Archiv für das Tag 'Diego'

van der Vaarts leiser Abschied

12. Juni 2015

Während die Meldungen über Spielerwechsel in der Bundesliga nur so reintrudeln, gibt es vom HSV keinen Vollzug zu melden. Das ist nicht überraschend, und selbst die Personalie Süleyman Koc könnte sich noch einige Zeit hinziehen. Dessen Berater hat Druck gemacht und von einer grundsätzlichen Einigung mit dem HSV berichtet. Allerdings ist die Ablöse (zwischen 1,5 Millionen und 2 Millionen Euro) noch recht hoch. Nun also baut der Berater Druck auf den SC Paderborn auf, um von den Forderungen herunterzukommen. Ein nicht unübliches Spielchen, schließlich wollen alle Seiten Klarheit.
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Was hat Joe Zinnbauer vor?

21. November 2014

Das war mal eine Nebeleinheit heute Nachmittag. „Verschleierungstaktik“, twitterte der HSV schon am Morgen beim Blick über den diesigen Trainingsrasen heraus. Von „Fog – Nebel des Grauens“ war die Rede – und nicht wenige Zuschauer fragten sich besorgt, wie der Brasilianer Cleber wohl seine mutmaßlich erste Trainingsschicht bei derartigen Bedingungen und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt überstehen würde.

Zumindest die Sorge bezüglich des Südamerikaners war unbegründet. Cleber mischte munter mit, natürlich mithilfe dicker Handschuhe, einer Mütze und der langen Trainingshose. Ihm war sogar großer Einsatz anzusehen und auch anzuhören. Es ist schon jetzt unverkennbar, wenn seine dunkle Stimme über den Trainingsplatz dröhnt. Und die von Cleber war heute bei weitem nicht die einzige. 24 Feldspieler hat Trainer Joe Zinnbauer dabei gehabt, es wurde in verschiedenen Formen auf kleinem Feld geübt. Es war sehr laut und augenscheinlich, dass Zinnbauer zwei Absichten verfolgte.

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Zum einen deuteten die Übungen auf kleinem Feld immer wieder darauf hin, dass auch übermorgen im Nordderby gegen Werder Bremen ein harter Kampf um jeden Zentimeter im Mittelfeld erwartet wird. Das Spiel eng machen, sich dort zweikampfstark und mit schnellen Zuspielen behaupten. Das erwartet uns alle also am Sonntag ab 15.30 Uhr im ausverkauften Volkspark. Zum zweiten möchte Zinnbauer durch den bewusst großen 24er-Kader den Konkurrenzkampf am Leben halten. Zum vermeintlichen Stamm zählten heute beispielsweise Mohamed Gouaida, Ronny Marcos, Ashton Götz, Julian Green – dafür mussten sich Matthias Ostrzolek oder auch Tolgay Arslan mit einer möglichen Reservisten-Rolle vertraut machen. Rafael van der Vaart könnte sich gegen Bremen im defensiven Mittelfeld wiederfinden.

Es ist kaum zu erwarten, dass Zinnbauer gleich ein ganzes Quartett unerfahrener U-23-Spieler ins Nordderby schicken wird. Aber warum sollte eigentlich nicht Mohamed Gouaida sein Debüt in der Bundesliga geben? Links im Mittelfeld fällt Marcell Jansen aus. Die Variante mit Lewis Holtby hat bei Hertha BSC nicht geklappt. Zoltan Stieber konnte dort ebenfalls noch nicht begeistern und Ivo Ilicevic bleibt fürs erste wegen seiner ständigen Verletzungen und Trainingspausen ein unsicherer Kandidat. Warum also nicht Gouaida, der vergangenen Sonnabend beim 2:2 der U 23 durch ein wundervolles Tor (übrigens nach Doppelpass mit Philipp Müller und nicht Ahmet Arslan, wie ich vergangene Woche irrtümlich geschrieben hatte) den Endstand erzielte? Der Bursche hat schon was, ist schnell und selbstbewusst. 21 Jahre alt ist der Franzose mit tunesischen Wurzeln, der in Straßburg geboren wurde, und den der HSV im Sommer vom SC Freiburg geholt hat.

Abwarten, was Joe Zinnbauer wirklich plant. Wie Ihr auch im Video von der heutigen Pressekonferenz hören könnt, möchte sich der Trainer alle Optionen offen halten. Wobei er auch klar sagt, dass vor den jungen Nachrückern immer noch eine Reihe Älterer steht, die „einen Schritt“ voraus seien. Aber punktuell kann man sicher mit einem jungen die alte Garde aufmischen. Nach den Länderspielen der vergangenen Woche sind vor allem die beiden Schweizer mit leichten Beschwerden zurückgekehrt. Allerdings gab es heute auch gleich Entwarnung. Sowohl Valon Behrami als auch Johan Djourou konnten im Training wieder dabei sein. Ihr Einsatz am Sonntag ist nicht gefährdet.

Auffällig ist ja vor diesem Nordderby, dem 101. Der Bundesliga-Geschichte, dass sich die Protagonisten mit allzu viel Gedröhne zurückhalten. Das mag auch wiederum zwei Gründe haben. Auf der einen Seite polarisiert die Werder-Truppe in Hamburg sicher nicht mehr so wie mit Tim Wiese oder Torsten Frings. Auf der anderen Seite ist die sportliche Lage sowohl an Weser wie an Elbe alles andere als dafür geschaffen, große Töne zu spucken. Wie würde sich das anhören, wenn die HSVer posaunen würden, Werder aus dem Stadion zu pusten? Da muss man nur mal die Heimstatistik rausholen. Und Werder, mit der zweitschwächsten Deckung der Liga, steckt in etwa so tief im Schlamassel wie der HSV.

Der Weg der beiden Vereine in den vergangenen Jahren lief ja parallel nach unten. Werder Bremen stand zwischenzeitlich fünf Mal in Folge in der Champions League. Geblieben ist von entsprechenden Einnahmen und vom hohen Marktwert der Spieler – nichts. Der HSV war internationaler Dauergast in den 2000er Jahren. Davon geblieben ist – noch weniger als nichts. Beide Nordvereine können ruhig als Prototypen herhalten für diejenigen Bundesliga-Vereine, die mit allergrößtem Aufwand und größtmöglichem Transferrisiko ihre Mannschaft aufgepumpt haben. Der sportliche Erfolg gab ihnen kurzfristig recht, doch sportliche Schwächephasen brachten das ganze Konstrukt zum Einsturz. Der HSV überhob sich (und überhebt sich noch) an seinen viel zu hohen Personalkosten. Werder wurde Opfer einiger teurer Transferflops. Als die Zeiten der genialen Spielmacher Micoud, Diego und Özil vorbei war, wurde teuer investiert in Nachfolger (Arnautovic, Carlos Alberto), die die Erwartungen nicht erfüllten. Was in Hamburg aufgefressen wurde durch zahllose Abfindungen, das ging auch an Werder nicht vorüber. Dort hat man darüber hinaus in Steine statt weitere Beine investiert. Das Stadion wurde umgebaut. Nachhaltig und sinnvoll, aber für den Moment ist Werder Bremen sportlich in einer tiefen Delle. Die Truppe ist eindeutig nicht gut, und nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Franco di Santo im Sturm besitzt der HSV ja berechtigte Hoffnungen, diesmal als Sieger vom Platz gehen zu können.

