Archiv für das Tag 'Diekmeier'

Bei Arslan geht’s wohl nur noch um Stunden…

23. Januar 2015

Ein Tag, medial mal wieder ganz im Zeichen des wahrscheinlich vermögendsten HSV-Fans: Klaus Michael Kühne. Und das rundum positiv. Selbst die ärgsten Kritiker kamen nicht umhin, sich ein Kompliment abzukneifen. „Ein Beigeschmack“ hatte auch der neue Supporters-Chef Tim Oliver Horn ausgemacht. Und er ergänzte im selben Atemzug: „Es ist schon ein super Gefühl, ab Sommer wieder ins Volksparkstadion zu gehen. Auch wenn es marketingtechnisch optimal ausgeschlachtet wurde, überwiegt am Ende das gute Gefühl. Für uns Fans heißt es nach jahrelangen Sorgen, zumindest kurz mal wieder durchatmen zu können. Und das ist gut.“

Stimmt. So ist es. Und die Frage, ob Kühne mit der Aktion, den Stadionnamen zu kaufen, einen Imagekauf getätigt hat, ist für den Moment ebenso zulässig wie zweitrangig. Meine ich. Denn wenn der HSV – und davon gehe ich aus – Kühnes finanzielles Engagement richtig nutzt, hat er sich damit nur ein ganzes Stück aus einer finanziellen Abhängigkeit gezogen, in die er sich mit dem aus eigenen Kräften nicht zurückzahlbaren Darlehen bereits reinmanövriert hatte. Dank der Umwandlung der 18,75 Millionen Euro in Eigenkapital dürfte der HSV in Sachen Liquidität keine Probleme bekommen. Ebenso wenig bei der anstehenden Lizenzierung. Ich selbst hatte Kühnes Art zuletzt kritisiert. Und davon muss ich auch nichts zurücknehmen. Aber ich sehe mich im selben Moment in der Pflicht, den Wahlschweizer zu loben, wenn er dem HSV guttut. Wie auch immer er das anstellt. Von daher noch mal: Chapeau, Herr Kühne, für dieses Engagement. Gern weiter so…!

Dass Karl Gernandt in seiner ersten Euphorie mal über das Ziel hinausschießt – er wird daraus lernen. Hoffe ich. Wobei es grundsätzlich sogar sympathisch ist – wenn auch nicht zielführend. Sich derart weit vorzuwagen ist gerade bei bevorstehenden Transferverhandlungen nicht besonders zielführend, vorsichtig formuliert. Allerdings ist die Thematik Josip Drmic dem Vernehmen nach weit weniger dramatisch, als es nach außen scheint. Denn während Bayers Sprecher und Rudi Völler immer wieder betonen, wie wenig Lust sie haben, den Schweizer Angreifer nach Hamburg ziehen zu lassen, ist man sich intern bereits mit dem HSV einig, ihn abzugeben, sobald Ersatz gefunden ist.

Bleibt Wunschstürmer Nr. 1 des HSV: Josip Drmic

Bleibt weiterhin Wunschstürmer Nr. 1 des HSV: Josip Drmic

„Es ist wie beim Domino“, hatte Beiersdorfer beim Neujahrsempfang bildlich erklärt, „manchmal reicht ein Transfer, um viele andere Transfers auszulösen.“ Stimmt in diesem Fall, den Beiersdorfer ja auch entspannt erklärt hatte: „Bayer ist bereit, ihn abzugeben.“ Insofern – einfach Geduld haben und weiter abwarten. Ich behaupte, das finanziell sehr potente Leverkusen findet Ersatz und Drmic damit den Weg zum HSV.

