Archiv für das Tag 'Cisse'

Weshalb Freiburg mit zwölf Mann “spielt”

7. November 2012

Am Tag vor dem Champions-League-Spiel bei Real wurden die Dortmunder Spieler beim Training im Bernabeu-Stadion zu Madrid im Fernsehen gezeigt. Wie sie liefen, wie sie dribbelten, wie sie schossen. Und auch wie sie nach der Einheit lachend und bestens gelaunt in Richtung Kabine gingen. Es waren Nahaufnahmen. Und da dachte ich an diesem Montag noch so bei mir: „Wenn die Spanier diesen Film-Beitrag sehen, vor allem aber die Real-Stars, die werden doch glauben, sie treten morgen gegen eine Schüler-Mannschaft an. So jung sahen zum Beispiel Marco Reus, Mario Götze, Neven Subotic oder auch Marcel Schmelzer aus. Fast wie Fußball-Bubis – und das meine ich absolut nicht despektierlich. Und wenn man dann gesehen hat, wie beherzt, wie traumhaft sicher diese „BVB-Knaben“ am nächsten Tag im Wohnzimmer des vielleicht größten Vereins der Welt (damit ist nicht die Mitgliederzahl gemeint, sondern das Renommee) aufspielten, jedenfalls eine Halbzeit lang, der muss total „von den Socken“ gewesen sein. Dortmund zauberte – wie schon in Manchester – Fußball auf den heiligen (Real-)Rasen. Und wenn man, nun schließt sich der Kreis, daran denkt, dass diese Borussen-Rasselbande kürzlich noch mit 2:3 gegen den HSV verlor, dann muss man doch annehmen, dass diese Hamburger Dortmund-Bezwinger auch schon wieder auf dem besten Wege sind, in die Spitze des deutschen Fußballs zurückzukehren. Hoffentlich zeigt genau das der HSV auch am Sonnabend von 15.30 Uhr bis 17.20 Uhr, wenn es beim höchst unangenehmen SC Freiburg um Bundesliga-Punkte geht.
Hoffentlich.

Beim heutigen Training im Volkspark fehlten gleich sechs Profis. Immer noch die erkälteten Per Ciljan Skjelbred und Michael Mancienne, dann die länger verletzt ausfallenden Petr Jiracek und Ivo Ilicevic, zudem Dennis Diekmeier und Gojko Kacar, die beide unter einem dicken Knöchel leiden. Kacar hatte sich ja beim Regionalliga-Spiel des HSV gegen Werder II verletzt, spielte aber ja auch noch keine Rolle in den Plänen von Trainer Thorsten Fink, denn der Mittelfeldspieler hat ja noch einen hohen Trainingsrückstand zu bewältigen. Diekmeier soll, so verriet uns Fink, morgen (Donnerstag) wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, wie es um die beiden Erkälteten steht, war nicht bekannt. Es könnte aber bei Mancienne leicht eng werden, denn ihm fehlen nun schon zwei Trainingstage. Sollte er auch am Donnerstag passen müssen, so könnte die Stunde des Ersatzmannes schlagen. Das wäre in meinen Augen dann Jeffrey Bruma. Trotz der Konkurrenz eines Paul Scharner.

Wo ich gerade bei diesen beiden Spielern bin. Sie spielten ja am Dienstag gegen Werder Bremen – und wie sich die Experten doch irren können. Oder daneben liegen können. Es waren ja unglaublich viele Scouts aus der gesamten Republik am Start, und einer davon sagte mir, dass er Scharner „ganz schwach“ gesehen habe. Und dass ihm Bruma deswegen nicht sonderlich gefallen habe, weil er wenig Engagement gezeigt habe. Auf die Frage, wie Thorsten Fink diese beiden Profis gesehen habe, antwortete der HSV-Coach nur kurz und knapp: „Sehr engagiert.“

Das kann ich nur unterstützen. Obwohl ich ja nie ein Profi war – wie ja die vielen und meisten Scouts. Dennoch behaupte ich mal, dass sowohl Bruma als auch Scharner sehr wohl eine engagierte Partie gespielt haben. Bruma nur etwas effektiver. Er hat mir viel besser gefallen, als in so mancher Trainingseinheit. Und nach dem Spiel in Norderstedt, trotz der drei Tore der Bremer, wäre mir nicht unwohl, wenn am Sonnabend in Freiburg Bruma statt Mancienne beim HSV in der Innenverteidigung spielen würde (oder müsste). Das schreibe ich trotz der Tatsache, dass auch Jeffrey Bruma ganz sicher Spielpraxis fehlt – aber das geht den anderen Innenverteidigern ja ebenso.

Apropos Verteidiger. Es geht ja vor dem Freiburg-Spiel auch in einer etwas diffizileren Sache und mannschaftsintern um den linken Abwehrmann in der Viererkette. Dennis Aogo oder Marcell Jansen, das ist hier die Frage. Wobei ich mich schon mal festlege: Aogo wird hinten links spielen, Jansen davor. Aber das ist natürlich – wie immer – ganz allein Sache des Trainers. Und der hat die Karten noch nicht offengelegt. Auch im Training war in dieser Beziehung nichts zu erkennen.

