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***Ostrzolek kommt!!*** HSV sucht weiter Verstärkung – und drängt auf Entscheidung

11. August 2014

***AKTUALISIERUNG 22.38 Uhr: Einigung – Dietmar Beiersdorfer hat sich mit dem FC Augsburg auf einen Wechsel von Matthias Ostrzolek nach Hamburg geeinigt. Am Dienstagmorgen kommt der Linksverteidiger zum Medizincheck nach Hamburg und unterschreibt anschließend seinen Vertrag bis 2017. Als Ablösesumme sind rund 2,4 Millionen Euro im Gespräch. Herzlich Willkommen, Matthias!!****

Matthias Ostrzolek

Soll beim HSV am Dienstag einen Vertrag bis 2017 unterschreiben: Matthias Ostrzolek (M.)

Oh Mann, was hier los sein kann! Das geht tatsächlich über die gesamte Bandbreite vom über den grüne Klee Loben bis hin zum Beleidigen unter der Gürtellinie. Und das alles nur wegen Fußball?

Leute, das ist gelinde gesagt – völlig normal.

Weil es zum Fußball dazugehört. Ich werde immer wieder von meiner Frau und Freunden gefragt, warum ich mir das antue, wenn diese die Kommentare mal überflogen haben. Zuletzt übrigens im Trainingslager in Stegersbach von Bloggern. Und meine Antwort ist immer dieselbe: Wegen des HSV. Weil dieser Verein mein fußballerisches Zentrum im Profibereich war und ist. Und natürlich auch, weil ich beruflich den HSV zum Mittelpunkt hatte und habe. Kurz gesagt: Ich hatte schlichtweg großes Glück, mich in diesen Beruf reingearbeitet zu haben und letztlich genau das zu machen, wovon ich als kleiner Bub’ schon geträumt habe: HSV-Reporter zu sein. Und dazu zählen auch die Nebenwirkungen.

Dass da auch mal ne Strecke zu durchwandern ist, die richtig hart und teilweise übel wird – kein Thema. Zugegeben, ich hatte nicht selten Lust, dem einen oder anderen zu antworten und ihm deutlich zu machen, wie unfassbar dämlich und unwissend das ist, was er/sie schreibt. Denn Klugscheißer gibt’s hier sehr wohl – allerdings nicht mehr als anderswo auch. Dafür – das kann ich mit Überzeugung sagen – hat dieser Blog das notwendige Niveau erträglich selten unterwandert. Und wenn, dann waren ja fast immer auch sofort unsere Mods da. Auch jetzt bei Dieters Blogs. Dass immer wieder Außenstehende ohne jeden Zugang zu den HSV-Verantwortlichen alles besser wissen wollen – auch das gehört dazu. Davon lebt der Stammtisch. Und das ist ein nicht unwesentlicher Teil der Fußballkultur.

Dazu gehört aber auch, anderen (Meinungen) zuzuhören. Ich mache das für gewöhnlich und respektiere sie. Vor allem auch Dieters Meinung, da ich ihn als absoluten Fußballfachmann kennengelernt habe und weiß, dass er noch immer einer ist. Er ist über die Jahre nur kritischer und bei diesem HSV auch skeptischer geworden. Und den Anlass dafür kann definitiv keiner von uns/Euch übersehen haben. „Realistischer“ nennt Dieter seine Einstellung – und er hatte bislang beim HSV auch sehr, sehr oft recht. Leider. Wobei, im selben Moment kann ich auch sagen: zum Glück auch nicht immer. Denn abgestiegen sind wir zum Beispiel nicht. Über das Wie schweige ich hier lieber…