Und wo ich gerade beim Thema bin: Dietmar Beiersdorfer hat am gestrigen Donnerstag gleich mehrfach gepunktet. Erst mit dem Kühne-Deal, dann mit einem sehr emotionalen Wortbeitrag beim Neujahrsempfang und abends an der Basis. Beim Fantalk in der HSV-Kneipe „Tankstelle“ tauchte der Vorstandsboss in Freizeitklamotte als Gast auf. „Dass er eingeladen war, wusste ich“, so Horn begeistert, „aber dass er auch kommt und so in den Dialog geht mit der Basis, das ist in unserer Situation einmalig. Das ist Gold wert auf dem Weg, den Verein wieder zu vereinen.“

Beiersdorfer arbeitet derzeit an allen Fronten. Er ist bei der personellen Neuausrichtung mit dem Direktor Profifußball, Peter Knäbel, Tag und Nacht aktiv. Er hat den Kühne-Deal mit seiner Standhaftigkeit in den letzten Wochen und Monaten überhaupt erst ermöglicht. Schon im Sommer, als sich Kühne zierte, die avisierten Beträge zur Verfügung zu stellen, bewies Beiersdorfer Standfestigkeit, als er Lasogga auch ohne Kühnes Hilfe verpflichtete. Kühne war zwar zunächst nicht erfreut, letztlich aber doch eher beeindruckt. Beiersdorfer hatte seine Feuerprobe bestanden. Dass sich der HSV die Anteile zunächst auf der Basis eines AG-Wertes von gut 300 Millionen Euro teuer abkaufen lassen wollte, ließ Kühne davon Abstand nehmen. Dennoch knickte Beiersdorfer bei den Anteilsverhandlungen nicht ein. Im Gegenteil: Am Ende gingen Kühne und der HSV aufeinander zu. Kühne bekam die Anteile zum Prozentpreis von 2,5 Millionen Euro statt mehr als drei Millionen. Und im Gegenzug kaufte Kühne ein Stück Tradition zurück – für 16 Millionen Euro.

Ergo: Ein Deal, mit dem alle Parteien sehr gut leben können. Und genau so sollte man es auch sehen.

Zumal dann, wenn der HSV am Ende seine Wunschspieler an Land gezogen haben sollte. Drmic scheint höchstwahrscheinlich, ebenso Kuzmanovic. Für den serbischen Nationalspieler soll der HSV bereits ein Leihangebot inklusive Kaufoption abgegeben haben. Zudem hieß es heute, es würde ein Treffen des HSV mit dem abgebenden verein Inter Mailand geben. Das allerdings wurde vom HSV dementiert.

Soll kommen: Inters defensiver Mittelfeldspieler Zdravko Kuzmanovic

Soll kommen: Inters defensiver Mittelfeldspieler Zdravko Kuzmanovic

Und ehrlich gesagt ist auch das alles nur Stochern im Nebel. Daher beschränke ich mich einfach auf die Fakten: Der HSV will Kuzmanovic. Und Beiersdorfer und Co. werden Inter schon deshalb ein Angebot machen. Meine Tendenz: Kuzmanovic kommt.

Muss er auch, denn die „Sechs“ ist derzeit unterbesetzt. Während Jiracek und Behrami verletzt sind, steht Tolgay Arslan unmittelbar vor seinem Absprung. Dem Vernehmen nach sind der HSV und der interessierte türkische Erstligist Besiktas Istanbul unmittelbar vor einer Einigung. Dass schon alles fix ist, ist zwar falsch. Aber es ist davon auszugehen, dass sich in den nächsten Stunden und Tagen geeinigt wird und die Verträge unterschrieben werden. Vielleicht sogar schon heute – was mich natürlich dazu veranlassen würde, hier ein UPDATE einzubauen.

Bis dahin aber bleiben wir bei bestätigten Fakten. Und die besagen, dass heute und am Sonnabend trainingsfrei ist. Am Sonntag geht es dann zunächst für eine Stunde mit der gesamten Mannschaft zur Mitgliederversammlung ins CCH, ehe am Nachmittag um 15.30 Uhr unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegen Odense BK spielt. Der letzte Test vor dem Rückrundenauftakt wird noch ohne Pierre Michel Lasogga, Valon Behrami, Lewis Holtby, und ziemlich sicher ohne Abgang Tolgay Arslan sowie ohne Neuzugänge bestritten werden müssen. Dafür bestehen bei Nicolai Müller, Dennis Diekmeier und Petr Jiracek, ebenso Einsatzchancen wie bei Matthias Ostrzolek. Entschieden wird das kurzfristig.

Bis morgen!

Scholle

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