Archiv für das Tag 'Delling'

Mit Raute – und Arslan auf der Sechs

5. April 2013

So, nun ist es nicht mehr lange hin, bis zum Anstoß der Partie gegen den SC Freiburg. Es wird spannend, es wird dramatisch – denn es steht für beide Mannschaften viel auf dem Spiel. Ich denke ja, dass es für den HSV um viel mehr geht, als nur um drei Punkte. Es geht darum, endlich wieder einmal in einem Heimspiel das beste, das vielleicht auch wahre Gesicht des HSV zu zeigen. Bitter nur, dass jetzt ausgerechnet die unbequemen Männer aus dem Breisgau kommen, mit diesem erst recht unangenehmen Trainer am Spielfeldrand. Der SC Freiburg, das ist vielleicht für jene unerschütterlichen Hamburger Optimisten interessant, hat seine letzten beiden Bundesliga-Spiele gegen den HSV im Volkspark (!) gewonnen. Einmal 2:0, einmal 3:1. Das schreibe ich nur, weil ich allein heute schon drei Männer getroffen habe, die mit etwas von „es wird schwer, aber der HSV wird 1:0 gewinnen“ erzählten. Auch ein 2:0 und ein 2:1 war dabei. Der HSV (und sein Anhang) sollte also gewarnt sein.

Wobei ich mich schon wundern muss, dass nur ein paar Tage nach dem 2:9-Desaster von München die Optimisten wieder wie die Pilze aus dem Boden schießen. Mein Kollege Florian Rebien (Mopo) hat mir verraten, dass der HSV nach all seinen großen und auch riesigen Klatschen nie das darauf folgende Bundesliga-Spiel gewonnen hat. Wenn ich das noch richtig erinnere, dann gab es danach sogar nur Niederlagen. Deshalb gilt es natürlich auch, gegen eine solche Statistik anzuspielen. Obwohl gerade das wohl das geringste Übel ist, mit dem die heutige HSV-Mannschaft zu kämpfen hat. Immerhin ist der HSV ja aber auch noch die Nummer eins im hohen Norden, und auch in dieser Beziehung steht einiges auf dem Spiel. Auch oder vor allem in der (Ab-)Rechnung mit Freiburg, denn die „Streicher“ haben in dieser Saison in Hannover, in Bremen und in Wolfsburg gewonnen. Siegen sie auch in Hamburg, dann sind sie die wahre Eins im Norden . . . Kleiner Scherz.

Nachdem ich in dieser Woche schon früh angefangen habe, über eine Aufstellung zu spekulieren, muss ich nun alles – oder auf jeden Fall einiges – zurücknehmen. Im Moment (16.20 Uhr) trainiert die Mannschaft neben der Arena, es wird auch ein Spielchen gemacht, doch Trainer Thorsten Fink hat die Mannschaft bunt durcheinander gewürfelt. Daran lässt sich nichts ablesen. Ich denke aber, dass für diesen Sonnabend folgende Aufstellung im Kopf des Trainers steckt:

Adler; Diekmeier, Mancienne, Westermann, Jansen; Arslan; Skjelbred, Aogo; van der Vaart; Son, Rudnevs.

Also wieder eine Änderung im System. Fink versucht es mit der Raute und lässt sowohl Tomas Rincon als auch Milan Badelj draußen – er bringt Tolgay Arslan, der in der Hinserie auf der Sechs voll überzeugt hat. Allerdings hat Arslan auf dieser Postion, so weit ich mich erinnern kann, noch nie allein gespielt. Man darf also gespannt sein. Etwas bedauerlich finde ich es, dass mein Versuch (oder war es doch eher ein Wunsch?) mit Petr Jiracek in der Startformation nicht aufgegangen ist. Schade, schade, ich hätte mir den Tschechen schon mal ganz gerne gegönnt, denn ihn haben wir alle ja noch nicht so richtig und wirklich gesehen. Ich habe den „Jira“ aber immer noch vor Augen, wie er bei der Europameisterschaft im Team der Tschechen alles und jeden in Grund und Boden gelaufen hat. Das müsste er doch auch (eigentlich) in Hamburg schaffen könne, oder? Vielleicht allerdings erst in der nächsten Saison . . . Was ich schon bedauerlich finden würde.

Aber gut, das ist, wie ein früherer bekannter Hamburger Nationalspieler einst immer gesagt hat, allein Sache des Bundestrainers. In diesem Falle des Vereins-Trainers, nämlich Thorsten Fink. Und der hat ja gestern sehr energisch gesagt, dass er das macht, was er für richtig hält – und nicht das, was andere von außen ihm einreden wollen. Gut so.

Andere (von außen) hätten ja wohl auch erwartet, dass der Coach seine Versager von München in dieser Woche so richtig schön und nach allen Regeln der Kunst „lang machen“ würde. Aber denkste. Fink ließ sogar weniger als sonst trainieren. Waren die Einheiten vorher meistens und mindestens 90 Minuten lang, so ging es diesmal höchstens 75 Minuten – oder auch nur eine Stunde. Marcell Jansen, darauf angesprochen, hat dazu gesagt: „Die Einheiten mögen kürzer als sonst gewesen sein, aber dafür waren sie intensiver.“

Nun gut, das kann man so sehen.