Grundsätzlich überrascht mich dieses „Duell“ schon ein wenig, denn Dennis Aogo hat nun über vier Jahre hinten links gespielt, und Jansen davor. Beide haben sich in ihren Rollen gut oder auch bestens zurechtgefunden, beide hatten ihre Positionen auch für sich akzeptiert. Dann fehlte Aogo wegen schlechter Blutwerte über viel Wochen, Jansen muss hinten links aushelfen – und fand Gefallen an diesem Posten. Plötzlich und unerwartet – für mich. Obwohl, so ganz unerwartet dann doch nicht, denn es fielen ja in diese Zeit hinein einige Länderspiele. Mit einem schwächeren linken Verteidiger namens Marcel Schmelzer. Und mit dem Kommentar des Bundestrainers, dass er „hinten links kaum oder fast keine Alternativen“ habe. Nachtigall, ick hör dir trapsen. Jansen witterte offenbar Morgenluft. War das seine Chancen, auf „hinten links“ wieder in die Nationalmannschaft zu kommen? Er wollte auf jeden Fall hinten links bleiben – beim HSV.

Und daraus ergibt sich dieses Duell Aogo/Jansen. Wobei ich ganz klar sagen muss, dass Marcell Jansen bislang ein sehr solider Aogo-Ersatz war. Er spielte engagiert, fast immer auf einem guten Niveau. Er hängte sich rein, grätschte viel und erfolgreich (nur gegen die Bayern nicht) – da gibt es wirklich nicht viel zu meckern, aber: Das Duo Aogo/Jansen hatte es zuvor und über Jahre auch gemeinsam auf der linken Seite (ganz) gut gemacht. Aogo auf die Frage, wie er derzeit dazu stehe: „Was soll ich dazu sagen?“ Ich fragte nach: „Überrascht es dich?“ Er: „Nein, weil es diese Thematik und auch dieses Diskussion ja schon mal gab. Vor einem Jahr habe ich ja schon mal für drei Spiele gefehlt. Aber okay, ich nehme die Situation so an, wie sie jetzt ist. Marcell hat gesagt, dass er auch hinten links spielen möchte, und dann ist es am Ende allein die Entscheidung des Trainers.“ Dennis Aogo beeilte sich aber, noch anzufügen: „Mein Verhältnis zu Marcell ist dadurch nicht verändert, wir reden ganz normal miteinander, gehen ganz normal miteinander um. Warum auch nicht? Wir haben vier Jahre zusammen auf einer Seite gespielt. Und ich wüsste nicht, warum wir das nun auf einmal tauschen sollten? Vier Jahre lang hat es bei übergreifend sechs Trainern gut funktioniert, warum sollte sich das jetzt ändern?“ Dann sagte der Nationalspieler ganz klar: „Ich würde die Situation gerne wieder so haben, wie sie vier Jahre lang war.“

Und das kann ich verstehen. Schließlich wurde Dennis Aogo in dieser Zeit Nationalspieler. Und will es auch gerne wieder werden. Mit dem Bundestrainer hat er während seiner jüngsten Durststrecke auch Kontakt gehabt, aber über den Inhalt der Gespräche schweigt der HSV-Profi. Ist wohl auch besser so. Mich hatte zuletzt an „Jogi“ Löws Aussagen, er hätte „hinten links kaum oder fast gar keine Alternative“ (zu Schmelzer), gestört, dass das so total ohne an Aogo zu denken gesagt wurde. Ich dachte sehr wohl immer daran, dass Löw dann eine Alternative hätte, wenn Dennis Aogo erst wieder fit ist. Und natürlich wieder spielt. Hinten links. „Als der Bundestrainer das damals gesagt hatte, war ich ja nicht einmal annähernd spielbereit. Ich habe es auch so verstanden, dass er das auf diese damaligen Länderspiele gesagt hat – und nicht allgemein.“ Zum Thema Nationalmannschaft befand Dennis Aogo für sich: „Wenn ich regelmäßig spielen werde, und dann auch wieder in Form bin, dann kann dieses Thema durchaus wieder aktuell werden, aber im Moment steht dieses Thema bei mir überhaupt nicht im Focus.“
Ball wunderbar flach gehalten, das ist vorbildlich. Und was soll es denn auch? Erst einmal wieder beim HSV richtig Fuß fassen, dann wird sich alles von allein ergeben – so oder so.