Aber deshalb habe ich auch keine Probleme, wenn sich Dieters und meine Meinung über den Zustand des HSV mal nicht gleichen. Er sieht diesen HSV in der aktuellen Konstellation noch im Abstiegskampf – ich eher nicht. Ich halte diese Mannschaft noch nicht für richtig gut – aber dafür jetzt schon für entscheidend besser als in der Vorsaison. Und ich glaube daran, dass Rafael van der Vaart es richtig ausdrückt, wenn er sagt: „Wir haben auch ohne weiteren Neuen genügend Qualität, um nicht noch einmal so eine Saison zu spielen.“ Denn dafür reichen die neue Fitness und die Zugänge, zu denen ich neben Lasogga, Stieber, Behrami, Jung und Müller auch Rudnevs zähle. Aber, und auch das müssen wir uns alle klarmachen: Es wird kein Selbstgänger. Dieser HSV ist keine Mannschaft, die mit Platz sechs überraschen könnte. Überraschend wäre ein einstelliger Tabellenplatz. Aber, und das schwingt auch heute hoffentlich in diesem Blog wieder mit, ich bin etwas optimistischer, auch weil ich auf die Fähigkeiten der Verantwortlichen vertraue. Ich weiß, dass ein Dietmar Beiersdorfer den Kader sehr realistisch einschätzt und entsprechend weiter nach Verstärkungen sucht. In der Innenverteidigung nach Gojko Kacars Innenbandriss mehr denn je. Aber auch in der Offensive ist noch Bewegung möglich. Denn dass Lasogga bis zum ersten Bundesligaspieltag bei 100 Prozent ist, ist nahezu ausgeschlossen. Denn der ist inzwischen seit 15 Tagen raus aus dem Mannschaftstraining, war heute noch nicht im Training und ist auch morgen in Erfurt noch nicht dabei. Wann der Hoffnungsträger im Angriff wieder einsteigen kann, ist zudem noch offen. Eine Schmerzfrage sei es, heißt es. Ergo: Nichts Genaues weiß man nicht.

Auch deshalb ist der HSV in Person Dietmar Beiersdorfers weiter auf der Suche nach guten Spielern im Angriff. Und dass davon noch welche auf dem Markt sind ist klar – die Frage ist nur, was kosten sie. So viel nur als Antwort auf die an mich gerichteten Fragen, warum der HSV noch nicht an den inzwischen vereinslosen Samuel Eto’o herangetreten ist, der zuletzt knapp 20 Millionen Euro im Jahr verdient haben soll…

Nein, ich vertraue tatsächlich auf die Fähigkeiten von Dietmar Beiersdorfer und seinem Stab – der zum Teil in Vorkasse gehen soll wie beispielsweise Peter Knäbel. Der Sportdirektor des Schweizer Fußballverbandes soll weiterhin zum HSV kommen und sich bereits jetzt mit Beiersdorfer über verschiedene Namen austauschen. Auch bei Valon Behrami, den Beiersdorfer vor Jahren schon zum HSV hatte lotsen wollen. „Die Schweizer sind in ihrer Nachwuchsentwicklung sehr gut und haben äußerst kompetente Leute mit Auge und Konzept an der Spitze“, hatte Bernhard Peters gelobt. Und wenn sich einer in Sachen Nachwuchs bewiesen hat, dann Peters.

Dass es beim HSV keine unberechtigte Hoffnung meinerseits ist, das haben Behrami und vor allem auch Nicolai Müllers Transfer bewiesen. Der Rechtsoffensive konnte heute das erste Mal mit der Mannschaft trainieren und zeigen, dass die Vorschusslorbeeren berechtigt sind. Weniger beim Treppenlauf á la Quälix Magath, den die Spieler heute kurz vor dem Training auf den Stadionaufgang Süd absolvieren mussten. Dafür aber im langen Abschlussspiel, wo Müller im Gewinnerteam rechts vorn spielte – und überzeugte. Schnell, ballsicher und mit dem Augen für den Nebenmann ausgestattet, legte er zwar nicht ganz so viele Tore auf wie auf der linken Seite Ilicevic (dreimal auf Holz geklopft, dass der fit bleibt) – aber er hatte maßgeblichen Anteil am Sieg seiner Mannschaft. „Nicolai hat das Tempo, hat die Qualitäten, die wir brauchen“, lobt van der Vaart. Der wieder bestätigte Mannschaftskapitän selbst wollte (konnte) indes noch nichts ausschließen. Weder einen Verkauf, noch seinen Verbleib. Ob er noch einen Offensiven zu Müller dazu erwartet? „Ich glaube, dass wir mit der jetzigen Mannschaft offensiv gut genug aufgestellt sind.“

Und als hätte er es gehört, machte Rudnevs heute im Trainingsspiel gefühlt 35 Tore. Immer, wenn das Gewinnerteam traf war es – bis auf einmal Ilicevic – Artjoms Rudnevs. Eben jener Stürmer, der zwar zu Slomkas Wunschspielern zählt, allerdings im 4-2-3-1-System mehr als Backup für die einzige Spitze Lasogga gilt. Aber festzuhalten bleibt: Der Lette antizipiert gut, er ist da, wo es gefährlich wird – und meistens versenkt er die Zuspiele sicher. Und dass er technisch mancher Amateurmannschaft nicht reichen würde – es verblasst vor diesem Hintergrund und dem, dass der HSV schlichtweg keine Alternative hat. Beister (noch im Aufbau) nicht – und ganz sicher auch kein Zoua. Im Gegenteil, bei Lasogga muss man vorsichtig sein mit Prognosen und hoffen, dass die Skeptiker („Mehr als 20 Spiele macht der gesundheitlich eh nicht“) am Ende falsch liegen.