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Apropos Abfindungen. Vier Stunden tagten die DFB-Schlichter gestern mit den Anwälten des HSV und von Mirko Slomka und Nestor el Maestro. Dann war der Gütetermin friedlich beendet. Mehr als 1,4 Millionen Euro Abfindung wollte allein Slomka haben. Am Ende soll eine Summe von 1,8 Millionen herausgesprungen sein. Damit können wir zusammenfassen, dass der Ex-Trainer von Hannover 96 für seine sieben Monate in Hamburg knapp 2,5 Millionen Euro eingestrichen hat. Das ist etwas weniger als Bert van Marwijk für die knapp sechs Monate seiner Amtszeit erhalten hat. Es ist doch schön zu sehen, wie gnädig der HSV mit seinen leitenden Angestellten umgeht. Nicht, dass daraus nachher noch ein Sozialfall wird.

Aber im Ernst: Was ist da eigentlich los in den verantwortlichen Gremien des HSV? Was haben Anwälte, Vorstände und Aufsichtsräte für löchrige Verträge ausgehandelt? Wieso wird da ständig die Abfindung eingeklagt und nach oben verhandelt? Gibt’s das bei anderen Bundesligisten? Cardoso, Addo, Kreuzer, Slomka, el Maestro, van Marwijk – allein in den vergangenen Monaten? Die Verträge liegen dem HSV natürlich nur intern vor. Aber das hier ganz offensichtlich fehlerhaft gearbeitet wurde, liegt zunächst auf der Hand. Bei Kreuzer, so viel ist klar, hat der neue Aufsichtsrat bei der Vertragsumstellung Kreuzers von e.V. auf AG ein Versäumnis begangen und eine ursprünglich gültige Abfindungsregelung nicht übernommen. Glückwunsch dazu! Alle anderen Dinge, wie auch gestern von Scholle zum Fall Otto Addo beschrieben, sind im einzelnen sicher unterschiedlich. Zwei Prozesse stehen übrigens noch an. Am 1. Dezember geht es vor dem Arbeitsgericht um die fristlose Kündigung von Oliver Kreuzer. Und der Gütetermin mit dem ehemaligen Fitness-Trainer Nikola Vidovic, der heute vor dem Arbeitsgericht sein sollte, wurde kurzfristig verlegt. Dazu diese Mitteilung des Arbeitsgerichts:

Herr Vidovic wurde beim HSV e.V. mit Arbeitsvertrag vom 19. Oktober 2011 befristet bis zum 30. Juni 2014 eingestellt. Dieser Arbeitsvertrag wurde nachfolgend bis zum 30. Juni 2016 verlängert. Herr Vidovic war direkt dem Cheftrainer unterstellt. Das Arbeitsverhältnis ging später auf die HSV Fußball AG über. Mit Schreiben vom 16. September 2014 wurde Herr Vidovic durch die HSV Fußball AG freigestellt und am 22. September zum 31. Oktober 2014 gekündigt. Gegen diese Kündigung wendet sich Herr Vidovic vor dem Arbeitsgericht Hamburg. Weil beide Seiten eine einvernehmliche Regelung derzeit für nicht möglich halten, haben Sie beantragt, den Gütetermin vom 21.11.2014 zu verlegen, und den Kammertermin unmittelbar anzuschließen. Daher hat der Vorsitzende den Termin vom 21.11.2014 aufgehoben und zur mündlichen Verhandlung Termin anberaumt auf den 11. Februar 2015.

Verrückt, diese Prozessflut. Eigentlich kann es nicht im Sinn des Vereins sein, dass die anberaumten Verhandlungen tatsächlich öffentlich stattfinden. Im Zweifel würde wohl nur offenbar, welche Versäumnisse der HSV sich vorzuwerfen hat.

Zu guter Letzt noch ein Hinweis auf eine neue Sonderausstellung im HSV-Museum. Mit 40 geladenen Gästen wurde vorhin der neue Bereich eingeweiht, der noch bis Ende des Jahres zu sehen sein wird und „Charly“ Dörfel gewidmet ist. „Charly“ selbst war anwesend, und das ist umso erfreulicher, weil der geniale Linksaußen von einst ja gerade einen Krankenhausaufenthalt hinter sich hat. Aber, wie er selbst jetzt wohl sagen würde: „Unkraut vergeht nicht!“ Also: Ein Blick ins Museum lohnt sich mal wieder.

Morgen wird noch einmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert. Für die Matz-ab-live-Sendung am Sonntag nach dem Nordderby haben Dieter und Scholle den ehemaligen Torwart Sven Neuhaus zu Gast. Ein zweiter Gast folgt wie immer.

Lars
18.52 Uhr

Tah: “Mein Traum geht in Erfüllung!”

27. November 2013

Also, ich habe in diesen Tagen eigentlich alles erfahren, was wichtig ist. Sabia und Rafa bekommen ein Mädchen. Der Rafa ist ein toller Papa, sagt die Sabia. Er weiß noch nicht, wie das sein wird, seine Tochter zur Ballettstunde zu begleiten, sagt der Rafa. Die Slyvie hat den Rafa betrogen, hat die Sylvie gebeichtet. Vielleicht tut es ihr auch ein bisschen leid.

Das alles weiß ich jetzt und ich sehe schon die nächsten Schlagzeilen vor mir: „Rafa gesteht: es war die schwerste Zeit meines Lebens!“ – oder dann irgendwann, wenn alle gebeichtet haben: „Darum sind Sylvie und Sabia wieder beste Freundinnen!“ Was aber wirklich nicht mehr weit weg ist, könnte diese Überschrift sein: „Sabia hat dafür gesorgt, dass Rafas Fuß eine Wunderheilung hatte!“

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Zu dieser Wunderheilung könnte es wirklich kommen. Zwar nicht unbedingt durch die Freundin des HSV-Kapitäns, aber geht es nach Sportchef Oliver Kreuzer, dann ist Rafael van der Vaart schon in der kommenden Woche wieder am Ball. „Ich habe von Anfang an gesagt, dass die Verletzung nicht so dramatisch ist“, so Kreuzer heute. „Eventuell gibt es für Rafa eine kleine Chance am kommenden Dienstag im Pokal gegen den 1. FC Köln.“ Damit hätte sich die ursprünglich prognostizierte Verletzungsdauer von vier Wochen in etwa halbiert.

Gut für den HSV. Wobei ich mich frage, welche Verletzung das eigentlich gewesen sein soll, bzw. wie sich ein Fuß drehen muss, um gleichzeitig einen Innen- sowie einen Außenbandanriss zu haben. Das habe ich nicht nur mich gefragt, sondern auch einen Arzt. „Diese Art Verletzung gibt es nicht“, war die Antwort. Was den Schluss nahelegt, dass eine der diagnostizierten Bänderverletzungen älter sein muss, und damit die “neue” Fußverletzung vom Länderspiel vergangenen Dienstag nicht so schlimm war. Klar, dass van der Vaarts Sprunggelenk nach 14 Jahren im Profigeschäft nicht mehr im optimalen Zustand ist.

