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Arnesen: “Slomka will Kacar unbedingt” – Fink überlegt, Beister spielen zu lassen

10. Mai 2013

So dick ist er wirklich nicht, Trainer Thorsten Fink. Im Gegenteil. Dennoch glaubt er, er habe gerade eine Menge Gefühl in seinem Bauch. Gefühl für die richtige Aufstellung, und vor allem: das richtige Gefühl für den ach so unumgänglich notwendigen Sieg in Hoffenheim, der den Traum von der Europa League ein wenig weiterköcheln lassen könnte. Sofern Freiburg und/oder Frankfurt patzen. Wie sich die Mannschaft über die Spielstände in den anderen Stadien informiert? „Gar nicht“, so Fin, „wir haben eh keine Wahl und müssen uns auf uns konzentrieren.“ Dennoch, sollte der eigene Spielstand einen gewissen Motivationsanschub benötigen, würde er im entsprechenden Fall über die Ergebnisse der anderen Spiele (Freiburg in Fürth und Frankfurt in Bremen) berichten. „Wenn’s helfen kann, klar. Ansonsten sind wir gut beraten, uns auf unser Spiel zu konzentrieren.“

Und das könnte Veränderungen erfahren. Nachdem Artjoms Rudnevs zuletzt Ladehemmung hatte, könnte er durch Maximilian Beister ersetzt werden, während Heung Min Son mit großer Wahrscheinlichkeit auf der rechten Außenbahn bleibt. Wetten würde ich allerdings nicht auf diesen Wechsel, auch wenn Beister im Abschlussspiel häufiger traf als Rudnevs – immerhin blieb der Lette bei null Treffern.

Die Aussagekraft von Trainingseinheiten ist zudem hinlänglich bekannt. Genau zweimal empfanden Trainer Thorsten Fink und/oder Spieler die Trainingswoche als zu schwach – ansonsten stimmte die Einstellung stets. Herausgekommen sind dabei 45 Punkte in 32 Spielen. Keine atemberaubende Ausbeute. „Es müssen sechs dazukommen, wenn wir uns die Chance erhalten wollen“, sagt Frank Arnesen. Der Sportchef war heute mal wieder Trainingsgast und nahm sich anschließend noch Zeit für ein Gespräch mit Matz ab. Ob sich seine Arbeit massiv verändert, wenn der HSV das Unmögliche noch erreicht und in der kommenden Saison international spielt? „Finanziell nicht so sehr“, sagt der Däne, „aber emotional ist es nicht unwichtig. Es gibt schon Spieler, bei denen ein internationaler Wettbewerb den Unterschied machen kann.“ Zumal dann, wenn andere Vereine selbigen zu bieten haben.

Im Gegensatz zu den Schilderungen meiner Kollegen aus den letzten Wochen war Arnesen heute richtig entspannt. Er antwortete auf fast alle Fragen. Einzig die nach Bojan Krkic wollte er nicht näher beantworten. Klar ist aber, dass er zusammen mit Fink in Mailand war und mit Krkic sowie dessen Berater gesprochen hat. Zudem kennt er den Spanier mit doppelter Staatsbürgerschaft – er ist auch Serbe – schon seit dessen früherer Jugend. „Das stimmt“, so Arnesen auf meine Frage, ob er Krkic tatsächlich seit dessen 15. Lebensjahr auf dem Wunschzettel hat. „Ich kennen ihn seitdem, werde aber jetzt nichts weiter zu ihm sagen, weil er nicht hier ist. Es macht auch keinen Sinn, jetzt über Namen zu spekulieren.“

Und obwohl ich das in den letzten Jahren immer genau so gesehen hätte – diesmal ist es anders. Denn ich glaube sehr wohl, dass es ein sehr gutes Zeichen sein könnte. Zuletzt war immer nur zu hören, dass der HSV finanziell nichts machen könne. Das ist vielleicht realistisch – aber die trüben Aussichten schrecken auch gute Spieler ab, die ambitioniert sind. Allein die Tatsache, dass der HSV bei der Suche nach Neuen sehr wohl in die oberen Regale greifen will, dürfte ein gutes Signal sein für andere Spieler, die der HSV gern hätte.

Aber okay, Fakt ist, da beißt die Maus keinen Faden ab, es müssen Spieler verkauft werden. Das wissen alle, das kann keiner mehr leugnen. Und der erste Spieler dürfte schon sehr bald verkauft werden: Gojko Kacar. Zumindest gibt es nach dem Winter auch jetzt wieder ernsthaftes Interesse der Niedersachsen an dem Defensivallrounder. Insbesondere Hannovers Trainer Mirko Slomka scheint sehr angetan von Kacar. „Slomka will ihn scheinbar unbedingt“, sagt Arnesen, der in Sachen Ablösesumme keine Kompromisse eingehen will. Rund zwei Millionen Euro ruft der HSV für den 26 Jahre alten Serben auf, der Spieler selbst will rund 1,5 Millionen Euro verdienen. „Letztes Mal war es weniger der Spieler als sein Umfeld, woran es gescheitert ist“, erzählt Arnesen – und ich lasse das so stehen.