Um es gleich und auch noch einmal zu sagen: Thorsten Fink bleibt mein HSV-Trainer, soll HSV-Trainer bleiben – auch deshalb, weil ich endlich Kontinuität (so wie die Club-Führung) möchte. Fehler haben sämtliche Vorgänger von ihm auch reichlich gemacht, Fehler macht auch Fink reichlich – aber wer macht keine Fehler? Und die vielen Kritiker, die jetzt auf der Bildfläche erscheinen, die haben ja auch nichts zu kritisieren gehabt, als der HSV kürzlich schon mal auf einem Europa-Legaue-Platz rangierte. Und dorthin wurde die HSV-Mannschaft ja auch „nur“ von Thorsten Fink geführt. Und wer sagt denn, dass es der 14. Trainer in elf Jahren besser machen würde? Das haben wir doch alles in den vergangenen Jahren immer wieder geglaubt. Wenn ich nur allein daran erinnern darf, wie viele treue HSV-Fans mir damals, als Armin Veh entlassen worden war, Michael Oenning ans Herz gelegt hatten. Motto: „Das ist ein junger Mann wie Jürgen Klopp und Thomas Tuchel, der wird den HSV wieder zu neuem Leben erwecken . . .“ Und? Was war? Kann sich jemand daran erinnern? Nicht nur daran, wie es gelaufen ist, sondern daran, einen solchen Vorschlag gemacht zu haben?

Nein, es ist schon ein schlimmes Geschäft (geworden), diese Fußball-Bundesliga, und schön daran ist doch, dass kaum etwas planbar ist. Das können nur die Bayern, sie sind die Ausnahme.

Noch einmal kurz zum heutigen Abschlusstraining, das recht lebhaft war (von der Lautstärke her). Die Einheit dauerte (bis ekelhaft kaltem Wind) 60 Minuten, danach blieben Rene Adler und Sven Neuhaus noch mit Torwarttrainer Ronny Teuber auf dem Acker (nicht böse gemeint – an die HSV-Gärtner!), um Flanken zu üben. Was mir gefiel: Hielt Adler einen Kopfball oder Schuss von Neuhaus, so klatschten sie sich miteinander ab. Ein tolles Verhältnis und (Fast-)Konkurrenten. Am Rande des Platzes unterhielten sich Co-Trainer Frank Heinemann und Tolgay Arslan, auch Marcell Jansen stand dabei. Ob es da um die Raumaufteilung oder generell die Spielauffassung eines „Sechsers“ ging? Es blieb mir verborgen. Und auf der anderen Seite des Platzes übte Heung Min Son immer wieder seine gefährlichen Linksschüsse – Borussia Dortmund weiß ein Lied davon zu singen.

Heil sind heute alle geblieben, Thorsten Fink nimmt folgende Herren mit in den Kader (für das Freiburg-Spiel): Jaroslav Drobny, Jeffrey Bruma, Slobodan Rajkovic, Petr Jiracek, Milan Badelj, Tomas Rincon und Gojko Kacar. Gegenüber dem Spiel in München fehlen Jacopo Sala und Valmir Nafiu.

Ich wünsche dem HSV und allen seinen Anhängern einen erfolgreichen und erfreulichen Sonnabend – und insgesamt ein wunderschönes Wochenende. Vielleicht sogar mit Frühlingsgefühlen . . .

PS: Als der Freiburger Max Kruse, der einst bei Vier- und Marschlande kickte, noch bei einem Hamburger Nachbar kickte, da machte mich ein (in meinen Augen) großer HSVer schon darauf aufmerksam, dass der HSV doch bitte diesen sehr guten Spieler zu sich holen möge. Wäre ja eine Möglichkeit gewesen, nach dem Motto: „Warum in die Ferne schweifen, wenn der Gute ist so nah . . ?“ Das aber hat leider nicht geklappt. Kruse, früher als Knabe und Jugendlicher oft Zuschauer beim HSV, ging nach Freiburg – und wechselt nun im Sommer weiter nach Mönchengladbach. Dieser (in meinen Augen) große HSVer hat mir nun wieder geschrieben – eine sms. Da machte er darauf aufmerksam, dass am Millerntor wieder ein durchaus interessanter Mann spielt. Ein Stürmer diesmal. Und einer, der nur ausgeliehen ist (von Borussia Dortmund). Und ich wurde gefragt, ob der HSV wenigstens diesmal wach ist – interessiert ist, dran ist? Ich aber kann das nicht sagen. Ich weiß nicht, ob die Herren des HSV einen Daniel Ginczek für fähig halten, für den HSV Tore in der Ersten Bundesliga zu erzielen. Meine Vermutung allerdings ist nein. Ich glaube nicht, dass da der HSV schon mal drüber nachgedacht hat. Aber das ist, wie geschrieben, nur eine Vermutung. Der HSV wird dazu nichts sagen. Wie heißt es dann, wenn man danach fragt, immer so schön: „Über Spieler, die nicht bei uns unter Vertrag sind, reden wir grundsätzlich nicht.“ Ich jetzt in diesem speziellen Fall auch nicht mehr.

Und Freiburg ist mir ja auch allemal wichtiger.

