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Messi ist wieder fit – Uwe Seeler sorgt sich

30. Juli 2012

Messi hat es wieder getan. Er hat gespielt. Tatsächlich. Das Hämatom ist überstanden, das Hämatom ist kein Thema mehr, das Hämatom war offenbar nur für Hamburg und den HSV ein kurzes Thema. Hier der Beweis einer „Wunderheilung“:

„Weltfußballer Lionel Messi hat sich nach einer verletzungsbedingten Pause eindrucksvoll zurückgemeldet. Der 25-Jährige steuerte ein Dreierpack (34./37./45.) zum 8:0-Kantersieg des FC Barcelona gegen den marokkanischen Klub Raja Casablanca bei. Wegen einer Wadenprellung hatte Barca-Coach Tito Vilanova am Dienstag gegen den Hamburger SV (2:1) auf Messi verzichtet.“

Was hat Casablanca, was Hamburg nicht hat? Auf jeden Fall viel Pech für den HSV und für die HSV-Fans. Kurios, dass nur Tage nach der HSV-Pleite auch Hertha BSC von Italienern vorgeführt wurde – denn Juventus Turin schickte zur Hertha-Feier ebenfalls nur sein B-Team in die deutsche Hauptstadt. Ich bin gespannt, wie lange sich die Vereine, die so an der Nase herumgeführt werden, sich das noch gefallen lassen.

Ja, ich gebe zu, der Stachel „FC Barcelona II“ sitzt bei mir immer noch tief. Weil ich auch einige Enttäuschte in meinem Bekannten- und Freundes-Kreis habe, die ebenfalls immer noch sauer sind. Und davon muss es ja in der Stadt ja noch so viele Fans geben, die nach wie vor enttäuscht sind. Ich sprach in diesen Tagen mit Dieter Roth, zweiter Vorsitzender des TSV Wandsetal. Von der Liga hatten sich gleich einige Spieler eine Karte für HSV gegen Barcelona gekauft – weil sie einmal in ihrem Leben Messi live sehen wollten. Einmal. Und dafür verzichteten sie dann auch alle auf ein Testspiel des TSV gegen Börnsen. Die Quittung kam prompt, beim Oddset-Pokalspiel griff TSV-Trainer Mike Breitmeier auf andere Spieler zurück, die „Messis“ blieben außen vor. So kann es dann auch mal gehen . . . Immerhin können alle behaupten: „Ich habe das Spiel gesehen, in dem Messi fast mitgespielt hätte.“

So, anderes Thema, der HSV ist im schwedischen Urwald, kämpft ums Überleben. Bis morgen geht das noch sah, am Abend kehrt die Truppe (hoffentlich vollzählig) zurück. Und weil die Mannschaft unerreichbar ist, habe ich heute mal in meiner Post „gewühlt“. Ich möchte euch heute eines jener Schreiben zugänglich machen, die mich jeden Tag privat erreichen:

„Sehr geehrter Herr Matz!

Mein Name ist Ralf H., ich lebe in Essen und bin HSV-Mitglied!

Schreiben ist ihr Beruf, deshalb müssen sie jeden Tag etwas schreiben. In der nun langsam ablaufenden Sommerpause fällt mir auf, dass sie sich für eine Verpflichtung von R.v der Vaart erwärmen könnten.-Was soll der HSV mit einem Spieler, der den Verein schon mal stehen gelassen hat und der offensichtlich nicht will, oder nur, wenn sein Gehalt den Mangel seiner Begeisterung für den HSV ausgleichen würde! – ?

Im heutigen Blog ist eine hintergründige Stimmung gegen F. Arnesen zu spüren. Was meinen sie, wie viele bessere Sportdirektoren beim HSV in der Warteschleife stehen? Allein, dass er Guerrero losgeschlagen hat, ist eine Erlösung für den HSV. Ein Spieler, der dem Verein, speziell durch seine Tätlichkeit in der letzte Saison schwer geschadet hat, diesbezüglich veharmlosende Äusserungen von sich gegeben hat, der 4,5 Millionen p.A. verschlungen hat…

Ihre vorauseilende Kritik an Rudnevs? In ihrem Artikel steht mit anderen Worten: Der trifft das Tor nicht! Haben sie sich mal den Werdegang der Herren Blasykowsky, Pisczek und Lewandowsky beim BVB zu Gemüte geführt? Nein? Schade! An einem polnischen Torschützenkönig schon im Vorfeld herumzumäkeln…?

Ich lese ihre Blogs sehr gern, aber im Unproduktiven herumzuorakeln, fänd ich nur gut, wenn ich so ein bisschen Stimmung gegen den Verein machen wollte!

