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Son will in die Champions League. Mit dem HSV?

24. April 2013

Milan Badelj ist verletzt. So eine Sch… Ausgerechnet jetzt, wo sich der in meinen Augen eminent wichtige Organisator im Mittelfeld wieder gefangen zu haben schien, musste er mit einer Adduktorenverletzung das Training abbrechen. „Wir haben eine Ultraschall-Untersuchung gemacht und es ist wohl nichts gerissen“, sagt Badelj, ohne Entwarnung geben zu können. Im Gegenteil: „Es fühlt sich aber wie eine Zerrung an. Sollte dem so sein, dürfte Badelj auf Schalke und möglicherweise auch am kommenden Wochenende gegen Wolfsburg ausfallen. Erneuter Nutznießer könnte Dennis Aogo werden. Der hatte gegen Düsseldorf den an Grippe erkrankten Tolgay Arslan ersetzt. Arslan ist inzwischen wieder gesund und gilt als gesetzt – neben Badelj. Sollte dieser ausfallen, rückt Aogo nach. Mal wieder.

Genaueres in Sachen Badelj soll es am morgigen Donnerstag geben. Da soll die verletzte Stelle erneut untersucht, geröntgt und anschließend eine exakte Diagnose gestellt werden. Ergo: Daumen drücken. Zumindest werde ich das machen.

Gleiche gilt für die Personalie der Woche: Heung Min Son. Der Südkoreaner ist heiß umworben – vom HSV und anderen Klubs. Unter anderem, nein: vor allem von Borussia Dortmund. Intern sorgt das für eine Menge Gesprächsstoff, wie Tolgay Arslan bestätigt. Der wieder genesene Mittelfeldspieler, der von Trainer Thorsten Fink bereits seinen Einsatz auf Schalke signalisiert bekommen hatte, sagt: „Ich habe Sonni schon gesagt, dass er ein echtes Problem hätte, wenn er mir plötzlich als Dortmunder gegenübersteht. Dann müste er aufpassen, dass ich ihn nicht mächtig erwische.“ Worte, die im Spaß gemeint aber durchaus einen ernsten Hintergrund haben. Immerhin rechnet man auch beim HSV auf kurze Sicht mit einem Angebot aus Dortmund. Der BVB hat gerade knapp 70 Millionen Euro für seine beiden Topspieler Robert Lewandowski und Mario Götze (dazu könnt Ihr auf unserer neuen Facebookseite https://www.facebook.com/groups/matzabauch ein Video mit Rene Adler sehen) eingenommen und ist auf der Suche nach Ersatz. „Sonni hat nicht gesagt, wie er sich entscheidet“, so Arslan, „aber ich hoffe, dass er sich für uns entscheidet und bleibt.“

Bleiben will auf jeden Fall Rene Adler. Das zumindest sagte der angeblich vom FC Arsenal umgarnte Keeper den Nachwuchsreportern vom Team „SportXperten“. Die Schüler hatten eine Ausschreibung des Hamburger Weg-Projektes gewonnen und befragten heute eine Stunde lang den HSV-Keeper und seinen Pendant vom HSV-Handball, Jogi Bitter. Adler: „Ich habe in Hamburg ein Haus gekauft, habe einen langen Vertrag – das wäre mir zu unentspannt. Ich habe keine Wechselgedanken.“ Eine Ansicht, die Adler in abgewandelter Form kurz zuvor auch Heung Min Son nahelegte – im persönlichen Gespräch. „Natürlich reden wir, Sonni ist sehr wissbegierig, fragt viel“, so Adler. Er habe dem begehrten Jungstar auch einen Tipp für die Zukunft mitgegeben. „Aber der bleibt geheim.“