PSPS: Am 12. April findet in der Raute/Museum eine Lesung mit dem bekannten und beliebten TV-Moderator Gerhard Delling (ARD) statt: „50 Jahre Bundesliga – wie ich sie erlebte.“ Der Abend beginnt um 18.30 Uhr, Einlass ist eine Stunde vorher – Karten kosten zehn Euro und sind im Museum und über die HSV-Shops erhältlich. Und wenn ich dafür einmal kurz Reklame machen darf: Es wird sich lohnen, dabei zu sein, denn Gerhard Delling hat erstens viel zu erzählen, und zweitens ist er ein äußerst humorvoller Mensch – das wird sicherlich ein toller Abend.

Und dann gibt es heute eine Post aus Indonesien. Von HSV-Fan Michael, der dort lebt. Diese Mail möchte ich gerne veröffentlichen, denn sie spiegelt das wider, was in diesen Zeiten viele HSV-Fans er- und durchleben müssen.
Und dem Michael auf diesem Wege vielen Dank. Sollte eine/einer von euch ihm schreiben wollen, so würde ich bei ihm anfragen, ob ich seine Adresse dann an den einen oder anderen Interessenten weitergeben darf.

Lieber Dieter,

eine absolute Premiere für mich. Noch nie habe ich einen Leserbrief geschrieben, aber irgendwie muss man mit Geschehenem ja fertig werden und daher richte ich mich an Sie mit einem Appell an alle HSV-Fans.

Bitte entschuldigen Sie, wenn ich dazu etwas weiter aushole. Ich bin 42 Jahre alt, zweifacher Familienvater und lebe seit über 12 Jahren in Indonesien. Da ich Lehrer bin und immer nur in den Sommerferien nach Deutschland kann, ist es lange her, dass ich das letzte Mal im Stadion war (beim 4:4 gegen Juve nebenbei bemerkt, kurz danach zog ich um). Allerdings kann ich die Spiele, die ich in den letzten 12 Jahren nicht in irgend einer Form live erlebt habe, noch an einer Hand abzählen. Anfangs auf dem Weltempfänger, dann im Liveticker, später im Internetradio, heute im Livestream oder über einen malayischen Satelit im Fernsehen. Ich bin selbst für den Mopo-Liveticker zum Testspiel gegen Altona 93 mitten in der Nacht aufgestanden…

Aber so einen Abend wie letzten Sonnabend habe ich in 35 Jahren HSV-Fan noch nicht erlebt (nicht mal bei den bitteren Niederlagen gegen Werder 2009!). Ich saß in einer deutschen Bar in der Innenstadt. Bei Anstoß waren noch gut 20 Leute da, 2 Bayern-Fans, ca. 10 Hamburger, der Rest neutral. Kurz vor Schluss saßen die Bayern-Fans mehr betrunken als freudentrunken am Tresen und diskutierten bereits über alles mögliche, nur nicht das Spiel. Der Rest war da schon lange auf dem Heimweg. Ich saß alleine vor der Großbildleinwand und habe bis zum Schlusspfiff ausgeharrt. Gerne würde ich jetzt sagen “aus Treue zum Verein” oder “weil man sein Team auch in schweren Stunden nicht im Stich lässt” (ich bin auch im Stadion noch nie frühzeitig gegangen, egal wie es stand!), aber diesmal war es wohl eher, weil ich wie versteinert da saß und den Hintern nicht hochbekommen hätte, selbst wenn ich es wollte. Enttäuschung, Wut, Unverständnis, es nicht fassen können… alle Gefühle auf einmal!

Ich habe die ganze Woche überlegt, was ich beim Spiel gegen Freiburg machen werde. Ich hatte mir Montag geschworen, dass ich erst wieder einen HSV-Spiel sehen werde, wenn sich die Jungs die Aufmerksamkeit, die man ihnen schenkt, auch verdienen. Nun ist Freitag und ich habe realisiert, dass dies Unsinn ist. Es geht ja weiter, muss weiter gehen! Ich werde auch am Samstag vor dem Fernseher oder Computer sitzen und das Spiel verfolgen – wie die letzten 35 Jahre. Wir können ja nicht den Betrieb einstellen, weder die Spieler noch die Fans. Vielleicht werde ich die nächsten Wochen nicht vor Freude aufspringen, sollte der HSV ein Tor schießen, dazu sitzt der Stachel der Enttäuschung zu tief, aber ich werde da sein. Es gibt ja doch keine Alternative, Hamburg wird immer meine Stadt bleiben, der HSV immer mein Verein.
Ich erwarte auch nicht viel am Samstag und in den letzten Spielen. Keine glanzvollen Siege, keinen Europa-League-Platz oder sonstiges. Und wenn wir am Sonnabend 2:4 gegen Freiburg verlieren, kann ich damit leben. Aber ich wünsche mir eine Mannschaft zu sehen, die sich den A… aufreißt, kämpft und alles gibt! Mit allem anderen kann ich leben – wenn sie sich nur nicht noch einmal willenlos in ihr Schicksal ergeben!

Ich hoffe, es werden Sonnabend wieder 50.000 den Weg in den Volkspark einschlagen und unsere Mannschaft unterstützen! Jeder der Kinder hat wird mir vielleicht zustimmen – hat man nicht sein Kind immer dann am liebsten, wenn es eigentlich gerade einen Arschvoll verdient hätte? Und gerade die etwas eigenwilligen, schwierigen Kinder brauchen uns oft am meisten. Ist vielleicht beim HSV nicht anders…

In diesem Sinne auf ein Neues am Sonnabend.

