Archiv für das Tag 'Choupo-Moting'

Welch ein Glück! 2:0-Sieg – Relegation!

23. Mai 2015

Das Zittern geht weiter. Zum Glück! Nach großem Kampf hat der HSV zwar mit 2:0 gegen Schalke 04 gewonnen, aber noch ist nichts gewonnen – es geht in die Relegation gegen den Zweitliga-Dritten, der am morgigen Sonntag ermittelt wird: Kaiserslautern, Darmstadt oder Karlsruhe sind die Kandidaten. Seine Pflichtaufgabe hat der HSV nach mäßiger erster Hälfte großartig erfüllt, als die Mannschaft im zweiten Durchgang Richtung Norden spielte, also auf die prächtigen Fans, da war dann mehr Schwung, mehr Tempo und auch mehr Siegeswille erkennbar. Der Sieg war völlig verdient – gegen eine doch recht schwache Schalker Truppe. Das soll allerdings nicht die Leistung des HSV herabwürdigen, denn diesmal zeigte sich die Mannschaft von ihrer besseren Seite – endlich einmal wieder. Jetzt geht es doch noch weiter, was viele vorher nicht für möglich gehalten hatten – aber zum Glück darf jetzt noch weiter gezittert werden. Zum Glück. Der HSV lebt noch. Jedenfalls ein bisschen. Wer hätte das gedacht?
Direkt abgestiegen sind Paderborn und der SC Freiburg, der 1:2 in Hannover verlor. Auch das war riesiges Glück! Und vielen Dank, nein, ein riesiges Dankeschön an Hannover 96, dass es diesen Sieg und kein Unentschieden gab, sonst läge ganz Hamburg jetzt wohl am Boden. Danke, 96!

Der Geist von Malente schwebte über diesem Spiel. Oder, wie auch schon geschrieben, das Abstiegsgespenst. Gestern war noch ein kleines, „inoffizielles“ Matz-ab-Treffen in Barmbek, das wieder ganz hervorragend organisiert war – von unserer „Hope/Eva“. Vielen Dank dafür, das war wieder einmal großartig (auch die Teilnahme von Buchautor Volker Keidel – „Mein Ditmar Jakobsweg“). Und es war wieder, für mich – bei diesem Tabellenstand – total überraschend, auch sehr gut besucht. Das ist überragend! Wenn die HSV-Mannschaft nur halbwegs so viel Einsatz und Herz gezeigt hätte, es wäre mindestens ein Mittelfeldplatz geworden. Aber es ist müßig, jetzt noch groß und breit darüber zu schreiben, es ist wie es ist. Bewundernswert, und dann komme ich zum Fußball, ist auf jeden Fall der fast grenzenlose Optimismus der „Matz-abber“, die alle noch von einem positiven Saisonausklang überzeugt waren. Auch das ist hervorragend und vorbildlich.

 

Im Presseraum war – wie immer – der Tipp der Medien gefragt. An einer Tafel prangten einige Ergebnisse, wie wohl das Spiel ausgehen werde. Die meisten hatten auf HSV-Sieg getippt. Zu gewinnen gab es – einen HSV-Gartenzwerg. Wie sinnig. Aber in Klammern war hinzugefügt worden: „Nur bei Nicht-Abstieg des HSV“ . . . Natürlich. Wer wollte denn sonst noch einen HSV-Gartenzwerg mit nach Hause nehmen?

 

 

Die Stimmung war grandios. Von Beginn an. Es wurde von Anfang an gesungen. Bis auf die Schalker Ecke (es sollten diesmal nur 5000 Anhänger aus Gelsenkirchen gekommen sein?), die dagegenhielten: „Nie mehr Erste Liga, HSV . . .“

 

Begann das Spiel eigentlich gut – für den HSV? Blitzschnell führte Hannover 96 gegen Freiburg 1:0, und auch der SC Paderborn gelang das erste Tor gegen den VfB Stuttgart. Damit war der HSV erst einmal Tabellenschlusslicht. Aber würde der HSV ein Tor erzielen und damit 1:0 in Führung gehen, stünde er gleich auf Platz 14. Das war doch Anreiz genug, etwas zu riskieren – nach vorne. Pech aber gesellte sich wieder einmal hinzu. Nach einem Tritt gegen Pierre-Michel Lasogga signalisierte die HSV-Spitze alsbald: „Auswechseln. Die Schulter.“ In der 27. Minute kam Artjoms Rudnevs für Lasogga und hatte sofort eine prächtige Chance, die bis dahin beste des Spiels: Lewis Holtby bediente den auf rechts in den Strafraum preschenden Heiko Westermann, kluger Rückpass – „Rudi“ hatte seine Beine noch nicht richtig sortiert, schoss sich mit rechts an die linke Wade, vorbei. Weit vorbei. Bitter. Ganz bitter. Weil man ja weiß, dass der HSV Chancen solcher Güte nur recht, recht wenige in einem Spiel bekommt. Aber gut, es ist so wie es ist. Und noch einmal der gute „Rudi“, diesmal zog er aus 20 Metern ab, zentral, aber er hatte immer noch kein Zielwasser getrunken (kam sein Einsatz zu plötzlich?) – wieder weit vorbei (38.).

 

Dann kam Schalke (ohne Dennis Aogo, der mit war, aber nicht im Kader, und mit Choupo-Moting auf der Bank). Der junge Abwehrmann Friedrich hätte aus fünf Metern nach einer Ecke den Ball nur treffen müssen . . . So gab es nur einen harmlosen Roller, den Marcelo Diaz auf der Linie stehend ohne Mühe abfing (39.). Und drei Minuten später die beste Möglichkeit der ersten Halbzeit: Nach einem krassen Abspielfehler von Diaz lief der Konter, Meyer bediente Huntelaar, der einen Moment lang unbewacht am Fünfer stand – doch der Niederländer trat in den Rasen und schoss weit vorbei, gestört noch von Johan Djourou. Das war Glück. Es blieb beim 0:0 – und es gab Beifall zur Pause. Trotz der Tatsache, dass der HSV teilweise zu pomadig, zu langsam und zu umständlich gespielt hatte, und dazu ohne große Bewegungen – von wegen anbieten, freilaufen.

 

„Ich verstehe diese vielen Quer- und Rückpässe nicht, der HSV muss doch gewinnen, also schneller nach vorne spielen. Er tut aber gerade so, als würde er schon 3:0 führen“, sagte „Dittsche“, Schauspieler und Komiker Olli Dittrich, der in weiß-blauer HSV-Jacke auf der Tribüne saß. Und dennoch hoffte er natürlich auf das eine, das erlösende Tor. Und das fiel nach dem Seitenwechsel. Eckstoß von links von Ivo Ilicevic, vorne verlängerte (?) Djourou fast artistisch mit der Hacke (anders ging es nicht), und so kam die Kugel zu Ivica Olic. Der stoppte, dann schoss er aus halblinker Position mit rechts – unhaltbar in die lange Ecke. Oben stand Olli Dittrich mit erhobenen Arme und feierte wie ein Triumphator. Und unten sauste Trainer Bruno Labbadia wieder auf den Rasen und drehte seine Ehrenrunde. Zudem waren sie alle von der Ersatzbank aufgesprungen und feierten ausgelassen am Rande (49.). Jetzt geht’s los!

 

Und wie. In der 58. Minute hieß es 2:0. Freistoß von Holtby aus halbrechter Position, und am Fünfmeterraum schraubte sich Innenverteidiger Slobodan Rajkovic in die Luft und köpfte mit dem Hinterkopf ein. Welch ein Jubel! Der Volkspark erzitterte, alle lagen sich in den Armen. Und „niemals Zweite Liga, niemals, niemals.“

 

Danach zog sich der HSV zurück, verteidigte geschickt und konzentriert. Bis auf die „Hundertprozentige“ für Schalke, die Eric-Maxim Choupo-Moting (ausgerechnet er!) vergab, weil Rene Adler großartig parierte, passierte nicht mehr so viel. 2:0. Jubel nach dem Schlusspfiff. Und das große Warten auf die anderen Ergebnisse. Rettung? Relegation? Oder was?

 

Es wurde die Relegation. Und dafür kassierte die Mannschaft dann doch noch viel Beifall. Die Mannschaft drehte schon eine Ehrenrunde, aber in Hannover wurde noch gespielt, kurz vor Schluss verkürzte Freiburg noch auf 1:2 – bei einem Unentschieden wäre der HSV abgestiegen! Aber dann lagen sich Lotto King Karl und Sky-Moderator Patrick Wasserziehr in den Armen – Schluss in Hannover. Am Donnerstag gibt es hier in Hamburg das erste Relegationsspiel – es wird weiter gezittert.
Daumen drücken!
Nur der HSV.

 

Die Einzelkritik

 

Rene Adler war die Ruhe selbst, wurde aber auch kaum einmal vor eine große Probe gestellt. Bis auf die 83. Minute. Da stand der eingewechselte Choupo-Moting allein vor ihm, der Schalker wollte den Keeper ausspielen – und scheiterte. Riesige Parade von Adler, eine Weltklasse-Parade.

 

Heiko Westermann ging rauf und runter, er gab wirklich wieder einmal alles – und wirkte früh kaputt (oder angeschlagen?). Er hielt bis zur 82. Minute durch, und das ist wieder vorbildlich zu nennen.

 

Johan Djourou trat souverän, haute sich immer wieder großartig rein, fuhr den Schalker Angreifern in die Füße – so soll es sein. Und so wollen ihn die Hamburger immer sehen.

 


Slobodan Rajkovic
war wieder derjenige, der den Ball immer wieder nach vorne schlagen musste – weil es kein anderer der Kollegen tat. Diesmal waren nicht ganz so viele Fehlpässe dabei. Hinten gab er sich keine Blöße, vorne erzielte er das so wichtige 2:0 – gut.

 

Matthias Ostrzolek hatte Farfan meistens im Griff, das allein ist schon mal okay. Ansonsten müsste er sich in Sachen Offengeist vielleicht einmal etwas mehr zutrauen.

 

Gojko Kacar hatte einige Fehlpässe auf Lager, zerriss sich aber ansonsten wie zuletzt immer. Viel unterwegs. Eine Stütze.

 

Marcelo Diaz erledigte einige „Dinge“ sehr lässig, aber er hatte meistens alles im Griff, auch wenn er einige Fehlpässe spielte. Bewahrte auch oft die Ruhe am Ball, was einige Kollegen von ihm nicht taten. Dennoch: Es muss mehr kommen von ihm.

 

Ivo Ilicevic spielte ein richtig gutes Spiel, alle Achtung. Es geht ja doch. Auch wenn er zuletzt ein wenig abtauchte.

 

Lewis Holtby war in Halbzeit eins kaum zu sehen, im zweiten Durchgang etwas besser – aber so richtig gut wurde er dennoch nicht.

 

Ivica Olic schoss das wichtigste Tor seiner zweiten HSV-Karriere, ackerte, kämpfte, war überall zu finden – das war gut.

 

Pierre-Michel Lasogga musste früh passen, da verletzt.

 

Artjoms Rudnevs (ab 27. Min. für Lasogga) war viel auf Achse, bäumte sich auf, wehrte sich, ging weite Wege – nur das Glück stand ihm beim Abschluss nicht zur Seite. Kommt das noch?

 


Dennis Diekmeier
(ab 82. Min. für Westermann) kämpfte noch tüchtig mit.

 

Petr Jiracek (ab 87. Min. für Olic) durfte noch mitmachen – und die Siegprämie kassieren.