Wie auch immer, dem HSV und allen Fans kann es ja nur recht sein, wenn der Star des Teams schneller wieder da ist als gedacht. Klar ist allerdings auch, dass es für van der Vaart noch nicht reichen wird beim Spiel in Wolfsburg am Freitag. „Das wird sicher nix“, so Sportchef Kreuzer.
Der Mann des Tages beim HSV war heute der jüngste im Kader – Jonathan Tah. Der HSV hat, wie erwartet, den Vertrag mit seinem hoffnungsvollsten Talent vorzeitig bis 2018 verlängert. Heute wurde diese Nachricht im Laufe des Tages offiziell bestätigt. „Wir freuen uns, dass uns das gelungen ist“, sagte Oliver Kreuzer nicht ohne Stolz.

„Jonathan hat Begehrlichkeiten geweckt bei anderen Bundesliga-Vereinen und im Ausland. Umso mehr freuen wir uns, dass er langfristig hier bleibt“, so Kreuzer weiter. „Er kann damit ein Vorbild sein für andere junge Spieler beim HSV, die sehen, dass wir auf die Jugend setzen. Diese Vertragsverlängerung kann Signalwirkung haben.“

Erleichtert und zufrieden zeigte sich auch Tah selbst. Erst im Januar hatte der HSV seinen Vertrag bis 2016 verlängert, nun um weitere zwei Jahre. „Ich fühle mich super“, lächelte Tah. „Mein Traum vom Profi-Fußball ist in Erfüllung gegangen. Ich denke, dass das Umfeld hier super ist für meine Entwicklung. Und ich freue mich natürlich auch über das Vertrauen des Vereins.“ Freilich musste der HSV bei der Vertragsverlängerung eine Klausel einbauen, die Tah ermöglicht, bei einem Angebot in zweistelliger Millionen-Euro-Höhe den HSV zu verlassen. Aber so weit ist es ja zum Glück noch nicht.

Jonathan Tah hat auch eine Einschätzung seiner eigenen Entwicklung gegeben. Er ist da sehr zurückhaltend, was ja auch geboten und sympathisch ist. Schließlich steht er noch am Anfang einer vielversprechenden Karriere. „Ich lasse mich nicht so leicht ablenken und von außen beeinflussen“, gibt Tah das wieder, was man auch bei fast jedem Bundesligaspiel auf dem Platz sieht. „Außerdem habe ich meinen eigenen Kopf. Und mein Umfeld, Freunde und Familie, sorgt dafür, dass ich auf dem Boden bleibe.“ So weit, so gut. Und dann kam doch noch etwas in einem Nebensatz, was den brennenden Ehrgeiz des 17-Jährigen verrät, ohne den er noch nicht da wäre, wo er jetzt schon ist. „Ich möchte dahin, wohin noch fast keiner gekommen ist.“ Alles Gute auf diesem Weg.

Ganz bodenständig wird Tah im nächsten Sommer übrigens noch sein Fachabitur am Gymnasium Heidberg hinter sich bringen. „Die Noten sind nicht so gut, wie sie wären, wenn ich kein Fußball-Profi wäre“, gibt er lächelnd zu. „Aber ich werde das Fachabi schaffen.“

Die Lobeshymne auf den jüngsten HSV-Bundesligaspieler aller Zeiten rundete Trainer van Marwijk ab. „Er ist ein ganz ruhiger Junge, den nicht so schnell etwas durcheinander bringt. Es ist viel auf ihn eingeprasselt in den vergangenen Monaten. Er ist dabei ruhig geblieben, und das sagt schon etwas über seinen Charakter aus.“

Nach Dennis Diekmeier (bis 2016) ist Tah nun also der zweite Perspektiv-Spieler, der weiter gebunden werden konnte. Das spricht für Sportchef Oliver Kreuzer und seine Philosophie.

Apropos Diekmeier. Der Außenverteidiger ist ja nach seinem Mittelfußbruch immer noch verletzt. Bert van Marwijk erwartet ihn, wie er heute sagte, in diesem Jahr nicht mehr zurück auf dem Fußballplatz. Das gleiche gilt für Kerem Demirbay. Über van der Vaart haben wir bereits gesprochen – bleibt Petr Jiracek (Hüfte), der wieder ins Training eingestiegen ist, heute aber nur einen Teil der Einheit mitmachen konnte.

Damit sind wir dann auch schon bei der Vorbereitung auf die Partie am Freitag um 20.30 Uhr in der Wolfsburger Arena. Offen scheint nur zu sein, ob Tolgay Arslan nach abgesessener Gelb-Sperre wieder ins Team kommt für Tomas Rincon. Heute war Geheimtraining, und van Marwijk wollte sich, was diese Entscheidung angeht, noch nicht in die Karten schauen lassen. Eine 51:49-Tendenz, ein Bauchgefühl, spricht aus meiner Sicht für Arslan, denn Rincon war ja auch am Gegentor gegen Hannover 96 am vergangenen Sonntag beteiligt.

Durch das 3:1 gegen die Niedersachen habe sein Team jedenfalls Selbstvertrauen gewonnen. Zur dieser Einschätzung ließ sich Bert van Marwijk immerhin hinreißen. Ob das reicht, um die im Moment sehr starken Wölfe zu zähmen? „Ich wollte, ich könnte das vorhersagen. Aber das kann ich nicht“, so van Marwijk. „Wir müssen uns unglaublich gut vorbereiten und müssen an unserem oberen Level spielen. Ob und das gelingt, dafür kann ich keine Garantie abgeben. Das geht vielleicht nur, wenn wir gegen eine Schülermannschaft spielen. Oder eine Damen-Mannschaft…“

Der VfL Wolfsburg, zuletzt fünf Mal ohne Niederlage, fällt nicht unbedingt in diese Kategorie. Trotzdem gibt sich Sportchef Kreuzer selbstbewusst: „Ich hoffe, dass wir zum ersten Mal zwei Siege in Folge feiern können. Das ist auch machbar! Es ist ein Siel auf Augenhöhe. Diego ist bei den Wolfsburgern gesperrt, das muss für uns kein Nachteil sein. Wir fahren nach Wolfsburg, um zu gewinnen, ganz klar.“

Deutliche Worte von Oliver Kreuzer, der natürlich auch beim Blick auf die Tabelle erkennt, dass noch Punkte in der Hinrunde her müssen, damit der HSV in der Rückrunde eine Perspektive nach oben hat. Heimspiele gegen Augsburg und Mainz (da muss gewonnen werden) und Auswärts-Auftritte in Wolfsburg und bei den Bayern – sieben bis neun Punkte müssten schon mal her, um in der zweiten Saisonhälfte angreifen zu können. Vereinschef Carl Jarchow hat jüngst noch bestätigt, dass es offiziell bei der Zielsetzung „internationaler Fußball“ bleibe. Aktuell hat der HSV 15 Punkte. Sollten es Weihnachten nur 20 oder noch weniger sein, scheint der Angriff auf Platz sechs oder sieben sehr ambitioniert, wenn nicht illusorisch zu werden.