Herzliche Grüße aus Essen! Ralf H.“

Lieber Herr H.,

vielen Dank für Ihre kritischen Zeilen. Ich bin auch HSV-Mitglied. Glauben Sie mir bitte, es gibt bei „Matz ab“ viele, viele User, die das genau andersherum sehen. Sie haben Ihre Meinung, und zwar hundertprozentig („So muss es sein, so ist es – ich weiß das ganz genau!“), andere User haben aber genau die gegenteilige Meinung davon. Und sind auch hundertprozentig davon überzeugt, dass sie richtig liegen – und zwar hundertprozentig. Das ist doch mein täglich Brot.

Wenn ich hier zum Beispiel schreibe:
„Der HSV ist der beste Klub der Welt, er hat in der vergangenen Saison nur ein bisschen Pech gehabt, sonst wäre er noch in die Europa League gekommen . . .“ Dann schreien 500 „Matz-abber“ vor Freude auf und feiern mich, und die anderen 500 wünschen mich zum Teufel und vernichten mich.

Nehmen Sie mal allein „Ihren Fall van der Vaart“. Tausende würden den „Raffa“ gerne wieder beim HSV sehen – als Spieler. Sie nicht – das ist Ihre Meinung. Andere wollen van der Vaart auch nicht, aber natürlich gibt es auch hier wieder Hälfte-Hälfte. Und wenn Sie mir unterstellen, dass ich ihn gerne hier haben wollte, so ist das auch nur eine Unterstellung von Ihnen. Wissen Sie ganz genau, was und wen ich will? Ich bin da nämlich völlig neutral. Käme van der Vaart, dann hätte der HSV auf jeden Fall einen „Zehner“ der es kann – es könnte. Kommt er nicht zurück, dann ist auch gut. Dann holt der HSV eben einen anderen „Zehner“, wo ist das Problem? Ich kann es doch ohnehin nicht beeinflussen. Oder glauben Sie, dass F. Arnesen mich erhören würde, wenn ich van der Vaart zurück haben wollte?

Und wenn Sie hier eine Stimmung gegen F. Arnesen spüren, dann kann ich nichts dafür. Sie spüren etwas, was ich nicht so spüren kann. Dass man als Journalist einige Dinge hinterfragt, ist doch logisch. Wo ist der HSV im Sommer 2012 noch gelandet? Wenn ich nicht irre, auf Rang 15. Die schlechteste Platzierung der HSV-Bundesliga-Geschichte. Wenn man da nicht gewisse Dinge durchleuchtet, wann denn dann? So darf es doch wohl nicht weitergehen.

Und zu Rudnevs habe ich zuletzt alles geschrieben. Wenn Sie lesen, dass dort mit anderen Worten „trifft das Tor nicht“, dann ist es wohl so. Wenn ich seine Chancen gegen Norderstedt aufzähle, kann ich die ja nicht nachträglich in Tore ummünzen. Schießt er daneben, dann ist der Ball im Aus. Dann war es offenbar kein Tor. Darf ich das nicht mal aufzählen? Zumal dann, wenn mir vorgehalten wird, ich würde ihn schon jetzt, ohne Bundesliga-Spiel, vernichten. Vorbei ist vorbei, so ist es nun einmal. Oder soll ich es das nächste Mal weglassen? Warten Sie es nun mal ab, wie sich Rudnevs entwickelt – und ich warte auch ab. Dann werden wir bei passender Gelegenheit ein Resümee ziehen. Okay?

Die Frage allerdings, was Sie bislang schon an fußballerischen Dingen von Rudnevs gesehen haben, was Sie kennen oder wissen – die hätte ich schon gerne mal gestellt. Aber gut, manchmal klappt das ja auch vom Sofa aus, auch das gibt es ja zigfach . . .

Und noch zu einem anderen interessanten Thema. Sie, Herr H., schreiben oben:

„Was meinen sie, wie viele bessere Sportdirektoren beim HSV in der Warteschleife stehen?“

Meine Antwort: Tausende. Die wollen alle diesen Job . . .

Und ganz ehrlich: Fragen Sie doch auch einmal, wie viele Vorstands-Vorsitzende den Job von Carl-Edgar Jarchow haben wollen?
Tausende! Wollten den mal haben . . . Jetzt aber, wo der HSV nicht mehr im Geld zu schwimmen scheint, nicht mehr ganz so viele.
Und? Was können Sie hier nicht jeden Tag an Meinungen der User lesen? Allgemeiner Tenor: „Raus mit Jarchow!“ Was für ein Blödsinn! Das ist meine Meinung zu diesem Thema.
Andere wissen es aber viel besser als ich. In der Anonymität des Internets weiß ohnehin jeder mehr und viel – und alle können es selbstverständlich noch viel besser. So ist das nun mal.

Sie können aber ganz sicher sein: Sollte F. Arnesen eines Tages den HSV verlassen (verlassen müssen, sollen, freiwillig gehen), so wird der HSV nicht untergehen, denn dieser Aufsichtsrat wird dann mit Sicherheit eines fernen Tages noch einen neuen Sportchef finden. Mir zum Beispiel würden da schon sofort einige Namen einfallen, will aber gar nicht, dass darüber spekuliert wird – denn F. Arnesen bleibt ja. Ende und aus die Maus.