Schwarz-weiß-blaue Grüße aus Jakarta,
Michael aus Indonesia

PSPSPS: Morgen wird um 18.30 Uhr im Volkspark gegen Freiburg gespielt, danach folgt die Internet-Übertragung von “Matz ab live” mit den Gästen Ernst-Otto Rieckhoff (ehemals Aufsichtsrats-Boss) und Carsten Kober, ehemaliger HSV-Bundesliga-Spieler (und “Matz-abber”). Wäre super, wenn ihr uns einschalten würdet – die vergangene 2:9-Sendung mit Sven Neuhaus und Andreas Fischer bescherte uns einen neuen fünfstelligen Einschaltrekord. Vielen Dank dafür!

17.49 Uhr

Werder besiegt – aber Europa kein Thema “Scholles” Lia Sophie ist da!

28. Januar 2013

Das erste “Matz-ab”-Baby ist da!

Der Einstieg, der natürlich drin bleibt, ist jetzt, an diesem Dienstagvormittag, überholt. Am 29. Januar 2013 um 9.09 Uhr ist Lia Sophie geboren worden – in Hamburg. “Scholle” ist Papa geworden, Mutter und Töchterchen sind wohlauf und “Scholle” hat versprochen, dass es demnächst auch Fotos von “LS” geben wird. Sobald sich die beiden Damen von der langen Reise erholt haben . . .
Herzlichen Glückwunsch an Mama Sandra und Papa Marcus – und alles, alles Gute für Lia Sophie. Auf dass sie in ihrem wunderschönen Leben noch viele, viele Meisterschaften und Titel erlebt, die der HSV in den Volkspark holt!

Es geht los! Und damit ist nicht gemeint, dass der HSV mit dem 3:2-Sieg über Werder Bremen den Angriff auf den internationalen Startplatz gestartet hat. Gemeint ist die Vergrößerung der Familie Scholz. „Scholles“ Sandra ist im Krankenhaus, die Tochter wird heute, spätestens aber morgen früh zur Welt kommen. Und Marcus Scholz ist natürlich bei der Geburt dabei. Ich drücke im Namen aller „Matz-abber“ ganz kräftig die Daumen, dass alles gutgeht bei der Entbindung, und dass Tochter und Mutter danach wohlauf sind. Alles, alles Gute für die junge Familie. Der HSV hat ja das Geschenk schon mal vorab geliefert, mit dem Erfolg über den ewigen Nordrivalen . . .

Mit diesem Dreier aber kann der HSV nun noch beruhigter den nächsten Wochen entgegensehen. Es geht bergauf. Schon jetzt, nach 19 Spieltagen, hat der HSV die Zahl der Heimsiege verdoppelt. Was allerdings auch kein allzu großes Machtwerk ist, denn 2011/12 gab es lediglich drei Heimerfolge. Nun schon sechs. Und der HSV hat nun „schon“ 22 Tore erzielt, hat mit dieser Zahl sechs Clubs hinter sich gelassen – bis jetzt! Obwohl die Zahlen des Spiels gegen den Nachbarn nicht unbedingt für den Sieger sprechen – aber das ist in diesem Fall total egal. Der lang ersehnte Dreier gegen Werder ist nun nicht mehr aus der Bundesliga-Bilanz zu streichen. Trotz der Tatsache, dass Werder in Sachen Torschüssen am Sonntag mit 16:10 vorne lag. Auch nach Ecken lag der Verlierer vorn – 7:3. Flanken hatte der HSV mehr – 13:8. Auch Ballkontakte hatten die Hamburger mehr (natürlich!) – 54:46. Die Zweikampf-Bilanz war mit 50:50 total ausgeglichen, Fouls leistete sich der HSV mehr – 19:17. Und auch ins Abseits tappten die Hamburger öfter – 9:1.

Wichtig aber ist ja nur die Torstatistik, und die wies ein glattes 3:2 für Hamburg aus. Was wohltuend an diesem Sieg war: Kein HSV-Spieler, soweit ich das überblicken konnte, und auch keine Führungspersönlichkeit sprach danach von einem internationalen Platz (für den HSV). Alle haben gelernt, den Ball schön flach zu halten. Und dabei an das nächste Spiel zu denken. Und was ist das nächste Spiel? Wenn ihr an Sepp Herberger denkt: „Das nächste Spiel ist immer das schwerste.“ Am Sonnabend kommt – zur späten Stunde – der Tabellenvierte Eintracht Frankfurt ins den Volkspark. Und die Hessen haben sich nun auch noch den Wolfsburger Stürmer Srdjan Lakic ausgeliehen, es gibt künftig also noch einen Kopfballspezialisten (neben Alexander Meier) mehr im Veh-Team.