Und vielleicht ergibt sich ja bereits am Sonnabend die Konstellation, dass Aogo wieder hinten links zum Zuge kommt. Und das dann in Freiburg – bei seinem ehemaligen Klub. Und dieser SC Freiburg hat jetzt jenen Trainer, den Dennis Aogo einst auch im SCF-Nachwuchsbereich hatte: Christian Streich. Und der HSV-Profi gerät ins Schwärmen, wenn er von seinem ehemaligen Lehrmeister spricht: „Er hat den Spagat zwischen extrem hart sein, Disziplin einfordern, und trotz allem weich sein und Gefühle zeigen, emotional sein – das ist ein perfekter Mix aus allem. Und ich schätze ihn, das will er aber nie hören, unglaublich, er ist einer der großen Persönlichkeiten und Menschen, die mich am meisten vorangebracht haben.“ Dann ergänzte Aogo noch: „Wir haben viel gemeinsam erlebt, wir haben zusammen geweint und gelacht, wir haben unglaublich viel gemeinsam erlebt – ich habe unglaublichen Respekt vor ihm.“

Geht mir genauso. Obwohl ich den 47-jährigen Streich nicht persönlich kenne. Wenn ich ihn aber – via Fernsehen – bei den Spielen seiner Mannschaft an Rande herumtoben sehe und höre, dann stehe ich in Gedanke stramm. Mit diesem „harten Hund“ möchte ich niemals Nase an Nase stehen – obwohl ich in dieser Disziplin schon einige Trainer, wie zum Beispiel die „harten Hunde“ Otto Rehhagel und Egon Coordes, hinter mir habe. Früher, als ich noch selbst spielte, habe ich ungern gegen Mannschaften gekickt, deren Trainer am Rande „mitgespielt“ haben – wie ein zwölfter Mann. Ich hatte dabei immer das Gefühl, dass ich auch den Mann da draußen erst noch umspielen muss, wenn ich auf das gegnerische Tor zulaufen will. Streich gibt da draußen immer alles. Und es ist auch nicht immer alles schön, was er da von sich gibt – aber er ist so, das muss (wohl) alles so sein, sonst wäre er nicht er.

„Das Ding ist, wenn man Christian Streich kennt, dann weiß man, dass seine Mannschaft zu tausend Prozent motiviert ist. Und laufen wird ohne Ende. Und ich weiß: wer bei ihm nicht spurt, der spielt nicht. Da ist er radikal. Und dann weiß man genau, was auf einen zukommt. Die Freiburger werden keinen Meter zu wenig laufen, da wird sich keiner schonen – so etwas gibt es bei ihm nicht. Ja, es stimmt schon, er ist fast so etwas wie der zwölfte Mann, er versprüht da draußen etwas wie eine zusätzliche Energie für seine Mannschaft.“

Der Jugendtrainer Streich, Sohn eines Metzgers, wollte nie in die Bundesliga („Das Geschäft ist mir zu falsch und zu oberflächlich“), und deswegen hat auch Dennis Aogo seinem ehemaligen Coach nie eine Bundsliga-Karriere zugetraut. Obwohl er die fachlichen Voraussetzungen immer gehabt hat. Dennis Aogo: „Dann kam er aber an einen Punkt, an dem es um den Verein ging. Er wurde gefragt, ob er Liga-Trainer werden will, und ein anderer Mann aus dem Verein. Da Streich es nicht verantworten konnte, dass der Kollege den Verein übernimmt, da hat er es dann in dieser Situation doch gemacht.“ Zum Wohle des Klubs, zum Wohle des SC Freiburg. Als Streich übernahm, da wurde die „graue Maus“ der Liga zum „Absteiger Nummer eins“ abgestempelt. Zumal damals, Ende Dezember 2011, noch Torjäger Papiss Demba Cisse zu Newcastle United abgegeben werden musste – aus finanziellen Gründen. Aber Streich rettete Freiburg nicht nur, er etablierte den Verein sogar im Mittelfeld der Liga – und belegte bei der Wahl zum Trainer des Jahres hinter Jürgen Klopp und Lucien Favre den sensationellen dritten Platz. Auf Anhieb Platz drei!

Aogo: „Er hat natürlich auch gelegentlich Methoden, die im Grenzbereich anzusiedeln sind. Wenn er zum Beispiel mit dir Gesicht an Gesicht steht und so laut schreit wie er kann. Oder wenn er wütend einige Dinge durch die Kabine feuert. Oder auch mal das eine oder andere Schimpfwort fällt. Das kann schon alles passieren. Und da dachte ich mir, dass er das wohl recht schwierig im Profi-Fußball wird umsetzen können – wenn er so vor einem gestandenen Profi steht. Aber er hat den Spagat wunderbar geschafft. Kompliment.“