Nicht minder wahrscheinlich ist inzwischen der Abgang von Heung Min Son. Das sagt mir mein Bauchgefühl. Ob er geht? „Es gibt Interessenten“, sagt Arnesen und nennt die zwei Hauptverdächtigen: Tottenham Hotspur und Borussia Dortmund, wobei er bislang persönlich nur Kontakt zu Tottenhams Boss Daniel Levy hatte. „Es gibt noch keine offizielle Anfrage aus Dortmund“, so Arnesen, der allerdings von Sons Berater Thies Bliemeister über das Interesse des Champions-League-Finalisten informiert wurde. „Die beiden Klubs scheinen am hartnäckigsten zu sein“, so Arnesen, der damit zu rechnen scheint, Son zu verkaufen.

Es wäre aus meiner Sicht eh das Beste. Nicht, weil ich Son nicht schätze – im Gegenteil: der Südkoreaner hat riesiges Potenzial und kann dem HSV sicherlich weiterhelfen. So, wie er es in dieser Saison mit seinen elf Treffern bereits gemacht hat. Aber, und das ist für mich entscheidender, er stagniert in den Punkten, die ihm lange vorgeworfen werden: seinem Defensivverhalten. Da lässt er den Kopf inzwischen das eine oder andere Mal oben, okay. Aber Defensivzweikämpfe verliert er ebenso ohne Gegenwehr wie Offensivzweikämpfe, wenn sein Gegner an hm dran ist. Dann gibt’s ’nen kleinen Rempler und Son kommt aus dem Tritt. Aber vor allem geht es hierbei um Geld, und zwar um viel Geld. Rund zehn Millionen Euro stehen auf dem Plan und dürften am Ende zu rund 15 Millionen anwachsen, wenn sich Tottenham und der BVB tatsächlich weiter beide um Son bemühen. Und diese Millionen bracht der HSV, um nachzurüsten. Soll heißen: aus einem (Son) mach zwei, drei, vier Verstärkungen. Krkic inklusive, wobei ich ehrlicherweise an dessen Eignung zweifle. Wenn einer reichsten Klubs der Welt, der AC Mailand, nicht bereits ist, 13 Millionen zu zahlen, Barcelona seinen Angreifer trotz der jungen Jahre aber abgeben will und der sich im Profibereich nirgendwo richtig durchsetzen konnte, dann ist das ganz sicher kein Selbstgänger. Den wiederum sollte der HSV bei einer angedachten Investition um die zehn Millionen Euro holen. Flops in dem Ablösebereich kann sich der HSV – im Gegensatz zu Milan, Barca oder auch Bayern und Dortmund nicht erlauben. Da braucht der HSV die berühmten „besseren Augen“, die Fink bei der Auswahl Neuer angekündigt hatte. „Wir werden alles genau abstimmen und Risiken minimieren“, hatte Fink angekündigt – und Arnesen bestätigt: „Wir haben eine längere Liste interessanter Spieler, über die wir uns unterhalten werden. Dabei sind auch Namen, die man uns nicht sofort zutraut, wir greifen auch nach dem Unmöglichen. Das muss sein.“ Ansonsten hätte man nicht alles versucht…

Klingt gut,

Alles versucht hatten auch Dieter und ich, um Holger Hieronymus zu uns in die Matz-ab-Live-Sendung zu bekommen – und jetzt hat es geklappt. Morgen ist der ehemalige HSV-Abwehrchef, -Interimstrainer, -Sportchef und ehemalige DFL-Geschäftsführer im Block House Eidelstedt zu Gast. Und ich freue mich auf ein sehr interessantes, kurzweiliges Gespräch. Ebenso wie auf den ersten Sieg in Hoffenheim für den HSV.

In diesem Sinne, Daumen drücken, Augen zu – und durch. Wenn es am Ende die Europa League wird – umso schöner.

Bis morgen.

Scholle

Fink sagte heute, er würde auch noch überlegen, ob er zentral mit Aogo oder Rincon beginnt. Ich lege mich einfach mal fest, so könnte der HSV spielen: Adler – Diekmeier, Westermann, Rajkovic, Jansen – Rincon, Badelj – Son, van der Vaart, Jiracek – Rudnevs.

Jarchow: “Es gibt keinen großen Schnitt”

6. Mai 2013

Der nächste Umbruch kommt bestimmt. Und: Neue Männer braucht der Club. Immer und immer wieder, aber eben auch in diesem Jahr. Thorsten Fink, Trainer des HSV, hatte schon in der vergangenen Woche darauf hingewiesen. Das war vor dem müden 1:1 gegen Wolfsburg. Nach dem müden1:1 gegen Wolfsburg kündigte der Coach nun erneut an: „Wir müssen konsequent sein, müssen einen Schnitt machen. Wir brauchen Spieler, die mitziehen und Gras fressen für den Verein.“ Keine Angst, ihr lieben Tierschützer, damit seine keine Kühe gemeint, sondern neue Profis, die den HSV endlich einmal konstant nach vorne bringen sollen. Ich persönlich habe mich schon in der vergangenen Woche darüber gewundert, dass Thorsten Fink neue Spieler – öffentlich – gefordert hat, weil doch jeder weiß, dass der HSV kein Geld in der Kasse hat, aber gut, man kann sich ja mal wiederholen. Club-Chef Carl-Edgar Jarchow sagte dazu heute: „Ja gut, der Trainer kann ja neue Spieler fordern, das ist sein gutes Recht. Es wird aber keinen großen Schnitt geben, das ist bekannt. Wir werden in erster Linie versuchen, unseren Kader zu reduzieren, und den Kader dann punktuell zu verstärken – aber wir werden grundsätzlich keinen großen Schnitt machen.“
Oh wie schaaaaaddddeeeeeeeeeee!