Falsch liegt meiner Meinung nach auch unser ehemaliger Sportchef Oliver Kreuzer. Nicht damit, auf sein volles Gehalt zu pochen. Das ist sein Recht, dafür gibt es Verträge. Das muss man akzeptieren, auch wenn es weh tut. Dafür aber zu sagen, seine Entlassung käme aus dem Nichts, er hätte nichts geahnt, das kann er schlichtweg nicht ernst meinen. Zumal ich kurz vor seiner Demission persönlich häufiger mit ihm gesprochen habe – auch und vor allem über seine Beschäftigung beim HSV. Aber was soll’s, Kreuzer ist nicht mehr im Amt und wird das auch nicht zurückbekommen. Es geht mal wieder um eine Abfindung – und darin ist niemand geübter als der HSV(-Anwalt)…

Ob diese Zahlung auch die Personalie Ostrzolek beeinflusst, vermag ich nicht zu sagen. Klar ist nur, dass der HSV auf eine Entscheidung drängt und der Linksverteidiger bei Augsburg abgeschoben wird. Drei Millionen will Augsburg – eine überzogene Forderung, die Beiersdorfer runterhandeln muss und will. Auch heute gab es erneute Gespräche zwischen Beiersdorfer und FCA-Sportchef Reuter. Bislang noch ohne Ergebnis. Aber falls ich hier noch etwas höre, melde ich mich später noch mal.

Klar ist für mich jedoch, dass der HSV in der Innenverteidigung noch eine Sofortverstärkung braucht. Zumal nach Kacars Verletzung. Johan Djourou ist bei Slomka, das zeigt auch die Berufung zum Vizekapitän, gesetzt. Und der Schweizer ist relative auch der momentan beständigste Innenverteidiger. Allerdings habe ich in der Innenverteidigung noch die größten Bedenken. „Wir suchen nach einem Spieler für die Achse, der uns sofort verstärkt und Führung übernehmen kann“, hatte Beiersdorfer angekündigt – und er wird Wort halten. Darauf hoffe und setze ich.

Ebenfalls klar ist, dass Marcell Jansen und der weiter abwanderungswillige Per Skjelbred heute wegen einer leichten Grippe gefehlt haben. Lasogga hat im Innenbereich des Stadions separat trainiert, ebenso Beister. Alle vier werden gegen Erfurt morgen (Abflug ist um 16 Uhr, um 12 wird noch einmal trainiert) wie die verletzten Beister, Kacar und Rajkovic fehlen. Dafür ist Jonathan Tah nach überstandenen Oberschenkelproblemen wieder dabei. Nach dem Spiel in Erfurt reist die Mannschaft übrigens gleich wieder ab und trainiert am Mittwoch um zehn Uhr wieder.

Bis dahin! Morgen meldet sich Dieter wieder, ich bin ab Mittwoch dann wieder da. Euch allen einen schönen Abend. Ob als Skeptiker, Realist oder Optimist – der HSV eint am Ende doch alle. In diesem Sinne,

Scholle

P.S.: Über Hakan C. werde ich an dieser Stelle erst unmittelbar vor den Spielen gegen dessen „Durchgangsstation“ Bayer L. wieder eine Silbe verlieren. Denn alles, was ich über ihn sagen könnte und wollte, macht er mit seinen disqualifizierenden Äußerungen Tag für Tag selbst – und dazu deutlich effektiver. Fremdschämen ist für meine Begriffe in seinem Fall noch maßlos untertrieben. Da lobe ich mir einen Sportsmann wie Miroslav Klose, der heute sein Ende in der Nationalelf verkündet hat. Miro, ich danke Dir für die vielen großen Momente und verneige mich vor Deiner Leistung. Nicht nur einmal…

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