Aber nicht nur Christian Streich hat es Dennis Aogo angetan, auch die Stadt Freiburg: „Es ist etwas Besonderes, wieder dort zu sein. Da hatte ich mit die wichtigste Phase, die man als Mensch hat, nämlich die Zeit zwischen 15 und 21 Jahren. Diese Phase habe ich in Freiburg verbracht, und jeder Mensch weiß, dass man in diesem Alter auch viel Mist baut. Das werde ich nie vergessen.“ Klar. Und ich werde nicht vergessen, dass ein Freiburger Kollege damals, als Aogo gemeinsam mit Jonathan Pitroipa zum HSV wechselte, gesagt hat: „Pitroipa wird euch helfen, Aogo aber wird überschätzt.“ Es kam genau umgekehrt. Und ich hoffe sehr, dass auch der letzte HSV-Fan bald anerkennt, wie stark sich Dennis Aogo nach ganz oben, in die Nationalmannschaft bis hin zur Weltmeisterschaft, gekämpft hat. Und in dieser gesamten Zeit hat er sich stets darum bemüht, in einer intakten HSV-Mannschaft zu spielen, er hat sich für das Team und für die Kollegen eingesetzt, hat stets Verantwortung übernommen. Und wenn das nun auch (endlich einmal) Anerkennung beim oftmals so kritischen eigenen Anhang finden würde, dann wäre ich glücklich. Deshalb drücke ich Dennis Aogo auch beide Daumen, dass er so schnell wie möglich wieder in diese HSV-Mannschaft zurückkehren kann.

So, zum Schluss noch zwei Meldungen aus dem Lager des Gegners.

Der SC Freiburg bangt vor dem Punktspiel gegen den HSV um Abwehrspieler Matthias Ginter. Der 18 Jahre alte Innenverteidiger kann nach seinen Rückenproblemen zwar wieder Joggen, der Zeitpunkt für die Rückkehr ins Mannschaftstraining ist aber noch ungewiss. Dagegen soll Mittelfeldspieler Johannes Flum nach seiner auskurierten Grippe am Donnerstag wieder mit dem Team üben.

Und die zweite Meldung:

Innenverteidiger Beg Ferati steht beim Fußball-Bundesligisten SC Freiburg vor dem Absprung. „Ich gehe weg, zu 100 Prozent“, sagte der Schweizer Abwehrspieler der „Basler Zeitung“ (Mittwoch). Schon in der Winterpause solle ein Wechsel über die Bühne gehen. Feratis Vertrag läuft noch bis Juni 2014.
Der 25-Jährige kritisierte seinen Arbeitgeber scharf: „Ich bin nichts, nicht mal eine Nummer.“ Er werde nicht mehr beachtet, sondern nur noch im Training geduldet. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, wird Ferati zitiert.
SC-Sprecher Rudi Raschke wies die Vorwürfe am Mittwoch auf Anfrage zurück: „Das sind glatte Unwahrheiten, absoluter Blödsinn. Er wird fair behandelt. Er ist eingebunden und es wird auch mit ihm gesprochen“, versicherte Raschke. Es habe mehrfach ausführliche Gespräche mit Ferati über dessen Perspektive gegeben. Der Defensivspieler war im Sommer 2011 vom FC Basel nach Freiburg gewechselt. Für den Sportclub bestritt er bislang sechs Bundesligaspiele.

PS: Morgen (Donnerstag) sollte eigentlich um 10 Uhr Training sein. Da der HSV die Pressekonferenz aber auf 11.30 Uhr vorgezogen hat, weiß ich nicht, ob es bei 10 Uhr auf dem Trainingsplatz bleibt (geblieben ist). „Lass dich überraschen“ – hat einst Rudi Carrell gesungen. Wobei mir einfällt, dass ich mit ihm auch einst einen Doppelpass machen durfte. Der hatte echt viel Ahnung vom Fußball, ich war überrascht. Er besuchte aber auch oft Bundesliga-Spiele eines (etwas grün angehauchten) Nordvereins . . .

19.08 Uhr
Einen wunderschönen Feierabend für euch und eure Lieben.

Nur der HSV!

2:1-Erfolg in Freiburg – Drobny, Son und Ilicevic sichern den zweiten Saisonsieg ***Korrigiert: Fink gelandet***

16. Oktober 2011

2:1 in Freiburg gewonnen – endlich mal wieder ein Dreier. Nach Stuttgart der zweite in dieser Saison, und ein immens wichtiger. Denn so konnte der HSV in einem wechselhaften Spiel am Ende dennoch nicht unverdient zum SC Freiburg punktetechnisch (beide sieben Zähler) aufschließen.

Und es ging auch gleich gut los. Mladen Petric legt sehenswert mit der Hacke weiter auf Heung Min Son, der aus 18 Metern knapp drüber zielte. Ein Blitzstart – aber jetzt kam Freiburg. In der zehnten Minute hatte Freiburgs Schuster aus 20 Metern per Freistoß die Chance zur Führung – scheiterte aber an Jaroslav Drobny, der mit einer starken Parade zur Ecke klärte. Diese landete auf dem Kopf des torgefährlichsten Freiburgers, Cissé. Allerdings konnte der Top-Torjäger mit seinem harmlosen Kopfball den besten Hamburger am heutigen Tag, Jaroslav Drobny, nicht gefährden.