Was soll denn nun schon wieder aus den vielen Gerüchten werden, die jetzt im Umlauf sind? Die Agentur (SID) schickte heute folgenden Absatz in die fußballerische Umlaufbahn:

„Fink wünscht sich für den nächsten Anlauf nach Europa in der kommenden Saison einen großen, robusten Stürmer, der in der Spitze auch einmal den Ball halten und geschickt verteilen kann. Im Gespräch sind Andreas Cornelius (FC Kopenhagen) und Amido Balde (Vitoria Guimaraes). Laut Informationen des italienischen Fernsehsenders Sky Sport 24 hat der HSV seine Fühler auch nach dem ehemaligen Barca-Angreifer Bojan Krkic ausgestreckt. Der dribbelstarke, mit 1,70-Meter-Körpergröße aber eher kurz geratene Offensivspieler ist derzeit vom AS Rom an den AC Mailand ausgeliehen. Fink und Arnesen sollen sogar schon zu Gesprächen nach Italien gereist sein. Für die wacklige Innenverteidigung könnte Lori Cana (Lazio Rom) ein Kandidat sein. Als Zugänge stehen bisher nur die Talente Hakan Calhanoglu (Karlsruher SC) und Kerem Demirbay (Dortmund) fest.“

Namen sind ja Schall und Rauch, aber mir fehlen da noch einige Namen mehr: Melchior Meier aus Dassendorf, Sascha Schmidt aus Wedel, Peter Petersen aus Buxtehude, Sören Schulz aus Tornesch, Norbert Neumann aus Glinde und Max Merzbach aus Travemünde. Um nur mal einige Namen zu nennen. Wobei ich denke, dass meine Namen doch etwas sinnvoller sind, weil diese „Kracher“, die die Scouting-Abteilung Ochsenzoll „ausgegraben“ hat, für den notorisch klammen HSV noch alle zu bezahlen wären. Mich wundert immer wieder, wie schnell sich die gesamte Öffentlichkeit über die wahren Gegebenheit beim HSV hinwegsetzt. Da werden Namen gehandelt, die allesamt vom HSV nicht zu bezahlen wären – so lange ein Heung Min Son noch nicht verkauft worden ist.

Und in diesem Zusammenhang darf ja nicht vergessen (und unterschätzt) werden: Jedes Spiel von Son ohne Tor muss ihn zwangsläufig billiger machen – wenn ihn zuletzt schon jedes Spiel mit einem Son-Tor immer teurer werden ließ. Wäre doch nur logisch. Und dann sollte eines ebenfalls Beachtung finden: Je öfter der HSV sagt, und Frank Arnesen tat es an diesem Wochenende, dass Son für den Fall, dass er nun nicht verlängert, eben verkauft werden müsse, dann macht dass den Südkoreaner auch nicht gerade teurer. Im Gegenteil. So lange ein Käufer merkt, dass der HSV einen Mann wie Son veräußern muss, um dadurch endlich mal wieder etwas Flüssiges in die Kasse zu bekommen, so lange wird dadurch auch der Preis eher gedrückt. Es sei denn, die Konkurrenz steht Schlange, um den talentierten Son zu holen – und überbietet sich von Stunde zu Stunde. Das aber ist meines Wissens zurzeit nicht der Fall.

Um noch kurz auf einen Namen zurückzukommen: „Matz-ab-Scholle“ behauptet ja steif und fest, dass an Bojan Krkic „etwas dran sein soll“. Da bin ich aber mal gespannt. Weil ich nicht weiß, wie das gehen sollte. Aber vielleicht verkauft der HSV ja auch noch den einen oder anderen „Son“ noch mehr – um dadurch das eine oder andere Milliönchen noch mehr zu kassieren. Vielleicht wird ja auch aus Robert Tesche, der zurzeit noch an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen ist, ein neuer „Verkaufs-Son“? Wer weiß es schon? HSV-Medien-Direktor Jörn Wolf sagte übrigens heute zu dem Namen Krkic: „Da muss ich lachen . . .“ Und ich frage mich nun, aus welchem Grund? Muss er lachen, weil Krkic zu teuer und damit unerschwinglich wäre? Oder lacht er, weil der HSV dabei ertappt worden ist, wie er versucht, einen „ganz dicken Fisch“ an Land zu ziehen?

Um noch mal auf das Wolfsburg-Spiel zu kommen. Thorsten Fink befand zum Spielausgang: „Es gab ein gerechtes Unentschieden. Wir hatten sieben neue Leute in der Mannschaft, so war es schwierig, die Automatismen rüber zu bringen. Beide Teams haben mit offenem Visier gekämpft und wollten den Sieg. Vom Kämpferischen her war ich zufrieden, spielerisch brauchen wir nicht lange reden, das war nicht so gut von uns. Natürlich wird es jetzt immer schwieriger mit Europa. Wir sind zwar auf einem gutem Weg, uns zu stabilisieren, wir sind so aber noch nicht reif für die Europa League.“ Und ergänzend sagte Fink: „Wir wollen den HSV ganz nach vorne bringen, aber das geht nur mit Kontinuität.“