Im Stadion-Restaurant „Die Raute“ beginnt in wenigen Minuten eine Info-Veranstaltung über den Stand des Campus-Projekts. Vorstand Joachim Hilke wird referieren. Für schnell Entschlossene: noch sind ein paar Sitzplätze frei! Eine Schautafel ist schon zu erkennen, wo das Areal des neuen Gebäudes zu erkennen ist. In den vergangenen Wochen wurde immer wieder spekuliert, der Baubeginn werde sich verzögern. Zwei Knackpunkte gibt es dabei: Der Bauantrag, der – so sagte es Sportsenator Michael Neumann am Montag auf der „Hamburg Soiree“ – kurz vor der Genehmigungsreife stehe. Und dann ist da die Frage, ob der HSV das Gelände von der Stadt erhält, oder es nur als Erbpacht übertragen bekommt. Entscheidung offen. So oder so: Vereins-Chef Jarchow hat zuletzt immer wieder betont, im Februar 2014 werde der erste Spatenstich erfolgen. Warten wir es ab.

Morgen wird, im Gegensatz zu heute, wieder öffentlich trainiert – und zwar um 13 Uhr. Anschließend fahren die Profis mit dem Bus nach Wolfsburg, wo sie zuletzt 2011 gewonnen haben.

Bis zum nächsten Mal
Lars

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Nachtrag: Auf der Info-Veranstaltung zum Campus-Projekt sagte Marketing-Vorstand Joachim Hilke, der Spatenstich des “HSV-Campus” erfolge im “ersten Halbjahr 2014″. Vom Februar ist nun nicht mehr die Rede. Das der Vollständigkeit halber.
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Bruma für Jansen? Hauptsache van der Vaart hüpft!

30. November 2012

Königs-Winterwetter und ne Menge Dampf im Training – so macht das Traininggucken doch mal richtig Spaß. Dass dabei die eine oder andere Blessur entsteht und ein Ivo Ilicevic beispielsweise die volle Härte von Jeffrey schmerzhaft zu spüren bekam – in meinen Augen völlig okay so kurz vor dem Spiel. Bitter für Ilicevic zwar, aber es zeugt davon, dass die Mannschaft heiß ist. Und so lange sich niemand verletzt… Immerhin gibt es Positionen neu zu besetzen. „Man spielt, wie man trainiert“, hatte Vorzeigeprofi Rene Adler uns gestern gesagt. Wenn dem wirklich so sein sollte, dann aber hallo. Dann dürfen wir uns noch mehr auf das Spiel in der wunderschönen VW-Stadt freuen als wir es eh schon machen…

Wobei, eine Trainingseinheit gibt es ja noch. Morgen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Und diese Einheit könnte den bislang ordentlichen Eindruck der Trainingswoche noch runterziehen. Was ich allerdings für unwahrscheinlich halte, zumal dagegen spricht, dass Trainer Thorsten Fink nach den Ausfällen von Rafael van der Vaart (Muskelfaserriss), Tolgay Arslan (Gelbsperre) und jetzt auch noch Marcell Jansen (Schulter ausgekugelt) personell einiges umstellen bzw. umbesetzen muss. Wer ersetzt Arslan auf der zehn? Und vor allem: wer spielt hinten links? Fragen, auf die Fink heute noch nicht antworten wollte.

Allerdings nannte er die Alternativen. Die eine wäre, Ivo Ilicevic für Arslan beginnen zu lassen und hinten links einfach einen Innenverteidiger spielen zu lassen. Jeffrey Bruma beispielsweise, der nachweislich heiß ist und sich ebenso nachweislich als Rechtsverteidiger schon sehr beachtlich aus der Affäre ziehen konnte. So müsste Fink, der wie immer betonte, möglichst wenig umstellen zu wollen, die vakanten Positionen gegenüber dem Schalke-Spiel lediglich eins zu eins austauschen. Denn: Dass Fink am System mit zwei Angreifern festhalten wird, ist klar. Darauf legte er sich heute fest.

Zudem würde Dennis Aogo bei der Konstellation erneut im Mittelfeld auflaufen können. Dort, wo er gegen Schalke meiner Meinung nach eines seiner besten Spiele seit Jahren für den HSV gemacht hat. Dafür spricht auch, dass Fink ihn und Per Skjelbred nannte, als es darum ging, wie man Wolfsburg formstarken Regisseur Diego aus dem Spiel nehmen könne. „Unser Mittelfeld wird das im Kollektiv machen“, so Fink, „Per und Dennis werden sich da kümmern.“ Ebenso wie Milan Badelj, der von der Sechs in der aktuellen Verfassung nicht wegzudenken ist. „Milan will ich nicht verschieben. Er ist auf der Position einfach zu wichtig“, so Fink am Donnerstag noch. Die Alternative mit Tomas Rincon auf der Sechs und Badelj als Arslan-Ersatz (in dieser Formation würde Ilicevic nach links rücken) dürfte somit wegfallen.

Und obwohl Heung Min Son der Toptorjäger des HSV ist und sich für die Partie beim VfL Wolfsburg am Sonntag gesund zurückmeldete, dürfte der Südkoreaner für die Startelf eher (noch) keine Alternative sein. Auf jeden Fall soll Beister wieder vorn beginnen (Fink: „Wenn ich ihn zurückziehe, müsste ich das System ändern. Und das will ich nicht“). Und nach seinem Tor im letzten Spiel dürfte auch Artjoms Rudnevs in Wolfsburg seine Pferdelunge unter Beweis stellen können.

Seine Schnelligkeit beweisen muss Dennis Diekmeier zwar nicht mehr. Dafür will der Rechtsverteidiger in Wolfsburg seine seit Saisonbeginn ansteigende Formkurve bestätigen. Und dabei kommt ihm die Umstellung auf eine Raute im Mittelfeld entgegen. „Das neue System eröffnet mir rechts viel Platz“, so Diekmeier, „da kann ich meine Schnelligkeit optimal ausspielen.“ So gesehen gegen Schalke, dem vielleicht besten Spiel Diekmeiers seitdem er im Juli 2010 aus Nürnberg zum HSV gewechselt ist. Immer wieder nutzte Diekmeier da den ihm gebotenen Freiraum über außen. Nicht umsonst leitete er zunächst den Angriff zum 2:0 ein und bereitete am Ende das Tor von Rudnevs sogar mit seinem Querpass vor. Zudem kam Diekmeier immer wieder zu gefährlichen Flankenläufen. „Dennis ist in einer sehr guten Form“, sagt Fink, der den Rechtsverteidiger hauptsächlich deshalb (und auch mangels Alternativen) als „gesetzt“ bezeichnet.