Anderes Thema:
Von „we are family” kam ein interessanter Beitrag, auf den ich kurz einmal eingehen möchte:

„Schon gestern stand auf der Homepage von UD Las Palmas “….. a costa cero”. Auch auf transfermarkt.de steht “ablösefrei”. Wenn das stimmt, spart der HSV lediglich das Gehalt eines 21-jährigen, der seinen Profivertrag im
Sommer 2008 bekam. Da wird er wohl eher im unteren Viertel der gezahlten Spielergehälter liegen.
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Ich kann das nicht nachvollziehen. Chrisantus hatte noch Vertrag bis 2013. Man hätte ihn doch das erste Mal beim HSV eine komplette Vorbereitung machen lassen können. Die U23 soll möglichst aufsteigen und hat mit Bertul
Kocabas den Topscorer an einen türkischen Erstligisten abgegeben. Kelbel ist zur Zeit noch verletzt.
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Warum lässt man ihn nicht wenigstens die Hinrunde in der U23 spielen und teilweise bei den Profis mitrainieren, um sich wirklich mal ein Bild vom ehemaligen “Jahrhunderttalent” zu machen?
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Ablösefrei hätte man ihn auch im Winter oder im nächsten Sommer abgeben können. Beim KSC und beim FSV Frankfurt hat er immerhin jeweils 8 Tore in der Saison erzielt, obwohl er in 2 Saisons nur auf 25 Spiele über die volle Distanz kam und beide Teams gegen den Abstieg spielten – bei beiden Teams damit sicherlich auch die notwendige Qualität der Mitspieler fehlte. Der Kerl wird im August gerade mal 22 Jahre alt! Da wechselte ein Huntelaar gerade aus der 2. holländischen Liga in die Ehredivisie.
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Wann bekommt beim HSV ein junger Spieler wirklich mal das Vertrauen und wird beim HSV weiterentwickelt und nicht in Mainz, Leverkusen, Rennes oder auf den Kanaren?“

Gute Frage. Auf dieses HSV-Talent (oder sogar Talente!) warte ich auch seit Jahrzehnten. Da läuft schon lange, lange ganz sicher sehr viel falsch. Beim FC Bayern spielen in einem Champions-League-Halbfinale (!) neun Spieler mit, die aus der eigenen FCB-Jugend kommen, und beim HSV kann man die Leute, die es gelegentlich mal bis zum Profi-Training bringen, an einer Hand abzählen. Ich bewundere die Geduld, die anscheinend keine Grenzen kennt, aller Beteiligten! Eigentlich kann es doch gar nicht angehen, dass da immer auf die falschen Pferde gesetzt wird, aber offenbar ist es doch so. Oder? Diejenigen Talente, die es beim HSV nicht geschafft haben, kommen doch auch bei anderen Vereinen nicht so zum Zuge, wie sie sich das erhofft haben. Die eine oder andere Ausnahme soll es geben, aber zum Beispiel Änis Ben-Hatira oder Tunay Torun. Haben sie die Rolle in Berlin gespielt, die sie für sich schon beim HSV sahen? Ich wünschte mir schon mal solche Talente wie die der Bayern mit beispielsweise Philipp Lahm, Holger Badstuber, David Alaba und Thomas Müller. Talente solchen Kalibers gibt es beim HSV schon seit Jahr und Tag nicht. Leider, leider.

Allerdings denke ich ja auch, dass sich ein HSV-Coach sehr wohl damit schmücken würde, endlich mal wieder einen jungen Spieler ganz nach oben gebracht zu haben (wie Felix Magath mit Hasan Salihamidzic). Es gab etliche Trainer, die auf dem Wege waren, jemandem zu vertrauen, dann aber den Versuch doch noch abbrechen mussten, weil es eben doch nicht für ganz oben reichte. Zum Beispiel Muhamed Besic, Ben-Hatira, Eric-Maxim Choupo-Moting, Vadis Odjidja-Ofoe (heute belgischer Nationalspieler) , Benny Feilhaber, Andreas Laas. Oder früher auch Mustafa Kucukovic, Stephan Kling und Alex Meier (St. Pauli), heute schon lange Stammspieler bei Eintracht Frankfurt.

Und speziell zu Macauley Chrisantus. Der hat in meinen Augen Chancen genug erhalten. Und wenn er es tatsächlich könnte, dann hätte er es doch mal beim KSC oder beim FSV Frankfurt gezeigt – wie zum Beispiel Maximilian Beister in Düsseldorf. Deswegen ist es gut, dass Chrisantus nun gehen durfte – egal ob mit oder ohne Ablöse. In der jetzigen schwierigen finanziellen Phase des HSV zählt jeder Cent, der eingespart wird – auch der des Chrisantus-Gehalts. Wobei ich nicht verschweigen möchte, dass Chrisantus in diesem Sommer teilweise ganz beachtlich trainiert hat. Er wollte wohl noch einmal, aber er hatte eventuell vergessen, dass er dazu schon zu oft die Gelegenheit gehabt hatte. Irgendwann ist dann eben mal Schicht im Schacht.