Wenn wir uns nun mal die Tabelle so anschauen, der HSV auf Platz sieben. Was sagt uns das? Eigentlich ganz okay, es ist auf jeden Fall mit den Zielen, die einst im Sommer 2012 festgelegt wurden, vereinbar. Und dennoch. Nur mal die Spiele gegen Fürth, gegen Augsburg, gegen Freiburg und jetzt gegen Wolfsburg genommen – und da immer einen Dreier für den HSV. Das wären zehn Punkte mehr – bei einem Heimsieg. Und Platz vier. Hätte, wenn und aber. Aber es ist doch so. Gegen diese vier Gegner hattet ihr doch alle (?) einen Heimsieg „eingeplant“. Und dann teilweise solche Grottenkicks. Nicht auszuhalten eigentlich. Eigentlich. Heute traf ich mehrere HSV-Fans – private Leute. Einer sagte mir: „Ich war nun nach längerer Zeit mal wieder dabei, und nun weiß ich wieder mal, warum ich vorher so lange nicht dabei war. Es lohnt sich ganz einfach nicht. Da kann ich bei meinem Verein um die Ecke besseren Fußball sehen, garantiert . . . Hier ist das alles nur auf Zufall aufgebaut.“ Und der andere war mein Kollege Sascha. Der sagte mir: „Jahrelang habe ich mir meine Dauerkarte gekauft, aber das ist nun wirklich vorbei. Das ist kein Fußball mehr zum Verlieben, das, was der HSV spielt, ist Fußball zum Weglaufen. Ich will ja kein Niveau wie es Barca oder der FC Bayern haben, ich möchte nur guten Fußball, aber den sehe ich hier nicht mehr. Ich ärgere mich nur noch, wenn ich das Stadion verlasse, und das will ich mir jetzt nicht mehr antun. Es ist vorbei.“

Carl-Edgar Jarchow zu diesem Thema: „Enttäuscht war ich nach dem 1:1 nicht, denn wir können uns ja gar nicht beklagen. Wolfsburg hat hier über weite Strecken gut gespielt.“ In der Tat. Und hatte Chancen. Der Niederländer Dost hätte „Torschützenkönig“ der Bundesliga werden könne, wenn er alle seine Möglichkeiten genutzt hätte – er nutzte zum Glück für den HSV nicht eine. Jarchow gab dann insgesamt zu: „Enttäuscht bin ich in der Tat über die Spiele gewesen, die wir teilweise vorher abgeliefert haben. Da fehlte am Ende vielleicht auch ein wenig Qualität, das weiß ich nicht. Vielleicht auch ein bisschen Mentalität, aber das werden wir dann ja am Ende der Saison genau analysieren und dann unsere Schlüsse daraus ziehen.“ Der HSV-Boss weiter: „Wir sind jetzt auf Platz sieben, und ich wäre nach den ersten drei Spielen dieser Saison heilfroh gewesen, wenn mir einer gesagt hätte, dass wir am Ende der Saison auf sieben stehen würden. Ich mache es nicht mit, die ganze Saison nun schlecht zu reden, aber sicherlich ist es so, dass die Konstellation mit den vielen Chancen, die wir gehabt haben, doch noch unter die ersten sechs Club zu kommen, eine Enttäuschung mit sich bringt, dass wir es dann doch nicht geschafft haben.“
Obwohl es ja theoretisch noch möglich wäre, theoretisch . . . Ich glaube da nicht mehr dran.

Ganz kurz noch zur Statistik des Wolfsburg-Spiels, weil ich weiß, dass einige User die ganz gerne mal lesen:

Torschüsse 19:15 für den VfL, Ecken 9:4 Wolfsburg, Flanken 11:10 HSV, Ballkontakte 51:49 Wolfsburg, 51:49 Prozent gewonnene Zweikämpfe für den VfL, 20:15 Fouls VfL und 4:1 Abseits Wolfsburg. Die meisten Ballkontakte: Slobodan Rajkovic (80), Rodriguez (74). Die Zweikampstärksten: Rajkovic (85 Prozent), Naldo (72).

Was mir persönlich an diesem Spiel gefiel (ja, das gibt es auch noch!): Als der Wolfsburger und ehemalige HSVer Ivica Olic in der 64. Minute ausgewechselt wurde, gab es herzlichen Applaus von allen Tribünen – von den Hamburgern. Die vergessen eben nie, wer sich mal für den HSV den Hintern aufgerissen hat – und wer nicht. Sollten sich vielleicht mal alle jetzigen HSV-Profis merken.

PS: Und dann gab es da vom „scorpion“ einen Beitrag, den viele andere „Matz-abber“ gelobt haben. Deswegen sei er hier nun noch veröffentlicht:

„Moin zusammen.
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Zu „Matz ab live“:
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Tobias Homp war meiner Meinung nach seit langem ein Gast, der aufgrund seiner Fachkenntnis und verbalen Fähigkeiten zu gefallen wusste.
Der scheint nicht nur die „Raute im Herzen” zu haben, sondern, im Gegensatz zu vielen anderen, auch etwas im Kopf. Schade, dass man solche Ehemaligen nicht einbindet. Zu viel Fachwissen, zu unbequem, zu wenig familiäre Bindungen? Zu wenig Amigo?
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Auf die Frage, welche Spieler TF besser gemacht hat, wusste wohl nur der Blogvater eine Antwort – die allerdings auch nicht so recht überzeugte.
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Zum Spiel:
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Wenn TF im Training auch nur ansatzweise die Dinge im Training ansprechen und verbessern würde, die er anscheinend während eines Spiels sieht und auf Feld schreit, es würde vielleicht besser um den HSV stehen.
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Sieht er denn im Training nie,
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dass eine Diekmeier immer und immer wieder zum Spurt ansetzt, fast genau nach 50 Meter stehen bleibt, auf den Ball tritt und meist zurückspielt?
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ein kreativer Kopf wie vdV sich ständig die Lunge in vorderster Front abrennt?
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keiner, aber auch keiner sich bei eigenem Ballbesitz freiläuft, so dass der ballführende Spieler oder Torwart überhaupt nie weiß, wohin mit dem Ball?
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Einwürfe ständig erst nach gefühlten 5 Minuten, wenn alle Mitspieler gedeckt sind, ausgeführt werden?
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Schüsse aus der „zweiten Reihe”, wenn überhaupt meist nur aus Verzweiflung abgegeben werden?
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die Abwehr immer nur den ballführenden Gegner im Blick hat, aber nie die, die sich hinter dem Rücken freilaufen?
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fast nie im Mittelfeld getackelt wird, sondern Geleitschutz bis zur Torauslinie, mit Einladung zum Flanken gegeben wird?
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Es scheint nicht so.
Allerdings, dass muss man TF zugute halten, beim Fußballtennis oder 5 gegen 3, kann man das schlecht erkennen. Das sieht man erst bei Spielen auf dem Großfeld. und da reagiert er ja jedes Wochenende – mit Worten und Gesten …“

Schnell noch einmal dazu von mir angemerkt: Es sind mit Sicherheit einige recht gute Dinge angeschnitten worden, aber es ist auch sehr viel Schwarz-Weiß dabei. Das habe ich heute auch einem Fans aus dem Badischen gesagt, der nur auf den HSV schimpfte: Warum sind denn in zehn Jahren 13 Trainer verschlissen worden? Doch nicht deshalb, weil ein jeder davon eine ganz dicke Krampe war. Hamburg und der HSV ist ein ganz, ganz schwieriges Pflaster, für jeden, der sich hier versucht und versuchen darf. Die Strukturen im Verein stimmen nicht, davon gehe ich nicht ab, und das ist für mich das Grundübel des HSV 2013. So lange sich da nichts tut, so lange wird der HSV immer da stehen, wo er jetzt steht – mittelmäßig. Und ich kann dazu nur sagen: hoffentlich.

Zu einem anderen Punkt, der noch von „scorpion“ angesprochen wurde:

Mir hat das „Matz ab live“ am Sonntag auch sehr, sehr viel Spaß gemacht, denn Oliver Scheel und Tobias Homp waren traumhaft gute Gäste. Vielen Dank dafür. Zu „Hompi“ sei gesagt: Alle diejenigen, die den Mann aus Henstedt-Ulzburg kennen, die wissen natürlich, dass der „Bursche“ unheimlich viel im Kopf hat. Das ist ja schon immer so gewesen. Ein ganz schlaues Kerlchen, der „Tobi“. Felix Magath hat einmal mit seinem Mannschaftskollegen Schach gespielt, und es war – nach der Niederlage – auch zugleich das letzte Mal. Tobias Homp war früher, als Bundesliga-Profi, aber immer eher einer der Stillen im Lande, doch jetzt ist er verbal kaum noch zu bremsen. Das ist gut so. Und er gibt dabei auch stets unheimlich viele und vor allem gute Sachen von sich. Ich bin in der Tat sehr beeindruckt. Wie er Fußball erklärt und beurteilt – alle Achtung! Er erinnert mich an Thomas von Heesen . . .

PSPS: Noch einmal in eigener Sache. „Scholle“ hatte am Sonnabend von meiner Tochter als „Frau Doktor“ geschrieben, das ist aber nicht der Fall. Sie ist Tierärztin geworden, was auch schon ein langer, sehr beschwerlicher Weg ist (und auch lobenswert, wenn man es denn geschafft hat!), und wir „Matzen“ freuen uns auch alle tierisch mit ihr – aber mit falschen Federn möchten wir uns dann doch nicht schmücken. Also Tierärztin, aber keine Frau Doktor.

PSPSPS: Morgen, am Dienstag , wir um 10 Uhr im Volkspark geübt.

Und nun geht es zu “HH1″, wo Ernst-Otto Riekhoff (und ich) um 20.15 Uhr zu Gast bei der Sendung “Rasant” sein werden.

Einen habe ich dann noch, weil “Scholle” so lieb bittet – es ist sein “Baby”:

Eine recht muntere Diskussion ist inzwischen auf unserer neuen Facebookseite entstanden, deren Mitgliederzahl täglich wächst. Schon sehr bald dürfen wir wohl nach dem 100. schon das 1000. Mitglied begrüßen. Aber seht selbst auf www.facebook.com/groups/matzab

18.24 Uhr

Dann erreichte mich noch ein “Offener Brief”, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

Offener Brief an den HSV und den FC Bayern München:

Vor wenigen Tagen gelangte die Bemerkung des HSV-Aufsichtsrats- vorsitzenden Manfred Ertel:

„FC Bayern vor nächstem Hammer-Transfer: Hoeneß zu JVA München!”,

publiziert auf seiner privaten Facebook-Seite, an die breite Öffentlichkeit und fand inzwischen auch in diversen Medien ihren Widerhall.
Die HSV-Realos sowie viele gutwillige Mitglieder und HSVer distanzieren sich von dieser stillosen Bemerkung des Vorsitzenden unseres einflussreichsten HSV-Gremiums.
Unbeschadet der Tatsache, dass derzeit offen ist, ob nach geltendem Recht die Selbstanzeige in der persönlichen Steuerangelegenheit des Aufsichtsrats- vorsitzenden des FC Bayern strafbefreiend sein wird und unbeschadet der Tatsache, dass Herr Ertel inzwischen selbst zur Erkenntnis gelangt ist, dass es in seiner herausgehobenen Funktion keine rein privaten Äußerungen zu diesem Thema geben kann, halten wir Äußerungen dieser Art grundsätzlich für sportlich und menschlich nicht anständig.
Wir sind der Überzeugung, dass Spott und Häme gegen den erfolgreichsten deutschen Fußballvereins und seinen langjährigen Vorsitzenden angesichts der überragenden sportlichen und auch wirtschaftlichen Erfolge der letzten Jahrzehnte vollkommen unangemessen sind.

