trainiert – auf Vermittlung von HSV-Manager Bernd Wehmeyer – bis einschließlich morgen zur Probe beim HSV (Regionalliga-Team). „Pana“ ist mächtig stolz auf seinen Filius, wagt aber noch keine Prognose. Es „sehe ganz gut aus“ sagt er vorsichtig und will abwarten, was und wie sich der HSV nach dem Sonnabend entscheidet. Immerhin: Neben „Pana“ stand der frühere Bundesliga-Profi Uwe Fuchs, der sich einst auch als Trainer versucht hatte, heute aber Spielerberater ist. Er wird sich wohl künftig um Mateo Panadic kümmern und dabei behilflich sein, einen Verein zu finden – falls es mit dem HSV nicht klappen sollte.

Aber zurück zum aktuellen Geschehen, zum 34. Spieltag. Oh, als ich das schreibe, den 34. Spieltag, wird mir ganz „schwummerig“ – Schei . . .-Sommerpause. Das wird noch eine schlimme und über weite Strecken auch langweilige Zeit. Weil sich beim HSV ja auch in Sachen Ein- und Verkäufen traditionell erst gegen Ende der Pause etwas tut. Nun gut, damit müssen wir leben. Auch wenn es schwerfällt.

In Frankfurt scheinen sie inzwischen auch ein wenig nervös zu werden. Weil es aus Hamburg je den einen oder anderen Satz – von wegen des Drucks – gegeben hatte. Dazu schreibt die Agentur heute:

Trainer Armin Veh vom Tabellensechsten Eintracht Frankfurt hat vor dem Bundesliga-Finale am Samstag die Störfeuer vonseiten des Hamburger SV gekontert. „Wir haben einen Etat von 25 Millionen Euro, und der HSV macht in dieser Saison Schulden. Und dann sollen wir Druck haben. Das ist doch ein Witz. Da lache ich mich kaputt, wenn ich sowas höre“, sagte Veh einen Tag vor dem abschließenden Saisonspiel der Hessen am Samstag gegen den VfL Wolfsburg (15.30 Uhr/Sky und Liga total!). HSV-Trainer Thorsten Fink hatte vor dem Showdown um Platz sechs gestichelt: „Wir haben nicht viel zu verlieren, Frankfurt dagegen schon.“ Auch Keeper Rene Adler hatte gesagt, dass der Druck bei der Eintracht liege. Dem Aufsteiger aus Frankfurt (50 Punkte) würde ein Sieg im Duell mit den „Wölfen“ für die Europa-League-Qualifikation reichen, und sogar ein Unentschieden, wenn zeitgleich Verfolger Hamburger SV (48) gegen Bayer Leverkusen nicht gewinnt oder bei einem Sieg nicht 13 Treffer aufholt. Die Eintracht könnte prekärerweise nach 33 Spieltagen auf einem der ersten sechs Plätze und einer tollen Saison noch aus den internationalen Rängen purzeln.

Veh muss noch um den Einsatz von Toptorjäger Alexander Meier (15 Treffer) bangen, der zuletzt wegen einer Sprunggelenkverletzung ausgefallen war. Kapitän Pirmin Schwegler stehe nach seiner Schambeinblessur auf jeden Fall im Kader, kündigte Veh an. Der Schweizer Mittelfeldspieler liebäugelt mit einem Wechsel nach Wolfsburg. Coach Veh, der die Hessen vor dieser Saison zurück in die Bundesliga geführt hatte, sprach im Vorfeld von einem schwierigen Spiel. „Wir wissen aber, dass wir etwas Großes erreichen können“, erklärte der 52-Jährige, der selbst ein Verpassen der Europa League nicht als Drama bewerten würde. „Wenn es nicht klappt, dann geht die Welt auch nicht unter. Auch Platz sieben wäre ein großer Erfolg.“

Für den HSV doch auch. Ernsthaft. Sollte es nicht mit Rang sechs klappen, dann sind Platz sieben oder acht auch akzeptabel. Für mich jedenfalls. Und daran, dass wir dann alle gemeinsam wieder auf die nächste Spielzeit hoffen, daran haben wir uns alle doch schon längst seit Jahren gewöhnt. Immerhin, und das kann selbst der größte HSV-Kritiker nicht von der Hand weisen, ist es in dieser Saison wieder bergauf gegangen – mit dem HSV. Auch wenn es diese berühmt-berüchtigte Berg-und-Talfahrt gegeben hat. Daran wird der Club sicher arbeiten – wenn Geld da ist.

Erst einmal abwarten, was der Sonnabend nun bringen wird. Beim HSV sind alle Mann an Deck, lediglich „Maxi“ Beister hatte heute während des Spiel ein paar Schwierigkeiten und musste sich behandeln lassen, ging dann auch, als das Trainingsende gekommen war, als erster Spieler in die Kabine. Thorsten Fink hatte zuvor eine engagierte Gemeinschaft trainieren sehen. Und der Coach sagte: „Wir sind heiß, wir brennen auf dieses Spiel.“ Dann sagte er auch noch: „Wenn Leverkusen aber genauso motiviert ist wie wir, genauso top drauf ist, dann werden wir keine Chance haben. Das ginge dann doch nur für uns, wenn Bayer eine Rote Karte bekäme – oder so. Die haben doch mehr Qualitäten. Die stehen doch ganz oben, haben Platz drei schon sicher. Der FC Bayern könnte gegen uns auch nur verlieren, wenn sie nicht hundert Prozent geben. Wenn aber zwei Mannschaften, von der eine qualitativ stärker besetzt ist, gleich motiviert sind, dann muss schon viel passieren, wenn die etwas schwächere gewinnen sollte . . .“

Tagesform. Ich sage, die Tagesform wird entscheiden. Und wenn die HSV-Mannschaft endlich von der ersten Minute an begreift – und dementsprechend zur Sache geht – dass es hier um sehr, sehr viel geht und dass das die allerletzte Chance auf Europa ist, dann ist der Unterschied – auch der qualitative – zwischen beiden Teams vielleicht doch nicht ganz so groß.

So, zum Schluss sie noch kurz erwähnt, dass der frühere HSV-Kapitän David Jarolim heute seinen 34. Geburtstag feiert – herzlichen Glückwunsch, „Jaro“ – und bis bald.

Dann findet auch morgen nach dem Spiel wieder die immer beliebter werdende „Matz-ab-live“-Talkrunde“ statt, für das wir eigentlich schon zwei Gäste seit Anfang Februar fest verpflichtet hatten: Manfred Kaltz und Harry Bähre. Rekordspieler Kaltz allerdings hat heute Nachmittag (leider) absagen lassen, sodass wir im Laufe des heutigen Abends noch um einen Ersatz bemüht sind. Wir sind am „röteln“ . . .

PS: Aus technischen Gründen ist das”Matz-ab”- Gewinnspiel noch nicht aktualisiert, es ist “am werden”, aber die Gewinner der Trikots und der Karten sind bereits benachrichtigt worden.

18.52 Uhr

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