Eine andere Frage aber ist in Sachen Stürmern: auf wen will der HSV denn vorne setzen? Das sehe ich im Moment mehr Quantität als Qualität. Und da hätte Chrisantus dann doch eventuell doch mitmischen können. Ich halte es ja immer noch für sehr, sehr gefährlich, dass der HSV nur noch über einen „Zehner“ und einen Innenverteidiger spricht. Mir kommt das Wort Stürmer da überhaupt noch nicht vor. Ob die Verantwortlichen tatsächlich wissen, dass sie da vorne kaum etwas haben? Ich habe meine Zweifel. Aber, und das sage ich gern noch einmal, ich bin ja auch nicht der Trainer und der Sportchef des HSV.

Auch Uwe Seeer ist weder Trainer noch Sportchef des HSV, dennoch hat er viel zu „seinem“ HSV zu sagen. „Uns Matz-ab-Scholle“ war heute am Millerntor, wo „uns Uwe“ einen neuen Werbe-Spot für die PSD-Bank drehte. Zusammen mit den St.-Pauli-Profis Fabian Boll und Florian Kringe. Seeler lobte den Zweitliga-Klub: „Der FC St. Pauli leistet gute Arbeit. Ich hoffe, dass sie ihrer letzten guten Saison eine noch bessere folgen lassen und aufsteigen.“

Um den HSV, um „seinen“ HSV, macht sich Uwe Seeler dagegen schon (und immer wieder) einige Sorgen. Der Ehrenspielführer, bekannt dafür, dass er früher stets den direkten Weg zum Tor suchte, und auch dafür, dass er stets geradlinige Antworten gibt, sagt: „Meine Frau hat letztes Jahr miterlebt, wie mich das Zittern um den HSV verändert hat. Ich hätte richtig abgebaut, sagt sie. Und ganz ehrlich: es wird nicht besser. Ich bin noch nicht zufrieden. Ich hatte gehofft, dass der HSV in der jetzigen Phase schon weiter wäre. Noch muss bei unserem HSV sehr viel passieren.“

Fast alles muss sich ändern – hatte Uwe Seeler unmittelbar nach der verkorksten letzten Saison gesagt. Jetzt spricht er aus, wo er noch Defizite sieht: „Wir brauchen noch mindestens zwei neue Spieler, das ist das Minimum. Im Mittelfeld und in der Abwehr, in der Innenverteidigung. Die brauchen wir, um wenigstens ein wenig Sicherheit zu haben und nicht gegen den Abstieg zu spielen. Hinten müssen wir besser werden. Wir dürfen nicht mehr so viele Tore kassieren. Und ich behaupte sogar, wir bräuchten auch für vorn noch einen richtigen Brecher.“

Ach, lieber Herr Seeler, sie laufen bei mir ja offene Tore ein. Wie sehr wir einen solchen Spieler brauchen, wie sehr! Einen Innenverteidiger hätten wir ja mit Heiko Westermann, aber einen richtigen Brecher? Seeler über den Stürmer-Zugang aus Lettland: „Rudnevs spielt nun in einer neuen, härteren Liga. Das wird hart für ihn und wir sollten ihm Zeit geben.“ Generell befindet Hamburgs größter Fußballer aller Zeiten zur Lage des HSV: „Es reicht nicht, zu hoffen, dass wieder zwei, drei Mannschaften schlechter sind. Das Risiko ist zu groß. Jetzt müssen alle mal in die Socken kommen. Und auch wenn ich weiß, dass es unser Sportchef Frank Arnesen weiß: Je länger die Transferperiode schon andauert, desto schwieriger wird es, die Guten zu bekommen.“ Wobei Uwe Seeler auch noch mit Wehmut an einen Abgang des HSV zurückdenkt: „Ich hätte David Jarolim nicht gehen lassen, denn er war einer, der immer voranging. So einer fehlt uns jetzt noch.“

Als Druck von außen möchte Seeler seine Aussagen nicht verstanden wissen. Im Gegenteil, er sei stets ein Optimist. Dennoch hat er einen Wunsch an die HSV-Verantwortlichen: „Ich wünsche mir nur, dass alle die Situation ausreichend ernst nehmen. Und ich habe das Spiel gegen Barcelona gesehen. Bei allem was man entschuldigen kann, es gab doch noch viele Dinge, die letztes Jahr schon falsch gelaufen sind und die noch immer nicht behoben sind.“

Aber, damit ich auch das noch einmal schreiben kann: Der HSV arbeitet ja jetzt noch ganz intensiv daran, die Lage zu verbessern. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Es soll ja noch alles gut werden, und ich glaube auch fest daran, dass alles noch gut wird, dass es noch jene Verstärkungen gibt, die den HSV wieder stärker werden lassen. Noch ist ja Zeit. Keine Panik.