Demnach dürfte die Startelf gegen Wolfsburg so aussehen: Adler – Diekmeier, Mancienne, Westermann, Bruma – Skjelbred, Badelj, Ilicevic, Aogo – Beister, Rudnevs. Und das klingt doch nach einer ordentlichen Mannschaft. „Wir werden uns noch speziell auf ihn vorbereiten“, sagt Diekmeier, „und Diego dann im Kollektiv bearbeiten. Er ist in einer sehr guten Verfassung. Aber wenn wir ihn ausschalten, gewinnen wir das Ding.“

Worte, die nach (neuem?) Selbstvertrauen klingen. Ob das Spiel gegen Schalke eine Art Initialzündung gewesen sein könnte? „Zumindest hat es uns einige wichtige Dinge klargemacht“, so Diekmeier. „Zum einen, dass wir auch zwei schwere Ausfälle als Mannschaft auffangen und verkraften können. Und zum anderen, was alles möglich ist, wenn alle Vollgas gehen. Es reißt einen einfach mit, wenn er sieht, dass der Nebenmann plötzlich den verlorenen Ball wiederholt.“ Trainer Thorsten Fink ist gewohnt vorsichtig. Allerdings ist er optimistisch. „Ich hoffe, dass wir aus den letzten beiden Spielen unsere Lehren gezogen haben. Wir wollen Konstanz“, so Fink, der sich über die durchdachten Worte Rene Adlers gefreut hat. „Rene hat das genau richtig gesagt. Und es ist gut, dass diese Erkenntnisse auch aus der Mannschaft kommen. Es wissen alle, dass sie mit Spaß und Leidenschaft ihre Spiele gewinnen.“

Das hätte man als Profi zwar auch vorher schon wissen müssen, allerdings sehe ich es ähnlich wie gestern Adler: Die Mannschaft ist auf einem sehr positiven Weg. Ein weiteres Indiz dafür, dass die Mannschaft auch den namen „Mannschaft“ verdient, ist, dass Rafael van der Vaart und Tolgay Arslan als Verstärkung mitreisen und die Mannschaft von der Tribüne aus anfeuern.

Aus einem Haufen netter Spieler wird endlich eine Mannschaft. Auf und neben dem Platz.

Wie wichtig dabei die Rolle des Superstars van der Vaart einzustufen ist, vermag ich aktuell gar nicht bemessen zu können, so enorm ist sie. Egal welchen Spieler ich spreche, jeder führt ihn und Adler an. Wobei van der Vaart nicht allein ob seines Weltklassefußballs sondern vielmehr auch als Integrationsfigur für alle Spieler bezeichnet wird. „Er ist ein Superstar, der sich überhaupt nicht so gibt“, hatte Arslan gelobt, „im Gegenteil: Rafael ist ein Vorbild auf und neben dem Platz. Er redet mit den Jungen und versucht allen zu helfen.“

Ein Niederländer als Vollblut-HSVer?

Klingt unwahrscheinlich, scheint aber immer mehr der Wahrheit zu entsprechen. Am Dienstag lief mir van der Vaart unmittelbar nach Schlusspfiff auf dem Weg zu den Kabinen über den Weg. Er freute sich und ich gratulierte, um scherzend hinzuzufügen: „Aber was sagt dir das, dass die Mannschaft ohne Dich ihre beste Saisonleistung abgerufen hat?“ Van der Vaart lachte laut und antwortet: „Ja, am besten ich haue wieder ab. Das läuft ja“, so die Nummer 23 im Scherz, ehe er etwas ernsthafter hinzufügte: „Ehrlich, das zeigt, dass wir eine gute Mannschaft haben, die noch viele Punkte holen kann.“ Wie ehrlich diese Freude war, zeigte anschließend der Jubel im Kabineninneren. Jeder Spieler, der die Kabine betrat, wurde von van der Vaart umarmt. Mit den meisten hüpfte er vor Freude über den langen Gang, mit einigen anderen sprach er kurz. „Er hat einfach nur gesagt, dass er stolz auf die Mannschaft ist“, so Adler über den etwas normaleren Superstar, der am Sonntag hoffentlich wieder allen Grund zum Hüpfen hat.

In diesem Sinne, bis morgen! Dann wieder mit Dieter. Wir sehen uns hoffentlich alle wieder am Sonntag nach dem Dreier (mein Tipp: VW – HSV 0:2) bei unserer nächsten „Matz-Ab“-Livesendung. Ich freue mich darauf!

Scholle

AKTUALISIERT: Jansen fällt bis Rückrunde aus!*** Adler hebt die Messlatte an – und Rincon “opfert” Finger für den HSV

29. November 2012

****Ich hatte den Text gerade freigeschaltet, da erreichte mich eine SMS des Mediendirektors Jörn Wolf. Der Inhalt las sich nicht gut. Immerhin stand dort geschrieben, dass sich Marcell Jansen bei einem Trainingsunfall mit einer Hantelstange die Schulter ausgekugelt hatte. Diese wurde im UKE zwar wieder eingerenkt. Allerdings hat Jansen jetzt noch immer Schmerzen, da auch die Kapsel in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sein Einsatz ist bis zum Beginn der Rückrunde definitiv ausgeschlossen, so Wolf weiter. Das könnte bedeuten, dass Aogo wieder nach hinten und entweder Son oder Ilicevic auf die linke Außenbahn rutschen. Bitte seht mir nach, dass diese taktische Variante in dem folgenden, vorher fertiggestellten Text noch nicht berücksichtigt war…***

Es gab schon viele Namen beim HSV, die mit einer hundertprozentigen Einstellung und Tadellosigkeit in Verbindung gebracht wurden. Es gab auch schon einige HSV-Spieler, die auf ihrer Position zur Weltklasse gezählt wurden. Letzteres ist zwar schon etwas her, aber seit Rafael van der Vaart und eben jenem Mann mal wieder Fakt: Rene Adler. Der 27-Jährige ist die große Konstante im HSV-Team. Bis auf einen unglücklich aussehenden Gegentreffer gegen Bayern hielt Adler alles, was zu halten war. Und noch etwas mehr. In den Fachmagazinen ist er der Notenbeste unter den Torhütern. Besser noch als Deutschlands eigentliche Nummer eins Manuel Neuer. Grund abzuheben ist das für den gereiften Keeper allerdings nicht. Im Gegenteil. Seine lange Verletzungspause hat ihm gezeigt, wie schnell der große Trubel und Jubel um seine Person abebben kann. „Fußballprofi bedeutet, jeden Tag aufs Neue alles geben zu müssen. Nicht mehr – aber auch nie weniger.“

Adler hat diesen Satz verinnerlicht, galt allerdings immer schon als jemand, der lieber zwei Läufe mehr als einen zu wenig macht. Als einer, den man manchmal eher stoppen muss, wie sein ehemaliger Torwarttrainer und Freund aus Leverkusener Zeiten, Rüdiger Vollborn, befand. „Rüdiger kennt mich sehr gut. Ich bin eher der Typ, der über das Arbeiten kommt. Er hat immer zu mir gesagt, dass ich ein Naturtalent sei, dass ich direkt aus dem Urlaub kommend Bundesliga spielen könnte. Deshalb überrascht es ihn wie mich auch nicht, dass ich so schnell wieder zu meiner Form finde.“ Vollborn war es allerdings auch, der Adler einen entscheidenden Tipp mit auf den Weg gab: „Er hat mir gezeigt, dass ich manchmal auch auf meine Stärke vertrauen kann und nicht nach jedem Training noch mal in den Kraftraum muss. Früher war ich da oft zu verbissen, heute gehe ich, wenn ich gut auf dem Platz gearbeitet habe, dann mal lieber mit Drobo (Jaroslav Drobny, d. Red.) in die Sauna. Ich finde so meine Balance.“

Und die will Adler jetzt auch mit dem HSV finden. „Konstanz ist das Zauberwort“, sagt der Keeper und spricht auf die teilweise noch heftigen Schwankungen zwischen ganz übel (z.B. Düsseldorf) und ganz stark (Schalke) an. „Die Erklärung ist einfach: Wir haben eine sehr junge Mannschaft. Aber das kriegen andere besser hin. Darauf legen wir jetzt unser Hauptaugenmerk. Hier beim HSV soll eine Mentalität entstehen, dass uns das so nicht reicht. Wolfsburg ist ein Spiel, in dem man punkten kann. Aber wir müssen da hin fahren mit dem Selbstvertrauen, dass wir die drei Punkte holen wollen. Wir haben Schalke geschlagen – wir sind eine gute Mannschaft“, wählt Adler die Worte, die ich seit Oenning vermisst habe.