 

Gleich werden wir, es könnte allerdings etwas später (15 Minuten vielleicht) werden, weil heute ja doch so einiges los ist im Volkspark. Da sich die Weg zu bahnen, könnte diesmal etwas schwerer werden.
Wir werden natürlich über den Saisonausgang sprechen, über das Schalke-Spiel, und da haben wir uns den „Glücksbringer“ der vergangenen beiden Heimspiel wieder eingeladen, den ehemaligen HSV-Profi Stefan Böger. Zudem gibt uns der in Deutschland bekannte und populäre Fußball-Journalist Jan-Christian Müller (Frankfurter Rundschau) die Ehre, er ist Dauergast bei Sendungen wie „Doppelpass“ (Sport1) und „Sky 90“. Das HA-TV, „Scholle“ und ich würden uns wieder sehr freuen, wenn Ihr uns per Bildschirm bei diesem Rückblick begleiten würdet. Bis gleich also.

 

17.47 Uhr

Nach Westermann fällt auch Behrami aus!

6. Dezember 2014

Die Hiobsbotschaft musste gar nicht erst verkündet werden, sie war um 15.28 Uhr offensichtlich. Als die HSV-Spieler den Rasen betraten, um das Abschlusstraining zu absolvieren, fehlte Valon Behrami. Der Schweizer leidet unter muskulären Problemen im Oberschenkel und wird für das morgige Spiel gegen Mainz 05 ausfallen, er fuhr, wie auch der erkrankte Julian Green, nicht mit ins Mannschaftshotel. Mit Behrami muss nach Heiko Westermann noch ein wichtiger Spieler passen – und es ist noch eine große Defensiv-Stütze, die bislang in dieser Saison so eminent wertvoll war. Das ist schon echt Pech, was sich da jetzt im Volkspark versammelt. Im Abschluss-Spielchen vertrat dann – etwas überraschend – Petr Jiracek den verletzten Behrami, der Tscheche wird wohl den Vorzug gegenüber Tolgay Arslan erhalten, der ebenfalls auf der Sechs hätte spielen können – und der heute auch wieder gut trainiert hat. Wer weiß, was das Bauchgefühl des Trainers Joe Zinnbauer noch aus den Stunden bis zum Anpfiff um 15.30 Uhr macht, wer weiß?

 

Die Sendung beginnt um 18:00 Uhr.

 

Der HSV wird wohl, um das einmal vorweg zu nehmen, mit folgender Mannschaft antreten: Drobny; Diekmeier, Djourou, Cleber, Marcos; Jiracek, van der Vaart; Müller, Holtby: Lasogga, Rudnevs. Schiedsrichter der Partie ist Sascha Stegemann vom 1. FC Niederkassel.

Beim HSV auf der Bank sitzen Alexander Brunst, Ashton Götz, Gojko Kacar, Matthias Ostrzolek, Tolgay Arslan, Mohamed Gouaida und Zoltan Stieber. Nicht berücksichtigt wurden Slobodan Rajkovic und Ivo Ilicevic.

 

Die spannende Frage, ob Joe Zinnbauer erstmalig zwei Stürmer von Beginn an aufbieten wird, ist offensichtlich auch am heutigen Nachmittag geklärt worden. Sowohl Pierre-Michel Lasogga als auch Artjoms Rudnevs standen im Angriff – und nahmen sich, so hatte es den Anschein, gegenseitig nicht den Platz und den Raum weg. Und wenn so etwas in der Luft lag, dann erklärte Zinnbauer beiden Angreifern, wie die jeweilige Situation zu lösen wäre. Es mag vielleicht für den einen oder anderen von Euch mutig aussehen, dass der HSV mit zwei Spitzen spielen wird, aber wenn nicht jetzt, wann dann? Gegen Mainz 05 muss ein Sieg her, unbedingt, egal was es kostet, sonst dürfte die Zeit bis zur Winterpause noch äußerst hart werden.

 

Ja, Mainz. Die Mannschaft war zuletzt auch nicht unbedingt in Bestform, verlor auf Schalke mit 1:4. Aber offenbar haben sich die Schalker auch wieder gefunden, denn die Knappen fegten heute den VfB in Stuttgart mit 4:0 vom Acker. Da die Mainzer zuletzt aber über Defensiv-Probleme klagten, muss der HSV ganz einfach etwas (mehr) riskieren. Auch wenn diese obige Aufstellung der Hamburger natürlich sehr offensiv ausgerichtet erscheint. Mal sehen, was draus wird.

 

Gegen Mainz hat es in den bisherigen 16 Spielen immer knappe Ergebnisse gegeben. Sechs HSV-Siege, dazu fünf Unentschieden und fünf Niederlagen stehen dazu zu Buche, 20:19 Tore für den HSV. Zu Hause, im Volkspark, hat der HSV dreimal gewonnen, zweimal wurden die Punkte geteilt, dreimal wurde gegen den Karnevalsverein verloren. Bei 10:11 Toren. Es wird auch morgen wieder eng, da muss ich kein Prophet sein, denn der Sieben-Tore-HSV hat ja bislang nicht das Tore schießen erfunden. Den letzte Heimsieg des HSV gegen Mainz gab es am 17. November 2012, als es ein 1:0 gab. Genau dieses Resultat würde mir auch morgen wieder genügen, und ich denke mal, dass auch Joe Zinnbauer damit zufrieden wäre. Er hat in der Saison 1995/96 immerhin 16 Zweitliga-Spiele für 05 bestritten, er kann sich also gut aus mit den Mainzern. Vielleicht hilft es ja.

 

Und noch ein HSV-Profi trifft auf seinen Ex-Club: Nicolai Müller. Beim HSV war es in der Vergangenheit ja oft genug so, dass gerade ehemalige Hamburger mit Vorliebe gegen den HSV trafen – vielleicht ist es diesmal ja umgekehrt. Müller als Torschütze, das gab es in dieser Saison erst einmal – bei der 1:2-Heimniederlage gegen Frankfurt. Aber morgen hätte das natürlich etwas – bei einem Heimsieg.

 

Und wenn ich an Ehemalige und ihre Tore denke – gerade heute ist es schon ein großes Thema: Eric-Maxim Choupo-Moting schießt drei Treffer gegen Stuttgart und hat als Ex-HSVer nun acht Treffer auf dem Konto. Gemeinsam an der Spitze mit einem weiteren HSVer: Alexander Meier. Der Frankfurter hat ebenfalls acht Tore auf seinem Konto. Und der trifft ja auch vorzugsweise meistens gegen den HSV – „Choupo“ spielt erst am 20. Dezember gegen seinen früheren Arbeitgeber.

 

Und wenn ich mal an dieses Jahr denke, da haben schon einige Ehemaligen gegen den HSV getroffen: Der Augsburger Andre Hahn traf am 27. April beim 3:1 gegen den HSV, Ivica Olic traf für Wolfsburg am 19. April beim 3:1-Sieg in Hamburg, Max Kruse, den zähle ich als Ex-Hamburger mal dazu, schoss den 1:0-Sieg der Gladbacher am 24. September heraus, Änis Ben-Hatira, sonst eher der Vorbereiter als der Torschütze, erzielte zwei Treffer beim 3:0 gegen den HSV (25. Oktober), und noch einmal Olic traf für seinen VfL beim 2:0 gegen den HSV in Wolfsburg. Da würde sich der Name Nicolai Müller ja wunderschön einreihen – einmal umgekehrt. Ich bitte darum. Und Joe Zinnbauer wohl auch.

 

Beim Abschlusstraining heute aber trat Müller kaum einmal auffällig in Erscheinung. Die Stamm-Elf gewann das Spielchen gegen die Reservisten 2:0, in den ersten Minuten erzielten Lewis Holtby und Ronny Marcos, der den Vorzug gegenüber Matthias Ostrzolek erhalten wird, die Tore. Und besonders bei Marcos war Zinnbauer begeistert, der Coach lobte über den ganzen Platz: „Gut gemacht, Ronny, Junge!“ Dass Tolgay Arslan mit einer gehörigen Portion Wut (?) oder Trauer (?) trainierte, und zwar in der B-Elf, das war ihm anzumerken. Er gab sich erstens alle Mühe, gut zu spielen (das gelang!), und er trat gelegentlich auch kräftig zu. Besonders hart war das, als er Dennis Diekmeier recht böse umgrätschte, und auch später gegen Lewis Holtby ging es recht unbequem zur Sache. Holtby seinerseits hatte einmal gegen Ashton Götz die Sense herausgeholt. Ja, es ging schon recht hart zur Sache – und es wurde, das ist auf jeden Fall zu loben, mit einem sehr hohen Tempo gespielt. Hoffentlich auch morgen . . .

 

Nicht am Mannschaftstraining nahm Marcell Jansen teil, der Nationalspieler war vorher auf dem Platz und arbeitete mit Reha-Coach Markus Günther. Jansen sagte mir vor zwei Tagen, dass er hofft, in der kommenden Woche wieder einsteigen möchte – es sieht wohl ganz gut aus. Mehr Geduld muss Maximilian Beister aufbringen, das mit ihm dauert noch – obwohl er heute schon mit dem Ball trainierte. Sah gut aus, aber natürlich hat er noch viel aufzuholen. Nichts zu sehen war von Rene Adler, dafür betrat Heiko Westermann um 15.25 Uhr die Kabine, um sich pflegen zu lassen.

Bei der Gelegenheit: Die Zweite hat auch heute ihr Regionalliga-Spiel verloren, 1:2 gegen Weiche in Flensburg. Und im dritten Spiel in Folge gab es einen Platzverweis, in den Schlusssekunden sah Sven Mende die Gelb-Rote Karte. Die Mannschaft, das muss ich schon sagen, tut mir leid, denn auch heute haben mindestens acht Stammspieler gefehlt! Dagegen an kein Team anspielen, ganz sicher nicht. Aber es ist wohl nicht zu ändern – die Bundesliga geht vor. Natürlich, na klar, sicher.

Was mir noch beim heutigen Profi-Training gefiel: Die gute Verfassung von Johan Djourou. Wie sehr sich der Innenverteidiger, der zu Beginn seiner HSV-Zeit ja arge Form-Probleme hatte, gesteigert hat, ist schon anerkennend zu registrieren. Ich bin ehrlich, ich hätte es ihm in dieser Art und Weise nicht zugetraut. Vielleicht hat dem Schweizer ja die Rolle des Vize-Kapitäns besonders gut getan? Djourou, das ist ihm deutlich anzumerken, will Verantwortung nicht nur an sich reißen, sondern auch vorleben. Typisch für ihn: Nachdem Joe Zinnbauer etwas zu besprechen hatte und der Ball dann wieder freigegeben war, forderte Djourou seine Mitspieler wieder lautstark auf: „So, wieder Spannung!“
Bitte auch morgen – viel Spannung.

 

So, und dann komme ich noch einmal auf meine Geschichte von gestern im Abendblatt zurück, denn der hat eine Welle geschlagen. Es ging da, neben anderen Dingen, auch noch einmal um den Witz-Elfmeter, den der Schiedsrichter (ich lasse den Namen mal bewusst weg – weil ich immer noch einen Rochus auf ihn habe!) gegen den HSV gab. Ich habe danach „Matz ab live“ machen müssen, war also nicht mehr auf Sendung, als bei „Sky“ Dr. Markus Merk als „Ober-Schiedsrichter“ über den Elfmeter sprach. Von ungefähr zehn Seiten habe ich gehört, dass Merk gesagt haben soll: „Klarer Elfmeter.“ Und das war natürlich alles andere als klar – es war natürlich kein Elfmeter.