Im Gegenteil, jetzt war wieder der HSV dran. Mladen Petric nahm sich bei seinem Freistoß aus knapp 30 Metern ein herz und zog direkt aufs Topr der Gastgeber, Dort stand Keeper Baumann – und konnte nur hinterhersehen, wie der scharfe Freistoß des HSV-Kroaten an der Latte landete und anschließend zur Ecke geklärt wurde. Diese trat wie schon am Freitag im Training Gökhan Töre. Allerdings schärfer und gefährlicher als am Freitag. Sehr zur Freude Jeffrey Brumas, der gefährlich aufs Tor köpfte. Dort konnte SC-Torwart Baumann den Ball nur kurz abgewehren – eine Chance, die sich Son nicht nehmen ließ. Der Südkoreaner befördete den Nach„schuss“ per Kopf zum 1:0. Die zu diesem Zeitpunkt nicht unverdiente Führung in der 12. Minute.

Allerdings kamen jetzt nur noch die Freiburger zu gefährlichen Aktionen. Immer wieder mit Cissé, der in der 22. Minute knapp an Drobny scheitert und in der 31. Minute per volley knapp verzieht. Die größte Freiburg-Chance vergab in der ersten Hälfte allerdings Makiadi, der aus sieben Metern frei mit dem Kopf zum Abschluss kam, diesen aber direkt auf Drobny zielt.

Halbzeit.

Zeit zum Durchatmen blieb allerdings kaum, denn die zweite Halbzeit war gerade etwas mehr als 60 Sekunden alt, da wars geschehen. Cissé nutzte den Kollektivschlaf der HSV-Abwehr, die eine flache Hereingabe nach dem Motto „Nimm Du ihn, ich hab ihn sicher“ passieren ließ. Als letzter in dieser Fhelerkette pennte Rajkovic und Freiburgs Tormaschine (bereits der 7. Saisontreffer) netzte freistehend ein. Der erste Fehler des bis dahin ordentlich spielenden Rajkovic. Aber leider einer, der ihn anschließend partiell verunsichert zu haben schien.

Auch deshalb kam es, dass die Freiburger vermehrt Chancen bekamen. Einen vertändelten Konter von Heung Min Son (58.) außen vor gelassen, gab es nur noch für die Breisgauer Chancen zu notieren. In der 56. Minute scheiterte Cissé im Nachschuss, in der 64. Minute zirkelt Abdessadki aus 17 Metern nur sehr knapp rechts drüber, ehe Makiadi eine Minute später aus 13 Metern freistehend im Sechzehner den Pass in die Mitte einem eigentlich logischen Abschluss vorzog – und Bruma rettete. Gefährliche Aktionen, die ohne Folgen blieben. Deutlich effektiver war dagegen – zum Glück – der HSV. Der gerade erst eingewechselte Ivo Ilicevic setzt sich über links durch, passt zum Sechzehner auf Töre, der wieder auf den durchstartenden Debütanten – das 2:1.

Es war ein komisches Spiel. Der HSV kombinierte nur phasenweise gut, verteidigte nur phasenwiese gut, offenbarte hinten zuletzt ungewohnte Unsicherheiten und führte dennoch. Weil dieser HSV bei Rückschlägen nicht auseinanderfiel wie noch zu Saisonbeginn. Und er gewann, weil er mutig blieb, auf seine Chance lauerte – in meinen Augen durchaus verdient.

Natürlich auch, weil Cissé in der 80. Minute das Gastgeschenk Brumas nicht zu nutzen wusste. Der HSV-Verteidiger hatte unbedrängt im eigenen Strafraum den Ball an Freiburgs Reisinger verloren und zog an dessen Trikot. Der SC-Profi nahm das Geschenk an, sank wie erschossen zu Boden und der gute Schiedsrichter Deniz Aytekin entschied auf Elfer. Ein „Kann-muss-aber-nicht-Elfer“ würde ich behaupten. Aber am Ende war auch das egal, denn Cissé verzog rechts drüber.

Es blieb am Ende beim 2:1 für den HSV, der nach den etwas überraschenden Siegen von Lautern und Augsburg gestern zwar nicht vom Tabellenende abrücken, dafür aber punktetechnisch wieder zu Lautern und eben Freiburg aufschloss – und ganz nebenbei HSV-Sport- und Teamchef in Personalunion Frank Arnesen somit zum erfolgreichsten HSV-Trainer aller Zeiten machte.

Besondere Erwähnung verdiente sich dabei ausgerechnet der, der in den letzten Wochen (auch zurecht) am meisten auf die Augen bekommen hatte: Jaroslav Drobny. Der Tscheche rettet mehrfach, zeigte beim Herauslaufen keine Schwäche und wirkte sicher. „Ein ganz starker Auftritt von ihm. Das freut mich besonders“, lobte Vorstandsboss Carl Jarchow und bekam Unterstützung von Ilicevic: „Kompliment an die Mannschaft, die heute riesig gefightet hat. Und auch wenn es sicher nicht das beste Spiel von uns war, muss ich einen Spieler herausheben: unseren Torwart. Was Jaroslav Drobny hinten rausgeholt hat, war überragend. Selbst Arnesen, der nach sechs Siegen als Cheftrainer für PSV Eindhoven somit seinen siebten Sieg im siebten Cheftrainerspiel einfuhr, war zufrieden: „Jaro hatte zuletzt Selbstvertrauen verloren und heute wieder ein Stück zurückgewonnen. Er war sehr sicher, was gut für uns war.“ Der Ein-Spiel-Chef war zufrieden: „20 Minuten waren wir gut, haben uns dann zu weit zurückdrängen lassen und nach der Halbzeit das 1:1 kassiert. Aber insgesamt war es ein sehr gutes Spiel.“