Unmittelbar nach dem Sieg über Bremen aber wurde erst einmal genossen. Denn die meisten Spieler wussten ja noch nicht, wie sich ein Erfolg über Werder anfühlt. „Die Bremer haben mich in den vergangenen Jahren doch einige Male sehr geärgert, deswegen ist dieser Dreier besonders wertvoll“, sagte 2:1-Torschütze Dennis Aogo. Und Rafael van der Vaart befand: „Die ganze Stadt hat den Sieg nach der Ebbe gebraucht.“ Von höheren Zielen aber sprach wirklich niemand. „Wir sind Neunter und haben noch einige Mannschaften vor uns. Wir wollen weiter von Spiel zu Spiel schauen und nicht von Europa League reden“, sagte Torwart Rene Adler und ergänzte: „Gegen Frankfurt wollen wir nun nachlegen.“ Sie alle bleiben hübsch und bescheiden auf dem Teppich. Recht so. Wie zum Beispiel auch Kapitän Heiko Westermann, der bei seinem Besuch im „NDR Sportclub live“ (Moderator Gerhard Delling) einen sympathischen Auftritt hinlegte. Der Innenverteidiger gab zu: „Wir sind ganz schlecht ins Spiel gekommen, obwohl wir uns vorgenommen hatten, von der ersten Minute an richtig gut loszulegen. Aber dann hatten wir enorm viele Abspielfehler, haben uns dadurch verunsichern lassen – und sind prompt in Rückstand geraten. Zum Glück haben wir danach nicht die Ruhe verloren, sondern haben weiter unser Spiel gespielt.“ Von dem ich, das gebe ich gerne noch einmal zu, bis zum Halbzeitpfiff nicht so viel gesehen habe. Aber vielleicht bin ich auch zu kritisch. Immerhin aber gab Westermann zu: „Wir hatten auch sehr viele Leichtsinnsfehler dabei, auch ich habe mir zwei, drei Leichtsinnsfehler erlaubt, indem ich den Ball unbedrängt zum Gegner gespielt habe – und dann ist es natürlich für jeden Gegner einfach, gegen uns zu spielen.“ Beim 0:1 von Lukimya sah Westermann, der die meisten Ballkontakte aller Spieler des Derbys hatte (95) und auch der zweikampfstärkste Mann auf dem Rasen war (78 Prozent), nur zu. Seine Erklärung, die er ein wenig lächelnd vortrug: „Ich dachte, dass Jeffrey Bruma das Kopfballduell gewinnen würde. Als er das nicht tat, war es schon zu spät . . .“ Westermanns Fehler.

Aufs Glatteis ließ sich Westermann von Delling – natürlich – nicht führen. Der NDR-Mann: „Nach diesem Sieg muss sich der HSV doch nun neue Ziele setzen . . .“ Der HSV-Kapitän: „Klar, das nächste Ziel haben wir am Sonnabend vor Augen. . .“ Dann fügt er noch hinzu: „Wir haben ein enorm schwieriges Jahr hinter uns, in dem wir den Abstieg verhindert haben, dann gab es aus den ersten drei Spielen dieser Saison nicht einen Punkt – von daher müssen wir den Ball schön flach halten. Bei uns dreht sich alles um Stabilität. Wenn wir die bekommen, wenn wir uns jede Woche beweisen, na klar, dann könnten wir uns oben festsetzen, aber so weit sind wir noch nicht.“ Stimmt. Das darf man trotz des Sieges nicht verkennen.

Trotz allem würde das internationale Geschäft dem HSV allerdings schon helfen, denn in den beiden zurückliegenden Spieljahren gab es ja insgesamt 11,5 Millionen Euro Verlust. Aber vielleicht wird es ja noch. Ohne vorher große Sprüche zu klopfen, die sich später (wie schon so oft in der Geschichte des HSV) als Luftblasen erweisen könnten. Auch Trainer Thorsten Fink hob nicht ab, sondern befand sachlich nüchtern: „Wir sind im Moment einfach heimstark, nach einem Rückstand beißen wir uns regelrecht ins Spiel.“ Und dann spricht der Coach davon, dass seine Mannschaft auch mental schon wesentlich stärker geworden ist – gegenüber der Vorsaison: „Noch vor einem Jahr wären wir nach dem 0:1 untergegangen . . .“ Es ist wohl so. Aber der sich im Umbruch befindliche HSV hat eben gelernt. Wie es scheint. Und ruht sich auf dem, was bereits erreicht worden ist, nicht aus. In dieser Woche zum Beispiel gibt es keinen trainingsfreien Tag. Heute wurde trainiert, morgen (Dienstag um 15 Uhr – sorry, erst jetzt erfahren, dass es nachmittags stattfindet°), und dann auch an allen anderen Tagen – bis hin zum Frankfurt-Spiel. Es herrscht im Volkspark mittlerweile die notwendige Ernsthaftigkeit. Und das ist auch gut so!

Ganz offensichtlich gibt es ja in dieser Saison einige Spieler, die gegenüber der vergangenen (sehr schwachen) Saison zugelegt haben – leistungsmäßig. Teilweise sogar deutlich. Paradebeispiel ist für mich, und das kommt für mich schon sehr überraschend, Heung Min Son. Allein seine Schusstechnik – mit links und mit rechts – ist super geworden. Und nun schickt er sich sogar an, auch in Sachen Zweikampfhärte zuzulegen. Ich hatte schon während der vergangenen Woche den Eindruck, dass er auf diesem Gebiet zulegen will (wenn er sich zum Beispiel hammerhart mit Tomas Rincon duellierte – mehrfach an verschiedenen Tagen!). Und gegen Werder verstärkte sich dieser Eindruck nur noch einmal. In dieser Verfassung wird der Südkoreaner, das muss ich nun zugeben, ganz sicher ein Spieler für die Insel (England). Wenn Son so weitermacht, dann wird es schon im Sommer zur Trennung kommen. Wohl oder übel.