Und das Überlebens-Camp in Schweden wird den HSV ja auch ganz sicher schon etwas stärker werden lassen – von wegen Teamgeist.

18.11 Uhr

Arnesen klärt letzte Details – Guerrero ist weg, Töre wird wohl folgen

16. Juli 2012

Um 8.40 Uhr heute Morgen sind sie abgehoben. Son-Heimat Südkorea heißt es für die nächsten sieben Tage. Drei Testspiele stehen an, das erste am Mittwoch in Suwon gegen Suwon Samsung II, das letzte dann am Sonntag im Peace-Cup, dessen Antrittsgage dem HSV den Trip bereits im Vorwege finanziert hat. Erst am Montag geht es zurück, ehe am Dienstag (24. Juli) das Testspiel gegen den FC Barcelona auf dem Plan steht. Eine Vorbereitungsplan, der es in sich hat. Allerdings auch einer, der vom HSV als äußerst sinnvoll erachtet wird. „Solche Reisen muss man als großer Klub machen“, sagt Trainer Thorsten Fink. „Zum einen haben wir eine ausreichend lange Vorbereitung bis zu ersten Spiel. Und zum anderen braucht der Verein diese Reise, um Geld zu verdienen.“ Und zwar sofort sowie auf lange Sicht durch die Gewinnung neuer Sponsoren vor Ort. „Wir wollen uns auf dem Markt in Südkorea platzieren, planen dort eine Kooperation mit der Fußballschule von Heung Min Sons Vater“, erklärt Marketing-Vorstand Joachim Hilke, der nicht mitflog. An seiner Stelle ist seine rechte Hand, Nicholas MacGowan dabei, der die gesamte Reisevorbereitungen und PR-Termine zuvor wahrgenommen hatte.

Ebenfalls in Hamburg geblieben ist Fran Arnesen. Der Sportchef ist noch dabei, die letzten Details des Wechsels von Paolo Guerrero nach Sao Paulo sowie den Wechseln von Gökhan Töre zu Rubin Kazan zu klären. Zudem soll in den nächsten Tagen auch der eine oder andere Neuzugang vermeldet werden. Das kündigte Trainer Thorsten Fink heute auf dem Flughafen noch vor dem Abflug an. „Da wird in den nächsten tagen etwas passieren. Bald wird es Resultate geben.“ Zur Personalie Töre, der trotz der hohen Wechselwahrscheinlichkeit die Reise nach Südkorea mit antrat, sagte Fink: „Wenn ein Spieler hier ist, dann ist er auch hier. Dann beschäftige ich mich auch mit ihm und lasse ihn spielen.“ Obwohl intern bestätigt wurde, dass der Deutsch-Türke zuletzt geschont wurde, um einen Wechsel (Kazan soll rund vier Millionen Euro bieten) nicht durch eine Verletzung zu gefährden.

Wobei ich ehrlich sagen muss, dass ich den Wechsel an sich für diskutabel halte. Wirtschaftlich ist es vielleicht ein gutes Geschäft. Bei vier Millionen Euro Ablöse blieben dem HSV abzüglich der 50 Prozent für den FC Chelsea rund zwei Millionen Euro. Das Gegenrechnen Ablösesumme und des Gehaltes aus der abgelaufenen Saison habe ich rausgenommen, da es inhaltlich nicht wichtig ist und sich noch immer verschiedene Ablösesummen kursieren. Bei den meisten Berichten wird von 1,3 Millionen Euro Ablöse gesprochen, andere besagen, Töre sei ablösefrei gewesen. Da damals gleich mehrere Chelsea-Spieler im Paket gekommen sind und so verrechnet wurden, ist auch letztlich nicht genau zu erkennen, für wen Chelsea letztlich wie viel genommen hat. Ausnahme: Rajkovic. Aber okay, immerhin blieben heuer zwei Millionen Euro Ablöse. Aber das wiederum ist offenbar nicht genug für den HSV-Sportchef. „Wir müssen und wollen Gökhan gar nicht unbedingt abgeben“, sagt Arnesen, der auf mindestens fünf Millionen Euro Ablöse seitens der Russen spekuliert.

Zudem setzt Arnesen, der am Donnerstag nach Südkorea nachreisen will, wie Fink auf einen Neuzugang in den nächsten Tagen. „Es kann jederzeit etwas passieren“, so der Däne, „aber noch ist nichts zu vermelden. Wir arbeiten daran.“ Bis Donnerstag, so der Plan, soll der nächste Zugang vermeldet werden können.