 

Am Freitag nahm dazu (zu meinem Artikel im HA, Seite zwei) der „Matz-abber“ (oder auch nur Leser?) „Ulli“ Kontakt mit Dr. Merk auf – und Merk schrieb ihm zurück – nun der Original-Text:

 

In Anlehnung des heutigen HA-Artikels habe ich Dr. Merk angemailt und um eine Stellungnahme gebeten. Prompt habe ich nachstehende Antwort erhalten:

…………
“Danke für den Hinweis. Nur ganz kurz. Ich bin ja “Der Verfechter” des Videobeweises. Dies ist aber eine Situation, die immer diskussionswürdig bleibt, grau eben!
Leider wurde ich von Herrn Matz, den ich journalistisch sehr schätze, total falsch zitiert, sollte nicht sein! Ich habe diesen Elfmeter aus SR-SICHT als “absolut vertretbar” bezeichnet und das bleibt er.
Vielleicht schreiben Sie da lieber auch Herrn Matz mit der Bitte nach journalistischer Korrektheit.
Auch ein Videobeweis würde hier wenig nützen. Ist eine SR-Entscheidung nicht klar widerlegbar, dann muss sie bleiben wie entschieden … oder … mehr möchte ich nicht verraten!
Beste, schnelle Grüße aus der Pfalz
Markus Merk”

 

Großartig, Herr Dr. Merk. Obwohl ich keinerlei Unterschied mache, ob nun „Klarer Elfmeter“ oder „vertretbarer Elfmeter“. Weil es eben keiner war. Und das, lieber Herr Dr. Merk, das hätten die Experten an der Seitenlinie, wenn es diese dann gegeben hätte (also der Video-Beweis), sehr wohl bemerkt. Denn der Augsburger Spieler (Djurdjic) kam mit gestrecktem Bein auf Götz zu, das war für jedermann und jederfau (natürlich) unübersehbar – nur der Schiedsrichter sah es nicht, oder wollte es nicht gesehen haben. Dieser Elfmeter, lieber Herr Doktor Merk, hätte niemals gegeben werden dürfen, und das sage ich nicht, weil ich die rote Hose trage. Das hätte ich auch gesagt, wenn Hoffenheim gegen Freiburg gespielt hätte, oder Paderborn gegen Köln. Das war eine fatale Fehlentscheidung, und das müsste eigentlich auch jeder „Ober-Schiedsrichter“ – spätestens nach einer Zeitlupe – erkennen müssen.
Aber, das möchte ich auf jeden Fall versuchen, ich werde mich in der nächsten Woche auch einmal mit Dr. Markus Merk unterhalten – denn wir haben uns eigentlich immer sehr gut verstanden. Mal sehen, ob es mir gelingen wird.

 

Das war es für heute in kurzen Zügen, morgen sind wir nach dem Spiel wieder mit „Matz ab live“ zur Stelle – mit einem Überraschungsgast (oder sogar mehreren). Ich muss mich selbst überraschen lassen, was das wird. Auf jeden Fall wird es etwas geben . . .

 

Kommt gut in den zweiten Advent, habt noch einen schönen Abend – und dann bis bald, nach dem Heimsieg gegen Mainz.
Dieter

 

18.38 Uhr

Mal wieder ein kleines Lebenszeichen . . .

25. Juni 2014

***Bitte beachten***
Dieser Artikel ist nur eine kleine und kurze Ergänzung, der zuvor von Lars Pegelow veröffentliche Bericht ist vom heutigen Tag aus Glücksburg und vom HSV – sehr lesenswert!

Ein ganz lieber „Matz-abber“ hat mich heute angerufen und gemeint, ich könnte doch mal wieder ein kleines Lebenszeichen von mir geben. Recht hat er, habe ich sofort gedacht, und mich „ans Werk“ gemacht. Wobei ich eines gestehen muss. Nein, zweierlei: Erstens bekomme ich immer noch viele Genesungswünsche per Mail, und zweitens, Asche auf mein Haupt, ja, wirklich viel Asche, denn ich habe mich immer noch nicht bei allen für ihre Grüße und Wünsche bedankt. Auf diesem Wege sei das nachgeholt, vielen Dank für Eure Unterstützung auf meinem Wege zur Besserung. Allmählich bekomme ich wieder Boden unter meine Füße, aber ich gestehe, ich habe mir das alles viel, viel leichter und einfacher und schneller vorgestellt. Im Krankhaus hatte ich noch gedacht, dass ich das auf einer A-Backe absitzen werde, aber da habe ich mich gewaltig getäuscht. Vor allem das Cortison (auch Kortison geschrieben, ich weiß) hat mich total umgehauen – ein Teufelszeug. Mit vielen, vielen Nebenwirkungen. Ich denke, dass ich zurzeit bei 70 Prozent bin. Aber es wird. Weil ich doch von Euch dabei unterstützt werde. Und von vielen Leuten, von denen ich es nie gedacht hätte, dass sie an mich denken. Toll, es ist einfach nur toll und grandios. Auch eine großartige Erfahrung für’s Leben.

Ich verfolge natürlich den Fußball weiterhin. Von der WM sehe ich nicht alles, aber vieles. Und den HSV verfolge ich natürlich auch. Allein per Telefon, weil mich die Leute anrufen und mit mir über die drei großen Buchstaben klönen wollen. Die meisten haben Angst, das muss ich zugeben, Angst davor, dass auch die kommende Saison so laufen könnte, wie die gerade abgelaufene. Mitunter, je nach Tagesform, teile ich diese Ansichten, obwohl mir eines – ganz eindeutig – auch Hoffnung auf bessere Tage und Zeiten macht. Eines – oder einer. Wenn ich so mitbekomme, dass Mirko Slomka im Training ganz schön anzieht, dann freut mich das ungemein. Der Mann hat es erkannt, woran das Dilemma Nummer eins des HSV liegt, gelegen hat. Dieses C-Jugend-Training all die Jahre, das hat den HSV vor allem runtergezogen, und das scheint nun ein Ende zu haben. Endlich, endlich, endlich. Ich hoffe es sehr. Für den HSV. Für die Mannschaft. Für den Trainer. Und für die Verantwortlichen, die jetzt übernehmen. Es musste jemand kommen und erkenne, wie schlecht diese Mannschaft trainiert ist (und wurde), und der jetzt den Hebel umlegt. Hoffentlich auf Dauer. Wobei ich jedem noch einmal empfehle, einen meiner letzten Matz-ab-Artikel zu lesen – den vom 8. Juni. Darin steht zu lesen, war zu lesen, dass sich vor Beginn der vergangenen Saison zwei Nationalspieler (einer vom HSV, einer von Dortmund) über die absolut unterschiedliche Trainings-Intensität beider Clubs unterhalten haben. Wenn daraus nur ein wenig, nur ein ganz klein wenig die Konsequenzen gezogen werden, dann stünde der HSV meiner Meinung nach vor einer guten Spielzeit 2014/15. Davon bin ich restlos überzeugt. Mirko Slomka ist da auf einem sehr guten Weg, wie mir scheint. Auch wenn ich das (den HSV) derzeit nur von weitem sehr entfernt (war in geflügeltes Wort meines Schwiegervaters) betrachte.

Ähnlich ist es ja mit dieser WM. Nur vorm Fernseher sitzend. Und da gehen mir das Turnier und der HSV nicht aus dem Sinn. Irgendwie denke ich immer an den HSV, wenn ich einen Hamburger Bezug feststelle. Nigel de Jong, Vincent Kompany, Ivica Olic, Niko Kovac, Eric-Maxim Choupo-Moting, Heung Min Son und, und, und.

Und dann denke ich auch an Hamburg. Dass bei den Schweizern immer noch ein Mann namens Reto Ziegler spielt. Der ist schon vor einem Jahrzehnt beim HSV durchgefallen. Weggeschickt haben sie ihn. Erst ausgeliehen und dann vom Hof gejagt. Ja, so spielt das Fußballer-Leben. Aber man muss ja auch nichts können, wenn man in der Schweiz Nationalspieler ist, gell? Auch wenn das über zehn Jahre geht. Bei Deutschland haben Piotr Trochowski, Dennis Aogo und Heiko Westermann (zum Beispiel) ja auch „einige“ Länderspiele gemacht, obwohl sie in Hamburg gespielt haben (und dort nur gelitten waren). Muss ich noch mal loswerden, bei dieser Gelegenheit. Und ich weiß genau, was mir jetzt wieder um die Ohren fliegen wird, ich trage es diesmal aber mit Fassung. Kann ja nicht jeder so schlau sein, wie ein Bundestrainer oder ein National-Coach. Wie zum Beispiel Ottmar Hitzfeld. Der nimmt Ziegler, der jetzt in Italien bei Sassuolo Calcio unter Vertrag steht, zwar mit, lässt ihn aber nicht spielen . . . Hat ja auch genug andere gute Spieler. Zum Beispiel Johan Djourou, fällt mir jetzt gerade ein.

Aber zurück nach Hamburg. Da gab es mal im Amateurfußball einen Trainer, der jetzt Nationaltrainer ist. Wie lange noch, das ist die Frage, aber noch ist er es: Volker Finke. Was kaum jemand vom ehemaligen Freiburger Trainer weiß, dass er im Norden mal bei Havelse war – und auch beim 1. SC Norderstedt. Diesen Abstecher will Finke zwar nicht mehr gerne hören oder lesen, aber er war tatsächlich mal hier. Und welcher Hamburger Verein kann schon sagen, dass einer seiner Trainer mal Coach bei der Weltmeisterschaft war? Das dürften nicht so sehr viel sein . . .

Und dann gibt es ja auch noch einen Spieler namens Alexej Koslow von Dynamo Moskau. Trägt bei den Russen die Rückennummer zwei. Und spielte einst in Hamburg. Bei Bergedorf 85. Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. ZDF-Reporter Bela Rethy hat sogar gesagt, dass dieser Koslow in der Jugend des HSV ausgebildet worden ist, aber dafür habe ich (noch) keine Bestätigung gefunden. Vielleicht weiß da einer von Euch (oder mehrere?) mehr und macht mich und alle anderen klug. Auf jeden fall ist das schon ein Ding, dass da einer mitmischt, der mal in Bergedorf gespielt hat. Von 85 soll Koslow dann zum VfB Lübeck gegangen sein, und dann? Auf jeden Fall in Brasilien – jetzt.

Und noch ein „dickes Ding“ gibt es aus Hamburger Sicht. Der frühere HSV-Spieler Muhamed Besic fliegt mit Bosnien-Herzegowina zwar nun nach Hause, hat aber alle drei Spiele in Brasilien für sein Land bestritten – dreimal 90 Minuten plus Nachspielzeit. Muhamed Besic. Wer erinnert sich noch? Beim HSV ein Mitläufer, zur Zweiten abgeschoben – und dann quasi vor die Tür gesetzt. Seit dieser Zeit kickt er bei Ferencvaros Budapest, erst von Ricardo Moniz nach Ungarn geholt, dann von Thomas Doll übernommen. Jenen Muhamed Besic, den hier keiner für „voll“ genommen hat. Der immer sehr viel auf sich hielt, aber dennoch keinerlei Beachtung fand. Als er einmal bei der Zweiten auflaufen sollte, fuhr er ohne „Buffer“ nach Norderstedt – keine große Lust, in der Regionalliga zu spielen. Musste er dann doch, weil man ihm Stiefel besorgte, aber dementsprechend spielte er dann auch: lustlos. Weil er sich ungerecht behandelt fühlte.

Jetzt hat er dreimal bei dieser WM gespielt. Muss sich der HSV nun grämen? Es wird sich wohl niemand finden, der dazu bereit wäre. Kann ja auch Zufall sein, dass sich Besic nun bei dieser WM wiedergefunden hat. Wahrscheinlich hatten die niemanden, der bei Bosnien auf der Sechs spielen konnte. So wird, nein, so muss es sein.