Bei aller belebenden sportlichen Abgrenzung und Konkurrenz dieser beiden deutschen Traditionsvereine sind wir der Auffassung, dass Sport verbindet und hämische Bemerkungen dieser Art nur unnötige Antipathien oder gar Feindschaft auslösen können. – Dies wollen alle Unterzeichner und sicher auch die ganz überwältigende Mehrheit unserer Mitgliedschaft und Fans nicht!

Wir wünschen beiden Vereinen einen erfolgreichen Saisonabschluss und grüßen unsere Konkurrenz im Süden herzlich

Dr. Konstantin Rogalla, Tom Heinkel, Gunther Kowalewski, Manuela Gerick, Stephan F. Rebbe, Prof. Dr. Jörg Debatin, Michael Halder, Klaus-Dieter Werner, Jasmin Jansen-Sievers, Horst Becker, Ralph Behrbohm, Hans-Joachim Domanski, Heidi Dorsch, Joachim Woyke, Joachim Ulmer, Manfred Ibenthal, Wolfgang Wokel, Peter Frank, Peter Wernicke, Hans Hoh, Reinhard Hupfer, Jane Isigkeit, Gabi Weidenhagen, Gerhard Siedler, Christian Sager, Björn Meyer, Olav Appelius, Sven Ehrich, Ralf Gleitsmann, Christian Maaß, Marco Langner, Reinhard Schnieders, Maik Rautenberg, Wolfgang Suchodolski, Bjoern Spielmann, Bernd Riepen, Maciek Scharafin, Denny Reck, Dirk Schultz, Patrick Meier, Dirk Mann, Ingo la Brador, Nils Krüger, Hans Zimpel, Dennis Siggelkow, Christian Dittrich, Marco Hepe, Niki Kreymann, Marco Witt, Markus Taschendorf, Andreas Irmer, Frank Lichte, Gabriele Robel, Alexander Oest, Helmut Seifert, Heinz Georg Beneke, Volker Weichert, Tobias
Friske, Peter Morlock, Sven Haltermann, Lukasz Parobij, Piet Osswald, Marco Winterberg, Dennis Holm, Jürgen Linne, Frank Solms Nebelung, Uwe Mockenhaupt, Kilian Graubohm, Carsten Kobernuss, Frank Zenger, Uwe Krop, Michael Trautmann, Dirk Vogel, Marco Reinberg, Alex Rau, Dirk Schuran, Harry Busse, Carsten Mierswa, Stefan Hoffmann, Margarete Meyer, Frank Bamberg, Dirk Miesler, Frank Mackerodt, Ronald Weidenhagen, Jörg Hahn.

Ergänzt um 18.56 Uhr

1:1 gegen die “Wölfe”, das ist zu wenig

5. Mai 2013

Europa ade. Das stand eigentlich schon vor dem Spiel fest, weil Freiburg gegen Augsburg 2:0 gewonnen hatte, aber der HSV schaffte gegen den VfL Wolfsburg wieder keinen Heimsieg, sondern nur ein 1:1. Vor 50 135 Zuschauern hatte der HSV das Spiel zwar in Halbzeit eins gut im Griff, ließ aber im zweiten Durchgang nach und hatte das Glück, dass die Niedersachsen mit den besten Möglichkeiten nichts anzufangen wussten. Einen Heimsieg hatte der HSV an diesem Sonntag auch leider nicht verdient. Gefeierter Mann war nach dem Schlusspfiff aber Jaroslav Drobny, der seine Team vor einer Niederlage bewahrt hatte. Sein Gang in die Nordkurve sah dabei ein wenig nach Abschiedsstimmung aus. Mal abwarten, wohin es den Ersatztorwart ziehen wird – oder ob er doch als Nummer zwei in Hamburg bleiben wird. Der HSV muss nun am nächsten Sonnabend versuchen, mal in Sinsheim gegen Hoffenheim zu gewinnen . . . An einem Mittelfeldplatz würde aber dieser Dreier dann auch nichts mehr ändern. So geht eine gute Saison doch relativ unspektakulär zu Ende. Aber ich sage eines – und ich meine das so: Abstiegsgefahr bestand nach der Hinrunde nicht einmal mehr, und das bewerte ich als absolut positiv.

Der frühere HSV-Spieler Roy Präger hatte von einem „packenden und spannenden Spiel“ geträumt, hatte sich bestimmt auch darauf gefreut – aber dann kam es irgendwie doch zunächst ganz anders. Gelegentlich war ich schon froh, wenn ein Einwurf an den eigenen Mann kam . . . Feuer war in diesem Spiel zunächst gar nicht drin, obwohl der HSV durchaus vielversprechend begann. In der vierten Minute flankte Milan Badelj von links, und in der Mitte nahm Rafael van der Vaart die Kugel aus zwölf Metern direkt – doch VfL-Keeper Benaglio hielt ohne größere Schwierigkeiten.