Zugelegt hat ja auch Artjoms Rudnevs. Natürlich hat er fußballerisch noch einiges an Nachholbedarf, aber wie er sich einsetzt, wie er kämpft, wie er läuft – und wie er Tore schießt (schon acht! Wahnsinn!), das ist schon klasse. Ihr habt immer an ihn geglaubt, mir fehlte wochen- und monatelang der Glaube, aber nun muss ich gestehen, dass der gute „Rudi“ immer besser wird. Und er ist noch lange nicht am Ende seines nun eingeschlagenen Weges. Kompliment! Dickes Kompliment sogar!

Deutlich verbessert hatte sich im Herbst und Winter auch Tolgay Arslan präsentiert. Auf der „Sechs“. Als Milan Badelj dort unersetzlich wurde – und es nur diese eine „Sechs“ gab, geriet Arslan so ein wenig ins Trudeln. Auf der anderen Position, entweder zentral oder rechts. Deswegen bekam er gegen Werder eine Pause – bis zur 62. Minute. Dann löste Arslan den glücklosen und, wie ich finde, diesmal auch schwachen Per Ciljan Skjelbred ab – und war sofort voll da. Das war genau die richtige Reaktion von Tolgay Arslan. Er verkroch sich nach seiner vorübergehenden Ausmusterung nicht erst lange ins Schneckenhaus, sondern kämpfte, zeigte Biss. So muss es sein. Das war klasse! Und ich glaube, dass Arslan am Sonnabend sogar wieder erste Wahl werden könnte. Vielleicht sogar für Badelj, der gegen Bremen sein schlechtestes Spiel für den HSV abgeliefert hat. Das war teilweise recht erschreckend. Ist er ein wenig überspielt? Er hatte ja im Sommer noch die Champions-League-Qualifikation mit Dinamo Zagreb zu bestreiten, das könnte vielleicht ein Grund für seine Schwäche sein. Zuletzt begann Badelj ja schon oft sehr fahrig, konnte sich dann aber immer (teilweise beträchtlich) steigern, diesmal aber blieb er über die gesamte Spieldauer blass – und schlecht. Dass er immer noch ein erstklassiger Spieler ist, darüber müssen wir nicht streiten, aber er steckt vielleicht jetzt in seinem ersten Hamburger Formtief. Ein vorübergehender Zustand. Den schon einige zu bestehen hatten – die nun wieder funktionieren.

Der HSV befindet sich insgesamt schon wieder auf einem sehr guten Weg. Das befanden am Sonntag nach dem Spiel auch beide „Eichen“ bei ihrem Auftritt bei „Matz ab live“. Vielen Dank nochmals an beide Gäste. Peter „Eiche“ Nogly, der frühere HSV-Kapitän, befand auf dem Weg zum Parkplatz vor der Osttribüne: „Diese HSV-Mannschaft hat schon wieder sehr viel Qualität, und da die meisten Spieler noch sehr jung sind, rechne ich damit, dass es in den nächsten Jahren wieder steil bergauf mit dem HSV gehen wird. Die richtigen Leute dafür spielen schon für uns, und sie lernen fleißig und werden immer besser. Ich bin wirklich sehr zuversichtlich.“

Deine Hoffnung in Fußball-Gottes Gehörgang, lieber Peter!

18.51 Uhr

Adler küsst die Schienbeinschoner

19. September 2012

Der große Harald Schmidt dribbelt sich auf Sky ins Abseits – immerhin in HD-Qualität, Profi Thomas „Tommy“ Gottschalk stürzt ab bis zu den Amateuren des Fernsehens – warum soll da der HSV eigentlich alles richtig machen? Auch ein „Dino“ hat verdammt noch einmal das gute Recht, einiges, vieles oder alles falsch zu machen. Und das hat seit einigen Jahren wahrlich bestens geklappt. Nun lasst ihn doch mal . . .

Nee, lasst ihn besser nicht. Gegen den Meister und Pokalsieger kann man zwar mal verlieren, aber da steht doch noch viel mehr auf dem Spiel – als nur noch ein weiterer Misserfolg mehr. Mit einem Sieg käme Dortmund dem HSV sehr nahe! Wie das? In Sachen Erfolgsserie. Der HSV ist immer noch die Nummer eins – bei den ungeschlagenen Bundesliga-Spielen. 36 Partien sind es, in denen der „Dino“ nicht verlor, das lief saisonübergreifend vom 30. Januar 1982 bis 22. Januar 1983. Der BVB ist nun aber dran am HSV. Mit einem weiteren Sieg (oder Unentschieden) könnte es eng werden für den HSV, denn dann müsste Dortmund nur noch vier Spiele ungeschlagen überstehen, um die Nummer eins zu werden. In dieser Statistik . . .

Deswegen wäre ein HSV-Sieg am Sonnabend schon elementar wichtig. Zumal damit dann eine lange Sieglos-Serie beendet werden könnte, denn den letzten „Dreier“ in der Bundesliga gab es für die „Finken“ am 14. April. In diesem Jahr, aber wer kann sich daran noch erinnern? Erschütternd, dieser Anti-Lauf. Zumal den Fans und Mitgliedern ja schon seit Wochen und Monaten stets versprochen wird, dass es ab nun nur noch bergauf gehen könne – nur noch bergauf gehen wird. Fromme Sprüche. Die dann ja immer noch kräftig garniert wurden: „Die Substanz der Mannschaft ist sehr gut.“ Oder: „Spielerisch sind wir besser als der kommende Gegner.“ Und, und, und. Wobei der HSV natürlich spielerisch nicht besser ist als der Meister, das ist wohl jedem ganz klar. Dafür würden dann aber nach einer weiteren Niederlage hören (und ertragen) müssen: „Trotz allem glaube ich an diese Mannschaft, wir sind stark genug, die Klasse zu halten, wir werden ganz sicher nicht absteigen.“
Stimmt.