Obwohl ich mit Thomas Doll, seinem jetzigen Trainer, gesprochen habe. Und der hat mir nun ein ganz anderes Bild von Besic vermittelt. Erst einmal sind sie alle in Budapest stolz wie Bolle, dass Muhamed Besic WM-Teilnehmer geworden ist. Es gibt, so glaube ich, nicht so sehr viele aus der Ersten Liga Ungarns, die in Brasilien aufdribbelten oder noch aufdribbeln – aber Besic. Und Thomas Doll gerät ins Schwärmen, wenn er von Besic spricht: „Er spielte bei uns erst Innenverteidiger, aber Katze Zumdick und ich konnten ihn davon überzeugen, dass das nicht seine Position ist. Er spielte dann Rechtsverteidiger und wurde eine unserer größten Stützen. Er spielte diesen Part unglaublich dynamisch, zuverlässig, konzentriert. Und er ist in seiner Spielweise ruhiger geworden. Früher war er oft zu hektisch, auch abseits des Platzes, aber er ist ruhig und ausgeglichen geworden – und ein großartiger Spieler.“

Thomas Doll sagt über Besic auch: „Katze und ich, wir haben uns Mühe mit ihm gegeben, und er hat es uns mit erstklassigen Leistungen zurückgezahlt. Ich habe ein Vater-Sohn-Verhältnis zu ihm bekommen, und darauf bin ich stolz. Muhamed ist ein feiner Junge, der noch viel vor sich hat. Wir freuen uns mit ihm und für ihn.“

Am 28. Juni findet sich Besic wieder in Budapest ein. Dann wird seine Situation besprochen. Ferencvaros will den Bosnier behalten, aber hat wohl keine Chance. Es liegen dem „Sechser“ einige sehr lukrative Angebote vor – natürlich, er ist WM-Teilnehmer. Schön für den HSV: Sollte Besic tatsächlich den Verein wechseln, so sollen die drei Hamburger Buchstaben daran beteiligt sein – zu 20 Prozent, wir gemunkelt. Ob verdient oder unverdient, das lasse ich mal dahingestellt, es ist so wie es ist. Nur zum HSV, da sollte sich niemand Sorgen drum machen, wird Besic wohl nicht wieder zurückkommen. Da müsste er vielleicht wieder in der Zweiten spielen . . . Man weiß es nicht, man weiß es nicht.

Einen schönen Abend und einen guten Tag für Euch, ich werde mich demnächst wieder mit einem Lebenszeichen melden. Bitte aber nehmt Euch auch noch den Artikel von Lars Pegelow, den er für mir hier reinegestellt hat, „zur Brust“, er ist sehr, sehr aufschlussreich und gut geschrieben und vermittelt einen Eindruck vom Geschehen in der Flensburger Bucht. Dort hält sich ja der HSV derzeit auf.

Dieter

Das Mittelfeld – Saison-Rückblick Teil IV

2. Juni 2014

Das wird ja lustig! Ohne Stürmer hat Deutschland wahrscheinlich noch keine Weltmeisterschaft gespielt, aber öfter mal was Neues! Nach dem Kick gegen Kamerun habe ich meine ohnehin schon geringen Hoffnungen auf eine erfolgreiche deutsche WM noch einmal ganz gewaltig zurückgeschraubt. Im Grunde genommen schon so weit, dass ich mir sage: Deutschland spielt bei dieser WM in Brasilien genau jene Rolle, die der HSV in der abgelaufenen Bundesliga-Saison für sich in Anspruch genommen hat. Mir graust vor diesem Turnier – mit einem Miroslav Klose als Spitze, der es im Rücken, in den Waden, in den Knöcheln, in den Knie und bestimmt auch in der Brust hat – aber mit darf. Unfassbar, aber wahr. Wie und was soll das werden? Jede andere Mannschaft, die dort in Südamerika aufdribbelt, kommt mit einem Angriff, sogar Kamerun, das bestimmt keine Chance auf den WM-Titel haben wird, hat einen erstklassigen Sturm – und Deutschland hat nicht mal ein laues Lüftchen. Aber vielleicht wird Kevin Großkreutz ja doch noch ein weiteres Mal umfunktioniert, man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.

Gedacht habe ich gestern oft an Pierre-Michel Lasogga. Wie leicht wäre es für ihn gewesen, mit nach Brasilien zu fliegen – wenn er fit gewesen wäre. Dann wäre er wohl Deutschlands Sturm-Hoffnung gewesen. Ja, ja, ich weiß, hätte, wenn und aber.

Nach diesem Länderspiel in Mönchengladbach schrieb mir mein alter Freund und Wegbegleiter (in der Jugend) Rolf Höfert aus Bern in der Schweiz. Okay, den meisten wird der Name Höfert aus zweierlei Gründen nichts sagen: Erstens ist er ein „alter Sack“ wie ich, wir haben uns in derselben Altersklasse duelliert (er bei Paloma, ich bei BU) – und dann, das ist jetzt zweitens, wurde er Fußball-Profi beim FC St. Pauli und dort sogar Erstliga-Spieler und lange Jahre Kapitän. Wenn Höfert heute auf Heimatbesuch ist, dann ist er immer auch im Volkspark – um ein HSV-Spiel live zu sehen. Er ist „Matz-abber“ geworden, hat mit dem HSV im Abstiegskampf gelitten, weil er ja Hamburger ist. Und als Hamburg hält man es auch als St.-Pauli-Spieler gelegentlich mit dem HSV – er öfter als gelegentlich. Eben ein Vollblut-Fußballer.

Ja, und heute schrieb mir Rolf Höfert, ob Fußball-Deutschland da nicht einst einen großen Fehler begangen hat, als er Eric-Maxim Choupo-Moting, immerhin auch ein Hamburger (!), damals nach Kamerun ziehen ließ, statt ihn hier „einzudeutschen“. Um ehrlich zu sein, ist Choupo-Moting nur ein weiterer (ehemaliger) HSV-Spieler, bei dem ich mich – fast schon dramatisch – getäuscht habe. Niemals hätte ich geglaubt, dass der junge Mann aus Altona eines Tages neben dem großen Eto’o Seite an Seite für Kamerun stürmen würde – aber er stürmt. Und wie! Er wird immer besser, der „Choupo“, und ich sage Chapeau! Aber hallo.

Der Noch-Mainzer hat enorm dazugelernt, das muss man ihm schon attestieren. Und er ist zudem ein sehr guter Athlet geworden, muskulär und rank und schlank, aus der Entfernung würde ich sage: „Da stimmt alles.“ Weil er ja nicht nur Tore schießt, sondern auch dribbeln kann, und weil er Ideen hat im Spiel. So war er früher doch nicht, oder? Vielleicht musste er nach Mainz, vielleicht wäre sein Stern in Hamburg und beim HSV sonst niemals aufgegangen. Wer weiß es schon? Der Wechsel hat ihm auf jeden Fall nicht nur gut getan, er hat davon enorm profitiert.

Und während des Spiels am Sonntag habe ich mich daran erinnert, dass „Choupo“ ja kürzlich noch einen Besuch im ZDF-Sportstudio hinter sich zu bringen hatte. Damals habe ich mir während des Interviews ganz leise gedacht: „Man, man, ganz schön selbstbewusst geworden, der junge Mann.“ Der nun ja auch eine internationale Karriere starten wird. Und „schuld“ daran hat laut „Choupo“ der ehemalige Trainer der Mainzer, Thomas Tuchel. „Er hat mir beigebracht, wie ich zu laufen habe – und wie viel. Er hat mir erklärt, dass es nicht langt, nur vorne zu laufen, sondern dass ich auch nach hinten zu laufen habe“, hat Eric-Maxim gesagt und fügte hinzu: „Kein Stürmer mag es, viel zu laufen, schon gar nicht viel nach hinten zu laufen. Das ist Drecksarbeit, die habe ich schon immer nicht gemocht. Tuchel aber hat es mir im harten Training beigebracht, dass ich das ersten erlerne, und dass ich es zweitens auch machen kann. Das war durchaus nicht leicht, aber heute kann ich es, heute weiß ich es auch, dass es dazugehört, und deswegen mache ich es heute auch gerne.“ Und weil er das heute gerne macht, ist Eric-Maxim Choupo-Moting auch zu einem der besten Bundesliga-Stürmer geworden. In Hamburg, das behaupte ich mal ganz frech, hätte das nie geklappt, weil sich da, ich wiederhole mich ungern, aber es muss sein, seit Jahr und Tag kein HSV-Trainer für zuständig fühlt, aus Talenten auch tatsächlich große Fußballer zu formen. Entweder es klappt von allein, oder sie fallen beim HSV mit Pauken und Trompeten durch. Eiskalt. Ende und weg mit ihm . . . „Choupo“ musste diesen Weg gehen, aber heute kann er dem HSV einen gewissen Finger zeigen – alles richtig gemacht. Kompliment.

Ob, und damit komme ich noch einmal zu Rolf Höfert, Fußball-Deutschland jemals eine Chance hatte – oder bekommen hätte, aus „Choupo“ einen deutschen Nationalspieler zu machen, das vermag ich nicht zu sagen, ich könnte mir aber auch vorstellen, dass damals kein einziger deutscher Funktionär drauf gekommen wäre. So spielt das Leben – im Profi-Fußball.

Es ist ein hartes Geschäft, trotz aller Vorzüge, wie zum Beispiel ein Millionen-Gehalt. Das weiß wahrscheinlich beim HSV derzeit keiner besser als Rafael van Vaart. Es ging ja auch in Hamburg für ihn auf und ab. In der „Bild“ hat er heute ja nach seinem WM-Aus ein Interview gegeben und dabei – unter anderem – gesagt, dass er „richtig Bock“ auf den HSV hat, dass er bleiben wird. Da bin ich mal gespannt, ob er das auch einhalten wird. Wenn aber ja, da freue ich mich auch auf ihn, das muss ich schon gestehen, denn ich erwarte ja von der „neuen“ HSV-Mannschaft, dass sie endlich wieder einmal das macht, was den Fußball auszeichnet: „Laufen, laufen, sprinten, spielen, kämpfen, Zweikämpfe annehmen, laufen, laufen und sprinten. Und dabei stets versuchen, Tore zu schießen, um nach 90 Minuten, in denen man auch bis zuletzt laufen, laufen, laufen und sprinten konnte, als Sieger den Platz zu verlassen. Ich habe das Gefühl, dass daran im Moment tatsächlich gebastelt wird. Dass die HSV-Verantwortlichen Leute holen werden und wollen (oder umgekehrt), die tatsächlich laufen, laufen und laufen wollen. So in der Art, wie es Eric-Maxim Choupo-Moting zuvor als „Drecksarbeit“ tituliert oder abgestempelt hat. Danach sehen ich mich ja, um es ehrlich zu sagen, aber ich weiß, dass ich damit nicht allein bin. Und auch Trainer Mirko Slomka hat da wohl eine gewisse Sehnsucht, die er nun ausleben will. Hoffentlich. Womit ich beim Saison-Rückblick Teil drei bin, mit dem Mittelfeld des HSV. Mein ganz, ganz großes Sorgenkind, das gestehe ich, für mich hat dieser Mannschaftsteil fast total versagt, sodass ich ihm eine Einheitsnote von einer glatten Sechs geben möchte. Hier die Spieler, die sich im HSV-Mittelfeld versuchten:

 

Tolgay Arslan verkündete, es war überall zu lesen und zu hören, ausgerechnet vor dem Rückrunden-Auftakt gegen Schalke 04, dass er einen deutlich höheren Vertrag vom HSV erwarte, weil er immerhin ein gutes Jahr gespielt hatte, und da wollte er schon eine „gewisse Wertschätzung“ von Seiten des Clubs erfahren. Und dann ging dieser Schuss so dermaßen nach hinten los, mehr ging ja gar nicht. Wir hatten später mal bei „Matz-ab-live“ zwei ehemalige Profis zu Gast, die unabhängig voneinander erklärten, dass ein solcher Spieler früher, der seinen Mund zu unangebracht voll nimmt, eine schlechte Woche für sich gehabt hätte: „Für den hätte es einen echten Spießrutenlauf gegeben, der hätte schon sehr hoch springen müssen, um nicht so oft getroffen zu werden . . .“ Beim HSV geschah aber nichts. Weder Trainer Bert van Marwijk reagierte, noch der Verein. Tolgay Arslan spielte gegen Schalke natürlich 90 Minuten mit – der HSV verlor 0:3, der steile Absturz nahm seinen Lauf.
Zu Arslans Entschuldigung möchte ich anführen, dass er auf der Sechs nicht auf dem Posten gespielt hat, den er vom Typ her spielen müsste. Und wenn man einen Spieler, der eher die Veranlagung für die Zehn hätte, als für die Sechs, dann dort hinten einsetzt, dann müsste es eine ganz spezielle Ansprache des Trainers geben. Wenn es nötig ist, sogar täglich und vor jedem Spiel ganz eindringlich. Dann hätte es vielleicht etwas werden können – aber es wurde nichts. Das war die schlechteste Spielzeit, die Tolgay Arslan hier beim HSV absolviert hat, das war eine glatte Sechs. Hoffentlich kann ihn Mirko Slomka noch einmal aufbauen, denn Fußball spielen, das könnte der „schönste Fußballer“ der Bundesliga auf jeden Fall, er muss nur jede Mal ganz kräftig in den Hintern getreten werden. Sonst wird das nichts mehr, dann wäre Galatarasay wirklich der bessere Weg für ihn.