Genauso wie das Ziel Heung Min Sons, dessen Vertrag 2014 ausläuft. Sollte der Südkoreaner nicht verlängern, wird er verkauft. Darauf legte sich Sportchef Frank Arnesen bereits fest. Stand Und Son ist weiterhin heiß umworben von englischen Klubs sowie der Bundesligakonkurrenz. Allen voran: Borussia Dortmund. Der noch amtierende Deutsche Meister hat durch den Verkauf seiner Top-Spieler Robert Lewandowski sowie Mario Götze gerade rund 70 Millionen Euro generiert – und ist heiß auf Son. „Mich interessiert das noch nicht“, sagt Son und man spürt die Unbehaglichkeit beim Angreifer. Immerhin ist er einer der Hoffnungsträger im Kampf um einen internationalen Startplatz für den HSV. „Ich lasse das meinen Vater und meinen Berater machen. Für mich ist es erst nach der Saison Thema. Bis dahin zählt nur der HSV.“

Worte, die so gesagt oft Abschiede nach sich zogen. Und angesichts des kolportierten Angebotes von rund zehn Millionen Euro seitens der Dortmunder rückt dieser wohl auch näher. Obgleich der HSV finanziell mit seinem Angreifer einig schien. Zuletzt, so hieß es, ging es nur noch um eine von Son geforderte Ausstiegsklausel. Allein es scheint nur die halbe Wahrheit zu sein. Für Son ist auch die sportliche Perspektive entscheidend. Und die ist in Hamburg tabellarisch ebenso offen wie in Sachen Kaderplanung, da noch keine Spieler verkauft werden konnten.
Das soll – zumindest im Fall Son – auch so bleiben. Deswegen wirken derzeit beim HSV fast alle auf das Sturmjuwel ein. Thorsten Fink hatte zuletzt deutlich gemacht, wie sehr er auf Son setzen wolle. Auch Adler und zuletzt Rafael van der Vaart, der öffentlich zum Verbleib in Hamburg riet, bemühen sich. Nur Son selbst weiß nach eigener Aussage noch überhaupt nicht, wie er sich entscheiden soll.

Er will es auch noch gar nicht. Es sei ein schönes Gefühl, umworben zu sein. Aber eben auch Stress. Und: „Es ist anstrengend, aber ich will Ruhe haben, mich konzentrieren“, sagt Son. „Es ist noch nichts entschieden. Wir haben vereinbart, uns nach der Saison zu besprechen und zu entscheiden.“ Ob der internationale Wettbewerb entscheidend sei? „Der HSV ist meine Familie, egal ob Europa League oder nicht. Champions League ist ein Traum, wäre geil, wenn ich das spielen könnte.“ Das wäre mit dem BVB gesichert. Aber auch der HSV hat noch die Chance. Sagt Son. „Wir müssen mindestens Europa League schaffen. Aber es sind auch nur zwei Punkte bis zur Champions League. Deshalb ist es wichtig, dass sich alle auf den HSV konzentrieren. Auch ich.“

Bei allem, was Son heute von sich gab, war ihm anzumerken, dass ihm nicht wohl ist im Moment. So schön das Werben anderer Klubs, so verlockend die Aussicht auf das große Gehalt auch ist – Son belastet das Thema. Daher ist die Frage, ob es gut ist, so lange mit einer Entscheidung zu warten, aus meiner Sicht schnell beantwortet. Und auch der HSV hätte lieber gestern als morgen den Vertrag verlängert. Dass es sich letztlich nur noch um eine kleine Ausstiegsklausel handelt, in der sich beide Parteien noch nicht einig sind – Blödsinn. Das mag ein Punkt sein, aber der Kern liegt in den sich „androhenden“ Angeboten großer Klubs. Und auf dem Weg dahin zögern Son, sein Vater und der Berater alles möglichst weit nach hinten raus.