Danach verflachte das Spiel. Oder besser: Es kam gar nicht erst so richtig in Schwung. Einer der Höhepunkte: Slobodan Rajkovic wollte den Ball aus 30 Metern zu Torwart Jaroslav Drobny zurückpassen – und schoss den Ball ins Toraus – Eckstoß für den VfL- Ein Kunststück. Schiedsrichter Jochen Drees (Münster-Sarmsheim) bewies danach Durchblick, denn er zeigte Heung Min Son die Gelbe Karte (20.). Weil sich der Südkoreaner des HSV vor Torwart Benaglio hatte fallen lassen. Diesen gelben Karton kann man geben, ab er ich denke, es war doch sehr mutig des Unparteiischen, der ansonsten gut pfiff und keinerlei Probleme mit diesem Spiel hatte.

Viel Glück dann in der 31. Minute, als Heiko Westermann zentral und als letzter Mann am Ball vorbeischlug. Plötzlich stand der ehemalige HSV-Publikumsliebling Ivica Olic völlig frei vor Drobny, doch der VfL-Stürmer konnte mit diesem Geschenk nichts anfangen. Er wollte besonders schlau sein und versuchte sich mit einem Heber aus der Drehung, schoss den Ball aber genau in die Arme des tschechischen HSV-Keepers, der keine Mühe hatte, die Kugel zu fangen. Hätte Olic Überblick bewiesen, hatte er geschnallt, dass er völlig frei und ganz allein vor dem HSV-Tor stand, dann hätte es wohl 0:1 gestanden, aber zum Glück hatte „Ivi“ diese Übersicht nicht.

Am Rande stand Thorsten Fink und gestikulierte. Wie wild, möchte ich fast schreiben. Kaum eine Szene, die der HSV-Trainer nicht in irgendeiner Form begleitete. Er fuchtelte mit dem linken Arm in der Luft herum, während die rechte Hand in der Hosentasche schmorte, und er fuchtelte mit rechts in der Luft herum, während die linke Hand in der Hosentasche ruhte. Aber Fink dirigierte, dirigierte, dirigierte. Er muss unheimlich unter Druck stehen, er muss Europa unbedingt wollen, denn er gibt 90 Minuten alles. Und da er (nicht nur an diesem Spieltag) der bestaussehendste und bestangezogendste Trainer der Liga ist, verdiente er sich so die Note eins. Obwohl ich glaube, dass nicht mal die hinter Fink sitzenden Ersatzleute verstehen, was er von den Jungs, die da auf dem Rasen kämpfen und spielen, will. Ist vielleicht auch eine Art Selbsttherapie.

Dass Fink teilweise recht heftige Kritik an Schiedsrichter Drees übte, das brachte ihm dann in der 33. Minute Ärger mit dem vierten Mann, Christian Fischer, ein. Der beschied dem HSV-Coach unmissverständlich: „Hinsetzen und Mund halten.“ Das klappte aber nur für ein, zwei Minuten . . .

Und dann ging der HSV-Coach doch noch völlig zufrieden in die Halbzeitpause. Weil Sekunden zuvor Rafael van der Vaart einen Freistoß aus 38 Metern in den VfL-Strafraum geschlagen hatte. Dort übersprang Westermann alle Gegenspieler und köpfte zum 1:0-Halbzeitstand ein – das erste Saisontor des ehemaligen Kapitäns. (drittes Saisontor, danke Ralf. Das hatten wir gestern bereits einmal korrigiert, ist aber durch die Live-Sendung wieder überschrieben worden). Glückwunsch. Sein Name wurde bei der Nennung des Torschützen gleich dreimal durch das Stadion gebrüllt . . .

Nach dem Wiederanpfiff hätte dann Dennis Diekmeier der neue Held werden können. Nach Pass von Zhi Gin Lam kreuzte der rechte Verteidiger im VfL-Strafraum auf und schoss aus fünf Metern – überweg (47.). Das wäre was gewesen. Wäre. Wahrscheinlich kommt bei Diekmeier, der noch nie ein Bundesliga-Tor erzielen konnte (auch für Nürnberg nicht), auch ein wenig Nervenflattern vor seinem ersten Treffer hinzu. Schade, schade, ich würde es ihm ja gönnen. Dann wäre der Knoten endlich mal geplatzt.

Der HSV hatte dann bis zum Schlusspfiff kaum noch große Möglichkeiten, Wolfsburg aber markierte doch noch das (verdiente) 1:1. In der 65. Minute flankte Vieirinha von links, und in diesen Ball hinein hechtete der Japaner Hasebe, der die Kugel einköpfte – unhaltbar für Drobny. Danach kam Wolfsburg, stürmte und drückte, vergab aber die besten Tormöglichkeiten, wobei sich besonders der eingewechselte Niederländer Dost „hervortat“. Zum Glück für den HSV.

Die Einzelkritik:

Jaroslav Drobny hielt, weil er ja genügend Spielpraxis hatte, souverän und teilweise auch spektakulär – und wurde bei der Ballberührung von den Fans gefeiert. In der 75 und 76. Minute stand der Wolfsburger Dost zweimal völlig allein vor dem HSV-Keeper, der die Ruhe behielt und hielt. Überragend. Note eins.

Dennis Diekmeier hatte seine rechte Seite gut im Griff, vom neuen „Star“ der Wolfsburg, Maximilian Arnold war nichts zu sehen. Note drei.

