Archiv für das Tag 'Choupp-Moting'

Wiedergutmachung statt “Goldener Ananas”

28. April 2011

Gas geben! Spricht man in diesen Tagen mit einem HSV-Spieler, so kommt dabei garantiert zu irgendeinem Zeitpunkt: „Wir müssen Gas geben!“ Jetzt. Natürlich weiß jeder Profi, dass das ein bisschen spät kommt, aber es ist damit wohl auch eher gemeint, dass die letzten drei Spiele der Saison nicht abgeschenkt werden (sollen). Lippenbekenntnisse haben wir in den letzten Tagen, Wochen, Monaten und auch Jahren ja oft genug gehört, aber inzwischen glaube ich ja, dass sich einige Spieler tatsächlich noch reinhängen werden, denn: es geht doch auch um ihre Zukunft. Jeder möchte doch weiter Erste Liga spielen, entweder für den HSV, oder auch woanders. Und damit das auch klappt, muss Mann Gas geben – ganz klar. Ich hoffe in Eurem Interesse, dass das am Sonnabend, wenn der Freiburg-Kick um 15.30 Uhr angepfiffen wird, auch alle, die auf dem Rasen stehen, begriffen haben. Michael Oenning wird es auf jedem Fall allen verklickert haben, und dann muss er darauf hoffen, dass seine Worte auch angekommen sind.

Es geht auch um Wiedergutmachung! Und nicht um die “Goldene Ananas”.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Auch in Hamburg. Oenning hat heute noch einmal verkündet, dass er ein „gutes Vier-Augen-Gespräch mit Paolo Guerrero“ gehabt hat. Und dass der Trainer nun glaubt, dass der Peruaner begriffen hat, worauf es nun ankommt. Hoffentlich. Guererro sagt auf jeden Fall: „Mein Deutsch ist nicht so perfekt, dass ich alles verstehe was er mir sagt. Aber diese Sachen habe ich verstanden. Er möchte von mir, dass ich Gas gebe, dass ich gut spiele, dass ich für die Mannschaft spiele – das habe ich kapiert.“ Hoffentlich.

Denn Paolo Guerrero ist nun gefragt. Mladen Petric fällt aus, Ruud van Nistelrooy fällt aus – der Peruaner ist nun die Nummer eins im HSV-Sturm Guerrero ist der Hoffnungsträger. Er ist gegen den SC Freiburg gesetzt, an seiner Seite wird wahrscheinlich der Koreaner Heung Min Son stehen. Vor Wochen habe ich gesagt, dass der junge Mann ein wenig „durchhängt“, aber nun glaube ich, dass er wieder an seine früheren Leistungen anknüpfen kann – er wirkt auf mich im Training wieder spritzig, willig und unternehmungslustig. Bin nur gespannt, ob er das auch am Sonnabend von 15.30 Uhr an dem Hamburger Publikum vermitteln kann. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, auch bei mir.

Zumal es ja um einen jungen, hoffnungsvollen Stürmer geht. Von dieser Sorte verliert der HSV nun ein Talent: Tunay Torun. Ob es schade ist, dass er zu Hertha BSC wechselt, das werden wir in der nächsten Saison gehen, bei Markus Babbel ist er sicher in guten Händen. Beim HSV aber hätte Torun sicherlich keinen Stammplatz bekommen, und deswegen ist der Wechsel nach Berlin sicher sinnvoll. Wobei Tunay Torun noch einmal Wert darauf legt, dass er in Hamburg niemals einen „Stammplatz gefordert“ hat – er wollte nur mehr Einsätze. Nun hat er es selbst im Fuß, seine Karriere nach vorne zu schießen. Abwarten.

Paolo Guerrero will und wird dagegen beim HSV bleiben. Das ist sicher. Sagt er. Ein kürzlich geführtes Radio-Interview in Peru wurde falsch übersetzt. Und dass das tatsächlich so ist, das kann Paolo sogar beweisen, denn er hat sich inzwischen eine CD als Mitschnitt von diesem Gespräch besorgt. Sicher ist sicher. Nun könnte sich jeder (vom HSV) der es hören will, selbst zu Gemüte führen, was tatsächlich gesprochen wurde. Paolo will nicht weg. Er will hier noch mindestens zwei Jahre bleiben (sein Vertrag läuft allerdings noch ein Jahr länger . .. . ), er will Führungsspieler werden – und dem HSV helfen: „Ich fühle mich wohl beim HSV und in Hamburg. Die Presse hatte damals mit meinem Abschied spekuliert, aber das war falsch. Ich bleibe.“