Vor allem aber bin ich erleichtert, dass die Mannschaft nicht noch kleiner geredet wird. Zu lange wurde auf Unzulänglichkeiten und fehlender Qualität (Erfahrung) herumgeritten, speziell zu Beginn der Umbruchphase 2011/2012. Wobei, damit mich hier niemand falsch versteht: ohne etwas ausschließen zu wollen, aber auch ich erwarte die Mannschaft noch nicht unter den ersten Sechs. Vielmehr hoffe ich, dass mit laut formulierten Ansprüchen auch die Spieler keine Alibis mehr haben, sich mit Mittelmaß zufrieden zu geben.

„Ich sehe einen absolut positiven Trend in dieser Saison“, sagt Adler. Die Mannschaft habe speziell bei der Minusleistung in Düsseldorf (Adler: „Ich freue mich über Schalke und ärgere mich dadurch fast noch mehr über Düsseldorf“) gesehen, dass es ohne 100 Prozent Einstellung nicht funktioniert. „Jeder einzelne muss ein Anspruchsdenken entwickeln, nach dem Spiel in den Spiegel schauen und sagen zu können, dass er alles gegeben hat. Wenn das 90 Prozent der Mannschaft nach dem Spiel kann, haben wir das Spiel auch gewonnen. Ganz sicher.“

Und das beginnt im Training. Während Adler mit Ronny Teuber viele Einzelstudien der Gegner macht und vom detailgetreuesten Training spricht, absolvierte die Mannschaft heute einen kleinen Zirkel zum Aufwärmen, ein Pass- sowie ein intensiveres Abschlussspiel auf verkürztem Feld. Und während ich mir vor Düsseldorf noch Gedanken gemacht hatte, die Mannschaft sei in den kaum laufintensiven Trainingseinheiten vielleicht nicht genug gefordert worden, widerspricht Adler dem vehement. „Das Schalke-Spiel war für mich keine Überraschung. Es ist wirklich so: wie du trainierst, so spielst du. Und wir hatten überragend trainiert.“ Zwar nicht von der Intensität, dafür aber wurden Schwachpunkte gezielt abgestellt. „Wir haben einfache Ballverluste abgestellt und an der Chancenverwertung gearbeitet. Deshalb hatte sich das Ergebnis abgezeichnet“, sagt Adler und schickt gleich einen Appell hinterher: „Bei uns sind enorme Entwicklungschancen vorhanden – aber nur, wenn sich jeder einzelne bei jedem Training so hinterfragt. Beim HSV gilt das für jede Einheit, in jedem Spiel. Und da nehmen wir alle in die Pflicht.“

Dass dem so ist – darin sieht Adler eine seiner Aufgaben. Insbesondere den jungen Spielern müsse er helfen. „Ich bin ein großer Freund davon, auf dem Platz klare Worte zu sprechen. Man kann sich auch mal richtig reiben – daran wächst man letztlich. Ich lege gern den Finger in die Wunde. insbesondere, wenn es läuft. Denn im Erfolg macht man die meisten Fehler.“ Als Beispiel nimmt er die aktuelle Situation. Wir wissen, wo wir herkommen. Aber langsam müssen wir die alte Saison ad acta legen und uns konsolidieren. Und zwar von Spiel zu Spiel. Sollte das für Europa reichen – umso schöner.“

Dafür muss am Wochenende allerdings ein ziemlich schwer einzuschätzender VfL Wolfsburg geschlagen werden. Schon allein, um den Abstand zum Tabellen-15. Zu halten. „Vom Tabellenstand müssen wir uns beim VfL lösen“, warnt Adler, „die Mannschaft gehört von den einzelnen Spielern und dem Umfeld her in die obere Tabellenhälfte.“ Zumal mit Diego der überragende Mann wieder zu seiner Form gefunden hat. „Bei ihm hat man schon so eine Art Befreiung gespürt, nachdem Magath als Trainer entlassen worden war“, sagt Adler, „aber seither sind sie auch nicht ungeschlagen. Im Gegenteil, sie haben gerade gestern wieder verloren.“ Das allerdings sei nicht unbedingt ein Vorteil für den HSV, weil „die jetzt danach dürsten, die Punkte zurückzuholen“.

Danach dürsten, wieder auf dem Platz zu stehen trifft auch auf einige HSVer zu, die sich für die Rolle vom gesperrten Tolgay Arslan in Position bringen. „Sala, Tesche und Ivo sind da Kandidaten“, sagt Fink. „Tomas Rincon wäre eher die defensivere Variante. Aber ich will Milan nicht von der Sechs nehmen“ räumt Fink dem Venezolaner eher Außenseiterchancen ein. Dabei will der für einen etwaigen Einsatz sogar die Beweglichkeit seines rechten Ringfingers opfern. Eine endgültige Entscheidung, ob er operiert wird, soll am Freitag fallen. „Aber zu 80 Prozent steht sie schon“, sagt Rincon, „ich werde weiterspielen, weil die nächsten Wochen und Monate für mich einfach zu wichtig sind, jetzt, wo ich wieder dran bin.“ Insbesondere 2013 sei für ihn enorm wichtig. Neben den WM-Qualifikationsspielen mit Venezuela steht für den 24-Jährigen auch beim HSV eine wichtige Entscheidung an. „Im Sommer geht es darum, on ich verlängere oder nicht“, so Rincon, dessen Vertrag zwar erst 2014 ausläuft. Ergo: der HSV muss sich entscheiden, Rincon zu behalten oder die letzte Gelegenheit (den Winter 2013/2014 mal ausgenommen) nutzen, ihn noch zu verkaufen. „Ich habe das mit meiner Familie besprochen und wir waren einer Meinung. Immerhin verdiene ich jetzt mit Fußball mein Geld. Dafür brauche ich die Fingerkuppe nicht. Aber dafür will ich fit sein.“ Immerhin würde eine Operation rund 1,5 Monate Pause mit sich bringen.