Ein legitimes Vorgehen, das aber zuletzt für eine lange Schwächephase bei Son gesorgt hatte. Es ist kontraproduktiv. Gerade jetzt in der finalen Phase, wo es verrückterweise noch um einen internationalen Startplatz geht, schwächt sich Son. Mit Ausnahmen, wie in Mainz. Und auch gegen Düsseldorf war Son nicht so schlecht, wie ihn viele machen wollten. Allerdings: er war auch nicht top. Was mich immer wieder die eine Frage stellen lässt: Ist Son ein Talent, das später den ganz großen Durchbruch schafft? Oder sollte der HSV selbst interessiert sein, den Spieler teuer abzugeben. Gerade jetzt, wo man finanziell Probleme hat, würde ein solcher Millionendeal helfen.

Denkt man. Sollte man auch denken.

Dennoch befürchte ich, dass ein Millionentransfer nur zu (zu kleinen) Teilen wieder in die Mannschaft investiert würde. Dafür ist man in der Chefetage – auch wieder nur zu Teilen, wohlgemerkt – zu sehr auf eine schwarze null aus.

Dabei sind Investitionen in die Mannschaft zwingend nötig. In der Innenverteidigung fehlen zwei gute Spieler. Wie wichtig die sein können, haben jüngst Dante und Boateng gegen Barca bewiesen. Beide spielten bärenstark und gaben den Bayern trotz gerade 35 Prozent Ballbesitzes die Sicherheit, das Spiel zu gewinnen. „Wenn die Achse funktioniert, verlierst du selten“, hatte Fink vor kurzem gesagt – und er hat Recht. Aber zu einer wirklich top funktionierenden Achse fehlt (neben Westermann) mindestens ein richtig guter Innenverteidiger und eine IV-Alternative, dazu muss ein Badelj deutlich konstanter sein zweifellos vorhandenes Potenzial abrufen – ebenso wie Rafael van der Vaart. Und sollte Son verkauft werden bliebe „nur“ noch Rudnevs. Ergo: eigentlich auf allen Positionen der so wichtigen „Achse“ fehlt es beim HSV noch an Personal. Teilweise sogar doppelt. Dazu kommt, dass Dennis Diekmeier auf rechts hinten quasi konkurrenzlos ist. Auch hier ist Nachbesserung nötig.

Wobei sich – so fair sollten wir sein – ein Jacopo Sala empfehlen dürfen muss. Zum Beispiel am Sonntag. Da dürfte der Italiener erste Wahl sein als Diekmeier-Ersatz. „Er ist eine Option“, so Fink, der lediglich Zhi Gin Lam als weitere Option sieht. Bruma spielt – wie am Dienstag geschrieben – keine Rolle mehr.

Eine ganz wichtige Rolle für meine Abendplanung spielt – natürlich nur neben meinen Kindern und meiner Frau – heute das Spiel des BVB gegen Real Madrid. Und so sehr ich mich gestern für den Auftritt der Bayern (insbesondere für den von Müller!) begeistern konnte, sollte der BVB aus der Götze-Transfer-Bekanntgabe tatsächlich sichtbare Schäden davontragen – ich würde die Bayern dafür verurteilen. Dass der Deal stattfindet und bekannt wurde ist das Eine. Der Zeitpunkt der Bekanntgabe aber ist das Andere. Der wirkt nicht zufällig. Im Gegenteil, da scheint sich der aktuell von Hoeneß-Geißelungen geplagte FCB einen Deal mit der Berichterstattung erhofft zu haben. Ergo: Gebt ihnen Götze, dann schreiben sie weniger über Hoeneß’ Steuerhinterziehung. Und das wäre nicht nur hochgradig unsportlich sondern auch für den deutschen Fußball schädlich.

In diesem Sinne, ich hoffe, dass der BVB seinen Leistungen im bisherigen Wettbewerb ein weiteres Husarenstück folgen lässt und Real Madrid aus dem Westfalenstadion geschossen wird. So, wie Barca in München. Am besten mit jeweils zwei Treffern von Lewandowski und Götze.

Bis morgen. Da wird um zehn Uhr an der Arena trainiert. Dieter wird Euch davon sowie von der Presserunde mit unserem neuen Kapitän Rafael van der Vaart berichten.

Scholle

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