Eines mit drei Punkten, die den neuen Chef Thorsten Fink in seiner Heimat in Basel vor dem TV zufriedengestellt haben dürfen. Denn so beginnt der 43-Jährige, der um 20.35 Uhr in Hamburg gelandet und anschließend ins Hotel Elysee gefahren ist, ab Montag mit sieben Punkten auf dem Konto und zwei nicht zu unterschätzende aber dennoch machbaren Heimspielen gegen Wolfsburg und Kaiserslautern vor der Brust sein neues Amt. Und er wird – da lege ich mich fest, nach diesen zwei Wochen den HSV vom Tabellenende in den Nichtabstiegsbereich geführt haben.

In diesem Sinne, morgen treffen wir Fink im Stadion und ich werde Euch ausführlich davon berichten.

Euch allen einen weiterhin erfreulichen, erfolgreichen und schönen Rest-Sonntag.

Scholle (17.43 Uhr)

Das Stenogramm:

SC Feiburg: Baumann – Hinkel (82.Nicu), Barth, Krmas, Bastians – Flum, Schuster – Putsila (74.Reisinger), Makiadi, Abdessadki (76.Dembele) – Cissé.
HSV: Drobny – Westermann, Bruma, Rajkovic, Aogo – Kacar, Tesche – Lam (66.Ilicevic), Töre – Petric, Son (87.Jansen).
Tore: 0:1 Son (12.), 1:1 Cissé (47.), 1:2 Ilicevic (74.). – Zuschauer: 23000. – Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach). – Gelbe Karten: Schuster (24.) / Kacar (21.), Petric (45.), Drobny (90.).

Ilicevic vor seinem Debüt: “Wir können alle schlagen”

14. Oktober 2011

Der heutige Blog wird wahrscheinlich kürzer als sonst. Weil es nicht so viel Neues gibt wie noch in den letzten Tagen und Wochen. Und wisst Ihr was?

Das ist ein gutes Zeichen!

Es ist ein richtig gutes Zeichen Zeichen dafür, dass sich der HSV darauf besinnt, seine Baustellen zu schließen. Eine nach der anderen. Und inzwischen ist es tatsächlich so, das mehr gelöst wird und wurde, als neue Baustellen aufgemacht werden. Der HSV kommt zur Ruhe. Und das tut dem Kerngeschäft gut. Siehe Stuttgart und Schalke. Und das wiederum verbreitet überall gute Stimmung. Bei den Fans, im Verein, innerhalb der Mannschaft. Ergo: Der HSV ist wieder da. Endlich. Und keinen Tag zu früh.

„Als ich zurückkam, waren alle richtig gut drauf“, freute sich heute Heung Min Son. Nichts Besonderes sagt Ihr jetzt wahrscheinlich. Aber das ist es doch. Zumindest, wenn man weiß, das sich der Südkoreaner eigentlich nie zu Stimmungen innerhalb der Mannschaft äußert. Und vor allem scheint die Meinung des sympathischen Jungstürmers repräsentativ zu sein. Selbst Spieler wie David Jarolim oder Dennis Diekmeier, die erst einmal hinten an stehen und aktuell für ihre Verhältnisse ungewohnt wenig Einsatzzeiten haben, bestätigen die positive Stimmung. Eine Art Aufbruchsstimmung macht sich breit – mit verschiedenen Ausgangspunkten.

Da wäre zunächst sicher die gelöste Trainerfindung. Thorsten Fink erhält von allen (auch von Euch und ausdrücklich auch von mir hier im Blog) eine Menge Vorschusslorbeeren. Am Sonntag landet der neue Trainer in Hamburg, nachdem er sich in Basel das HSV-Spiel, den 3:1-Sieg seiner neuen Mannschaft beim SC Freiburg via TV live angesehen hat. „Man hört nur Gutes“, sagt auch Ivo Ilicevic. „Fink soll ein junger, dynamischer Trainer sein, der sehr viel Wert auf Offensivfußball und dominantes Spiel legt.“ Der Kroate, der gegen Freiburg aller Voraussicht nach das erste Mal seit seinem Wechsel aus Kaiserslautern nach Hamburg im Kader stehen wird, freut sich auch für sich selbst: „Der neue Trainer soll auf das Spiel über die Außen setzen – was mir besonders entgegenkommt.“

Aber vor allem de letzten Auftritte gegen Stuttgart und auch die unglückliche Niederlage gegen Schalke haben gezeigt, das der HSV guten Fußball spielen kann. „Es wird nicht viele Änderungen geben müssen“, sagt Frank Arnesen, der in Freiburg zum ersten und vermeintlich auch letzten Mal als Teamchef auf der Bank die Hauptverantwortung tragen wird. Und im Training heute deutete auch nicht viel auf personelle Umstellung hin. Und während Tomas Rincon noch auf dem Rückweg aus Südamerika war, mischte Paolo Guerrero wie auch Jansen, Jarolim und Ilicevic im potenziellen B-Team mit. Der peruanische Angreifer wurde durch Son ersetzt.