 

Milan Badelj startete einst riesig beim HSV, um dann stetig nachzulassen. Im Moment ist er auf seinem Tiefpunkt angelangt. Keine WM-Teilnahme für Kroatien, das ist sicherlich ein Schlag ist Kontor für ihn. Aber ich kann Nationaltrainer Niko Kovac durchaus verstehen, denn richtig fit war Badelj zuletzt nie, richtig trainiert wahrscheinlich auch nicht. Diesbezüglich hoffe ich ebenfalls auf die neue Saison, unter dem Motte „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“. Er könnte es doch. Obwohl ich ihn auch eher nicht – oder nicht unbedingt – auf der Sechs sehe, er ist doch auch ein Spieler-Typ, der mit dem Ball nach vorne etwas anfangen könnte. Jemandem mit Härte auf die Füße zu treten, das ist er in meinen Augen (die natürlich nicht maßgeblich sind) nicht – wird es wohl auch nicht mehr. Zuletzt, da muss man nicht drum herumreden, war das Spiel von ihm ebenfalls eine glatte Sechs. Zu langsam, zu unkonzentriert, zu lasch. Was ich nur und ausschließlich darauf zurückführe, dass beim HSV genau so trainiert wurde.

 

Tomas Rincon versuchte sich mal auf der Sechs, mal als – man höre und staune (!) – „Rechtsaußen“. Letzteres bei Mirko Slomka. Zu einer solchen höchst ungewöhnlichen Maßnahme gehört sehr, sehr viel Vorstellungskraft, mir ist sie in diesem Fall total abhanden gekommen. „Popeye“ ist einer, der einem Gegenspieler auf die Füße treten kann, der dazwischenhauen kann, der sich einen Gegenspieler ganz gehörig zur Brust nehmen kann – aber rechts draußen? Nein, nein, das kann es nicht sein. Für mich wäre Rincon eine Sechs gewesen, wenn man ihm die Sache schmackhaft gemacht hätte – und ihm auch das Vertrauen ausgesprochen hätte, so aber war es nie, Rincon hat Hamburg verlassen – und bekommt von mir noch eine glatte Sechs mit auf den Weg. Das war gar nichts, in dieser schlechten Verfassung haben wir den Südamerikaner zuvor nie erlebt – auch das führe auch auf das einzigartige Trainingspensum, was es vor der Slomka-Ära gegeben hat. Wahnsinn, das alles.

 

Als sich Petr Jiracek – aus Wolfsburg kommend – für Hamburg entschieden hatte, da gehörte ich nicht zu einer Gattung, die die Nase rümpfte. Ich war mit einer wahren Vorfreude ausgestattet, hatte der Tscheche doch gerade eine super EM gespielt. Seit dieser Zeit jedoch kommt nichts. Null. Das zog sich auch durch die gerade abgelaufene Saison. Im Mittelfeld war zwar nichts von „Jira“ zu sehen, aber „hinten links“, als Ersatz für Marcell Jansen, da blühte er ein wenig auf. Kommt da noch was, oder kommt da jetzt doch nichts mehr? Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es bei ihm vielleicht nicht nur das mangelhafte Training, sondern auch eine großartige Ansprache ist, die ihn doch noch auf die Füße stellen könnte. Herr Slomka, übernehmen Sie – auch diesen Fall! Damit Sie aus einer glatten Note sechs eine bessere machen – zum Wohle des HSV.

 

Ja, dann ein weiteres Sorgenkind, Rafael van der Vaart. In dieser Saison war nichts von ihm zu sehen. Zu viele andere Sachen, die ihn ablenkten, die dem Beruf schwer schadeten. Schade, schade. Es ist viel gesagt und viel geschrieben worden über den „kleinen Engel“, ich fasse mich kurz. Sollte es den einen oder anderen Fußballer geben, der den HSV doch noch anlaufen will und wird, dann könnte van der Vaart vielleicht doch wieder die Lust an seinem Job wiederfinden. Aber nur dann. Bleibt er allein mit seinem großen Können (und das hat er natürlich immer noch), dann bleibt er auch ein total hoffnungsloser Fall. Für Hamburg jedenfalls. Und kommt zudem Ruhe in sein Privatleben, und danach sieht es ja wohl aus, dann könnte dieser Punkt durchaus ein unterstützender sein. Hoffen wir es mal – für ihn, für uns, für den HSV. Für das vergangene Jahr kassiert van der Vaart von mir ein glatte Fünf.

 

Für Kummer sorgt auch Hakan Calhanoglu, allerdings erst während der Relegation. Abhauen, die Flatter machen – so sein Ansinnen, nachdem er seinen Vertrag im Februar bis 2018 verlängert hatte. Das klingt alles höchst unlogisch, und das ist es sicherlich auch – aber der Bursche ist ja noch viel zu jung. Er wird geleitet, von außen, und da hört er heute so und morgen so. Wäre er heute bereits 30 Jahre alt, würde ich ihn zerreißen, so aber habe ich nur Mitleid. Er wird natürlich den HSV verlassen, es geht ja nur um das liebe und schnöde Geld, aber dann, wenn er erst in Leverkusen ist, dann ist der ganze Mann gefragt. So gut nämlich, wie er denkt, ist er noch nicht. Messi und Ronaldo als Vorbilder haben, ist das eine, so zu spielen und sich so reinzuhängen, das andere. Es fliegt niemandem etwas über Nacht zu, dazu muss geackert, geackert, geackert und gearbeitet werden, Tag und Nacht. Und ob der gute „Hacki“ dazu bereit ist? Da habe ich doch ganz leichte Zweifel. Vielleicht reichen ihm ja auch schon diese ersten und vielen Millionen, sind ja auch schon mal was. Und Messi und Ronaldo? Sollen die doch glücklich bleiben, muss ja nicht jeder so werden. Für die gerade beendete Saison, seine letzte beim HSV, erhält Calhanoglu von mir die Note vier.

 

Ein großer Hoffnungsträger bleibt Kerem Demirbay im HSV für mich. Der Pechvogel war zu lange verletzt, er wird noch kommen, ich bin davon überzeugt und hoffe, mich hier nicht (auch) zu irren. Und dann hoffe ich zudem, wenn der gute Kerem seinen Weg geht, dass Leverkusen nicht auch in diesem Fall gleich wieder mit den ganz dicken Scheinen wedelt. Weil Demirbay viel zu lange verletzt war, bleibt er ohne Benotung.

 

Als Trainings-Weltmeister geht Robert Tesche in die HSV-Geschichte ein, weil es auf dem „kleinen Rasen nebenan“ immer bestens für ihn lief, um dann im Stadion kaum etwas auf die Reihe zu bringen. Zu lethargisch, der Herr Tesche, da fehlen Wallungen im Blut. Jetzt wird er es woanders versuchen müssen – hier gab es für ihn nur die Note sechs.

 

Wie Tesche gehörte auch Gojko Kacar zu den „Verbannten“ des HSV. Immer noch Horror und Wahnsinn zugleich, dass sich Trainer und Club einen solchen Luxus erlaubten, obwohl es stetig bergab ging. Kacar war zu Saisonbeginn zur Zweiten abgeschoben, dribbelte dort in einer solch schlimmen Verfassung auf, dass man von einem Freizeit-Fußballer sprechen konnte. Die vielen Pfunde hatte er dann schnell wieder runter, aber er blieb außen vor. Unglaublich, immer wieder unglaublich, denn eigentlich hätte es Kacar drauf gehabt. Als Innenverteidiger jedenfalls. Aber das wollte er ja nicht – im Hinblick auf die Nationalmannschaft. Doch die hat er deswegen auch nie wieder gesehen – schade um sein Talent, er hat es verschenkt. Note sechs.

 

Valmir Nafiu war dabei, aber nie wirklich mittendrin. Gewogen und für zu leicht befunden, da kam nie wirklich etwas. Note sechs. Und nun bin ich gespannt, wo er demnächst ganz groß herauskommen wird – in der Art wie Eric-Maxim Choupo-Moting? Irgendeiner beim HSV muss sich ja mal was mit dieser hoffnungsvollen Verpflichtung gedacht haben – oder waren es doch ganz andere Motive?

 

Quasim Bouy war die „Erfindung“ von Bert van Marwijk, er kam nach Hamburg und wusste bestimmt nie, was er hier sollte. Vielleicht das größte Missverständnis der HSV-Geschichte, die Note, die Bouy hier verdient hätte, die gibt es eigentlich nicht – deswegen nur Note sechs!

 

Ola John, auch ein Van-Marwijk-Jünger, zog zu Beginn des Jahres in seinem ersten Einsatz für den HSV, es war ein Testspiel (oder Ablösespiel für Thorsten Fink) gegen Basel, groß auf. Das ist ja ein Kracher – so dachte ich, so dachten wohl auch viele, und dann dieser unglaubliche Rohrkrepierer. Auch er unfassbar, auch er nie wirklich in Hamburg angekommen, auch er hätte eine Note verdient, die es so nicht gibt – deswegen bleibt nur eine glatte Sechs übrig. Und tschüs und weg.

 

So, das war das Mittelfeld. Alle anderen HSV-Spieler, die nun noch nicht „abgefrühstückt“ wurden, die erscheinen morgen beim Angriff.

 

PS: Gerade bekomme ich noch diese Mail:

Die HSV-Mitgliederversammlung hat uns bis heute 80.502 Videoabrufe beschert. Hinzu kommen 7.075 Videoabrufe auf Youtube.

 

Das ist eine Meldung von unserem “großen Regisseur” (es gibt auch einen “kleinen”) Axel Leonhard, der sich am 25. Mai 2014 selbst übertroffen hat, denn es gab nur von ihm, ohne Hilfe im Stadion, neun Filmchen von der Mitgliederversammlung. Und weil diese Nachricht so schön ist, stelle ich diese Videos noch einmal rein – kann ja sein, dass sie einer von Euch noch nicht kennt. Das wäre jammerschade.