Zum heutigen Training (am Nachmittag) hatten sich wiederum viele Kiebitze eingefunden, aber alle machten sie lange Nasen. Bis auf die Torhüter war auf dem Trainingsplatz niemand zu sehen. Der Trainer hatte sich wohl kurzfristig umentschlossen – es wurde in den Katakomben trainiert. Ob das so blieb, weiß ich allerdings nicht, denn ich fuhr nach Hause, um zu schreiben. Dieses Nach-Hause-Fahren allerdings ist bei Hamburg im Regen ungefähr so schön wie eine 0:1-Heimniederlage des HSV gegen Energie Cottbus . . . Da kommt Freude auf, wenn man stundenlang im Stau steht. So vor dem Krohnstiegtunnel, der halbseitig gesperrt ist. Wenn man es nach 20, 25 Minuten geschafft hat, darf man mit 30 durch den Tunnel „düsen“. Vor der Tunneleinfahrt steht dann auch noch extra ein besonders Verkehrsschild: „Radarkontrolle“. Da kommt dann zusätzlich Freude auf . . . Aber das eben nur am Rande.

Das ist aber schon etwas ganz Besonderes – Hamburg im Regen. Etwas ganz Ausgefallenes gab es dagegen bereits am Mittag in der Arena: Der Hamburger Weg und die Deutsche Telekom haben die Hamburger SportXperten gefunden. Die Schulklasse 5c der Gemeinschaftsschule Achter de Weiden (Schenefeld), die als Sieger der
Ausschreibung des Hamburger Wegs und der Telekom hervorgegangen ist, erlebte heute einen ganz besonderen Schultag beim HSV: Medientraining. Unterteilt in drei Gruppen bereitete die Siegerklasse Interviews vor, lernte Grundlagen der Kameraführung kennen und erhielt Einblicke in Moderationstechniken und Videoschnitt. Als Highlight führten eine Schülerin und ein Schüler vor der versammelten Klasse (und Medien-Vertretern) dann ein Interview mit René Adler durch. Dabei stellten die
Nachwuchsreporter nicht nur alltägliche Fragen zum sportlichen Geschehen, sondern fragten auch private Dinge aus der Jugend des HSV-Torhüters und testeten beispielsweise sein Schulwissen.

Adler sagte beispielsweise: „Fußball ist immer mein Traum-Beruf gewesen, darauf habe ich immer hingearbeitet. Ich wollte immer nur Fußball spielen, schon als Kind, alles andere habe ich ausgeblendet, habe nicht nach rechts und nicht nach links geschaut.“ Adler weiter: „Das hat sich zwar bezahlt gemacht, aber dennoch denke ich heute, dass es wichtig ist, dass man sich auch mit anderen Dingen beschäftigt. Deswegen kann ich euch nur raten, sehr wohl nach links und rechts zu schauen, sucht euch andere Hobbys, beschäftigt euch mit anderen Dingen, um nicht nur auf eine Sache fixiert zu sein.“

Besser ist. Denn bis nach ganz oben, bis in die Nationalmannschaft, schafft es eben nicht jeder, im Gegenteil, der Prozentsatz ist erschreckend gering – die sich bis dahin durchboxen (können).

Was war Adlers Lieblingsfach? „Ich war immer gut in Mathematik, deshalb habe ich das auch als LK gewählt, aber das war im Nachhinein keine gute Idee, denn ich war mit dem Fußball sehr viel und oft unterwegs. Bei der Jugend-Nationalmannschaft erhielt ich zwar Schulunterricht, aber ich war zum Vergleich zu meinen Klassenkameraden immer zwei Schritte zurück.“ Deutsch hat Rene Adler übrigens auch sehr gerne gehabt.

„Meine Eltern haben mir damals immer gesagt: ‚Genieße die Schule, das ist die schönste Zeit deines Lebens.’ Das habe ich damals nicht geglaubt, aber im Rückblick muss ich sage, dass da viel Wahres dran ist – es war wirklich eine sehr schöne Zeit für mich.“

Und, wurde er gefragt, wie stand es um den schulischen Ehrgeiz? Rene Adler: „Ich war immer ein sehr und extrem ehrgeiziger Mensch. Meine schlimmste Note war die Drei, denn bei einer Drei wusste ich nicht, ob es gut oder schlecht war. Ich bin einer, der wissen muss, wo er steht. Bei einer Eins oder Zwei habe ich gewusst, dass ich gut bin, bei einer Vier oder einer Fünf wusste ich dann, dass ich mehr machen muss. Deswegen war die Drei immer eine schlechte Note für mich.“

Rene Adler will in Zukunft – nebenbei – studieren, und er will mit anderen Dingen als den Fußball beschäftigen. Ohne natürlich den HSV zu vernachlässigen, denn er will mit diesem Klub Erfolg haben: „Wir müssen langfristig denken, wir wollen zurück nach Europa, das lassen wir uns auch nicht ausreden, weil wir jetzt drei oder vier Spiele verloren haben. Wir denken darüber nach, was wir besser machen können, aber ich sehe uns schon auf einem guten Weg.“

Gegen Ende des „Verhörs“ wurde der Keeper gefragt, welchen „Tick“ er denn beim Fußball habe? Adler: „Ich küsse vor jedem Spiel meine Schienbeinschoner. Und immer den linken zuerst anziehen.“ Bei einem abschließenden Quiz blieb Rene Adler keine Antwort schuldig, er wusste nahezu alles. Das hat die Schüler total beeindruckt. Ohnehin legte der Nationaltorhüter großartiges Doppel-Interview hin – das war super, dickes Kompliment.