Ob Son von einer Startelfnominierung ausgeht? Der Südkoreaner lächelt verschmitzt, alles deutet auf ein „Ja“ hin. Dennoch sagt er. „Ich weiß es nicht, niemand hat mit mir gesprochen. Aber ich wäre bereit.“

Genauso wie Ilicevic. Nach seiner Vier-Spiele Sperre, dien er abgesessen hat, plagten den Offensivspieler Leistenprobleme. Erst seit einer Woche konnte der schnelle, dribbelstarke Rechtsfuß wieder mit der Mannschaft trainieren. Dennoch hofft er auf seine Premiere. „Ich habe kaum mit der Mannschaft trainiert. Und wenn, dann fehlten die Nationalspieler. Aber ich hatte kein Probleme mehr, ich fühle mich körperlich gut. Ich würde mir sogar einen Einsatz von Beginn an zutrauen.“ Dass es den wohl noch nicht geben wird, ist nachvollziehbar. Dennoch stellt Ilicevic für Arnesen eine gute Alternative für die linke Außenbahn dar. Trotz der Konkurrenz mit Töre und Jansen setzt Ilicevic auf sich. „Wenn ich bei 100 Prozent bin, habe ich Selbstvertrauen genug, mich jedem Konkurrenzkampf zu stellen. Ich weiß, dass ich spiele, wenn ich meine Leistung bringe.“

Die Voraussetzungen dafür sind inzwischen – wie oben bereits erwähnt – besser denn je (in dieser Saison). Ilicevic wurde gut aufgenommen. Und er schwärmt von seinen neuen Kollegen. „Es ist schon unglaublich, wie gut die Stimmung hier ist. Wir glauben wieder an uns, haben neues Selbstvertrauen. Und das merkt man auch im Training.“ Der bisherige Zuschauer hat vor dem „Schlüsselspiel“, wie er es nennt, ein gutes Gefühl: „Wenn wir unsere Chancenverwertung verbessern, können wir alle schlagen.“ Auch und vor allem: Freiburg am Sonntag. Denn wenn parallel Augsburg und Mainz sich gegenseitig die Punkte nehmen, könnte der SV durch einen Sieg im Breisgau tatsächlich die Abstiegsplätze verlassen. Und Coach Arnesen mit einer 100-Prozent-Siegesquote als Cheftrainer zum „erfolgreichsten“ HSV-Trainer aller Zeiten machen. Und das vor dem ersten Auftritt mit dem neuen Trainer, der sich bewusst nicht im Freiburger Stadion aufhalten wird, „weil ich keine unnötige Unruhe stiften will“.

Dabei möchte ich diesen und eventuell auch noch die nächsten zwei Blogs nutzen, um Rodolfo Cardoso ausdrücklich zu loben. Der Argentinier hat da weitergemacht, wo er im Nachwuchs aufgehört hat: er hat seine jeweilige Mannschaft besser gemacht. Ein Indiz für einen guten Trainer, auch wenn der weniger durch Scheine und bestandene Trainerprüfungen glänzt. „Rodolfo kann man schwer greifen. Er macht einfach. Und das macht er richtig“, hat mir zu Beginn seiner Beförderung sein Trainer-Entdecker Dietmar Beiersdorfer gesagt. Der ehemalige Sportchef war voll des Lobes für den privat oft etwas verplant wirkenden Ex-Zehner mit dem guten Bauchgefühl. Und er hat nicht übertrieben. Im Gegenteil.

Deshalb hoffe ich bis zuletzt auf das, was es nach meinen Informationen nicht geben wird: das Cardoso auch unter Fink dem Profi-Trainerteam erhalten bleibt.

In diesem Sinne, jetzt ist der Blog doch länger geworden, als ich anfangs gedacht habe. Aber so ist das eben, wenn man so positive Dinge erfährt und sieht, wie im Moment: man schreibt, und schreibt, und schreibt. Und das mit immer mehr Spaß am Inhalt.

Apropos Spaß: die machen auch Eure Posts. Macht so weiter wie in den letzten Tagen. Das war mit bedacht, mit Respekt, konstruktiv und auch mal sehr kritisch. Dass es dabei Ausbrüche nach oben und nach unten gibt, sollte uns eigentlich nur dabei helfen, die Relationen zwischen dem Guten und dem Sinnfreien weiterhin zu erkennen. Mehr nicht.

In diesem Sinne, bei allem Pöbeln der letzten Wochen muss ich hier einmal ein Kompliment loswerden: So macht dieser Blog wieder richtig Spaß. Weiter so!