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18.18 Uhr

Hoffen auf Hoffenheim, Schalke – und Lasogga

5. Mai 2014

Die Aufgabe, am Montag einen Blog einzustellen, ist ungleich schwerer geworden im Laufe dieser Saison. Zumeist, weil man den sportlichen Wochenendkater in Schriftform verarbeiten, wiedergeben oder noch mal aufbereiten muss. Das zermürbt, das ermüdet. So auch nach diesem 1:4 gegen Bayern München. Denn diese Niederlage verbessert die Lage des HSV in meinen Augen mitnichten. Mainz muss gewinnen, um sich nicht noch von Augsburg auf der Zielgeraden die Europa League nehmen zu lassen – und Mainz ist unser Gegner. Was die Aufgabe nicht leichter macht, beim heimstarken FSV zu bestehen.
Von daher bleibt die Hoffnung vage – und der größte Teil selbiger lastet auf Hoffenheim und Schalke. Letzteren traue ich einen Dreier ohne große Überlegung zu. Denn, und das ist bislang bei den hiesig riesgen Problemen etwas untergegangen, unser Abstiegskonkurrent 1. FC Nürnberg hat vereinsintern momentan noch größere Baustellen als der HSV. Das Verhältnis der Spieler und der Fans zur Vereinsspitze inklusive Trainer ist laut meinem fränkischen Kollegen mehr als angeschlagen. „Die holen definitiv nichts mehr. Dieser Abstieg ist besiegelt“, sagt er und will nicht genannt werden. Verständlich, da er täglich mit den „Clubberern“ zu tun hat.

Bleibt also Braunschweig. Und denen traue ich ehrlich gesagt aus qualitativen Gründen eigentlich nicht viel zu. Allerdings bin ich mir sicher, dass die Niedersachsen am Sonnabend bei den launischen Hoffenheimern zumindest eine kleine Chance haben – sofern sie einen Lucky Punch landen. Die werden fighten bis zum Umfallen, das ist sicher. Sollten sie aber wie gegen Augsburg erneut das Spiel aus der Hand geben, bin ich mir sicher, dass die TSG mit ihrer geballten Offensivkraft und der Kreativität das Braunschweiger Defensiv- und vor allem Torwartproblem auszunutzen wissen werden.


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Aber okay, das alles ist nur Theorie. Solange der HSV seine Hausaufgaben macht, müssen wir uns gar keine Gedanken darüber machen. Dennoch, wie schwer es für den HSV werden wird zeigte mir auch das Interview von Eric-Maxim Choupo-Moting. Der junge Hamburger beim FSV ist nicht nur sportlich in Topform sondern auch mächtig frustriert über sein Ende beim HSV, was er zwischen den Zeilen mehr als deutlich machte. Und wer Eric kennt, der weiß, dass er am Sonnabend höchstpersönlich dafür sorgen will, das der HSV abgestraft wird. Dass Tuchel selbst gar nicht anders kann als mit 110 Prozent – es macht die Ausgangslage definitiv nicht leichter.

Kaffeesatzleserei sei das. Sagt mein Vater. Und er hat Recht. Denn was außer den Abstiegssorgen war in dieser Saison beim HSV schon kalkulier- geschweige denn vorhersehbar? Nichts. Stimmt. Also mache ich es mir leicht und geselle mich komplett auf Sergej Barbarez’ Seite, der da sagte: „Der HSV wird es schaffen. Ich habe keinen Grund, warum das so ist. Aber es wird so kommen.“

Wiederkommen soll indes Pierre Michel Lasogga, den ich vergangene Woche beim individuellen Training beobachten konnte. Dreimal absolvierte der größte Hoffnungsträger des HSV individuelles Training, während ich zusah. Am Freitag unter anderem Steigerungsläufe über größere Distanz. Jeweils ohne Probleme. Als der von Hertha ausgeliehene Angreifer am vergangenen Freitag bei einer Autogrammstunde bei HSV-Partner „Body Attack“ nach der Möglichkeit gefragt wurde, noch mal für den HSV aufzulaufen, antwortete er kurz und trocken: „Ganz sicher. Wir müssen ja die Klasse halten.“

Bis Mittwoch soll der bullige Angreifer wieder ins Mannschaftstraining einsteigen und schon größere Teile der Übungseinheit absolvieren. „Wir werden ganz sicher nichts riskieren“, sagt Trainer Mirko Slomka, der sich am Sonntag fast an der Seite von Kontrahent Lieberknecht in Cottbus den möglichen Relegationsgegner ansah. Denn klar ist, dass die „Muskelprobleme“ des Angreifers mehr waren. Während Sportchef Oliver Kreuzer und auch Slomka nach längerer Nachfrage von „muskulärenen Problemen“ auf „sicherlich auch einen kleinen Faserriss“ erhöhten, wurde mir gesagt, es handele sich um einen Muskelbündelriss. Und ein solcher dauert in der Regel mindestens sechs Wochen – und diese sechs Wochen wären genau am Sonnabend abgelaufen. Und das gepaart mit den Eindrücken aus den Trainingseinheiten lässt mich ehrlicherweise tatsächlich auf einen Einsatz Lasoggas hoffen…

Die Hoffnung aufgegeben habe und hatte ich längst in Sachen Verhältnis Supporters/Polizei. Heute sprach die Gewerkschaft der Polizei davon, dass der HSV ein Gewaltproblem habe, während HSV-Vorstand Oliver Scheel den HSV verteidigte und vom Vorwurf, sich mit dem Gewaltproblem nicht zu beschäftigen, freisprach. Und ohne das ganze Dilemma hier neu aufzurollen muss doch eine Frage erlaubt sein: Mit welcher Berechtigung verlangt SC-Vorstand Christian Bieberstein in seinem alles andere als ausgewogenen und noch weniger überlegten Schreiben eine Entschuldigung der Polizei für „unangemessenes Verhalten“, während die intern durchaus bekannten Verfasser der bekanntermaßen verbotenen Banner (A.C.A.B) von ihm und seinen Kollegen weder genannt noch abgestraft werden?

Ich bin weit davon entfernt, die Vorgehensweise der Polizei zu rechtfertigen, geschweige denn sie in dem Ausmaße als korrekt zu bezeichnen. Dafür müsste ich mich auf Hörensagen verlassen. Und das mache ich nicht. Aber es dürfen hier auch nicht Ursache und Wirkung verwechselt werden. Die verbotenen Plakate sollten schon aus den eigenen Reihen unterbunden werden, wofür sich von oberster Stelle Scheel und Bieberstein einsetzen sollten. Denn anstatt hier die Provokation zuzulassen, wäre eine Kooperation angebrachter. Zumal dann, wenn die Supporters-Abteilungsleiter eh schon im Vorfeld der Partie der Überzeugung sind, die Polizei würde auf derartige Provokationen „immer wieder mit übertriebener Härte“ reagieren. Dieses dämliche „Polizei-gegen-Supporters“-Spielchen ist schlichtweg nur noch absurd. Fast so absurd wie die Tatsache, dass von den knapp 55000 Supporters im Verein gerade einmal knapp 200 Leute, also 0,35 Prozent, einen Delegierten für den Aufsichtsrat wählen. Aber das ist ein anderes Thema, das in den nächsten Tagen sicher noch mal von mir thematisiert werden wird…

Wichtiger ist bis dahin jedoch zweifelsfrei der sportliche Bereich. Bis zum Klassenerhalt sollte – nein, darf sich alles nur um dieses Ziel drehen. Dass jetzt schon über die mehr als 50 Anträge für den 25. Mai diskutiert wird, kann ich nachvollziehen und es wird auch bei uns spätestens am 19. Mai, also am Tag nach dem zweiten Relegationsspiel thematisiert werden. Aber nicht vorher. Vorher ist mir der körperliche Zustand Dennis Diekmeiers wichtiger, der sagt: „Ich hatte die gleichen Probleme vor dem Bayern-Spiel und habe sie weitestgehend auskurieren können. Das werde ich auch jetzt so machen.“ Behandlungen und gezieltes Trainings sollen die Einsetzbarkeit des Rechtsverteidigers garantieren. „Selbst ein wenig Restschmerz nehme ich für so ein wichtiges Spiel nur zu gern in Kauf“, sagt Diekmeier und fügt hinzu: „Zumal ich glaube, dass mein Körper so voller Adrenalin sein wird, dass ich das kleine Wehwehchen gar nicht spüren werde…“

Klingt gut. Morgen hören und sehen wir hoffentlich mehr davon, wenn der HSV um zehn Uhr an der Arena trainiert und anschließend der Trainer zu uns kommt.

Bis dahin.
Scholle

P.S.: Auch Johan Djourou soll am Dienstag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

Jetzt spricht auch Kreuzer Tacheles!

15. Dezember 2013

Was macht eine Mannschaft, die vor dem Anpfiff weiß, dass sie nach dem Schlusspfiff schnell duschen muss, um in den Flieger nach Marokko zu kommen, wo nun die Club-Weltmeisterschaft gespielt wird? Sie lässt es geruhsam angehen, denn niemand möchte sich jetzt noch verletzen, um dann vielleicht nur zu Hause bleiben zu müssen. Und so hat der FC Bayern gegen den HSV gespielt. Möglichst nicht viel Nachspielzeit, ab unter die Dusche, mit nassen Haaren zum Flughafen – und ab. Dass in den Minuten zuvor der HSV quasi im Schongang mit 3:1 besiegt wurde, war nur ein Randaspekt. Beim Verlierer sah das schon ganz anders aus. Platz 13. Da zählt dann jedes Pünktchen. Und deswegen war der Ärger bei Trainer Bert van Marwijk auch nicht gerade klein. „Ich ärgere mich, ganz klar, denn hier war mehr drin“, sagte der Niederländer. Und ich weiß nicht, ob er die Situation da nicht ein wenig verkennt. Es sah so aus, als sei mehr drin gewesen für den HSV, aber sah das nicht vor allem deswegen so aus, weil die Bayern wie im Training spielten? Wenn das schiefgegangen wäre, dann wären mit Sicherheit Ribery und Alaba schnellstens eingewechselt worden. Ich denke, dass wenn der HSV aufgedreht hätte, so richtig aufgedreht hätte, um einen Punkt zu ergattern, dann hätten auch die Bayern aufgedreht. So aber spulten sie ihr Pensum so herunter, dass es zum Dreier langte – ohne einen Verletzten. Und auf nach Marokko.


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Bayern-Trainer Pep Guardiola gab dann auch nach dem 3:1-Sieg über den HSV zu: „Nach der Champions League-Niederlage gegen Manchester City haben die Spieler diese Periode mit der Club-WM in Marokko und dem Urlaub vielleicht schon im Kopf gehabt. Aber wir hatten noch diesen Klassiker gegen den HSV zu spielen. Es war heute schwierig. Es ist immer schwierig nach Champions-League-Spielen.“ Auch Bayerns Sportchef Matthias Sammer nörgelte (ein wenig?), indem er sagte: „Ich glaube, dass wir uns zum Abschluss des Jahres noch einmal steigern müssen, sowohl im Kopf als auch in den Füßen. Es kann doch nicht sein, dass wir das 1:2 bekommen und dann noch um den Sieg zittern müssen . . .“

Ja, so gab es schon das eine oder andere lange Gesicht auf Bayern-Seite. Sie hätten wohl doch ganz gerne mehr Tore für sich gesehen. Dadurch aber kam es zur kuriosen Situation, dass beide Seiten mit leicht gesenkten Köpfen umher rannten. „Hier war mehr für uns möglich, aber uns hat die letzte Überzeugung gefehlt. Ich bin deshalb unzufrieden und ärgere mich. Es ist ein anderer Ärger, als der nach dem 0:1 gegen Augsburg, aber es ist Ärger. Diesmal bin ich böse über das Ergebnis“, sagte Bert van Marwijk. Torchancen hatte der HSV genug, so gesehen wäre „rechnerisch“ allemal ein Unentschieden drin gewesen. Das wusste auch HSV-Torjäger Pierre-Michel Lasogga, der auch gegen die Bayern traf – bereits sein neuntes Saisontor: „Die Münchner haben ihre Chancen eiskalt genutzt, wir leider nicht.“ Treffer!