Schön wär’s doch. Auch wenn es Rafael van der Vaart nicht wird. „Ich verstehe nicht ganz, weshalb es diese Aufregung gab“, sagt Arnesen, “ich hatte erst letzten Donnerstag noch mal mit dem Berater von Rafael gesprochen, der mir gesagt hat, dass Rafael auf jeden Fall noch ein Jahr in Tottenham bleiben wolle. Und wir kommunizieren intern sehr viel. Das Thema hätte gar nicht so groß werden müssen am Freitag.“

Wurde es aber. Und selbst hier sorgt es für hitzige Diskussionen. Ganz im Gegenteil zu einer Personalie, die ich durchaus schwierig finde, die aber komplett unter den Tisch zu fallen scheint: Slobodan Rajkovic. Der Serbe trainierte heute mit der U23 an der Imtech-Arena und wirkte nicht glücklich. Während seine Kollegen in München auf dem Flughafen zwei Stunden Aufenthalt hatten, war der von Trainer Thorsten Fink nach seiner Schlägerei mit Heung Min Son suspendierte Abwehrhüne mit Passübungen beschäftigt. „Ich werde versuchen, ihn wieder aufzubauen“, sagt U23-Trainer Rodolfo Cardoso, der im heutigen Training immer wieder das Vier-Augen-Gespräch mit Rajkovic suchte.

Und der 23-Jährige tat es seinem Übergangstrainer (Cardoso: „Ich plane nicht mit Slobodan“) gleich, suchte seinerseits das Vier-Augen-Gespräch mit Arnesen. „Ich habe fünf Tage geschwiegen und viel über mich gehört. Mir ist es wichtig, dass die Verantwortlichen meine Sichtweise hören und verstehen“, so der Linksfuß, der auf mich einen sehr geknickten Eindruck machte, der ansonsten aber lieber schweigen will. Immerhin versprach ihm Arnesen, nach seiner Ankunft bei der Mannschaft in Südkorea am Donnerstag noch mal das Vier-Augengespräch mit Fink zu suchen. Ob sich an dem grundsätzlichen Entschluss der Suspendierung etwas verändert hat? Arnesen: „Nein, aber ich will alle Parteien hören, bevor ich meinen Entschluss treffe.“

Wobei dem HSV gar keine Wahl blieb angesichts des Prügelei-Kontrahenten. Heung Min Son ist immerhin der einzige Spieler im Kader, der Millionen einbringt. Siehe diese Südkoreareise. Zudem wollte der Klub die ganze Zeit schon Rajkovic loswerden. Und während ich durchaus nachvollziehen kann, weshalb der Verein das Rajkovic-Gehalt (rund 1,5 Millionen Euro zzgl. Prämien) einsparen und nicht auf einen der letzten Angreifer verzichten will, erscheint mir die Art und Weise seltsam. Zumal intern Heung Min Son als immer schwieriger gilt. Nicht wenige Spieler und Trainer haben mir gegenüber schon ihre Bedenken geäußert, weil sie das Gefühl haben, Son würde sein tatsächlich unglaublicher Bekanntheitsgrad in Südkorea langsam zu Kopf steigen. Aber okay, auch Rajkovic hatte seine Probleme. Im Training mit Marcell Jansen, jetzt mit Son, bei der Roten Karte gegen Kaiserslautern und vor allem schon vor der Zeit beim HSV, als er bei Olympia einen Schiedsrichter angespuckt haben soll. Ein Tatvorwurf, der vom zuständigen Sportrichter zwar bestätigt und entsprechend mit einer monatelangen Sperre geahndet wurde, der aber bis heute nicht nachgewiesen werden konnte. Noch immer stehen Aussage gegen Aussage und Rajkovic betont seine Unschuld. Und, als alter Jura-Student gilt für mich: In dubio pro reo – im Zweifel für den Angeklagten. Wobei seitens der „Richter“ Arnesen, Jarchow und Fink im aktuellen Fall Rajkovic eigentlich kaum noch Zweifel vorhanden zu sein scheinen, so klar wie sie sich bisher positioniert haben.

In diesem Sinne, bis morgen. Dann hoffentlich mit neuen Namen – und neuer Hoffnung.

Scholle

P.S.: Macauley Chrisantus ist ebenfalls nicht mit nach Südkorea geflogen, da er aktuell ein Probetraining bei Sturm Graz absolvieren soll.

Campus plus Fan-Anleihe – HSV-Fans finanzieren Ausbau des Trainingsgeländes

12. Juli 2012

Da hat der HSV mal alle Register gezogen. Genau um 0.04 Uhr wurde die Pressemitteilung herausgegeben, in der zur außerordentlichen Pressekonferenz geladen wurde. Selbst auf Nachfrage wollte vom HSV niemand etwas zum Thema der Veröffentlichung sagen. Es wurde auf Geheimnis gemacht – und das zog. Sechs Kamerateams und zahlreiche Journalisten kamen, obgleich schon morgens durchgesickert war, dass es sich nicht um die Präsentation eines neuen Spielers drehen würde. Stattdessen würde ein großer Neubau angekündigt. Und so kam es dann auch. Der HSV baut sein Trainingszentrum an der Imtech-Arena aus. Das knapp 12 Millionen Euro teure Projekt, dessen Planungen HSV-Aufsichtsratsboss Alexander Otto finanziert und das auf dem Parkplatz Weiß 2 (hinter der Südostecke) geplant ist soll fremdfinanziert werde, besser gesagt: Die Fans können Anleihen, die bei 125 Euro pro Stück beginnen, erwerben. Diese werden vom HSV auf sieben Jahre angelegt und per annum zu sechs bis sieben Prozent verzinst. Auf 12,5 Millionen Maximaleinnahme ist die so genannte „125 Jahre HSV Jubiläumsanleihe“ ausgelegt. Zudem ist es nicht ausgeschlossen, dass die Anleihen auch über die 12,5 Millionen Euro ausgeweitet werden.