Bis morgen,
Scholle (18.27 Uhr)

„KURZ“ NOTIERT:

RÜCKKEHR: Tomas Rincon ist am Freitagnachmittag in Hamburg gelandet und absolvierte eine individuelle Einheit. Der Venezolaner soll morgen am nichtöffentlichen Training teilnehmen und anschließend mit nach Freiburg reisen.

STATISTIK: Ein paar interessante Statistiken (Quelle: www.hsv.de):

Auch wenn die BL-Bilanz mit 11-5 Siegen (8 Remis) klar für Hamburg spricht, gewannen die Breisgauer in der Vorsaison beide Spiele gegen die Hanseaten – und das sogar zu Null (1-0 H, 2-0 A – alle 3 Tore schoss Papiss Demba Cisse).

Zu Hause ist Freiburg seit 6 BL-Partien ungeschlagen den HSV (2 Siege, 4 Re¬mis). Der letzte HSV-Sieg beim SCF liegt schon über 11 Jahre zurück: Im März 2000 gewannen die Hanseaten durch einen Doppelpack von Rodolfo Cardoso mit 2-0.

Der BL-Dino gewann nur 1 der letzten 15 BL-Spiele (6 Remis, 8 Pleiten). In den letzten 6 Partien blieb der HSV 5-mal ohne Punktgewinn (1 Sieg).

Mit dem SC Freiburg (22 Gegentore) und dem HSV (20) treffen die beiden schlech- testen Defensiven dieser Bundesliga-Saison aufeinander. Beide Teams kassierten schon 6 Kopfball-Gegentore – kein anderes BL-Team mehr als 3!

Der HSV wartet seit 12 BL-Spielen auf ein Zu-Null-Spiel – zuletzt gab es eine solche Durststrecke 2009 (da¬mals 14 BL-Spiele ohne Weiße Weste). Nur der 1. FCK blieb in dieser Saison ebenfalls noch nicht ohne Gegentor.

Der HSV steht am 5. Spieltag in Folge am Tabellenende – das gab es bei den Hanseaten noch nie in der Bundesliga! Nur 1972/73 hatten die Hanseaten nach 8 Spielen noch weniger Punkte gesammelt (3) als aktuell (4) – am Ende stand Platz 14.

In Frank Arnesen sitzt schon der 3. (Interims-)Trainer in dieser Saison bei Hamburg auf der Bank. Seinen 4 Vorgängern (Cardoso, Oenning, Veh, Moniz) gelang jeweils ein Sieg zum Einstand. Der letzte Trainer, der bei seinem Debüt auf der HSV-Bank keinen Dreier holte, war Labbadia (1-1 in Freiburg).

Papiss Demba Cisse erzielte 6 der 13 Freiburger Tore. Bei beiden Saisonsiegen ging der Senegalese jedoch leer aus – wenn er traf, konnte Freiburg also noch nicht gewinnen (1 Remis, 4 Niederlagen).

Hamburgs Dennis Aogo absolvierte von 2004 bis 2008 15 BL- und 79 Zweitliga- Einsätze für den SCF. Der Freiburger Anton Putsila kam in der Saison 2007/08 immerhin auf 3 BL-Einsätze bei den Hanseaten.

INTERVIEW: Der SID führte noch mal ein Interview mit Fink, das zwar nicht allzu viel Neues enthält, was ich Euch aber nicht vorenthalten wollte. Deshalb – guckt Ihr hier…:

SID: „Herr Fink, sie haben beim Hamburger SV einen Vertrag bis
2014 unterschrieben. Wie lauten ihre Ziele mit dem Verein?“
Thorsten Fink: „Natürlich wollen wir jetzt nicht sofort Meister werden, aber die Mannschaft hat großes Potenzial für die Zukunft. Zunächst müssen wir aber so schnell wie möglich aus dem Tabellenkeller kommen.“

SID: „Zurzeit steht der HSV auf dem letzten Tabellenplatz. Was stimmt sie zuversichtlich, schnell aus der Abstiegszone zu klettern?“
Thorsten Fink: „Der HSV ist viel stärker als viele Klubs in der Bundesliga, deswegen mache ich mir keine Sorgen, dass wir absteigen. Ich freue mich total auf die Arbeit mit der Mannschaft und dem gesamten Umfeld. Ich sehe der Aufgabe sehr positiv entgegen.“

Frage: „Werden Sie beim Spiel des Hamburger SV am Sonntag in Freiburg im Stadion sein?“
Fink: „Nein. Wir haben besprochen, dass ich nicht vor Ort sein werde. Ich möchte nicht für unnötige Unruhe sorgen. Ich werde mir das Spiel im Fernsehen ansehen.“

Frage: „Wann kommen Sie nach Hamburg?“
Fink: „Ich komme am Sonntag hoch und werde erst mal im Hotel unterkommen. Vor meiner offiziellen Vorstellung am Montag werde ich noch einige Gespräche führen. Meine Familie wird dann so schnell es geht nachkommen.“

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