Keine Pause mehr gibt sich Ivo Ilicevic. Der Kroate drängt ins Team. Als Ersatz für den gesperrten Arslan. „Ich habe diese Position schon häufiger gespielt“, so die Bewerbungsworte des Rechtsfußes, der nach der heutigen Trainingseinheit noch allein auf dem Platz blieb. 30 Minuten lang übte er Dribblings. Die Vorbereitung auf sein Comeback nach nunmehr fast zwei Monaten Pause (zuletzt stand er am 29. September gegen Hannover 45 Minuten auf dem Platz). „Mir geht es gut, alles ist ausgeheilt“, freut sich Ilicevic, der die zentrale Position als Vorteil für sich sieht. „Ich kenne sie und diese Position bringt es mit sich, dass man im Spiel ist und sehr viele Ballkontakte hat. So kommt man sehr schnell wieder rein.“ Ob das auch für ihn gilt, ist noch unklar. Allerdings wahrscheinlich.

In diesem Sinne, in dieser Adler’schen Art und Weise darf über größere Ziele gesprochen werden. Immer nah an der Realität gehalten, so gefällt mir das sogar richtig gut, weil es den Anspruch eines jeden Spielers anhebt. Vor allem an sich selbst. Verstecken gilt nicht mehr…

Bis morgen. Da wird um zehn Uhr an der Arena trainiert.

Scholle

P.S.: Heung Min Son wird gegen Wolfsburg wieder in den Kader rutschen. „Er hat eine Stunde lang voll trainiert und keine Probleme gehabt“, sagt Fink, der Son nicht als Arslan-Ersatz sieht und zudem offen ließ, ob der Südkoreaner beginnt. „Nach Siegen sollte man nicht zu viel wechseln. Eigentlich halte ich mich daran ja auch immer…“

Das große Jarchow-Interview, Teil Zwei

30. Mai 2012

Matz ab:
Jetzt hat Marcell Jansen die Idee geäußert, die Bundesliga-Profis könnten den fehlenden Betrag über Spenden decken. Er selbst sei bereit, 5000 Euro zu bezahlen…
Jarchow: Das ehrt ihn natürlich. Aber hier geht es um, den grundsätzlichen Entschluss. Nachdem wir in den letzten Jahren einen siebenstelligen Betrag für die Bundesliga-Frauen aufgebracht haben und auch jetzt noch keine Tendenz zu erkennen war, dass sich der Frauenfußball in der Bundesliga selbst trägt, mussten wir uns so entscheiden. Wir haben alles versucht, jetzt ist aber auch theoretisch nichts mehr möglich, da alle Meldefristen abgelaufen sind. Dieser Zug ist abgefahren.

Matz ab:
Bei Ihrem Amtsantritt sprachen Sie davon, den einen oder anderen Altmeister des HSV enger an den HSV binden zu wollen. Es gab auch Gespräche mit Manfred Kaltz. Was ist daraus geworden?
Jarchow: Ja, es gab die Gespräche mit Manni Kaltz, er war hier. Auch mit anderen Spielern. Wir reden auch jetzt noch mit Leuten, die wir gern einbinden wollen. Ich habe auch mit David Jarolim gesprochen, der jetzt vielleicht noch zwei Jahre woanders Fußball spielt, ehe er zu uns zurückkommt. Bislang galt die Vereinbarung, dass er bei uns im Jugendbereich eingebunden wird für den Fall, dass er sofort aufhört. Ich halte ihn aber für derart geeignet, dass ich ihm gesagt habe, die Vereinbarung gilt auch nach den nächsten zwei Jahren noch. Ich habe auch damals mit Collin Benjamin gesprochen, den wir hier sehr gern gesehen hätten. Aber auch er wollte noch spielen. Jetzt lese ich, dass er es sich überlegt nach dem Jahr bei 1860. Er ist einer der Kandidaten.

Matz ab:
Haben Sie als Präsident mit der Mannschaft im Laufe der Saison auch mal ein ernstes Wort gesprochen, dass die Situation so ernst wie nie ist? Darüber wurde nie etwas bekannt.
Jarchow: Das stimmt. Und das liegt daran, dass manchmal eben doch nicht alles an die Öffentlichkeit kommt, was bei uns hinter geschlossenen Türen geschieht. Aber ich habe permanent einen Draht zur Mannschaft gehabt. Es gab Gespräche. Dieses Recht habe ich mir auch ein, zwei Mal herausgenommen. Aber im täglichen Geschäft ist das das Aufgabengebiet des Trainers und des Sportchefs.

Matz ab:
Waren Sie entsetzt vom Verlauf der Mitgliederversammlung?
Jarchow: Nein. Ich persönlich bin kein Satzungsfetischist und kann nur mit viel Mühe Begeisterung für Veranstaltungen entwickeln, bei denen es ausschließlich um Satzungsänderungen geht. Man kann sich darüber unterhalten, ob es zu langatmig war. Aber ich fand es in Ordnung, auch wenn das Thema der Verkleinerung des Aufsichtsrates dann noch mal für schwierige Diskussionen sorgte.

Matz ab:
Es gab drei Fraktionen. Die Realos, die Supporters und die anderen Mitglieder. Sorgt Sie diese Spaltung?
Jarchow: Nein, weil ich gar nicht sagen kann, ob man das so zuordnen kann. Es ging ja um das Thema Fernwahl, das sehr starke Befürworter aber eben auch sehr starke Kritiker hat. Über die anderen Fragen wurde ja gar nicht so lange diskutiert.

Matz ab:
Im Januar gibt es entscheidende Aufsichtsratsneuwahlen. Läuft der HSV Gefahr, seine Führungspositionen an Leute zu verlieren, die den Klub umbauen wollen?
Jarchow: Das ist schwer vorzustellen, was im Januar ist, wer dort kandidiert. Aber ich bin mir sicher, dass dort weiter Leute kandidieren können, die aus allen Bereichen kommen. Es muss und sollte immer die richtige Mischung haben aus Leuten, die direkt aus dem HSV und eben denen, die von außen kommen, bestehen.

Matz ab:

Die Supporters könnten sich mobilisiert schnell durchsetzen…
Jarchow: Es ist schwer zu sagen, wer aus welcher Richtung kommt. Die kommen natürlich alle aus dieser großen Abteilung der Förderer und Supporters, zu der ich auch gehöre, wenn meine Mitgliedschaft nach meiner Amtszeit wieder auflebt. Diese Abteilung beinhaltet auch ganz unterschiedliche Charaktere und Typen. Viele von den Gewählten kenne ich. Herrn Klüver beispielsweise kenne ich noch aus meiner Zeit in der Abteilungsleitung der Supporters, Jürgen Hunke und andere auch. Ich kann da keine wirklichen Lager erkennen. Ich glaube, dass sich die wählenden Mitglieder mit den Themen befassen und letztlich aus ihrer persönlichen Überzeugung heraus ihre Entscheidungen treffen.