Heiko Westermann leistete sich einen ganz „dicken Bock“ (31. Min.), als Olic völlig frei vor dem HSV-Tor stad, aber zum Glück ging alles gut. Und dann köpfte sich der Innenverteidiger mit dem 1:0 in die Herzen aller HSV-Fans – auch die, die ihn nicht so sehr mögen, die aber das Tor natürlich sehr gerne „mitnehmen“. . .

Slobodan Rajkovic hatte auch ein „ganz dickes Ding“ auf seinem linken Schlappen, als er den Ball aus 30 Metern zur Ecke schlug, ansonsten aber machte er seine Sache gut – rettete einmal mit dem Kopf kurz vor der Torlinie (und in höchster Not), als nach einer Arnold-Flanke Vieirinho geköpft hatte. Und noch einmal war „Slobo“ Retter in höchster Not, als der dem einschussbereiten Dost den Ball noch vom Fuß grätschte. Note drei.

Zhi Gin Lam hatte ich, das gebe ich zu, vorher als Achillesferse des HSV ausgemacht, aber das hielt sich dann doch in Grenzen, Natürlich wurde er einige Male überlaufen, aber das war zu erwarten, insgesamt machte er seine Sache jedoch recht ordentlich.

Tomas Rincon sollte zerstören, sollte beißen, sollte kämpfen – und das tat er. Gelegentlich ein wenig unorthodox, aber meistens effektiv. Vordem 1:1 war er nicht in der Lage, die Flanke von Vieirinha zu verhindern. Note vier.

Milan Badelj begann flott und unternehmungslustig, aber nach einer Viertelstunde wechselten Licht und Schatten bei ihm munter hin und her. Seine Form aus der Hinrunde hat er noch nicht wieder erreicht. Note vier.

Petr Jiracek wurde auf der rechten Seite erwartet, spielte aber links. Und da spielte er unauffällig, meistens aber nicht sehr ansehnlich. Beim 1:1 von Hasebe war er zwar im Sturzflug dabei, konnte den Treffer aber nicht verhindern. Auch er, das muss man schon konstatieren, ist noch nicht in jener Form, die er einst bei der EM als Nationalspieler der Tschechei hatte. Der HSV-Anhang muss noch weiter warten, ob da noch mehr kommt – ich warte und hoffe mit. Das ist noch lange nicht das Gelbe vom Ei. Note fünf.

Heung Min Son kam über rechts, war aber kaum einmal auffällig zu sehen. Kurios ist nur eins: Wenn er von den Kollegen rechts „übersehen“ wurde, dann reklamierte er wie wild. Er sollte sich aber mal daran erinnern, dass er auch dann immer wild drauflosballert, wenn er die Kugel am Fuß hat – und andere Kollegen deutlich besser stehen als er. So in der 80. Minute, als er mit dem Kopf durch die Wand wollte – und Rudnevs „übersah“. So auch in der Nachspielzeit, als er aus spitzem Winkel losballerte, aber in der Mitte drei Leute „übersah“. Bitter, bitter., bitter. Also, schnell mal an die eigene Nase fassen. Note fünf.

Rafael van der Vaart war der Mann, der Struktur und Linie in das HSV-Spiel brachte, bringen wollte. Das war eine durchaus gute Vorstellung des Kapitäns. Note zwei.

Artjoms Rudnevs versuchte viel, aber er allein war da oft genug chancenlos. Und auch ein wenig überfordert. Note vier.

Ivo Ilicevic (ab 78. Min. für Rincon) sollte die Offensive beleben – und irgendwie gelang es ihm auch. Selbst wenn er keine große Szene mehr hatte.

Maximilian Beister (ab 83. Min. für Jiracek) sollte auch noch in der Offensive tätig werden, aber die Zeit war wohl doch zu knapp.

Jeffrey Bruma (ab 88. Min. für Lam) sollte den Punkt retten – das gelang.

So, das war es zunächst, aber es geht ja gleich weiter. Dann sind wir, und zwar in Minuten, mit „Matz ab live“ zur Stelle und werden über das Wolfsburg-Spiel reden. Und zwar mit den Gästen Oliver Scheel (HSV-Vorstandsmitglied) und dem früheren HSV-Profi Tobias Homp. Wir freuen uns. Auch auf euch.

PS: Die A-Jugend-Bundesliga des HSV hat am Vormittag seinen „Siegeszug“ mit einem 2:0-Erfolg über Hannover 96 fortgesetzt. Seit Levin Öztunali wieder spielen darf, ist der HSV wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Am nächsten Sonntag geht es zu Tabellenvorletzten der Bundesliga Nord(Nordost, zum Chemnitzer FC.

PSPS: Die Regionalliga-Mannschaft hat das Auswärtsspiel in Goslar mit 2:1 gewonnen, die Rettung scheint nun wieder ganz nah zu sein. Janek Sternberg erzielte das wichtige 1:1, und dann traf Fabian Graudenz in der 90. Minute zum erlösenden Siegtreffer.

PSPSPA: Morgen, am Montag, ist der ehemalige HSV-Aufsichtsrats-Vorsitzende Ernst-Otto Rieckhoff zu Gast in der TV-Sendung „Rasant“ bei „HH1“, ich werde an der Seite Rieckhoffs sitzen – Moderator ist Tim Niemeyer. Die Sendung beginnt um 20.15 Uhr und wird im Laufe des Abends noch (mehrfach) wiederholt.

19.31 Uhr

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