Noch verärgerter als der Trainer schien aber der Sportchef zu sein. Oliver Kreuzer gab nach der Niederlage ähnlich viel Gas, wie sein Trainer am vergangenen Wochenende, als er in der Pressekonferenz Tacheles sprach. Kreuzer sagte: „Unsere Mannschaft muss lernen, Woche für Woche ans Limit zu gehen, das muss in die Köpfe der Spieler rein. Mit angezogener Handbremse zu spielen und ein bisschen dominant zu sein, das geht nicht. Dazu reicht unsere Qualität einfach nicht aus.“

Das stimmt zwar, aber angezogene Handbremse? Damit war an diesem Sonnabend doch nur der FC Bayern unterwegs. Ich habe beim HSV keine angezogene Handbremse gesehen, im Gegenteil, die Spieler sind endlich einmal so richtig zur Sache gegangen – wenn es darum ging, das Tor zu verteidigen. Kreuzer hatte damit auch nicht den Auftritt des HSV-Teams in München gemeint. Er kritisierte nur allgemein. Und fügte erklärend an: „Das Spiel gegen die Bayern war besser, als das Spiel gegen Augsburg letzte Woche.“ Natürlich. Schlechter ging es ja auch nicht mehr. „Spiele bei den Bayern sind nicht die, die wir gewinnen müssen, wir müssen unsere Heimspiele gewinnen, da müssen wir unsere Hausaufgaben machen. Da müssen wir über die Leidenschaft und das Engagement kommen, das machen uns Vereine wie Augsburg, Freiburg oder Braunschweig vor.“ Auch das stimmt. Er hätte aber auch noch Mainz 05 in diesen Kreis mit aufnehmen können, und dieser „Karnevals-Verein“ kommt nun am Sonnabend in den Volkspark. Da ist dann wieder eine Partie wie die gegen Augsburg zu erwarten . . .

Oliver Kreuzer forderte vielleicht auch genau deshalb rechtzeitig die HSV-Profis dazu auf, „an ihre Grenzen zu gehen“. „Denn“, so der Sportchef weiter, „wir dürfen nicht glauben, dass wir der große HSV sind.“ Auch das ist natürlich Tatsache. Und ich freue mich, dass das nun auch nicht nur von den Club-Verantwortlichen erkannt worden ist, sondern endlich auch einmal schonungslos ausgesprochen wird. Vom „großen HSV“ ist doch seit Jahr und Tag nichts mehr zu sehen. Auch deswegen war dieses „magere“ 1:3 gegen die Bayern wie eine Art Hoffnungsschimmer. Ich nenne es ja die „neue Bescheidenheit des HSV“, dass man in Hamburg schon froh ist, nicht schon wieder eine Klatsche eingefahren zu haben. So ändern sich die Zeiten. Aber diese guten alten Zeiten sind ja nun auch schon so runde 30 Jahre her, fast ein halbes Leben . . .

Und daran wird sich auch so schnell nichts mehr ändern. Wer als HSV-Anhänger davon träumt, dass es in der in einer Woche beginnenden Winterpause den einen oder anderen neuen Spieler geben könnte, der irrt gewaltig. Oliver Kreuzer jedenfalls stellte diesbezüglich schon mal die Ampel auf Rot: „Wir können im Prinzip nichts machen, das weiß auch der Trainer. Dementsprechend haben wir auch keine Wintertransfers geplant.“ Wobei es natürlich noch immer einige Spieler gibt, die dringend verkauft werden sollen – aber auch das ist ja nichts Neues, daran hat man sich in Hamburg schon lange, lange gewöhnt. Etwas abgeschwächter war zu diesem Thema die Aussage des Trainers. Bert van Marwijk bekannte, dass man „in der kommenden Woche über die Rückrunde reden“ wolle, doch der Coach macht sich wohl nicht allzu große Illusionen: „Ich weiß, dass in Hamburg finanziell nicht viel möglich ist.“ Naja, die einen sagen so, die anderen sagen so . . . Es gibt ja immer noch kluge Leute, die nichts von einem „klammen HSV“ wissen wollen. Immer noch gibt es sie. Obwohl – das kann doch eigentlich gar nicht sein. Wo doch noch die Ablösesummen von einst, die von Rafael van der Vaart, Nigel de Jong, Vincent Kompany . . . Nee, lassen wir das.

Zur Kreuzer-Schelte, das fällt mir just ein, passt geradezu herrlich, was der frühere HSV-Profi Markus Babbel heute im Doppelpass von „Sport1“ gesagt hat – über seinen früheren Verein: „Der HSV ist ein sagenhaft toller Verein mit unglaublichen Fans, aber sie schießen sich immer wieder selbst ins Knie. Wenn man das Gefühl hat, es läuft, kommt wieder irgendeiner und erzählt etwas, um sich in den Vordergrund zu spielen. Es gibt für mich kein Miteinander im Verein, sondern nur ein Gegeneinander. Wenn es gut läuft, will jeder derjenige sein, der dafür verantwortlich ist; und wenn es schlecht läuft, sucht man immer einen Schuldigen, der es aushalten muss – das ist eigentlich schade.“

Naja, auch daran haben wir uns doch schon lange gewöhnt, würde ich sagen.

Einer, der sich nicht so richtig dran gewöhnen will, ist offenbar Marcell Jansen. Der Nationalverteidiger gibt nicht nur im Spiel mächtig Gas, sondern auch danach – verbal. „Wir hatten gegen die Bayern dreimal so viele Tormöglichkeiten wie zuletzt gegen den FC Augsburg, da müssen wir uns hinterfragen, wieso das so ist. Wir müssen uns nach diesem 1:3 auch ankreiden, dass wir in der zweiten Halbzeit nicht frecher waren.“ Jansen weiter: „Bei uns ist diese Art von Zufriedenheit das Schlimmste. Nun müssen wir gegen Mainz gewinnen, sonst geht es noch einmal ein, zwei Plätze weiter nach hinten, und dann ist nicht mehr viel . . .“ Genau. Dann kommen schon bald Freiburg, Nürnberg und Braunschweig . . .

Aber immerhin, und das wäre mein Fazit von München, hat der HSV gezeigt, dass er die Zeichen der Zeit verstanden hat. Bert van Marwijk hat erkannt, von Tag zu Tag mehr, woran es beim HSV hapert, und er hat einiges davon nun öffentlich angeprangert. Das lässt hoffen, und es hat gezeigt, dass auch die Spieler verstanden haben. Ich hoffe es jedenfalls. In München aber haben sie sich gewehrt, da haben sie endlich gebissen und sind zur Sache gegangen. So, wie sagte es Oliver Kreuzer, so wie Freiburg, Augsburg und Braunschweig. Genau das wollen sie hier in Hamburg sehen. Schlecht spielen, das hat einst so mancher Trainer von sich gegeben, schlecht spielen kann man immer einmal (oder auch zwei- und dreimal), aber man kann in jedem Fall immer kämpfen. Ist das der Fall, dann wird (einer so jungen Mannschaft) auch das eine oder andere schlechte Spiel verziehen. Mit ihrem Auftritt in München hat der HSV bewiesen (allen voran Pierre-Michel Lasogga, Tomas Rincon, Jacques Zoua), dass es geht, dass man durchaus in der Lage ist, Kampfgeist zu entwickeln. Daran werden die Spieler nun auch im Heimspiel gegen Mainz gemessen. Und nicht nur in diesem Spiel . . .

So, ich habe fertig (für den dritten Advent). Morgen, am Montag, ist kein Training angesetzt, am Dienstag geht es um 15 Uhr an der Arena weiter.

Zwei kleine Randnotizen möchte ich dennoch schnell loswerden.

Wir erinnern uns wohl alle, das klare Abseitstor von Hannover 96 gegen den 1. FC Nürnberg, der sonst wohl seinen ersten Saisonsieg eingefahren hätte. Nach dem Spiel sagte 96-Sportchef Dirk Dufner: „Es war irregulär, aber das ist mir jetzt egal.“
Natürlich. In Nürnberg sind sie immer noch erbost und entsetzt. Und beim nächsten Mal, wenn Hannover 96 benachteiligt wird, dann wird Dufner ganz sicher anders argumentieren, als zu sagen: „Es war irregulär, aber das ist mir jetzt egal.“
So ist Fußball, das ist der Fußball.

Und dann noch dies: Der Augsburger Andre Hahn schoss gegen Braunschweig zwei Tore und bringt es nun, als bester FCA-Schütze, auf insgesamt sechs Saisontreffer. Ich schreibe es nur, weil wir nicht immer nur an Heung Min Son (der zurzeit mit Leverkusen spielt) denken sollten, oder an Erik-Maxim Choupo-Moting oder Änis Ben-Hatira. Hahn ist 23 Jahre jung und versuchte sich einst auch beim HSV. Er kam im Sommer 2010 vom FC Bremerhaven, spielte bei der „Zweiten“ und ging nach einem halben Jahr zum FC Oberneuland. Durchgefallen? Durchgefallen! Und nun schießt er in Liga eins seine Tore. Für die Augsburger, die immer besser werden. Mit ihrer No-name-Truppe.

Wer jetzt genug hat, sollte bitte abschalten, jetzt kommt etwas “Ein-” oder “Hausgemachtes”.
Ich habe noch einen Leserbrief, den ich gerne an die Leserschaft weitergeben möchte. Der Absender dieser Zeilen ist bekannt, ich möchte ihn dennoch vor etwaigen Anfeindungen schützen und verschweige den Namen vorsichtshalber. Die Zeilen aber sind lesenswert und regen (vielleicht) zum Nachdenken an:

Hallo,

als erstes möchte ich mich beim Hamburger Abendblatt und insbesondere bei den Verantwortlichen für den HSV-Blog bedanken!!!! Falls machbar leiten Sie bitte diese Zeilen an sie weiter. Was ich am Blog aber unsäglich finde, sind ein Großteil der Kommentare. Aber das lässt sich in der heutigen Zeit leider nicht vermeiden, es ist wahrscheinlich zu einfach (oder feige) anonym irgendwelchen Mist von sich zu geben. Bitte nehmen Sie diesen Mist nicht so persönlich, auch wenn sich das leicht sagen lässt, immerhin sind das ihre direkten „Kunden“ und das einfach nicht zu beachten, geht auch nicht. Ich gehe diesen Weg über eine Mail, da ich kein Interesse daran habe, mich an diesen social media Diensten – und dazu gehört auch der Blog – zu beteiligen. Ich lese den Blog seit über 2 Jahren jeden Abend, natürlich und erst recht auch im Urlaub.

Ich finde es absolut richtig, dass Sie in der „Strukturdiskussion“ alle Beteiligte zu Wort kommen lassen, nur so lässt sich ein umfassendes Urteil bilden. Denn die Struktur ist die absolut entscheidende Frage für die Zukunft des HSV. Was in der Diskussion übersehen wird, ist die Tatsache, dass erfolgreich handelnde Personen – für den Aufsichtsrat und davon abhängig auch für das Präsidium – nur bei professionellen Strukturen gefunden werden können. Bei den aktuellen Rahmenbedingungen – und dazu zählt insbesondere die aktuelle Wahl der Aufsichtsratsmitglieder durch die Mitgliederversammlung – treten doch erfolgreiche Personen gar nicht mehr an. Es zählt doch nicht mehr die soziale, wirtschaftliche oder sportliche Kompetenz, sondern nur noch die vermeintliche Fannähe und das möglichst seit der Kindheit. Keine bedeutende Persönlichkeit tut sich eine solche Mitgliederversammlung an! Die meisten Mitglieder des Aufsichtsrat haben noch nicht einmal eine der eben genannten Kompetenzen. Wenn man die Bayern mit dem HSV vergleichen will, reicht doch nur ein Vergleich des Aufsichtsratsvorsitzenden (obwohl der aus Bayern einen ganz großen Fehler gemacht hat). Hr. Ertei versteht noch nicht einmal, dass er nicht mehr als einfaches Mitglied agieren kann, das ist nur noch peinlich und sagt alles. Das ein Unternehmen vom Kopf anfängt zu stinken, ist auch nichts Neues und hat deshalb Einfluss auf den Gesamtverein, insbesondere auf das Präsidium (obwohl Hr. Kreuzer einen guten Job macht).