Gas gebe. Paolo will es am Sonnabend. Obwohl er weiß, dass das zuletzt nicht immer geklappt hat. Bei ihm war das so, auch bei der Mannschaft war das so. Und warum, lieber Paolo, warum soll es diesmal, wo es nur noch um die „goldene Ananas“ geht, klappen? Ausgerechnet gegen Freiburg, in diesem bedeutungslosen Spiel? „Weil ich immer Optimist bin“, sagt Guerrero und fährt fort: „Jedes Spiel ist anders. Wir spielen zu Hause, wir müssen und werden für unsere Fans spielen, ein gutes Spiel machen, ein gutes Ergebnis erzielen, gewinnen. Das ist sehr wichtig. Natürlich bin auch ich enttäuscht, dass wir wieder nicht international spielen, aber in erster Linie müssen wir uns nun auf Freiburg konzentrieren – da zählen nur die drei Punkte.“

Er will auch beweisen, dass er mit Son im Sturm harmonieren kann: „Ich spiele gerne mit Leuten zusammen, die fußballerisch gut sind – und er ist ein guter Fußballer. Ich freue mich darauf, Son ist ein guter Stürmer, ein guter Techniker – es wird kein Problem geben.“

Dafür gibt es andere Probleme. Die der personellen Art.
Gojko Kacar und Piotr Trochowski, zuletzt leicht angeschlagen und aus dem Training genommen, haben heute wieder mittrainiert. Ebenso Joris Mathijsen. Ob der Niederländer allerdings schon wieder mitspielen kann, ist fraglich, er hatte zuletzt ja eine Tage pausiert. Nicht mit dem Team trainiert hat Marcell Jansen, der gemeinsam mit Maxim Choupo-Moting eine Sonder-Einheit mit Reha-Coach Markus Günther absolvierte.

So, nun noch zwei kleine Dinge, die nichts mit Mannschaft, Trainer, Verträgen und Verletzungen zu tun haben.

Folgende Mail hat mich erreicht:

„Moin Dieter Matz,

wir von der Initiative „Pro HSV“ laden diesen Sonnabend vor dem Heimspiel gegen Freiburg zu einem öffentlichen Treffen zum Kennenlernen und zum Austausch ein:

Liebe Freunde, liebe HSVer,

wir möchten euch gerne zu einem ersten öffentliches Treffen mit der Initiative „Pro HSV“ zum gegenseitigen Kennenlernen und zum Austausch einladen.
Wir treffen uns am 30. April vor dem Heimspiel gegen den SC Freiburg im Volkspark, genauer gesagt im „Bauernhaus“, Nansenstraße 82, 22525 Hamburg.

Starten wird das Treffen um 12:30 Uhr, wir hoffen auf zahlreiche Teilnehmer und freuen uns darauf, euch dort begrüßen zu dürfen.“

Und dann startet der HSV an diesem Wochenende eine ganz besondere Aktion:

Gemeinsam zum HSV – das ist kostensparend für die Fans und gleichzeitig schont es die Umwelt. Dafür hat der HSV auf der Vereinshomepage (www.hsv.de) zwei Pendlerportale eingerichtet. Entweder können sich HSV-Fans für eine gemeinsame Anreise im Pkw abstimmen, oder eine Gruppentour über das Bus-Portal planen.

Durch die gemeinsame Anreise kann somit künftig nicht nur Geld, sondern auch CO-2 eingespart werden. Dieses Angebot ist eine von vielen Maßnahmen, die der HSV gemeinsam mit dem Partner Entega zum Klima. Und Umweltschutz durchführt. Alle weiteren Informationen zu den Pendlerportalen gibt es online auf hsv.de unter der Rubrik „Fans“ oder direkt unter „www.hsv.de/pendlerportale“.

Zudem wird zum HSV-Spiel gegen Freiburg dazu aufgerufen, klimafreundlich mit dem Fahrrad bis an die Arena zu kommen. Wer zuerst kommt, der wird auch belohnt. Auf die ersten 300 Fahrradfahrer wartet am Fahrradparkplatz vor der Ost-Tribüne der Entega-Fahrradcheck. Mechaniker führen dort von 13 Uhr an kostenlose Kontrollen durch, überprüfen die Sicherheit der Fahrräder.
Übrigens: HSV-Boss Carl Edgar Jarchow will am Sonnabend auch mit dem Fahrrad anreisen. Ein Hauch von Tour de France liegt über dem Volkspark . . .

PS: Ich verabschiede mich an dieser Stelle für cirka zwei Wochen von „Matz ab“, ich nehme einige Tage Urlaub. In dieser Zeit wird – Ihr kennt es schon – Marcus „Scholle“ Scholz Euer Matz-ab-Chef sein.

18,12 Uhr