„Es ist und bleibt unser Ziel“, sagt Carl Edgar Jarchow, „den HSV mittelfristig wieder international als Spitzenmannschaft zu etablieren. Unser Finanzlage wird aber in den nächsten Jahren angespannt bleiben, weil wir auch das wunderschöne Stadion noch abbezahlen müssen“, so der Klubboss, der die Investition in Steine als logische Konsequenz sieht. „Ganz ohne werden wir nicht auskommen – aber wir werden nicht in erster Linie große Transfers tätigen. Das können und wollen wir nicht. Als Konsequenz unserer Analyse ist klar, dass wir auf eine funktionierende Nachwuchsförderung setzen müssen und wollen. Wir wollen unser Nachwuchskonzept, den Campus hier am Volkspark etablieren. Wir wollen hier eine Talentheimat entstehen lassen.“

Das aber geht ob der aktuellen Finanzlage nicht ohne fremde Hilfe. Ergo: Die Anleihe, deren Einnahmen übrigens zweckgebunden sind und entsprechend nicht in neue Spieler gesteckt werden dürfen, soll helfen. Dabei helfen, zwei neue Trainingsplätze zu bauen. „Es war meine Idee, die ich vom ersten Tag an hier hatte“, sagt Frank Arnesen zum Projekt „HSV-Campus“, in dessen Zuge er zudem auf den Bau eines weiteren Kunstrasens hofft. „Ich hatte die Idee, und der Vorstand hat hier große Arbeit geleistet. Dass das Projekt so schnell umgesetzt werden kann, ist Wahnsinn.“

Wobei auch der Bau der Plätze zumindest schnell gehen dürfte. „Die bedürfen in etwa einer Bauzeit von acht bis zehn Wochen“, sagt Vorstand Joachim Hilke, der die Bauzeit für das zugehörige Funktionsgebäude mit 4000 Quadratmetern Nutzfläche sowie einem integrierten Internat mit 18 Monaten ansetzt. Baubeginn ist für Frühjahr/Sommer 2013 vorgesehen. Im Internat sollen bis zu 16 Spieler der U17- und U19-Mannschaften wohnen können.

Bis 2020, so ein erster noch unausgereifter Gedanke, könnte die Anlage auch für andere Leistungsspieler des Klubs ausgebaut und nutzbar gemacht werden. „Vielleicht sind dann neben Fußballern auch Volleyballer, Handball- und Hockeyspieler dort untergebracht“, sagt Arnesen. Was aus dem Internat Ochsenzoll wird? Dort werden weiter Jugendliche untergebracht und zumindest tagsüber betreut. Was aus den Zimmern der bisherigen Internatsbewohner wird? „Es steht noch nicht wirklich fest, was wir damit machen“, sagt Jarchow ehrlich.

Nicht wirklich viel neues Wissen gibt es auch im Fall Rafael van der Vaart, den hier im Blog schon einige im „Grand Elysée“ wähnten. Dem scheint meinen Infos zufolge nicht so zu sein. Im Gegenteil. Van der Vaart hat in England genug zu tun. Im Moment deutet nicht viel darauf hin, dass der Transfer der einstigen Nummer 23 zum HSV realisiert wird. „Ich habe mit Rafael gesprochen“, sagte mir Arnesen heute nach der PK, „und er will und muss erst einmal seine persönliche Situation mit dem neuen Trainer in Tottenham klären.“ Der hatte zuletzt signalisiert, bei Anfragen für den Niederländer gesprächsbereit zu sein. Nun will van der Vaart selbst in den nächsten Tagen das Gespräch mit Andre Villas Boas, seinem neuen Coach in Tottenham suchen. Auch, weil AVB nach Sigurdsson noch seinen portugiesischen Landsmann und Nationalspieler Joao Moutinho vom FC Porto nach Tottenham holen will, und dieser auf van der Vaarts Position zuhause ist.