Das Ganze ist nur entstanden durch die machtbewussten Supporters, die sich maßlos überschätzen und deren persönlichen Interessen eindeutigen Vorrang gegenüber dem Wohl des HSV haben. Solange die nicht gebrochen wird (und dafür ist die Quote sehr hoch), wird der HSV auch in den nächsten 30 Jahren noch erfolglos bleiben.

Ich selbst habe Gott sei Dank die erfolgreiche Zeit des HSV in den 70- und 80-iger Jahren erlebt und hatte bis vor 2,5 Jahren eine Dauerkarte und war auch HSV-Mitglied. Als aber die Supporters Hr. Hoffmann gestürzt haben, war für mich Schluss und ich bin bei den Supporters ausgetreten. Nicht dass ich ein überzeugter Anhänger von Hr. Hoffmann bin, aber er hat schon eine ganze Menge richtig gemacht. Der HSV hat es nur zugelassen, über einen langen Zeitraum ohne sportliche Kompetenz zu agieren und das rächt sich noch immer. Schneller konnte man das Geld nicht verbrennen.

Nochmals vielen Dank für Ihre Arbeit, weiter so und bitte sich nicht so viele Dinge sich zu Herzen nehmen. Wobei man als Außenstehender das sehr leicht sagen kann. Mir war es mit der Mail nur wichtig einmal darauf hinzuweisen, dass die vermeintlich völlig unterschiedlichen Themen Struktur und personelle Kompetenz sehr wohl zusammenhängen und sich dies – wie von den Supporters behauptet wird – nicht trennen lässt.

Mit freundlichen Grüßen, M.

Dazu gab es wieder etliche Mails, die ich als „Irrläufer“ bezeichne, denn sie landen in jenem „Postfach“, das einst eingerichtet wurde, um das „Matz-ab“-Gewinnspiel abzuwickeln. Ich wiederholen diese Bitte immer und immer wieder: Bitte schreibt Eure Mails nicht an dieses (eigentlich) stillgelegte Postfach, sondern entweder ans Abendblatt (es wird mir weitergeleitet!) oder an die Moderatoren von „Matz ab“. Es ist in Eurem Interesse, denn sonst verkümmern viel vielleicht sehr gut gemeinte Mails im „dunklen Keller“, wo sie niemand ansieht und auch niemand findet.

17.32 Uhr

Fink ist glücklich – das verlorene Talent auch…

22. Oktober 2013

Oha, was habe ich da wieder Partei ergriffen. Ohne es zu merken auch noch. Mit der Behauptung, dass Sportchef Oliver Kreuzer Glücksgriffe gelungen sind, habe ich eine Opposition gegen mich aufgebracht. Daher möchte ich mich hier entschuldigen. Denn die von mir gemeinten Verpflichtungen von Pierre Michel Lasogga und dem neuen Trainer Bert van Marwijk sind natürlich keine Glücksgriffe – sondern Sofortverstärkungen. Und von Arnesen. Zumindest eingeleitet. Immerhin haben die bestimmt irgendwann mal miteinander telefoniert. Vor ein paar Jahren – was letztlich und logischerweise in der aktuellen Verpflichtung für den HSV münden MUSSTE.

Was für ein Quatsch. Was für eine unsinnige Diskussion…

Deshalb kürze ich selbige hier ab und starte einen neuen Versuch, den heutigen Blog zu starten, denn:

20 Grad, viel Sonnenschein – heute ist ein schöner Tag! Für die HSV-Profis zumindest, die heute allesamt frei haben. Mit ihnen selbstredend auch die jungen Talente, um die sich mein gestriger Blog größtenteils drehte. Und ich bleibe auch dabei, dass dieser HSV mit Tah, Calhanoglu, Arslan, Beister und Lasogga fünf richtig gute junge Leute hat, auf die man aufbauen sollte. Wer auch immer sie verpflichtet oder deren Verträge verlängert hat, der HSV hat diese Spieler unter Vertrag und entsprechend auch mal wieder eine echte Perspektive. Mit etwas Glück und Ruhe kann der HSV endlich seinen schlechten Ruf in Sachen Nachwuchsarbeit wieder etwas aufpolieren. Auch der höchst bedauerliche Abgang von Lewin Öztunali kann in Teilen positiv gewertet werden – immerhin wurde er beim HSV ausgebildet. Nur nicht gehalten. Ebenso wie einer, der mir in fast allen Auflistungen bei ehemaligen HSV-Internatsspielern fehlte: Shkodran Mustafi. „Ich habe mich schon daran gewöhnt, in den Auflistungen nicht mehr aufzutauchen“, sagt Shkodran, „und das ist auch nicht schlimm.“

Warum auch? Immerhin hat der defensive Mittelfeldspieler seinen Weg gemacht, spielt aktuell nicht nur in der U21-Nationalmannschaft unter Horst Hrubesch sondern auch in der Serie A bei Sampdoria Genua. Allen, die den jungen Mann nicht kennen, möchte ich ihn kurz vorstellen: Der Sohn albanischer Eltern wuchs in Bebra auf, spielte dort für den 1. FV Bebra und den SV Rotenburg. „Damals war ich noch Stürmer. Bis ich zum HSV kam. Dort wurde ich zum Defensivspieler umfunktioniert.“ Das wiederum war 2006. Bei einem Hallenturnier mit Rotenburg waren gleich mehrere Bundesligisten an ihm interessiert – und der HSV machte das Rennen. „Der Sportchef Dietmar Beiersdorfer und seine Scouts haben sich damals sehr bemüht“, erinnert sich Shkodran. So sehr, dass der damals gerade erst 14-Jährige allein aus Rotenburg nach Hamburg ins Internat zog. „Ich war immer sehr selbstständig, wurde dort aber gut betreut. Die Schule hat nicht mehr gelitten, als sie musste“, so Mustafi mit einem herzhaften Lachen. Dennoch reichte es beim HSV zwar zu allen U-Nationalmannschaften, nicht aber zum Sprung ins Profiteam, obgleich er unter Martin Jol ein paar Profi-Einheiten mittrainieren durfte.
Zur Saison 2009/10 wurde er vom FC Everton für drei Jahre verpflichtet, nachdem auch Newcastle United, Manchester City und Borussia Dortmund Interesse gezeigt. Wieder von den Eltern getrennt in Everton gab er am 17. Dezember 2009 als 17-Jähriger (!) sein Pflichtspieldebüt in der Profimannschaft, als er im letzten Gruppenspiel der Euro-League beim 0:1 gegen BATE Baryssau in der 75. Minute eingewechselt wurde. Everton war zu diesem Zeitpunkt bereits für die nächste Runde qualifiziert, und Trainer David Moyes hatte für das Spiel insgesamt acht Nachwuchsspieler der Jahrgänge 1990 bis 1993 in den Profikader berufen. Anfang 2012 wechselte Mustafi ablösefrei zum damaligen italienischen Serie B-Klub Sampdoria Genua, da er sich in England nicht durchsetzen konnte. Am letzten Spieltag der Saison 2011/12 kam Mustafi zu seinem ersten Einsatz für Genua, als er im Auswärtsspiel gegen AS Varese 1910 (1:3) in der Startelf stand. Zum Saisonende stieg er mit Sampdoria in die Serie A auf.

Klingt ehrlich gesagt nicht nach einem, der den Durchbruch hinter sich hat?

Stimmt auch. Allerdings ist Mustafi gerade fleißig dabei, sich zum Stammspieler in Genua zu entwickeln. „Es läuft für mich richtig gut“, so der 21-Jährige, der vor Genua Angebote aus Braunschweig, Nürnberg und von Hertha BSC hatte. Warum es beim HSV seinerzeit nicht geklappt hat? „Wir sind uns schlichtweg nicht einig geworden. Jens Todt war damals unter Sportchef Dietmar Beiersdorfer Nachwuchschef, Cardoso Trainer der U23. Und die haben mir gesagt, dass alle Spieler, die bleiben sollen, den gleichen Vertrag unterschreiben müssen. Und das wollte ich nicht. Aber meine Wünsche konnte der HSV nicht berücksichtigen, wie mir mitgeteilt worden war.“ Was er sich gewünscht hätte? „Es ging um vieles, auch um Perspektive. Vor allem ging es mir um Vertrauen, um Verhandlungsführung. Und das kam nicht rüber. Leider. Obwohl ich letztlich sagen muss, dass es das gute Recht des HSV war, mich nicht zu verlängern.“

Böse ist Mustafi in Hamburg niemandem, im Gegenteil. Aber er trauert der Zeit etwas nach. „Der HSV hatte immer eine ganze Reihe toller Nachwuchsspieler, die leider zu leicht den Verein verlassen haben. Wenn ich dann immer diese Diskussionen höre, der HSV hätte nie jemanden nach oben gebracht, finde ich das schade. Denn es sind ja viele Talente – Sam, Ben-Hatira, Arslan, Beister, Choupo-Moting und auch Torun – in der Bundesliga gelandet und spielen einen guten Ball. Ich glaube, dass allesamt dem HSV gut hätten helfen können.“ Er auch? „Das weiß ich nicht. Ich will ja nicht vermessen sein, das müssen andere beurteilen. Aber ich freue mich, dass der HSV mit Jonathan Tah einem so jungen Spieler das Vertrauen schenkt. Denn das bekommt der Verein doppelt und dreifach zurück. Von Tah – und weil es gut für den Ruf der Nachwuchsabteilung ist…“

Stimmt. Punkt. An einem Beispiel schnell erzählt, warum der HSV nicht den Ruf genießt, für große Talente das Sprungbrett zu sein. „Das kann sich doch schnell ändern, wenn der HSV so weitermacht“, sagt – Thorsten Fink. Den ehemaligen HSV-Trainer habe ich heute in München erreicht, wo er sich vermehrt um den Bau seines neuen Hauses und vor allem um die Familie kümmert. „Als Trainer ist man privilegiert, sein Hobby zum Beruf zu machen“, so Fink, „aber die Familie muss leiden. Aber jeder Trainer wird einmal entlassen und sollte diese Zeit dann zwingend für die Familie nutzen. Ich mache das auf jeden Fall.“

Fink klingt gut. Er hat das Aus beim HSV verkraftet. „Ich war zwar noch voller Elan, aber es war halt so. Ich habe meine Ziele beim HSV erreicht und einen tollen Klub trainiert. Diese Mannschaft ist mir ans Herz gewachsen. Das sage ich gern und laut. Alles andere diskutiere ich gar nicht.“

Fink ist tatsächlich nicht sauer. Er hat auch verkraftet, von vereinzelten Führungsspielern nicht mehr die Rückendeckung erfahren zu haben, die er in der schwierigen Endphase beim HSV benötigte. „Es hat am Ende mit dem einen oder anderen nicht mehr so gepasst – das ist manchmal so in großen Gruppen. Trotzdem freue ich mich, diese Mannschaft spielen zu sehen. Wie Arslan aufspielt, wie sich Tah entwickelt – das ist toll. Und bei beiden war ich mir sicher, dass sie es schaffen. Deshalb habe ich Tah ja hochgeholt und Tolgay immer wieder eingesetzt.“

Fink sieht in der aktuellen Entwicklung des HSV viel eigene Arbeit stecken – ohne dem neuen Trainer etwas absprechen zu wollen. „Warum auch? Bert van Marwijk ist ein guter Trainer. Er hat die Probleme erkannt und arbeitet daran. Wenn er die Abwehrarbeit stabilisieren kann, kann das richtig gut werden. Ich wünsche es dem Verein auf jeden Fall.“

Klingt doch versöhnlich. Fink verschließt sich jeglichem Nachtreten. Es wäre halt nicht seine Art. Und genau so möchte ich den heutigen Blog schließen. Friedlich.

Bis morgen! Da wird um 15 Uhr an der Arena trainiert.

Scholle

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