Ganz zum Schluss sprach Rene Adler auch noch über die aktuelle, wenig berauschende Lage des HSV: „Die Tore, die wir kassieren, die fallen ja meistens nicht aus dem Spiel heraus, sondern entstehen nach Standardsituationen. Oder es unterlaufen uns grobe Fehler. Da brauchen wir eine genaue und gute Aufarbeitung. Und wenn man bedenkt, wie wir die Gegentore fangen, dann ist das eigentlich positiv, denn diese Dinge kann man schnell abstellen. Man muss einfach konzentrierter sein, man muss sich auch an die Aufteilung halten, die ganz klar vorgegeben werden, das ist keine Frage der Qualität. Das ist eine Frage des Selbstvertrauens, und das bekommt man nur durch positive Erlebnisse – wir werden jetzt noch enger zusammenrücken und noch härter arbeiten.“ Dann sagte Adler abschließend: „Es bringt uns aber nichts, immer über einen Aufwärtstrend zu reden, wir müssen ihn auch leben, und diesen dann mit Siegen unterfüttern.“

Abschließend sei noch zu den SportXperten gesagt: Das ist ein Förderprojekt des Hamburger Wegs, für das René Adler Spielerpate ist. Christof Rupprecht, ehemaliger Liga-Spieler des TuS Holstein Quickborns (zu besten Zeiten!) ist der Projektleiter und stellt fest: „Für die Kinder ist das Projekt SportXperten ein unvergessliches Erlebnis, weil sie selbst daran teilhaben, Medien zu gestalten. Wir freuen uns sehr, jetzt Förderprojekt der Initiative ‚Der Hamburger Weg’ zu sein”. Die Förderziele des Projekts sind Medienkompetenz, Sprache, kulturelle und interkulturelle Bildung sowie Sport und Gesundheit.

So, die Schüler aus Schenefeld hatten heute ihren großen Tag, die Stars von gestern haben es an diesem Donnerstag. Dann werden nachmittags am „Uwe-Seeler-Fuß“ die Mitglieder Nr. 27 bis 32 in den „Maske Walk of Fame des HSV” aufgenommen. Im Jubiläumsjahr gibt es ein besonders großes Aufgebot an Geehrten und prominenten Laudatoren:

Willi Reimann (Laudator: Dr. Peter Krohn), Fritz Laband (Franz Klepacz), Branko Zebec (Holger Hieronymus), Thomas von Heesen (Wolfgang Rolff), Udo Bandow (Oliver Bierhoff) und Günter Netzer (Gerhard Delling).

Nach der Ansprachen von Stifter und Sponsor Andreas Maske und dem HSV-Vorstandsvorsitzenden Carl-Edgar Jarchow folgen die Ehrungen und die traditionelle Übergabe der Schals „Für Menschen, die Spuren hinterlassen haben”.

Das ist einmal wieder ein großer Tag für den HSV – und der könnte bestens abgerundet werden, wenn dazu ein Heimsieg am Sonnabend eingefahren werden könnte. Aber, ich weiß, ich weiß, Fußball ist kein Wunschkonzert. Aber manchmal geschehen eben doch noch Zeichen und Wunder.

Einen ganz großen Tag hatten sieben Herren bereits am Dienstag. Abends hatten sie zur Vorstellung ihres Buches “Kinder der Westkurve” in die Raute eingeladen. Das ehemalige Aufsichtsratsmitglied Axel Formeseyn führte locker und gekonnt durch das Programm, Museums-Chef Dirk Mansen hielt die Eingangsrede – und dann stellten sich die Autoren Jörn von Ahn, Malte Laband, Thorsten Ewert, Jan Möller, Thorsten Eikmeier, Thomas Reifschläger und Philipp Markhardt launig und mit vielen Anekdoten vor. Es geht global um die Geschichte der HSV-Fans, das “Werk” wurde in vier Jahren erbracht (geschrieben) und es wiegt 3,1 Kilogramm. Es hat 660 Seiten (!), es kostet 39.90 Euro und ist erschienen im eigens dafür gegründeten Verlag “Hamburger Schriftmanufaktur”. Der Vorstellungsabend machte Lust auf mehr – also lesen dieses dicke Ding! Und für alle, die jemals in der Westkurve standen um den HSV anzufeuern, ist dieses Buch auf jeden Fall DIE Pflichtlektüre. Auch wenn es mitunter recht hart zu lesen und anzusehen ist – wie im richtigen Leben eines hammerharten HSV-Fans eben.

PS: Morgen wird im Volkspark (voraussichtlich) um 10 Uhr trainiert.

19.17 Uhr

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