Matz ab:

Die Auflösung Ochsenzoll ist nicht so gut gelaufen, wie Sie sich das vorgestellt hatten…
Jarchow: Nein, da hatten wir uns vorgestellt, dass die dort handelnden Personen das etwas intensiver mit uns vertreten und nicht, dass sie uns Steine in den Weg legen. Die Auflösung ist satzungsmäßig vorgeschrieben. Am 18. Juni gibt es die erste Auflösung, wo alle 53000 Leute kommen müssten. Dort wird es also nichts werden, das ist eher prophylaktisch. Und dann machen wir ein zweite, wo die Zahl der Anwesenden genügt. Und diese Veranstaltung wird im September sein. Bis dahin zieht sich das Thema leider. Die Auflösung wird kommen – auch wenn es dort einige gab, die Ideen entwickelt haben, dort über neue Abteilungen wieder gemeinnützig zu werden. Aber diesen Weg werden wir nicht mitgehen, das habe ich auch klar gesagt. Auch wenn ich mir damit sicher nicht nur Freunde gemacht habe.

Matz ab:
Wie gehen Sie generell damit um, dass Sie in Ihrer Funktion nicht nur Freunde haben?
Jarchow: Offensiv, Denn das geht auch nicht. Ich bin ganz zufrieden mit den Freunden, die ich habe und deren Unterstützung. Aber ich muss eben auch unangenehme Sachen entscheiden. So ist das leben. Im Unternehmen, in der Politik – und sogar im Elternrat der Schule. Zehn Prozent oder mehr hauen einem die Entscheidungen immer um die Ohren. Aber wenn Sie das nicht abkönnen, sind sie verehrt im Amt. Ich fühle mich ganz wohl.

Matz ab:
Ihr Vorgänger nannte die geleistete Jugendarbeit mal „Geldvernichtungsmaschine“. Wie stehen Sie zum Nachwuchsarbeit Ochsenzoll? Was muss dort passieren?
Jarchow: Als Geldvernichtungsmaschine kann man das nicht bezeichnen, das können wir uns gar nicht leisten. Im Gegenteil, wir müssen zusehen, dass wir aus diesem Bereich jedes Jahr mindestens einen nach oben hervorbringen. Das muss das Ziel sein. Das machen uns andere Vereine vor. Oft, wie ich befürchte, wohl auch mit weniger Mitteln als wir sie einsetzen. Wir sind uns der Problematik dort bewusst. Dort fehlt es an Kontinuität. Wir haben auch gerade wieder dafür gesorgt, dass es nicht kontinuierlich weitergeht, indem wir uns von Paul Meier trennen.

Matz ab:

Er sich vom HSV oder Sie sich von ihm?
Jarchow: Natürlich einvernehmlich. Wie das eben so ist. Das ist in erster Linie der Arbeitsbereich von Frank Arnesen, auch wenn es mich natürlich immer wieder selbst berührt. Ich glaube, dass wir in den verschiedenen Bereichen dort Leute in den letzten Jahren vorgebracht haben. Wir haben es aber nicht geschafft, dort wirklich eine eigene Philosophie zu implementieren, die sowohl für die Spieler, die Spielsystem als auch die Trainer gilt. Und das muss von hier aus kontrolliert werden, worum sich Lee Congerton zukünftig kümmern wird. Ich glaube, dass die Barcelona-Philosophie, dass man sich nach Guardiolas Abgang nicht Mourinho holt sondern auf seinen Assistenten setzt, der den Verein jahrelang durchlaufen hat, richtig ist. Es wird nicht immer klappen. Aber von der Grundsatzidee her ist das der richtige Weg. Freiburg macht das ja schon…

Matz ab:
..aber aus der Not heraus…
Jarchow: …manchmal ist das eben so. Dortmund hat auch aus einem Notfall heraus diese Mannschaft gegründet. Die Not hilft manchmal, Dinge durchzusetzen, die sie sonst nicht durchsetzen können. In der Not liegt auch immer eine Chance.

In diesem Sinne, das war der zweite und letzte Teil des Jarchow-Interviews. Ein sehr offenes, ehrliches Gespräch mit vielen interessanten Aussagen. Im Abspann noch ein paar kurze Meldungen.
Bis morgen, dann übrigens ohne Live-Video nach dem Deutschland-Spiel, da Dieter in Leipzig weilt. Wir werden die lediglich verschobene (!!) Sendung aber in der kommenden Woche nachholen und mit interessanten Gästen am kommenden Donnerstag einen letzten EM-Check machen, ehe es dann am Freitag in der Ukraine und Polen endlich losgeht.

Bis morgen,
Scholle

Ansage: Nachdem jetzt bekannt geworden ist, dass Innenverteidiger David Abraham beim spanischen Erstligisten FC Getafe bereits einen Vorvertrag unterschrieben hat, haben sich Sportchef Frank Arnesen und Jarchow darauf verständigt, dass Abraham selbst samt Berater die Angelegenheit in Spanien zu klären haben. „Wir haben mit dem Spieler und dem Berater gesprochen und ihnen klar gemacht, dass wir unsere Verhandlungen auf der Basis geführt haben, dass David ablösefrei ist. Jetzt müssen die beiden sich mit Getafe auseinandersetzen und die Sache klären“, so Jarchow. Ansonsten könnte der Wechsel des Wunschspielers von Trainer Thorsten Fink in letzter Sekunde doch noch platzen

Ansage II: In der kommenden Woche, wenn Arnesen wieder in Hamburg ist, sollen Marcell Jansen und Tolgay Arslan ihre neuen Verträge beim HSV unterschreiben. „Wir sind da sehr zuversichtlich, dass es schon bald zur Einigung kommt“, so Jarchow.
Anfrage: Der HSV ist weiterhin an Wolfsburgs Mittelfeldspieler Koo interessiert. In den nächsten Tagen will sich Wolfsburgs Trainer Felix Magath entscheiden, ob er den Südkoreaner für die kommende Saison einplant.

Absage: Kein Thema mehr ist Diego, der von Atletico Madrid zum VfL Wolfsburg zurückkehrt. Das Gehalt des Mittelfeldspielers liegt noch deutlicher als bei Hamit Altintop über dem Machbaren des HSV, der zudem eine Gehaltsstruktur hat, die nicht riskiert werden soll, wie Jarchow sagt.

Traum: Rafael van der Vaart wird wieder auf dem Transfermarkt gehandelt – ergo: der HSV, der in Kühne einen milliardenschweren und wahrscheinlich den größten Fan des Mittelfeldspielers in seinen Reihen weiß, sollte hellhörig werden. Dem Vernehmen nach ist der FC Schalke 04 um die Verpflichtung von van der Vaart bemüht. Wie „Bild“ und „Sport Bild“ berichteten, sollen die Königsblauen Kontakt mit dem Berater des niederländischen Nationalspielers von Tottenham Hotspur aufgenommen haben. Für die Verpflichtung des 29 Jahre alten ehemaligen HSV-Profis müsste der Revierclub aber wohl eine zweistellige Millionensumme aufbringen. Van der Vaart steht bei Tottenham bis 2014 unter Vertrag. Schalke wollte die Spekulationen weder bestätigen noch dementieren. Deshalb, meine Bitte an Klubboss Carl Jarchow: Beim nächsten Treffen mit Herrn Kühne, das meinen Informationen zufolge ja schon in wenigen Tagen ansteht, bitte auch das Thema van der Vaart kurz diskutieren. Denn so unwahrscheinlich es auch ist – man weiß ja nie. Manchmal erfüllen sich Träume ja…

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