Klar ist, egal für wie unwahrscheinlich der Deal immer wieder bezeichnet wird, das Interesse des HSV an dem Niederländer ist groß. „Rafael ist ein sehr guter Spieler, der natürlich sehr interessant wäre für den HSV – wenn wir das Geld hätten. Er würde ideal ins Anforderungsprofil passen – mit seinen 29 Jahren von der Altersstruktur her, von der Spielweise ebenso. Jeder beim HSV würde sich über ihn freuen. Auch der Trainer.“ Zudem sagte mir Arnesen heute, dass er sich bislang aus Respekt vor seinem ehemaligen Arbeitgeber noch zurückhalte. „Sollte ich von Tottenham oder Rafael grünes Licht bekommen, werde ich die Gespräche schnell aufnehmen. Das ist klar. Aber zuerst brauche ich dieses Zeichen.“

Und Geld. Wie immer. Denn, was uns Frank Arnesen heute erzählte, ließ mich kurz zusammenzucken. „Wenn der Verkauf von Paolo über die Bühne gegangen ist, haben wir Artjoms Rudnevs Kosten wieder drin. Das und noch ein klein bisschen mehr. Wenn wir dazu noch zwei, drei Spieler abgeben, können wir wieder etwas machen. Allerdings auch dann noch lange keinen van der Vaart. Dafür benötigen wir sehr viel Hilfe.“ Ergo: Guerreros Ablöse lässt Arnesen noch keine Sprünge machen. Nicht mal kleine.

Aporopos kleiner Sprung. Den könnte Macauley Chrisantus machen. Der Nigerianer, der beim HSV quasi chancenlos ist, hat ein Angebot von Sturm Graz vorliegen, seinem Berater Gordon Stipic hat Arnesen bereits mitgeteilt, dass der HSV den Angreifer ziehen lassen würde. „Macauley muss sich mit dem Verein einigen, bevor wir da etwas machen können“, sagt Arnesen, der zudem einen lange beim HSV gehandelten Namen heute vorerst ausschloss – Zvjedzdan Misimovic. Arnesen deutlich: „Er ist kein Kandidat.“ Entsprechend ist auch das kolportierte Wechselgeschäft mit der Abgabe von Slobodan Rajkovic an Dynamo Moskau kein Thema. „Rajkovic wird bleiben. Ebenso wie Mancienne und Bruma“, so Arnesen.

Langsam wieder zurückkommen will Ivo Ilicevic, der heute zusammen mit Tomas Rincon seinen Laktattest absolvierte. „Ivo wird Marcell Jansen auf links große Konkurrenz machen“, sagt Fink, der nach eigener Aussage kein Problem damit hat, dass sein Kader noch immer nicht komplett ist. „Natürlich ist es so, dass ich als Trainer gern schnell den Kader komplett habe, denn je später ich die Spieler bekomme, desto weniger Automatismen kann ich einstudieren. Aber ich muss damit fertig werden, die Probleme haben andere auch. Außerdem reden wir hier nicht über gravierende Veränderungen, sondern um ein, zwei Neue.“ Die allerdings auf meines Erachtens nach auf äußerst wichtigen Positionen. „Wir suchen einen Sechser und einen Zehner“, wiederholt Arnesen und betont, dass sie trotz der Abgabe Guerreros keinen neuen Stürmer holen wollen. „Wir haben vorne Rudnevs, Berg und Son“, sagt der Sportchef, „das ist ausreichend. Grundsätzlich planen wir mit einer Spitze.“

Und auch ein weiterer Innenverteidiger ist nicht eingeplant. Auch nicht David Abraham. „David ist jetzt bei Getafe und die fordern Minimum vier Millionen Euro. Das ist zwar sehr schade, aber unsere Prioritäten liegen woanders.“ Stimmt. Ein Sechser und Zehner fehlen. Zwei Positionen, die zentraler auf dem Feld nicht sein können. Und dafür bastelt der HSV weiter an den Fronten Abgabe und Einkauf. Zumindest hofft Fink auf den sportlichen Ehrgeiz der Spieler im Kader, denen nahegelegt wurde und wird, den Verein zu wechseln. Ob er sich Sorgen macht, am Ende auf den Streichkandidaten sitzen zu bleiben? „Nein, diejenigen, die es betrifft, werden es am Ende der Vorbereitung merken. Spätestens dann regelt sich vieles von selbst.“

So muss es am Ende eigentlich schon kommen. Denn bei allen schönen Zukunftsvisionen mit dem sehr ansehnlichen Ausbau des Trainingsgeländes, noch ist das Puzzle HSV lange nicht komplett. Im Gegenteil. Es fehlt seit Guerreros Abgang ins fußball-finanziell boomende Brasilien (Arnesen: „Die WM wirft schon weite Schatten voraus, da wird mächtig investiert“) etwas mehr als vorher. Adler für Drobny (obwohl der bleiben will), Rudnevs kommt für Petric – aber auch Guerrero ist weg. ‚Und was ist mit Beister?’ werden jetzt einige von Euch denken. Zurecht, denn auch er ist ja neu. Aber einem Beister jetzt gleich dem Druck auszusetzen, in seinem ersten Erstligajahr einen erfahrenen Spieler wie Guerrero zu ersetzen wäre schlichtweg unfair. Und nicht realistisch. Obgleich hier Hoffnung durchaus berechtig ist.

In diesem Sinne, bis morgen!

Scholle

P.S.: Training ist um zehn und 16 Uhr an der Imtech-Arena.

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